Wie trainiert ihr das Entgegenkommen?

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  • Immer wieder klagen Trainer darüber, dass ihre Spieler den Pässen nicht entgegenkommen bzw. einfach auf einen Pass warten, bis der Verteidiger (Gegner) dann dazwischen ist.


    Habt ihr Übungen dafür, wie man dies etwas abstellen kann?

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • - als erstes fällt mir hierzu ein, dass ich das -nach meiner Ansicht und Einschätzung- altersgemäß ab der D abfordern darf.


    -Ich habe neulich das Trainingsthema Passen nochmal aufgebröselt. Thema war:


    die Passtechniken als Wiederholung und dann


    -das direkte Anpassen
    -das Passen in den Lauf
    -der tödliche Pass in die Tiefe


    Ich habe zu den einzelnen Punkten Spielsituation vor der Übung nachgestellt und hierzu die Spieler zur Ansicht so gestellt (sich aufstellen lassen), dass die Situation in Zeitlupe nachzuspielen war.


    Beim direkten Pass habe ich beim Auseinanderklüvern dessen, was dabei wichtig ist zu beachten, ebend das dem Pass entgegen kommen besprochen bzw. sie erarbeiten lassen.


    Hierzu habe ich alle in einem kleinen Feld spielen lassen. Dazu sollten sie den anzupassenden namentlich ansprechen. Zudem wurde angesagt, dass der angepaßte dem Pass ebend entgegen kommen soll. Die Steigerung war, dass zum Schluß auf 14 anwesende Spieler im Feld drei Bälle kamen, die willkürlich nach einer Ballberührung einem Mitspieler zugepaßt werden.


    Andere Übungen hierzu wäre für mich der Dribbelwald, wo du in Gruppen von cirka 6 Spielern, die sich im Kreis aufstellen mittig einen Hütchenwald erzeugst. Auch hier sollte man mit zwei Bällen aggieren. Spieler A dribbelt mit dem Ball durch den Hütchenwald, ...muß -nebenbei gesagt- dort noch einem anderen Spieler ausweichen, ...kommt dann aus dem "Wald" heraus und paßt einen auf Position stehenden Mitspieler an, welcher dem Pass unter Beobachtung des Trainers entgegen kommt. Der Passgeber läuft seinem Pass halt nach und nimmt die Position des zuvor angepaßten ein.


    Ähnliche Übung wären stupide Anspiele, wo sich zwei Spieler gegenüber stünden und sich halt Anpassen. Also Pass, entgegen kommen, Rückpass und zurück auf Position.


    Sind für mich Übungen für den Warmmachteil.


    Davon abzugrenzen und für mich wichtiger ist, dass man den Gegner der einen Pass annehmen soll, selbst dann willensstark und zügig umrennt (um ihn drum zu rennt), wenn dieser dem Pass entgegen geht, um den Pass seines Mitspielers abzufangen.


    Das taktische Verteidigen aus dem 1:1, 1 (Angreifer) gegen 2 VT und auch 2 Angreifer gegen 3 VT, spielt hier für mich stark als Contrathema hinein, denn des einen Willen, ist des anderen Last. Einer greift an durch umlaufen, der anderen geht dem Pass entgegen. Einer wird es besser machen, das bedingt, dass der andere zum VT wird. Beide lernen schnell umzuschalten zwischen Angriff und Abwehr und umgekehrt und auch....alles zügig und willensstark zu tun.


    Hieraus lassen sich mehrere Übungen gleichzeitig verbinden -sprich ganzheitlich trainieren-, z.B.


    - lernt der Passannehmende, dass er überhaupt oder noch zügiger und kräftiger zum ankommenden Pass geht, weil wenn er das nicht tut, übernimmt der hinter ihm lauernde Gegenspieler den für ihn gedachten Ball.


    -hierdurch lernt der Gegner, ständig mitzudenken, um so schneller in Ballbesitz zu kommen


    -der Passannehmde lernt zudem, den Angriff mit Gegner im Nacken, ...also entgegen gehen, Annehmen und dann Abtropfen lassen oder drehen und in den Angriff sprinten


    -der andere Spieler lernt hierbei zudem zu erkennen, wann der Gegner besser und schneller war. Da sollte er dann schnell abbrechen, ihn halt nicht umlaufen und sofort umschalten auf Abwehr...sprich....taktisches 1:1 in der Defensive......Abdrängen, Ablaufen des Balles.


