Beiträge von Grätsche

    Aber DFB und Landesauswahl halten dies für keine gute Idee

    Das kann ich nicht bestätigen.

    Vielmehr wird von den Keepern erwartet, dass sie in der Lage sind "mitzuspielen". Und im Feld haben sie in der Regel viel mehr Ballaktionen, als im Tor. Ich habe mehrere Keeper(innnen) auf dem beschriebenen Niveau trainiert und hier gab es eig. regelmäßig die Hinweise, sie auf im Feld einzusetzen.

    Vorliegend sehe ich allerdings in der wahrscheinlich fehlenden Qualität der Mitspielerinnen das Problem. 1. Wird von der höherklassigen Spielerin erwartet, dass sie quasi das Spiel allein entscheidet. 2. Bedarf es für ein funktionierendes Zusammenspiel eben auch entsprechend ausgebildeter Mitspieler.

    Häufig ist es doch so, dass wenn Spieler von "oben" aushelfen, die Erwartungshaltung viel zu groß ist. Aus einem Innenverteidiger einer Landesligamannschaft wird nicht automatisch ein Spielmacher in der Kreisliga, um es einmal zu überzeichnen. Außerdem passen in den älteren Jahrgängen doch auch die taktischen Abstimmungen häufig nicht zusammen. In der Kreisklasse wird häufig (noch) ausschließlich mannorientiert und teilweise noch mit Libero gespielt.

    Es wäre deshalb vermutlich sinnvoller, wenn die Tochter von Spieler-papa bei einer anderen (leistungsstärkeren) Mädchenmannschaft spielen würde.

    Hat jemand vielleicht mal einen Tipp oder kennt das Problem?

    Meine Mannschaft war in der vergangenen Saison in einer ähnlichen Situation, allerdings als Altjahrgang. Während sie als Jungjahrgang überwiegend Platz hatten (Gegner spielten gegen die "Kleinen" häufig sehr offensiv), standen die in der vergangenen Saison fast alle Gegner sehr tief und setzten auf Konter und lange Bälle.

    Für meine Mannschaft war es komplettes Neuland gegen fast ausschließlich defensive Gegner zu spielen. Sie taten sich mit dem wenigen Raum auch oft schwer. Da ich Fernschüsse weder trainiert noch gefordert hatte, versuchten sie (wie gewohnt) spielerische Lösungen zu finden. Das endete häufig mit unzähligen Pässen selbst noch im Strafraum, bis dann irgendein Gegner den Ball dazwischen bekam. Ferner führte es dazu, dass wir fast sämtliche Gegentore durch Konter bekamen.

    Somit ergaben sich folgende Lernziele: defensiv = Konter verhindern, offensiv = spielerische Lösung auf engem Raum finden und aktive Einbindung des Keepers beim Spielaufbau.

    Offensiv habe ich viele Spielformen auf engen Feldern trainiert. Das sah am Anfang ziemlich gruselig aus (Spielertraube wie bei den Bambinis). Also habe ich die Situationen immer wieder eingefroren, Fragen gestellt. Sie kamen von allein drauf, dass sie sich den wenigen Raum meist selbst noch kleiner machten. Dazu natürlich ganz viele 1 gegen 1 Übungen. So fanden sie schließlich im Spiel oft ganz tolle Lösungen, mal über Passspiel, mal über Dribblings.

    Diese Saison nun wieder Jungjahrgang gegen zumeist Altjährgänge. Körperlich deutlich unterlegen, aber spielerisch teilweise sogar besser.

    totog

    Du hattest gefragt, wie andere das machen.

    Hatte nicht viel Zeit und habe deshalb nur knapp geantwortet. Wir haben unterschiedlich hohe Kastenteile, u.a. auch sehr flache. Die verwende ich, dadurch wird nur wenig von dem eh schon knappen Platz benötigt.

    Greenhorn76 Ich kenne so eine Situation, auch wenn es bei mir nur 14 Kinder waren. Was mich beschäfigt hat war neben der Frage, wie lässt sich mit möglichst ohne Wartezeiten trainieren, die Geräuschkulisse. Wir mussten in einer ungedämmten Halle trainieren. Nach 90 Minuten klingelten mir jedes Mal die Ohren, obwohl die Mannschaft relativ diszipliniert war.

