Nachdem wir jetzt (aus meiner Sicht) genug über das Thema soziale Gerechtigkeit diskutiert haben, würde ich ganz gerne wieder auf den eigentlichen Punkt kommen. Wir sind uns doch alle einig, dass die Beiträge gemessen an dem, was man dafür bekommt, zu niedrig sind und darüber hinaus die Leistung Jugendfußball generell nicht ausreichend wertgeschätzt wird. In vielen anderen Sportarten und Hobbies wird wesentlich mehr Geld ausgegeben und das ohne zu murren. Man könnte es als Imageproblem bezeichnen. Meine Frage zielte darauf ab, wie man das - unabhängig von der Frage der Höhe zukünftiger Beiträge - ändern kann.
Beitragshöhe und Wahrnehmung der Wertigkeit des Fußballs
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Hallo zusammen!
Nachdem ich nun jeden Beitrag durchgeackert habe, gebe ich auch mal meinen Senf dazu: Nach einem Modell zahlen, bei dem ich meine Einkünfte offenlegen muss? NEVER EVER! Eine Staffelung dieser Art würde dazu führen, das alle Eltern im Prinzip wissen: der da hinten zahlt x Euro im Monat. Hmm, laut Staffelung verdient der soundsoviel? IEH! DER BEKOMMT JA HARTZ IV! Aber immer teure Klamotten anziehen! So ein Prahlhans!
Ich würde im Leben nicht mit meinem Gehaltszettel beim Vorstand oder sonstwem rumwedeln! Ich glaube, es hackt!
Was ist mit den Ausgaben der Familien? Ein Vater verdient 5000 Euro brutto im Monat. Dummerweise hat er aber eine Scheidung hinter sich. Und seine Else hat ihn auf Unterhalt verklagt. Da latzt er seine 1.500 Euro. Ganz zu schweigen, das er sein Haus abbezahlen muss. Achja, und seine neue Frau, mit der er 2 Kinder hat, muss ja auch was zu Essen haben. Aber laut Staffelung zahlt er 50 Euro Beitrag im Monat. Im Gegensatz zum Alleinerziehenden Witwer, der aufgrund seines niedrigen Lohns nur 25 Euro bezahlt. Wer mag da noch glauben, dass das gerecht ist?
Oder muss ich dann auch noch Kreditunterlagen, Unterhaltsentscheide, KFZ-Leasingkosten und dergleichen vorlegen, damit es auch wirklich gerecht bleibt? Wie kann ich Fussball mit Klavierunterricht vergleichen? Der Klavierlehrer studiert sein Fach, kauft ein - verzeiht! - Arschteures Klavier, das ständig gestimmt werden muss, weil dauernd irgendwelche untalentierten Gören darauf rumhämmern...
Ich krieg das Zittern, wenn ich über so ein Modell nachdenke. No! Never! Dann würden auch die Trikotspenden der besserverdienenden Eltern in unserem Verein aufhören. Und die Bereitschaft zu Fahrdiensten. Und die Mithilfe bei Turnieren und anderen Events. Und und und... mal abgesehen von der Lästerei der Eltern, wenn sie mitkriegen, wer weniger bezahlt, aber besser angezogen ist und überhaupt und sowieso. Und was ist mit denen, die einfach nicht preisgeben wollen, das sie ALG II bekommen? Manchen ist sowas ja auch peinlich. Und dann sitzt da Karl-Otto vom Dorfverein und bittet um den Einkommensnachweis....
Nun, und wann werden andere Vereine, Musikschulen, Schwimmlehrer damit kommen, das sie ein solches Modell auch haben wollen? Und Schulen? Die hätten im Prinzip ja auch auf einmal ein Recht darauf. So ein Modell ist schlichtweg nicht durchsetzbar, soziale Gerechtigkeit hin oder her.
Dann noch eine Kleinigkeit zum Thema Förderverein, der Trainingsmaterial etc. besorgen könnte:
Rein zufällig bin ich Gründungs- und Vorstandsmitglied unseres Fördervereins. Wir fördern fast allen Mist - aber sicher nicht den Spielbetrieb! Keine Hütchen, keine Bälle, keine Sportplatzkreide und sonstiger Mist. Wir sind dazu da, die soziale Komponente im Verein zu fördern: Mannschaftsunternehmungen, bei klammen Eltern mal mit dem Beitrag einspringen, bei kinderreichen Eltern auch mal die Trainingsanzüge bezahlen, Pokale stiften, Turniere sponsorn, beim Familientag mal ne Hüpfburg spendieren etc.
Der Spielbetrieb war, ist, und wird auch in Zukunft Sache des Vereins sein!
Die Grundidee, Andre: Gut!
