• Ich glaube, dass dieses Thema normlerweise in den Frustabbau-Thread gehört, aber das heutige Ereignis hat mich derart angewiedert, dass ich es sinnvoll finde dazu einen eigenen Thread zu eröffnen.


    Wir hatten heute ein U19 Auswärtsspiel gegen einen Gegner der in der "Provinz" (ohne das jetzt werten zu wollen) beheimatet ist. Das Spiel als solches war relativ unspektakulär. Wir waren die klar bessere Mannschaft, hatten es aber nicht geschafft aus unseren Tormöglichkeiten kapital zu schlagen. So stand es kurz vor Schluss 1:1. Wir bekommen einen Freistoß im Halbraum zugesprochen bei dem es kurz vor dem Strafraum zu handelsüblichem Gerangel kommt. Nachdem einer unserer Spieler einem Gegenspieler versehentlich (? Ich hab das nicht beobachtet und möchte das daher auch nicht einordnen) bezeichnet dieser ihn als "s****ß N***r" (ihr könnt es euch glaube ich denken). Der Spieler lässt sich daraufhin zu einer Tätlichkeit hinreißen und wird vom Platz gestellt.


    Ich empfinde aufgrund dieser Ereignisse eine extreme Frustration. Selbstverständlich kann der Schiedsrichter nur die Aktionen beurteilen, die er auch wahrnimmt und ein geflüsterter rassistischer Satz wird wohl von den wenigsten gehört. Trotzdem finde ich es wahnsinnig unfair, dass es hier keine Möglichkeit gibt sich dagegen zu wehren. Denn, so ehrlich bin ich, wird der Junge für eine Aktion vom Platz gestellt, die zwar nicht besonders clever ist, die ich aus einer mennschlichen Perspektive aber für absolut nachvollziehbar halte.


    Letzten Endes ist es natürlich schwierig, jeden einzelnen Täter zu bestrafen. Aber es kann doch nicht sein, dass es so einfach ist mit so etwas ungestraft davon zu kommen? Oder bin ich da zu naiv?

  • Wir hatten einen ähnlichen Fall in der B-Jugend. Ist schon 5 Jahre her, deshalb ist meine Erinnerung schlecht.

    Zumindest wurde ein dunkelhäutiger Spieler von uns auch beleidigt, er reagierte aber nicht. Der Schiedsrichter hatte auch nichts gehört. Wir haben nachträglich Protest eingelegt mit Zeugenaussagen. Zumindest ging das Ganze dann vors Sportgericht in eine mündliche Verhandlung, wo der Spieler seine Äußerungen auch zugab und gesperrt wurde.

    Also wie schon geschrieben Bericht an den Verband sehen mit Zeugenaussagen.

  • Habe schon ähnliches erlebt


    Kurze Zusammenfassung:
    Spieler wird auf dem Feld getreten und geschlagen, rassistisch beleidigt und dann selbst vom Platz gestellt, weil er angeblich "zurückgeschlagen" hat. Wir verlassen daraufhin das Spielfeld, um weitere Eskalationen zu vermeiden (Schiedsrichter war total überfordert).


    Erschreckenderweise kam es am Ende dazu, dass unser Spieler gesperrt blieb, wir Strafe für den "Spielabbruch" zahlen mussten und der Gegner nach der Verhandlung lachend den Gerichtssaal verließ. Traurig, ich habe im Sommer dann auch mein Traineramt der Herrenmannschaft abgegeben, da ich mich mit solchen Dingen bei einem Hobby nicht rumschlagen möchte.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Meine ehemaligen Jungs bekamen in einem Spiel "sche.iß Deutsche" und vieles mehr auf ähnlichem Niveau zu hören. Die genauen Aussagen hatte ich hier in einem Bild auch irgendwo mal hochgeladen. Provozieren lassen hat sich von meinen Spielern damals keiner.


