Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Ich bin immer wieder überrascht wie viele Mannschaften mit Kampfkraft (übertriebene Härte), List (Elfmeterschinden etc.) und Tücke (Manipulation durch eigene oder bekannte Schiedsrichter, Passbetrug etc.) versuchen Spiele zu gewinnen, ohne ausreichend dafür zu sorgen, das sich ihr eigenes Team spielerisch so weiter entwickelt, das sie die Spiele von selbst gewinnen.

    Warum nutzen einige ihre Kraft und Energie dafür andere zu betrügen bzw. zu verletzen, aber nicht dafür die eigenen Kids optimal spielerisch weiter zu bringen?

    Mir fällt es deshalb auf, weil ich sehr viele Spiele beobachte, um Spielerinnen zu sichten und die Qualität der meisten Mannschaften in unserer Region einschätzen zu können.

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Ich denke mir das es einfach nur erfolgsgeile Trainer sind die schnell erfolg haben wollen ohne dafür zu arbeiten. Ich habe für sowas absolut kein verständnis X( da ich selber auch Schiri bin . Was ist denn schöner ein aus eigener Kraft erarbeiterter erfolg oder ein geschenkter erfolg?! Ich hätte ein richtig schlechtes gewissen bei so einer aktion. Und ich denke díese Trainer haben auch nichts im Kinder- bzw Jugendfussball zu suchen!!!!!

  • An anderer Stelle beschrieb ich die aus meiner subjektiven Sicht geschehene Unsportlichkeit, wo ein Trainer mit 15 Mann gegen 11 Mann ohne Auswechsel auf Grund eines Planungsfehlers antrat, der nicht bei der Trainerin des 11`er Teams zu finden war. Ich hätte hier als Trainer des 15`ner Teams mein eigenes Team gefragt, ob jemand bereit wäre, in das fremde Trickot zu springen, damit alle Spielen können und es fair zu geht.
    Einige von Euch gaben an, hier den gegnerischen Trainer gut zu verstehen und man hätte hier auch so reagiert. Diese Aussage erfuhr ich zu diesem Thema auch vereinzelt aus meinem Verein.

    Und da wunderst Du Dich, dass es so abläuft, wie Du es beschreibst? Ich nicht!

    Den Kindern wird hier meiner persönlichen Meinung und meinem empfinden entsprechend genau das falsche vorgelebt. Es wird hier -bestimmt unbewußt- aber suggeriert, dass das o.k. ist, das es o.k. ist hier "erbarmungslos" den Gegner bis zu dessen Erschöpfung platt zu spielen. Hinterher wird sich dann über einen wahrscheinlichen Sieg auch noch gefreut. Hätte der Trainer das so gemacht wie ich es für richtig halte, dann hätten sie mehreres unbewußt gelernt, z.B.

    -Fairness, Entgegenkommen, Kompromissbereitschaft, Sportlichkeit, Menschlichkeit usw.

    So haben sie auch etwas gelernt wie z.B.

    -sei Hart, denn Du bist im Recht, Gewinnen ist unheimlich wichtig, koste es was es wolle, Rücksicht ade, denn die haben ja einen Fehler gemacht und wir sind so gerecht und sollen die doch laufen, wir haben ja vier Auswechselspieler, bloss kein Mitleid. JA, und der Trainer, der Erwachsene, ...der hat uns ja gezeigt was richtig ist. Gutes Vorbild, RESPEKT!

    Mein Beispiel ist nur ein ganz kleines, aber ich finde, genau hier geht es los. Diese Kinder werden bei solch einer Einstellung auch noch das ein oder andere unsoziale Ergebnis ihres Trainers kennen lernen. Und wenn Sie dann mal 20 oder 30 Jahre älter sind und selber eine Mannschaft trainieren und vielleicht nicht Einstein heißen, ...was glaubt ihr wohl, ob bcefferen Beobachtungen abreissen werden? Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Leider haben wir alle schon einmal die Dinge erlebt, die bcefferen zu Recht anprangert. Auf die Frage nach den Hintergründen fallen mir spontan 3 Hauptgründe ein, die einzeln oder auch zusammen zutreffen können:

    - Falsche (erfolgs- und nicht ausbildungsorientierte) Denkweise und daras resultierender Erfolgsdruck durch die Vereine

    - Erfolgsgeilheit der Trainer (und/oder Eltern)

    - Unfähigkeit der Trainer, die ihnen anvertrauten Kids auch wirklich altersgerecht auszubilden

    Aus meiner Sicht müssen wir halt alle in unserem Umfeld versuchen, die Situation in kleinen Schritten zu verbessern.

