Beiträge von Grätsche

    Die Gründe warum Spieler es nicht schaffen sind so vielfältig wie es verschiedene Menschen gibt.

    Gegen diese Kernaussage ist erst einmal nichts einzuwenden. Für mich wäre es interessant, ob denn im Fußball im Vergleich zu anderen olympischen Sportarten etwa, die Quote auffällig abweicht. Im von let1612 verlinkten Artikel ist von 3,5% der Talente der "großen deutschen Klubs" zu lesen. Sind damit die NLZ allgemein gemeint oder nur bestimmte? Auf welche Alterklasse beziehen sich die 3,5 % ? Auf die U 19 oder auf die Kader der jüngsten Jahrgänge im NLZ? Ich meine, für fundierte Aussagen braucht es eine einheitliche Datengrundlage. Dann können auch Vergleiche zu anderen Sportarten herangezogen werden und schließlich kann geforscht werden, warum (sofern es denn tatsächlich so ist) die Quote im Fußball geringer ist.

    Unabhängig davon, würde ich gern mal ein-zwei Ideen in die Runde werfen und eure Meinungen dazu hören. Ich bin kein großer Freund von Verboten und Vorgaben. Anreize ziehen meiner Meinung nach oftmals mehr. Warum also sollte "gute" Nachwuchsausbildung nicht stärker honoriert werden? Die NLZ erhalten durch den DFB finanzielle Förderung. So weit ich weiß, hängt die Höhe der Förderung von der Anzahl der Sterne ab, die das NLZ bei der Zertifizierung erhalten hat. Es sollte doch dem DFB möglich sein, bei der Förderung zumindest auch den Aspekt der ausgebildeten Nachwuchsspieler in den Lizenzmannschaften (stärker) zu berücksichtigen. Schaffen es eigene Spieler vom NLZ in den Profikader gibt es Geld. Erreichen diese Spieler eine bestimmte Anzahl von Spielen gibt es einen Zuschlag. Die Höhe der Förderung könnte zudem nach der Verweildauer im NLZ gestaffelt werden, so dass ein Anreiz geschaffen wird, die vorhandenen Spieler nach Möglichkeit länger zu halten und nicht zur U17 den kompletten Kader auszutauschen. Die bereits bestehenden Vorgaben an die NLZ verhindern, dass in der U11 oder U 12 zu große Kader aufgebaut werden. So könnte es wirtschaftlich attraktiv werden, zunächst genauer hinzusehen, wer in das NLZ geholt wird und die geholten Spieler dann auch länger zu halten.

    Die Zertifizierung hatte ich bereits angesprochen. Verschiedenes was ich darüber gelesen und auch von invollvierten Personen gehört habe, macht mich zumindest nachdenklich. Warum muss dies ausschließlich von einer belgischen Firma gemacht werden? Hätte es nicht mehrere Vorteile, wenn dies der DFB selbst macht? Aktuelle Entwicklungen und auch Zielstellungen des DFB könnten doch sehr viel besser in die Zertifizierung einfließen. Zumindest sollte aber bei der Zertifizierung die Verweildauer der Spieler in den NLZ und auch der Weg in die Lizenzmannschaften stärker berücksichtigt werden. Meiner Meinung nach sollte eine hohe Zahl von eigenen Spielern in der Lizenzmannschaft eine deutlich stärkere Gewichtung haben, als die Anzahl der angestellten Psychologen oder das Vorhandensein mehrerer Kunstrasenplätze.

    Aus einer solchen (modifizierten) Lizenzierung könnten auch Informationen für Spieler und Eltern abgeleitet werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass bspw. die durchschnittliche Verweildauer oder die durchschnittlich erreichte Spielklasse von ehemaligen NLZ-Spielern, bei der Entscheidung zwischen zwei NLZ eine Rolle spielen könnte. Schließlich kann auch eine Aussage zum durchschnittlichen Eintrittsalter in das NLZ von Lizenzspielern getroffen werden. So könnte dem "Jagen" von 8-jährigen Einhalt geboten werden, deren Eltern glauben, ihr Sohn hätte seine letzte Chance auf eine Profilaufbahn.

