Beiträge von Thomas0815-2

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    Da Fußball aus meiner Sicht mit dem Kopf und nicht (nur) mit den Füßen gespielt wird, finde ich es cool, dass du dich bereits in der D Jugend so intensiv mit mannschaftstaktischen Elementen befasst.


    In wie weit das für deine Spieler schon praktikabel ist, hängt vom Niveau ab. Unterhalb von NLZ/Leistungsverein auf ähnlichem Niveau, würde ich damit aber noch bis zur C/B Jugend warten. Halt so lange bis (Grundlagen)technik, Individual- und Gruppentaktik soweit sitzen, dass man den nächsten Schritt gehen kann.


    Und auch auf höchstem Niveau kann das in dem Alter nur eine Nuance sein. 95% des Trainings würde ich anderen Elementen widmen.


    Jetzt zu deiner Frage:

    Aus meiner Sicht rückt dein RV vor, um den Raum um den gegnerischen LV zu verdichten. Deine anderen beiden Verteidiger rücken nach rechts, um abzusichern bzw. weiter zu verdichten. Deine linke Seite ist dann blank und wenn die Pressingsituation vom Gegner gelöst wird, müsst ihr natürlich wieder verschieben. Einzige Gefahr wäre an der Stelle ein Diagonalpass auf deine Linke Seite. Dass eine D Jugend einen Spieler hat, der den (unter Druck) spielen kann und noch einen, der ihn so schnell annehmen kann, dass ihr nicht mehr verschieben könnt, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

    Hört sich interessant an, vor allem die Shotclock Variante. Werd ich im nächsten Training ausprobieren

    Fein 😀. Lass gerne hören, wie das funktioniert hat.


    Als warm up hätte ich noch folgende Idee:

    Gleichzahlspiel im begrenzten Raum ohne Tore. Trainer wirft den Ball zu Beginn ein.


    Wenn eine Mannschaft den Ball länger als 5/7/10 Sekunden halten kann bekommt sie einen Punkt (bleibt danach weiter in Ballbesitz und kann ggf. weitere Punkte machen)

    Spiel ab! , was hältst du davon:

    Halbes Kleinfeld mir 2 Mini Toren oder einem Kleinfeldtor mit TW an der Grundlinie. 2x6 Feldspieler oder 6vs 4/5.


    Mannschaft in Überzahl startet in Ballbesitz an der Mittellinie. Gegner stehen außerhalb vom Mittelkreis. (Freies) Spiel startet, sobald der Ball den Mittelkreis verlässt.


    Angreifer erhalten Punkt, wenn sie ein Tor erzielen. Verteidiger erhalten Punkt, wenn sie Ball erobern und in die gegnerische Hälfte passen oder dribbeln.


    So sind die Angreifer gezwungen, den Ball nach Ballverlust möglichst schnell zurück zu erobern.


    Durch eine Shotclock kannst die Angreifer zu mehr Tempo und damit zu mehr Risiko zwingen. Das sollte zu mehr Ballverlusten führen und damit zu mehr Rückeroberungssituationen.

    Spieler B und C sind unzufrieden mit ihren Einsatzzeiten und plötzlich erzählen sie kuriose Dinge.....

    Ich verstehe was du meinst. Aber das kann dir leider auch passieren, wenn die Spieler nicht duschen. Wenn es klare Regeln gibt (z.B. während des Duschens ist der Trainer nicht in der Kabine, Jeder duscht wie er will ->nackt, gar nicht, mit Bade-/Unterhose, jeder trägt die Konsequenzen, wenn er nicht duscht selber ->ist beim Duschen nicht dabei, stinkt, hat weniger Mitfahrgelegenheiten,...), denke ich, dass vom Duschen keine besondere Gefahr für den Trainer ausgeht, halte es sogar für eher unproblematisch, weil ja immer auch noch mehr Spieler als B und C dabei sind (zumindest sollte der Trainer sich nicht in eine Situation begeben, in der er mit wenigen + sich duschenden + jugendlichen Spielern + am selben Ort ist, dann besteht tatsächlich eine große Gefahr, das sagt einem aber doch der gesunde Menschenverstand).