    In meiner naiven Idealwelt würde es reichen, die Aussagen mit Zeugen (eigene oder gegnerische Spieler) zum gegnerischen Trainer weiterzugeben, der alles weitere vereinsintern klären würde. Sollte ich eine rassistische Aussage von einem meiner Jungs hören, könnte derjenige sofort auf Vereinssuche gehen. Und wenn mein Verein das nicht mittragen würde (von wegen "Schiri hat's nicht gehört, daher nicht so schlimm"), könnte die Vereinsführung sofort auf Trainersuche gehen. Unabhängig von der Vorgeschichte auf dem Platz. Und das sage ich auch ganz bewusst so drastisch, weil diese Rassisten garantiert vorher schon negativ auffällig geworden wären - in vorigen Spielen, Trainings, beleidigend, aggressiv oder wie auch immer. Disziplinierte, intelligente, gut erzogene Jungs lassen sich zu sowas doch gar nicht erst hinreißen. Habe ich in 15 Jahren Fußball zumindest weder als Spieler noch als Trainer bislang erlebt.


    Die "schei.ß-Deutsche"-Mannschaft hatte leider einen ebenso bescheuerten Trainer (wie auch sonst...?!), da kamen dann auch von ihm Aussagen wie "Hurensohn" in Richtung meiner Spieler. Habe ich leider erst nachträglich und auch erst auf explizite Nachfrage von ihnen erfahren, sonst wäre das noch interessant geworden. Dem Trainer brauchte ich aber daher jedenfalls nichts weitergeben.^^

    Ich bin als Spieler ja nun auch kein Kind von Traurigkeit und gebe gerne verbal mal Contra, wenn mir ein Gegenspieler auf die Eier geht (durch dauernde Foulspiels, Ball wegwerfen, vor den Ball stellen, Beleidigungen, Schauspieleinlagen, absichtliches auf den Fuß steigen abseits des Balles, ...). Da sind dann meinerseits auch mal (harmlosere) Beleidigungen dabei, natürlich bekommt dann vielleicht auch ein Ausländer mal ein "verpiss dich" (selbstverständlich NICHT "verpiss dich in dein Land" oder so'n Bullshit) oder "lern Fußball spielen, bevor du mich volllaberst" zu hören. Aber eben NICHT, weil er Ausländer ist, sondern weil er mir auf die Eier geht.:D


    Ich finde aber, dass wir unseren Jungs auch solche kleinen Nickligkeiten, wie im letzten Absatz beschrieben, zugestehen müssen. Das wird den Jungs im Herrenbereich noch häufiger passieren - da sollten sie zumindest im älteren Jugendbereich und eventuell sogar noch mit dem Ausbildungsziel "Leistungsbereich" schon langsam Muster entwickeln und an die Hand bekommen, wie sie mit oben beschriebenen Kleinigkeiten umgehen können und zwischendrin Dampf abbauen können, ohne nach der zwanzigsten Provokation selbst in Form von Tätlichkeiten oder sogar rassistischer Sche.iße auszuticken. Bis zu einem gewissen Maß fordere ich selbst ein, dass sie Provokationen ignorieren (Frustrationstoleranz) - sollten sie es aber für notwendig erachten, sollen sie sich (im klar besprochenen, abgesteckten, moralisch vertretbaren Rahmen - WICHTIG) wehren. Dann nehme ich als Trainer lieber drei Gelbe Karten wegen harmloser Wortgefechte oder kleineren Provokationen in Kauf, als eine Rote Karte wegen (rassistischer) Beleidigung oder Tätlichkeit. Mag aber Geschmackssache sein.


    Sonst hast du irgendwie das Gegenteil dieser Rassisten (und dieses Gegenteil hatte ich, als ich dort vor anderthalb Jahren anfing) : Liebe Jungs, die alles vom Gegner runterschlucken, aber sich dabei so einschüchtern lassen oder passive Aggression entwickeln (--> Unkonzentriertheiten/sinkendes Selbstvertrauen --> mehr individuelle Fehler, ...), dass sie mehr Niederlagen als nötig kassieren. Gilt jetzt natürlich nicht für 'ne E-Jugend auf'm Dorf, da würde ich wahrscheinlich auch null Reaktion fordern.


    Führte jetzt am Ende etwas am Rassismus vorbei und ging in Richtung (aus meiner Sicht) sinnvolles Umgehen mit Provokationen, gebe ich zu. Ich denke aber, dass wir uns beim Ausgangsthema "Rassismus" hier ohnehin einig sein werden. Ich hoffe es zumindest...

