Traurige Bankdrücker

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  • da ich dieses Thema eröffnet habe, muss ich mich doch nochmals dazu äussern.


    ich habe das nicht gemacht, um euch in irgendeine Richtung zu beeinflussen.
    ich wollte aufzeigen, dass es mehrere Wege zum Ausbildungserfolg gibt.
    bei mir hat das halt so gepasst. bei anderen mag das nicht passen.
    bevor ich so vorgegangen bin, hab ich die Kinder schon 4 Jahre im Training kennengelernt und die mich (ein ganz wichtiger Faktor)
    ausserdem hatte ich mit fast Allen nicht nur im Training was zu tun, sondern auch privat, ich hab die ständig gesehen und mit ihnen geredet.
    viele gingen bei mir im Haus rein und raus.
    da brauchte ich kein Eis essen zu gehen, um mitzubekommen, wie die Jungs wirklich ticken.
    da ich auch zu den Eltern ständig im Kontakt stand (das Dorf hat auch Vorteile), wussten die, dass es sich nicht lohnt mitzufahren, da ihr Sohn vorraussichtlich
    wenig Einsatzzeiten, unter Umständen gar keine, bekommt.


    Ich hab mich nicht immer nach meinen Vorstellungen ausgerichtet, sondern immer an der Mannschaft und dem einzelnen spieler, was ich zumuten kann und auch
    nciht.


    das geht natürlich nur, wenn man die Jungs über einen längeren Zeitraum trainiert.



    Was ich jedoch klar verdeulichen will: bei jedem von uns hier sieht es anders auch, unterschiedliche Vereine, unterschiedliche Jugendleitungen,
    unterschiedliches Spielerpotential (sowohl Vorraussetzung wie Anzahl), andere Trainingsbedingungen auf dem Platz oder Halle usw.
    auch unterschiedliche Trainer (jeder hat eine andere personliche Art)


    und da soll es dann nur eine einheitliche Richtung in allen Bereichen des Kifu und Jugendfussball geben.?
    Wobei es für mich bis heute noch keine Beweis dafür gibt, welche einheitlichliche Richtung die letzendliche Wahre ist.


    Jeder Trainer sollte letztendlich seine eigenen Weg gehen, sobald er sich verbiegt wird es scheitern.


    Günter

  • @ Günter, so sehe ich das auch, wollte nicht den ganzen Beitrag zitieren.


    Ich persönlich mache das erst14 Jahre und hab für mich schon festgestellt das ich mich selbst auch weiter entwickelt hab und auch mein Training sich diesbezüglich geändert hat. Ich denke das ich beim ersten Team noch einiges falsch gemacht hab, oder besser gesagt nicht optimal trainiert hab. Trotzdem haben wir es in der C-Jugend mal zum Kreismeister geschafft^^
    Also war nicht alles falsch. Wie erwähnt mache ich jetzt vom eigenen Gefühl her ne menge anders bei meiner aktuellen Truppe und vermutlich auch besser. Ich krempel mich nicht komplett um sondern nehme aus verschiedenen Quellen Tipps und Anregungen mit, merke auch selbst was vielleicht falsch lief und ändere es. und ich denke das viele sich weiter entwickeln und das sind nicht nur unsere Schützlinge!

    • Offizieller Beitrag

    und da soll es dann nur eine einheitliche Richtung in allen Bereichen des Kifu und Jugendfussball geben.?
    Jeder Trainer sollte letztendlich seine eigenen Weg gehen, sobald er sich verbiegt wird es scheitern.


    in einem andren Thread schreibst du:....das sind einfache, leicht durchzuführende Massnahmen durch den Verband, die den Kinderfussball wesentlich weiterbringen (Beeinflussung von Aussen, Alkohol und
    Rauchen am Spielfeldrand)

    Es gibt viele Trainer die glauben, die Beeinflussung von Aussen ist gut für die Kinder, die lassen sich auch nicht verbiegen, so sucht sich jeder raus, was ihm gefällt. Verbieg dich doch nicht nur in Sachen, die dir gefallen. Rauchen und Alkohol am Spielfeldrand waren früher doch auch ganz normal.