Die Durchführbarkeit: Unmöglich!Auch wenn du alle Vereine im Umkreis ins Boot holen willst: Unmöglich! Die höherklassigen Vereine, die finanziell auch besser gestellt sind, werden lachen, die Spieler zu sich lotsen, und weiter auf ihre Sponsoren bauen (die sie ohnehin schon haben..)
Ich wäre gerne bereit, viel Geld im Monat für meine Kinder zu zahlen, damit sie Fussball spielen. Aber nur, weil ich gut verdiene (nach meinen Ausgaben fragt in deinem Modell kein Schwein), soll ich mehr zahlen? Tu ich gerne. Aber dann will ich einen Fahrdienst für meine Kinder, gesponsorte Trainingsanzüge, und neue Schuhe, wenn sie mal wieder rausgewachsen sind.
Mehr zahlen, aber gleiche Leistung? Nö.Und irgendwo hier im Thread stand, ein F- oder G-Trainer bekäme 400 Euro im Jahr an Aufwandsentschädigung. Auweiah... kein Wunder, wenn es dann an den Trikots hackt...
Ich bin im Förderverein, habe meine Trainerlizenz gemacht, bewirtschafte mit anderen das Vereinsheim (mittlerweile), und tu auch sonst verdammt viel für die Kids. Ich bekomme 130 Euro im Jahr. Ich bin ausgebildet, und kann gefahrlos auf Kinder losgelassen werden. Und ich fühle mich gut. Und nicht ausgenutzt.
Übrigens: Bei der freiwilligen Feuerwehr bekam ich GAR NICHTS für meine "Arbeit". Da war ich auch ehrenamtlicher Helfer.
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Okay, der Klavierlehrer braucht ein Klavier, ein Fußballverein braucht einen Sportplatz. Dessen Unterhaltung kostet auch Geld. Insofern kann das schon vergleichen. Außerdem ist das Klavier auch das Extrembeispiel. Die wenigsten, die Klavierstunden geben, schaffen sich ja auch ein Klavier an, weil sie Stunden geben wollen, sondern weil sie selber darauf spielen. Und welches teure Equipment braucht ein Tennis- oder Karatetrainer oder eine Ballettlehrerin? Am besten vergleichbar ist vielleicht noch Feldhockey, da liegen die Beiträge locker bei 150 bis 200 Euro im Jahr. Es geht ja zumeist auch nicht um die Kosten, die hinter einem Hobby stehen, sondern um die Wahrnehmung der Wertigkeit. Du siehst es daran, dass Eltern für 20 Stunden Fußballcamp locker 100,- Euro hinlegen oder auch für 2 Stunden Soccerhalle. Da wird Fußball im Verein ganz einfach im Vergleich zu so ziemlich allen anderen Freizeitaktivitäten deutlich unter Wert geschlagen.
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Ich glaube es lassen sich noch viele Beispiele finden und Vergleiche ziehen, manche sinnvoll manche lesen sich eher wie ein Vergleich Äpfel und Birnen. Wie Ranwie schon erwähnte: Wie kann man die Wertigkeit und Wahrnehmung unseres Sports verbessern ohne drastische Maßnahmen?
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Andre
Selbstverständlich habe ich sämtliche Beiträge hier gelesen. Aber ich kann wirklich nicht mehr sagen wer was wann geschrieben hat. Das ist ja auch mehr als unerheblich wer seine Meinung hier veröffentlicht - es ist vielmehr erheblich welchen Inhalt die Meinung hat. Also auch noch mal für Dich. Eine Staffelung nach Einkommen wird mit Sicherheit von 95% der Mitglieder abgelehnt. Alleine aus diesem Grunde würde das nach hinten losgehen. Rein Handwerklich ist die Umsetzung auch sehr schwierig und mit großen Komplikationen verbunden. Ich bin selbstständig und weiß oft erst 1,5 Jahre später wie viel ich in dem Jahr verdient habe. Die Umsetzung, dann ggf. für das vorletzte Kalenderjahr etwas nachzuzahlen oder zurück zu bekommen ist doch jenseits von jeder Vereinsführung. Klar kann ich meinen Umsatz am 1.1. des folgejahres sofort sagen aber das kann ja nicht die Bemessungsgrundlage sein. Ich hätte auch ein persönliches Problem damit, meinen Gewinn mitzuteilen. Als Beamter fällt Dir da sicherlich leichter, da man ja leicht Deine Besoldung in Erfahrung bringen kann. Und streiten brauchen wir uns hier doch nicht. Jeder äußert seine Meinung und auch Du musst lernen andere Meinungen zu akzeptieren. -
Mein Modell war ein Beispiel und ich fragte nach besseren Lösungen. Ich gehe davon aus, dass wir in der Sache einige sind.
