Beiträge von Grätsche

    Schöner formuliert: situationsbezogen anwenden.

    Wo steht/bewegt sich mein Gegner? In welchem Raum will ich? Welche Finte ist geeignet, um meinen Zielraum zu erreichen?

    Ich lobe den Spieler dafür, dass er eine Finte probiert hat bzw. sie technisch sauber ausgeführt hat, frage dann, was er mit der Finte bewirken wollte und ob er sein Ziel erreicht hat. Falls das Ziel nicht erreicht wurde, frage ich, wie es hätte erreicht werden können.

    Ich finde es etwas unlogisch fintieren und 1v1 bzw. fintieren und Dribbling thematisch zu trennen

    Das kommt auf die Kinder an.

    Es bringt dir und den Kindern nichts, wenn du ihnen Finten beibringen willst, sie aber nicht unfallfrei geradeaus laufen können.

    Bei entsprechenden Kindern steht für mich erstmal im Vordergrund, dass sie die verschiedenen Arten der Ballführung erlernen und den Blick vom Boden lösen können.

    Dann kommen die einfachen Finten (erstmal die Bewegungsabläufe ohne Gegner) und später 1 gegen 1 Situationen mit der Vermittlung, welche Finte in welcher Situation Sinn macht.

    Der TE übernimmt eine gemischte E, d.h. hier steht eher noch das Kennenlernen der Bewegungen und Abläufe im Vordergrund.

    Bei einem dezidierten 1 gegen 1 Training (die Frage offensiv oder defensiv wurde hier noch gar nicht behandelt) reichen nach meiner Erfahrung 4 Einheiten keinesfalls, allerdings ist das in der E für einige Kinder noch zu früh.

    Torschuss hingegen maximal 2 Einheiten.

    Warum?

    Schießen lernen ist genauso wichtig, wie dribbeln oder passen. Was willst du in 2 Einheiten verbessern?

    Wichtige Elemente müssen immer wieder trainiert und gefestigt werden.

    Sehe ich auch so, setzt aber voraus, dass die Basistechniken erst einmal vernünftig sitzen. Und gerade beim Dribbling erlebe ich, dass es eben häufig nichts sitzt.

    Zu Beginn der Saison setze ich auf viele Ballkontakte. Da ich immer eine Sommerpause von mind. 4 Wochen einlege, müssen sich die Kids erst wieder an den Ball gewöhnen.

    Klar gibt des diejenigen, die auch in den Ferien jeden Tag kicken, aber das sind eben nicht alle.

    Also beginne ich mit Ballgewöhnung, Dribbling, Technikparcours u.ä. Dazu Spielformen mit dem Fokus auf Dribblings. Nach 2-3 Einheiten gehe ich dann zum Schwerpunkt 1 gegen 1, Finten inbegriffen. Dann folgen die Schwerpunkte Passen und An- und Mitnahme.

    4 Einheiten zum Schwerpunkt war bei mir bislang zu wenig, eher 6-8 um den Großteil der Kinder zu verbessern.

    Aber das ist von Mannschaft zu Mannschaft verschieden. In der E-Jugend erwarte ich noch nicht die komplett saubere Ausführung, sondern eher ein Verstehen, wie es richtig geht. Bsp. Vollspannstoß, sie sollen wissen, wie er sauber ausgeführt wird. In der D erwarte ich dann auch eine saubere Ausführung.

    Speziell zum Thema Finten: mir fällt auf, dass den Kindern häufig die Finten ohne den richtigen Kontext beigebracht werden. Sie können die Finten dann in isolierten Übungen auch ganz toll ausführen, was aber fehlt, ist das Wissen, in welchen Situation sind welche Finten effektiv.

    Ich versuche die Finten deshalb immer mit aktiven Gegnern in konkreten Situationen zu vermitteln.

    Ich baue auf und sie können ausprobieren was immer sie wollen.

    Einige denken sich Ecken- oder Freistoßvarianten aus, andere Spielen ne Mini-WM und wieder andere sitzen und quatschen.