    Lies mal Hallo, Trainer!.
    Dieses Mädchen ist jetzt schon eine Frau und sie beschreibt auch, wie sie sich gefühlt hat, mit wenig Einsätzen. Gesagt hat sie zum Trainer nie etwas, der dachte wahrscheinlich auch, es ist alles super. So wie ich sie kenne, wird sie am Spielfeldrand auch ihre Späße gemacht haben, war aber tatsächlich tieftrauig und schnell ohne Selbstbewusstsein. Könnt ihr in die KInder reinschauen? Wenn beschrieben wird, wie toll das mit den Bankdrückern klappt, dann stimmt das so in der Realität nicht. Es ist ein Wunschdenken der Erwachsenen, hat aber mit der Kinderwelt nichts zu tun. Und, je jünger die Kinder sind, desto weniger verstehen sie irgendwelche Erklärungen, weshalb sie wenig spielen.


    In Bezug auf traurige Bankdrücker gibt es kein sich verbiegen lassen, es gibt nur eine Realität und an die sollte sich jeder Trainer halten.


    Günter, die Bemerkung "Wobei es für mich bis heute noch keine Beweis dafür gibt, welche einheitlichliche Richtung die letzendliche Wahre ist." ist völlig unnötig. Kinder dürfen, ich glaube seit 1980, nicht mehr gezüchtigt werden. Es gibt bis heute keinen Beweis dafür, dass ab und zu ein kleiner Schlag Kindern fürs Leben schadet. Wer liefert mir den Beweis, dass durch Bankdrücken kein Kind seelischen Schaden zugefügt wird? Wenn man da nur bei einem Kind falsch liegt, ist das eine Katastrophe.


    Günter, wegen deiner riesigen Erfahrung liegst du in der Beurteilung deiner betreuten Kinder bstimmt oft richtig, davon gehe ich aus. Dies aber als Aufruf an die Allgemeinheit und an die vielen Neulinge zu propagieren, bringt den Kinderfußball nicht weiter. Ich verfüge auch über jahrzehntelange Erfahrung im Kindersport würde aber niemals behaupten, in den ganzen Jahren fehlerfrei gearbeitet zu haben. Man muss sich doch ständig immer wieder hinterfragen, ob das alles so richtig ist, was man macht....und dazu gehört auch, sich mal verbiegen zu lassen.


    Ich löse mal ein Zitat von Ralf Klohr aus em Zusammenhang:
    Erwachsene denken, weil sich die Kinder dem Druck beugen, alles richtig zu machen. Sie unterschätzen die eigentlichen Bedürfnisse der Kinder.

  • Günter, wegen deiner riesigen Erfahrung liegst du in der Beurteilung deiner betreuten Kinder bstimmt oft richtig, davon gehe ich aus. Dies aber als Aufruf an die Allgemeinheit und an die vielen Neulinge zu propagieren, bringt den Kinderfußball nicht weiter. Ich verfüge auch über jahrzehntelange Erfahrung im Kindersport würde aber niemals behaupten, in den ganzen Jahren fehlerfrei gearbeitet zu haben. Man muss sich doch ständig immer wieder hinterfragen, ob das alles so richtig ist, was man macht....und dazu gehört auch, sich mal verbiegen zu lassen.


