Angebot eines Profivereins im Perspektivteam zu trainieren

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  • Ich finde das Programm mit 6x Training und 2 Spielen für das Alter zu viel. Zum einen aus medizinischer Sicht, da das auf Dauer in meinen Augen eine Überbelastung des wachsenden Skeletts darstellt (anbei ausgewählte Statements der Fachgruppen)


    „Kinder sollten wöchentlich mindestens zwei Ruhetage einhalten und höchstens drei bis vier Stunden am Tag trainieren“, erklärte Thomas Tischer von der Universitätsmedizin Rostock anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin. Überlastungsschäden, auch durch zu einseitige Bewegungsabläufe, könnten junge Men­schen lebenslang körperlich beeinträchtigen.


    "Etwa die Hälfte aller sportbedingten Verletzungen bei Kindern ist der American Academy of Pediatrics (amerikanische Gesellschaft der Kinder- und Jugendärzte) zufolge auf Überbeanspruchung zurückzuführen. Diese Verletzungen treten auf, wenn der Körper eines Kindes den Anforderungen nicht gewachsen ist. Wenn junge Sportler beispielsweise jeden Tag stundenlang trainieren und jede Woche an mehreren Wettkämpfen oder Punktspielen teilnehmen, haben ihre Knochen, Muskeln und anderes Gewebe möglicherweise nicht genügend Zeit, sich zu erholen"


    Man könnte hier sicherlich noch einige weitere Quellen zitieren!


    Zum Anderen darf man nicht vergessen dass die enorme Belastung zwar jetzt gewünscht ist vom Kind aber auf Dauer in dieser Frequenz sicherlich auch psychisch eine Abnutzung zu Folge haben wird. Wenn Ich Jahre wirklich jeden Tag nur Fussball atme steigt denke ich das Risiko irgendwann mal zu viel davon zu bekommen- natürlich je früher und extremer man damit anfängt.


    Mich würde auch nachdenklich stimmen wenn Jungs in dem Alter freiwillig auf Freundesevents verzichten (Einladung zum Geburtstag werden abgesagt) um lieber zu trainieren. Denn die tollen Fussballfreunde werden früher oder später zu Konkurrenten. Die "richtigen" Freunde werden Ihren Teil dabei denken und vielleicht nicht ganz so lang erhalten bleiben....


  • Da hast Du natürlich recht, ist wichtig und muss beachtet werden. Das Thema kam bis jetzt noch nicht. Da sind dann auch die Eltern in der Pflicht einzuschreiten und zu dosieren.

    Einige Ruhepausen in der Woche sind Pflicht, erst recht im sehr jungen Alter. Und 2x am Wochenende Spiel ist schon auch kritisch, wird aber vermutlich auch nicht jedes Wochenende sein.

    Die Intensität des Trainings ist aber wahrscheinlich auch noch ein wichtiger Faktor.

    Psychische Thematik, ja schwierig... :) Bei allem, was exzessiv gemacht wird, wird wohl eine gewisse Sucht entstehen.


    Denke aber eigentlich trotzdem, dass sich sehr sehr viele Menschen in der westlichen Hemisphäre zu wenig bewegen :) Und 5x in der Woche Sport (8 Stunden + on top Schulsport) muss nicht zwingend kritisch sein. Klar, kommt wieder auf das Alter an.


    Die NLZ Spieler, die im Wachstum 12-16 Jahre alt schon in höchster Intensität massiv trainieren, sind wohl tendenziell im kritischen Bereich unterwegs. Man muss dann wohl Opfer bringen...

  • Eine Einladung zum Geburtstag abzusagen, wegen einem Training, das wichtiger ist? Ist schon nicht so gut :| Definitiv ein Anzeichen vielleicht etwas kürzer zu treten...

    Naja, das muss man auch differenzieren.


    Ein sportlicher 9jähriger ist meist beliebt in seinem (Schul-) Umfeld. Das ändert sich in der Oberschule,aber in der Grundschule sind sportliche Kinder selten Außenseiter, eher im Gegenteil.