    Wenn deine gerne 2 stupide Runden laufen wollen... Sollen sie doch


    Solange das nicht von meiner Trainingszeit abgeht hätte ich kein Problem damit

    So handhabe ich das auch. Mir ist es lieber sie quatschen sich in der Zeit vor dem Training aus und sind dann konzentriert bei der Sache.

    Zwei meiner aktuellen Spieler wollten auch immer gern Runden laufen. Das lag aber eher daran, dass sie mit dem Ball nicht so richtig etwas anzufangen wussten und laufen klappte ohne Probleme. Außerdem konnten sie beim Laufen etwas bummeln, was bei einem Fangspiel natürlich nicht ging. Eine "Bestrafung" mit Rundenlaufen wäre für diese Spieler eher eine Belohnung. ;)

    betreuer72 Wenn ich das richtig verstanden habe, ist deine Tochter Jg. 2008. Sie wurde zu einer Sichtung der U12 Regionalauswahl mitgenommen, tatsächlich im Fokus standen aber nur Spielerinnen Jg. 2007?

    Falls das so ist, dann finde ich daran nichts ungewöhnliches. Insbesondere bei den Mädchen, aber auch auf der Torwartposition bei den Jungs werden auch schon mal jüngere ggfs. besonders talentierte Spieler dazu genommen. Entweder zum Auffüllen (klingt vielleicht etwas blöd) oder aber weil es tatsächlich besonders starke Spieler sind, die sich gegen ältere Spieler mal beweisen sollen.

    Bei uns im Stützpunkt wären nur 3-4 Spieler pro Team(ist übertrieben) in den 2007er und jetzigen gesichteten 2008ern, wenn nur auf Grundschnelligkeit geachtet würde. Deine Ausführungen sind stimmig, treffen m.e. aber nicht auf alle Stützpunkte zu. Gerade in ländlichen Bereichen wird eben viel auf Handlungsschnelligkeit und Aktionsschnelligkeit geachtet, wenn die vorhanden ist,

    ist mittlere Grundschnelligkeit kein K.O. Kriterium.

    Für Stützpunkte mag das gelten, aber bei den NLZ, insbesondere bei den 1. und 2. Ligisten ist die Leistungsdichte viel höher. Dort kommt zu der Grundschnelligkeit die Handlungsschnelligkeit noch dazu. Gerade bei den ländlichen Stützpunkten fällt die fehlende Grundschnelligkeit vielleicht nicht so ins Gewicht, weil sich über Antizipation viel kaschieren lässt. Zumindest hier in der Region sind die Stützpunktspieler schon deutlich über dem normalen Liga-Niveau. Bei Vergleichen mit NLZ sieht man dann aber die Unterschiede.

    Die Trainer "wundern" sich dann oft, warum die Pässe nicht mehr sauber gespielt werden oder schlicht nicht ankommen.

    Das Problem hat meine Große auch. ist zwar Bestandteil einer Auswahl, wird aber vom Trainer nie für eine Sichtung aufgestellt. Wenn viele fehlen, darf sie mitfahren, spielt aber so gut wie gar nicht oder wird nach zwei Minuten wieder ausgewechselt. Das braucht keiner.

    Gerade am Sonntag ist mir wieder aufgefallen, dass auch das Gesichtetwerden von vornherein gesteuert wird...

    Werden denn bei euch Jungs und Mädels nicht getrennt gesichtet für die Auswahlmannschaften?

    Auch Mails kann man sich ausdrucken, wenn man sie lieber an den Kühlschrank kleben möchte

    Sofern man einen Drucker hat. Je nach dem, aus welchem Umfeld die Kinder kommen, haben aber nicht alle Eltern/Kinder einen Drucker.

    Mir ging es mehrfach so, dass die Eltern die Mail schlicht nicht gelesen haben. Und teilweise wurde der Brief auch verlangt. Den übergebe ich den Eltern und nicht den Kindern.

