Die Quittung der Basis: Warum die Praxis die DFB-Reform gerade eigenmächtig korrigiert (Tagebuch Teil 1/12)

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  • Also als erstes möchte ich mal anmerken, dass mich die überbordende Zahl an Superlativen nervt und die Terminologie zu sehr ins polemische abdriftet. Mir fehlt es an "Seriosität" angesichts von angeblich drei Jahren Kinderfußballbeobachtung.


    Ferner irritiert mich, dass ich hier häppchenweise (seitenweise) mit dem Briefinhalt gefüttert werden soll. Warum nicht einfach den ganzen Brief hierher und fertig. Die gesamte Tonalität schreckt mich ein wenig ab. Mehr Souveränität würde dem ganzen sicherlich gut tun.


    Ich bin nun im 10. Jahr Jugendfußballtrainer und kann nur sagen, dass wir das im Württembergischen Fußballverband ganz ordentlich hinbekommen. Aktuell spielen wir - anders als der DFB empfiehlt - zwar in der E-Jugend noch im Ligasystem und fangen sogar an, nochmal einzelne Regelungen zu ändern, beispielsweise die Einführung der Rückpassregel in der U11, aber im Großen und Ganzen "machen wir es richtig".
    Die Regelung, keine Ergebnisse aufzuschreiben, hat nicht den Sinn, den Kindern das Verlieren zu ersparen. Sondern den Trainern den Drang zu nehmen, Tabellenführer sein zu müssen/wollen, was zur Folge hätte, dass er nur die stärksten Spieler spielen lässt und die Schwachen a) daheim lässt oder b) feigenblattartig die letzten 2 Minuten noch einsetzt.

    „Vielen Dank für dein Feedback! Dass dich meine Tonalität abschreckt, tut mir leid, aber wir sind hier in einem Fußballforum – da darf die Sprache ruhig so lebendig und direkt sein wie an der Seitenlinie im Matsch und im Regen.

    Warum häppchenweise? Ganz einfach: Mein Bericht umfasst 12 Seiten geballte Praxis. Würde ich diesen Berg an Text als einen einzigen, monumentalen Post hier reinwerfen, liest ihn im Zeitalter der kurzen Aufmerksamkeitsspannen kein Mensch mehr. Die tägliche, seitenweise Diskussion gibt uns die Chance, jeden Aspekt sauber und im Detail zu besprechen.

    Aber kommen wir zum sportlichen Kern deines Beitrags, für den ich dir ausdrücklich danken möchte! Du wirfst mir mangelnde Seriosität vor, lieferst aber im letzten Absatz den unumstößlichen Beweis für meine Hauptthese:

    Du bestätigst im 10. Trainerjahr schwarz auf weiß, dass ihr im Württembergischen Fußballverband die DFB-Empfehlungen in der E-Jugend komplett ignoriert, weiterhin im Ligasystem spielt und eigenmächtige Regelungen (wie die Rückpassregel in der U11) einführt! Exakt das ist doch die eigenmächtige Korrektur der DFB-Reform durch die Praxis, von der meine Überschrift spricht! Ihr merkt selbst, dass die reine DFB-Theorie am grünen Tisch für die älteren Jahrgänge nicht funktioniert, und repariert das System vor Ort nach eurem gesunden Menschenverstand. Wir tun also im Grunde genau dasselbe – ich dokumentiere es nur ungeschönt.

    Zu deinem letzten Punkt: Dass die Ergebnislosigkeit die Trainer disziplinieren soll, ist der richtige theoretische Ansatz des DFB. Die Praxis straft diesen Wunsch aber jeden Samstag Lügen, weil die erzwungene Mathematik des Feldwechsels (wie gestern beschrieben) die Kinder am Ende in absurde Sudden-Death-Szenarien zwingt, nur damit das System aufgeht.

    Da wir nun ohnehin schon mitten in der Diskussion über die reale Trainingsarbeit stecken, blättern wir jetzt ganz souverän und ohne Umschweife die nächste Seite um. Schauen wir uns an, wie viel kostbare Ausbildungszeit im ganz normalen Trainingsalltag durch absolute Konzeptlosigkeit und das Hütchen-Korsett vernichtet wird...“

  • Also als erstes möchte ich mal anmerken, dass mich die überbordende Zahl an Superlativen nervt und die Terminologie zu sehr ins polemische abdriftet. Mir fehlt es an "Seriosität" angesichts von angeblich drei Jahren Kinderfußballbeobachtung.


    Ferner irritiert mich, dass ich hier häppchenweise (seitenweise) mit dem Briefinhalt gefüttert werden soll. Warum nicht einfach den ganzen Brief hierher und fertig. Die gesamte Tonalität schreckt mich ein wenig ab. Mehr Souveränität würde dem ganzen sicherlich gut tun.


    Ich bin nun im 10. Jahr Jugendfußballtrainer und kann nur sagen, dass wir das im Württembergischen Fußballverband ganz ordentlich hinbekommen. Aktuell spielen wir - anders als der DFB empfiehlt - zwar in der E-Jugend noch im Ligasystem und fangen sogar an, nochmal einzelne Regelungen zu ändern, beispielsweise die Einführung der Rückpassregel in der U11, aber im Großen und Ganzen "machen wir es richtig".
    Die Regelung, keine Ergebnisse aufzuschreiben, hat nicht den Sinn, den Kindern das Verlieren zu ersparen. Sondern den Trainern den Drang zu nehmen, Tabellenführer sein zu müssen/wollen, was zur Folge hätte, dass er nur die stärksten Spieler spielen lässt und die Schwachen a) daheim lässt oder b) feigenblattartig die letzten 2 Minuten noch einsetzt.

    Seh ich auch so. Außer der Beobachtung eines ggf. schlecht organisierten Festivals besticht der ganze Beitrag hauptsächlich durch Polemik und negatives Framing.

    „Schön, dass du dich der Meinung deines Vorredners so nahtlos anschließt. Aber das Argument des ‚schlecht organisierten Einzelfalls‘ greift leider komplett ins Leere. Wenn ein System flächendeckend in den Landesverbänden eigenmächtig umgebaut wird – wie dein Kollege aus Württemberg gerade so ehrlich zugegeben hat –, dann reden wir nicht über ein einzelnes Festival, sondern über ein fundamentales Strukturproblem.

    Aber da du ja handfeste Beweise abseits des Wochenendes sehen willst, beenden wir das Geplänkel über Tonalitäten und blättern genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um.

    Schauen wir uns an, dass der Wahnsinn eben nicht beim Spielfest am Samstag beginnt, sondern bei der totalen Ineffizienz und Konzeptlosigkeit im ganz normalen Trainingsalltag unter der Woche...“

  • „Da hast du vor lauter Tipp-Hektik die Minuten deiner eigenen Rechnung verdreht: Wenn Paraguay in der 42. Minute das 1:0 schießt und Deutschland in der 54. Minute das 1:1 erzielt, dann war das deutsche Tor das letzte Tor des Spiels. Nach der absurden DFB-Logik, die du hier verteidigst, wäre Deutschland also weitergekommen! Merkste selbst, oder? 😉

    Äh, ich habe mich nicht vertippt und auch nicht das Konzept verteidigt. Ich habe mir nur einen Spaß erlaubt und aufgezeigt, was passiert wäre, wenn das Konzept der höheren Gewichtung des letzten Tores bei der WM umgesetzt worden wäre für unser KO-Spiel!