    Dazu läßt sich prima in Dreiterteams oder anderen Spielformen üben.


    Es viel mir schwer, die Zusammenhänge die ich erkenne zu erklären, hoffe das kam dennoch irgendwie als Info noch erkennbar über. Gruß

  • eben bei allen übungen, wie zb. passviereck, immer wieder darauf achten, dass sie dem pass entgegen gehen.
    immer und immer wieder ansprechen. kann man dann ich der c-jugend auch mit der auftaktbewegung verbinden, das lösen vom gegner.
    sieht am anfang immer sooooo doof aus, weils sie gar nicht wissen wozu das gut ist.
    später geht es aber dann.... :rolleyes:

  • Dem Ball entgegengehen ist m.E. so elementar wie "überhaupt am Spiel teilhaben". Das ist m. E. auch völlig unabhängig von einem Passspiel oder einer lang/kurz oder wie auch immer gearteten Gegenbewegung oder einer Altersklasse. Das ist Teil einer übergreifenden Spielsportartschule (Ball/Mannschaft), ja Teil einer Charakterschule. Denn: Dem Ball entgegengehen ist aktiv sein und nicht passiv. Das ist agieren und nicht reagieren. Das ist m. E. eines der wichtigsten Dinge, die man einem Kind im Leben beibringen muss - also aktiv statt passiv sein, die Dinge selbst in die Hand nehmen und nicht von anderen steuern lassen.


    In den allermeisten Fällen machen das im Fußball sogar ja die Minis schon automatisch: Sie laufen da hin wo der Ball ist - sie gehen auf den Ball zu. Kommt der Ball aber auf sie zu - egal woher und warum - machen sie meist nix.


    Kinder lieben den Wettkampf. Das ist m. E. auch der Weg es den kleinen zu erklären. Jede Situation ist ein Wettkampf um den Ball - jede. Mann kann das in Spielformen in kleinen Teams machen. Z.B. Ballkontakte zählen. Welche Mannschaft die meisten hat, die gewinnt. Nach einer Minute oder so durchwechseln. Oder der Trainer schießt den Ball Richtung einem Spielerpaar und beide starten dem Ball entgegen. Wer ihn kriegt hat nen Punkt für sein Team. Das ist alles ne rechte Gaudi und macht rechten Spaß.


    Man sollte das "aktiv sein" m. E. alters- und kindgerecht vom Tag 1 an immer wieder thematisieren. Geduld braucht es schon, denn das hat neben der charakterlichen Grunddisposition (aktiv statt passiv) auch was mit Entscheidungs- und Handlungsschnelligkeit zu tun. All das muss ich erst entwickeln und braucht Zeit.

  • Genau was Siebener schreibt ist ja im Grunde das Problem. Erzähl einem E Jugendlichen, dass er dem Pass aus gutem Grund entgegen gehen soll. Einige tun das, die meisten nicht und unter Stress....die allermeisten nicht und das zieht sich doch hoch bis zur A.


    Meiner Ansicht nach gehören die Erfahrungswerte ins Thema, sprich....der Spieler der dem Pass entgegen gehen soll muß.


    -lernen, wie sich der Passgeber fühlt, wenn der Pass nicht ankommt, obwohl der Pass hätte ankommen können, wenn der Passempfänger auch nur einen Schritt nach vorne gemacht hätte (DAS ist dem Passgeber doch peinlich bis ärgerlich in den Knochen).


    Genau diesem Spieler kann ich hinterher -wenn er Passempfänger ist- erzählen, warum er dem Pass entgegen kommen soll.


    -der Passemfpänger kann dieses Gefühl von Pein und Ärger lernen, wenn er einen Gegner im Nacken hat, der ihn von hinten kommend versucht zu umlaufen. Wenn der Gegner das dann auch noch schafft und der Passempfänger nicht zu -sorry- dämlich ist, wird er selber erkennen, das er beim nächsten mal zügiger auf den gepassten ankommenden Ball zulaufen sollte.


