Wie lange sollte ein Trainer bei einer Mannschaft bleiben?

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  • Hallo Steini


    Erstmals Glückwusch für deinen Sohn. Aus Erfahrung weiss ich , dass gute Noten im Sport auch Motivation für andere fächer wein können.


    nun zum Thema:


    wir haben hier auch eine Basketballbundesligisten vor Ort.


    ganz starke Pressearbeit, vor allem in Bezug auf den Nachwuchs, Internat, und gehen viel in die Schulen. starke Resonanz.


    Ich hab mich schon des öfteren gefragt, ob das so ist, weil sie in der Buli spielen, oder einfach mehr machen. als andere Vereine
    die reden nicht, die tun was.


    Günter

  • Bundesligaclubs sind durch den DFB dazu verpfichtet ein Fußballinternat zu betreiben.
    2. Liga-Clubs sind durch den DFB dazu verpflichtet ein Leistungszentrum zu betreiben.


    So werden wir diese Frage leider nicht klären können, Günter.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Germancoach


    Ganz genau. Wenn ich es noch weiß bzw. richtig interpretiert habe, bist Du nicht ganz unwissend, was Schule betrifft :rolleyes: Wird das Fußballabzeichen auch im Rahmen vom Schulsport abgenommen ? Wenn nicht: Warum nicht??

  • Es wird angeboten. Allerdings muss zur Abnahme dieses Zeichens eine qualifizierte Kraft vom DFB anwesend sein, ein "Gesandter". Eininge Schulen sind DFB-Stützpunktschulen und ein mir bekannter Lehrer zufällig auch der Kreislehrwart. Bei anderen sieht das leider düsterer aus.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Okay. Wenn's angeboten wird bin ich ja schon mal beruhigt. Offensichtlich aber leider nicht in allen Kreisen/Bundesländern.


    Obwohl ich diese Idee der sofortigen Anerkennung (=Urkunde und Sticker) sehr gut finde. Da haben die Kinder gleich was in der Hand und sind stolz.


    Und das hatten wir doch schon in einem anderen Thread, dass die Kinder etwas in der Hand haben möchten ;)

  • Ich hab mich schon des öfteren gefragt, ob das so ist, weil sie in der Buli spielen, oder einfach mehr machen. als andere Vereine
    die reden nicht, die tun was.


    Basketball ist "in" - das hat auch was mit Mode zu tun. So wie man sich früher auf'm Bolzplatz zum Kicken getroffen hat, treffen sich die Jungs heute um ein paar Körbe zu werfen. Wir haben vielleicht ne handvoll Bolzplätze im Landkreis aber unzählige kleine Felder mit vandalismussicheren Körben (mit diesen Metallnetzen).


    Ich bin recht regelmäßig im Stadion auf der 400m Bahn. Daneben ist ein Bereich mit Hochsprunganlage, Weitsprunganalge und nem Basketballfeld. Da is im Sommer immer (aber wirklich immer(!)) was los. Von gleich nach der Schule bis Einbruch der Dunkelheit. Da kommen Kleine und spielen mit den Großen und umgekehrt. Manchmal lassen sie sogar mich alten Deppen für ne Weile mitspielen ;)

  • Um wieder auf die ursprüngliche Thematik zu kommen: ich bin jetzt im 8. Jahr C-Jugend-Trainer und der Meinung, dass es zumindest bei Vereinen ohne konkrete Vorgaben, was in welcher Altersstufe zu trainieren ist, besser ist, wenn der Trainer nicht mit der Mannschaft mitgeht. Schließlich hat jeder seine eigenen Trainingsmethoden- und übungen, einen anderen Umgangston und auch andere Vorstellungen über die Idealpositionen der Spieler. Und auch wenn es vielleicht nicht so sein sollte, jeder Trainer hat seine "Lieblinge" und Spieler, mit denen er weniger gut kann. Durch den regelmäßigen Wechsel der Trainer müsste die Ausbildung der Spieler viel umfassender sein.