    Zu den Inhalten:

    1. Dribblings

    Mache aus dem Nachteil, einen Vorteil. Sprich wenig Platz, viel "Verkehr", die Kinder lernen eine enge Ballführung und den Kopf zu heben. Varianten: freies Dribbling, Vorgabe der Technik, Wettkampfform: 6 Teams bilden, verschiedene Hütchen verteilen, jedes Team muss eine bestimmte Farbe umdribbeln

    2. Koordination

    Es bieten sich Rundläufe an (Leiter, Ringe, Balancieren, Rollen) oder auch Stationstrainings an, z.B. 9 Stationen, jeweils doppelt besetzt, Übungszeit 1 Min. pro Station

    3. Stabiübungen

    Hast du ja schon angesprochen.

    4. Technikübungsformen zu zweit

    Innenseit- und Spannstoß nach Wurf vom Partner, Annahme mit der Brust, Oberschenkel

    5. Passspiel

    6 Gruppen á 3 Spieler, Passen und nachgehen, Empfänger geht entgegen und nimmt mit, immer im Wechsel, das werden so knapp 8 Meter Passweg, jede Gruppe hat knapp 3 Meter Breite, eng aber machbar.

    6. Spielformen

    Bei mir war 4 gegen 4 (bzw. 2x 2 gegen 2) die Maximalanzahl. Wenn von deinen 18 mal 2 nicht da sind, kommst du auf 4 Teams und kannst ein Turnier spielen, kurze Spielzeit von max. 3 Minuten, so ist ordentlich Feuer drin und die Wartezeit beträgt max. 2 Spiele.


    Ich hatte nur eine Hallenzeit, deshalb konnte ich nicht teilen. Wenn du zwei feste Zeiten hast, dann würde ich eine zeitweise Teilung bevorzugen. Bsp. 2 Wochen gemeinsam mit Inhalten wie oben beschrieben, 2 Wochen getrennt, wo du Trainingsformen nutzt, bei denen du etwas mehr Platz brauchst. Organisatorisch sicher mit Mehraufwand verbunden, aber machbar.

    Nach 15 Pflichtspielen (Saisonübergreifend) die erste Niederlage kassiert. Noch auf dem Platz in der 2.HZ heulende Kinder. Wütende Eltern am Spielfeldrand. Wo leben wir ? Ein erschreckendes Bild das sich da gezeichnet hat.

    Frage: Welches Gewicht nimmt das Gewinnen im Training bzw. bei den Spielen bei dir ein? Sprichst du gegenüber den Kindern oft vom Gewinnen?

    Der Satz "Man muss auch verlieren können" kommt nicht von ungefähr. Kinder die auf das Gewinnen getrimmt werden, verbinden mit einer Niederlage häufig das Gefühl, dem Trainer bzw. den Anforderungen der Erwachsenen nicht gerecht zu werden. Wenn sie dann recht selten in diese Situation kommen, sind sie komplett überfordert.

    Ich habe verschiedene "Leistungsteams" beobachtet, die fast ausschließlich gewinnen, wenn es dann aber mal doch nicht reicht, gab es ganz häufig Theater. Das reicht von bewussten Fouls, über Diskussionen mit dem Schiedsrichter, zu Beleidigungen (teilweise auch im eigenen Team).

    Eltern gewöhnen sich auch recht schnell an Erfolg. Aus diesem Grund sollte das Gewinnen nie an erster Stelle stehen und auch gegenüber dem Eltern immer wieder thematisiert werden.

    Wer eine solche Mannschaft trainierte, dem rate ich immer wieder gegen stärkere Gegner Testspiele auszumachen oder eine Klasse höher (sofern möglich) zu melden.

    Tja, zwei Dinge dazu. Die von Dir erwähnten Sportler wurden/werden dann aber auch finanziell gefördert. Viele machen das neben ihrem Job, den sie hinterher auch weiterhin wahrnehmen können und sie tun es als junge Erwachsene.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere (Ex-)Sportler in olympischen Disziplinen, die auf Internaten waren. Sie erhielten in den ersten Jahren keine Förderung. Internatskosten, Lehrgänge, Bekleidung und teilweise auch das Material musste von den Familien finanziert werden. Allen war klar, dass sie von ihrem Sport niemals werden leben, geschweige denn Rücklagen aufbauen können. Finanzielle Förderung über Sponsoren bzw. die Sportförderung gab es, wenn überhaupt, erst in gewissen Alters- bzw. Leistungsklassen. ALLE erzählen, dass es eine enorme anstrengende Zeit war, dass die Trennung vom Elternhaus ein sehr großer Einschnitt war und dass es enormen Leistungsdruck gab. Aber auch ALLE sagen, sie würden es sofort wieder machen. Sie wären viel selbstständiger geworden.

    dass es ein fettes NEIN gäbe, weil nichts, aber auch gar nichts für ein Kind über den Raum in einer Familie geben sollte.