    -und letztlich lernt auch der Spieler, der den Passannehmer umläuft etwas dabei, denn beim nächsten mal ist er selber in einer anderen Situation der Passannehmer und weiss, was passieren wird, wenn er nicht entgegen geht.


    Und hierauf aufbauend gehts dann weiter....nämlich die Situation, dass der Passannehmer den Pass inne hat und dann


    -entweder abprallen läßt um sich danach frei zu laufen ODER er nimmt an und mit und geht in den Angriff und startet durch
    -was für den Spieler der von inten kam bedeutet, dass er zügig auf Abwehrverhalten umstellen sollte (Gegner stellen, ableiten, Ballablaufen).


    Das hört sich alles unheimlich schwierig an, ist es aber nicht. Hier eine simple Übung, die das alles in Einem übt:


    Tor B/C Tor
    A


    A passt auf Mitspieler B. Gegenspieler C versucht den Pass durch 100 Prozenteinsatz zu erstürmen, was B verhindert soll durch Entgegenkommen und Ballabschirmen.


    1. B schafft das....und spielt zurück zu A, der dann vom Rand mit B zusammen im 2:1 angreift. C wird zum Verteidiger
    2. B schafft das....nimmt den Ball an und mit und greift im 1:1 an, um zum Torabschluß zu kommen. was für C der Aufruf zum taktischen Verteidigen ist.
    3. B schafft es nicht.....weil C den Ball erobert hat, ....C will den Torabschluß, A läuft mit ins Feld. A und B werden zu VT im 2:1.


    Das sind für mich Spielformen, die das Gewünschte erzielen. Sie sammeln alle drei Erfahrungen und beleuchten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Das ist Realitätsnah aus dem echten Spiel für das Spiel. Gruß Andre


    PS Auf mehreren Stationen üben!

  • - als erstes fällt mir hierzu ein, dass ich das -nach meiner Ansicht und Einschätzung- altersgemäß ab der D abfordern darf.

    Das sehe ich anders. Das Entgegenkommen ist der erste Teil des Bewegungsablaufs "Ballan- und -mitnahme", der zu den Grundtechniken zählt und damit bereits Thema der F-Jugend ist.


    Übungen, die das separat trainieren, habe ich nicht. Bei jeder Pass-/Annahme-/Mitnahmeübung verlange ich aber das Entgegenkommen. Das soll so zum Automatismus werden. Von Natur aus ist der Mensch aber faul. Warum soll ich einem Ball entgegengehen, der ohnehin auf mich zurollt...? Wenn man dann ein paar Mal erlebt hat, dass der Ball dann weg ist, kommt auch die Einsicht.
    Bei einigen unserer Jungs ist das zum Automatismus geworden. Bei einigen aber auch nicht. Probleme haben am ehesten diejenigen, die auch koordinative Probleme haben.

  • Prinzipiell versuche ich, das bei sämtlichen Spielformen immer wieder zu fordern. Außerdem habe ich eine spezielle Übung dafür, die ich hin und wieder zum Aufwärmen mache, hoffentlich kann ich die halbwegs verständlich in Worten beschreiben: 3 Spieler, 3 Hütchen, 1 Ball; 2 Spieler (vorderer mit Ball) am Hütchen 1, 1 Spieler (Blick Richtung Hütchen 1) am Hütchen 2 (Abstand ca. 6 m), Hütchen 3 steht 2 m hinter Hütchen2; Spieler mit Ball dribbelt in Richtung Spieler 2, der gleichzeitig rückwärts zum Hütchen 3 läuft. Am Hütchen 3 startet Spieler 2 explosiv nach vorne, bekommt in diesem Moment den Pass und führt den Ball zurück zum Ausgangspunkt.