Ihr verstehe die Gegenagumente, bzw. akzeptiere sie, ....den Gehaltszettel will keiner zeigen. Ich möchte Euch -bei gelassener Stimmung- ehrlich sagen, dass es mich einen scheiss interessieren würde, wer was verdient. Aus meiner Einstellung heraus, wird das viel zu hoch gekocht. Schließlich weiss auch derjenige bei der Stadt und bei der Krankenkasse, was unser Familieneinkommen ist. Ach ja, ...ich weiss es nicht genau, aber es könnte sein, dass diejenige die das dort bearbeitet, Trainerin im Verein ist oder ihr Kind zweimal die Woche dort hinbringt! Zudem unterhalten sich die Eltern im Kindergarten auch nicht nach 7 Jahren darüber, wer wieviel an Monatsbeitrag bezahlt. Wir waren dort 7 Jahre vertreten und das habe ich niemals erlebt und deshalb finde ich dieses Argument völlig realitätslos und vorbei, ...es stimmt einfach so nicht und ist quatsch. Wenn es donnert, ist das auch nicht der Donnergott und man sollte hier mal auf dem Teppich bleiben.
Zudem ist es auch scheissegal, welcher Elektriker, welcher Bäcker, welcher Stadtbedienstete wieviel verdient. Der Selbständige mit guten Einkünften bräuchte ja bei meinem Modell der Logik halber garnichts vorweisen, wenn der erklären würde, das er dem Höchstsatz unterliegt und fertig
.Es ging ja um eine Beitragserhöhung abseits von 1, 2 oder 3,24 Euro, ...wir sprechen hier von einem richtigen Einschnitt. Es würde also eine satte Beitragserhöhung sein. Mit meiner Idee stehe ich in dieser Diskussion allein, halte daran weiter fest. Erhöht ihr satt und für alle gleich, dann werden sich Eure Vereinszahlen drastisch veringern. Ich gehe geschätzt bei einer beispielhaften Mitgliedszahl von 100 Kindern davon aus (Beispielhaft: alle 100 sind Einzelkinder), dass davon
cirka bis zu 5 Prozent Sozialhilfe.- oder Harts-IV-Empfänger sind. Sollte ich mit meiner These recht haben, würden die bleiben, weil das Amt zahlt, wenn ich unrecht habe, sind die weg! Weg würden auch die sein, die ein Jahresnetto von bis zu 25000 Euro hat. Diese Familien schätze ich auf bis zu 50 Prozent ein.
cirka 35 Prozent werden im Bereich von 25.000 Euro bis cirka 40000 Euro -eher 35000 Euro- liegen. Da würde ich davon ausgehen, dass hier auch cirka 10 bis 15 Prozent gingen. 10 Prozent würden den Höchstsatz bezahlen müssen, die würden eher bleiben.Ich fürchte, es bestünde die Gefahr, dass bis cirka zur Hälfte die Mitglieder verschwinden. Macht der Nachbarverein hier nicht mit, werden sie dort hingehen oder aufhören. Denkt doch mal an Eurer Vereinsumfeld, .....wer ist den Arbeiter, wer kleiner Angestellter, fragt Euch mal wie viele das wohl sein werden und dann wißt ihr, das ich mit meiner Einschätzung annähernd richtig liegen könnte. Das ist/wäre ein Schuss in den Ofen und grenzt an Selbstmord. Ich bleibe dabei, satte Beitragserhöung nur nach einer sozialen Einstufung. Wie man das machen könnte, habe ich vorgeschlagen, anderes fällt mir da nicht ein, mein Beispiel war nur ein Beispiel. Wer das nicht will, sollte meiner Meinung entsprechend, den Gedanken -satte Beitragserhöhung- schnell vergessen oder mit ganz kleinen Brötchen arbeiten.
Der Verein von Chris nimmt hier eine Sonderstellung ein, weil sie hoch spielen und Eltern, die einen Traum für ihre Kinder leben, oder dessen Kinder einen Traum leben, da eher bereit sind, zu investieren.
koeppchen, ...dass mit den Betrieben ist eine super Idee, finde ich auch. Das hat es früher auch in Nrw so gegeben und gibt es heute auch noch, nur....
ich kenne einige Leute von der freiwilligen Feuerwehr, einer davon ist selbständig. Mir wurde berichtet, dass das was früher beim Vorstellungsgespräch -sprich das Ehrenamt- als positiv bewertet wurde, heute bei vielen Betrieben auf Ablehung führt bzw. man erwartet, dass das Ehrenamt niedergelegt wird, ....betriebliches Interesse und das obwohl die Betriebe den Ausfall finanziell ein wenig ersetzt bekämen!
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Ein paar von euch erwähnten das Wort 'Kostendeckung'.
Was bedeutet das für einen Verein?Hier wurden Beiträge zwischen € 40 und € 80 gehandelt, die zur Zeit Anwendung finden. Das ist ja schon mal ein nicht unerheblicher Unterschied.
