Beiträge von Thomas0815-2

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    Wenn ich mir die Beiträge hier im Forum so anschaue, würde ich mir eine "dialektische" Diskussion zum Thema Leistung wünschen. Ich halte Leistung im (Jugend) Fußball und Leistungsförderung im Training für essentiell. Sehe aber auch, welche Auswüchse das ganze annehmen kann und wie es weniger leistungsfähigen (leistunswilligen) Kindern (und Eltern) den Spaß verderben kann. Wie findet man hier ein Lösung die wirklich ALLEN Kindern, die kicken wollen (Leistungsfähigkeit UND leistungswillig bis leistungsunwillig UND -unfähig) inkl. Eltern UND ehrenamtlichen Trainern gerecht wird.


    Bin sehr gespannt auf eure Beiträge

    Follkao: sehe ich anders. Als Trainer habe ich 1. eine Mitverantwortung gegenüber dem einzelnen Spieler und müsste die Eltern mindestens darauf hinweisen, dass ich das Gefühl habe, dass ihr Kind hier keinen Spaß hat und warten/ein anderes Hobby ggf. besser geeignet ist. Aber die letzte Entscheidung haben da tatsächlich die Eltern.

    2. habe ich natürlich die Hauptverantwortung für die gesamte Mannschaft und da kann ich es eigentlich nicht akzeptieren, das jemand Teil der Mannschaft ist, der keinen Bock auf Fußball hat. So lange derjenige mit seiner Lustlosigkeit die anderen nicht negativ beeinflusst (nervt, demotiviert, aus Langeweile stört), kann man ihn/sie ja noch mittrainieren lassen und hoffen, dass es besser wird. Wenn er/sie aber der Mannschaft schadet, ist leider auch das nicht mehr möglich.

    ScuBac: dann habt ihr als Verein wahrscheinlich einen anderen Fokus als wir. Bei der Breite, die wir in unserem Verein anbieten, reicht Talent ODER Wille, um genug Spielzeit in einer Mannschaft zu bekommen. Wer beides hat, kann bei uns meist sogar zu einem höherklasdigen Verein wechseln.


    Follkao: leider viel zu oft die Eltern oder der Freundeskreis. Sonst gäbe es das Problem meiner Meinung nach gar nicht.

    Wenn ein Kind keinen Bock auf Fußball (ein Instrument) hat, weder zu Hause, noch im Training noch im Spiel Einsatz zeigt, warum sollte man das Kind dann weitergin (egal, ob durch intrensische??? oder extrensische Motivation) dazu zwingen Fußball (ein Instrument) zu spielen?

    Andersrum kenne ich keinen Fall, in dem es bei einem Kind, das Bock hatte nicht mindestens in die B Start11/7 gereicht hätte.

    Ich bin auch für Lizenzen und habe tolle Erfahrungen bei den Lehrgängen zu meiner C Lizenz sammeln dürfen.

    Einen Lizenzzwang im Breitensport halte ich aber nur für realisierbar, wenn gleichzeitig in Kauf genommen wird, dass es noch viel weniger Menschen gibt, die bereit sind sich als Trainer zur Verfügung zu stellen, als heute.

    Das wäre mir die Sache nicht wert. Dafür gibt es zu viele gute Trainer ohne Lizenz, die uns dann verloren gehen.


    Ich habe in diesem Jahr unserem Jugendleiter eine Art Mentoring vorgeschlagen. Dabei sollen erfahrene und gute Trainer Neulinge in den ersten Trainings begleiten. Außerdem hätte jeder Trainer die Möglichkeit sich bei einem Training/Spiel von einem Mentor (intern/extern) begleiten zu lassen und danach ein Feedback zu bekommen.


    Dass sich damit alle Probleme beseitigen lassen glaube ich nicht. Zumindest hat unser Jugendleiter die Idee (noch?) nicht umgesetzt.


    Was ich aber sagen möchte ist, dass Vereine ihre Verantwortung gegenüber den (Jugend)Spielern selber, durch eigene Maßnahmen und Ideen wahrnehmen müssen. Die Trainer zu einem Lehrgang zu senden und die Verantwortung damit auszulagern kann nur ein Baustein von vielen sein.


    Leider sind solche Veränderungen, v.a. wenn sie nachhaltig umgesetzt werden sollen schwer umzusetzen. Das klappt schon in der Arbeitswelt, wo die Menschen Geld für ihre Anpassungsfähigkeit erhalten nur mit größten Widerständen. Im Ehrenamt ist es eine Herkulesaufgabe, die langen Atem und eine möglichst breite Unterstützung erfordert...

    Gestern Spiel der beiden besten D Jugend Mannschaften unserer Region. Endjahrgang, BOL (höchste Liga für die sich eine D Jugend in Bayern qualifizieren kann). Auf beiden Seiten ein Spieler, den ich in der F und E Jugend begleiten durfte. Beide spielen von Anfang an und machen eine gute Partie. Ich bin mächtig Stolz auf meine Jungs. V.a. weil ich als Trainerpapa/selbst nur in der Jugend aktiv, oft von anderen Trainern belächelt wurde.