    Ich bin für einen offenen Umgang miteinander.

    Sofern es mit dem Nachbarverein nicht bereits ungute Erfahrungen gibt, würde ich von Jugendleiter zu Jugendleiter Kontakt aufnehmen (lassen). Tenor: wie sehen eure Planungen für die 2004er aus, wir haben Interesse den Jungs eine Perspektive zu geben, die bei euch den Sprung in die B2 nicht schaffen.

    Wenn der Nachbarverein gut geführt ist, dann wird dort ein Interesse bestehen, die Jungs weiter zu vermitteln. Ich finde es macht auch einen großen Unterschied, ob den Jungs von ihrem bisherigen Verein in den Kadergesprächen gesagt wird, tut uns Leid, wir sehen dich nächste Saison nicht in der B2, aber wir haben das Angebot eines Probetrainings bei xy, anstatt, dass man als Nachbarverein anklingelt und sagt, hey, du hast eh keine Zukunft, komm doch zu uns.

    Möglicherweise ergibt sich ja eine Art Kooperation, so dass der Leistungsverein immer mal wieder Spieler abgibt bzw. den Jungs die Tür offen hält, falls einer mit 15 oder 16 Jahren noch einmal einen Sprung macht.

    let1612 Selbst wenn der Einfluss gering ist, halte ich es allemal für besser, wenn die Trainer sich intensiv um die bereits vorhandenen Kinder kümmern, anstatt relativ planlos (so macht es auf mich nach den vorstehenden Ausführungen den Eindruck) einfach neue Jungs zu casten, die womöglich aktuell „besser“ erscheinen, als die vorhandenen.

    Es ist doch irgendwie logisch, dass "talentierte" Kinder gerne mit solchen Spielern zusammen spielen, die eine ähnliche Leidenschaft und Begeisterung für den Sport haben, wie sie selber. Kreative Prozesse sind für das Kind befriedigender wenn die eigene Idee aufgrund der Qualität der Mitspieler auch umsetzbar ist.

    Das sehe ich genauso. Zu beachten ist aus meiner Sicht das Alter der Kinder. Die Freude mit anderen talentierten Kindern zusammenspielen zu wollen entwickelt sich nach meiner Beobachtung erst im Laufe der Zeit und geht mit dem Verständnis über die Notwendigkeit des Zusammenspiels einher. Im G und F Alter sind die Kinder in aller Regel noch sehr auf sich bezogen und versuchen allein zu spielen. Erst mit dem Verständnis für das Zusammenspiel und die "Notwendigkeit" der Mitspieler entwickelt sie die Vorliebe mit anderen "talentierten" Kinder zusammenspielen zu wollen. Je nach persönlicher Entwicklung beobachte ich dieses Verhalten frühestens Ende F, Beginn E, häufig aber erst während der E. Und wiederum etwas später entwickelt sich nach meinen Beobachtungen aus der Vorliebe für das Spiel mit anderen Talenten der Wunsch ausschließlich mit diesen zusammenzuspielen. Erst zu diesem Zeitpunkt kommt aus meiner Sicht bei den Kindern selbst der Wunsch auf, ggf. zu einem leistungsstärkeren Team zu wechseln. Meine Schlussfolgerungen aus diesen Beobachtungen sind:

    1. Wechsel von Kindern in F und E zu "leistungsstärkeren Vereinen", um sich "besser zu entwickeln" sind sehr häufig von den Eltern initiert.

    2. "Leistungsstark" hat in Kinderaugen wenig bis gar nichts mit der Spielklasse zu tun, sondern hängt davon ab, ob in der Mannschaft viele Kinder sind, die sie als gut ansehen und mit denen sie gern spielen möchten.

    3. Aus 1. und 2. ergibt sich, dass vermutlich kaum ein 9- oder 10-jähriger auf die Idee käme, zu einem Sichtungstraining einer U 11 zu gehen, damit er in der U 15 höherklassig (was immer auch damit gemeint ist) spielen kann.