    Es kommt doch auch die Familie an, wie damit umgegangen wird. Und was die Frage "Was wäre gewesen, wenn ich gegangen wäre...?" mit einem macht bzw. mit der Familie macht, sollte auch betrachtet werden. Ich kenne mehrere Fußballer, die den Weg aus unterschiedlichen Gründen nicht gegangen sind. Bei fast allen kommt bei dieser Frage mindestens Wehmut auf. Sie werden es nie erfahren, was gewesen wäre. So etwas muss dann die Familie auch aushalten.

    Und noch eine Feststellung zum Thema Familie: wieviel Zeit verbringt denn der typische 13-jährige oder 14-jährige noch mit seinen Eltern?

    Meine Wahrnehmung ist, dass Internatsschüler zwar wenig Zeit mit ihren Eltern haben, diese aber intensiv(er) nutzen.

    Warum ?

    Ich frage da ich genau mit diesem Gedanken spiele.

    Mich beschäftigt dieser Gedanke auch. Ich überlege sogar noch eine Stufe zurück, zu den ganz Kleinen zu gehen.

    Je älter die Kinder werden, um so mehr stehen ihre persönlichen Belange im Vordergrund. Auch bei den Eltern sehe ich diese Entwicklung. Am Anfang ist alles neu, der Gemeinschaftssinn steht im Vordergrund. Tabellenplätze oder Einsatzzeiten sind noch nicht so wichtig. Es geht tatsächlich noch um den Spaß am Spiel. Natürlich muss als Trainer Abstriche an das "Lernverhalten", Konzentrationsverhalten etc. machen, aber die kindliche Freude am Spiel finde ich gegenwärtig sehr wichtig. Und je älter die Kinder werden, um so mehr verliert sich diese Freude, so zumindest mein Eindruck.

    Zunächst muss es sich um ein NLZ handeln, welches überhaupt noch eine U9 hat. Das dürften nicht allzu viele sein...

    Meine Erfahrung aus früheren Jahren und mit älteren Jahrgängen ist, dass schon ganz gern Vergleiche gespielt werden. Allerdings war es bei mir zumindest so, dass die eigene Mannschaft schon über eine gewisse Qualität verfügen musste, damit das NLZ-Team auch gefordert wird. Sofern das NLZ im Ligabetrieb spielt, gibt es da häufig kaum nennenswerte Gegner und die Trainer suchen dann bewusst stärkere Gegner aus. Deshalb wird (oder in meinem Fall wurde) auch gern mal gegen Ältere gespielt. Also mit einer NLZ U8 gegen eine sehr gute U9 z.B.

    Für das eigene Team ist so ein Vergleich mit einem NLZ natürlich meist eine tolle Sache. Wenn es kein allzu großer (Fahr-)Aufwand ist, kann man so etwas ruhig mal machen.

    Im Kern geht es hier um ein Erziehungsproblem und nur am Rande um den Fussball.

    Das sehe ich auch so. Fußball ist hier nur der Rahmen, im Inneren geht es um etwas anderes.

    Nun ist es so, dass mein Sohn gemäß seiner Klassenlehrerin auffällig selbstbewusster geworden ist, dies aber nicht im Positiven. Seine Fußballkollegen und er denunzieren scheinbar gerne die Nichtvereinskinder und allgemein macht er wohl neuerdings auf "dicke Hose".

    Kann es sein, dass der Junge gar nicht so selbstbewusst ist, wie Klassenlehrerin meint? In dieser Altersphase suchen die Kinder häufig eine neue Orientierung, weil sie sich von dem Elternhaus abkapseln. Diese Orientierung geht mit einer gewissen Verunsicherung einher und diese Verunsicherung wird oft durch die "dicke Hose" versucht zu kaschieren. Auch das beschriebene Verhalten sich als Gruppe über andere stellen zu wollen, spricht für mich - aus der Ferne - eher für zu wenig Selbstvertrauen. Und bei zu wenig Selbstvertrauen erlebe ich häufig ein schnelles resignieren, gerade auch im Sport.