  • Aus meiner Sicht ist das Thema Rassismus ein gesellschaftliches Problem und somit ist es nicht überraschend, dass er auch im Volkssport Fußball auftaucht.


    Dieser "Scheiß- Ni**er-Rassismus" den der TE hier beschreibt, ist allerdings nicht die Form Rassismus die mich gerade umtreibt. Diese Form von Rassismus ist gesellschaftlich geächtet, durch den Ausschluss solcher Spieler zu ahnden und er ist sicher zumindest aus dem Großteiö des Fußballs auch fernzuhalten. Selbstverständlich ist das nur eine Verschiebung des Problems, aber die Bekämpfung des Rechtsradikalismus kann nicht zur Aufgabe des Fußballs werden. Die Verdrängung aus dem Fußball allerdings sehr wohl.


    Mich treibt zur Zeit eher der gesellschaftlich tief verwurzelte Alltagsrassismus um.

    Ich erlebe immer häufiger Sprüche der Kazegorie: "Oh Mann, wieder eine Türkentruppe..." oder "der Schwatte ist doch bestimmt eh 3 Jahre älter..." ohne das sich ein spürbarer Widerstand regt.

    Diese Haltung ist scheinbar kein Tabu mehr und absolut in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.

    Sollte ich solche Sprüche von meinen Spielern hören würde ich sicher massiv eingreifen, den Eltern gegenüber tue ich das nicht. Ich will die politischen Diskussionen an dieser Stelle nicht führen und mache mich damit vielleicht selbst zum Teil des Problems.

  • Ich erlebe immer häufiger Sprüche der Kazegorie: "Oh Mann, wieder eine Türkentruppe..." oder "der Schwatte ist doch bestimmt eh 3 Jahre älter..." ohne das sich ein spürbarer Widerstand regt.

    Verallgemeinerungen in dieser Form sind tatsächlich nicht in Ordnung und sind auch für mich "versteckter" Rassismus.


    Allerdings werden solche Aussagen oft auch von Leuten getätigt, die nicht verallgemeinern, sondern aus eigener Erfahrung sprechen. In meinem Nachbarort spielte der Sohn einer Flüchtlingsfamilie, dessen Geburtsdatum eine Schnapszahl ist. Wirkt allerdings 3 Jahre älter und ist auch fußballerisch deutlich besser als alle anderen. Inzwischen spielt er im NLZ eines Bundesligisten. Selbst sein ehemaliger Trainer sagt, dass da etwas nicht stimmt.


    Außerdem gibt es sicherlich in jedem Kreis Mannschaften, mit denen Ärger vorprogrammiert ist. Meist leider Teams, deren Mehrheit einen Migrationshintergrund hat. Wenn es im Hinspiel Stress jeglicher Art gab, fährt man nicht frohen Mutes zum Rückspiel und erwartet Umarmungen und Küsse.


    Speziell bei diesem Spieler oder bei solchen bereits bekannten Risiko-Teams ist das für mich absolut kein Rassismus, da man ja nicht ins Blaue irgendwas behauptet und verallgemeinert, sondern bereits Erfahrungen mit dem Spieler oder den Teams hat. Denn genauso gibt es auch "nicht-schwatte", deren Alter unglaubwürdig ist und auch mehrheitlich Deutsche Mannschaften, mit denen es Stress gibt.


    Somit dulde ich beispielsweise, wenn jemand meiner C-Jugend sagt "Ach, das ist wieder der, der am 1.1. geboren ist" oder "Nicht schon wieder die, die machen immer Ärger".

    Nicht dulden kann ich dann aber "der ist bestimmt auch wieder am 1.1. geboren" oder "mit denen haben wir bestimmt auch Stress wie mit ihren Landsleuten letzte Woche".


