Unterstützung C-Jugend ohne Vorbereitung

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  • Hallo zusammen,


    ich bin etwas unverhofft in eine schwierige C-Jugend-Situation geraten und hoffe auf eure Erfahrung.


    Ich trainiere seit Jahren im G- bis F-Jugend-Bereich und habe diese Mannschaft auch weiterhin. Zusätzlich habe ich angeboten, bei der C-Jugend auszuhelfen. Deren Qualirunde lief sehr schlecht, fast alle Spiele gingen zweistellig verloren. Einige Spieler haben das Team schon verlassen oder angekündigt aufzuhören. Zum Training kommt meist nur ein harter Kern von 8 bis 10 Kindern. Ich finde es schade, wenn Jugendliche in dem Alter die Lust verlieren, deshalb helfe ich aus. Ich bin als Co-Trainer eingestiegen und habe keine Ambitionen auf mehr das macht es aber auch schwer Verbesserungen beim eigentlichen Trainer anzubringen. Der Haupttrainer begleitet die Jungs seit der E-Jugend und investiert viel Mühe in die Vorbereitung.


    Das erste Training habe ich nur beobachtet, ich wollte ein Gefühl für das Leistungsniveau bekommen. Beim Torschuss aus 16 m ohne Gegner und ohne Zeitdruck haben rund 90 % der Schüsse das leere Tor verfehlt. Passgenauigkeit und Ballannahme sind entsprechend schwach. Im Zweikampf wird oft blind angerannt, der schwache Fuß wird garnicht genutzt etc.


    Ich sehe auf den ersten Blick drei Schwerpunkte für die aktuelle Situation:


    Die fehlende Disziplin: Es sind meistens einzelne Störer dabei die das ganze Training stören. Manchmal sind gerade die Störer im nächsten Training die konzentrierten Spieler die dann ihren Unmut über fehlende Konzentration äußern. Einzelne Kinder meiden das Training, wenn bestimmte Mitspieler -die häufig das Training stören- dabei sind.

    Störungen betreffen meist einzelne Kinder, trotzdem wird oft die ganze Gruppe ermahnt (ca. 1-2x pro Training). Ich würde bei dem Altersbereich die einzelnen Störer -rausziehen und diese direkt ansprechen bzw. bei Wiederholungen zum Laufen schicken.


    Übungen sind in der Regel zu komplex: Ein Beispiel: Die Spieler sollten angepasst werden, während ihnen eine Zahl zugerufen wird, per Schulterblick die Hütchenfarbe erkennen, entscheiden, durch welche Farbe sie laufen dürfen, und aufs Tor schießen, später ergänzt um Rechenaufgaben. Die Kinder waren teils mit dem Rechnen beschäftigt, während sie den Ball annehmen sollten. Als ich vorsichtig vorschlug, einfacher einzusteigen (ich halte im Rücken des Spielers eine der beiden Farben als Hütchen hoch), hieß es, in dem Alter müssten sie das können.


    Wenig Korrektur: Übungen und Trainingsspiele laufen weitgehend ohne Feedback. Bei einer Übung sollte die Ballannahme mit Drehung in einer flüssigen Bewegung erfolgen. Die Kinder haben stattdessen den Ball mit der Sohle gestoppt, sich gedreht und dann gepasst, ohne Korrektur. Im Spiel werden die Bälle meist schon beim Anspiel nach 2-3 Pässen hoch nach vorne geschlagen ohne dass da ein Mitspieler drankommen kann. So hat der Gegner den Ballbesitz und ein Spielaufbau findet nicht statt.


    Ich bin jetzt seit zwei Wochen dabei und versuche meine Übungen bewusst einfach zu halten. Viele Ballkontakte, hohe Intensität, direkte Rückmeldung und die Möglichkeit die Rückmeldung direkt umzusetzen. Danach möchte ich in kleinen Spielformen Gegnerdruck und Raumgefühl einbauen. Die Kinder nehmen meine Ansprache gut an, hören zu und wollen oft noch weitere Runden spielen. Der aktuelle Ablauf ist immer gleich: Warmlaufen ohne Ball, Dehnen, Übungsblöcke im Wechsel, Abschlussspiel.