    Wenn dem so ist, wäre mein Vorschlag dem Jungen Selbstvertrauen zu vermitteln, gerade durch Lob, bei Dingen, die gut geklappt haben.

    Die Leitlinien offensiv und defensiv des DFB (wurde auch im Video angesprochen) finde ich gut. Wenn sich jeder an die hält, erhalten wir gute Fußballer - unabhängig von Positionen und Spielsystemen.

    Das ist für mich der Kernsatz: wenn sich an die Leitlinien gehalten wird. Aus meiner Sicht ist nicht entscheident, wie groß das Team oder der Ball ist, sondern das Kinder ihrem Entwicklungsstand gemäß gefordert und gefördert werden. Oftmals geschieht dies aus Unkenntnis nicht. Und diese Unkenntnis wird sich auch mit Einführung kleinerer Teams und Tore nicht ändern.

    Ich konnte vergangene Woche das Training einer Bambinimannschaft beobachten. 20 Kinder, ein Trainer. Der Trainer war mit Herzblut dabei, ging auf die Kinder ein, scherzte mit ihnen. Alles sehr gut, so wie es sein soll. Aber: isoliertes Schusstraining inkl. Schlangestehen. In 10 Min. kam jedes Kind auf einen Schuss. Was ändert sich, wenn die Kinder statt auf ein großes Tor dann auf ein kleines schießen? Werden nun aus den 20 Kindern statt bisher 2 Mannschaften bspw. 4 gebildet, dann wird entweder nach Leistung zusammengestellt oder so, dass die "Guten" aufgeteilt werden, um in etwa gleichwertige Mannschaften zu erhalten. Bei 1. Variante wird somit früh in "gut" und "schlecht" selektiert und bei Variante 2 werden die "Guten" irgendwann unzufrieden, weil sie mit den Schlechten zusammenspielen müssen.

    Nach meiner Meinung bildet eine gute Trainerausbildung die Basis für die Weiterentwicklung des (Kinder-)Fußballs. Hier sehe ich prinzipiell zwei Möglichkeiten seitens des DFB einzugreifen: über verbindliche Regelungen/Verpflichtungen ggfs. auch Strafen und/oder über Förderungen. Beide Möglichkeiten haben sicher Vor- und Nachtteile. Letztlich müsste der DFB entscheiden, welcher Variante sie den Vorzug geben und was sie als für den Verband und seine Ziele wichtiger bewerten.

    Schlimmer finde ich es erst 30 Minuten vor dem Training abzusagen. Dafür kassieren die Eltern bei mir einen Rüffel.

    Ich hatte diese Woche eine Absage 11 Min. vor Trainingsbeginn, also zu einem Zeitpunkt, wo ich ohne Handy bereits auf dem Platz stehe.

    A(ni)mateur Wie sieht denn der Rüffel für die Eltern bei dir aus?


    Die Absage diese Woche war ohne Begründung. Wenn ein Kind krank ist, dann kommt immer (ungefragt) auch die Begründung zur Abmeldung. Bei Arzttermin u.ä. in der Regel auch. Vermutlich hatte der Junge einfach keinen Bock.

    Hast du spontan Beispiele für hinführende Spielformen zum Verteidigen in Unterzahl?

    Kennst du "Tschechenrolle"? Spielform mit 3 Teams. Die angreifende Mannschaft spielt in Überzahl, von der verteidigenden Mannschaft wartet einer oder mehr Spieler neben dem Tor. Ist der Angriff abgeschlossen, gehen die Angreifer aus dem Spielfeld, die Verteidiger werden aufgefüllt und selbst Angreifer. Das dritte Team (bis dahin hinter dem Tor der zunächst angreifenden Mannschaft wartend) kommt als Verteidiger ins Spielfeld (wiederum in Unterzahl).

    Ich habe es bisher auch immer mit der DFB-Empfehlung gehalten, erst offensiv und dann defensiv. Es führte genau zu dem, was Sir Alex beschrieben hat. Werde deshalb umstellen und auch schwerpunktmäßig zunächst das Defensivverhalten coachen. Wenn die Offensivaktion besonders gut bzw. schlecht war, werde ich auch darauf eingehen. Beides permanent gleichzeitig zu coachen ohne Co. -Trainer werde ich wohl nicht schaffen. Mit Co. könnte ich mir das gut vorstellen.