  • Ich grabe diese alte Thema mal wieder aus, um Euch zu erzählen, was ich gemacht habe und insbesondere was ich daraus gelernt habe. Könnte für den einen oder anderen in ähnlicher Situation ja auch interessant sein.
    In der Saison 11/12 habe ich die Mannschaft noch trainiert und frühzeitig gesagt, dass ich nicht mit in die D-Jugend gehe.
    Sportlich lief es im 2. Halbjahr eigentlich ganz gut.
    Irgendwann kam dann die Letztes-Mal-Zeit: Letztes Punktspiel, letztes Training, letztes Turnier...
    Und das war schon eine sehr emotionale Zeit. Beim letzten Turnier fiel mir die Besprechung schon sehr schwer. Den Großteil der Mannschaft hatte ich 4 Jahre trainiert. Und im Nachhinein betrachtet war das zu viel.
    Es hatte sich eine recht enge Bindung entwickelt. Jungs in dem Alter erzählen einem dann Dinge, die sie ihren Eltern wahrscheinlich nicht erzählen... Das ist ein gutes Gefühl, wenn sie dadurch zeigen, dass sie Dir vertrauen. Wenn man dann selbst die Eltern gut kennt, zu denen sich im Laufe der Jahre teils ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat, wünscht man sich manchmal doch mehr Distanz. Es handelte sich ja nicht nur um "meine" Spieler, sondern auch um die Freunde meines Sohnes.


    Mein Sohn hat sich in der neuen Saison fußballerisch von mir abgenabelt. Und das war auch mein Ziel gewesen. Er fragt mich durchaus nach meiner Meinung und dann teile ich sie ihm auch mit - aber mehr auch nicht. Kürzlich sagte er, nachdem ich ihm meine Einschätzung mitgeteilt hatte, sein Trainer habe in der Halbzeit genau dasselbe gesagt :thumbup:
    Eigentlich bin ich aber nur noch Fan. Ich muss dazu aber auch sagen, dass wir in der Vergangenheit keine Probleme in der Trainer/Vater/Sohn-Beziehung hatten. Ich habe das nach anfänglichen Fehlern schon ganz ordentlich getrennt.


    Inzwischen trainiere ich eine andere Mannschaft. Und ich kann Euch Vatertrainern sagen, dass es ein schönes Gefühl ist, nicht mehr die Bevorteilung/Benachteiligung des eigenen Kindes im Hinterkopf zu haben. Ganz andere Kinder vor mir zu haben, deren Stärken und Schwächen ich ganz neu entdecken und angehen kann, empfinde ich als hochmotivierend. Macht momentan einfach riesig Spaß.


    Terminlich wird das etwas schwierig, immer die Spiele meiner eigenen Kinder zu sehen aber andererseits haben meine Kinder dafür auch Verständnis. Auf irgendeine Art und Weise scheint es cool zu sein, wenn der Alte ´ne andere Mannschaft trainiert.
    Ich weiß heute noch nicht, wie lange ich noch in der Trainerbranche bleibe. Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht nochmal über 4 Jahre die selbe Mannschaft trainiere.

  • ein schönes Gefühl ist, nicht mehr die Bevorteilung/Benachteiligung des eigenen Kindes im Hinterkopf zu haben


    Das ist doch mal ehrlich! Es gibt nichts schlimmeres für Kinder als Eltern, die nicht loslassen können, alles in der Hand halten wollen. Ich habe nur Vatertrainer erlebt, die o.g. Problem so lösten, dass das eigene Kind zumindest in der Aufmerksamkeit "protegiert" wurde, meist nur unterstützend, aber auch seltener per besonderer Fehlerkorrektur o. Tadeln (Austragen häuslicher Konflikte aufm Trainingsplatz - immer nur peinlich für alle Beteiligten: Papa, Papa... vs Ruhe, bitte, danke, mein Lieber!). Das diese Protektion nur allen schadet, dass sollte der DFB mal zwecks Abschreckung prominent kommunizieren: die Benachteiligten im Team leiden eh, aber auch die Bevorzugten - langfristiig! Auch wenn sie erstmal super im Team positioniert werden, so mehr erlernen können, geschieht es ohne ihr aktives Zutun, nicht aus eigener Kraft, wird diese ihnen irgendwann in der zugeschobenen Rolle ausgehen, da ihre Identität der nicht entspricht, Papa dann als der alte Prothesengott fehlt. Der berüchtigte Burnout droht - und wo nicht, hätte es das Kind auch ohne künstliche Hilfe per Protektion geschafft, so jedenfalls meine pädagogische Logik. Wohl dem Kind, dem kein Vatertrainer als Team-Kopf droht! Ist aber sehr selten, obwohl es so einfach wäre, genau, wie du beschreibst: per Verzicht auf Kontrolle! Wenn jeder, der sich breitschlagen lässt, den Trainerjob für Kids zu machen, reihum ein Team übernähme, wo nicht das eigene Kind spielt! Der Preis: während das eigene Kind ohne elterliche Aufsicht frei unter einem ganz objektivem Trainer spielt, schaut man selbst eben anderen, "fremden" Kids zu, hilft ihnen, familiär betrachtet ganz "selbstlos"... Ok, ok,dat jibbet nit, praktisch, und ich habe es auch nie geschafft, klebe am eigenen "Nachwuchs" noch wie mit Pattex-Dauerkleber fixiert. Aber die Idee, die Theorie: hier Freiheit, da Hilfe für Kinder - ein vorbildlich schöner Gedanke, den du besser spät als nie umgesetzt hast - gratuliere!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Danke


