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  • Ab wann sollte man das 1:1 in der Defensive gezielt trainieren? Ist E-Jugend zu früh?


    Nein. Nicht zu früh. Mein Großer spielt 2. Jahr E. Letztes Jahr hatten sie nen Trainer, der war "fachfremd" und hat sich auch nicht informiert. War eigentlich ein "nur Betreuer" und kein Trainer.


    Mein Großer hat in 1:1 Defensive daher auch Defizite. Er ist oft zu nah am Gegner, hält zunächst den Abstand nicht bis sich ein gute Chance ergibt sondern ist zu ungestüm, er erkennt den starken Fuß des Angreifers nicht (hat ihm nie einer gesagt das das hilfreich ist) und bietet im individualtaktischen Verhalten dann als "Finte" nicht die schwache Seite an um dann den Ball leichter zu erobern.


    Bisher habe ich mich da (weitgehend) raus gehalten aber Letztens habe ich ihm das nur einfach mal kurz am Platz erklärt/gezeigt, weils bei nem Spiel mal wieder offensichtlich war. Ahhhh! Der Groschen ist gefallen. Immerhin kommt er in die 5. Klasse und ein Blöder is er auch nicht. Beim aktuellen Trainer (ein recht guter m.M.n.) trainieren die das auch. Er wird sich sicher weiter entwickeln diesbezüglich.


    Sohnemann freut's ... (Pappa und den Trainer auch :) )

  • Unserem Stützpunktleiter würde ich zu 100 Prozent vertrauen. Den "kenne" ich auch privat.


    Er führte das taktische 1:1 in der Defensive -als PDF-Datei auf der Seite des DFB.de nachzuschauen- bei einer Trainerfortbildung für den C Schein bei D-Lingen jüngerer Jahrgang vor.


    Ich glaube, dass Übungen hierzu bei E-Lingen älterer Jahrgang keinen Schaden bringt. Andererseits denke ich, dass es nur die wenigsten verstehen, ...vor allem am Anfang. Meine Erfahrung ist, ....dass ein bis drei Spieler die Sache zügig erkennen. Der "Rest" macht es beim Üben relativ gut nach, versteht es aber nicht. Unter Stress beim Spiel schafft es vielleicht noch einer, wo man erkennen kann, dass er es auch umsetzt. Das sollte aber nicht davor schützen, es dennoch zu tun.


    Das taktische 1:1 in der Defensive -übrigens aufgesplittet in das Verhalten nahe vor dem Tor und weiter weg vom Tor- ist ein langer Weg, ....vor allem auf dem Niveau der Kreisliga. Dennoch kann ich es nur empfehlen. Hierzu gehört aber auch liebe Trainerkollegen, ....dass Ihr es selber verstanden habt. Ich kann für meine Person sagen, dass ich davon cirka 35 Jahre nichts wußte und ich bin heute 44. Genauso sieht es bei der Viererkette aus. Noch vor nicht ganz zwei Jahren wußte ich nichts vom Verschieben, ...ja so dumm kann man sein....aber das ist meine Wahrheit und ich wette da draussen laufen noch mehr von meiner Sorte rum. Das ist nicht weiter schlimm, schlimm ist es nur, sein Nichtwissen unter einer großen Decke zu verwalten und nach aussen auch noch so zu tun, als habe man die große Ahnung gepachtet.


    Nachdem ich die Sache als Info vorgestellt bekommen und wirklich verstanden habe, ....übte ich die Abläufe bei mir im Garten mit meine Söhnen. Als ich das dann auch in die Praxis umsetzen konnte, verlegte ich mein theoretisches und jungfräuliches praktisches Wissen in meinen Dienstmannschaftsbereich, ...Altherrenfußball.


    Dort tummeln sich u.a. ehmalige Kicker, die etwas höher spielten als ich (Kreisliga). Ich kam zu der Erfahrung, ....dass ich in der Abwehrsituation statt cirka 5 von 10 Zweikämpfen verlor, plötzlich 9 oder an guten Tagen 10 von 10 Situationen beherrschte. Selbst Leute die schneller sind als man selber, werden auf Grund der taktischen Variante meistens gestellt.


    Man stelle sich nun mal vor, ....das nicht nur 10 oder 20 Prozent der Mannschaft das umsetzen, sondern 80, 90 oder 100 Prozent, ...was unwahrscheinlich ist. Manch ein Bundesligaspieler setzt das -aus meiner Sicht- für mich nicht erkennbar um.