    Was mich in dem Zusammenhang mehr beschäftigt ist, dass bis zur D/C manchmal auch B Jugend oft auch Mädchen mit im Kader sind. Ich kenne das von meinem Sohn. Da war letztes Jahr genau ein Mädchen im Kader, die hatte (natürlich) eine separate Dusche. Das Mädel war dann immer als erste fertig mit dem Duschen und hat vor der Kabine der Jungs gewartet, bis die alle fertig waren. Von drinnen hat man die Jungs dann schon immer singen und rumalbern hören (zumindest nach einem Sieg war das von außen zu hören, aber auch bei Niederlagen ist die Gemeinschaft unmittelbar nach dem Spiel denke ich wichtig). Das arme Mädel wurde aber (selbstverständlich) erst reingelassen, wenn alle wieder angezogen waren. Dann war aber auch die Party/Aufarbeitungsrunde meist schon vorbei. Ich dachte dann immer "irgendwie schade für sie, hat es ja als Mädel im Fußball eh schon schwer" aber eine richtig Lösung für das Problem fällt mir auch nicht ein... (Sorry, das war jetzt aber sowas on off Topic ✂️)

    Kleine Anekdote:

    Am STP bei uns ist auch so ein "Dribbelkönig" wie oben beschrieben. Teilweise zum Haareraufen. Aus meiner Sicht für den Mannschaftssport Fußball kaum zu gebrauchen. Denke ich ... die Sichter haben u.a. ihn aber zum Sichtungstraining für die Niederrheinauswahl ausgewählt...auch wenn er es letzlich nicht in den Kader geschafft hat.

    Zu einem NLZ Probetraining war er auch. Zwischendurch dachte ich schon ich hätte verstanden worauf die Scouts so achten.

    (übrigens schauen die sich auch die Grösse des Vaters an um daraus evtl. was abzuleiten)

    Jetzt werden in der C Jugend aus jeweils 2 Kreisauswahlen eine Regionalauswahl. Was soll ich euch sagen, da wurde er plötzlich aussortiert. Mich lässt das etwas irritiert zurück. Geradliniges Scouting kann ich in diesem Fall jedenfalls nicht erkennen

    Deckt sich mit meiner Meinung. Was bringt es in der E-D-Jugend auf einen einzigen Skill zu setzen (Hauptsache er kann dribbeln/traut sich ins offensive 1vs1) und dann in der C-Jugend zu merken, dass das nicht reicht um ein guter Fußballer zu werden und dass es zu spät ist ihm den ganzen Rest noch so intensiv anzueignen, dass es für Top-Niveau reicht.

    Körpergröße spielt auf höchsten Niveau doch nur eine untergeordnete Rolle (zumindest bei allem größer 180).

    Sehe ich anders: Harland, Kane, Lewandowski, sämtliche IVs... sind doch alle Riesen.

    Lt google/kicker:

    Durchschnittliche Körpergröße männl. Erwachsener in Deutschland, 178 cm (bei 20 Jährigen Männern 180 cm)

    Durchschnittliche Körpergröße BL Spieler 1,84 cm.


    fahrender Vater: Hast du auch erfahren, warum das so ist oder

    Neben Vätern und Trainern bringst du hier ja noch eine dritte Kategorie ins Spiel nämlich die Scouts.

    Zur Vereinfachung/Fokussierung auf sportl. Aspekte würde ich Väter erstmal noch außen vorlassen, die haben entweder keine Ahnung oder sind je nach Einzelfall wie Scouts oder Trainer zu betrachten.


    Scouten dann Scouts tatsächlich Spieler, die einer Mannschaft irgendwann (spätestens im Herrenbereich, wo der Trainer allein am kurz- bis mittelfristigen Erfolg gemessen wird) mal nützlich sind. Hört sich jetzt bei dem was du geschrieben hast eher nicht so an. Oder leben die inzwischen in ihrer eigenen Scoutingwelt und meinen alles muss sich nach ihnen richten, weil sie ja (vermeintlich) darüber entscheiden, ob eine Karriere weiter geht oder nicht. Egal, ob aus den von ihnen gescouteten Spielern mal (oberer) Herrenbereich taugliche Spieler werden oder nicht.

    ScuBac: wie schätzt du die Qualität der Stützpunkte ein, so wie von anderen oben geschrieben eher zweifelhaft oder hast du andere Erfahrungen?