    Ein U 11 Sichtungstraining macht für mich insofern Sinn, als dass eine Mannschaft neu gebildet wird, der Verein sich vorstellt und Kinder und Eltern sich ein Bild davon machen können, ob der neue Verein etwas für sie wäre (Konzept, Trainer, Infrastruktur, andere Eltern, andere Kinder). Selbst bei den Sichtungen von den NLZ habe ich den Eindruck, dass meist die Eltern die treibenden Kräfte hinter den Anmeldungen sind. Und soweit ich es auf dem Schirm habe, führen die NLZ in den älteren Jahrgängen (ab U 14) kaum noch oder gar keine offenen Sichtungen mehr durch.

    Als Hinweis an Loddar2 nutzt die Zeit, die ihr 4 Trainer für das Sichtungstraining eingeplant habt, um eure bestehende Mannschaft zu trainieren. Mit 4 Trainern könnt ihr schön individuell mit den Kindern arbeiten und sie so "besser" machen. Versucht bis zur U 15 so viele Spieler wie möglich auf das angestrebte Niveau zu bringen und sucht ab der U 14 gezielt nach Jungs aus der Umgebung, deren Qualität euch dann fehlt.

    Es gilt bei den Einheiten zu unterscheiden, ob es sich um Trainingsformen von einem DFB-Infoabend handelt oder ob es Einheiten von der DFB-Seite handelt.

    Mit den TF von den Infoabenden habe ich gute Erfahrungen gemacht. Teilweise ohne Umbau ein ganzes Training. Die Einheiten von der DFB-Seite kann ich weniger empfehlen, häufig sehr Übungsform-lastig, umbauintensiv und (und das ist aus meiner Sicht sehr wichtig) sie "liefen" bei mir oft nicht gut, weil die Jungs wenig Spaß hatten. Dabei hatte ich die Einheiten auf das Niveau meiner Spieler abgewandelt. Ein Vereinskollege übernimmt die Einheiten häufig 1 zu 1 und wundert sich, dass es stockt.

    Bemerkenswert finde ich, dass mitunter die Trainingsvorschläge von Trainern des DFB kommen, die in Lehrgängen genau solche TF negativ bewerten. Bsp. statischer Aufbau, Einleitung durch gezielten Fehlpass, Ausblenden einer Abseitsstellung.

    Bei der damaligen Mannschaft von Hannover sieht die Quote nicht ganz so gut aus:

    Rehberg - 4. Liga

    Wolf - 4. Liga

    Hafiz - vereinslos, zuletzt 5. Liga

    Panagiotidis - 6. Liga

    Petrick - 5. Liga

    Wilton - 4. Liga

    Arkenberg - 3. Liga

    Sarenren-Bazee - 1. Bundesliga

    Serra - 4. Liga

    Anton - 1. Bundesliga

    Tuna - 4. Liga

    Grunert - 5. Liga

    Bahtiri - 7. Liga

    Krottke - 4. Liga

    Bahre - 3. Liga England

    Tvrtkovic - 6. Liga

    Wiesner - 7. Liga

    von der Ah - Kreisliga


    Dennoch haben es immerhin bislang zwei Spieler in die 1. Liga geschafft, was aus meiner Sicht vollkommen ok ist.

    Bin durch Zufall auf diese alte Diskussion gestoßen. Das Finale ist nun knapp 4,5 Jahre her, die Spieler inswischen 22/23 Jahre.

    Was läuft da falsch in den NLZ in Deutschland,da wird die A-Jugend Deutscher Meister von 1899 Hoffenheim und kein einziger Spieler bekommt ein Profivertrag.