    Protokoll führen und per Mail an alle nochmal verteilen.

    Sorry, ich bin Nachwuchstrainer ohne Verwaltungspersonal. Einen Elternabend leiten und dann Protokoll führen?

    Hallo und herzlichen Willkommen.

    Persönlich bin ich kein Freund von Mails. Stattdessen schreibe ich lieber Briefe. Die können nämlich an den Kühlschrank gepappt werden.

    Zu deiner Frage:

    Schreib rein, was dir wichtig ist. Klingt vielleicht doof, aber du übernimmst eine neue Mannschaft. Mglw. legst du auf Dinge wert, die dem alten Trainer nicht wichtig waren. Vielleicht hast du auch komplett gegenteilige Auffassungen, das muss schon kommuniziert werden.

    Wenn du einen Elternabend machen möchtest, dann überlege dir vorher, was du ansprechen willst und was vielleicht besser in der Info per Mail/Brief angesprochen werden sollte.

    Inhalte aus meiner Sicht: Selbstvorstellung (du bis neu), Vorstellung Co-Trainer bzw. Betreuer, Beginn der "Vorbereitung", Trainingszeiten, Fahrdienste, Trikotwäsche (falls nicht vom Verein übernommen), Hilfe beim Platzaufbau Heimspiele (sofern nicht vom Verein übernommen), Organisation Kaffeeverkauf (sofern vorhanden), "Spielphilosophie": Positionsrotation oder feste Positionen, Spielzeitverteilung, ggfs. Zielvorgabe (du hast nix zum Verein, Spielklasse etc. geschrieben), Schwerpunkte des kommenden Ausbildungsjahres, persönliche Schwerpunkte (Mannschaftsgeist, Wahl des Kapitäns, gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Fußballs).

    Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, je nach deiner Ausgangslage.

    Bei freien Spielformen würde ich zudem mal eine Zeitlang hohe Bälle verbieten.

    Trainer E

    Spielen deine Jungs lange Bälle, wenn du nichts vorgibst? Als ich deine Zeilen gelesen habe, musste ich echt lange überlegen, wann es im Spiel mal vorkommt, dass meine Truppe lange Bälle spielt. In den letzten 3 Monaten fallen mir nur Situationen ein, bei den der Torwart unter Druck angespielt wurde bzw. er den Ball im 1 gegen 1 klären musste. Von den Feldspielern spielt eig. niemand lange Bälle.

    Da unterscheiden sich unsere Erfahrungen wohl, bei mir sind fast alle in der E noch sehr abhängig von ihren Eltern gewesen.

    Scheint so. Hier auf dem Land kommen die meisten Kinder spätestens ab der U 10 mit dem Rad zum Sportplatz.

    Viele Jungjahrgang E-Jugendlich haben nach meiner Erfahrung noch nicht die mentalen Kapazitäten zu Verstehen warum mehr Trainingsbeteiligung auch mehr Spielbeteiligung bedeuten könnte. Sie empfinden so etwas oft als ungerecht.

    Nach meinen Erfahrungen empfinden es die Kinder, die immer da sind, als ungerecht, wenn andere (in ihren Augen) kommen können und trotzdem genauso lange spielen wie sie. O-Ton eines damals 9-jährigen: "wenn x zum Spiel kommen kann, dann kann er auch trainieren. " Werde ich nicht mehr vergessen diesen Satz.

    Dazu kommt noch das es immer schwierig ist grundlegende Dinge innerhalb der Saison zu ändern.

    Das ist richtig. Allerdings kann man gravierende Situationen auch nicht einfach bis zum Saisonende laufen lassen. Bsp. Trainingsbeteiligung. Ich finde die Winterpause immer sehr passend, um Anpassungen vorzunehmen. Z.B. habe ich mal die Trainingstage umgestellt, weil es bei mir beruflich nicht anders ging. Gab da zwar auch geteilte Reaktionen, aber die Konsequenz es laufen zu lassen wäre gewesen, dass nur noch einmal Training gewesen wäre.