    Hi Thomas, mein Sohn hat jetzt die beiden letzten Jahre in einem sogenannten Leistungsorientiertem Verein unterhalb der NLZ gespielt. In dieser Zeit haben 3 Spieler mich und auch die meisten anderen Väter, regelmäßig zur Verzweiflung gebracht. Alle 3 wirklich sehr gute Spieler im offensiven Tempo Dribbling, auch oft schön anzusehen, aber zu oft aus meiner Sicht "brotlose Kunst". Bei allen Dreien hatte man immer das Gefühl wenn die am Ball sind, entweder machen die ein Tor oder verlieren den Ball. Und die gesamte Mannschaft musste viel zu oft hinter dem Ball herrennen, kaum bis kein sinnvollen Pässe zum besser postierten Mitspieler, oder viel zu spät, nämlich dann wenn die Feldposition nach dem dritten ausgespielten Spieler doch eher aussichtslos erschien...


    Langer Rede kurzer Sinn. Spieler 1 ist bereits letzte Saison in ein NLZ gewechselt, Spieler 2 und 3 wechseln zur neuen Saison....

    von welchem Alter sprechen wird da?

    Und haben die Spieler nur die Väter zur Verzweiflung gebracht oder auch die Trainer (müsste man ja anhand des Coachings/der Spielzeiten sehen)?

    Zwischen E und C machen einige Kinder vielleicht zu unterschiedlichen Zeitpunkten Wachstumsphasen mit.

    Was soll der Sichter denn bewerten? Das Wachstumspotenial wird schwierig.

    Das sehe ich anders. Ich kann dir in der E Jugend schon sagen, wer in der C Jugend zu den großen gehören wird und wer nicht. Damit liege ich dann zu 80% richtig. Und in der Praxis bewerten Scouts das Wachstumspotenzial ab einem bestimmten Niveau und auf einer bestimmten Position ja schon.


    Wenn in der E ein großer Spieler technisch toll, sehr aktiv und mutig ist, wird er auch genommen.

    Das steht außer Frage. Aber warum nehme ich einen kleineren Spieler, der nur einen Ticken besser ist, von dem ich aber weiß, dass ich ihn in der C Jugend (sehr wahrscheinlich) wieder aussortieren muss. Steckt da ein Fairnessgedanke dahinter oder geht es tatsächlich um das Leistungspotenzial (im Herrenbereich, das ja Sinn und Zweck von Scouting ist).

    Spannend könnte es noch sein, wenn ein Kind in diesem Altersbereich bereits perfekt getimte, scharfe Bälle perfekt in den Lauf bzw. in den richtigen Fuß des Mitspielers spielen kann. Diese Fähigkeit gibt es allerdings in diesem Altersbereich tatsächlich sehr selten.

    Ich fürchte sogar, dass diese Fähigkeit oft übersehen wird, weil sie eben so selten ist und Scouts "darauf getrimmt sind" nach anderen Fähigkeiten Ausschau zu halten.



    Ich sehe das gerade in der C-Jugend überwiegend nach Frühentwicklern gescoutet wird. Klar können diese Jungs auch kicken aber im Zweifelsfall entscheiden sich die Leistungsvereine meiner Erfahrung nach IMMER für den größeren, stabileren Spieler. Nicht für den Spieler mit dem besten Dribbling wie oben beschrieben.

    Das sehe ich (in der C-Jugend) auch so (und verstehe es auch. Wachstum ist etwas, das man wirklich nicht trainieren kann. Höchstens kompensieren. Aber ein größerer genauso guter Spieler wird immer einen Vorteil haben). Deshalb wundert es mich um so mehr, dass in der E-Jugend noch die kleinen, wendigen (tiefer Schwerpunkt, weniger Koordinationsprobleme wegen kürzerer Arme und Beine) ausgesucht werden. Werden die dann in der C-Jugend alle durch stabilere Spieler ersetzt? Da wäre es doch besser, die Stabileren gleich von Anfang an zu fördern, wenn am Ende Spitzensportler draus werden sollen???