    Jedenfalls habe ich die PDF-Datei des DFB zu 100 Prozent beim Training umgesetzt und zwar oft. Wenn ich heute als Nichttrainer mal wegen Krankheit des Trainers eine Mannschaft übernehme, ist das meist ein Bestandteil des Trainings, egal welche Mannschaft bedient wird.


    Übrigens....was ich geil finde ist, ....dass ich dabei dann in die Mannschaft frage, wer der Stürmer ist. Dann wette ich mit ihm um eine Cola, dass er bei 5 Angriffen
    max. einmal an mir vorbeikommt, um den Ball auf ein leerstehendes Tor schießen zu können. Meist habe ich alle fünf Angriffe abwehren können. Dabei sollte man als über 40jähriger im Auge behalten, das Angebot bis max. zur C Jugend aufrecht zu halten, ...sonst könnte es gelegentlich schwierig werden,.....aber immerhin :) ;)


    Also, ...nur Mut, packts an, ...ein riesen Thema...und sollte ständig wiederkehrend in Variationen umgesetzt werden. Gruß Andre

  • @ Andre wie meinst du das mit Angriffen vor dem Tor und Agriffen weiter weg vom Tor? Das Ziel ist es doch den Angreifen die Aussenbahn anzubieten - am besten noch wenn dort sein schwacher Fuß ist - und sich dann zwischen Ball und Mann zu stellen. Ist das für dich weiter weg vom Tor. Was soll der Verteidiger im 16-Meter Raum machen?

  • Ich habe vielleicht den Vorteil, dass ich


    a)die Pdf-Datei des Dfb zum Thema kenne
    und
    b)das Training des Stützpunktes zu diesem Thema gesehen habe.


    Da würde ich den Interessierten empfehlen, dass doch mal als Bitte für eine Trainerfortbildung an Euren Stützpunktleiter zu steuern. Ich garantiere, dass das eine Gute Sache für die Zuschauer wird.


    Zu deiner Frage Otto:


    taktisches 1:1 in der Defensive "weit vorm Tor = nicht im 16`ner oder im Bereich des 16`ner" ....bedeutet für mich mit einfachen Worten:


    Der Spieler läuft mehr oder minder locker/langsam -wenn nötig halt schnell- auf den ballführenden Gegner zu.
    In einer Entfernung von cirka einer Autolänge zum heranlaufenden Gegner mit Ball ist er bereits so langsam, dass er mit kleinen Schritten und eng geschlossenen Beinen ins Rückwärtslaufen kommt. Hierbei ist der Oberkörper diagonal gestellt, meist so, ...dass dem Gegenüber rein bildlich klar ist, wohin seine Seite zum Durchbruch wohl sein wird, ...also meist nach Aussen. Zudem -ganz wichtig- läuft er nun rückwärts eine kleine Sichel, um die Seite für den ballführenden Gegner aufzumachen. Dieser "Einladung" kommt der Ballführende nach und rennt aus seiner Sicht diagonal nach aussen und nimmt hierbei von mir aus noch Tempo auf.....


    Der Normalfall des ungeübten Verteidiger wäre, .....er rennt volle Lotte auf den ballführenden Gegner zu, macht meist noch das Bein lang, um den Ball zu erobern. Der Gegner vernatzt ihn, ist einen Schritt vorbei und diesen Meter holt der Verteidigende meist nicht mehr auf. Mit anderen Worten ist der Gegner durch und kann zum Torschuss, zur Flanke oder zum Pass kommen. Das ist das typische Bild das ich ständig beobachte. Schrecklich dumm wie ich finde.


    ....da der Verteidigende eben nicht bis zum/bis direkt an den ballführenden Gegner ging, sondern eben ungefähr diese Autolänge ...ich sage mal drei bis fünf Meter Abstand hielt, hat er nun die Zeit -ohne zu irgendeiner Sekunde zum Stillstand gekommen zu sein- nun seitlich in den parallelen Lauf des "Abgedrängten/Umgeleiteten/Abgeleiteten" Gegner zu kommen. Erst dann, und nur dann, wenn er die gleiche Geschwindigkeit wie der Gegner läuft erreicht hat, zwängt er sich hart und fair zwischen Gegner und Ball und erobert diesen.


    Zeitgleich dürfte man bei einer guten D oder C -je nach taktischer Aufstellung- erwarten, dass der nächste in der Viererkette oder von mir aus auch der Libero hier nun doppelt.