Also, was kostet es eine Mannschaft durch eine Saison zu bringen?
Klar, es ist natürlich auch abhängig davon, ob der Verein für die laufenden Kosten der Sportanlage gerade steht.
Das ist, meines Wissens, in den meisten Fällen jedoch nicht so, sprich die Städte bezahlen die Rechnung.Ich kann jetzt so adhoc nicht mit einem Beispiel aus unserem Verein helfen, da ich die exakte Kostenstruktur nicht kenne.
Natürlich fallen Trikots, Trainingsanzüge, Bälle und sonst etwas an.
Vieleicht können wir hier eine Art Kostenrechnung aufmachen.Also, wer weiß was?
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Zitat
Das ist, meines Wissens, in den meisten Fällen jedoch nicht so, sprich die Städte bezahlen die Rechnung.
Nich komplett. Bei uns zahlt die Stadt meines Wissens nach 1/3 der Stromkosten (uA auch Flutlichtanlage).
Und 'ne Rechnung aufmachen is sone Sache. Ich komme bestimmt mit viel viel weniger aus, als ich momentan für meine Jugend investiere (ich = verein, sponsoren und ich ;)), allerdings könnte und würde ich gern noch viel viel mehr ausgeben

Kann ja sein, dass andere Vereine schon wesentlich besser ausgestattet, bei uns steckt der Jugendfussball allerdings noch in den Kinderschuhen, und auch die Senioren wurden jahrelang "ohne besonderes Material" trainiert. Jetzt haben wir einen neuen Trainer, und mich, und Torwarttrainer, und die Ansprüche sind allerseits gewachsen, der Wunschzettel wird immer größer. Und wer jetzt denkt "ja man muss ja nicht alles haben".. Dazu gehören unter anderem für mein Empfinden elementare Dinge wie koordinationsleitern, Ringe und ausreichend Hütchen (wir verfügen zwar über nen großen Stapel, allerdings trainieren mitlerweile teilweise 3 Mannschaften gleichzeitig, und die Bambinis brauchen schonmal n paar mehr um ihren Platz abzustecken). Dazu kommt noch eher extravagantes Wunschmaterial.Ganz zu schweigen von Ausflügen. Einige Mannschaften kommen fast ohne aussersportliche aktivitäten aus, ich könnte auch einmal im Monat irgendwas ausserhalb vom Fussball machen.
Und was bietet man seinen Kids? Bekommen sie jedes Jahr nen Trainingsanzug zu Weihnachten oder irgendwas kleineres? Klar ist das kein Muss, aber verdeutlicht doch die Situation:
Ich möchte ein gutes Niveau im Verein, dazu benötigt man Geld. Ist einem das Niveau egal, braucht man sich auch um Geld keine Sorgen zu machen. -
Bekommen sie jedes Jahr nen Trainingsanzug zu Weihnachten oder irgendwas kleineres? Klar ist das kein Muss, aber verdeutlicht doch die Situation:
Eben, Du sagst es. Es ist kein Muss. Sozugen 'Nice to have'.
Aber was ist das konkrete Volumen? Auch Ko-Leiter, wenn einmal angeschafft, müssen nicht ständig neu gekauft werden.
Was also braucht man? -
Im Prinzip müsste man als Trainer streicken... alle zusammen (oder zumindest die mit Selbstwertgefühl).
Basti81: Du meinst, dass durch höhere Beiträge, die Unterstützung der Eltern darunter leiden würde... was soll ich da sagen? Ich hatte letzten Samstag einen Turnier... 14 Spieler im Aufgebot. Es kamen 0 (!!!!!) Eltern als Fahrer zur Unterstützung. Erst nachdem ich die Kids zusammengesch... habe, konnte noch eine Mutter organisiert werden. Ich musste schlussendlich zwei Kids nach Hause schicken, weil wir keine freie Plätze mehr hatten. Weisst Du was? Ich habe lieber höhere Beiträge dafür kann man dann ein paar 15 Plätzer kaufen und diese noch unterhalten... somit könnte ich auf die Unterstützung von bequemen Eltern gerne verzichten!
Ach ja; Was schreibst Du da? Gleiche Leistung, höhere Beiträge? Diesen Sch... kannst Du über die ständig teuer werdende Versicherungen sagen, aber bestimmt nicht über Fussball. Wieviel Kosten hat einen Club pro Junior? Was meinst Du, ist ein Junior mit 46 Euro Jahresbeitrag etwa finanziert? Mach Dir mal eine Kostenrechnung/ Junior, wenn Du schon in so einer speziellen Funktion bist. Du würdest so wie ich nach der Rechnung, bestimmt ganz doof aus der Wäsche kucken.