    Das Ganze stimmt auch mit meinen Beobachtungen überein. Die kleinen, die in der E-Jugend aufgrund Wendigkeit/Schnelligkeit die Top Spieler waren, bekommen spätestens Anfang der C-Jugend Probleme, weil die Stabileren sie einfach vom Ball wegdrücken. Meistens dauert es dann 6-12 Monate, bis die Kleinen das irgendwie kompensieren können und dann wieder zu guten Spielern werden (leider aber meist nicht wieder zu so überragenden wie davor). Vielleicht sollte ich diese Beobachtung mal einem Scout mitteilen, dann würde sich seine Trefferquote von Spielern, die es tatsächlich schaffen deutlich erhöhen 🤣🤣🤣.


    Dieses Leistungsloch (der kleinen wendigen) meine ich sogar bei einem Spitzenspieler wie Musiala beobachtet zu haben. Kam als Virtuose mit 17 in die BL und CL und kackte dann ein halbes Jahr ab, bevor er zum Stammspieler wurde. Jetzt hat er Verletzungsprobleme, was ja auch mit Stabilität/seiner Spielweise zu tun haben könnte...

    Zum Thema Scouting - auf was ich selbst bei Spielern achte ist Schnelligkeit, sowohl physisch als auch im Bezug auf Spielverständnis/Spielintelligenz - den Rest gerade in diesem Alter kann man wie erwähnt wesentlich leichter lehren.

    Das halte ich auch für einen sehr wichtigen Punkt. Aber Schnelligkeit in Bezug auf Spielverständnis/Spielintelligenz bedeutet für mich auch einen Ball schnell (und präzise) weiterleiten zu können, wenn ich die Lücke erkenne, in die ein Mitspieler laufen kann. Wenn das dann noch unter Gegnerdruck gelingt, ist das für mich viel mehr wert, als wenn ich den Gegner, der Druck macht ausdribbeln kann. Diese Art von Schnelligkeit und Spielintelligenz kann man ja auch nicht beliebig erlernen, sonst hätte ja jeder, der ein NLZ/eine Akademie durchlaufen hat so eine Spielübersicht/-intelligenz wie Toni Kroos/Thomas Müller. Wieso werden Spieler, die so was von Haus aus mitbringen nicht gefördert, denen müsste man ja nur noch das Dribbling beibringen.


    PS: Mit ist klar, dass auch Kroos und Müller großartige Dribbler waren, aber grad bei Müller glaub ich, dass es da bessere in seinem Alter gab, die es aber bei weitem nicht so weit gebracht haben. Wenn "Gerland" damals gesagt hätte, "der Müller kann nicht so gut dribbeln wie der ..., sortiert den aus", hätte er einen riesen Fehler gemacht.

    Hallo, hat hier jemand Erfahrung mit Scouting?


    Bei uns in Bayern gibt es ja die BFV Stützpunkte. Da schicken wir als Verein jedes Jahr die guten Spieler aus den E-Jugend Endjahrgänge hin und die werden dann vom Verband gescoutet. In den vergangenen Jahren und besonders in diesem Jahr war ich stets überrascht, was für Spieler da weiterkommen und welche nicht.


    Bei uns werden immer die kleinen, wuseligen, dribbelstarken Spieler ausgewählt. Wenn jemand gut im Zweikampfverhalten ist, Bälle erobert, einen Blick für die Mitspieler hat, präzise Pässe spielt, Verantwortung auf dem Platz übernimmt oder andere Qualitäten hat, die jede gute Mannschaft braucht, hat derjenige keine Chance.

    Teilweise haben die Spieler mit den o.g. Qualitäten bei mir im Training auch schon gezeigt, dass sie fabelhafte Dribbler sind, aber sie zeigen dass dann bei den Trainingsspielen bei der Stützpunktsichtung nicht, weil sie zu mannschaftsdienlich spielen und auch mal einen Ball abgeben. Weiter kommen aber die Spieler, die sich in 4 von 5 Aktionen festdribbeln und den Ball verlieren und nur einmal durchkommen und ihr Tor dann mit einem infernalischen Jubel feiern (an dieser Stelle übertreibe ich ein bisschen, um zu verdeutlichen, was ich meine :) ).


