U10/E-Jugend: Verhalten/Benehmen neben dem Platz/in den Pausen sanktionieren?

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  • Hallo zusammen,


    wie steht ihr zum Thema Verhalten und Benehmen in Pausen und abseits des Platzes in einer E-Jugend? Wieviel Blödsinnmachen und Blödeln lässt ihr zu und wo zieht ihr Grenzen? Und wie sehen die Konsequenzen aus bei Überschreiten der Grenzen?


    Typischerweise haben die Kids in diesem Alter viel Blödsinn im Kopf, wenn sie nicht beschäftigt sind und dementsprechend haben mehrminütige Pausen Potential, dass Kinder Blödsinn machen/sich nicht diszipliniert benehmen.


    Beispielsweise die Pausen zwischen den Spielen bei Hallenturnieren oder auch im Training zeigen mir manchmal was den Kindern so einfällt. Als Trainer kann man nicht überall sein und die Eltern sitzen meist tratschend oder im Handy versunken auf der Tribüne und passen auf ihre Kids auch nicht wirklich aktiv auf.


    Ein Kind schmeißt gern im Tratschmodus die Wasserflasche in die Luft bis Wasser austritt und 2 andere finden es witzig. Oder ein Kind will auffallen und findet Fürze megawitzig.


    In meiner Anwesenheit gibt es natürlich Ermahnung und Konsequenzen (Kinder, die Flasche werfen und witzig finden, dürfen das Wasser aufwischen bevor sie spielen dürfen. Wer furzt, weil er es witzig findet und auffallen will, schaut paar Minuten zu und kriegt eine Nachdenkpause).

    Aber oft passiert Kinderblödsinn abseits der Spiele in den Pausen,wo die Kinder örtlich verteilt sind und ich nicht alles mitkriegen kann.


    Wie ist das bei euch? Wie handhabt ihr das Thema Verhalten/Benehmen in Pausen und abseits des Spiels?

  • Ist es dein erstes Jahr samt Hallenrunde ? Falls ja nicht mehr melden oder abschütteln. Gerade Hallenturniere ziehen sich hin, solange die sich nicht verletzten, schubsen etc einfach laufen lassen

  • Finde grundsätzlich Verhalten und Benehmen sind relevante Punkte, letztendlich fällt das ja auch ein Stück weit auf dich zurück. Ich handhabe es grundsätzlich so, dass ich Fehlverhalten direkt und deutlich ansprechen, entweder mit dem Einzelnen oder in der Gruppe. Dabei erkläre ich immer warum das so ist und was ich zukünftig erwarte.

    Da ich persönlich im Rahmen von Erziehung keinen tieferen Sinn in Strafen sehe, bestrafe ich Fehlverhalten auch erstmal nicht. Das käme nur in Frage, wenn es ganz grobe Verstöße sind (Gewalt, Sachbeschädigung oder ähnliches).


    Das was du da so beschreibst find ich aber noch einigermaßen normal (außer vieleicht wasser herumspritzen). Die langen Pausen bei Hallenturnieren sind halt echt schwierig. Nicht alle interessieren sich dafür wie die andern spielen und fangen dann an sich eine Beschäftigung zu suchen. Eine Runde Karten spielen kann beim Überbrücken der Zeit aber auch helfen. Wenn dich das toben und Unsinn machen stört, dann musst du andere Angebote schaffen.

  • Ich habe die Kinder das ganze Turnier über bei mir.

    Wir suchen uns einen Teil der Tribüne wo die Taschen usw gesammelt werden und dahin geht es auch in den Pausen.

    Die einen gucken die anderen Spiele, die anderen quatschen untereinander, mit anderen führe ich Einzelgespräche.

    Bei drei Spielen Pause geht's dann auch mal zu Mama/Papa.

    Mir ist es aber wichtig das wir das Turnier gemeinsam verfolgen und bestreiten.


    Etwas blödeln ist ganz normal. Von der F-Jugend bis zu den Altherren :)

    Da verbiete ich auch nicht viel. Aber rumspritzen mit Wasser in der Halle ist einfach Sauerei. Und Handys sind bei mir prinzipiell verboten. Von dem Moment an wenn der Sportplatz/die Halle betreten wird bis zu dem Moment wenn ich die Mannschaft "entlasse" will ich kein Handy oder ähnliches sehen. Das gilt natürlich auch für mich selbst.