    Das ist zwar sehr mühselig und häufig auch frustrierend, aber aus meiner Sicht auch die einzige Möglichkeit.

    Hatte am Wochenende auch wieder ein kleines Frusterlebnis:

    Witterungsbedingt musste man den Platz unseres Gastgebers eigentlich als unbespielbar erklären (Eis und Schnee wie an den meisten Orten). Dennoch wurde durch den Gastgeber (und auch dessen Schiedsrichter, der sich dann als typischer Heimschiedsrichter herausstellte) der Platz für bespielbar erklärt. Der Grund war klar: unser Gegner erhoffte sich aufgrund der Platzverhältnisse, die kein Fußballspielen zuliessen, Vorteile für sein spielerisch deutlich unterlegenes Team, welches im Zweikampfverhalten die Grenze der Fairness des öfteren überschritt (ohne dass der Schiri einschritt).
    Am Ende haben wir dann das Spiel trotzdem sicher gewonnen und ich war aufgrund der Rahmenbedingungen froh, dass sich nicht noch jemand verletzt hat. Bezüglich der Hintergründe bin ich mir aber nicht sicher, ob es an der generellen Einstellung des gegnerischen Trainers lag oder ob dieser zu viel Druck hatte, mit seinem abstiegsbedrohten Team auch endlich gegen einen Gegner aus der Spitzengruppe zu punkten.

    Man muss parallel immer wieder an sich selbst arbeiten, um die gewollte Vorbildfunktion auch ausfüllen zu können. Ich gebe aber offen zu, dass mir das am letzten Samstag schwer gefallen ist.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Einmal editiert, zuletzt von Coach99 ()

  • "wir alle lernen aus den Medien, daß es nur einen Gewinner geben kann"
    Bei 2ten oder 3ten spricht man bereits von Verlierern, und analysiert wie es zu einer "Niederlage" kommen konnte. Man kommentiert den Fußball mit höchst kriegerischer Wortwahl, ich sage nur Kämpfen, Besiegen, Härte, taktische Fouls.
    Versuchten Betrug umschreibt man mit Schlitzohrigkeit - ich sag nur Schwalben, oder plötzliches Zusammenbrechen von Spielern bei leichten Berührungen in Gesichtsnähe.

    Selten hört man etwas wie Sportlichkeit, Besonnenheit, Spiel , Freude , Ehrlichkeit.

    Versucht mal für Euch ein Spielbericht zu verfassen ohne kriegerische Worte, dabei komme ich regelmäßig ins schlingern.

    Ich denke uns Trainern fehlt es an ein wenig Demut, an Erkenntnis dass so manches Super Team von Talenten lebt die zufällig in dieser Mannschaft spielen. Nein Trainer die hast nicht Du geformt, die sind mit Talent zur Welt gekommen und wären in einer anderen Mannschaft genau so gut wie in deiner. Und hab ich selbst ein Team von durchschnittlichen Kindern kann ich mit dem Team noch so gut und lange traineren, das Team mit den Ausnahme Spielern krieg ich auch dann nicht zu fassen wenn der andere Trainer 0 Ahnung hat.

    So laßt es uns sportlich nehmen und versuchen realistisch zu bleiben, wichtig ist Spaß, und es ist ein Segen daß sich Spaß nicht nur über Erfolg definiert.

    liebe Grüße
    Thom



    Bundestrainer 8) Fernseh - Lizenz

  • Moin,

    gehts im Sport nicht um gewinnen? The winner takes it all.