    Diese Machart ist auf jeder Position möglich, das gilt entsprechend auch für den Stürmer! Entsprechend werden bei Beherrschen mehr Ballbesitz und ein sicherers Verteidigen die Folge.


    Unterschied zum "nahe vorm Tor".....: Wie beschrieben würde man die beschriebenen Spielsituation im 16 praktizieren, ...würde der Verteidigende beim Rückwärtslaufen mit kleiner Sichel kurz vorm "Umschwenken" zum parallelen Annähern an den Ballführenden hier die Seite aufmachen, käme der ballführende Gegner ja zum Schuss, was möglicherweise "tödlich" enden würde.


    Deshalb gibt es hier -so habe ich es verstanden- den Unterschied, denn der Verteidigende geht in dieser Situtation (nahe vorm TorI ein höheres Risikio, weil er an den Gegner rangeht. An den Gegner heißt aber nicht, dass er den Fuß lang macht, um den Ball abzujagen, was ja oft in die Hose geht, ...sondern er geht an ihn ran und zeigt ihm durch seine Körperhaltung wiederum die Richtung nach ---wohin auch immer--- an. Dann läuft er eben nicht mehr rückwärts mit kleiner Sichel, sondern er verfolgt den ballführenden Gegner direkt, zwängt sich aber wiederum erst dann zwischen diesen und dem Ball, wenn er dessen Geschwindigkeit erreicht hat


    Allgemein


    Vergiss bitte nicht, dass ich den Idealfall zu diesem taktischen Verhaltensweisen beschrieben habe. Es ist eine weitere individualtaktische und auch gleichzeitig gruppentaktische und im weitesten Sinne auch mannschaftstaktische Maßnahmen, ...zu den anderen Möglichkeit die es noch gibt.


    Das taktische Verteidigen in Tornähe sollten die Kinder auch drauf haben. Hier ist für mich das verstehen der theoretischen Abläufe genauso wichtig, wie das ruhige bedächtige aber auch gleichzeitig energische Umsetzen ohne Panik im Spiel.


    Ferner gibt es sicherlich auch Situationen, wo das herkömmliche Verteidigen durchaus in Frage kommt, weil es die Situation halt erfoderte. Dennoch glaube ich fest, ...das das taktische Verteidigen aus dem 1:1 eines der wichtigsten Ausbildungsbestandteile der D Jugend sind. Das ist für mich eine unausweichliche Pflichtübung, die die meisten aber leider nicht praktizieren. Es dient ferner dem Spiel in der Kette, wie ich meine.


    Übrigens, ...bei perfekter Beherrschung ist natürlich auch das Ableiten des ballführenden Gegner zur Mitte möglich, um u.a. diesen dann sogar an den Nebenmann zu übergeben/weiterzuleiten.


    Ich hoffe geholfen zu haben, Gruß Andre


    P.S.http://talente.dfb.de/index.php?id=518941

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Danke Andre


    Ich hätte die Frage nicht gestellt, wenn du "Außen" bzw. "Zetrum" geschrieben hättest. Habe aber dennoch viel gelernt.

  • Ich finde Andre hat das defensive 1gg1 sehr erläutert und auch deren Wichtigkeit herausgestellt.
    Ergänzend möchte ich anfügen, dass es zu dem gängisten, von Andre beschriebenen Fall "Angreifer mit Ball läuft auf ABwehrspieler frontal zu" also dem frontalen 1gg1, noch weitere Formen gibt, die es zu schulen gibt. Z.B. Angreifer mit dem Rücken zum Tor und Gegner hinter ihm.


    Außerdem bin ich der Meinung, dass die Individualtaktik Schwerpunkt in der E-Jugend sein sollte, damit man in der D-Jugend Gruppentaktik und in der C-Jugend Mannschaftstaktik trainieren kann. Denn die Individualtaktik ist die Grundlage der Gruppentaktik, diese wiederum ist wichtige Voraussetzung für die Mannschaftstaktiken wie z.B. Viererkette.