    Als Trainer oder Scout eines NLZ/sehr ambitionierten Verein würde ich versuchen Spieler zu finden die mich perspektivisch am weitesten bringen und die ich ggf. über ein 2. Team aufbauen und heranführen muss. Auch wenn das heisst das ich zw. der U12-U15 mal verliere.

    Vom Ansatz her finde ich deine Überlegungen richtig und nachvollziehbar. Sie scheitern nur an den Realitäten. Ziel sehr vieler junger Nachwuchstrainer in den NLZ oder bei leistungsorientierten Vereinen ist eine hauptamtliche Trainerstelle. Leider erfordern perspektivische Entwicklungen Zeit und sind nicht immer messbar. Tabellen hingegen kann jeder lesen. Und auch das Leitungspersonal steht doch unter enormen (wirtschaftlichen) Druck. Spieler aus dem Nachwuchs sollen in den Profibereich gebracht werden oder zumindest noch einen Erlös erzielen, wenn sie an andere Vereine abgegeben werden. An allen Stellen wird versucht, das Risiko zu minimieren. Das ist doch in jedem Unternehmen so. Nichts anderes sind die Fußball AG´s oder GmbH´s.

    Eine "technische Blockperiodisierung" wie du sie genannt hast, ist m.E. insofern wichtig, als dass ich immer noch zu viele Trainer sehe, die jede Woche irgendwas trainieren. Da wird dann eine Woche mal ein bisschen Finten trainiert, dann eine Woche Passspiel, dann eine Woche 1vs1 usw. Der langfristige Effekt ist hier praktisch Null. Mir ist bewusst, dass das für dich nicht gelten wird, aber es gibt ja eine große Anzahl an Mitlesern (Gästen) hier im Forum, die vielleicht nicht so in der Materie stecken und für die ist es meiner Meinung wichtig, dass sie langfristig und planvoll in Schwerpunktperioden arbeiten.

    Leider beobachte ich dies auch immer noch sehr häufig. Hinzu kommt, dass das Training aufgrund von "Fehlern" im Spiel am Wochenende aufgebaut wird. Da fällt dem Trainer irgendetwas auf und das meint er dann wegtrainieren zu müssen. Auch hier hilft eine Perodisierung, wenn nämlich am Spieltag der Fokus der Beobachtung auf dem Thema des aktuellen Blocks liegt.

    Ich frage mich, was soll ich denn beim Thema Dribbling coachen was nicht taktisch ist? Fußstellung korrigieren, da muss dann der Spieler ja wissen warum und welche ausnahmen es gibt und schon sind wir wieder dabei über mindestens individualtaktik zu reden.

    Gerade beim Dribbling sehe ich in der Tat die Fußstellung zunächst als elementar an. Bei F und E geht es zunächst um das Kennenlernen der unterschiedlichen Techniken. Natürlich macht es Sinn, den Kindern zu vermitteln, wann welche Dribbeltechnik erfolgversprechend ist, aber der Fokus liegt hier doch ganz klar auf der technischen Ausführung und nicht bei der taktischen Anwendung.


    Letztlich spielt die Frage, wie ich einen Schwerpunkt benenne, eine völlig untergeordnetet Rolle. Im Kern geht es doch darum, dass ich den Kindern altersgemäß und strukturiert Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittle. Und so wie ich tommy verstanden habe, ging es ihm um eine diesbezügliche Hilfestellung.



    Selbst der "Letzte" Spieler einer D1 spielt zum Ende dieser Altersgruppe einen gezielten Pass zum Mitspieler, spielt mal einen gut getimten Pass in den Lauf oder eine Schnittstelle (spätestens zur C).


    Das machen die allermeisten Spieler der G, F, E noch nicht....und das auch nicht... wenn der weltbeste Trainer mit den intergalaktisch besten Übungen in höchster Frequenz eines 30 Stundentages nonstop übt.