    Da bekommt man dann mitunter diverse Einladungen zum Geburtstag.

    Da muss/kann man dann auch nicht permaneent das Training dafür absagen, wenn man leistungsbezogen spielt.


    Ich sage meinen Spieler immer, Training sollte nicht leichtfertig abgesagt werde, aber wenn man regelmäßig kommt, dann darf/soll man auf den Geburtstag des besten Freundes, auch des drittbesten Freundes natürlich gehen. Ds ist wichtig und richtig.

    Wenn man aber dauerhaft fehlt, dann muss man sich überlegen, ob man zum Geburtstag der Tante dritten Grades oder einem x-beliebigen Mitschülers wirklich gehen will.

    Ich hatte mal einen Spieler, rgelmäßig beim Training, der hat gefehlt, weil seine Freunde ein Baumhaus bauen wollten und er wollte dabei sein, weiler sonst befürchtete nicht ins Baumhaus zu dürfen. Ich ihm klar gesagt, dass er natürlich das Baumhaus bauen soll und muss.


    Wie gesagt, man muss mM nach differenzieren.


    Ich finde auch die körperlich Belastung eher weniger das Problem, das habe ich weiter oben schon angemerkt.

    Verpflichtene Termine jeden Tag, das sehe ich aber Problem fürdie mentale Gesundheit.

    Das hat auch kein NLZ-Spieler in diesem Alter. Die haben auch alle zwei trainingsfreie Tage pro Woche plus überwiegend einen freien Tag am Wochenende.


    Neuling21

    Kannst du vlt doch nochmal erläutern, warum der Junge nicht fest in ein NLZ geht?

    Liegt es an euch, weil ihr lieber das aktuelle Programm wollt?

    Logistische Probleme? Wobei, ihr habt ja scheinbar die Zeit für mehrereweite Streccken pro Woche.

    Gibt es keine Kaderplätze für deinen Sohn beim NLZ, nur das Fördertraining als Angebot?

    Gibt es bei den Kickers das Angebot, beim KSC aber nicht und ihr wollt euch alle Türen offen halten?

    Würde es wirklich gerne verstehen, warum ihr so einen durchgetackteten Wochenplan habt, aber nicht im NLZ seid?

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Die Häufigkeit an Sport und Bewegung, die der hier thematisierte 12 jährige hat sollte man eigentlich nicht kritisieren, sondern sich eher wünschen, dass viel mehr Kinder diese Häufigkeit, Regelmäßigkeit und Intensität an körperlicher Betätigung anstreben.

    Ich bin hier im Gegensatz zu Fuppes nicht der Meinung, dass der Körper daran großartig Schaden nimmt.


    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann bin ich in dem Alter wahrscheinlich auf 6,5 Tage Sport in der Woche gekommen und hatte durchschnittlich wahrscheinlich mehr als 3 Stunden pro Tag "auf der Uhr". Der Unterschied ist, dass damals nur 90 Minuten für 1 Training pro Woche und 60 Minuten für das Spiel am Wochenende "organisiert" waren.

    Der Rest fand mit Freunden auf dem Bolz- oder Tennisplatz bzw. am Samstag nach dem eigenen Spiel oder Sonntags vor, während und nach dem Spiel der Herrenmannschaft statt. Überbelastung habe ich weder damals gespürt, noch sind heute Spätfolgen vorhanden.


    Im hier beschriebenen Fall fände ich es trotzdem besser, wenn sich die organisierten Trainings- und Spieleinheiten auf einen Verein konzentrieren würden und nebenbei noch etwas Zeit übrig wäre, in der der Junge jeden Tag selbst entscheiden kann, ob er Sport macht und wenn ja welchen. Das kann dann gerne Fußball auf dem Bolzplatz, oder allein im Garten sein, könnte aber genauso mal (Tisch-)tennis, Fahrradfahren, (Street-)Basketball, Schwimmen ... werden.