    Flaschenwerfer hatte ich auch bis ein Kind eine Metallflasche an den Kopf bekommen hat. Zum Glück nur ein Veilchen.

    Seitdem habe ich die Plastiktrinkflaschen immer selber organisiert (kann ich bei teamsportbedarf.de echt empfehlen).

    Und wer die Flaschen wirft (oder prinzipiell mit Ausrüstung nicht sorgsam umgeht) muss laufen.

  • Disziplin ist so eine Sache. Bei Hallenturnieren hat sich der Quatsch fast immer im Rahnem gehalten. Bei ner U15 bin ich mit einem Vater aneinander geraten weil ich über 20m seinen Sohn angebrüllt habe, er soll sich benehmen. Als er dann den Fußabbruck auf der Türe gesehen hat, wurde es ruhiger.

    Was ist Strafe? Ich spreche da eher von Konsequenzen: wer sich daneben benimmt, verwirkt bei mir sein Spielrecht für einige Zeit, das zieht meistens.

  • Disziplin ist für mich Teil unseres Sports und damit schon Traineraufgabe. Natürlich haben da auch die Eltern ein Wörtchen mitzureden, aber währen des Trainings und bei Spielen/Turnieren gelten die Regeln des Trainers. Auch während der Pausen. Natürlich kannst du auch die Regel ausrufen, geht mal zu euren Eltern, bzw. die Kinder dort abgeben. Dann sind die zuständig, bis du die Kinder wieder abholst.


    Um sich für diese verantwortungsvolle Aufgabe zu qualifizieren, brauchst du natürlich das nötige Fingerspitzengefühl damit Kreativität/Chaos/Kind sein und Disziplin/Teamgeist/Aufmerksamkeit die richtige Balance finden. Und die notwendige Konsequenz, um das auch so umzusetzen zu können.

  • Wärend eines Turniers sind die Kinder nicht bei ihren Eltern, sondern werden von uns betreut. Das inkludiert auch die Verflegung. Wir sitzen zusammen irgendwo - da reicht dann ja auch ein Trainer/Betreuer beim Team.

    Ist die Pause zu lang, dann kann man mit den Kindern auch draußen nen bisschen jonglieren oder was anderes machen.


    Aber, wenn jemand furzt, dann ist das mM nach nun wirklich keine Kosequenz wert.

    Da reicht ein: " muss das wirklich sein?".

    Wer will schon gegängelt werden oder nur dann akzeptiert werden, wenn er sich in jeder Sekunde so verhält, dass es anderen gefällt?

    Davon ab, helfen zu viele "unbedeutene" Regeln, samt Sanktionen so gar nicht dabei, dass sich Kinder an die wichtigen Regeln halten.

    Letzteres ist mir das wichtige und das gelingt mir, indem ich auch mal 5e grade sein lasse, jedes Kind er selbst sein lasse. Und da kann man trotzdem sagen, dass man das nicht toll findet.


    Edit:

    Und ja, da bin ich bei einem Vorschreiber. Handy hat beim Turnier nichts verloren. Das hat kein Kind in den Pausen in der Hand.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Disziplin ist so eine Sache. Bei Hallenturnieren hat sich der Quatsch fast immer im Rahnem gehalten. Bei ner U15 bin ich mit einem Vater aneinander geraten weil ich über 20m seinen Sohn angebrüllt habe, er soll sich benehmen. Als er dann den Fußabbruck auf der Türe gesehen hat, wurde es ruhiger.

    Was ist Strafe? Ich spreche da eher von Konsequenzen: wer sich daneben benimmt, verwirkt bei mir sein Spielrecht für einige Zeit, das zieht meistens.

    Das ist eh ein wichtiger Punkt.

    Strafen soll und darf es nicht geben, ausschließlich Konsequenzen.

    Und ja, das ist ein Unterschied - eine Konsequenz erfolgt immer zeitlich unmittelbar und bezogen auf das Fehlverhalten.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Danke mal für eure Beiträge.


    Es ist schon meine 3. Hallensaison und ich sag mal: es wird von Jahr zu Jahr besser.


