Gefühlter Druck

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  • In meinem Beispiel geht es um Kids die immer beim Training sind aber gar nicht oder nur für ein par Minuten zum Einsatz kommen. Im Breitensport.

    Da geht es um die goldene Ananas und die Kids sind nicht viel schwächer als die, die immer spielen und gesetzt sind.

    Diese Kinder nicht einzusetzen ist schlicht ein großer Fehler.

  • Völlig richtig.


    Intrinsische Motivation kann aber auch zerstört werden.


    Wenn man z.B. nicht spielen darf, oder man für (potentiell) schlechte Ergebnisse verantwortlich gemacht wird.

    Wenn man als Trainer dem Kind im Spiel kein Vertrauen schenkt, etc.



    Beispiel ohne Fußball: Kind spielt gerne ein Instrument, aber halt nicht so gut.

    Wenn es beim Vorspiel von den Zuhörern ausgelacht wird, kann es noch so intrinsisch motiviert gewesen sein. Wenn überhaupt, wird es vermutlich vor Publikum länger nicht spielen.

  • Wenn ein Kind keinen Bock auf Fußball (ein Instrument) hat, weder zu Hause, noch im Training noch im Spiel Einsatz zeigt, warum sollte man das Kind dann weitergin (egal, ob durch intrensische??? oder extrensische Motivation) dazu zwingen Fußball (ein Instrument) zu spielen?

    Andersrum kenne ich keinen Fall, in dem es bei einem Kind, das Bock hatte nicht mindestens in die B Start11/7 gereicht hätte.

  • Wenn ein Kind keinen Bock auf Fußball (ein Instrument) hat, weder zu Hause, noch im Training noch im Spiel Einsatz zeigt, warum sollte man das Kind dann weitergin (egal, ob durch intrensische??? oder extrensische Motivation) dazu zwingen Fußball (ein Instrument) zu spielen?

    Wer entscheidet denn, ob ein Kind Bock auf Fußball hat?

  • ScuBac: dann habt ihr als Verein wahrscheinlich einen anderen Fokus als wir. Bei der Breite, die wir in unserem Verein anbieten, reicht Talent ODER Wille, um genug Spielzeit in einer Mannschaft zu bekommen. Wer beides hat, kann bei uns meist sogar zu einem höherklasdigen Verein wechseln.


    Follkao: leider viel zu oft die Eltern oder der Freundeskreis. Sonst gäbe es das Problem meiner Meinung nach gar nicht.

  • Follkao: sehe ich anders. Als Trainer habe ich 1. eine Mitverantwortung gegenüber dem einzelnen Spieler und müsste die Eltern mindestens darauf hinweisen, dass ich das Gefühl habe, dass ihr Kind hier keinen Spaß hat und warten/ein anderes Hobby ggf. besser geeignet ist. Aber die letzte Entscheidung haben da tatsächlich die Eltern.

    2. habe ich natürlich die Hauptverantwortung für die gesamte Mannschaft und da kann ich es eigentlich nicht akzeptieren, das jemand Teil der Mannschaft ist, der keinen Bock auf Fußball hat. So lange derjenige mit seiner Lustlosigkeit die anderen nicht negativ beeinflusst (nervt, demotiviert, aus Langeweile stört), kann man ihn/sie ja noch mittrainieren lassen und hoffen, dass es besser wird. Wenn er/sie aber der Mannschaft schadet, ist leider auch das nicht mehr möglich.

  • Naja, jeder Mensch ist anders, was das Ziel beim (Fußball-) Spielen angeht.


    Die einen haben einfach Spaß dran und wollen auch mal gegen/mit andere spielen und möchten daher gerne am Ligabetrieb teilnehmen und auf Turniere gehen. Sie haben aber nicht das Bedürfnis, um jeden Preis gewinnen zu müssen.

    Gewinnen wollen sie i.d.R. schon, aber das Spielen und der sportliche=faire Wettkampf und die Zeit mit (Fussball-) Freunden zuverbringen ist ihnen eigentlich wichtiger.

    Wenn alle diese Einstellungen hätten, wäre der Fussball das, was er im Breitensport eigentlich sein sollte, deutlich weniger aggressiv und ein friedlicher Wettstreit.


    Die Anderen wollen unbedingt gewinnen (soll nicht heißen, dass alle gleich unsportlich oder gewaltigtätig werden).

    I.d.R. wollen sie sich auch verbessern, wollen daher auch viel und anspruchsvoll trainieren und habe eben daran Spaß.