    Ich finde es aber grundsätzlich gut, wenn sich jemand Gedanken macht. Deswegen kannst Du gerne die anderen Punkte noch raushauen... :)

  • Seh ich auch so. Außer der Beobachtung eines ggf. schlecht organisierten Festivals besticht der ganze Beitrag hauptsächlich durch Polemik und negatives Framing.

    „Schön, dass du dich der Meinung deines Vorredners so nahtlos anschließt. Aber das Argument des ‚schlecht organisierten Einzelfalls‘ greift leider komplett ins Leere. Wenn ein System flächendeckend in den Landesverbänden eigenmächtig umgebaut wird – wie dein Kollege aus Württemberg gerade so ehrlich zugegeben hat –, dann reden wir nicht über ein einzelnes Festival, sondern über ein fundamentales Strukturproblem.

    Aber da du ja handfeste Beweise abseits des Wochenendes sehen willst, beenden wir das Geplänkel über Tonalitäten und blättern genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um.

    Schauen wir uns an, dass der Wahnsinn eben nicht beim Spielfest am Samstag beginnt, sondern bei der totalen Ineffizienz und Konzeptlosigkeit im ganz normalen Trainingsalltag unter der Woche...“

    Lass doch mal bitte über Fakten sprechen, ich kann doch auch nur über die Erfahrungen aus 6 Jahren Kinder- und Jugendfussball im Badischen Verband zurückgreifen. Von welchem Landesverband sprichst du überhaupt? Was der DFB in irgendwelche Broschüren schreibt hat ja mir der Realität auf den Plätzen oft wenig gemein. Ich selbst habe so ein Festival wie du es beschreibst noch nie erlebt. 7 Minuten Spielzeit halte ich für fraglich, ebenso einen 8 jähriges Kind in die Situation zu bringen. Bei uns laufen viele Dinge anderst. Finds trotzdem nicht okay "alles schlecht zu schreiben".

  • 📘 TAG 2 & 3: Das Sündenregister des Trainingsalltags – Hütchen-Wahn, Zombieball und spielende Übungsleiter

    Hallo Trainerkollegen, vielen Dank für den ersten, brennenden Austausch gestern! Da von manchen nach handfesten Praxisbeispielen abseits des Turniersamstags verlangt wurde, blättern wir genau jetzt die nächsten Seiten meines lückenlosen Protokolls um. Der Wahnsinn beginnt nämlich nicht erst beim Spielfest, sondern bei der totalen Ineffizienz und der konzeptionellen Planlosigkeit im ganz normalen Trainingsalltag unter der Woche.


    Hier sind die nackten Fakten, die exakt so auch der sportlichen Leitung des DFB in Frankfurt vorliegen:
    1. Kognitive und taktische Überforderung bereits ab der U7/U9

    In der Altersklasse U9 werden mit den Kindern komplexe, gruppentaktische Elemente wie das „Hinterlaufen des Gegners“ trainiert – echter Wahnsinn. Dies widerspricht eklatant der kindlichen Entwicklungsbiologie und den DFB-Vorgaben, die in diesem Alter die Isolation des 1-gegen-1 und mutiges Dribbling fordern. Wenn man bedenkt, dass selbst höher spielende U15-Junioren mit dem korrekten Timing beim Hinterlaufen kämpfen, grenzt der Versuch, dies 7- und 8-Jährigen aufzuzwingen, an sportlich unhaltbare Planlosigkeit.


    2. Ineffizienz und Zweckentfremdung der Trainingszeit U7 / U9

    • Fußballfremdes Aufwärmen: Bis zu 25 Minuten einer ohnehin knappen Trainingseinheit werden mit Spielen wie „Zombieball“ (einer Völkerball-Variante mit der Hand) vergeudet. Während der DFB maximale Ballkontakte mit dem Fuß einfordert, sitzen Kinder hierbei minutenlang tatenlos und gelangweilt am Spielfeldrand, weil sie abgeworfen wurden. Ein kurzes, koordinatives Bewegungsspiel mag legitim und vertretbar sein – eine Netto-Dauer von 25 Minuten ist reine Trainingszeitverschwendung.
    • Der Aufbaumarathon bei jeder Trainingseinheit: E-Juniorentore, Mini-Tore, unzählige Hütchen, Plättchen, Pylonen, Hürden und Koordinationsleitern usw. – die Übungsleiter sind primär damit beschäftigt, geometrisch überdimensionierte Trainingsparcours zu modellieren. Wahre Trainingszeitfresser! Da diese selten zu Trainingsbeginn fertiggestellt sind, verstreichen die ersten wertvollen Minuten der Einheiten ungenutzt, während die Kinder warten bzw. warten müssen!

    3. Fehlende Methodik und Reizüberflutung / hier gilt: Weniger ist mehr. Oder?

    Über Zeiträume von zehn Wochen und länger werden in „fast jeder Trainingseinheit“ vier bis füllig neue Übungsformen präsentiert. Das summiert sich bei 10 aufeinanderfolgenden Trainingseinheiten auf bis zu 50 verschiedene Übungen! (Absolut unverständlich). Die Jungs wissen am Ende buchstäblich nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Es findet so gut wie keine systematische Wiederholung statt.
    Anstatt die elementaren Basics (Ballgewöhnung links/rechts, Ball stoppen, Passspiel, Torschuss, 1vs1, Freilaufen usw.) durch Konstanz und permanente Replikation zu automatisieren, werden die Kinder/Spieler fortlaufend mit neuen, unvollständig erklärten Reizen überfrachtet. Die Erklärungszeit der Übungsleiter zieht sich eklatant in die Länge, weil die Jungs schlicht und einfach „die Übungen“ noch nicht verstehen können.


    Die Krönung: Übungsleiter spielen aktiv mit!

    Bei den Trainings-Abschlussspielen über die gesamte Spielzeit greifen Übungsleiter aktiv mit ein – sie „greifen an, erzielen Tore, verhindern Tore, spielen lange Pässe, dribbeln die Jungs aus, um nur einiges zu nennen“. Ein lizenzierter Trainer in dieser Altersklasse würde so etwas niemals tun, maximal andeuten, aber nicht aktiv eingreifen. Hier klafft die größte Wunde, nämlich die fehlende fachliche Ausbildung. Es benötigt dringlichst lizenzierte Fachleute – besonders und vor allem an der Basis!


    🚨 AKTUELLER NACHTRAG AUS DER LIVE-BEOBACHTUNG (Das Smartphone-Absagen-Paradoxon):

    Wie tief dieser Mangel an grundlegender Einstellung verankert ist, zeigt sich im alltäglichen Pflichtbewusstsein. Erst gestern wurde wieder ein Training kurzfristig per Smartphone-Klick in der Chatgruppe gecancelt – mit der Begründung, es seien „nur“ 9 Kinder angemeldet. Man lässt die Jungs nicht einmal mehr zum Platz kommen!
    Jeder, der den Sport liebt, weiß, dass 9 spielfreudige Kinder die absolute Luxus-Situation für ein hochintensives Kleingruppentraining oder ein packendes Bolzplatz-Turnier im 4-gegen-4 plus Joker sind. Doch der ungeschulte Übungsleiter kapituliert sofort, wenn die Realität vor Ort nicht in das starre, mathematische Raster seiner Online-Videos passt. Anstatt den Jungs einfach einen Ball hinzuwerfen, siegt die eigene Bequemlichkeit. Das ist keine Nachwuchsförderung, sondern die reine Verwaltung von eigener Lustlosigkeit auf dem Rücken motivierter Kinder!