  • Follkao, das sehe ich bedingt ein und zwar im Rahmen des "Grundübens" zum Thema Passen....also technischer Pass....das....wie passe ich...ein bzw. genauso. Abfordern würde ich es hier aber nicht. Ihnen fehlt die Erfahrung...und die Möglichkeit es im F Alter zu begreifen. Ich gehe also beim Üben über die Häufigkeit der Übung, um Automatismen zu erreichen, dessen Anwendungsmöglichkeit ich sehr stark für diese Altersgruppe in Frage stelle, deshalb würde ich es ebend nicht abverlangen...im Gegensatz zum D-Alter.


    Bei den von mir beschriebenen Spielformen bin ich für meinen Geschmack in der D Jugend...max. ende E, aber eher D.

  • Das ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt. Daher trainiere ich es immer und immer wieder. Nicht spezifisch. Sondern ich verlange bei jeder Passübung, dass IMMER ein bis zwei Meter dem Ball entgegen gegangen, auch wenn es nur Pässe über 5-6 Meter sind.


    Jede Torschussübung, der Pässe vorgeschaltet sind, beinhaltet das. Ich fordere die Spieler z.B. auf in diesen Übungen, ihren Ball erst abzuspielen, wenn der Partner einen Schritt entgegengekommen ist usw.


    Steter Tropfen höhlt da den Stein...


  • Ich habe das ganze heute mit folgender , einfacher Übung angefangen.


    Folgenden Aufbau hab ich heute bei meiner E Jugend ausprobiert:




    2 Hütchen im Abstand von ca 10 Metern.


    Hütchen A mit 2 Spielern. Hütchen B mit allen anderen.



    Spieler an Hütchen B haben den Ball und Spielen Spieler 1 an Hütchen A an.
    Spieler 1 an Hütchen A hat den Auftrag dem Ball entgegen zu gehen und den Ball sauber anzunehmen.
    Spieler 2 dahinter hat den Auftrag Spieler 1 zu verfolgen und zu versuchen an den Ball zu kommen.


    Ergebnis: Es wurde aufgrund des Gegners im Nacken sofort dem Ball entgegen gelaufen.Prima.


    Zwischendurch Stop und ohne den 2ten Spieler im Nacken. Das Entgegenlaufen unterblieb in den meisten Fällen.


    Gab einen großen AHA Effekt bei meinen Spielern.


    Sehr gut für den Anfang.



    Danke, LG Tobias

  • Sehr interessantes Thema. Wir haben das auch schon mal in ein paar Übungen mit Pässen eingebaut, daß die Kinder dem gespielten Ball entgegen gehen sollen. Klappt halt mal besser und mal weniger. (Sind ja auch noch F2-Junioren)


    Was mir aber gerade durch den Kopf ging: es gibt ja auch die Situation, wo der Spieler eben nicht entgegen gehen soll. Wir hatten das letztens in einem Punktspiel: der Spieler hinten links erobert den Ball, hat vor sich etwas freien Raum und spurtet richtigerweise mit Ball los - und der Spieler der vor ihm unterwegs war, läuft auf den noch ballführenden Spieler zu. Besser wäre es hier gewesen, wenn der vordere Spieler sich nach vorne oder zum Tor orientiert hätte.


    Hat jmd eine Idee bzw. Übung wo man das beides verbinden kann, daß man einerseits den Pässen entgegen gehen soll, aber solange der Pass noch nicht gespielt ist, sich eher weg orientieren sollte? Ob meine Jungs (Jg 2004) das verstehen halte ich für fraglich, aber es würde mich einfach mal interessieren.

  • die Passtechniken als Wiederholung und dann


    -das direkte Anpassen
    -das Passen in den Lauf
    -der tödliche Pass in die Tiefe


    ExilRaute, ....deswegen hatte ich das Passen in meiner ersten Einlassung auch aufgebröselt.


    Um das zu üben habe ich sie in zwei Gruppen auf zwei rechteckigen Feldern spielen lassen. Dazu wurde erst ein, dann zwei Bälle in das Feld gegeben. Auf Zuruf des Trainers wurde direkt angepaßt....wo jeder Spieler den angepaßten mit Namen benennen mußte, der angepaßte dem Pass entgegen gegen sollte, um dann wieder abzuspielen. Der Passende mußte durchstarten, um sich grob auf die Position des angepaßten zu bewegen.