Eine Lösung könnte auch folgende sein:
Jahresbeitrag normal (inkl. 1. Jahr): 100 Euro
Jahresbeitrag für Mitglieder ohne Freiwillighilfe: 350 Euro
Somit gäbe es für Eltern zwei Möglichkeiten; Entweder man hilft im Verein mit (Turniere, Sponsorenlauf, Fahrdienst ua.) oder man wird zur Kasse gebeten. Ich muss ehrlich sagen; Nach dem was ich beim Turnier am Samstag erlebt habe bin ich noch mehr überzeugt, dass der Fussball, einfach zu "billig" ist! Man kann hier nicht sagen, dass man für die gleiche Leistung, höhere Beiträge verlangen würde, da der Preis/Leistungsverhältniss seit 100 Jahren nicht stimmt.
Grüsse TRPietro
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Der angesetzte Beitrag passt an vielen Stellen nicht zusammen mit dem, was dafür an Leistung in Anspruch genommen wird, soweit waren ja glaube ich alle beisammen. Aber der Blumenstrauss an angebotener Leistung ist zu vielfältig, um ihn einfach mal so in angemessener Bezahlung zu fassen. Wenn ich mal unserern kleinen Verein sehe, fasse ich mal kurz zusammen: Ich behaupte jetzt mal einfach, dass meine Kids gut betreut sind, ich habe mich als Trainer ausbilden lassen, nutze wenn es geht jede Möglichkeit, mich fortzubilden und habe einfach ein gewisses Anspruchsdenken an meine Arbeit als Jugendbetreuer (beurteile mich selbst jetzt einfach mal positiv
). Wenn ich sehe, was die Eltern dafür bezahlen und welche Arbeit ich mir mit ihren Kids mache, dann halte ich das für sagen wir mal mindestens sehr günstig. Mein kleiner spielt zwei Altersklassen darunter, hat drei Trainer, die alle drei absolut beratungsresistent sind, was vernünftiges Jugendtraining sind, keinerlei Wille, sich fortzubilden, von Rotation, altersgerechten Zielen und dergleichen brauchen wir gar nicht zu reden. Wenn man an der Stelle jetzt mit einer Beitragserhöhung kommt, weil ja auch entsprechend etwas geboten wird, das passt gar nicht zusammen. Und da ist das Problem: irgendeiner ('tschuldigung, ich schau jetzt nicht, wer es war
) schrieb mal davon, dass man beim Fussball oft denkt, da kann jeder als Trainer fungieren, egal wie sein Wissensstand auf dem Gebiet ist. Und was soll man sagen: es stimmt
. Mit dem geringen Beitrag akzeptiert man also auch ein wenig eventuelle "Qualitätsmängel". Um zum Punkt zu kommen: Um den Beitrag aufgrund der gebotenen Leistung zu erhöhen, müsste man meiner Meinung nach auch die Leistung fixieren, also durch Vorgaben wie vorgeschriebene Ausbildung festzurren. Da kommt dann wieder das andere Problem: Im Gegensatz zu manch einer "exotischen" Sportart ist der Bedarf an Fachkräften wesentlich größer beim Fussball. Die Gefahr, nicht ausreichend ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung zu haben, besteht durchaus. Drehen wir es doch mal anders herum: Warum würdet Ihr den Beitrag erhöhen wollen? Ich brauche kein Geld mitbringen, Material wird vom Verein finanziert (außer Ausrüstung), Spielbetrieb ist gesichert. Nur wenn ich sehe, was der Herrentrainer bekommt und was er leistet, dann schluchze ich kurz auf
. Geht es nur darum, den Wert des Fussballs anzuheben? Kurz noch der Vergleich zu einer Fussballschule: Wir haben eine in der Nähe, kostet 50,- Euro, macht super Training, Kinder werden mit Fahrdienst abgeholt und gebracht. Alleine der Fahrdienst macht schon (natürlich nicht ganz) den Unterschied zum Vereinsbeitrag aus (wenn man nicht gerade nebenan wohnt). Dazu besteht natürlich ein gewisser Anspruch ans Training, der dort auch erfüllt wird. Im Verein ist das mehr oder weniger Glückssache. Es gibt aber halt Eltern, die zahlen das, WEIL sie bereit sind, für mehr auch mehr zu bezahlen, und es gibt Eltern, die zahlen lieber weniger, weil sie auch mit weniger zufrieden sind... -
Holler, Du hast völlig recht. Genau darin liegt das Problem. Bei uns ist es ähnlich. Eine Handvoll Trainer wären ihr Geld wert, der Rest nicht. Und egal wie viel Eltern von Fußball verstehen, dafür haben sie ein Gespür. Uns geht es darum, diese Situation zu ändern. Ich habe meine "Heimat" in F- und E-Jugend gefunden und behaupte, dass ich gut ausgebildete Kinder in die D-Jugend abgebe. Das nutzt aber nichts, wenn sie dort oder später in der C "versaut" werden. Perspektivisch braucht man einen durchgängig ordentlich ausgebildeten Trainerstab. Die willigen müssen weiter gebildet, die unwilligen ersetzt werden. Da Zeit bei allen ein Engpass ist, geht das nur mit Geld. Wir sind uns im Verein aber völlig im Klaren darüber, dass wir in Vorleistung treten müssen. Wir können mit dem bestehenden Trainer-Team nicht die Beiträge erhöhen. Die Eltern würden zu Recht auf die Barrikaden gehen. Die ersten Mittel müssen daher woanders herkommen. Den Eltern muss deutlich gemacht werden, dass der Verein in die Qualifizierung der Ausbildung investiert und sie müssen spürbar feststellen, dass sich dies bei ihren Kindern bemerkbar macht. Dazu kommt auch das Thema Außendarstellung. "Tue Gutes und rede darüber", heißt es. Wenn man ein Konzept erstellt und die Mittel dafür aufgetrieben hat, muss man die Elternschaft auch während der Umsetzung damit "penetrieren". Es darf an niemanden vorbei gehen, dass sich etwas tut. Erst dann ist (möglicherweise) ein Klima geschaffen, dass eine Anhebung der Beiträge zulässt.