    Uwe, ich gehe davon aus, dass du nicht alle meine Beiträge lesen konntest, denn sonst hättest du fesgestellt,


    dass ich die Richtlinien des Kifu für gut und richtig finde
    dass ich des öfteren darauf hingewiesen habe, immer wieder mich selbst hinterfragt und aus Fehlern zumindest versucht habe zu lernen.
    dass Trainerneulinge Fehler machen dürfen, aber aus diesen zu lernen
    desweitern weisst du genau so wie ich, dass in den Jahrzehnten sich die Philosphieen des DFB, auch im Jugendbereich des öfteren grundlegend geändert haben.
    z.B. als der DFB den athletischen Fussballer in dern Vordergrund stellte oder , und das ist noch gar nicht so lange her die Mannschaft über alles stellte,
    und die Individualität hintenan. Wissen wir, was als nächstes kommt. der Fussball ist immer in der Entwicklung.


    worum es mir geht ist folgendes:


    ich gehe an gewisse Punkte etwas kritischer heran, selbst nicht wissend was besser oder gar richtig ist.


    Ich finde es einfach nicht gut, dass der Trainer, der in einzelnen Punkten der Richtlinien abweicht und diese nicht zu 100 % umsetzt, so dargestellt wird,
    dass er als kinderfeindlich oder gar gefährlich für die Kinder dargestellt wird.


    Ich möchte gerade den Jungtrainern die Angst nehmen, alles direkt richtig machen zu müssen, und den Mut haben sollen, durchaus auch eigene
    Gedanken und Vorstellungen auszuprobieren.


    ich habe auch nie geschrieben, dass meine Vorgehensweise die richtige ist, sondern immer verdeutlicht, dass ich diese Erfahrung gemacht habe,
    es aber in jedem Verein anders aussieht.


    Günter

    • Offizieller Beitrag

    Günter,


    selbst wenn ich nicht alle Beiträge gelesen hätte, ich kenn dich doch zwischenzeitlich ganz gut und mein Posting richtet sich nicht nur an dich.
    Ich habe mich dann beim Schreiben selbst überholt, dass habe ich hinterher auch gesehen, aber ich stehe trotzdem zu den Inhalten.


    Es wurde von mir immer wieder in anderen Beiträgen betont, dass es nicht darum geht, jemanden bewusste Kinderfeindlichkeit vorzuwerfen das verbietet schon der Respekt. Ich mag es aber auch nicht mehr lesen, dass man sich hier in die Ecke gedrückt fühlt. Das ist eine Behauptung, die Postings sofort als Beleidigung hinstellt und das ist unfair, weil es Argumente verschleiert. Darüber bin ich richtig böse, denn der Abschnitt in deinem Posting hört sich für einen Leser so an: "Schaut hin, wir sind alle kinderfeindlich, dass ist eine Frechheit."


    So den Frust bin ich los. Trotzdem bleibe ich bei dem Begriff "Kinderfeindlichleit" weil mir kein Besserer einfällt. Wenn wir uns darauf einigen können: wer bewusst kinderfeindlich betreut, hat im Kindersport nichts zu suchen.


    Es gibt aber noch die unbewusste Kinderfeindlichkeit. Mit dem Willen alles richtig zu machen, passieren gewaltige Fehler. Jeder der eigene Kinder hat, war schon kinderfeindlich. Wir sind nur Menschen und der Alltag lässt uns oft falsch reagieren.


    Die "Philosophie Kinderfußball" eignet sich nicht als Testobjekt für Neutrainer, wie du es beschreibst. Es sind die Säulen des Fußballs und wenn die Trainer diese kennen, können sie danach handeln und alles Andere darauf aufbauen. "Kennen" ist dabei zu wenig, es müssen intensive Gespräche geführt und richtig "Überzeugungsarbeit" geleistet werden. Wie lange dauert sowas? 2,3 oder 4 Stunden, dann ist der Anfang gemacht. Dann den Trainer noch etwas kontrollieren und immer wieder die Problematik Kinderfußball thematisieren.


    So nimmst du den Trainern die Angst, so können sich die Trainer orientieren. Ich bekomme ab und zu Mails von Einsteigern und sie haben alle, ich betone "ALLE" Angst vorm Versagen. Nicht vor dem richtigen Umgang mit den Kindern, dass geht wohl mit links, sondern nur zu verlieren und sich damit im Verein oder bei den Eltern zu blamieren.
    Nehmen wir den Trainern diese Sorge und alles währe viel entspannter und wahrscheinlich wären noch viele bereit, einen Trainerjob zu übernehmen, die sich dem Siegesstress nicht aussetzen wollen.