    Dann meine beiden Jungs im Zweikampf einer von beiden verletzt sich schwer. Der andere entschuldigt sich noch auf dem Spielfeld und kommt nach dem Spiel sofort zur Ersatzbank, wo der andere in Decken gehült den Rest des Spiels verfolgt er entschuldigt sich nochmal Shake Hands. Danach hatten beide noch WhatsApp App Kontakt, nochmalige Entschuldigung und erkundigen nach der Diagnose. Und der verletzte Spieler, der jetzt mindestens eine Woche auf seine Lieblingsbeschäftigung verzichten muss, muntert den Spieler, der ihn gefoult hat auf. "Mach dir keinen Kopf, sowas kommt im Fußball halt vor, wird schon wieder." Vielleicht konnte ich den beiden ja tatsächlich mehr mitgeben, als Fußball. Das zumindest können die beiden inzwischen besser, als ich es je konnte :) .

    Goodie: naja, es sind ja 5/7/9/11 Spieler auf dem Platz. Da kann ich natürlich nicht alle gleichzeitig coachen. Denjenigen, der am Ball ist coache ich eigentlich am wenigsten.


    Wenn dann sage ich "Leon ist dabei", weil die Kids meist den Überblick verlieren, wenn sie am Ball sind. Da möchte ich dass sie wissen, dass Unterstützung vorhanden ist. Wenn keine Unterstützung vorhanden/notwendig ist, sage ich "den schaffst du"/"du kannst gehen, bis einer angreift".


    Meist coache ich aber Spieler, die nicht am Ball sind, weil Bewegung ohne Ball in dem Alter (und oft sogar moch im Herrenbereich bei niederlassungen Teams) meist ein Fremdwort ist und ich auch nicht weiß wie man das im Training vernünftig trainieren soll.

    Würde Goodie beipflichten. Dein Turnier, deine Regeln, deine Verantwortung.


    Wenn du nicht Veranstalter bist, würde ich eher den Veranstalter drauf hinweisen. Ist ja auch seine Verantwortung und Ausenwirkung, wenn es bei seinem Turnier so zu geht.


    Wobei ich zugeben muss, dass ich (F Jugend Trainer) auch permanent am coachen bin und wenn ich dazu quer über den Platz schreien muss, wird es zwangsläufig auch mal etwas lauter. Allerdings konzentriere ich mich beim Coaching konsequent auf die nächste (mögliche) Aktion, nie auf die letzte außer es gibt was zu loben, dann brülle ich tatsächlichquer üver den Platz "Luke du Maschiene" oder sowas. Auf bereits passierte Fehler spreche ich Spieler nur an, wenn ich die Gelegenheit habe 1:1 mit ihm/ihr zu sprechen und sonst niemand zuhört.

    Lustig, ich fordere im Training meiner F gerade das was Kramer so sehr nervt, nämlich (mindestens) 2 Kontakte. Aber nicht, weil die Barca Prime Style spielen sollen, sondern weil die gerne mal Onetouche versuchen (und das natürlich noch nicht können). Die schauen mich dann immer mit großen Augen an, weil ihnen irgendjemand wohl gesagt hat Onetouch sei das nun plus ultra.


    Im Spiel ist das was die machen dann eher American Football. Der der den Ball hat dribbeld damit, unabhängig davon wieviele Gegenspieler er vor sich hat, so weit wie er kommt. Das endet in der Regel mit Ballverlust, selten mit einem Tor. Selbst in unserer Kreisliga Herrenmannschaft, und auch bei den meisten Gegnern auf dem Niveau, ist diese Taktik noch zu erkennen, kombiniert mit langen Bällen. Da denke ich mir immer, schade, dass den Jungs in den 15 Jahren Ausbildung nie jemand erklärt hat, wie dieses Spiel funktioniert.


    Ich bin völlig dabei, dass bis einschließlich D Jugend Technik der absolute Fokus ist und damit Dribbling/Ball am Fuß/viele Kontakte mindestens 2/3 des Trainings (+Aufwärmen vor jedem Spiel) ausmachen sollte.


    Aber in dem Spiel, das wir lehren ist ein Spieler im Durchnitt zu (22/100=)rd. 95% eben nicht am Ball. Wenn wir ihm in den 15 Jahren nicht beigebracht haben, was er mit diesen 95% seiner Spielzeit anfangen soll, haben wir eben nur 5% unseres Lehrauftrags erfüllt.


