Hier einige Ratschläge von jemandem, dem es ähnlich geht/ging (mein Junior ist inzwischen 12):
Achtung es folgt eine extrem subjektive Sichtweiße die keinesfalls Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt!
1. Nimm das mit der Schule nicht so ernst. Mein Sohn hat beim Fußball bisher viel mehr für's Leben gelernt als in der Schule. Das wird ihm später auch im Beruf und bei der Auswahl der zur Verfügung stehenden Berufe (egal ob die was mit Sport zu tun haben oder nicht) mehr helfen als ein gutes Zeugnis in der Grundschule (+5./6. Klasse).
2. Dass dein Sohn spielen kann ist (v.a. für ihn) das wichtigste! Ob ein Trainer das Training nun optimal gestaltet oder nicht ist eher Bonus und erfahrungsgemäß etwas über das sich Eltern mehr Sorgen machen als die Kids. Ob er besser wird oder nicht kann sowieso niemand so stark beeinflussen wie er selber (Trainer und Eltern können nur Dinge ermöglichen).
3. Das mit dem selber verantwortlich sein halte ich für enorm wichtig. Sonst wird er immer wenn es ihm zu viel wird oder er etwas nicht erreicht Gründe dafür finden (Trainer zu schlecht, Mitspieler zu schlecht, Gegner/Schiri unfair, falsche Position, falscher Rasen, falsches Wetter,...) und dich nötigen an diesen Dingen etwas zu verändern, anstatt dass er sich selber für sein fußballerisches Weiterkommen verantwortlich macht. Ist auch ein guter Test, ob er es wirklich will oder ob du die treibende Kraft bist. Gerade hier hab ich als Fußball-Papa in den letzten Jahren viel lernen dürfen und lerne immer noch dazu.
4. Wir hatten einmal die Situation, dass er sich zwischen zwei (höherklassigen) Vereinen entscheiden musste. Zum Glück hat er sich für den richtigen entscheiden. Aber auch da hätte ich ihn selber für seinen Weg verantwortlich gemacht, wenn er zu dem anderen Verein gewechselt wäre. Auch als es drum ging, ob er mit 11 schon in den U13 Kader wechselt, war das seine Entscheidung. Mit der musste er dann leben und selber das beste draus machen ->Er trifft die Entscheidungen und muss damit leben. Ich akzeptiere diese (soweit finanziell tragbar) und unterstütze ihn.
4. So lange du ihn für Fußball begeistern kannst und er sich nicht plötzlich für Klavier spielen oder Pferde interessiert sparst du jeden Monat enorm viele Euros.
5. Rechne nicht damit, dass sich der Aufwand später irgendwann mal in Form einer fußballerischen Karriere lohnt (auch nicht mit einer 0,0001%igen Wahrscheinlichkeit und auch nicht nur bis zur 5. Liga). Dein Sohn muss jetzt Spaß haben und genau das tun, was er liebt. Dann lohnt es sich.
Fazit: Wir haben unserem Sohn, so lange es finanziell einigermaßen tragbar war, im Zusammenhang mit Fußball alles ermöglicht wofür er sich entschieden hat. Das war uns lieber, als dass er vor seiner PS sitzt. Ob das dann die erhoffte Qualität hatte ließ sich meist erst im Nachgang feststellen und war sogar von Training zu Training unterschiedlich. Spaß hatte er in jedem Fall und dafür, dass er was mitnimmt ist er ja aus meiner Sicht hauptsächlich selber verantwortlich. Das hat aber auch immer geklappt.