    Es gibt Kinder, die kommen erst zur C als Rohlinge hinzu. Sie können Selbiges direkt oder benötigen nur sehr kurze Zeit um das tun zu können. Dem Eindruck nach wäre dieses Ergebnis auf dem Niveau der Kreisliga möglicherweise auch ganz ohne Trainer erreichbar. Erreichbar durch körperliche und geistige Entwicklung,... unbeeinflusst von einem Trainer.

    Meine Erfahrungen sagen ganz klar: nein. 1. gibt es heutzutage kaum noch Kinder, die in der C zum Fußball kommen. Und schon gar keine, die mit Fußball vorher nix am Hut hatten. In den letzten 10 Jahren hatte ich ich genau zwei Jugendliche bei denen es so war. 2. Diejenigen, die tatsächlich noch auf dem Bolzplatz kicken, spielen zu 95 % im Verein. Die verbleibenden 5 % haben sich bewusst dafür entschieden, nicht in einen Verein zu gehen (meist aus Zeitgründen oder aber aus Unverbindlichkeit).

    3. Passspiel bei G oder F ist doch auch überhaupt nicht der Schwerpunkt. Wer in diesem Alter zuviel Zeit darauf verwendet ist doch selbst Schuld. Aber hier müssen die koordinativen und kognitiven Voraussetzungen dafür geschaffen werden, später (z.B. in der D) einen Schnittstellenpass spielen zu können. Und hier unterscheiden sich die Kinder eben ganz deutlich von den Kindern vor 10 oder 15 Jahren. Schulweg per Auto, Sportunterricht in der Schule vielleicht 2 Stunden (falls man mitmachen möchte, ansonsten gibt es ein Attest vom Arzt), Spielen im Garten oder im Wald? Das ist doch die Realität und dann fällt einem Kind mit 12 Jahren dann ein, es möchte Fußball im Verein spielen. Hast du schon mal solche Kinder trainiert bzw. versucht in ein solches Kind in ein bestehendes Team zu integrieren?

    Das war vor 10 oder 15 Jahren anders, da gab es immer mal noch Quereinsteiger, die vorher Handball oder Basketball gespielt hatten. Sie hatten eine solide motorische Ausbildung, Spielverständnis und fanden sich in einer Mannschaft zurecht.

    Bei den beiden Jugendlichen, die ich kennengelernt habe, merkt man ganz deutlich, dass ihnen die fußballerische Grundausbildung fehlt. Vorallem technisch, aber auch individualtaktisch hinkten sie ihren Altersgenossen hinterher.

    Ich fördere und provoziere im Training auch sinnlose Finten - gerne dürfen die auch im Spiel angewandt werden.

    Da bin ich halt anderer Meinung. Finten dienen nicht dem Selbstzweck, sondern sie sollen eine Anschlussaktion vorbereiten. Deshalb verbinde ich das Fintentraining immer mit einer Folgehandlung (Pass, Torschuss, weiteres Dribbling).

    Sinnlose Finte tolererie ich, aber ich fördere sie nicht. Da sind wir halt unterschiedlicher Auffassung.

    Warum soll er in seinen Zielraum kommen?

    Weil es beim Fußball darum geht, Tore zu erzielen und Gegentore zu verhindern. Also sollten Aktionen mit Ballbesitz darauf ausgerichtet sein Tore zu erzielen (da wir uns im Kinderfußball bewegen blende ich das Ballhalten bei Führung mal aus). In der Ausbildung heißt das für mich, ich versuche den Kinder Möglichkeiten zu vermitteln ein Tor zu erzielen. Und wenn die Möglichkeit besteht, durch ein gewonnenes 1 gegen 1 vor das Tor zu kommen, dann ist das der Zielraum, der angestrebt wird und nicht die Außenlinie, wo ich isoliert bin. Habe ich in der Mitte einen freien Mitspieler, dann kann auch die Seite mein Zielraum sein, um von da aus einen Pass / eine Flanke zum freien Mitspieler zu bekommen.

    Genau darum geht es, zu erkennen, wo macht es Sinn sich hin zu bewegen und welche Finte kann ich dafür nutzen.

    alle 3 sind Frontal- oder seitliche Finten

    Du unterscheidest doch schon selbst in frontal und seitlich. Ergänzen wir noch Gegner im Rücken und wir haben die "Standartsituationen".

    Mit den Kindern lässt sich sehr gut erarbeiten, bei welcher Finte der Ball wann "frei" ist bzw. wie sie sich bewegen müssen, um den Ball abzuschirmen.