    Im Kader des Finals standen:

    Schwäbe - 1. Dänische Liga

    Weippert - 5. Liga

    Rapp - 2. Bundesliga

    Nkansah - 3. Bundesliga

    Canouse - MLS (1. Liga)

    Özkan - 4.Liga

    Gimber - 2. Bundesliga

    Prömel - 2. Bundesliga

    Amiri - 1. Bundesliga

    Sessa - 3. Liga

    Trümner - 5. Liga

    Ochs - 1. Dänische Liga

    Atik - 2. Bundesliga

    Mees - 2. Bundesliga

    Öztürk - 2. Türkische Liga

    Draband - 4. Liga

    Rieble - 3. Liga

    Bruno - 4. Liga


    Bei Gimber, Prömel und Mees halt ich es für möglich, dass auch sie noch in der 1. Bundesliga ankommen. Die Quote der Mannschaft finde ich sehr gut. Man sieht einfach, dass der Übergang von der U19 Bundesliga in den Seniorenbereich etwas Zeit braucht.

    C und B Lizenz sind Sache der Landesverbände. Es kann daher zu unterschiedlichen Auslegungen kommen. Soweit mir bekannt ist, führen 20 LE aber überall zum Wiederaufleben der Lizenz, Gültigkeit ist dann aber unterschiedlich, habe von 1, 2 oder 3 Jahren gehört.

    Hier im ländlichen Bereich gibt es nur sehr sehr wenige Turniere, die mit Bande gespielt werden. Die allermeisten Turniere finden ohne Bande statt und lehnen sich eher an die "alten" Hallenregeln an, d.h. Kleinfeldtore, Abstoß nicht über die Mitte, Rückpass zum TW erlaubt. Die offiziellen Verbandsturnieren werden nach Futsalregeln gespielt. Bei der Einführung habe ich mir keine Gedanken gemacht, ob es den Kids schadet oder nützt, weil ich an der Vorgabe sowieso nix ändern kann. Ebenso mache ich mir keinen Kopf darüber, dass es nahezu bei jedem Turnier abweichende Regelungen gibt (Torgröße, Einkick vs. Eindribbeln, TW-Spiel etc.). Meine Erfahrung ist, je weniger der Trainer darüber lamentiert, um so weniger beschäftigt es auch die Kinder. Zum Turnierbeginn werden die Regeln erklärt und dann danach gespielt. Negativbeispiele, wo sich 9-jährige über die kleinen Handballtore oder den Futsalball aufregen, kommen zu 100% vom Trainer.

    Im Sinne der Ausbildung finde ich es sogar gut, nahezu jede Woche unterschiedliche Rahmenbedinungen vorzufinden. Für die technische Entwicklung sehe ich die Hallenzeit als sehr förderlich an. Rückblickend kann ich einschätzen, dass in den zurückliegenden Jahren die Hallensaison für alle Spieler einen deutlichen Fortschritt gebracht hat, besonders Ballan- und mitnahme und das Dribbling verbessern sich durch die vielen Wiederholungen spürbar.

    Was mir beim Vergleich Hallenfußball vs. Futsal besonders aufgefallen ist: Hallenfußball mit Kleinfeldtoren begünstigt schussstarke Spieler/Mannschaften, während Futsal eher kombinationsstarken Mannschaften entgegenkommt. Interessanterweise spiegeln die Ausschreibungen zu den Turnieren häufig auch die Stärken/Schwächen des Ausrichters wider. Ich beobachte seit Jahren, dass Mannschaften, die im Freiluftspielbetrieb häufig von ihrer körperlichen Überlegenheit und Schussstärke profitieren, bei den Futsalturnieren ergebnistechnisch kaum eine Chance haben. Die entsprechenden Trainer schimpfen dann häufig über Futsal. Wenn diese Mannschaften bei Hallenturnieren nach alten Regeln mitmischen, sind sie "erfolgreicher".

    in der D Jugend z.b. ist es nicht erlaubt wenn ein Kind einer Höheren Mannschaft (Beispiel D1) innerhalb einer 10 Tages Frist in einer niedrigeren eingesetzt wird.

    Die Fristen variieren je nach Landes- bzw. Kreisverband.

    Hier bei mir beträgt die Frist nur 5 Tage. Bedeutet, wenn ein Spieler am Sonntag z.B. in der D1 gespielt hat, dann kann er am nächsten Samstag in der D2 spielen und am Sonntag wieder in der D1.