    Aber jeder bekommt bei mir mindestens die Hälfte der Spielzeit (meistens mehr), alles andere fände ich Gemein. In einer F und auch E würde ich es aber anders machen und komplett gleich rotieren.

    Warum unterscheidest du zwischen D und E? Warum in der E komplett rotieren?

    Ich habe diese Saison einen Altjahrgang E. Meine "Leistungsträger" sind immer da, egal welches Wetter, egal ob Schnupfen, geben immer 100 %. Mit Leistungsträger meine ich die, auf die ich mich voll verlassen kann, unabhängig von ihren fußballerischen Fahigkeiten.

    Dann gibt es diejenigen, die zwar fast immer da sind, aber eher dabei als mittendrin sind. Sprich: wenn die Übung klappt ok, wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Und wenn es anfängt weh zu tun (Kondition) ist plötzlich der Schnürsenkel auf und geht nicht zu.

    Schließlich die zum Glück kleinste Gruppe: wenn nichts weiter anliegt, dann komme ich zum Training.

    In der Altersklasse meiner Mannschaft entscheiden die Kinder schon überwiegend selbst über ihr Hobby, nicht mehr die Eltern. Warum soll ich dann die Kinder gleichbehandeln, wenn für sie der Sport/ die Mannschaft einen unterschiedlichen Stellenwert hat?

    ich glaube, viele Trainer haben schon das Gefühl mit nur 5 Feldspieler zu spielen, wenn sie die schwächeren einwechseln und häufig ist es ja auch so. Wenn man einen Fred hat, steht der auch noch im Weg rum oder greift sogar die Mitspieler aktiv an weil er auch mal an den Ball will. Da muss man dann wohl einfach durch. Da sehe ich eigentlich keine Alternative. Ich würde ihn vorne links in den Sturm stellen. Augen zu und durch.

    So löse ich das meistens auch. Nach meinen Beobachtungen ergeben sich zwei Entwicklungen. Entweder das Kind entwickelt sich einigermaßen und spielt zumindest so weit mit, dass es die anderen nicht behindert oder es entwickelt sich nicht, wird von den anderen Kindern gemieden (fußballerisch), bekommt nie einen Ball und verliert irgendwann die Lust.

    Ich hatte im vergangenen Jahr auch so einen Kandidaten. Er hatte im Bambini-Alter mal ein paar Monate mittrainiert, war dann aber vom damaligen Trainer mangels Talent vergrault worden. Der Junge ist relativ sensibel und hat die laute Ansprache damals nicht gut gefunden.

    Nun kam er im letzten Jahr zu mir zum Training. Ein Freund fragte, ob er mittrainieren dürfe. Durfte er. Für mich war es natürlich nicht einfach, ihn zu intergrieren. Die meisten Jungs spielen seit 3-4 Jahren zusammen. Für ihn war alles neu. Jede Standartübung musste ausführlich, meist mehrfach, erklärt werden. Nach zwei Trainings fragte er, wann er denn endlich mitspielen dürfe. Ich sagte ihm, er müsse erst mal in den Verein eintreten und dann bräuchte er einen Pass. Vorher sollte er aber erst einmal regelmäßig zum Training kommen (jeder Pass kostet Geld und wir haben im Verein einige Karteileichen, für die ein Pass beschafft wurde, die aber nie gespielt haben). Er kam dann ziemlich regelmäßig zum Training. Körperlich war er dabei anwesend. Wenn er eine Übung nicht verstand und das kam häufig vor, blödelte er aber lieber umher, als nochmal nachzufragen. Ich ging dazu über, bei der jeder Übung zu fragen, ob er es verstanden hat. In der Regel nicht. Und die Übungen waren weder kompliziert, noch verwendete ich komplizierte Begriffe. Der Junge ist an sich nicht dumm, nur hat er aus meiner Sicht überhaupt keinen Bezug zum Sport im Allegemeinen und zum Fußball im Speziellen. Ich frage bei neuen Kindern immer, ob sie manchmal im TV Spiele sehen. Machte er natürlich nicht.