    Jetzt könnte man sagen, das sind 10-jährige, die müssen erstmal eine gute Technik haben, den Rest kann man denen noch beibringen. Aber warum kann man einem 11-jährigen, der schon gut dribbeln kann leichter beibringen saubere Pässe zu spielen/einen ordentlichen Zweikampf zu führen, als einem 11-Jährigen der das schon kann das dribbeln? Und ich habe das Gefühl, dass wird bei älteren Jahrgängen nicht anders. Auch da kriegen die Spieler, die wild über den Platz jedem Ball nachjagen und nie einen sauberen Pass spielen schneller Angebote, als Spieler, die vielleicht genauso eine gute Technik haben, aber das Spiel schon als Mannschaftssport verstanden haben und deshalb ihre Mitspieler einbinden. Wollen wir im Profibereich dann lauter Sanes, die eine perfekte Technik haben, bei denen man aber immer den Eindruck hat, dass die den Sport an sich auch als Profi immer noch nicht verstanden haben und weniger talentierte Spieler der Mannschaft und dem Erfolg viel dienlicher sind (zum Ende hin hab ich wieder übertrieben :) ).


    Bin sehr gespannt auf eure Erfahrungen. Liege ich da falsch, habt ihr ähnliches erlebt oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht???


    PS: Wenn hier jemand im Scoutingbereich aktiv ist und uns sagen kann, auf was er/sie achtet und warum, wäre das natürlich sehr spannend.

    Follkao , ich möchte mich entschuldigen, die Schärfe war tatsächlich nicht angebracht.


    Ich sehe es dennoch nach wie vor so, dass neben dem klassischen Coaching (ich meine nicht das was im Fußball allgemein unter Coaching versanden wird, sondern ein systemisches Coaching, durch das der Gecoachte durch Fragen/Provokation selbst eine für ihn besseren Lösung findet) auch das reine Üben, also das Widerholen einer vorgegebenen Vorgehensweise, seine Daseinsberechtigung hat. Es widerspricht der Erfahrung aus einer Vielzahl von Lebensbereichen, dass es nicht sinnvoll ist, bereits gemachte Erfahrungen direkt an Unerfahrenere weiterzugeben, anstelle sie quasi bei Adam und Eva anfangen zu lassen und zu erwarten, dass die durch reines Fragen/Provozieren dahingeführt werden können, all das Wissen aufzubauen, das Generationen vor ihnen schon aufgebaut haben und ihnen einfach hätten sagen können.


    Das klingt jetzt megatheoretisch, deshalb ein Beispiel. Ich zeige meinen Kids ab einem gewissen Alter beispielsweise die Surfer-Stellung als individualtaktische Variante für das Defensivverhalten (lass uns an dieser Stelle bitte nicht darüber streiten, ob das eine Individualtaktik oder doch eher eine Technik ist). Weitere Beispiele für Verhaltensweisen, die ich ab einem bestimmten Alter zeige wären das Hinterlaufen/Kreuzen/Vorderlaufen. Wenn ich dich richtig verstehe (???) wäre es aber sinnvoller, Spielformen zu kreieren, in denen die Kinder von selber drauf kommen, dass Surferstellung/Kreuzen/Hinter/Vorderlaufen sinnvoll ist bzw. eine noch bessere Vorgehensweise selbst kreieren.


    Der Grund für meine Vorgehensweise ist, dass ich in der Zeit, in der die Kinder bei der von dir vorgeschlagenen Form noch auf der Suche nach der richtigen/besseren Lösung sind, die Kinder in der anderen Form eine bereits Bewährte Lösung schon x mal ausprobiert haben und wissen in welchen Situationen z.B. Kreuzen sinnvoll ist und in welchen nicht. Sie haben also viel schneller einen "Bauchladen" von Möglichkeiten oder in der gleichen Zeit einen viel größeren "Bauchladen". Das wiederum unterstützt aus meiner Sicht die Kreativität. Wenn ich 20 Lieder spielen kann, die andere komponiert haben, fällt es mir doch viel leichter das 21. selber zu komponieren, als wenn ich von Anfang an darauf angewiesen wäre Töne in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, so dass irgendwann eine Melodie entsteht.


    Fazit: Ich muss Erfahrungen selber machen (Spielformen mit Provokationsregeln), um eigene Kreativität entwickeln zu können, aber ich brauche auch Vorgaben (Reine Übungsformen), um schneller/überhaupt in der Lage zu sein eigenen Lösungen zu finden.