    Nächste Traineranweisung ohne Zwischenstoß....gleiche Übung...nur das der Spieler halt in den Lauf des Spielers passen sollte. Zuvor wieder Namensangabe des anzupassenden und dann Pass nachlaufen. Unterschied: Der Angepaßte kam dem Ball halt nicht entgegen.


    Zum Üben der dritten Variation - tödlicher Pass in die Tiefe - (den liebe ich besonders = Papas Liebling) habe ich die Situation im Stand erklärt. Zudem die Info, dass lt. Auswertung von 10000 Bundesligaspielen ein gewisser Dr. Loy u.a. herausfand, dass die meisten Tore in der Bundesliga nicht über die Flanke geschossen werden, sondern durch den tödlichen Pass durch die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr. Auftrag für mich bei einer D: Das "Ding" im Rahmen der Gruppentaktik als Erfahrungswert für die Jungs einbinden.


    Hierzu....habe ich mir ein Minispielfeld (Achtung: Begrifflichkeit aus dem Minifußball) abgesteckt. So entstand eine Zone hinter dem eigentlichen Spielquadraht. Am Ende dieser "toten Zone" hinter dem eigentlichen Spielfeld stand noch ein Tor.


    Mannschaft A gegen B zunächst im 2 (Angreifer) gegen 1.


    Zielvorgabe: Der Passgeber darf ebenso wie der VT das Spielquadraht nicht verlassen. Er durfte nur den Ball in die tote Zone spielen, damit der zweite Angreifer diesen dann erstürmen konnte....von wo auch immer kommend. Sobald der Ball die Linie zur toten Zone überquerte, durfte auch der VT in die tote Zone zum verteidigen durchstarten. Die tote Zone war ungefähr im Abstand zum Tor 6 bis 8 Meter breit.


    Das kann man dann erweitern, indem man mit zwei normalen Toren spielt oder zweimal zwei Hütchentore auf den Endlinien der toten Zone aufbaut, die dann durchdribbelt werden müssen.


    Darauf aufbauend dann im Abschlußspiel......-das Tor das durch den tödlichen Pass erzielt wird- zählt doppelt.


    Ok....war nun offtopic, aber diese drei Passmöglichkeiten gehören für mich ins Sortiment. Dazu die Freiheit des Spielers/der Spieler, selber zu entscheiden, was nun die beste angemessenste Möglichkeit ist, die zur Anwendung kommen sollte.
    Genau das verhindere ich, wenn ich grundsätzlich das entgegenkommen abfordere....denke ich jedenfalls.

  • Andere Übungen hierzu wäre für mich der Dribbelwald, wo du in Gruppen von cirka 6 Spielern, die sich im Kreis aufstellen mittig einen Hütchenwald erzeugst. Auch hier sollte man mit zwei Bällen aggieren. Spieler A dribbelt mit dem Ball durch den Hütchenwald, ...muß -nebenbei gesagt- dort noch einem anderen Spieler ausweichen, ...kommt dann aus dem "Wald" heraus und paßt einen auf Position stehenden Mitspieler an, welcher dem Pass unter Beobachtung des Trainers entgegen kommt. Der Passgeber läuft seinem Pass halt nach und nimmt die Position des zuvor angepaßten ein.

    Eine derartige Übung wäre eher dazu geeignet, um eine Situation in Unterzahl vor dem Tor zu lösen. Der Stürmer ist allein gegen mehrere Spieler und hat keine andere Wahl, er löst die Situation im Alleingang und kommt zügig zum Abschluss. Ansonsten kann es sein, dass die Spieler daraus lernen, immer wieder ein Mal zu viel zu dribbeln anstatt den Pass bei der ersten Gelegenheit abzugeben.

    Und hierauf aufbauend gehts dann weiter....nämlich die Situation, dass der Passannehmer den Pass inne hat und dann


    -entweder abprallen läßt um sich danach frei zu laufen ODER er nimmt an und mit und geht in den Angriff und startet durch
    -was für den Spieler der von hinten kam bedeutet, dass er zügig auf Abwehrverhalten umstellen sollte (Gegner stellen, ableiten, Ballablaufen).