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Geht es nur darum, den Wert des Fussballs anzuheben?
Ich sehe das, wie der Kollege Holler.
Hier wird auf hohem Niveau gestöhnt.Tja und da keiner so richtig auf meinen Vorschlag, die Kosten mal konkret aufzulisten, geantwortet hat, versuche ich es eben:
Kosten pro Jahr und Jugendspieler (Kreisklasse, städtischer Platz, d.h., Energie- und Unterhaltungskosten sind bezahlt)
- Trikot € 10 (Preis € 40, 4 Jahre genutzt)
- Trainingsanzug € 15 (Preis € 60, 4 Jahre genutzt)
- Ball € 10 (Preis € 20, 2 Jahre genutzt)
Das sind mal gerade € 35, die man braucht, um einen Spieler auszustatten.
Bei uns kostet der Jahresbeitrag € 72 und wir haben ca 200 Jugendspieler. D.h., um weitere Kosten zu decken, stehen bei uns € 7400
zur Verfügung.
Davon werden dann- Trainingshilfen (Hütchen, Stangen, etc)
- Schiedsrichterkosten,
- Turniergebühren
- sonstige Strafen (obwohl diese eigentlich zu vermeiden sind)
locker bezahlt.
Hab ich was vergessen? Ich glaube nicht. -
Beitragserhöhungen kommen zwangsläufig da Städte und Gemeinden pleite sind und in Zukunft noch weniger Geld zur Verfügung haben.Die Beitragserhöhungen für sinnvolle Fußballzwecke kommen noch obendrauf.
Dazu kommt offensichtlich eine deutlich geringe Bereitschaft von Eltern persönlich etwas für Ihre Kinder zu tun, damit meine ich Begleitung zu Spielen (auch Fahrdienst), Mannschaftswäsche waschen, Hilfe bei Turnieren und so weiter. Wer geht heute noch rodeln mit seinen Kindern? Es entsteht immer deutlicher eine Dienstleistungsgesellschaft, und wir Vereine sind inzwischen Dienstleister. Ob wir wollen oder nicht! Mit dem Problem daß man für 5,-- EUR Beitrag nicht die erwartete Dienstleistung leisten kann - wie auch?
Witzig oder auch typisch ist, das Unterstützung am ehesten von Denen kommen die schon genug machen im Verein.
Und die Spieler die gekommen sind um Geld in einer "höheren" Mannschaft zu verdienen haben selten Lust auf Ehrenämter.Trotz sozialer Komponenten in unserer Beitragsgestaltung halte ich mittelfristig nur Erhöhungen in kleinen Schritten für möglich. Gleichzeitig sollte man ein Vereinskonzept erarbeiten um die Qualität der Betreuung auch zu erhöhen. Und den Versuch andere Eltern ins Boot zu ziehen nicht auslassen. Das ist schon schwierig genung.
Die Trainerbezahlung kann man auch Mannschaftsbezogen angehen,
wenn man z.B. für 15 Kinder einen Trainer sucht dann sucht man einen Ehrenamtlichen und einen Bezahlten.