  • „Schön, dass du dich der Meinung deines Vorredners so nahtlos anschließt. Aber das Argument des ‚schlecht organisierten Einzelfalls‘ greift leider komplett ins Leere. Wenn ein System flächendeckend in den Landesverbänden eigenmächtig umgebaut wird – wie dein Kollege aus Württemberg gerade so ehrlich zugegeben hat –, dann reden wir nicht über ein einzelnes Festival, sondern über ein fundamentales Strukturproblem.

    Aber da du ja handfeste Beweise abseits des Wochenendes sehen willst, beenden wir das Geplänkel über Tonalitäten und blättern genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um.

    Schauen wir uns an, dass der Wahnsinn eben nicht beim Spielfest am Samstag beginnt, sondern bei der totalen Ineffizienz und Konzeptlosigkeit im ganz normalen Trainingsalltag unter der Woche...“

    Lass doch mal bitte über Fakten sprechen, ich kann doch auch nur über die Erfahrungen aus 6 Jahren Kinder- und Jugendfussball im Badischen Verband zurückgreifen. Von welchem Landesverband sprichst du überhaupt? Was der DFB in irgendwelche Broschüren schreibt hat ja mir der Realität auf den Plätzen oft wenig gemein. Ich selbst habe so ein Festival wie du es beschreibst noch nie erlebt. 7 Minuten Spielzeit halte ich für fraglich, ebenso einen 8 jähriges Kind in die Situation zu bringen. Bei uns laufen viele Dinge anderst. Finds trotzdem nicht okay "alles schlecht zu schreiben".

    „Da sind wir bei den Fakten doch schon viel näher beieinander, als du denkst! Du bestätigst doch selbst den Kern des Problems: Du sagst, dass das, was der DFB in seinen Broschüren schreibt, oft wenig mit der Realität auf den Plätzen gemein hat. Genau das ist mein Ansatz!

    Wenn du schreibst, dass du so ein absurdes Festival bei euch im badischen Verband noch nie erlebt hast und dort viele Dinge anders laufen, dann freut mich das ehrlich für die Kinder in eurer Region. Aber genau hier liegt das fundamentale, bundesweite Strukturproblem:

    Wir haben keinen einheitlichen, verlässlichen Ausbildungsstandard mehr. Was in Landesverband A (wie von deinem Trainerkollegen aus Württemberg beschrieben) eigenmächtig umgebaut und ignoriert wird, läuft in Landesverband B (Baden) offenbar vernünftig, führt aber in Landesverband C (aus dem meine lückenlosen Protokolle stammen) zu dem von mir dokumentierten, bürokratischen Chaos. Aus Gründen des kompromisslosen Schutzes der ehrenamtlichen Vereine, Eltern und Übungsleiter in meinem regionalen Umfeld werde ich hier keine geografischen Daten oder Verbandsnamen nennen. Es geht mir um das System, nicht um lokale Abrechnungen.

    Wenn ein Jugendkonzept des größten Sportverbandes der Welt im Alltag dazu führt, dass die Qualität der Kinderausbildung reines Glücksspiel ist – je nachdem, in welcher Postleitzahl man wohnt und wie willkürlich der Kreisverband die Regeln interpretiert –, dann läuft gewaltig etwas schief.

    Ich schreibe nicht ‚alles schlecht‘. Ich dokumentiere das, was an der Front flächendeckend passiert, wenn man der Basis Hochglanz-Theorien überstülpt, ohne die ehrenamtlichen Übungsleiter vor Ort mit kostenlosen Lizenzen, klarer Struktur und logistischer Entlastung abzuholen.

    Da du die realen Fakten auf dem Platz forderst: Ich habe soeben die nächste Seite meines Protokolls (TAG 2 & 3) als neuen Beitrag im Thread hochgeladen. Lass uns genau dort über die nackten Fakten des Trainingsalltags sprechen – vom 25-Minuten-Zombieball über den Hütchen-Wahn bis hin zum aktiven Eingreifen der Betreuer im Abschlussspiel. Ich bin gespannt, ob der badische Verband auch hier eine rühmliche Ausnahme bildet!“

  • Hallo, das was du hier beschreibst ist sicher alles andere als gutes und Kindergerechtes Training und sicher auch nicht von DFB so gewollt, glaub da sind wir uns einig. Das "Problem" liegt hier beim Verein oder den "Trainern". Der DFB bietet genug, meiner Meinung nach, verschiedene Fortbildungskurse, viele davon sind kostenlos, es gibt Konzepte / Angebote, dass Stützpunkt-Trainer in die Vereine kommen und Schulungen für die Trainer machen, in NRW gibt es den "DFB Mobil", die Trainer können auch den Kindertrainerschein oder C Lizenz erwerben, viele Vereine übernehmen 100% der Kosten dafür, wen man in dem Verein weiter Trainer bleibt. Was ich damit sagen will es sind Angebote von DFB vorhanden, man muss es nur annehmen wollen und sich die Zet dafür nehmen. DFB kann hier keinen Zwingen nur die Angebote schaffen. Leider wird es auch solche "Trainer" wie von dir beschrieben geben, die gab es auch früher... hier hilft nur das Gespräch mit dem Verein oder den Verantwortlichen, oder es selber besser zu machen, oder wenn nichts hilft, Verein wechseln. Wie gesagt, uns wäre allen lieber, dass es solche "Trainer" und Trainings nicht gebe. Aber ich sage auch, bevor es gar keine Mannschaft gibt, nur weil es keine "Trainer" und Betreuer finden, die die Kids "trainieren", dann zumindest solches "Training" als gar keins.....

  • Beobachter_Basis

    Ich bin zu 1000‰ Inhaltlich bei dir. Vielleicht ist dein Schreibstil extrem gewöhnungsbedürftig aber wie es scheint hast du Erfolg mit deiner Empörung.

    Du hast es geschafft , dass ich eine Pause mache, eigentlich bin ich dabei mein Kinderfußballbuch zu finalisieren. Sorry, Uwe es dauert etwas länger aber ich schaffe es noch. Und glaube mir es wird gut.


    Du hast es bisher auf den Punkt getroffen. Als Mathias Sammer noch DFB Sportdirektor war, sagte er ca. 2006 oder 2007 sinngemäß: "Der Schlüssel zum Erfolg der Nationalmannschaft sind die Kinder- u. Jugendtrainer." Sehr schöne und aus meiner Sicht auch richtige Worte.

    Leider kamen keine vernünftigen Taten. Wenn ich über unsere Fußballplätze gehe und mir die Kinderspiele anschaue, sehe ich genau das was du beschreibst. Kaum ausgebildete Trainer, die wissen wie Funinio funktioniert. Taktierende Trainer, laute Eltern Ergebnisfußball statt Erlebnisfußball. In den seltesten Fällen gibt es altersgerechte Ausbildungspläne oder planvolle Trainingsaufbauten.