    Das ist ja auch i.O., aber beide Spielertypen passen halt nicht so wirklich gut zusammen...


    Ich bin ja der Meinung, da wo es die Kapazitäten für mehrere Mannschaften in einem Verein gibt, sollte man im Breitensport versuchen alle Typen zu berücksichtigen und das den Eltern auch klar machen...

    Und das war ja die Ausgangsfrage: Gefühlter Druck seitens der Eltern und nicht vom Verein aus, weil ja 2. Mannschaft.


    Es kann ja nicht sein, dass es für den Sohnemann / das Töchterchen nicht für die Erste reicht, aber die, die noch "schlechter" sind darunter leiden müssen...


    Im Vereinsleben geht es auch um andere Dinge, als nur um Siege und den Prestige.

  • Problem ist das diese Eltern oft einfordern aber selbst nicht liefern. zB Teilnahme an Freundschaftsspielen weil junior das zigste mal Kindergeburtstag feiert oder 3 mal zum Chor muss. Es ist müßig noch in der D-Jugend zu erklären was Mannschaftssport ist und das man vielleicht andere Bedürfnisse drum rum baut

  • Ah ok, dann hatte ich es falsch verstanden.

    Natürlich setze ich voraus, dass die Spieler regelmäßig zum Training / Spiel kommen, dass ist ja ein elementarer Teil vom Mannschaftssport und Vereinsleben.


    Hatten ja geschrieben, dass auch die Schwachen Spaß an Ligabetrieb, Turnieren und Zusammensein mit Fußbalfreunden haben. Damit war schon gemeint, dass sie regelmäßig zum Training/Spiel kommen, aber halt nicht so gut sind und ggf. außerhalb des Traings noch anderes machen als nur Fußball zuspielen.


    Wer nicht regelmäßig da ist, bekommt natürlich weniger Spielzeit und das Training wird auch an die angepasst, die regelmäßig da sind.


    Gilt aber sowohl für die schwächeren als auch stärkeren Spieler.

  • Ich habe ein ganz ähnliches Problem, aber aus der anderen Richtung: Den Druck mache ich mir (ungewollt und unterbewusst) selbst.


    Von Vereinsseite gibt es keinen Erfolgsdruck, von den Eltern auch nicht, selbst die Kinder haben (größtenteils) eine gesunde Einstellung zu Siegen und Niederlagen. Niemand nörgelt, wenn mal ein Spiel verloren geht. Niemals wurde mein Training oder meine Aufstellung/Einwechslungen bei Spielen kritisiert. Also eigentlich alles perfekt. Eigentlich.


    Aber irgendwie hat es sich bei mir irgendwann so eingeschlichen, dass ich direkt vor Spieltagen so ne merkwürdige Nervosität verspüre. So ein unterbewusster Drang, dass das anstehende Spiel erfolgreich bestritten werden müsste. Ist natürlich Quatsch, aber abstellen kann ich es nicht.


    Inzwischen glaube ich, dass der Grund ist, dass wir bisher überpreformt haben. Letzte Saison Staffelsieg, diese Saison im Pokal viel weiter gekommen, als erwartet. Das war nicht mein Verdienst, sondern eher dass wir guten Zulauf von neuen, talentierten Spielern bekommen haben. Aber dennoch scheint es die Psyche beeinflusst zu haben. Dass das Unterbewusstsein mun meint, die gute Serie halten zu müssen.


    Richtig nervig das Ganze.

    Zwar macht es mir irre Spaß, die Trainingspläne immer wieder zu optimieren und der Mannschaft die (mir) bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen, aber diesen selbst-gemachten Erfolgsdruck muss ich irgendwie aus dem Kopf bekommen.

  • Aber irgendwie hat es sich bei mir irgendwann so eingeschlichen, dass ich direkt vor Spieltagen so ne merkwürdige Nervosität verspüre.

    Das kenne ich und ich mag das Gefühl auch nicht. Bei mir war es dann eher so ein: "hoffentlich klappt alles." Was komplett absurd ist denn wenn man die Kleinsten hat, zumeist klappt nix wie geplant und Flexibilität ist gefragt.
    Eine gesunde Anspannung ist ok, das fokussiert. Allerdings sollte sich das beim Anpfiff legen.

    Ich habe mal dieses Zitat gelesen und fand es hilfreich: die Spieler sollten jedes Spiel angehen, als ginge es um die Champions League. Aber die Erwachsenen sollten ein Kinderfußballspiel sehen.

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!