    Generell wieder ein Gesellschaftsproblem. Schaut Euch doch mal an was die Kids mit auf den Lebensweg bekommen. "Setz dich durch", "du musst der beste sein" usw. In der Schule sind, trotz Klassenverband, alle Einzelkämpfer. Vergleichen ist dort schon von klein an normal. "Der Beste" ist halt der mit den härtesten Ellenbogen.

    Diese Kids treffen dann auf einen erfolgsgeilen (was ist überhaupt Erfolg im Jugendfussball?) Trainer, der sich ebenfalls nur selber profilieren will (da er ja jetzt einen Trainerschein hat fühlt er sich zu höheren Aufgaben berufen). Das ist eine ziemlich unheilvolle Allianz. Wenn dann noch eine gewisse Skrupellosigkeit dazu kommt, wenn die erwünschten Ziele nicht erreicht werden, dann gehts die Spiral der Unfairness steil nach oben.

    Lösung: Abschaffung aller Tabellen bis mindestens C-Jugend.

    ciao
    BB

    ---- Sinnvoller Einsatz der Shifttaste sowie der Interpunktion erhöht die Lesbarkeit aller Postings signifikant. ---

    Einmal editiert, zuletzt von Big Bopper ()

  • Bei uns in Ö gibt es bis zur E-Jugend (sprich U10, Jahrgang 1999 und jünger) KEINE Tabellen, sondern wird alles in Turnierform ohne Ergebnis gespielt. Jedes Wochenende spielt man gegen 3-4 andere Gegner in Turnierform. Trotzdem bleibt das Erfolgsdenken der Kinder/Eltern/Trainer nicht aus! Führt auch der Veranstalter keine Tabelle und es gibt keine Siegerehrung etc., notieren sich die Eltern eifrig die Ergebnisse.

    Ich versuche meine Kleinen so zu schützen, in dem ich die Eltern bei Turnieren auf die Tribüne schicke und sie absolutes Verbot haben, das Spielfeld oder die Kabine vor, während und nach dem Spiel zu betreten. Weiters versuche ich das ehrgeizige denken der Kids nicht auf den SIEG auszurichten, sondern auf Teilerfolge während dem Spiel, egal wie dieses endet (zB. ein gewonnener Zweikampf, ein verhindertes Tor, ein erzieltes Tor, ein gelungener Pass) Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Spaß an der Sache! Auch wenn die Kids sich über einen Sieg oder Unentschieden wahnsinnig freuen, versuchen wir aus einer Niederlage das positive hervorzuheben. Und ich habe den Kids eingeredet, wenn die Eltern/Großeltern/etc. fragen, wie sie denn gespielt haben, dann sollen sie antworten: "GUT HABEN WIR GESPIELT!"

    Man kann bestimmt die Strukturen ändern und Tabellen in der Jugend abschaffen, aber das Erfolgsdenken einzelner Eltern und Kinder kann man dadurch nicht stoppen. Da muss man als Trainer selbst dagegen wirken, auch wenn es für einen selbst nicht immer leicht ist, denn wer möchte denn nicht gerne gewinnen! ;)

  • Zitat:


    bcefferen schrieb am 25.11.2008 16:03

    Warum nutzen einige ihre Kraft und Energie dafür andere zu betrügen bzw. zu verletzen, aber nicht dafür die eigenen Kids optimal spielerisch weiter zu bringen?

    QUOTE]

    Ich sage einfach, weil sie es nicht können. Es gibt soviele Leute, die auf Kinder losgelassen werden, die absolut ungeeignet sind. Ketzerisch ausgedrückt: Wenn mir Voraussetzungen fehlen, um eine Mannschaft zu trainieren, dann muss ich eben schauen, wie ich mit anderen Mitteln zum Erfolg komme.