    Es hat sich also nicht geändert obwohl Sammers Ideen wirklich gut waren und die von Hannes Wolf und seines Teams wirklich genial sind.

    Du hast absolut recht. Wenn ich etwas in Deutschlands Fußballwelt bewegen will, muss man das ändern, woran auch Mathis Sammer gescheitert ist.


    Den wenigsten ist es bewusst, dass Fußball an der Basis regional u. basisdemokratisch organisiert ist. Die Vereinsvorstände werden von den Mitgliedern gewählt. Die Kreisvorstände werden von den Vereinsvorständen gewählt. Diese Kreisvorstände haben die Organisationshoheit über den Kinder- u. Jugendspielbetrieb in ihren von ihnen verwalteten Spielklassen. Bis einschließlich D-Jugend gibt es in den meisten Regionalverbänden keine bezirks- oder landesweiten Staffeln. Somit können die Kreisvorstände alles so organisieren wie sie wollen. Meistens sitzen in den Kreisvorständen und -jugendvorständen aber Organisatoren und keine Kinderfußballversteher.

    Für diese Organisatoren ist jede Veränderung erst einmal eine Bedrohung. Was ja auch völlig menschlich ist. Somit kann der DFB Vorschläge machen, hat aber keine Durchsetzungsbefugnis. Es geht immer nur über Einsicht und die braucht Geduld und macht gefühlt alle 4 Jahre einen Rückschritt (Neuwahlen usw.). Sammer wollte schon 2008 die 7er D-Jugend zum Pflichtspielbetrieb verbindlich machen.

    Heute denken einige schon wieder auf D-Jugend 11er Mannschaften rum, während Hannes Wolf 2 Spielfelder befürwortet damit es kaum noch Auswechselspieler gibt.


    Wenn man dann auch noch weiss, dass die Regionalverbände von den Kreisverbänden gewählt werden und das der DFB Vorstand von genau diesen Verbänden gewählt wird. Dann kann man sich vorstellen, dass es kaum Veränderungen an der Basis geben wird.

    Wer will es sich auch mit seine Wählern verscherzen? Es gibt einfach zu wenige Vorstände im Fußball die sich mit dem Kinderfußball auseinander setzen und sich für kindgerechtes Training und kindgerechte Organisationsformen stark machen.


    Ich denke, dass du genau hier Veränderungen herbeiführen möchtest... oder?


    Meine Ideen: Beteiligt die DFL, den DFB und sämtliche Profklubs in Deutschland an den Kosten für eine sehr gute Infrastruktur und für eine viel, viel bessere Kindertrainerausbildung, die auch finanzierbar ist. Stellt einen bundeseinheitlichen Ausbildungsplan für das Kindertraining auf. Setzt die Einhaltung dieser Pläne mit hohen Anreizen für die Trainer u. Vereine durch. Bildet die Kreisvorstände weiter, damit auch dort das Verständnis für den Kinderfußball viel größer wird.


    Noch eine Idee, die mir aber etwas widerstrebt: Mit einer Zentralisierung der Organisation des Kinderfußballs könnte man sehr schnell sehr viel bewegen.

    Wie gesagt, Sammer 2008 und bis heute hat sich kaum etwas bewegt oder bewegt sich zurück.

    Ein verstehender Kindertrainer füllt keine Vase.

    Er eröffnet Möglichkeiten und entfacht die Freude am lebenslangen Lernen.

  • Dirk Coerverfan : das sich nichts verändert hat, kann ich nicht bestätigen

    Trainerausbildung:

    früher: C-Lizenz, B-Lizenz, A-Lizenz und Fußball-Lehrer - mein früherer Landesverband hatte noch einen WFV-Jugendtrainer

    heute: Fit für Kids; Kindertrainerzertifikat; Junior- und Basis-Coach; C-Lizenz mit Schwerpunkt; B; B+; A, A+ und Pro Lizenz

    Die Einstiegshürde um sich weiterzubilden wurde verringert (siehe Entwicklungstreppe).

    Die oberen Lizenzen lösen allerdings auch Diskussionen aus (z.B. Zulassung und Kosten) - finde leider gerade den Thread hier nicht.

    Spielformen:

    Die Spielformen im Kinder- und Jugendbereich wurden von allen 21 Landesverbänden beschlossen (trotz deiner Argumentation zu den Verbänden - die ich teilweise nachvollziehen kann).

    Trainingseinheiten im Breitensport:

    Die Spielformen haben heute schon einen positiven Einfluss auf die Trainingsgestaltung in den Breitensportvereinen. Die Spielformen wurden im Training kleiner. Wartezeiten wurden insgesamt verringert und die Kinder spielen mehr. (das ist z.B. ein Punkt den ich nicht erwartet hätte).

    Die TPD ist ein enormer Qualitätssprung zu den TrainingsOnline früher.


    Das wir noch einen langen Weg vor uns haben, möchte ich nicht bestreiten, aber ich bin 100% überzeugt, dass es der richtige Weg ist.


    Was sehe ich bei den Festivals bei uns im Kreis?

    Wir veranstalten ca. 30 Festivals am Wochenende. Und ja, von 1-3 Festivals hören wir etwas. D.h. 90% läuft gut und 10% beschäftigen uns. Gehe ich noch tiefer rein, dann sind es bei den 10% meistens 2-3 Spiele - gehe ich von 7 Feldern und 7 Spielen aus (dürfte bei uns der Schnitt sein), dann sind das 49 Spiele und 3 auffällige (ca. 6%). Und ja, ich könnte mit den auffälligen Spielen oder gemeldeten Festivals Beobachter_Basis unterstützen, aber es ist und bleibt absolut die Minderheit.


    Verbesserungsbedarf sehe ich dennoch einigen - bin mal gespannt, was hier noch so kommt ;)

  • Beobachter_Basis : in Bezug auf Training hätte ich mir eine differenziertere Beobachtung von dir gewünscht. U7 und U9 in "einen Topf" zu werfen (Kindergarten/Schule) passt für mich nicht. Weiterhin kommt mir das Multisportive und Gesellschaftliche (z.B. Zombieball (über die Länge müssen wir nicht diskutieren, das ist mir theoretisch auch zu lang (in der Praxis hat es den Kindern evtl. so viel Spaß gemacht, dass es für sie passend war))) etwas zu kurz.

  • Du bestätigst im 10. Trainerjahr schwarz auf weiß, dass ihr im Württembergischen Fußballverband die DFB-Empfehlungen in der E-Jugend komplett ignoriert, weiterhin im Ligasystem spielt und eigenmächtige Regelungen (wie die Rückpassregel in der U11) einführt! Exakt das ist doch die eigenmächtige Korrektur der DFB-Reform durch die Praxis, von der meine Überschrift spricht! Ihr merkt selbst, dass die reine DFB-Theorie am grünen Tisch für die älteren Jahrgänge nicht funktioniert, und repariert das System vor Ort nach eurem gesunden Menschenverstand. Wir tun also im Grunde genau dasselbe – ich dokumentiere es nur ungeschönt.