    Günter, ich glaube, wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt und ich behaupte, viele Andere auch nicht. In einem Gespräch würde das alles ganz anders laufen, denn das geschriebene Wort, kann nicht sofort reagieren.

  • Aber Uwe, dass ist doch ein uraltes Problem: Für jeden Sch**ß braucht man in D einen "Führerschein". Kinder erziehen und ehrenamtlich betreuen darf jeder Depp.


    Der unangemessene (als Alternative zu kinderfeindlich) Umgang - egal ob bewusst oder unbewusst - ist in letzter Konsequenz ja noch unten auf der Skala gegenüber dem, was schon alles vorgekommen ist im Kindersport (z.B. sexuelle Belästigung, Mißbrauch, Gewalt, Doping) - Du kennst die Fälle aus den Medien. Insofern finde ich es z.B. gut, dass der DFB für die Trainerausbildung auch ein ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Lebenslauf verlangt wird. Immerhin grenzt dass offensichtlich Ungeeignete aus.


    Im Falle der Trainer eine Grundqualifikation bzgl. KiFu zu machen ist notwendig und gut. Bei uns im Kreis wird jetzt kostenlos an 2 Abenden (je 3 1/2 h) "Fit für Kids" angeboten: http://www.bfv.de/cms/seiten/2098.html Die Frage ist nur: Wer geht da hin? Pflicht ist es keine, es gab vom JL nur die Infomail. Das ganze ist freiwillig.


    Das Problem im Ehrenamt kennen wir doch alle: Wir sind froh ÜBERHAUPT(!) Leute zu finden die was machen. Deshalb habe ich im anderen Thread auch gesagt lieber einen Trainer der nicht 100%ig KiFu Merkmale umsetzt als gar keine. Kein Betreuer ist nämlich der Tod der Vereine. Nachwuchs ade! Das ist dann eine Spirale nach unten.


    Die Frage ist: Was (im Sinne welches "Aufwandslevel") kann man zur Pflicht machen ohne das die Väter als Betreuer wegfallen, die wenigstens mal 1 oder 2 Jahre die Mannschaft ihres Sohnes betreuen? Wir spüren hier schon den geänderten Modus der Talentförderung: Mit dem Wechsel des D-Junioren in das NLZ ist auch der Vater als Betreuer weg. Uns fehlen dieses Jahr aus diesem Grunde 2 Betreuer (einer in der F und einer in der D).


    Meine Meinung: Sowas zu ändern ist ein gesellschaftlicher Prozess, der lange dauert und nicht von heute auf morgen geht. Wil man die Umsetzung von heute auf morgen "erzwingen" erntet man keine Akzeptanz und damit scheitert das Projekt. Derjenige, der aktiv was ändern möchte ohne(!) dass er die Rückendeckung des Vorstandes (o.ä.) hat, der sollte sich über Guerilla-Krieg informieren. Derjenige, der das "Management" seinens Vereins im Boot hat, sollte sich dagegen über Change-Management informieren.


    Fehler werden immer passieren und so grob es klingen mag, Kinder (und alle Menschen) werden auch immer von anderen verletzt werden. Ich selbst habe 2 Kinder. Bei jedem habe ich Fehler gemacht. Bei jedem andere. Es tut mir leid, ich kann es aber nicht mehr rückgängig machen. Kinder selbst sind auch "grausam". Und leider geht der gesamtgesellschaftliche Tenor eher in eine andere Richtung als das, was wir im Kinderfußball benötigen: Mehr Ellenbogen, mehr Karriere, mehr Ego, mehr Rücksichtslosigkeit, alles dem Erfolg unterordnen ... von allem mehr - nur nicht vom "Miteinander".