    Diesen Leuten fehlt auch meistens die Realität zum Fußball. Sie können weder ihre eigene Mannschaft noch den Gegner einschätzen, weil sie nicht über den Tellerrand hinausschauen.
  • Ich denke, die meisten Trainer, Betreuer oder wie auch immer können nicht mal was dafür, und das ist gerade das schlimme daran!
    Warum trainiert Ihr Eure Kids? Ab und zu denke ich mal darüber nach, warum ich für quasi nix mich zu Hause hinsetze, über Trainingspläne brüte, mich mit den Kindern gedanklich auseinandersetze und manchmal den Hausfrieden riskiere, weil ich mal wieder etwas für Fussball mache. Ich komme dann (Gott sei dank :] ) zu dem Schluss: Weil es einfach Spass macht, den Kindern etwas beizubringen, sie zu entwickeln. Aber ich behaupte einfach mal, die meisten Trainer kommen ins Erklärungsnot, wenn man sie nach einer vernünftigen Erklärung fragen würde, warum sie das machen. Viele definieren ihren Auftrag alleine über das trainieren der Kinder, damit sie am Wochenende das Spiel gewinnen. Was manche für Mittel heranziehen, um dieses Ziel zu verfolgen, ist manchmal schon wieder zum mitleidvollen Schmunzeln, so schlimm ist es. Wenn das Ziel aber nicht erreicht wurde und diese Trainer sich dann auch dementsprechend verhalten, dann wirds manchmal richtig schlimm. Aus dieser falschen Zielsetzung heraus werden aus teilweise wirklich nicht für Kinder geeignete "Trainer" diese "Um-jeden-Preis-gewinnen-Müsser", die dann auch meist ihr ganzes Umfeld, Eltern, Kinder, mitziehen.
    Wir hatten gerade Jahreshauptversammlung bei uns im Verein. Unser Jugendleiter ist ein wirklich netter und in diesem Bereich auch sehr vernünftiger Mann. Sein Bericht über unsere Jugendmannschaften kam aber in jeder Mannschaft für jeden Zeitraum auf ein und denselben Punkt: der zum Saisonabschluss erreichte und jetzige Tabellenplatz. Und das ist ja nicht nur bei uns im Verein so, sondern überall. Natürlich besteht Fussball und zum Teil das ganze Leben aus dem Erreichen von Zielen. Natürlich wollen wir alle gewinnen, wenn es geht recht häufig. Aber ich denke, die meisten sind einfach nicht in der Lage, die eigene Leistung mit dem Erreichen eines Entwicklungsstandes oder vielleicht einfach nur einer vernünftigen kontinuierlichen Betreuung zu definieren. Da muss dann halt das nackte Ergebnis herhalten, und dafür tut manche scheinbar so einiges, leider.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

    Einmal editiert, zuletzt von Holler ()

  • servus,


    also an den themenstarter: du hast absolut recht! es gibt nichts schlimmeres als solche "übungsleiter", die ihren kindern oder jugendlichen schon in diesem zarten alter einbleuen, man müsse den gegenspieler richtig schön ummähen und die knochen nummerieren.


    was hab ich bitte davon? genau das, was unseren deutschen fußball ausmacht! unsere spieler sind keine lupenreinen techniker sondern holzer. man bezeichnet den deutschen fußball ja nicht ohne grund als eher "stämmig".
    der DFB sorgt ja mittlerweile für eine technikorientierte ausbildung wie bei den brasilianern aber bis das früchte trägt, fließt noch ne menge wasser den rhein herunter.


    erst letztens hatte ich ein erlebnis diesbezüglich: ich war beim weihnachtsturnier unserer b-jugend und beim letzten spiel ist einer unserer spieler mit einem gegnerischen aneinandergeraten. der gegnerische hat unseren angespuckt und ein anderer trat ihm gegen das bein, und dass nur, weil unserer ihm nach dem spiel irgendwas zugemurmelt hat.
    der b-jugend trainer und ich standen danach draußen vor der halle und haben darüber disskutiert. da mischte sich irgendwer ein und sagte:"also ich würde mir dass auch nicht gefallen lassen, wenn einer so etwas zu mir sagt!"
    aber ist das anwenden von gewalt die richtige lösung??
    ich denke nicht!

    "Ihr vier spielt jetzt drei gegen zwei!" ;)


    "Der Verteidiger wurde fair vom bein getrennt!"


    "es ist enorm wichtig, dass man neunzig minuten hundertprozentig ans nächste spiel denkt!"