    Es ist einfach ein total kompliziertes Thema, würde fast schon sagen, dass es ein "Minenfeld" ist. Und da sollte man auch kein größeres Fass aufmachen, als nötig - sprich: nicht die Eltern korrigieren. Aber als Trainer und Aufsichtsperson von Jugendlichen ist es meiner Meinung nach schon meine Aufgabe, rassistische Äußerungen im Kern zu ersticken. Vor allem, da ich niemanden in meiner Mannschaft haben möchte, der so denkt/redet und auch mein Verein sowas nicht möchte (Außenwirkung). Nichts wäre schlimmer, als wenn Eltern, andere Trainer oder Vereinsvorstand zu mir kommen und mich fragen, warum ich dagegen nichts sage.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • ich verstehe was du meinst, allerdings haben deine Beispiele ja am Ende nichts mit der Nationalität zu tun. Ist ein Spieler sichtbar älter, darf das selbstverständlich geäußert werden und ist eine Mannscjaft negativ aufgefallen gilt das Gleiche.

    Die Nationalität gehört da aber einfach nicht hin.


    Ich gebe dir ein Beispiel: Wir hatten letzte Woche ein Spiel gegen einen sehr starken Gegner. Aus der ohnehin extrem tief besetzten Mannschaft des Gegners ragte ein dunkelhäutiger Junge extrem heraus. Es war eine absolute Freude diesem Jungen beim Kicken zuzusehen. Nach dem Spiel sagt ein Vater: "was meinst du wie alt der Junge war." Meine Antwort: " Der ist im Juni 7 geworden", wurde mit "Ja, das steht vielleicht im Pass!" beantwortet.

    Der Junge war weder größer noch sonst irgendwie auffällig, er war einfach nur richtig gut. Diese Aussagen gegen ein vermutlich in Deutschland geborenes Kind, sind eine rassistische Voreingenommenheit die ihn sicher auf seinem Weg begleiten werden. Kein deutsches Kind hätte diesen Kommentar so hervorgerufen.

    Das sind die Situationen die mich ärgern.


    Innerhalb meiner Mannschaft, da ich eine U8 trainiere ist das Gott sei Dank noch hypothetisch, werde ich solche Aussagen in keiner Form dulden. Dabei ist mir die Außendarstellung des Vereins, die Meinung der Jugendleitung und alles andere herzlich egal. Ich trainiere keine Kinder die sich rassistisch äußern, genau so wenig wie ich auf Dauer Sprüche gegen dicke, sportlich schwächere oder sonstwie auffällige Kinder akzeptieren werde.

  • genau so wenig wie ich auf Dauer Sprüche gegen dicke, sportlich schwächere oder sonstwie auffällige Kinder akzeptieren werde.

    was heißt denn -auf dauer- ?!?

    generell wird sich in der zeit, die ich mit den Kids verbringen, nicht verletzend oder abwertend geäußert. ganz einfach. man definiert sich nicht über andere sondern sich selbst. es werden auch keine blöden sprüche gemacht, wenn einem im Training mal was nicht gelingt.

    das ist eine einfache regel, und damit hat es sich. da kommt dann das Rassismus Thema erst gar nicht auf, wenn man schon in diesem Bereich Empathie und Respekt vermittelt und einfordert. gerade im -kleinen- kann man hier ein bisschen Sozialisation im verein erreichen! Da braucht man gar nicht mit Rassismus zu kommen, oder Sexismus oder sonstigem. Es geht um den grundsätzlichen Respekt des anderen MENSCHEN. Um mehr geht es gar nicht.

    Der Trainer kann das schön vorleben, indem er z.b. bei Niederlagen Respekt und Anerkennung zeigt!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Trainer E du hast natürlich erstmal Recht.

    Dennoch muss man auch anerkennen, dass man es neben Erziehung und Wertevermittlung auch mit Erfahrung zu tun bekommt.


    Und Testosteron-Bomber sind ein Problem. Es gibt schlicht Vereine, gegen die möchte keiner mehr antreten, weil sich eher viele nicht zu benehmen wissen. Einzelne sind ja schon ein Problem aber wenn die in unseren Augen vernünftig Sozialisierten auf einmal in der Unterzahl sind, wirds kritisch.

    Und auch die Gegenseite macht ja mit Alltagsdiskriminierung negative Erfahrungen, die sie in ihrem "Anderssein" bestärkt.