    Wichtig dabei ist, dass die Entscheidung spontan fällt und nicht durch einen festen Termin vorgegeben ist und, dass die Aktivität direkt vor der Haustür stattfindet und nicht noch 1-2 Stunden einfache Fahrt dafür nötig werden.


    Leider spielt halt in dem Zusammenhang auch wieder die schon angesprochene Zocker-Generation mit rein.

    In vielen Gegenden gibt es leider gar keine Möglichkeit mehr unorganisierten Sport einfach so vor der Haustür zu machen bzw. nur alleine, weil es keine Gleichgesinnten vor Ort gibt.


    Dementsprechend ist es schwer und unfair ein Urteil zu fällen, was richtig und was falsch ist.

    Wichtig ist immer: das Kind muss wollen und ziehen und nicht die Eltern schieben.

    Und am Ende darf niemand dem anderen vorwerfen, dass man wegen ihm etwas versäumt hat.

    Weder das Kind den Eltern und erst recht nicht die Eltern dem Kind.

  • Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann bin ich in dem Alter wahrscheinlich auf 6,5 Tage Sport in der Woche gekommen und hatte durchschnittlich wahrscheinlich mehr als 3 Stunden pro Tag "auf der Uhr". Der Unterschied ist, dass damals nur 90 Minuten für 1 Training pro Woche und 60 Minuten für das Spiel am Wochenende "organisiert" waren.

    Der Rest fand mit Freunden auf dem Bolz- oder Tennisplatz bzw. am Samstag nach dem eigenen Spiel oder Sonntags vor, während und nach dem Spiel der Herrenmannschaft statt. Überbelastung habe ich weder damals gespürt, noch sind heute Spätfolgen vorhanden.

    Das ist aber kein Beweis, dass es nicht so ist. Ein Einzelfall, der nicht das Ergebnis bringt, ist wertlos in der Beweis/Argumentationsführung.


    Aber ich bin da inhaltlich trotzdem bei dir.

    Und meine Jugend war ebenfalls voll mit Sport, zwar auch 2 oder 3 Mal Training die Woche und Spiel, also da mehr als bei dir, aber dazu noch diverse AGs (Fussball, Handball, Turnen, Basketball) viele Wettkämpfe für die Schule in diesen und weiteren Sportarten wie Waldläufe zB (quasi alles abgesehen vom Schwimmen),

    Dazu Hockeytraining 1-2 Jahre lang als Teilnehmer im gemischten Vereinstraining meiner Schwester bis ich mich dort hätte einer festen Jungenmannschaft anschließen müssen, Kicken auf dem Pausenhof und/oder direkt nach der Schule, Tischtennis mit verschiedenen Freunden in der Freizeit.

    Dazu auch nicht zu vergessen Dinge, wie das Klettern auf Bäume, riesige Klettergrüste, oä , viel Fahradfahren zu Freunden, schlichtes rennen/toben/klettern/etc. im normalen kindlichen Spiel.

    Das alles war/ist für einen 9-10jährigen körperlich kein Problem.


    Das war in Summe pro Woche extrem viel Bewegung, auch viel intensive Bewegung, aber abgesehen vom Fussballvereinstraining war ja nichts verpflichtend (bzw, die Schulwettkämpfe da musste man natürlich im Vorfeld zusagen), ich konnte da spontan entscheiden, ob ich daran teilnehme oder nicht. Auch ohne absagen zu müssen.

    Meist war ich anwesend, teilweise zwei Sport-AGs nacheinander in der Schule, aber das benötigte eben keine An-oder Abmeldung.

    Die anderen Dinge logisccherweise auch nicht.


    Ist ein weiteres Einzelbeispiel, das reicht aber ebenso wenig zu einem Beweis.

    Auch nicht diverse weitere, Beispiel, die ich kenne.


    Aber Kinder, die einen vollbepackten Wochenplan mit festen Terminen hatten und dann später irgendwann nahezu alles - wenigstens vorübergehend - gecancelt haben, da kenne ich schon ein paar. Und das beeinhaltet auch Geiger-oder Klavier, eine Zweisprache/Schule in der Heimatsprache der Mutter/des Vaters, etc. nicht nur Sport. Halt eine voll verplante Woche. Jede Woche.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Und wenn wir gerade dabei sind.