    Leider gibt es in der Nähe auch so ein "schwarzes Schaf". Kurz nach dem die Spielpläne raus sind, kommen dann sofort die Verlegungsanfragen. Die Spiele sollen dann so gelegt werden, damit die 5 Tage immer eingehalten werden.

    Sir Alex Du hast nicht geschrieben am Strafraum, das habe ich auch nicht behauptet. Tatsächlich kommt aber so eine Situation eher am eigenen Strafraum vor, als irgendwo anders.

    Ich habe nicht geschrieben, dass mir die Situation zu risikoreich ist, sondern dass mangels Optionen oft der lange Pass kommt. Unter Druck meist unkontrolliert, und genau das möchte ich im Spielaufbau nicht.

    Natürlich ist ein 1:1 zentral vor dem Tor risikoreich, aber die Kids sollen es doch lernen. Im Übrigen ist (wie oben geschrieben) häufig der tiefe Pass meist möglich und der kommt dann häufig genauer, als wenn der ballführende Spieler von 2 Gegnern angelaufen wird.

    Ich möchte so eine 3:2 Situation am eigenen Strafraum nicht haben. Warum? Der Torwart ist als Passoption beim Futsal raus. Wenn die 2 Angreifer meinen dribbelnden Verteidiger geschickt anlaufen, wird es für ihn verdammt schwer. Dazu noch der angesprochen asymmetrische Offensive und es gehen ganz schnell die Anspieloptionen aus. Und ich erlebe es immer wieder, dass es den 2 Angreifern gelingt, den ballführenden Verteidiger anzulaufen. Das lasse ich häufig gegen ein 2:2 so spielen. Ich habe zwei kleine, aber flinke Offensive, die den Ballführenden nach Möglichkeit doppeln. Da bleibt dann oft nur der lange Ball als Option.

    Bei eigenem Ballbesitz möchte ich meine beiden Mittelfeldspieler breit stehen haben, so dass der dribbelnde Verteidiger entweder das 1:1 sucht und dann mit dem Stürmer eine Überzahlsituation schafft oder dass der Ball tief gespielt werden kann und der Stürmer ein 1:1 hat oder auf einen nachrückenden Mittelfeldspieler ablegt. Werden alle Spieler vom Gegner manngedeckt, ist der Weg vom Spieler, der meinen Mittelfeldspieler deckt, zu weit, um seinen Verteidiger zu unterstützen.

    Ich denke, so weit auseinander sind die Ansichten ja gar nicht. Wenn in der Raute der Verteidiger andribbelt, dann lässt sich einer der beiden Mittelfeldspieler absichernd fallen, so favorisiere ich es jedenfalls.

    Gegen die Asymetrie in der Halle spricht aus meiner Sicht, dass mit 2 Verteidigern 3 Angreifer relativ gut gestört werden können, insbesondere wenn die beiden defensiven Ballbesitzer auf einer Höhe spielen.

    Constantin

    Wenn ein Stürmer tief geht, einer diagonal einrückt, dann macht es doch Sinn einen Verteidiger auf der anderen Seite vorzuziehen, weil sonst eine Asymetrie entsteht. Und dann ist man bei der Raute.

    Die tiefe Position in der Raute wird bei mir abwechselnd besetzt, so dass es letztlich ähnlich aussieht, wie deine Variant mit einem tief gehenden und einem einrückenden Stürmer.

    Ich denke, es muss schon unterschieden werden, ob es um klassischen Hallenfußball oder um Futsal geht.

    Beim Futsal ist der Torwart praktisch nach dem Abwurf aus dem Spiel. Deshalb greift da aus meiner Sicht das Argument von Sir Alex nur sehr eingeschränkt. Ich spiele bei Ballbesitz die Raute, aus den Gründen wie von maider187 beschrieben. Breite und Tiefe sind besetzt, die Spieler wechseln ihre Positionen. Meine Jungs spielen das sehr variabel, mit wenigen Kontakten.