    Hier soll der Verteidiger versuchen zu verhindern, dass sich der Angreifer in Richtung Tor umdreht.

    Prinzipiell versuche ich, das bei sämtlichen Spielformen immer wieder zu fordern. Außerdem habe ich eine spezielle Übung dafür, die ich hin und wieder zum Aufwärmen mache, hoffentlich kann ich die halbwegs verständlich in Worten beschreiben: 3 Spieler, 3 Hütchen, 1 Ball; 2 Spieler (vorderer mit Ball) am Hütchen 1, 1 Spieler (Blick Richtung Hütchen 1) am Hütchen 2 (Abstand ca. 6 m), Hütchen 3 steht 2 m hinter Hütchen2; Spieler mit Ball dribbelt in Richtung Spieler 2, der gleichzeitig rückwärts zum Hütchen 3 läuft. Am Hütchen 3 startet Spieler 2 explosiv nach vorne, bekommt in diesem Moment den Pass und führt den Ball zurück zum Ausgangspunkt.

    Unterhalb der D-Jugend assoziieren die Kinder die Übungen selten mit Spielsituationen auf dem Feld. Ein gewisses Verhalten bleibt aber dennoch hängen. Du kannst selber im Spiel beobachten, was dann passieren wird. Durch diese Übung lernt der Passgeber, zuerst dem Empfänger entgegenzulaufen, bevor der Ball abgegeben wird. Einerseits kommt dadurch der Pass einige Sekunden zu spät und auf der anderen Seite wird das Spiel eng gemacht. Wenn der Pass dennoch ankommt, wird sich der Passgeber immer herausreden, er habe seine Aufgabe erfüllt, der Empfänger soll nun die Situation lösen. Führe diese Übung vor einem Spiel durch, beobachte dann was im Spiel passieren wird und danach reden wir wieder darüber

    1) Das ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt. Daher trainiere ich es immer und immer wieder. Nicht spezifisch. Sondern ich verlange bei jeder Passübung, dass IMMER ein bis zwei Meter dem Ball entgegen gegangen, auch wenn es nur Pässe über 5-6 Meter sind.


    2) Jede Torschussübung, der Pässe vorgeschaltet sind, beinhaltet das. Ich fordere die Spieler z.B. auf in diesen Übungen, ihren Ball erst abzuspielen, wenn der Partner einen Schritt entgegengekommen ist usw.


    Steter Tropfen höhlt da den Stein...

    1) Eigentlich sollte der Passempfänger einen Abstand von 6 Metern nicht durch Entgegenlaufen um 1...2 Meter noch weiter verringern. Das Ziel sollte es sein, das Spiel so breit und tief wie möglich zu gestalten. Ansonsten befinden sich die Spieler in kürzester Zeit auf einem Haufen.
    2) Im nachfolgenden Link gibt es einige gute Anmerkungen
    http://www.trainerblog.fussbal…egner-im-ruecken-323.html


    Es gibt eigentlich eine einzige Situation, die der Passgeber selbst bestimmt: der Pass auf die zukünftige Position (in die Gasse, Flugball/Flanke). Das setzt aber voraus, dass der Empfänger die Lücke sieht. Ansonsten wird der Passgeber vom potentiellen Empfänger immer geführt. Das ist das Beispiel in dem obigen Link, wie es gemacht werden sollte. Dem würde ich hinzufügen, dass der Empfänger dem Passgeber zeigen sollte, wohin der Pass abgespielt werden soll (die Position mit Finger zeigen). Gleichzeitig sollte er sich laut melden.


    Andre hier ist genau das, was ich mit dem Drehen oben meinte: "Reagiert der Gegner nicht schnell genug, bei der Ballannahme sofort nach
    vorne aufdrehen (spieloffene Annahme) und mit Ball offensiv werden". Der Verteidiger sollte den Angreifer stören.