    Moment. Der DFB erlaubt ausdrücklich eine Übergangszeit. Die nutzt der WFV, weil er ohnehin der erste Verband war, der das neue Konzept genutzt hat und der DFB vom WFV übernommen hat.

    weil die erzwungene Mathematik des Feldwechsels (wie gestern beschrieben) die Kinder am Ende in absurde Sudden-Death-Szenarien zwingt, nur damit das System aufgeht.

    Da hätte ich gern schnellstmöglich eine Quelle, dass das eine Vorgabe des DFB ist, eine Excel-Tabelle zu nutzen und ein Sudden-Death anzuwenden, damit das System aufgeht. Ich möchte keine Zeit verplempern mit faktenfernen Behauptungen, sofern es so sei. Ich höre jedenfalls zum ersten mal davon.

    Warum häppchenweise? Ganz einfach: Mein Bericht umfasst 12 Seiten geballte Praxis. Würde ich diesen Berg an Text als einen einzigen, monumentalen Post hier reinwerfen, liest ihn im Zeitalter der kurzen Aufmerksamkeitsspannen kein Mensch mehr.

    Das halte ich für eine gewagte These, wir sind hier nicht 14 Jahre alte TikToker.

  • Ich habe auch vor einigen Jahren meine C-Lizenz Kindertrainer gemacht, den Basiscoach und das Kindertrainerzertifikat. Ja, das war lehrreich, ja, mein Verein bekommt jetzt jedes Jahr Zuschuss für mich, ja, wir können auf der Homepage damit flexxen.

    Was setze ich davon noch um? Fast gar nix. Inhalte ziehe ich mir von AF, Staack und der TSG Hoffenheim (Buch und Online).


    Es ist nun mal auch ein Unterschied, ob ich eine Auswahlmannschaft vor mir habe, die alle zwei Jahre weiter sind im Kopf (koordinativ und technisch fange ich gar nicht erst an), oder ob ich eine Horde 8-Jähriger auf dem Dorf habe, die nach der Ganztagsschule zu mir kommen, damit sie sich mal bewegen dürfen und in einem gewissen Rahmen mal ausprobieren und machen dürfen, nachdem ihr Tag bisher nur von Erwachsenen (Eltern, Lehrer) fremdgesteuert war.


    Der Spielbetrieb im badischen Verband ist gut organisiert, wobei es auch bei uns Kreisverbände gibt, die abweichen und machen, was sie wollen. Da wird auf dem Staffeltag einfach abgestimmt, wobei das Ergebnis schon vom Staffelleiter quasi vorgegeben wird.

  • Es steht und fällt alles mit den Trainern.

    Von meinen Zertifikaten/Lizenzen nutze ich noch sehr viel. Hatte aber auch mit den Dozenten viel Glück.

    Angeboten wird von DFB und Landesverband bei uns sehr viel. Leider nutzen es, meiner Meinung nach, viel zu wenige Trainer/Betreuer. Ich sehe immer wieder die selben Gesichter.

    Die Kernfrage ist doch, wie kriegen wir in Deutschland gute Trainer in die unteren Altersbereiche?

    Gute Trainer bedeutet gutes Training und die Kids werden animiert auch in der Freizeit Sport zu machen. Somit auch eine gute Förderung.

    Aber warum haben wir nicht flächendeckend gute Trainer?

    Die Anforderungen und der Aufwand sind hoch und die Anreize sehr gering. Ich muss mich um alles Mögliche kümmern, Kinder und Eltern zufrieden stellen. Mich mit Trainern abstimmen und denen teilweise noch die Regeln erklären und an Spieltagen die Regeln durchsetzen (Mittellinie oder Tor aus der eigenen Hälfte) usw.

    Meist muss man doch froh sein, dass es überhaupt einer macht.

    Also, wie schaffen wir Anreize um gute Trainer in die unteren Altersklassen zu bekommen? Und nicht nur für eine Saison?

    Wenn keine gute Grundlage gegeben ist, kann ich später nicht darauf aufbauen!


    Zu dem Spielfest nur kurz. Wenn an einem Spielfest in solch einer Größe teilgenommen wird, dann muss ich mit den Gegebenheiten rechnen, bzw mich über die Regeln informieren.

    Sudden Death, finde ich nicht gut. Das Tore aus der eigenen Hälfte nicht zählen hat aber für mich eine klare Berechtigung.

  • „Vielen Dank für diesen sehr sachlichen und reflektierten Beitrag! Es freut mich ehrlich, dass wir uns beim Kernproblem – dass dieses gezeigte Training absolut kinderfeindlich ist – völlig einig sind.

    Du sprichst jedoch einen Punkt an, der in der Theorie wunderbar klingt, an der harten Realität der Basis aber krachend scheitert: Die angeblichen DFB-Angebote wie das ‚DFB-Mobil‘, Kurzschulungen oder Vereinsangebote.

    Machen wir uns ehrlich: Das DFB-Mobil ist reine Schaufensterpolitik für das gute Gewissen des Verbandes. Da kommen alle zwei Jahre mal zwei nette Stützpunkttrainer für 90 Minuten ins Dorf gefahren, zeigen eine tolle Mustereinheit mit 15 Hütchen, verteilen Flyer und fahren wieder nach Hause. Und was passiert am nächsten Dienstag? Der ehrenamtliche Vater steht wieder völlig allein im strömenden Regen vor 14 Kindern und greift aus Überforderung wieder zum Zombieball. Einmalige PR-Aktionen lösen kein strukturelles Qualifikationsproblem!

    Und zu den Kosten der C-Lizenz: Dass manche Vereine die Kosten erstatten, ist löblich – aber die Hürde ist doch nicht nur das Geld. Der zeitliche Aufwand von bis zu 160 Lerneinheiten, gekoppelt mit starren Präsenzzeiten in weit entfernten Sportschulen, ist für voll berufstätige Mütter und Väter, die das im Ehrenamt nebenbei machen, schlichtweg unmöglich zu bewältigen! Solange der DFB diese Ausbildung nicht volldigitalisiert als zeitunabhängiges Online-Modell anbietet und die Praxis dezentral vor Ort prüft, bleiben diese Angebote für die Masse ein theoretisches Konstrukt.

    Deinem letzten Satz muss ich aus sportlicher Sicht vehement widersprechen: Die Einstellung ‚Lieber ein schlechtes Training als gar kein Training‘ ist die absolute Urkatastrophe für unsere Kinder und die Wurzel unseres Talent-Kollapses!

    Ein schlechtes, unstrukturiertes Training, bei dem 8-Jährige 35 Minuten in der Warteschlange stehen, durch Zombieball die Lust am Fußballdribbling verlieren und vom Übungsleiter im Abschlussspiel eiskalt umgedribbelt werden, fördert die Kinder nicht – es verbrennt sie! Ein solches Training sorgt dafür, dass die talentierten und motivierten Jungs nach einem Jahr frustriert die Segel streichen und zum Handball oder Tennis abwandern. Wenn wir den Anspruch an Qualität komplett aufgeben, nur damit überhaupt eine Truppe gemeldet ist, verwalten wir an der Basis nur noch den kollektiven Niedergang. Wir brauchen keine Hütchenaufsteller, wir brauchen qualifizierte Begleiter für unsere Kinder!“

  • „Chapeau und ein riesiges Dankeschön für diesen phänomenalen, tiefgründigen Einblick! Es ehrt mich zutiefst, dass mein ungeschönter Praxisbericht dich sogar dazu bringt, die Arbeit an deinem Kinderfußballbuch kurz zu pausieren. Ich bin verdammt gespannt auf dein Werk – Uwe, gib dem Mann alle Zeit der Welt, das wird dringend gebraucht! 😉

    Du legst hier den sprichwörtlichen Finger in die wohl tiefste und am meisten unterschätzte Wunde des deutschen Fußballs: Das föderale Organisations-Dilemma.