    Natürlich würde es helfen, sich mal gescheit kennen zu lernen aber da bietet der Fußballplatz die denkbar schlechtesten Voraussetzungen! Hier geht's ja erstmal um Abgrenzung ("wir" vs "die da").


    Und auch der DFB kann noch so viele Werbespots gegen Rassismus veröffentlichen: auf den Rängen wird trotzdem auf "richtige" Deutsche wert gelegt und die heißen gefälligst nicht Öztürk oder Smith sondern Meier oder Schneider und sie singen gefälligst die Nationalhymne mit.


    Ich habe ein echtes Problem mit Menschen, die die gängigen Werte unsere Gesellschaft mit Füßen treten. Dabei ist es mir egal welche Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sonst was im Spiel sind. Idiot bleibt Idiot! Und ob rechte Wange auch noch hinhalten hilft, wage ich zu bezweifeln.

  • was heißt denn -auf dauer- ?!?

    generell wird sich in der zeit, die ich mit den Kids verbringen, nicht verletzend oder abwertend geäußert. ganz einfach. man definiert sich nicht über andere sondern sich selbst. es werden auch keine blöden sprüche gemacht, wenn einem im Training mal was nicht gelingt.

    das ist eine einfache regel, und damit hat es sich. da kommt dann das Rassismus Thema erst gar nicht auf, wenn man schon in diesem Bereich Empathie und Respekt vermittelt und einfordert. gerade im -kleinen- kann man hier ein bisschen Sozialisation im verein erreichen! Da braucht man gar nicht mit Rassismus zu kommen, oder Sexismus oder sonstigem. Es geht um den grundsätzlichen Respekt des anderen MENSCHEN. Um mehr geht es gar nicht.

    Der Trainer kann das schön vorleben, indem er z.b. bei Niederlagen Respekt und Anerkennung zeigt!

    Ganz einfach. Auf Dauer bedeutet für mich, dass Kinder die sich nicht an diese Regeln halten können irgendwann nicht mehr von mir trainiert werden.

    Jedes aber wirklich jedes diskriminierende Verhalten wird von mir IMMER und SOFORT unterbunden und bisher hat das auch gereicht.

  • Für mich ergeben sich bei dieser Schilderung einige Fragen:


    Was ist ein handelsübliches Gerangel? Warum unterbindest Du so etwas nicht bei deinem Team?


    Was war die versehentliche Aktion? Kann es sein, dass sich der Gegenspieler dabei richtig weh getan hat?


    Ist eine Tätlichkeit nicht schlimmer zu bewerten als eine Beleidigung, die möglicherweise im Affekt unter Schmerzen geäußert wurde?


    Warum kann eine Tätlichkeit nachvollziehbar sein?


    Ich befürchte, dass derartige einseitige Stellungnahmen das Problem des Rassismus in unserer heutigen Zeit eher verschärfen anstatt ein entsprechendes Problembewusstsein zu fördern.

  • EnterTrainer  


    Wie genau stellst du dir das vor, das zu unterbinden? Mit einem Megaphon über 80m?


    Ohne jetzt all zu detailliert zu werden, glaube ich kaum, dass jemand "im Affekt" zum Rassisten wird. Es geht ja nicht um die Beleidigung an sich, sondern die genaue Art der Beleidigung.

    Ich weiß nicht, welches Wertesystem du hast, aber bei mir ist eine emotionale Reaktion auf eine solche Reaktion eher nachvollziehbar als die Aussage selber.



    Übrigens ist der Verband unserer Sichtweise weitesgehend gefolgt, was zu einer Sperre für den minimalen Zeitraum an Spielen geführt hat. Leider kann ohne einen Bericht des Schiedsrichters der gegnerische Spieler wohl nicht bestraft werden, der wohl mit einer deutlich längeren Sperre zu rechnen hätte

  • Das man sich nicht auf "handelsübliches Gerangel" einlässt, wissen meine Spieler, bevor das Spiel beginnt.


    Was war die versehentliche Aktion deines Spielers? Handelsübliches Gerangel entsteht nicht versehentlich.