    • Offizieller Beitrag

    Einen Mißbrauchsfall in einer Famile durfte ich leider schon erleben, wünsche ich niemanden, der Kinder bereut.


    Meine Meinung: Sowas zu ändern ist ein gesellschaftlicher Prozess, der lange dauert und nicht von heute auf morgen geht.

    Das wird auch nicht bestritten, alles Andere wäre realitätsfremd. Es gibt zwischenzeitlich aber viele Leute, denen das zu lange dauert und deshalb sollte die Basis Bewegung in die Sache bringen. Wenn wir auf einen "gesellschaftlichen Prozess" warten, nehme dein Beispiel "Bildungspolitik", können wir lange warten.
    Da ist aber jeder Einzelne gefragt, an sich selbst zu arbeiten und gerade den Neulingen einen Weg vorzugeben, denn die sind oft noch nicht so versaut geprägt, wie wir "Alten".


    Was mir zwischenzeitlich große Kopfschmerzen bereitet, ist die Auffassung, Kinder in die Vereine zu holen, ohne kindgerechte Betreuung. Gehe einmal von der 100%igen Lösung weg und überlege, was das in der Masse bedeutet. Wir brauchen Mitglieder, Mitglieder, Mitglieder, damit die Vereine überleben können. Der Fokus liegt auf "Mitglieder", die kindgerechte Betreuung scheint nur zweitrangig zu sein. Irgendjemand schrieb ungefähr: immer nehmen, sonst gehen sie zur Konkurrenz.

  • Was mir zwischenzeitlich große Kopfschmerzen bereitet, ist die Auffassung, Kinder in die Vereine zu holen, ohne kindgerechte Betreuung. Gehe einmal von der 100%igen Lösung weg und überlege, was das in der Masse bedeutet. Wir brauchen Mitglieder, Mitglieder, Mitglieder, damit die Vereine überleben können. Der Fokus liegt auf "Mitglieder", die kindgerechte Betreuung scheint nur zweitrangig zu sein. Irgendjemand schrieb ungefähr: immer nehmen, sonst gehen sie zur Konkurrenz.

    Mal eine These dazu, die mir neulich jemand sagte:


    Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es immer weniger junge Leute und Kinder bzw. die Bevölkerung altert. Das könnte zur Konsequenz haben, dass die Vereine immer stärker in Konkurrenz zueinander stehen, um die weniger werdenden Kinder zu bekommen. Dies könnte zur Folge haben, dass die Vereine wiederrum einen größeren Wert auf die Qualität der Nachwuchsförderung legen (sprich: bessere Betreuung etc.).



    Finde ich einen interessanten Gedankengang die dem. Entwicklung auch mal positiv zu sehen. Mir ist auch bewusst, dass man mit Leichtigkeit eine Gegenthese dazu aufstellen könnte. Aber glaubt ihr, dass wir eine Chance haben, dass diese Entwicklung tatsächlich so kommt?

  • Was mir zwischenzeitlich große Kopfschmerzen bereitet, ist die Auffassung, Kinder in die Vereine zu holen, ohne kindgerechte Betreuung.


    Nicht nur Dir :!: :!:


    Bei mir schwinden aber mittlerweile die Kräfte in meinem Verein dagegen anzukämpfen




    Zitat

    Dies könnte zur Folge haben, dass die Vereine wiederrum einen größeren Wert auf die Qualität der Nachwuchsförderung legen (sprich: bessere Betreuung etc.).



    Finde ich einen interessanten Gedankengang die dem. Entwicklung auch mal positiv zu sehen. Mir ist auch bewusst, dass man mit Leichtigkeit eine Gegenthese dazu aufstellen könnte. Aber glaubt ihr, dass wir eine Chance haben, dass diese Entwicklung tatsächlich so kommt?


    Nur mit absolutem Rückhalt im Verein. Ansonsten siehe oben.