    Es ist genau so, wie du es beschreibst: Der DFB in Frankfurt und das Team um Hannes Wolf können in ihren klimatisierten Büros noch so geniale, wissenschaftlich fundierte Konzepte erarbeiten. Solange der größte Sportverband der Welt aber absolut keine Durchsetzungsbefugnis gegenüber den autarken Kreis- und Regionalverbänden hat, bleibt jede Reform ein zahnloser Papiertiger. [1]

    In den Kreisvorständen sitzen viel zu oft altgediente Funktionäre und reine Verwalter, für die jede kindgerechte Veränderung eine Bedrohung ihrer gewohnten Excel-Tabellen darstellt. Da wird blockiert, da werden Ausnahmen erfunden und da wird gemauschelt, weil niemand seine treuen Wähler in den Dorfvereinen vergraulen will. Die Quittung für diese basisdemokratische Blockadehaltung und die Sorglosigkeit gegenüber der Qualität zahlen am Ende die Kinder auf dem Rasen. Mathias Sammer hat das schon vor fast 20 Jahren erkannt – geändert hat sich seither im Kern absolut nichts. [1]

    Deine Lösungsvorschläge unterschreibe ich sofort: Wir müssen die DFL und die Profiligen endlich an den Kosten für eine flächendeckende, kostenlose Kindertrainerausbildung beteiligen. Und ja, so weh es dem föderalen Geist tut: Ohne eine Zentralisierung der Spielbetriebs-Organisation werden wir dieses verkrustete System niemals rechtzeitig reformieren.

    Du hast meine Intention perfekt erfasst: Ich will den Finger so tief in die Wunde legen, bis sich an dieser blockierenden Struktur endlich etwas bewegt.

    Und genau passend zu diesem Thema – wie wir eine stolze Fußballnation von ganz unten heraus systematisch demontieren – blättern wir jetzt die nächste Seite meines Protokolls um. Schauen wir uns an, wie wir die wichtigste Position des modernen Fußballs gerade sehenden Auges komplett wegzensieren...“

  • Die Themen zum Training wären sicherlich mal interessant mit Beobachtungen aus einer größeren Stichprobe (Beobachter in allen Bundesländern und möglichst vielen Kreisen). Ansonsten ist die Gefahr dass du von deinen regionalen Beobachtungen (kleine Stichprobe) auf das Gesamte schliesst - in der Medizin würde so eine Studie komplett durchfallen...

    Thema Aufbaumarathon: Wenn man gut organisiert ist baut man die Sachen schon vor dem Training auf und kann trotz großem Aufbau pünktlich starten. Das als generalisiertes Problem an den DFB zu schicken finde ich fraglich? Denke nicht dass das ein flächendeckendes Problem ist?

    Thema fussballfremdes Aufwärmen: Finde ich gar nichts dran auszusetzen. Hier auch wieder eine minimale Stichprobe mit dem erwähnten Zombieball, bei dem viele rumsitzen. Es gibt aber meiner Meinung nach etliche andere fussballferne Spiele bei denen alle involviert sind, die wichtige Ziele vermitteln (Ausdauer, Stabi) und den Kindern richtig Spass machen- und auch Abwechslung ins Training bringen

    Thema Überforderung: Auch hier wage ich zu bezweifeln dass Hinterlaufen in diesem Alter regelmässiger Trainingsinhalt in ganz Deutschland ist...

  • Vielen Dank für diese detaillierte und sachliche Aufdröselung aus deiner Verbandsperspektive, let1612! Es freut mich ehrlich, dass wir vom persönlichen Geplänkel wegkommen und nun mitten in der harten Fachdiskussion stecken. Deine Argumente zur neuen Lizenzstruktur und deinen Kreis-Statistiken klingen auf dem Papier logisch. Wenn man sie jedoch mit der echten Praxis abgleicht, offenbaren sich genau die strukturellen Denkfehler:

    1. Die neue Lizenztreppe (Kindertrainerzertifikat & Co.): Der DFB hat die Stufen nach unten hin verlängert – das stimmt. Das Problem ist aber: Diese neuen Einstiegsformate sind reine Alibi-Urkunden, die das eigentliche Qualifikationsproblem nicht lösen. Das sind oft nur wenige Stunden Online-Theorie und ein Nachmittag auf dem Platz. Das reicht hinten und vorne nicht aus, um einem absolut ungeschulten, aber engagierten Vater beizubringen, wie ein altersgerechter, methodischer Trainingsaufbau funktioniert. Das Resultat sehen wir in den Protokollen: Trotz Zertifikat in der Tasche wird in der Praxis aus reiner Überforderung wieder 25 Minuten lang Zombieball mit der Hand gespielt.
    2. Die 10-Prozent-Minderheit (Das mathematische Trugbild): Deine Rechnung mit den 10 % fehlerhaften Festivals, bei denen es brennt, klingt beruhigend – ist in Wahrheit aber ein sportpolitischer Offenbarungseid! Rechnen wir deine eigenen Zahlen doch mal ganz nüchtern in echte Menschenleben um: Wenn bei 30 Festivals am Wochenende drei Stück logistisch oder psychologisch komplett vor die Wand gefahren werden (mit Sudden-Death-Szenarien, weinenden Kindern und kollabierenden Tabellen), dann reden wir bei ca. 40 Kindern pro Festival über geschlagene 120 Kinder! 120 Kinder, die an einem einzigen Samstagmorgen in deinem Kreis die pure Lust am Fußball verlieren, frustriert nach Hause fahren oder auf dem Platz weinen. Und das Woche für Woche. Im Kinderfußball darf kein einziges Kind das System weinend und frustriert verlassen, nur weil ein künstlicher Feldwechsel mathematisch aufgeht! Es freut mich aufrichtig, dass die kleineren Spielformen bei euch im Training positive Effekte zeigen. Aber solange wir die restlichen 10 % der Kinder sehenden Auges an den bürokratischen Wahnsinn verlieren, bleibt das System in der Bringschuld.

    Ein kurzes Wort noch an alle, die mich hier reflexartig als „Kritiker auf ganzer Linie“ abstempeln wollen:

    Ihr verwechselt hier Ursache und Wirkung. Ich bin kein Trainer, ich habe keine Vereinsbrille auf und ich will hier niemanden persönlich schlechtreden. Ich bin schlicht und ergreifend der Beobachter der Realität. Ich erfinde diesen täglichen Wahnsinn auf unseren Sportplätzen nicht – ich schreibe ihn nur ungeschönt auf! Wenn die nackten, lückenlosen Protokolle von der Seitenlinie euch wie eine Generalkritik vorkommen, dann liegt das nicht an meiner Polemik, sondern schlichtweg daran, dass der Ist-Zustand an der Basis mittlerweile ein einziges, strukturelles Sündenregister ist. Ich bin nur der Spiegel für die Sorglosigkeit, die sich im Alltag breitmacht.
    Da wir gerade so schön über das Fundament sprechen: Blättern wir genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um. Wir verlassen das Trainingschaos und schauen uns an, wie wir die wichtigste Position des gesamten Fußballs gerade sehenden Auges komplett wegzensieren...