Je nachdem wen man findet kann man den Eltern anbieten den Trainer persöhnlich zu bezahlen oder man hat halt keinen Trainer und trainiert die Mannschaft selbst.In unserem Verein sind von 5 Jugendtrainern 4 Pappatrainer, sprich ein Sohn spielt in der betreuten Mannschaft. Oder auch, ich bin Trainer geworden damit mein Sohn Fußball spielen kann.
weiter fruchtbare Diskussion wünscht
thom
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Kosten für eine Mannschaft im Jugendbereich
Trickot, 0,00 Euro (drei Sätze, 10, 7, 3 Jahre alt, ...gesponsert)
ein Satz mit 25 bunten Hütchen, cirka 24 Euro (verrottet nach cirka 10000 Jahren) = Einmalanschaffung für 10 Jahre
13 Bälle vom Verein gestellt, ...pro Jahr cirka 3 neue Bälle im Austausch a cirka 20 Euro = 60 Euro dividiert durch 12 Monate = 5 Euro im Monat
1 Trainingsbuch, selber bezahlt, Sportschuhe und Anzug dito
Platz, Platzwart, Platzpflege, Wasser und Gas für Heizung/Dusche, ...zahlt soweit mir bekannt, die Stadt
Mannschaftsfahrt zahlt jeder für sich privat, weil ich keine Kasse gemacht habe
Trainerkostenpauschale 50 Euro pro Monat
Meldegebühren für die Mannschaft im "Ligabetrieb" geschätzt 50 Euro = 5 Euro im Monat
Tornetze alle cirka 5 bis 8 Jahre geschätzt = 2 Euro pro Mannschaft im Monat
Gesamtsumme pro Monat: cirka 62 Euro (Hütchen nicht eingerechnet)
Mitgliedsbeitrag für ein Kind im unteren Jugendbereich im Mittel cirka 6 Euro pro Monat mulipliziert mit 13 Spielern = 78 Euro
Hierbei muß ich bedenken, dass bei 33 Jugendmannschaften die hinteren Mannschaften teilweise mit bis zu 25 Kinder bestehen.
Nicht eingerechnet sind Finanzierungskosten anteilig pro Mannschaft von cirka 200000 Euro für einen Umbau und Anbau, wobei hier der Gesamtverein dafür berechnet werden müßte, also + Leichtathleten usw..
Hierbei sollte man mehreres im Hinterstübchen bedenken, z.B.:
Nicht jeder Verein zahlt eine Trainerkostenpauschale. Trainer stiften diese Pauschale oft. Trainer leisten cirka -an meinem persönlichen Beispiel bemessen- cirka 30 bis 35 Stunden im Monat bei zwei Trainings + Spiele.
Dementgegen zahlen die Eltern für das Kind cirka 6 Euro im Monat für cirka 20 Stunden Fußball im Monat + 8 Stunden für die Beaufsichtgung während des Umziehens und Duschens = 28 Stunden + Versammlungen und private Zeit für die Trainingsvorbereitung, ....macht dann die angegebenen 30 bis 35 Stunden des Trainers. Hierbei sind die Fahrtzeiten zum Trainingsgelände und zurück nicht bedacht. Eine Putzfrau verdient im aller aller schlechtesten Fall 7 Euro die Stunde. Für 7 Euro findet man die nicht!
Man findet aber auch kaum jemanden, der das Ehrenamt betreiben möchte. Hier kommen -wie bekannt- Eltern in Betracht, ....die kommen und gehen aber wieder. Teilweise haben diese Leute es wirklich gut erledigt, bis Sohnemann selbständig war, andere hinterließen einen Scherbenhaufen und es begleitete sie eine Wolke des Streits. Ich würde hier vielmehr auf die eigene Jugend setzen, denn die wissen wies im Verein läuft, ...wie die Regeln sind. Diese Leute zu ermutigen für ihr Hobby noch mehr zu tun, sprich ein Ehrenamt zu übernehmen, um diesen letzten Kick zu geben für ein echtes JA, dafür würde ich letzendlich die Beiträge auch erhöhen. Die sollen mit Kohle in der Tasche nach Hause gehen dürfen, sie sollen nicht das Gefühl bekommen, ausgenutzt zu werden etc.. Das hat mit langfristigem Managment zu tun, ...wer das nicht erkennt, der wird ewig Probleme haben bei der Besetzung der Mannschaften mit Trainern, ...hier liegt Potenzial, oftmals ungenutzt. Was glaubt ihr wohl was für einen 15, 16, oder 17jährigen 50 Euro im Monat wären. Diese Leute sind potenzielle Cotrainer und würden da hineinwachsen.
Das hier beschriebene ist ein weiteres Argument für eine satte Beitragserhöhung.