    Typischerweise läuft es bei mir in der Halle so ab, dass ich die Kids nach einem Spiel in der Umkleide zusammentrommle und wir über das Spiel kurz sprechen. Danach heißt es 'ab auf die Tribüne zu den Eltern' und wir sind damit auch in den Pausen alle zusammen.


    Bzgl. Fürze unterscheide ich sehr wohl, ob sie jemandem zwischendurch ausgekommen sind, oder während einer Ansage oder Besprechung absichtlich abgedrückt werden wie es bei meinem Spezialkandidaten einmal war. Im zweiten Fall folgt die Konsequenz sofort mit Nachdenkpause und Verweis auf erwartetes Benehmen.


    Ich gratuliere allen, die ein Handyverbot durchsetzen können. Meist hat ein älteres Geschwister oder die Eltern ein Handy(da sie sowieso am Handy livetickern, googeln, facebooken etc.) und dann wandert schon das Handy zur Zeitüberbrückung rüber zum Kind. Eltern kann ich kaum die Handynutzung verbieten.


    Das Herumtoben toleriere ich, solange es nicht gefährlich wird oder dies in den letzten Minuten vorm eigenen nächsten Spiel passiert, da sich die Kids die Energie fürs Match sparen sollen und ich paar Minuten brauche um alle Kids beisammenzuhaben für die Vorbesprechung.


    Die Idee mit den Kartenspielen ist nicht schlecht, die greif ich mal auf für die Spezialisten, die Flaschenwerfen oder anderen Blödsinn im Kopf haben.

  • Davon ab, helfen zu viele "unbedeutene" Regeln, samt Sanktionen so gar nicht dabei, dass sich Kinder an die wichtigen Regeln halten.

    Letzteres ist mir das wichtige und das gelingt mir, indem ich auch mal 5e grade sein lasse, jedes Kind er selbst sein lasse. Und da kann man trotzdem sagen, dass man das nicht toll findet.


    So sehe ich das auch. Nicht nur in der Fußballmannschaft, sondern bei Kindeserziehung im allgemeinen.


    Es gibt viele Eltern, da wird jeder Wimpernschlag kommentiert. Tu dies nicht, tu das nicht.

    Bei solch einer Inflation an Maßregelungen hat jede einzelne dann gar kein Gewicht mehr.

    Das ist dann ein Gemecker-Grundrauschen, das links rein, rechts raus geht.

    Das kenn ich aus eigener Erfahrung, denn genau so wurde ich damals erzogen.


    Ein Trainerkollege von mir betreut eine F-Jugend. Sein Training ist eine anderthalbstündige Ermahnungs-Tirade. Niemand hört noch auf irgendwas, was er sagt.


    Deswegen versuch ich mich auf das zu bechränken, was wirklich wichtig ist.

    Wenn Verletzungsgefahr besteht oder der Lärmpegel ein gewisses Maß überschreitet.

    Oder bei Kaspereien wärhend der Erklärungen oder Übungen.


    Harmlose Albernheiten zwischen Spielen lass ich unkommentiert laufen, solange sie nicht aus dem Ruder laufen.

  • Warum auf die Tribüne zu den Eltern setzten, wahrscheinlich jedes Kind neben seinen Eltern, also mitnchten als Team zusammen?

    Ich habe die Aufsicht über die Junges während des Turniers und wir setzten uns als Team irgendwo, wo Platz ist gemeinsam hin.

    Dass da auf dem Weg und mal zwischendurch auch die Eltern auf ne Minute vorbeikommen, ja gut, ist dann halt so.


    Bei den Eltern zu sitzen bringt ja noch das gewichtige Problem, dass diese dann häufig mit ihren Kindern deren individuelle Leistung besprechen, über andere Spieler und deren vereindliche Minderleistung sprechen und "im besten Fall" ihren Spross auch noch genau erklären, was er im nächsten Spiel wie zu machen hat.

    Das gilt es ja grundsätzlich zu vermeiden und das ist relativ einfach zu bewerkstelligen, wenn man mit dem Team zusammen sich einen Platz sucht, der eben nicht direkt bei den Eltern ist.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Ich sehe das mit den Eltern nicht so negativ.

    Man muss auch bedenken, dass die Aufsichtspflicht nur "geliehen" ist.

    Unter den Eltern befinden sich auch oft frühere Fußballspieler, von deren Erfahrung ein "Branchenfremder" wie ich auch profitieren kann.