    Ich steh heuer auch vor der Entscheidung meine 2003er nach 3 Jahre abzugeben oder noch ein Jahr zu machen. Ich weiß auch nicht was ich machen soll


    Auf der einen Seite reizt mich was Neues. Ich würd gerne wieder eine kleine G übernehmen und ihnen die Liebe zu dem Spiel vermitteln. Sehen wie sie sich freuen bei der kleinsten Verbesserung.


    Auf der anderen Seite hab ich jeden einzelnen meiner Jungs ins Herz geschlossen. Sie einem anderen anzuvertrauen wird nicht leicht sein.


    Ich hab mir bis zum Winter Zeit gegeben mich zu entscheiden.

    Wer aufhört sich weiter zu entwickeln, hört auf besser zu werden.

  • Bei uns wird bis E immer nach Trainern gesucht. Oft sind es Väter, oder andere Trainer, die mitgehen. Ab D haben wir zumindest in den ersten Mannschaften seit Jahren Stammtrainer. Ich z. B. Bin jetzt die vierte Saison D1. Unser A1 Trainer macht das schon seit über 10 Jahren.


    Ich finde das auch gut so. So bekommen die Jungs andere Trainer, andere Erfahrungen - sonst kann es in den Leistungsbereichen auch schnell monoton werden und abstumpfen.


    Sicher hängt man mal mehr an einem Jahrgang... Doch man kann sich immer arrangieren. Letzte Saison hatte ich eine D1, die um den Titel in der A-Liga gespielt hat- am Ende 3.
    Dieses Jahr geht's nur um den Klassenerhalt. Aus verschiedensten Gründen macht mir diese Saison aber mehr Spaß - trotz schlechterer Ergebnisse. Doch die kleinen Fortschritte zu erkennen, das macht auch mir Freude. Letztes Jahr wurde ergebnistechnisch viel gewonnen- doch es war halt Gewohnheit und z. T. Normal.


    Was ich damit sagen will... Ruhig die Mannschaft wechseln. Viele wollen ja meistens bei den Erfolgreichen bleiben... Das sollte aber kein Maßstab sein.

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • Zitat von »Follkao«




    ein schönes Gefühl ist, nicht mehr die Bevorteilung/Benachteiligung des eigenen Kindes im Hinterkopf zu haben


    Das ist doch mal ehrlich! Es gibt nichts schlimmeres für Kinder als Eltern, die nicht loslassen können, alles in der Hand halten wollen.

    Ich habe nicht gesagt, dass ich ihn bevorteilt/benachteiligt habe.
    Ich hatte aber immer im Hinterkopf, dass ich beides nicht will. Und wenn
    man immer im Kopf hat, was man nicht tun will, dann nimmt das manchmal
    den Platz ein für das, was man eigentlich tun sollte.
    Hört sich kompliziert an - aber ich glaube Ihr wisst, was ich meine ?(

    Zitat

    Ok, ok,dat jibbet nit, praktisch, und ich habe es auch nie geschafft,
    klebe am eigenen "Nachwuchs" noch wie mit Pattex-Dauerkleber fixiert.
    Aber die Idee, die Theorie: hier Freiheit, da Hilfe für Kinder - ein
    vorbildlich schöner Gedanke, den du besser spät als nie umgesetzt hast -
    gratuliere!

    Hey Kicker, guck mal nach oben. "Es gibt nichts schlimmeres für Kinder als Eltern, die nicht loslassen können, alles in der Hand halten wollen." Dann löse mal Deine-Pattex-Verbindung. :D

  • Hinterkopf


    Der macht oft unvermerkt mit uns, was er will, obwohl wir meinen, wir folgten unserem Willen ;)
    Fixierung wird im Herbst gelöst, hast mich überzeugt (falls Nachfolger sich findet)!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Bei mir ist es jetzt auch amtlich. Nächste Saison gebe ich die Truppe ab, da ich einen Nachfolger gefunden habe, der sich schon sehr auf die Mannschaft freut. Und nein Follkao, diesmal mache ich keinen Rückzieher ;) Irgendwann ist Schluss und sie hätten schon längst einen anderen verdient.