    Warum ist eine im Affekt geäußerte rassistische Beleidigung schlimmer als als "A......och oder "Dreck...au? Beleidigung ist Beleidigung und gehört im Fußball bestraft, wenn es der Schiedsrichter hört oder wenn es dafür einen neutralen Zeugen gibt, was aber in der vorliegenden Situation offensichtlich nicht der Fall ist.


    Warum bezeichnest du eine Tätlichkeit, dh eine körperliche Gewalthandlung als nachvollziehbar? Körperliche Gewalt ist für mich allenfalls in Notwehr-Situationen nachvollziehbar. Die kommen aber im Fußball nicht vor.


    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin auch gegen jegliche Form von Rassissmus, aber eine Relativierung von Tätlichkeiten ist im Kampf gegen Rassismus kontraproduktiv.

  • Holy Moly. Was für eine abstruse Sichtweise. Wer beleidigt im Affekt rassistisch?


    Warum eine rassistische Beleidigung schlimmer ist als Arschloch oder Drecksau? Weil sie ein stigmatisierendes Merkmal eines Spielers hervorhebt und ihn wissen lässt, dass er aufgrund seines Aussehens und seiner Herkunft beleidigt wurde. Wieso wird denn ein weißer Spieler Arschloch genannt, während der schwarze Spieler sofort als ... (diese Wörter erspare ich mir) beschimpft wird.


    Spar dir doch deinen Schrott von wegen "ich bin auch gegen jegliche Form von Rassismus". Wer soll dir das glauben? Dummes Geschwätz. Du willst Rassismus nicht verstehen und wirst es auch nie tun, weil du in deiner normativen Blase bleibst.


    Tätlichkeit ist immer scheiße, aber kannst dann ja mal auf die Beleidigungen danach achten. Ist die Tätlichkeit eines weißen Spielers weniger schlimm? Er muss auf jeden Fall nicht damit rechnen, dass ihm seine wirkliche Heimat (Deutschland) aberkannt wird ("du scheiß Flüchtling"). Oder dass man ihn mit anderen rassistischen Beleidigungen klar macht, dass er nicht hierhin gehört.


    Rassistische Beleidigungen gehen über den Fußball hinaus und bleiben auch abseits des Feldes im Kopf. Eine Unverschämtheit wie du hier versuchst, diese widerlichen Dinge zu relativieren. Beschämend.

  • Junge , fahr mal bissl runter .


    Natürlich ist eine diskrimierende Beleidigung , jeglicher Art , immer schlimmer als eine ... normale Beleidigung ... .

    Er hat sich aber nicht derart geäussert , das du das Recht hast im Rassismus zu unterstellen .

    Hör bitte auf hier Sachen zusammen zu konstruieren . Echt schlimm solche Leute ...


    mfg

  • Du sagst mir ich konstruiere Sachen zusammen? Und was tust du gerade? Hab ihm selber als Person nie Rassismus unterstellt. Hab ihm gesagt, dass er anderen Leuten rassistische Erfahrungen abspricht und sie kleinredet, in dem er sie mit anderen Beleidigungen auf eine Stufe stellt. Das bedeutet nicht, dass ich ihn als Rassisten oder sonst was bezeichnen.


    Aber ich bin auf jeden Fall schlimm!

  • Was ist ein handelsübliches Gerangel? Warum unterbindest Du so etwas nicht bei deinem Team?

    Zur Erinnerung: Constantin beschreibt eine Freistoß-Situation in der U19 (sogar im Leistungsbereich?) kurz vor Schluss bei einem Spielstand von 1:1. Dass es da (und generell) im Strafraum etwas körperbetonter zur Sache geht und Körperkontakt gesucht wird, ist völlig normal. Wenn du das bei einer U19 noch unterbinden willst und quasi körperloses Spiel forderst (und bei Nicht-Einhaltung ja sogar ein "Sch.eiß N****" vom Gegner relativierst), wünsche ich den Spielern nächstes Jahr viel Spaß im Herrenbereich. Es werden viele einen Kulturschock erleben.


  • Wenn man auf diese Art und Weise persönlich diskreditiert wird, erübrigt sich von meiner Seite jede weitere Diskussion. Schade.