    Nach ein paar Wochen bekam er dann seinen Spielerpass. Und es folgte die Frage, wann er denn ein Trikot bekommt. Beim nächsten Spiel sagte ich. Das nächste Spiel gab es nur nie. Weil er entweder kurz vorher krank wurde oder am Spieltag etwas anderes vor hatte. Dabei waren auch solche wichtigen Termine wie eine Wanderung mit seinen Eltern. Die Trainingsbeteiligung lies auch deutlich nach.

    Bei einem Hallenturnier tauchte er dann tatsächlich auf, bekam sein Trikot, ich setzte ihn aber nicht ein. Ich erklärte ihm, dass die Kinder spielen, die regelmäßig trainieren. Es war zudem das einzige Turnier, wo ich nach Leistung aufgestellt habe (wurde vorher kommuniziert).

    Nach dem Turnier hörte ich von anderen Spielern, dass er unzufrieden war, weil er nicht gespielt habe. Ich hatte gehofft, dass in ihm so etwas wie Ehrgeiz erwacht war. Zumindest defensiv waren bei ihm so ein paar Ansätze erkennbar, die etwas Hoffnung in mir aufkommen lies. Vom Niveau her war er etwa mit dem Durchschnitt unsere jüngeren F-Junioren vergleichbar.

    Nach dem Hallenturnier ging jedoch seine Trainingsbeteiligung noch weiter zurück. Vor Turnieren, die er spielen sollte, kamen regelmäßig absagen. Nach und nach sagte er aber nicht mal mehr ab. Er kam einfach nicht mehr. Auf Nachfrage vor Spielen, war er entweder immer krank oder eben anderweitig beschäftigt. Den Eltern war es wohl ganz recht, weil sie ihn dann nicht umher fahren mussten.

    Ein Mitspieler sagte mir dann, er habe ihm in der Schule erzählt, dass er keine Lust mehr habe. Zu mir gab es weder von ihm, noch von seinen Eltern eine Aussage. Der Mitgliedsbeitrag ist bis heute nicht bezahlt.


    Habe ich mich nun dem Jungen gegenüber fair verhalten? Ich denke ja. Ich wurde ihm gegenüber nie laut. Er hätte auch seine Spielzeit bekommen, wäre er da gewesen. Bei dem einen Turnier stand für mich an erster Stelle, meine Stärksten auch mal zu belohnen. Ich habe zwei richtig gute Jungs, die immer wie blöd für das Team ackern und auch die Schwächeren mit durchziehen. Das wurde von den Kindern und Eltern, die schon länger dabei sind, auch so akzeptiert.

    Die fehlende Motivation und Konzentration des Jungen beim Training lag sicher zum Teil auch mit an einer Art Überforderung. Ehrlich gesagt war mir im Training wichtiger, meine Durchschnittskicker weiterzubringen, als mich intensiver um den Jungen zu kümmern. So bekam er teilweise Einzelaufgaben, trainierte aber überwiegend schon mit der Gruppe. Die Spieler versuchten ihn schon zu integrieren, merkten aber natürlich, dass ein Anspiel auf ihn fast gleichbedeutend mit einem Ballverlust war.

    Die Option, ihn in eine andere Mannschaft zu schieben, bestand nur theoretisch. Der Trainer dort hätte ihn aufgrund seiner Fähigkeiten nicht nehmen wollen bzw. hätte er ihn nicht eingesetzt. Ein Training bei den F-Junioren hätte er definitiv nicht mitgemacht.

    So endete das Kapitel Fußball für den Jungen.

    let1612

    Ich fördere die Dribbler - und zwar in jeder Altersklasse!