    Warmlaufen ohne Ball sehe ich kritisch, aber das ist seit Jahren so etabliert und für mich aktuell schwierig anzusprechen.



    Meine eigentlichen Fragen:


    Darf und sollte ich einzelne Kinder bei wiederholtem Stören zum Laufen schicken? In der F-Jugend kriege ich das noch anders geregelt aber in der C-Jugend sehe ich das etwas anders. Wie macht ihr das?


    Wie bringe ich meine Beobachtungen beim Haupttrainer an, ohne dass er sie als Kritik an seiner Arbeit versteht? Er gibt sich wirklich viel Mühe, und ich möchte ihn nicht vor den Kopf stoßen.


    Sind meine Schlüsse nachvollziehbar? Ich komme aus dem Kinderbereich und habe wenig Erfahrung mit Teenagern, vielleicht übersehe ich etwas.


    Ich bin schon gespannt auf eure Erfahrungen!

  • Wie bringe ich meine Beobachtungen beim Haupttrainer an, ohne dass er sie als Kritik an seiner Arbeit versteht?

    Frage nach, ob Du Übungen leiten kannst, während er andere Übungen leitet und ihr die Mannschaft aufgeteilt habt. Anders wird es nicht gehen. Da kannst Du ja auch Spielformen machen statt fixe Übungen.
    Denn was Du hier anbringst, ist schlicht Kritik an der Methode des Trainers. Das ist nicht schlimm, wenn ich bei einer C-Jugend lese, dass sie den Ball nicht aus der Bewegung in die gewünschte Richtung "flüssig" mitnehmen können, dann sind wir im alleruntersten Bereich.


    Warmmachen ohne Ball ist - anders als im Kinderfußball - jetzt nicht das Hauptproblem, aber dadurch entstehen doch eben viel weniger Ballkontakte. Setze Dich da durch und schlage vor, Du machst mal das Aufwärmen und lässt sie zwar laufen, aber immer erst nach einem lockeren Pass auf 15 Meter. Zwei Gruppen, je Gruppe 2 Hütchen 20 m auseinander, Pass und dann Laufen zum Hütchen.

    Warm wird ihre Muskulatur auch so. Als simples Beispiel. Dabei coachst Du die Ballannahme. Wenns komplexer sein darf, machst Du ein Viereck. Schon müssen sie den Ball zur Seite mitnehmen. Erfolg stellt sich spätestens nach zwei Wochen ein.


    Fehlende Disziplin in dem Alter ist bis zu einem gewissen Grad hinzunehmen, solange sie Dir nicht auf der Nase herumtanzen.


    Coaching ist natürlich das wichtigste. Scheint auch der Grund zu sein, warum gewisse Dinge nicht funktionieren.
    Wenn ihr Fehler seht, dann korrigiert sie. Entweder einzeln oder Start/Stopp für alle dann.


    Also mir scheint, Du machst Dir genauso viele Gedanken, was der Haupttrainer denken könnte wie über die Mannschaft. Fokussiere Dich lieber auf Deinen Part im Training und achte nicht darauf, ob das dem Haupttrainer belasten könnte.

  • Apropos Komplexität: versuch es mal mit "chaning", d.h. den komplexen Bewegungsablauf in kleiner Einheiten zu zerlegen und vor allem vom Ende her anfangen.

  • Stimme -Nils- zu.


    Und "Der Ton macht die Musik" und man muss ja auch nicht gleich alles ändern.

    Teilt die Übungen/Gruppe auf.

    Vermutlich werde die Spieler dir und dem Chef-Trainer dann spiegeln, dass sie Korrekturen gut finden oder das Aufwärmen mit Ball mehr Spaß macht.


    Man holt sich doch auch Hilfe, weil man neue Idee haben will, daher fände ich es gut, wenn man mir Verbesserungen vorschlägt.

    Und ja, das ist natürlich Kritik, aber eben mit Vorschlägen und nicht nur "Meckern".


    Und ja, indem Alter versuchen sie dir auf der Nase rumzutanzen, wenn es nicht so wäre, würde ich mir mehr Sorgen machen 😃.


    Es sind die Störenfriede zu ermahnen und nicht alle.


    Und gibt es ggf. einen Zusammenhang zwischen zu schwierigen Trainingsformen => Frust => Störungen als Frustabbau ?