    Natürlich sind auch Studienergebnisse keine Beweise für Einzelfälle, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Menschen geht.

    Erst recht nicht, wenn das Pensum um den kritischen Bereich herum liegt. Sowohl physisch als auch psychisch...


    >>> Was für den einen kein Problem ist, ist für den anderen schon lange vorher ein Problem.


    Es sind Richtwerte, oder die Studie gibt uns bestenfalls Empfehlungen.

    Natürlich ist Forschung aber sehr wichtig. :)

  • Ich hatte vor 2 Jahren das Thema begonnen. Damals ging es um die Frage "Perspektivteam eines NLZ oder Stützpunkt" .

    Das Thema war innerhalb kurzer Zeit für uns erledigt. Unser Sohn hatte sich für Stützpunkt und gegen Perspektivteam entschieden.

    Rückblickend die bessere Entscheidung.


    Der Beitrag mit dem Jungen und seinem straffen Zeitplan kommt von jemand anderem.

  • Was mir auffällt und ein Nachteil ist:

    Es fehlt der zweite Sport auf Wettkampfniveau.


    Nahezu alle Talente üben zwei oder drei Sportarten auf Wettkampfniveau aus und das durchaus schon im Grundschulalter.

  • Es ist richtig, dass das Top-Talente-Programm bei den Kickers ein "Bezahlprogramm" ist, allerdings ein Programm, zu dem man sich nicht einfach nur anmelden kann - es erfolgt dort eine Talent-abhängige Selektierung. Es ist eines der besten Ausbildungstrainings, das wir bisher gesehen haben - mit sehr viel 1 vs 1 und 2 vs 2. Quasi die Vorstufe /Vorbereitung auf das NLZ. Dazu trainiert er im Perspektivteam beim KSC als Vorbereitung auf das U11 NLZ. Er wird voraussichtlich zum Ende der aktuellen Saison dann in eines dieser beiden NLZ wechseln.

  • Sorry - aber da bin ich ganz anderer Meinung, es gibt tatsächlich Kinder, die mit 10 Jahren schon einen Traum und ein Ziel haben - nicht vorgegeben sondern von Innen heraus. Mein grosser Sohn zum Beispiel ist jetzt 26 - er hat ebenfalls mit 10 Jahren seinen Traum entdeckt - für ihn war es die Luftfahrt. Ich habe ihm mit 13 Jahren den Segelflugschein ermöglicht - ich habe ihn nie mit anderen "Freunden" draussen mit Zigaretten, Bierflaschen oder schlimmeren Dingen gesehen. Sein Traum hat ihm die nötige Konsequenz und vor Allem das Verantwortungsgefühl gegeben, das dieser Traum mit sich bringt. Er wusste, dass mein Support für seinen Flugschein an dem Tag zu Ende gewesen wäre, hätte ich ihn irgendwo betrunken abholen müssen. Heute ist er europäischer Fluglotse in Maastricht - einer von 5 die von Anfangs 5000 Bewerbern üblich geblieben sind. War es immer leicht ? Nein, sicherlich nicht - aber für mich ist der richtige Weg, die Kinder bei der Erreichung ihrer Träume soweit zu unterstützen, wie es mir möglich ist - dazu gehört sicherlich nicht, ihrer eigenen Motivation zur Erreichung ihrer Träume Grenzen zu setzen. Es ist aus meiner Sicht keine zu hohe Belastung sondern vielmehr ein grosser Einsatz, der mit grossartigen Erlebnissen belohnt wird. Ein Mitglied hier hat bereits dazu geschrieben, dass alle, die im Bereich Fussball ihren Traum verwirklicht haben diesen grossen Einsatz gebracht haben - oftmals mehr - und auch mit gewissen "Einschränkungen" in der Jugend leben mussten - und dass alle die, die es geschafft haben, dies nicht bedauern und es wieder tun würden - dem stimme ich zu 100% zu.