    Damit gehörst du aber wohl leider zur Minderheit unter den Trainern. Ich fördere und fordere es auch. Allerdings wenn ich mir die Leistungsvereine so ansehe, dann müsste dort ein Umdenken einsetzen. Im Kleinfeldbereich wird das Dribbling mglw. noch "zugelassen", aber in allen Spielen auf Großfeld, die ich in den letzten Jahren von überregional spielenden Mannschaften gesehen habe, ist es verpönt. Da wird nach wie vor das direkte Passspiel gefordert. Und selbst bei den jüngeren Jahrgängen geht ein Raunen durch die Runde, wenn ein Spieler den "Ego-Modus" einlegt und den Ball nicht abgibt.

    Vielleicht ist es ein grundlegendes Phänomen, dass in anderen Kulturkreisen der Ballkünstler eher akzeptiert und gefördert wird, während bei uns die "die Mannschaft" und damit eher das Zusammenspiel im Vordergrund steht?!?

    Kleeblatt Ich gehe nach dem Gelesenen davon aus, dass es sich bei euch um eine normale Breitensportmannschaft handelt.

    Diese spiegelt in der Regel die volle Bandbreite vom Kreisligamessi bis zum Antifußballer wider.

    Es ist somit völlig klar, dass ein Spieler nun mal der Schwächste im Team sein muss. Sehr oft verlaufen die Entwicklungen auch nicht linear, sondern eher stufenförmig, d.h. Entwicklungssprung, dann Konsoliderung und verbleiben auf dem Stand, bis zum nächsten Sprung. Somit ist es auch nicht ungewöhnlich, dass ein Spieler auch mal eine Weile nicht weiterkommt. Gerade wenn andere Spieler sich deutlich schneller entwickeln, fallen kleine Entwicklungen beim schwachen Spieler kaum auf.

    Schließlich bin ich auch der Meinung, nicht jedes Kind im Breitensport zu einem Fußballer machen zu können. Es gibt viele Faktoren, einige wurden schon genannt, warum ein Kind selbst bei gutem Training nicht weiter kommt.


    Das angesprochene Einzeltraing würde aus meiner Sicht nur etwas bringen, wenn vorher herausgearbeitet wurde, warum das Kind offensichtlich nicht weiterkommt. Ist fehlender Antrieb, dann wird Einzeltraining nichts bringen. Auch bei fehlendem Spielverständnis bringt Einzeltraining m.M.n. nichts.


    Kinder haben ein gutes Gespür dafür, ob einer guten Kicken kann oder nicht. Lernen sie bsp. im Urlaub neue Kinder kennen, sieht man bald, dass die Starken gern die Bälle zu den anderen Starken spielen und die Schwächeren nur die Mannschaft auffüllen. Gerade im Breitensport geht es aber perspektivisch darum, die Mannschaften aufzufüllen. Die 1-2 Talente, die in fast jeder Truppe schlummern, sind häufig spätestens ab der C, häufig sogar schon früher, weg. Was bleibt ist der "Rest". Und dieser Rest muss so groß sein, dass spielfähige Mannschaften für die 11er Teams übrig bleiben.

    Diese Erkenntnis tut vielleicht einigen Trainern weh, die im Nachwuchsbereich Erfolge feiern wollen und eben auf ihre besten 6/7/8 Spieler setzen.


    Bezüglich der Wahrnehmung der Eltern kommt es aus meiner Sicht darauf an, ob die Eltern ein gewisses Maß an Fußballsachverstand mitbringen. Aktuell habe ich einen Vater, der selbst viele Jahre auf höherem Kreisniveau gespielt hat. Der sieht ganz genau, dass sein Sohn der technisch schwächste Spieler der Mannschaft ist. Das hat er mir auch schon mehrfach gesagt. Andererseits eine Mutter, die überhaupt nicht bemerkt, dass ihr Sohn völlig ohne Ehrgeiz und Siegeswillen spielt. Sie selbst lebt ihm das teilweise sogar vor, wundert sich aber dann, wenn ihr Sohn häufig weniger spielt, als die übrigen Spieler.