  • 📘 Eure Stimmen aus der Praxis: Warum die Theorie am grünen Tisch scheitert
    Hallo Trainerkollegen,
    vielen Dank für diese unglaubliche, brennende und extrem tiefgründige Diskussion! Genau dieses Aufbrechen der Meinungen zeigt doch, wie sehr das Thema uns allen unter den Nägeln brennt. Ich zitiere und antworte hier mal ganz bewusst der Reihe nach:

    Zitat
    Zitat von User 1 (Thema Zombieball): „...zombieball wäre ok... vielleicht hatten die Kinder ja Spass...“

    Natürlich haben Kinder beim Zombieball Spaß – Kinder haben auch Spaß, wenn man ihnen im Training ein iPad in die Hand drückt. Aber wir reden hier von einem Fußballtraining in einem Fußballverein! Wenn von 75 Minuten wertvoller Rasenzeit geschlagene 25 Minuten lang ein Spiel mit der Hand gespielt wird, bei dem abgeworfene Kinder minutenlang tatenlos am Rand herumsitzen, dann ist das ein eklatanter Zeitdiebstahl an der fußballerischen Ausbildung. Ein kurzes, 5-minütiges Fangspiel zum Aufwärmen stellt niemand infrage. Aber 25 Minuten fußballfremde Inaktivität als „ist doch okay“ zu verteidigen, zeigt genau diese Sorglosigkeit gegenüber der Netto-Trainingszeit, die ich anprangere. Die Jungs sind auf dem Platz, um kicken zu lernen, nicht für Völkerball.

    Zitat
    Zitat von User 2 (Thema Einseitigkeit): „...nur U7 und U9 wäre zu einseitig...“

    Zu sagen, der Fokus auf die U7 und U9 sei zu einseitig, entlarvt das völlige Unverständnis für das sportliche Fundament. Genau in diesen Jahren – im goldenen Lernalter – entscheidet sich, ob ein Kind die Basics (Dribbling, Beidfüßigkeit, Ballgefühl, Handlungsschnelligkeit) automatisiert oder nicht. Wenn das Fundament im Haus schief gemauert ist, brauche ich mich im Dachgeschoss (ab der U13) nicht zu wundern, wenn mir die Hütte über dem Kopf zusammenbricht. Meine 3-jährige, lückenlose Dokumentation dieser Altersklassen zeigt die Wurzel des Übels. Wer die Basis als „zu einseitig“ abtut, hat die Nachwuchsförderung im Kern nicht verstanden.

    Zitat
    Zitat von Buchautor Uwe: „Ich bin zu 1000‰ Inhaltlich bei dir... Wenn ich über unsere Fußballplätze gehe und mir die Kinderspiele anschaue, sehe ich genau das was du beschreibst...“

    Chapeau und ein riesiges Dankeschön für diesen phänomenalen, tiefgründigen Einblick! Es ehrt mich zutiefst, dass mein ungeschönter Praxisbericht dich sogar dazu bringt, die Arbeit an deinem Kinderfußballbuch kurz zu pausieren. Du legst hier den sprichwörtlichen Finger in die wohl tiefste und am meisten unterschätzte Wunde des deutschen Fußballs: Das föderale Organisations-Dilemma.
    Es ist genau so, wie du es beschreibst: Der DFB in Frankfurt und das Team um Hannes Wolf können in ihren Büros noch so wissenschaftlich fundierte Konzepte erarbeiten. Solange der größte Sportverband der Welt aber absolut keine Durchsetzungsbefugnis gegenüber den autarken Kreis- und Regionalverbänden hat, bleibt jede Reform ein zahnloser Papiertiger. In den Kreisvorständen sitzen viel zu oft reine Verwalter, für die jede kindgerechte Veränderung eine Bedrohung ihrer gewohnten Excel-Tabellen darstellt. Da wird blockiert und da werden Ausnahmen erfunden, weil niemand seine treuen Wähler in den Dorfvereinen vergraulen will. Mathias Sammer hat das schon vor fast 20 Jahren erkannt – geändert hat sich seither im Kern absolut nichts.

    Zitat
    Zitat von let1612: „...das sich nichts verändert hat, kann ich nicht bestätigen... Wir veranstalten ca. 30 Festivals am Wochenende. Und ja, von 1-3 Festivals hören wir etwas. D.h. 90% läuft gut...“

    Deine Rechnung mit den 10 % fehlerhaften Festivals, let1612, klingt beruhigend – ist in Wahrheit aber ein sportpolitischer Offenbarungseid! Rechnen wir deine eigenen Zahlen doch mal ganz nüchtern in echte Menschenleben um: Wenn bei 30 Festivals am Wochenende drei Stück logistisch oder psychologisch komplett vor die Wand gefahren werden (mit Sudden-Death-Szenarien, weinenden Kindern und kollabierenden Tabellen), dann reden wir bei ca. 40 Kindern pro Festival über geschlagene 120 Kinder! 120 Kinder, die an einem einzigen Samstagmorgen in deinem Kreis die pure Lust am Fußball verlieren, frustriert nach Hause fahren oder auf dem Platz weinen. Und das Woche für Woche! Im Kinderfußball darf kein einziges Kind das System weinend und frustriert verlassen, nur weil ein künstlicher Feldwechsel mathematisch aufgeht!

    Zitat
    Zitat vom neusten Trainerkollegen (Thema Lizenzen & Praxis): „...C-Lizenz gemacht, Basiscoach und das Kindertrainerzertifikat. Was setze ich davon noch um? Fast gar nix. Inhalte ziehe ich mir von AF, Staack und der TSG Hoffenheim...“

    Danke! Exakt das ist der absolute Offenbarungseid des DFB-Ausbildungssystems! Du bestätigst schwarz auf weiß genau das, was ich anprangere: Der Verband hat hochoffizielle Lehrgänge, mit denen die Vereine auf der Homepage „flexxen“ und Zuschüsse abgreifen können – aber für die echte, harte Praxis mit einer Horde 8-Jähriger auf dem Dorf ist der Inhalt so unbrauchbar, dass engagierte Trainer zu externen, privaten Anbietern flüchten müssen, um überhaupt vernünftiges Material zu bekommen! Und dein Einblick zum badischen Staffeltag, wo Kreisverbände machen, was sie wollen, und Ergebnisse vom Staffelleiter diktiert werden, untermauert perfekt das strukturelle Chaos unseres Unterbaus.
    Ein kurzes Wort noch an alle, die mich hier reflexartig als „Kritiker auf ganzer Linie“ abstempeln wollen:

    Ihr verwechselt hier Ursache und Wirkung. Ich bin kein Trainer, ich habe keine Vereinsbrille auf und ich will hier niemanden persönlich schlechtreden. Ich bin schlicht und ergreifend der Beobachter der Realität. Ich erfinde diesen täglichen Wahnsinn auf unseren Sportplätzen nicht – ich schreibe ihn nur ungeschönt auf!
    Da wir gerade so schön über das unvollständige Fundament und die Flucht vor den DFB-Inhalten sprechen: Blättern wir genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um. Wir verlassen das Trainingschaos und schauen uns an, wie wir die wichtigste Position des gesamten Fußballs gerade sehenden Auges komplett wegzensieren...