    Vielleicht reden wir auch aneinander vorbei und meinen doch dasselbe :-).

    sondern die Rahmenbedingungen schaffen, dass sie von selbst draufkommen. Ggf. auch durch Fragen dahinführen.

    genau das meine ich mit "ggf. Unterstützt durch entsprechende Trainingsmethoden"


    Aus der Erfahrung mit wieviel unterschiedlichen Jahrgängen in derselben Altersklasse bist Du zu dieser Überzeugung gelangt?

    Hab ich den Teil in den Forenregeln übersehen, in dem steht ab welche Erfahrungsstand man seine Meinung äußern darf?


    Legst Du die Laufwege pro Position in einer bestimmten Grundsformation fest, hilft ihm das gar nix.

    ...und den Teil ab welchem Erfahrungsstand man seine Meinung nicht mehr begründen muss auch?

    let1612 finde dein Beispiel nicht treffen. E-Jugendliche (von denen ich sprach) sind im schnitt fast doppelt so alt wie G-Jugendliche. Das ist, wie wenn du 9 Jährige mit 17/18-Jährigen vergleichst (das hinkt gewaltig!).


    Bin seit einem Jahr G-Jugend Trainer, alle taktischen Vorgaben außer hol dir den Ball (Defensive) und Lauf mit dem Ball nach vorne und schieß ein Tor (offensive) kannst du da aus meiner Sicht vergessen. Den Tipp, dass noch andere Mitspieler auf dem Feld sind, gebe ich maximal denen, die in zwei Monaten in die F kommen.


    Meine Trainings Ziele in der G-Jugend: Vorwärts, Rückwärts, Seitwärtslaufen ohne hinzufallen. Mit einem Fuß auf den Ballstehend um die eigene Achse drehen/hüpfen ohne hinzufallen, Dribbelslalom im eigenen Tempo ohne sich zu verlaufen und ohne Hütchen umzuschmeißen. Ball aus der Hand auf den Fußfallen lassen, wieder hoch kicken und nach Möglichkeit fangen (+in der Halle: Ball hochwerfen, einmal um die eigene Achse drehen, in die Hände klatschen und Ball wieder fangen, dabei darf der Ball 1x den Boden berühren). Während des Spiel weder Gänseblümchen pflücken, noch der Mama winken. Mir bis zu 30 Sekunden am Stück zuhören können. Wer das kann ist reif für die F-Jugend.

    Lindmann: sehe ich genauso, aber ich habe die Erfahrung, dass man es nicht vom Spieler abhängig mache kann. Klar probiert man immer den Weg, dass die Kinder selber drauf kommen (Spielformen mit Provokationsregeln). Den beiden letzten erklärt man es aber dann doch, weil die eben von selber nicht drauf kommen und man mit dem Rest der Gruppe weitermachen will. Diese beiden letzten sind tatsächlich oft die selben, aber eben nicht immer. Deshalb würde ich es von der Situation abhängig machen, ob ich Vorgaben mache oder nur Tipps gebe/provoziere. Natürlich hilft es ungemein, die Situation richtig einzuschätzen, wenn man seine Spieler gut kennt :)

    Follkao: Vielen Dank für die Strukturierung und das ausführliche Feedback.

    Wann lerne ich etwas?
    Im taktischen Bereich lerne ich erst Individualtaktik, dann Gruppentaktik, dann Mannschaftstaktik.
    Das baut aufeinander auf. Es macht keinen Sinn, das defensive 2:1 oder das ballorientierte Verschieben zu lernen, wenn ich das defensive 1:1 noch nicht beherrsche.
    Um bei Deinem Trompetenbeispiel zu bleiben: Ich lerne sicherlich erst alle Töne nacheinander bevor ich ein Stück spielen kann, in dem alle Töne vorkommen.