    Mit dem Thema Entgegenkommen sollte man eigentlich vorsichtig umgehen. Wenn darunter sich vom Gegner lösen bedeutet, oder aus dem Schatten des Gegners heraustreten, wie die Übung von BJL vorschlägt, dann bedeutet das eigentlich Freilaufen nicht Entgegenkommen. Hat ein direkter Pass den notwendigen Druck nicht, so sollte der Empfänger entgegenlaufen. Eher sollte aber der Druckpass richtig gespielt werden.
    Zum größten Teil wird dieses Problem dadurch gelöst, dass die Jungs zunächst lernen, das Spiel immer breit und tief zu gestalten. Dadurch gibt es beim Umschalten auf den Angriff immer ein gewisses Zeitfenster, wo sich die Spieler freilaufen. Wird dieser Zeitpunkt verpasst, so versuchen sie immer wieder mittels Freilaufen anzubieten, wie in dem Link oben. Wird wieder der Zeitpunkt für die Passabgabe verpasst, so laufen sie wieder zurück. Es soll wie eine pulsierende Masse aussehen und wie in dem Link oben:


    "3. erst bewegen, wenn der Mitspeler am Ball passbereit ist, dann aber explosiv, d.h. auf den Punkt freilaufen"


    Was die Spieler noch lernen sollten ist der Schulterblick, sich ständig umschauen und die Situation überblicken: wo befinden sich die Mitspieler, wo sind die Gegner, biete ich mich dem aktuellen oder dem voraussichtlich nächsten Passgeber an. Das sind aber wiederum Dinge, die in der Regel ab der D-Jugend wirklich verstanden werden

  • Dobrin,


    Anmerkung 1


    deine Anmerkung ist richtig, ich trainiere damit mehrere andere Dinge gleichzeitig, aber ebend auch, dass der Passannehmende dem Ball entgegen kommt.


    Die stupideste Übung mit hoher Wiederholungsrate ist halt, dass sich zwei Mann gegenüber stehen, und sich wechselnd den Ball zuschieben/passen....und der eine geht dem entgegen und nach dem Pass zurück auf die Position. DAS mache ich gelegentlich auch, finde ich aber unter dem Strich langweilig und ist kein Training in Spielform, was ich bevorzuge.


    Anmerkung 2


    Das ist auch richtig und die Übung stammt aus den Broschüren des Dfb, unter Trainerinfo zu finden. Die wende ich oft im D Bereich an.


    Der VT der dabei aber umlaufen wird, weil er zu langsam entgegen kam oder anfangs überhaupt nicht entgegen kam.....lernt hierbei mehrere Dinge -angelehnt an das richtige Spiel- worauf es ankommt und auch, ...was zu tun ist, wenn es nicht klappt usw..


    Du hast aber grundsätzlich recht, ...denn bei der Grundübung ging es tatsächlich u.a. um den Gegner im Nacken bei der Ballannahme...was du wohl mit dem "Drehen" angesprochen hast.


    Des einen Freud, ist des anderen Leid.


    Um mich besser zu verstehen solltest du wissen/daran denken, dass ich die Übungssequenzen nicht in die Einzelteile zerlege...bewußt nicht....weil ich ein Freund des "Ganzheitlichen" bin....Ganzheitliches Training in Anlehnung an echte Spielsituationen...das ist meine Philosophie.

  • Beim Passspiel. Die Mannschaft hat doch etwas generelles nicht verstanden (oder der Trainer),wenn ich dauernd das Problem habe, dass Spieler nicht dem Ball "entgegenkommen".
    Weiter oben ist das Stichwort schon gefallen.Es geht um Passivität und Aktivität. Der Ballbesitzende führt am Ende nur aus,aber alles andere muss vorher passieren.Ich spiele doch normalerweise den Ball ab,wenn andere Spieler den Ball verbal bzw. per Laufweg fordern und spiele nicht einfach Spieler an, die den Ball nicht "wollen"...


    Diese Botschaft muss der Spieler verstehen, dann sollte das oben genannte Problem nicht mehr existieren.

  • Loctus - Vorsicht; nicht den Umkehrschluss so einfach ziehen bzw. bitte genau differenzieren!