  • Hi ;)
    Ich bin neu hier im Forum, bzw. lese es schon lange aber hab bisher noch nichts geschrieben da ich meistens der selben Meinung wie die anderen Poster war.


    Aber hier kommt es mir grade so vor, als wäre der Wille zu gewinnen schlecht? So hört es sich zumindest für mich von einigen an.
    Ich finde der Wille zu gewinnen sollte den (in meinem Fall) Jungs sehr wohl vermittelt werden. Immerhin ist einer der großen Spassfaktoren beim Fussball der Vergleich.
    Ich denke aber, dass es mehr als falsch ist, egal in welcher hinsicht, seinen Spielern unfaire Methoden "nahe zu legen". Vielmehr müssen sie lernen mit Niederlagen umzugehen.


    Einige der Attribute die ihr hier als solche unfairen Methoden darstellt finde ich allerdings persönlich O.K.
    So zum beispiel der Kampf. Kampf ist finde ich ein sehr probates Mittel gegen spielerisch bessere Mannschaften anzukommen oder in ein Spiel das grade nicht so läuft zu finden. Natürlich auch hier wieder nicht der unfaire Kampf, übertrieben in Zweikämpfe gehen oder sowas (wobei das bei einer wirklich kämpfenden Mannschaft durchaus mal vorkommen kann. Und jeder der selbst Fussball spielt wird das glaube ich auch verstehen, da geht man schon mal eher unbeabsichtigt zu arg in den Zweikampf)
    Auch List und Tücke find ich vollkommen in Ordnung. Auch hier gilt natürlich die Art und Weise. Schwalben sind natürlich nicht ok. Andererseits besteht jedes Dribbling aus List und Tücke. Und das Elfmeterschinden finde ich auch nicht grundverkehrt. Wenn man im Sechzehner gefoult wird (ok, das ist zugegebenermaßen echt Situationsabhängig) warum sollte man sich nicht auch mal fallen lassen? Diese Situation kennt auch jeder aktive Fussballer, man wird gefoult, könnte zwar irgendwie noch komisch an den Ball kommen und weiterlaufen, aber dann stünde eventuell schon der nächste Gegner in der Nähe. Klar, das beibringen von solchem "bei Berührung fallen lassen" ist Mist, aber verteufeln würde ich es auch nicht.


    Ich sage den Jungs immer, das nicht das Gewinnen oder Verlieren das wichtige ist, sondern die Art wie man gewinnt oder verliert. Gut gespielt und trotzdem verloren? Das kommt bei den besten Mannschaften vor. Schlecht gespielt und gewonnen? Das wird genau so angesprochen.



    Zitat

    erst letztens hatte ich ein erlebnis diesbezüglich: ich war beim weihnachtsturnier unserer b-jugend und beim letzten spiel ist einer unserer spieler mit einem gegnerischen aneinandergeraten. der gegnerische hat unseren angespuckt und ein anderer trat ihm gegen das bein, und dass nur, weil unserer ihm nach dem spiel irgendwas zugemurmelt hat. der b-jugend trainer und ich standen danach draußen vor der halle und haben darüber disskutiert. da mischte sich irgendwer ein und sagte:"also ich würde mir dass auch nicht gefallen lassen, wenn einer so etwas zu mir sagt!" aber ist das anwenden von gewalt die richtige lösung?? ich denke nicht!


    Mhh schwere Situation, allerdings finde ich nicht die Reaktion das schlimmste ist, sonder die Aktion von dem Gegenspieler. Spucken ist nunmal das Schlimmste was man machen kann, und grade wenn der Schiri das z.B. nicht sieht entstehen gefährliche Situationen. Ganz ehrlich und offen gesagt in meiner Jungendzeit (ist jetzt noch nicht soo lange her) hätte ich meinen Gegner wohl verprügelt, rote Karte hin oder her. Und selbst mitlerweile würde ich das im nächste Zweikampf noch klären. Allerdings würde ich sowas meinen Jungs natürlich niemals sagen ;)


    Hoffe damit mache ich mich nicht gleich unbeliebt ;)


    Gruß Peter

  • Spucken ist sicherlich eine Sauerei, aber bei weitem nicht das schlimmste!


