Lustig, ich fordere im Training meiner F gerade das was Kramer so sehr nervt, nämlich (mindestens) 2 Kontakte. Aber nicht, weil die Barca Prime Style spielen sollen, sondern weil die gerne mal Onetouche versuchen (und das natürlich noch nicht können). Die schauen mich dann immer mit großen Augen an, weil ihnen irgendjemand wohl gesagt hat Onetouch sei das nun plus ultra.
Im Spiel ist das was die machen dann eher American Football. Der der den Ball hat dribbeld damit, unabhängig davon wieviele Gegenspieler er vor sich hat, so weit wie er kommt. Das endet in der Regel mit Ballverlust, selten mit einem Tor. Selbst in unserer Kreisliga Herrenmannschaft, und auch bei den meisten Gegnern auf dem Niveau, ist diese Taktik noch zu erkennen, kombiniert mit langen Bällen. Da denke ich mir immer, schade, dass den Jungs in den 15 Jahren Ausbildung nie jemand erklärt hat, wie dieses Spiel funktioniert.
Ich bin völlig dabei, dass bis einschließlich D Jugend Technik der absolute Fokus ist und damit Dribbling/Ball am Fuß/viele Kontakte mindestens 2/3 des Trainings (+Aufwärmen vor jedem Spiel) ausmachen sollte.
Aber in dem Spiel, das wir lehren ist ein Spieler im Durchnitt zu (22/100=)rd. 95% eben nicht am Ball. Wenn wir ihm in den 15 Jahren nicht beigebracht haben, was er mit diesen 95% seiner Spielzeit anfangen soll, haben wir eben nur 5% unseres Lehrauftrags erfüllt.
Ob es genügt mit diesen 95% ab der C Jugend anzufangen, sehe ich kritisch. In dem Alter (Pubertät) nehmen die Jungs eh wenig auf. Grad wenn es so revolutionäre Gedanken sind, wie Einbindung der Mitspieler, Nutzung der Körperlichkeit, ... In der C (bei höherem Niveau schon früher) sehe ich bei vielen Wunderdribblern aus der E/D-Jugend dann einen totalen Leistungseinbruch > Frust > anderes Hobby. Deshalb finde ich, dass es nicht schadet den Kids in der F-Jugend schon zu verraten, dass der linke Verteidiger in der Regel links vom rechten Verteidiger steht und dass die erste Million Pässe, die man in seinem Fußballerleben spielt, mit der Innenseite zu spielen sind. Wenn man das dann auch noch mit Ball am Fuß/Möglichst vielen Ballkontakten hinkriegt und max. 20% der Trainingszeit dafür aufwendet, tut man glaub nichts verwerflich.