    Sehe ich nicht so. Ich spiele seit über 30 Jahren Trompete. Alle Töne kann ich noch nicht (ist auf dem Instrument auch nicht möglich). Das erste Lied habe ich gespielt, nachdem ich drei Töne kannte. Genauso ist es beim Fußball. Kinder haben mit 4/5 Jahren ihr erstes Funino Match, obwohl sie weder vernünftig Dribbeln, noch Passen, noch Stoppen, noch Abschließen können. Später in der E Jugend stehen sie dann (bis vor kurzem) zu siebt auf dem Platz (oder nehmen an keiner regulären Spielrunde teil). Sie sind in der Situation mannschaftstaktischen Einflüssen unterworfen, ob sie wollen oder nicht (wenn die Abwehr nachrückt hat der ballführende eine andere Situation, als wenn sie das nicht tut). Um mit dieser Situation umgehen zu können sehe ich zwei Möglichkeiten: ich versuche durch Training sie dahin zu bringen, dass sie selber Lösungen finden (nachhaltig, aber langwierig) , ich gebe ihnen vor dem Spiel Lösungen mit, die sie dann im Spiel ausprobieren können (können, weil die ja nicht immer tun was ich sage). Auch so machen sie eigene Erfahrungen, kommen aber wahrscheinlich schneller ans Ziel (dafür ist es wahrscheinlich nicht so nachhaltig, das gebe ich zu).


    Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir als Trainer beide Möglichkeiten nutzen sollten (sagen wie es geht vs. so lange selber ausprobieren lassen, bis er/sie drauf kommt, ggf. Unterstützt durch entsprechende Trainingsmethoden), wenn man nur eins nutzt, dauert es entweder zu lange, bis Fortschritte erzielt werden oder das erlernte bleibt nicht nachhaltig verankert. Die Herausforderung sehe ich deshalb darin die richtige Mitte zu finden.


    Wie lerne ich etwas?

    Genau das ist spielformorientiertes Training nicht. Im spielformorientierten Training sorge ich durch Regeln und/oder Aufbau dafür, dass eine gewünschte Situation immer wieder vorkommt. Das ist extrem vorbereitungsintensiv und sehr anspruchsvoll. Ziel ist es, diese Thematik in einer Spielsituation zu lösen.

    Volle Zustimmung


    Was passt in welche Altersgruppe?


    Im E-Jugendalter versuche ich als Trainer, den Kindern einen gut gefüllten individualtaktischen Bauchladen, zu vermitteln. Aus diesem Bauchladen wählt das Kind aus. Dabei darf das Kind auch lernen, was nicht funktioniert. Am besten lernt es das, wenn es mit etwas auf die Schnauze fällt. Es lernt auch, was gut funktioniert.
    Nein, so lernt, man nicht schneller - aber nachhaltiger.

    Dem würde ich auch zustimmen. Allerdings sehe ich wie oben erwähnt zwei Möglichkeiten den Bauchladen zu füllen.


    Indem Du das an Positionen im 7er Fußball in einer definierten Grundformation knüpfst, lernen die Kinder das nur für den 7er Fußball in dieser Grundformation. Du bekommst dafür Lob, weil das von außen betrachtet strukturiert aussieht - der D-Jugendtrainer im 9er Fußball kann darauf aber nicht aufbauen.

    Sehe ich nach wie vor anders. Wenn ein Spieler in der 7er Grundformation mitbekommen, dass es Themen wie Verschieben, Zurücklaufen, Nachlaufen, Freilaufen gibt, hilft ihnen das auch in der 11er Formation. Ich sehe viele Mannschaften die schon lange in der 11er Formation spielen und von solchen Themen keine Ahnung zu haben scheinen. Das führe ich darauf zurück dass man ihnen viel zu spät beigebracht hat, welchen Sinn Bewegungen ohne Ball haben. Dass ich die Bewegungen an bestimmt Positionen geknüpft habe war eine Vorgabe, um den Kindern einen schnellen Lernprozess zu erleichtern (s. oben). Meine Beobachtungen der 11er Mannschaften hat nämlich zu dem Ergebnis geführt, dass die Gefahr groß ist, dass diese Erkenntnis ohne Vorgabe erst nach Ende der Fußballkariere einsetzt. Um das zu verhindern, habe ich auf den weniger nachhaltigen, aber schnelleren Weg gesetzt (ohne zu behaupten, dass ich nicht irgendwann einen besseren Weg erkennen werde).

    Jetzt wo ich das ganze Ausmaß kenne, muss ich meine Aussage von oben relativieren. Also bei "normalen" Kindern würde ich in dem Alter versuchen ihnen mehr und mehr die Verantwortung selbst zu übertragen (Das geht in der F-Jugend mit dem selber schuhebinden können los). In dieser Sondersituation würde ich mich als Trainer so gut es geht zurückhalten und auf professionelle Hilfe hoffen bzw. schauen, ob ich diese auf die Situation aufmerksam machen kann.