  • Aber glaubt ihr, dass wir eine Chance haben, dass diese Entwicklung tatsächlich so kommt?

    Nun, diese Entwicklung kommt nicht, sie ist schon da. Leider. Deutschland armes Kinderland.
    Sieh mal das Positive: Wenigen Kindern werden in Zukunft viele Trainer gegenüberstehen. Doofes Szenario, oder?

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

    • Offizieller Beitrag

    Dann werden die Vereine pro Kind wohl 3 Trainingsganzüge, 2 Paar Schuhe und Heim- und Auswärtstrikot anbieten müssen. Die Trainer holen die Kinder zu Hause ab, aber so rechtzeitig, dass sie vorher noch die Schuhe putzen können und das Trikot bügeln. Wenn nicht jedes Kind mindestens 95% der Spielzeit eingesetzt wird, gibt es richtg ärger. Das sollte aber nicht problematisch sein, denn es gibt ja keine Reservebank mehr ;)


    Also, behandelt die Kinder jetzt gut, dann wird es vielleicht nicht ganz so schlimm. :P

  • Naja, wenn wir das jetzt nur auf den Fußball beziehen, ist diese Entwicklung offensichtlich noch nicht wirklich da. Vielleicht gaaaaaaaaanz am Anfang, aber genug gute Trainer haben wir ja wohl noch nicht. Außerdem verstehe ich dein "leider" dabei nicht. Klar, wenige Kinder ist nicht gut. Aber wenn wir den Aspekt als gegeben hinnehmen, wäre es doch gut, wenn die Qualität der Betreuung dadurch steigt.


    Und dass die Entwicklung soweit geht, dass (zu) viele Trainer zur Verfügung stehen bezweifle ich heute mal...

  • Die Diskussion um Demographie hier greift zu kurz.
    Es hängt entscheidend davon ab, wo man lebt, um zu wissen, wie dort die demographische Entwicklung voranschreitet. Da gibt es durchaus große Unterschiede.
    Beispiele: http://www.dosb.de/de/sportent…ntwicklung/bundeslaender/


    Aber auch bei einer Mikro-Betrachtung gibt es teils große Unterschiede.
    Unser Fußballbezirk ist einer von 16 im Württembergischen Fußballverband. Er umfasst einen Landkreis im Ballungsraum Stuttgart (dort liegt mein Verein) und einen Landkreis, der recht ländlich fast ganz im Schwarzwald liegt.
    Bei uns wird ein leichter Zuwachs an Jugendlichen prognostiziert, im Schwarzwaldkreis dagegen wird es fast 50% weniger Jugendliche geben. Die Vereine dort werden nur durch große Spielgemeinschaften überleben, sowohl in der Jugend als auch bei den Herren/Damen.

  • Uwe, deine Statements beinhalten die Themen mehrerer Hammerthreads bis auf den Nenner, sauber formuliert und treffen den Punkt.


    Was ich besonders toll finde ist die Reaktion der User....es scheint vielleicht doch ein Denkprozess in Richtung 100 Prozent entstanden zu sein. Darüber würde ich mich sehr freuen.


    Ein User -Steini- schrieb....das ihm die Kraft bald ausgehen würde, beim Versuch etwas im Verein zu ändern. Das kenne ich. Ich habe den Fehler gemacht, weg zu gehen, wobei das auch mit der Vater-Sohn-Beziehung zu tun hatte, ansonsten war es aber gleichgelagert.
    Ich möchte demjenigen/Steini und auch anderen raten, die sich ähnlich fühlen....da nicht weiter zu machen. Es wäre schade, wenn ihr aus Frust die Frontlinie verlaßt. Macht lieber - ich glaube Günter sagte es an anderer Stelle - in kleinen Schritten weiter, z.B. ....weil ihr Euch nur auf Euer Team konzentriert und die Dinge versucht -mit allen Fehlern die man macht....dort umzusetzen.