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bei uns in der gegend stehen vielleicht 4 von 20 vereinen finanziell ganz gut da , der rest ist nicht gerade auf rosen gebettet , bei euren schönen rechnungen vergesst ihr auch immer die ganzen nebenkosten die ein verein hat . platzwart , wasser , strom usw zahlt bei uns nicht die stadt (schön wärs
) . auch hat nicht jede nachwuchsmannschaft bei uns einen kader aus 15+ spielern ...die aussage es wird auf "hohem niveau" gestöhnt kann ich da überhaupt nicht nachvollziehen !
mfg
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Kosten einer Jugendmannschaft (ab D-Jugend) bei uns pro Jahr
Heizung, Strom, Wasser: 750 €
Beiträge zum Fußballverband und Landessportbund (Versicherung etc.): 70 €
Schiedsrichterkosten: 600 €
Verbandsstrafen (meist zu spät gemeldete Ergebnisse): 50 €
Ausbildungsentschädigungen Verlust: 333 €
Material (Tore, Tornetze, Hütchen, etc.): 200 €OHNE einen Trainer bezahlt zu haben, sind wir somit bei 2003 € pro Jahr.
Das, was man für einen Trainer ausgibt, ist ja variabel. Aber da wir 3x die Woche trainieren ab der D-Jugend und auch relativ weite Auswärtsfahrten haben, sind da so 150 bis 200 € pro Monat angebracht. Sind also weitere 1500 bis 2000 € pro Jahr (10 Trainergehälter im Jahr). Macht bei 18 Spielern einen Monatsbeitrag von 16,21 bis 18,53 €.
Bei einer jüngeren Mannschaft (G bis E-Jugend)
Heizung, Strom, Wasser: 150 €
Beiträge zum Fußballverband und Landessportbund (Versicherung etc.): 70 €
Schiedsrichterkosten: 350 €
Verbandsstrafen (meist zu spät gemeldete Ergebnisse): 50 €
Ausbildungsentschädigungen Verlust: entfällt
Material (Tore, Tornetze, Hütchen, etc.): 200 €OHNE einen Trainer bezahlt zu haben, sind wir hier bei 820 € pro Jahr.
Hier wird nur 2x die Woche trainiert und im näheren Umkreis gefahren, daher wären vielleicht 75 bis 100 € Minimum pro Monat angebracht. Macht bei 11 Spielern 11,90 € bis 13,79 € im Monat.
Soweit die bittere Realität, wenn man alles nur auf die Eltern umlegt.
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Chris, abzüglich von Vereins,- bzw. Mannschaftsevents wo man Erfahrungsgemäß mit einem Plus herausgeht.
Diese Gelder dürfte man den Kosten wohl entgegen rechnen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass diese Gelder auch nur wieder eingenommen werden können, weil Eltern, Trainer und andere Verantwortliche viele viele STunden investieren/spenden.
Gut fände ich auch, hier eine Budgettierung einzuführen. Das hat man, das kann man in Prozenten auf die Mannschaften verteilen. Hierbei finde ich den Gedanken auch gut, den Jugendfußball für sich laufen zu lassen, zumindest aber die Fußballabteilung selbständig arbeiten zu lassen. Die Leichtathleten beschweren sich oft, dass sie ja kaum Kosten verursachen usw..
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Mir gings bei der Aufstellung darum:
Was würde der Spaß kosten, wenn Eltern wirklich das bezahlen, was geleistet wird. Ich will auf unseren Elternabenden so argumentieren:
"Wenn ihr das, was wir hier leisten, bezahlen müsstet, würde euch das 16,21 bis 18,53 € monatlich kosten. Durch Zuschüsse der Senioren, durch Turniere etc. können wir den Beitrag aber auf 11 € monatlich drücken."
In unserer Realität sieht das noch anders aus. Die genannten Zahlen sind die, um unseren jetzigen Betrieb aufrecht zu erhalten. Der ist, wie bereits gesagt, nicht besonders toll.
Wenn wir uns so aufstellen, wie uns das vorschwebt (inkl. Ausrüstung für die Kinder vom Verein) kommen wir auf einen Monatsbeitrag von ca. 25 € bei den älteren Mannschaften und - jetzt wirds richtig lustig - wenn die jüngeren Mannschaften auch Trainer bezahlen, käme das dort sogar auf 26,80 € pro Kind. Trainerkosten sind einfach der größte Posten in so einer Rechnung, und da in einer älteren Mannschaft 18-20 Spieler einen Trainer bezahlen und in einer jüngeren Mannschaft nur ca. 10-11, werden Trainer für die Jüngeren von den Älteren quersubventioniert! Das war mir so auch noch nicht bewusst, finde ich aber sehr interessant!
Wir sagen also:
Wir stellen uns neu auf, bieten das und das und das.Das würde euch bei 1:1 Umlegung der Kosten auf die Eltern 25 € für Spieler ab der D-Jugend und 21 bis 26 € für Spieler ab der G-Jugend im Monat kosten. Wir können es aber dank Veranstaltungen und Zuschüssen für 17 € für die Älteren und 10 € für die Jüngeren anbieten.
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Material (Tore, Tornetze, Hütchen, etc.): 200 ?
Kauft ihr das alles jedes Jahr neu?