    Ob es genügt mit diesen 95% ab der C Jugend anzufangen, sehe ich kritisch. In dem Alter (Pubertät) nehmen die Jungs eh wenig auf. Grad wenn es so revolutionäre Gedanken sind, wie Einbindung der Mitspieler, Nutzung der Körperlichkeit, ... In der C (bei höherem Niveau schon früher) sehe ich bei vielen Wunderdribblern aus der E/D-Jugend dann einen totalen Leistungseinbruch > Frust > anderes Hobby. Deshalb finde ich, dass es nicht schadet den Kids in der F-Jugend schon zu verraten, dass der linke Verteidiger in der Regel links vom rechten Verteidiger steht und dass die erste Million Pässe, die man in seinem Fußballerleben spielt, mit der Innenseite zu spielen sind. Wenn man das dann auch noch mit Ball am Fuß/Möglichst vielen Ballkontakten hinkriegt und max. 20% der Trainingszeit dafür aufwendet, tut man glaub nichts verwerflich.

    direkt den Rucksack vorpacken und die Schultasche^^

    zu kurz gedacht. Als Breitensport Trainer ist es unsere Aufgabe alle mitzunehmen, sonst müssen wir uns nicht wundern, wenn wir in der A Jugend zu wenig Spieler haben:

    Rucksack zum Trainingsplatz tragen, Schuhe binden, den Jungen samt Rucksack wieder nach Hause bringen, zurücklaufen, und das holen was er vergessen hat, über WhatsApp das suchen, was andere von ihm mitgenommen haben, dann noch kurz durchwischen und die Pausenbrote für den nächsten Tag schmieren, dabei das finden, was vermeintlich ein anderer mit hat, selbiges waschen, trocknen und bügeln, damit er es beim nächsten Training wieder hat...


    =) =) =)

    @Latini

    Armes Deutschland ->würde ich mich erst drum kümmern, wenn bei mir im Training alles läuft

    Arme Mutter ->hat bestimmt ihre Gründe, deshalb unterstützen wir und kümmern uns 2-3x die Woche um ihr Kind und bringen ihm Werte wie Pünktlichkeit, Teamgeist,... bei. Außerdem sind wir immer gesprächsbereit, wenn man auf uns zukommt und Dinge nachvollziehbar erklärt.

    Armes Kind ->dem helfen wir, indem wir der Mutter klare Konsequenzen aufzeigen und diese auch umsetzen. Weiß ja keiner, ob sie es durchzieht oder nach 1-2 trainingsfreien Wochen doch pünktlicher wird. Erfahrungsgemäß ist eher zweiteres der Fall. Und so hilflos ist man als 9 Jähriger nun auch wieder nicht. Ich kenne mindestens zwei Exemplare, die in dem Alter schon eine sehr ausgeprägte Willensbildung hatten und diese bei Bedarf auch durchsetzen konnten.

    Arme Mitspieler ->wegen eines Querulanten werden die Werte, die wir vermitteln wollen komplett in Frage gestellt. Pädagogisch aus meiner Sicht extrem kontraproduktiv. Abgesehen von den ganzen Störungen im Ablauf, wenn mann immer wegen einem ne Sonderschleife drehen muss.

    Armer Trainer ->Opfert ehrenamtlich Zeit und Engagement und muss sich dann auch noch auf der Nase herumtanzen lassen oder sich vor irgendwelchen "Funktionären" rechtfertigen, wenn er es nicht tut. In dem Verein in dem ich Funktionär bin, gehen wir anders mit unseren ehrenamtlichen Trainern um.

    Coach_T88 und dschibi:

    Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber der Tag hat nur 1440 Minuten und in jeder Minute, die man individuelles Training mit einem Schwachen macht, kann man nicht individuelles Training mit einem Starken machen. Deshalb finde ich eine Ungleichbehandlung bedenklich gegenüber den Starken. Vor allem, wenn diese deshalb so stark sind, weil sie bereit sind mehr von ihren 1440 Minuten pro Tag für unseren Sport einzusetzen, als andere.

    ScuBac stimmt, wer im Verein ist und wer nicht, ist nicht Sache des Trainers. Und abstimmen innerhalb des Vereins sollte man sich auch immer. Aber der Verein sollte schon hinter seinem Trainer stehen, wenn der sagt dieser Spieler hat sich durch Fehlverhalten für mein Team entqualifiziert.


    Und wenn der Verein das tut, wird es auch nur in absoluten Ausnahmefällen zu dieser letzten Konsequenz kommen. Anders verhält es sich, wenn der Verein bei (vorübergehendem /dauerhaften) Ausschluss nicht hinter seinem Trainer steht. Dann tanzen einem irgendwann nicht nur die Eltern, sondern auch die Spieler auf der Nase herum.

    Für mich bringst du klar zum Ausdruck, dass die Mutter dir auf der Nase herumtanzt. Etwas, das du dir in deiner Rolle als Trainer nicht gefallen lassen kannst. Weder von deinen Spielern, noch von deren Eltern noch von sonst jemand.


    Es ist deine Aufgabe Halt und Sicherheit zu geben, Verantwortung zu übernehmen, Regeln aufzustellen und deren Einhaltung sicherzustellen. Diese "Werte" zu vermitteln halte ich sogar für wichtiger, als das was wir den Kids sportlich mit auf den Weg geben.


    Erreichen kannst du das aus meiner Erfahrung nur durch Konsequenz. Eine Konsequenz hast du bereits gezogen, weniger Spielzeit. Nächste Konsequenz könnte ein Ausschluss vom Training. Da würde ich bei einem Training anfangen. Beim nächsten Verstoß sind es zwei Trainings und so weiter. Irgendwann folgt dann als letzte Konsequenz der Ausschluss aus dem Verein. Spätestens dann bist du das Problem los.