    Das schlimmste sind übele Fouls, die zu erheblichen, langwierigen Verletzungen führen. Schlimm wenn Gegenspieler für bewusste Fouls die zu Knochenbrüchen und Meniskus- und Kreuzbandverletzungen führen, die zu Verletzungen führen die 6-10 Monate dauern.
    Im besten Fall erhalten Sie für diese bewusste Körperverletzung 2-4 Wochen Sperre. Im besten Fall gehen sie absolut straffrei aus. Für mich bzw. die Verletzten Spielerinnen sind solche Strafen ein absoluter Hohn.
    Aus meiner Sicht müssten dieser Spieler/Spielerinnen mindestens genauso lange gesperrt werden wie die Verletzung des jeweiligen Spielers/Spielerin durch diese Verletzung aus dem Verkehr gezogen wird.


    Hört sich erst einmal sehr hart an, bedeutet aber letztlich nur das bewusste Fouls dazu führen das die Verursacher mindestens genauso benachteiligt werden wie der Spieler/Spielerin der/die gefoult wurde bzw. so lang wie der benachteiligte Verein auf seinen/seine Spieler/Spielerin verzichten muss.

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Sehe das ähnlich wie Peter_Pan und möchte hier auch mal etwas plakativ eine Gegenposition beziehen, zudem was einige hier so äußern bzgl. "Gewinnen":


    Fussball ist ein Sport. Sport hat für mich auch etwas mit Leistungsvergleich zu tun, sonst könnte ich auch Briefmarken sammeln. Dieser Leistungsvergleich muss messbar sein, sonst kann man Leistungen nicht vergleichen. Das passiert wie im Sport so üblich auch im Fussball und zwar anhand von Toren; wer mehr davon hat am Ende der Spielzeit hat gewinnt. Aber einen Sieg bekommt man vom Gegner meist nicht geschenkt, d.h. es erfordert einen gewissen Ehrgeiz und persönlichen Einsatz diesen Sieg zu erreichen. Mit solchen Zielen/Vorgaben lässt sich Druck erzeugen und der Mensch, der unter Druck ist und mit dieser Situation umzugehen weiß, weil er lernfähig ist, steigert seine Leistungen und verbessert sich.


    Die Frage ist nun nach den Mitteln dieses Ziel zu erreichen. Da wurden hier im Thread genug negative Beispiel geliefert, wobei ich einiges auch durchaus für legitim halt, anderes sicher nicht (absichtliches verletzen ...), aber vieles passiert so, weil die Leute keinen anderen Weg sehen Erfolg zu haben. Definiert man Erfolg langfristig oder kurzfristig? Klar sollte der langfristige Erfolg Priorität haben, allerdings ist der schwieriger messbar und oft auch nicht im eigenen Einflussbereich (Mannschaft nicht über Dekaden hinweg trainierbar). Daher wird oft nur der kurzfristige Erfolg gesehen, weil der durch das Spiel am nächsten Samstag greifbarer ist.
    Nur wer von euch geht in die Kabine und erzählt nur was über den eigenen langfristigen Plan? Da gehts um den Sieg gleich! Da darf man seine Spieler doch auch mal heiß machen, sie motivieren und antreiben, gleich alles zu zeigen. Natürlich muss man hier auch Grenzen setzen bzgl. Fairness etc. Nur deswegen gleich die Tabellen bis zur C-Jugend oder so abzuschaffen, weil einige vielleicht manchmal übers Ziel hinausschießen, finde ich verkehrt. Meine Jungs wollen am Ende sehen ob sich ihr Einsatz gelohn hat, ob man am Ende oben steht, den Aufstieg feiern kann oder ob es nicht gereicht hat, weil andere, obwohl man alles gegeben hat, halt doch besser waren.


    Außerdem sieht man sich immer mehr als einmal im Leben und mir ist es schon oft passiert, dass dann im erneuten Aufeinandertreffen vergangene Taten sich rächen können.