    Gerade im unteren Jugendbereich dürfte das -ich kann leider nur vermutlich sage, blicke da aber wieder auf Trainer2005`s Beispiel eines Werdegangs- ziemlich schnell die Augen auf Euch werfen, weil ich denke, dass es bei Euch einen Zulauf geben wird. Stellt sich dann die Frage....wieso bei ihm und nicht bei anderen. Das wäre mein Ziel....wenn ich in einem Verein tätig wäre, wo es nicht gut liefe.

  • Ich habe in dem Jugendkonzept das ich derzeit schreibe einen Satz verankert, der wie ich finde eine hervorragende These zu diesem Thema ist:


    Der [Vereinsname] hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Kinder und Jugendliche unabhängig von ihren fußballerischen Fähigkeiten gleichermaßen zu fördern und zu integrieren. Häufig hat sich ein Spätentwickler noch zu einem passablen Fußballer entwickelt. Zum anderen kann der junge Kicker, dem fast jeder Ball vom Fuß springt der künftige Jugendleiter oder Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, Gönner, Sponsor – in jedem Fall eine tragende Säule unseres Sportvereins sein.
    Nur eine positive Zukunft der Jugendarbeit sowie eine funktionierende Gemeinschaft garantieren nachhaltigen Erfolg und somit die Existenz unseres Sportvereins.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Außerdem verstehe ich dein "leider" dabei nicht

    Das 'leider' bezog sich weniger auf den Fußball, als mehr darauf, dass dann keiner mehr da ist, der meine Rente zahlt. Und wenn das nicht schlimm ist, was dann? ;)

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Das 'leider' bezog sich weniger auf den Fußball, als mehr darauf, dass dann keiner mehr da ist, der meine Rente zahlt. Und wenn das nicht schlimm ist, was dann? ;)

    Ok, klar ;)
    Ich war jetzt nur bei den Sportvereinen...

  • 50% weniger Jugendliche geben. Die Vereine dort werden nur durch große Spielgemeinschaften überleben, sowohl in der Jugend als auch bei den Herren/Damen


    das ist bei uns schon lange der Fall. wir sind eine Jugendspielgemeinschaft aus 6 (!) Vereinen 1D,!C,1B1A Jugend, bei 2 dieser Vereine gibt es noch einen aktiven Spielbetrieb. dafür dann 3 Rasenplätze und 2 Aschenplätze. die weiteste Trainingsanfahrt ist 20 km einfach.
    6 (1) Jugendleiter, von jedem Verein einer gewählt., die alle unheimlich tätig sind.
    die meisten wissen nicht, wieviel Jugendmannschaften im Verein sind, kennen auch nicht alle Trainer, treffen sich einmal im Jahr, wenn die Mannschaftsmeldung gemacht wird.
    von Richtlinien im Kifu haben bis auf einen die noch nichts gehört, ist wirklich so.


    da ist jeder Trainer ein absoluter Einzelkämpfer. Unterstützung oder gar Beaufsichtigung bzw. Kontrolle ist da ein Fremdwort.


    seit einigen Jahren ist die Kinderzahl in diesen Dörfern ständig im Rückgang. im vergangenen Jahr wurden insgesamt so um die 30 eingeschult.
    da wird schon seit Jahren alles abgegrast was abzugrasen ist. da könntest du als Verein so top sein, da ist einfach keine Quantität mehr da.
    da besteht auch keine Möglichkeit aus anderen Vereinen Zugang zu bekommen, die haben ja ähnliche Probleme.


    die Zeit ist absehbar, dass es in der Verbandsgemeinde (10 Vereine) nur noch eine Jugendspielgemeinschaft gibt.


    wir haben natürlich optimale Trainingsbedingungen durch die vielen Plätze, es gibt ja nicht nur Nachteile.


    wegen dieser Bedingungen, die ja nicht neu sind, durch die zweimalige Erweiterung der Spielgemeinschaft in den letzten 10 Jahren irgendwie aufgefangen wurde,
    sind wir aber möglicherweise in einer Forderung des Kifu, keinen fallen lassen, keinen aufgeben, zwangsweise schon ein Stück weiter als viele andere Vereine.


    die Möglichkeit durch qualifiziertere Trainer positiv auf Zuwachs zu setzen besteht da überhaupt nicht.