    Absolut konform gehe ich mit Andre, dass dies von den meisten Trainer nicht/zu wenig geschult wird. Meine Vermutung ist, dass den meisten die fachliche Kompetenz fehlt, sie deshalb dieses Thema auslassen und in den meisten Fällen sogar noch "argumentieren" Taktik sollte man erst in der C-oder B-Jugend schulen, im Kleinfeld nur Technik.
    Erstens schult man in der Individualtaktik ja auch Techniken mit, z.B. dribbelt und schießt der Angreifer ja.
    Zweitens gibt es für mich keine wissenschaftliche Grundlage, warum Kinder mit 9 oder 10 Jahren nicht in der Lage sein sollten, taktische Elemente ohne große Schwierigkeiten zu erlernen.
    Und drittens würde der absolute Verzicht auf Taktik eigentlich bedeuten, dass man nicht in Abwehr und Sturm teilt, und außerdem Regeln völlig wegläßt. Denn das spielen nach Regeln ist ganz klar Taktik, also vermitteln wir schon in den Minis Taktik.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • ... bin der Meinung, dass man bis zur E - Jugend insbesondere die Grobtechniken (Ballführen, Dribbling und falls man es noch schafft auch kurze Pässe), die Koordination und ein bisschen die Schnelligkeit trainiert werden sollten. Die einzige Taktik die ich trainieren würde ist also auch das 1:1 Angriffsverhalten. Weitere individuall Taktiken gehören in einer E - Jugend aus Zeitnot gar nicht mehr rein. Gruppentaktik trainiert man ab C - Jugend und Mannschaftstaktik ab B- A - Jugend. Bei D - Junioren wird vermutlich max. die Gruppentaktik bis zum 3:2 oder 3:3 geübt. Dh. 3er Kette weil man ja 3-3-2 spielt... wobei dies dann immer noch keine Priorität hat, weil in der D - Jugend die Technik und die individuall Taktik immer noch Vorrang hat.

  • Mourinho


    Das schreibst du unter fast jeden Thread. Ich kenne zwei F-Jugendteams, bei dem deine Dribbelkünstler ein wirklich langweiliges Spiel hätten: Deren Verteidiger sind alle fast beidfüßig, zweikampfrobust, schnell wie der Blitz und mächtig entschlossen. Da dribbelt sich im 1:1 rein gar nichts.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • wenns die geben sollte, dann ist das schön, aber nicht die breite masse! ;)

    Da gebe ich dir Recht ....... ich wollte auch eigentlich nur sagen, dass das, was Mourinho schreibt, nicht immer passt .... auch nicht zu jeden Thread ^^

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  • Zitat Germancoach:




    Zitat

    Ich kenne zwei F-Jugendteams, bei dem deine Dribbelkünstler ein wirklich langweiliges Spiel hätten: Deren Verteidiger sind alle fast beidfüßig, zweikampfrobust, schnell wie der Blitz und mächtig entschlossen. Da dribbelt sich im 1:1 rein gar nichts


    Na und ? Dann verlieren die Dribbelkünstler eben mal ein Spiel. Aber sie werden bestimmt nicht schlechter, bloß weil sie ihr Können gegen starke Gegenspieler beweisen dürfen. Der Ausbildungserfolg zählt und nicht ein gewonnenes oder verlorenes Spiel in der F-Jugend. Vielleicht merken die Spieler in bestimmten Situationen selbst, dass sie allein mit Dribblings nicht weiterkommen und spielen auch den einen oder anderen guten Paß. Dann haben sie in dieser Richtung auch noch was gelernt und alles ohne Zwang und Geschrei....

  • Zitat Gc:



    Zitat

    Was hast du da mit Zwang und Geschrei? War doch nie die Rede davon.


    Doch. Fahr einfach mal rum und schau Dir einige Spiele und Trainer an. Da versuchen Trainer mit Macht und viel Geschrei ihren F - Jugendlichen dass Passspiel abzuverlangen.


    Ich habe Dir doch deshalb nicht vorgeworfen einer dieser Trainer zu sein.

  • Ich kann dein Negativbeispiel noch toppen:


    Eine lokale F-Jugend bei uns nimmt neben dem Geschrei noch jedes Spiel auf Video auf, um den Spielern anschließend die Fehler zu zeigen.
    Der Trainer hat so ein schickes Taktikboard, dass er immer mal wieder mit ein paar Pfeilen und Laufwegen einem Siebenjährigen vor die Nase hält.
    Vor dem vorletzten Turnier liefen alle 11 Hallenspieler erst einmal 8 Mal quer durch die Halle zum Warmsprinten.
    Ein trainer brüllt hinter dem eigenen Tor, der andere von der Seite. Schweigeinterval so 8 Sekunden maximal.


    ....


    Zumindest musste er die Kamera nicht oft schwenken, denn sie kamen in den 10 Minuten genau zwei Mal über die Mittellinie gegen das zweite der oben genannten Teams. Ein Mal, weil es einen Deckenschussfreistoß gab. ^^

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