    Einem Pass entgegengehen ist aktiv sein. D.h. aber nicht, dass man jedem Pass entgegen gehen muss. Es heißt auch nicht, dass man nur aktiv sein kann, indem man dem Pass entgegen geht.


    a) Das Thema Gegenbewegung: Dabei geht es ja zunächst nur darum sich vom Gegner zu lösen. Eine Gegenbewegung kurz/lang oder lang/kurz hat primär ja nichts mit dem Thema "Pass entgegen gehen" zu tun. Eine Gegenbewegung "innen/entgegen" oder "aussen/entgegen" schon eher aber auch hier steht der taktische Aspekt sich aus einer Markierung durch den Gegenspieler zu befreien im Vordergrund.


    b) Wer bestimmt wer den Pass kriegt: Das hängt von der Qualität der Mannschaft ab. Eigentlich ist es im modernen Fußball der Spieler ohne Ball. Deshalb ist der Begriff Spielmacher im Spitzenfußball auch völlig veraltet, denn das Spiel machen die Spieler ohne Ball.


    c) Pass entgegen gehen: Im Grunde sind das Situationen, die nicht optimal gelaufen sind. Wie Dobrin schon schrieb - zu leichte Pässe oder auch Pässe unter Fehleinschätzung des Raumes oder der Zeit (Gegner ist "plötzlich", weil übersehen oder schneller da wo man ihn eignetlich nicht erwartet hat).


    Was trainierst Du jetzt aber mit einer Kindermannschaft im Dorfverein? Ich sprech' jetzt mal von F oder E. Ok - Deckungsschatten - das verstehen sie. Gegenbewegungen ums ich vom Gegner zu lösen? Das verstehen sie auch, nur wird der Passgeber nicht verstehen was der Passempfänger da will und der Pass wird nicht ankommen. Den Pass fordern durch das Spiel ohne Ball? Schwer, schwer. Also ich denke nicht, dass das mit ner F oder E gut klappt.


    Der Unterschied zw. a/b und c ist ja, dass bei c der Ball schon gespielt ist, wenn der Empfänger entgehen gehen soll. Das Thema ist in der Spielpraxis bei Kindermannschaften sicherlich gegeben, denn da passiert viel im Sinne von c) also trainiert man m.E. das.


    Es macht auch Sinn, denn es schult "aktiv" zu sein und wenn das kind schlau ist, wird es erkennen, dass es plötzlich mehr Zeit zur Ballkontrolle hat, wenn es nen Meter entgegen geht. Darauf kann man aufbauen. Irgendwann ... so ab D ... kann man dann sicher taktischer werden und die Gegenbewegungen hinzunhemen, dann verstehen die Kinder im Paar (Passgeber/Empfänger) sich auch und es wird klappen.


    Grundlage ist m.E. aber die Aktivität. Und das übt man indem man den Kindern sagt: Ihr wollt den Ball haben, um jeden preis der Welt. Ihr wollt ihn haben! Später verstehen sie dann schon, dass man evtl. erst mal weggehen muss um die Kugel zu kriegen. Ich zumindest habe noch nie einen Spieler gehabt, der ab der D der Meinung war, mann muss dort hinlaufen wo der Ball ist, wenn man ihn will. Die haben breit/tief verstanden. In der F habe ich aber schon zich Kinder gehabt, die einfach passiv zugesehen haben.


    Das ist für mich eines der wichtigsten Dinge: Bring dem Kind bei, dass es aktiv mitspielen soll. Zunächst gerne auch völlig unspezifisch. Deshalb ist es mir auch so ein Greul, wenn Kindertrainer einen Stürmer vorne und zwei Abwehrspieler hinten stehen lassen, während die andern kicken.

  • Dein Punkt b) ist genau das was ich meine. Der Passgeber ist nur das Endstück in der Kette der Handlungen und vorher müssen die Empfänger aktiv werden.

    Vielleicht war das zu kurz oder auch mißverständlich ausgedrückt, aber genau das steckt dahinter. Genau das habe ich oben auch formuliert:


    Es gibt eigentlich eine einzige Situation, die der Passgeber selbst
    bestimmt: der Pass auf die zukünftige Position (in die Gasse,
    Flugball/Flanke). Das setzt aber voraus, dass der Empfänger die Lücke
    sieht. Ansonsten wird der Passgeber vom potentiellen Empfänger immer
    geführt.