    Günter


  • da ist jeder Trainer ein absoluter Einzelkämpfer. Unterstützung oder gar Beaufsichtigung bzw. Kontrolle ist da ein Fremdwort.


    Kenn ich auch so. Leider.


    Beaufsichtigung und Kontrolle sollte im Hintergrund ausgeübt werden. Ständige Belehrungen stumpfen ab, starke Reglementierungen oder gar Rauswurfdrohungen schrecken ab. Auch potentielle Neuanfänger. Kann sich kein Dorfverein, wie ich ihn definiere und angehöre auf Dauer leisten.


    Also Unterstützung. Wie ich mir die vorstelle, habe ich schon anderweitig geschrieben. Das ist auch in einer Spielgemeinschaft möglich!


    Zitat

    die Möglichkeit durch qualifiziertere Trainer positiv auf Zuwachs zu setzen besteht da überhaupt nicht.


    Das wäre auch nicht mein Hauptgedanke dabei. Obwohl ich glaube, dass du in dieser Hinsicht falsch liegst. Qualität vor Quantität wird auch von anderen gesehen und zahlt sich auf Dauer aus, denn


    Zitat

    da besteht auch keine Möglichkeit aus anderen Vereinen Zugang zu bekommen, die haben ja ähnliche Probleme.



    Ja. Eben. Und da wird dann irgendwann auf bessere Bedingungen bei anderen Vereinen geschaut. Warum soll man diese Möglichkeiten nicht jetzt schon vorausschauend nutzen?


    Aber mir geht es gar nicht um die bloße Beschaffung von Beitragszahlern. Das Potential eines Vereins auszuschöpfen, darum gehts. Und das Potential sind nun mal die Mitglieder. Die sind ja auch nicht ohne Grund im Verein organisiert. Und deswegen ist meine These eine ganz andere:


    Durch qualifizierte Trainer erhöht sich die Qualität der Ausbildung. Dabei reicht auch ein lizensierter Trainer, der praktisches Wissen an die anderen weiter vermittelt. Der hat auch keine andere Aufgabe. Die Wertigkeit der Trainertätigkeit wird erhöht und nach außen verdeutlicht. Jeder Trainer fühlt sich unterstützt und kann sich weiter entwickeln ( nichts anderes passiert hier oft im Forum. Nur eben theoretisch ).Dadurch kann man den einen oder anderen längerfristig ans Traineramt binden. Und wenns von 10 nur einer ist.


    Und ich habe selber in der Praxis erlebt, dass dies funktioniert. In einem ganz kleinen Rahmen. Auf meinen Wunsch haben die Väter in der Feldsaison immer Montags ein zweites Training organisiert. Immer abwechselnd durch vorheriges Eintragen in eine Liste ( Stichwort Gruppendruck ;) ). Vorher habe ich an einem Abend für zwei Stunden mit den Vätern eine TE absolviert mit abschließendem Bierchen. Dabei habe ich ihnen in Kurzform Wettkampfspiele und Trainingsformen aufgeschrieben und natürlich DFB-Online und Soccerdrills empfohlen. Alle ( Kinder und Väter !! ) haben richtig Spaß an diesem Training. Und auf Wunsch musste ich zwischendurch mit den Vätern für neue Anregungen eine neue TE durch ziehen. Okay. Könnte auch an dem Bierchen liegen :rolleyes: Und ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass ein Trainerkoordinator hier qualitativ noch wesentlich mehr raus holen könnte!! Auch bei anderen Vätern / Anwärtern.


    Aber leider ist es so, dass du bei solchen Vorschlägen als Fantast und/oder Miesmacher bezeichnet wirst. Leider.