    Statisch würde ich eher ein 2-2 bewerten, bei dem auch nur zwei Linien besetzt sind.

    Geschäftsmodell?

    Ich sehe es wie Follkao , es ist ein Geschäftsmodell. Fußballschulen, egal ob eigenständig oder an ein NLZ angelehnt verfolgen klar wirtschaftliche Interessen. Die Aufstellung von Trainero hinkt doch. Fußballschulen nehmen nicht am regulären Spielbetrieb teil, d.h. es entfallen Kosten für Mitgliedschaft LSB, Schiedsrichter, Verbandsgebühren und Strafen etc. Auch Kosten für die Nutzung der Sportplätze fallen oft nicht an. Gerade die NLZ-Fußballschulen werben natürlich mit ihrem Namen und verkaufen es den Vereinen als Auszeichnung, wenn sie auf ihren Sportplatz kommen. Aber selbst wenn Nutzungsgebühren gezahlt werden, sind diese überschaubar.

    Die Ausattung kaufen die Fußballschulen oft in größeren Mengen, teilweise auch Auslaufmodelle, also auch verhältnismäßig günstig.

    Das angebotene Training beläuft sich bei den mir bekannten Angeboten auf einmal 90 Min. pro Woche, zwei mal pro Woche + Spiel am WE kenne ich nicht. In den mir bekannten Fußballschulen laufen die Trainings über Zeiträume von 6-8 Wochen bis hin zu einem halben Jahr. In der Regel aber nur außerhalb der Ferien, weil die Fußballschulen sehr häufig in den Ferien Camps anbieten.

    Wenn ich nun die 40 € zu Grunde lege und die von Trainero avisierten 10 € Nebenkosten abziehe, bleiben bei 10 Kindern (teilweise die Mindestgröße einer Gruppe) 300 € für 4,3 Trainings (1x pro Woche) im Durchschnitt pro Monat. Das sind dann also rd. 70 € für gut 2 Stunden Arbeit.

    Die Camps sind das zweite Standbein. Die mir bekannten Kosten liegen zwischen 100 € (für 1,5-2 Tage) und 300 € (für 5 Tage) in der Regel ohne Übernachtung. Bleiben wir beim Bsp. 2 Tage für 100 €. Bei 10 Kindern = 1000 €. Für Ausstattung 250 €, Verpflegung 100 € (idR günstige "Kantinenversorgung"), Platzmiete anteilig 50 € .... Bleiben also 600 € für Pokale, sonstige Nebenkosten und eben den Gewinn.

    Als drittes Standbein sehe ich die Vermittlung von Spielern. Wenn die Fußballschule an ein NLZ angliedert ist, dann ist dies natürlich eine Art Vorsichtung für Talente. So kommt das NLZ "günstig" an ein Talent. "Freie" Fußballschule können als "Honorarscouts" arbeiten. Da gibt es dann ein paar Euro für einen Tipp und die Kontaktdaten der Eltern.

    Bei den NLZ-Fußballschulen kommt schließlich noch der Marketingaspekt dazu. Der lässt sich vielleicht nicht unmittelbar in Geld ausdrücken, aber es wird auf jeden Fall ein Positivimage transportiert und ein paar Trikots und Schals zusätzlich lassen sich auch verkaufen.

    Die Gutschrift erhalten Inhaber der C-Lizenz. Ausbildung und Fortbildung bei der C-Lizenz liegt in der Zuständigkeit der Landesverbände. D.h. die Landesverbände entscheiden, ob und wenn ja, in welchem Umfang der Besuch des Info-Abends für die Lizenzverlängerung anerkannt wird. In meinem Landesverband z.B. gibt es 2,5 LE, dafür ist die Teilnahme kostenfrei. Im Nachbarverband kostenpflichtig, dafür gibt es aber 3 LE.

    Inwieweit die Verantwortlichkeit auf Kreisverbände delegiert wurde, kann ich nicht sagen, dazu müsste der Kreis- bzw. Landesverband benannt werden. Also entweder beim Landesverband anrufen oder beim Kreislehrwart.