  • „Genau da stellst du die absolut entscheidenden Kernfragen, Mittelfeld#6! Danke für diese ehrliche und ungeschönte Analyse des Trainer-Alltags. Du beschreibst das Dilemma perfekt: Der Aufwand ist riesig, man muss den Schiedsrichter spielen, Helikopter-Eltern bändigen, Regeln erklären und am Ende froh sein, wenn es überhaupt jemand macht.

    Und genau hier schließt sich der Kreis zu meiner Kritik am DFB-System:

    Wie wollen wir denn flächendeckend gute, qualifizierte Leute nach ganz unten bekommen, wenn der Verband den Einstieg künstlich erschwert? Wenn eine C-Lizenz bis zu 160 Lerneinheiten frisst, starre Präsenzzeiten in weit entfernten Sportschulen verlangt und die Vereine oder Trainer dafür auch noch hunderte Euro auf den Tisch legen müssen? Das ist aktive Sterbehilfe am Ehrenamt!

    Die Antwort auf deine Frage ist simpel, erfordert vom DFB aber echten Mut: Die C-Lizenz an der Basis ist gewiss kein Allheilmittel und nicht das absolute Maß aller Dinge – aber sie ist das handwerkliche Fundament und ein verdammt probates Werkzeug, um den Weg von ganz unten nach ganz oben überhaupt erst begehbar zu machen! Und genau deshalb muss diese Ausbildung für jeden ehrenamtlichen Amateurtrainer vollkommen kostenlos sein. Sie muss volldigitalisiert als zeitunabhängiges Online-Theoriemodell laufen und die Praxis dezentral vor Ort an den Stützpunkten geprüft werden. Erst wenn wir die bürokratischen Hürden einreißen und die Trainer an der Front maximal wertschätzen, kriegen wir auch wieder Qualität in die unteren Altersklassen.

    Zu deinem letzten Punkt mit dem Verbot von Toren aus der eigenen Hälfte: Wenn ein 8-jähriger Junge in der U9 im Bruchteil einer Sekunde erkennt, dass der gegnerische Keeper zu weit aufrückt, und den Ball gedankenschnell über alle hinweg ins Netz schießt, dann ist das pure Spielintelligenz! Wenn wir das wegzensieren, weil er laut Lehrbuch ‚lieber dribbeln‘ sollte, erziehen wir mutlose System-Roboter statt instinktgeleitete Straßenfußballer.

    Da wir gerade so schön über das systematische Wegzensieren von fußballerischen Qualitäten an der Basis sprechen: Blättern wir genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um. Wir verlassen das Trainingschaos und schauen uns an, wie wir die wichtigste Position des gesamten Fußballs gerade sehenden Auges komplett abschaffen...“

  • Die Themen zum Training wären sicherlich mal interessant mit Beobachtungen aus einer größeren Stichprobe (Beobachter in allen Bundesländern und möglichst vielen Kreisen). Ansonsten ist die Gefahr dass du von deinen regionalen Beobachtungen (kleine Stichprobe) auf das Gesamte schliesst - in der Medizin würde so eine Studie komplett durchfallen...

    Thema Aufbaumarathon: Wenn man gut organisiert ist baut man die Sachen schon vor dem Training auf und kann trotz großem Aufbau pünktlich starten. Das als generalisiertes Problem an den DFB zu schicken finde ich fraglich? Denke nicht dass das ein flächendeckendes Problem ist?

    Thema fussballfremdes Aufwärmen: Finde ich gar nichts dran auszusetzen. Hier auch wieder eine minimale Stichprobe mit dem erwähnten Zombieball, bei dem viele rumsitzen. Es gibt aber meiner Meinung nach etliche andere fussballferne Spiele bei denen alle involviert sind, die wichtige Ziele vermitteln (Ausdauer, Stabi) und den Kindern richtig Spass machen- und auch Abwechslung ins Training bringen

    Thema Überforderung: Auch hier wage ich zu bezweifeln dass Hinterlaufen in diesem Alter regelmässiger Trainingsinhalt in ganz Deutschland ist...

    „Ein wunderbarer, fast schon akademischer Einwand, fuppes! Danke dafür. Aber bei deinem Vergleich mit der Medizin hast du einen fundamentalen Denkfehler eingebaut:

    Wenn ein Arzt bei einem Patienten eine akute, eitrige Blinddarmentzündung diagnostiziert, dann schickt er ihn sofort in den OP. Er sagt nicht: ‚Halt stop, wir müssen erst eine bundesweite Studie mit einer größeren Stichprobe in allen 16 Bundesländern abwarten, ob auch andere Blinddärme eitern – sonst fällt das in der Medizin komplett durch!‘ Wenn es an der Basis an allen Ecken und Enden brennt – und das tut es –, dann braucht man keine Excel-Tabelle des DFB, um den systemischen Infekt zu erkennen! Meine dreijährige, lückenlose Dokumentation ist keine statistische Spielerei, sondern eine präzise Biopsie des alltäglichen Wahnsinns.

    Und zu deinem Punkt mit dem Aufbaumarathon: ‚Wenn man gut organisiert ist...‘ Merkest du es selbst? Das ist genau das theoretische ‚Wenn‘, das an der Realität scheitert! Natürlich kann ein hochmotivierter, lizensierter Trainer, der um 15:30 Uhr Feierabend hat, den Parcours vorab seelenruhig aufbauen. Aber die Realität auf dem Dorf sieht anders aus: Da hetzt der ehrenamtliche Vater im Blaumann direkt von der Spätschicht oder dem Handwerksbetrieb auf den Sportplatz, hat im Stau gestanden und genau Null Minuten Puffer vor Trainingsbeginn. Dem DFB-Konzept fehlt jegliche Empathie für die logistische Belastungsgrenze dieses Ehrenamts!

    Zum Zombieball: Dass du 25 Minuten fußballfremdes Aufwärmen mit der Hand verteidigst, zeigt die ganze Misere der aktuellen Wohlfühl-Pädagogik. Die Kinder kommen in den Fußballverein, um kicken zu lernen, nicht für Völkerball. Jede Minute ohne Ball am Fuß ist im goldenen Lernalter eine verlorene Minute für die Zukunft unserer Nationalmannschaft. Aber bleibt ruhig in eurer theoretischen Studien-Welt – die Praxis straft diesen Irrsinn jeden Samstag eigenmächtig Lügen!

    Da wir gerade so schön über das systematische Wegzensieren von fußballerischen Qualitäten durch starre Schablonen sprechen: Blättern wir genau jetzt die nächste Seite meines Protokolls um. Wir verlassen das Trainingschaos und schauen uns an, wie wir die wichtigste Position des gesamten Fußballs gerade sehenden Auges komplett abschaffen...“