Kleinere Tore für F-Jugend

  • Sorry, ich verstehe jetzt nicht den Zusammenhang. Bin schon ein wenig älter.

    Wahrscheinlich hast du recht und das geht am Thema vorbei :-)


    Aber es gibt ja die Diskussion, ob nicht Funino den Spielbetrieb im Kifu ersetzen sollte. Ich finde Funino auch genial, als Ergänzung und im Training auf jedem Fall. Aber ich frage mich, ob es den Spielbetrieb ersetzen sollte, wie das mancherorts geschieht.


    Meine Schwierigkeit ist, dass Funino die hohen Bälle praktisch ausklammert. Ich habe heute ein NLZ-Team eines Bundesligisten beobachtet und eine der immer wiederkehrenden Anweisungen der Coaches war, den Ball runterzuholen und flach zu halten.


    Natürlich ist es so einfacher, den Ball unter Kontrolle zu halten. Aber in der Ausbildung kann es doch nicht darum gehen, sich das Leben möglichst einfach zu machen.

  • wenn nicht nur die Tore verkleinert, sondern auch die Spielerzahl verringert wird, hat man das Bogenlampen über alles Problem gelöst und sogar noch mehr Torabschlüsse pro Kind


    Ich sehe aber auch Funino (mit noch kleineren Toren) und lese die Ergebnisse: mehr Tore, mehr Ballkontakte -> mehr Erfolgserlebnisse. Und ich sehe Hallenturniere (weniger Spieler, kleinere Tore, kleineres Feld) mit vielen Toren (hochgerechnet auf die Spielzeit im Feld wahrscheinlich sogar mehr Tore (habe ich leider keine Belege dafür)) -> viele Erfolgserlebnisse (wahrscheinlich auch mehr Torabschlüssen).


    Ich befürworte die kleineren Tore wie hier im Projekt beschrieben, weil damit die "Bogenlampentore" wegfallen, die es später im Fußball nur ganz, ganz selten gibt.


    Genauso sehe ich das auch. Es geht bei den kleineren Toren nicht darum, die Torleute zu schützen, sondern das blinde Gebolze auf die Tore zu verhindern. Wir haben in der F mehr als ein Spiel dabei gehabt, wo der Gegner bei jeder sich bietenden Gelegenheit extreme Fernschüsse probiert hat, teilweise direkt vom Anstoß. Ich erinnere mich an ein Spiel, wo die gefährlichsten Situation die waren, wo der gegnerische Torwart den Abschlag aus der Hand direkt auf unser Tores geschlagen hat, war halt ein kleiner Platz. Dieses Gebolze braucht kein Mensch - und es hilft auch sicher nicht bei der sicher wünschenswerten Ausbildung von Torjägern. Und die gegnerischen Teams haben dad ja nur deshalb gemacht, weil es eben ergebnistechnisch funktioniert hat.


    Aus meiner Sicht passen die 5x2m Tore sehr gut in die E. Für die D sind sie fast schon wieder zu klein, vor allem im Altjahrgang. In der C fallen dann zumindest im ersten Jahr wieder etliche der Bogenlampentore. In der B passt es wieder. Und nach unten in der F würde die abgehängten Tore gut passen.


    Dirk Coerverfan

    Den "Nonsens" von oben nehme ich mit einer ausdrücklichen Entschuldigung zurück, denn offenbar hast Du dir da ja wirklich etwas dabei gedacht. Aber überzeugend finde ich deine Argumentation immer noch nicht. Und insgesamt ist das Thema aus meiner Sicht nicht so entscheidend für die Zukunft der Ausbildung, dass da so dramatische Begriffe wie "Katastrophe" angemessen wären.


    Grüße

    Oliver

  • Früher hat es der Straßenfussball bei den Kinder geschafft.

    genau, da haben wir mit den Schulranzen, Trinkflaschen, Pullovern oder sonst was Tore markiert. da hat es keine Tore ab der Mittelauflage gegeben.. Somit verstehe ich das Argument


    Ich komme für mich auf die 5x2m Tore, da der Torwart zum Spiel dazugehört

    nicht. Wir hatten auch keine 5x2 Meter Tore.


    Ich fände es besser wenn wir, in diesen Alterstufen, alle Spieler auch als Torhüter einsetzen. Somit brauchen wir nicht auf den Torhüter verzichten. Er gehört für mich einfach zum Spiel dazu.

    das ist für mich Grundvoraussetzung und wird auch bei uns vom Verband so gefordert. Jedoch gibt es immer wieder Kinder die gerne im Tor spielen und dieses Kind werde ich sicher nicht zwingen es nicht zu machen. Was er aber machen muss ist aktiv am Spiel teilnehmen, es gibt keine Handschuhe und auch kein eigenes Trikot.

  • Die Räume vor dem Tor werden so extrem verdichtet, dass es die kognitiven und die koordinativen Fähigkeiten der jungen Spieler überfordert um das Ding erfolgreich ins Netz zu hämmern.

    stimmt leider nicht ganz so! Ich habe jetzt 5 Jahre Erfahrung mit den kleinen Toren im U6-U8 Bereich und muss dir klar widersprechen! Jedoch muss auch die Anzahl der Spieler auf min 4 verringert werden ansonsten ist es zu verdichtet, ja!

    Ich denke eher das wir kreative Spieler ausbilden sollten. Kreativität kann sich nur aus einen großen Schatz an Erfahrungen entwickeln. Je häufiger Kinder versuchen eine Situation zu lösen, desto größer wird ihr Erfahrungsschatz. Je mehr Erfolgserlebnisse ich schaffe, desto mutiger und selbstbewusster werden sie.

    genau das wird mit den kleinenToren gefördert und unbewusst gefordert. Was ist einfacher als den Ball aus 20 Metern über einen 110cm Tormann zu pfeffern der ein einem 5x2 Meter Tor steht oder den Ball gezielt im Eck neben den Tormann einzuschieben?

    Das schlimmste was wir den Spielern vermitteln können ist: "Das kann Ich nicht"

    Das erzeuge ich meiner Meinung nach, wenn ich es zu schwer mache ein Tor zu erzielen nur damit ich einen Torspieler nicht frustriere.

    wenn er es nicht anders kennt wird er nie dazu kommen es nicht zu können!

    Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wir im Kinder- und Jugendbereich Erfolgserlebnisse auch und gerade beim Torschuss schaffen müssen

    ist zu 100% gegeben.

    Die kleinen Tore sind Ausbildungstechnisch für mich eine Katastrophe.

    hast du damit Erfahrung oder einfach ins blaue rein gehauen?


    Was nicht passieren darf ist das die zu viel Spieler am Feld sind. Hier ist max 4 Feldspieler die Obergrenze erreicht.

  • Hier ist Torgröße zum Schutz des Torhüters das Thema.

    Nein, um die Kinder spielen zu lassen und nicht nur Bolzen! Der Torhüter ist ein positiver Nebeneffekt!

    Nochmal Torjäger

    ich hatte jedes Jahr 2-3 Spieler die auf 30 Tore pro sasion gekommen sind! Auch bei den kleinen Toren. Das ist einfach nur eine Ausrede und die Angst vor Veränderung.


    Alle meine Kinder musste durch die keinen Tore schneller umschalten , sich besser am Feld positionieren, das 1 vs 1 viel bewusster und zielgerichteter durchführen weil der Torerfolg sicher erschwert wurde aber nicht unmöglich gemacht wurde.


    Wenn ich hier vergleiche mit den Jahrgängen die ich zuvor trainiert die noch die Chance auf die Bogentore hatten sehe ich eine klares Defizit bei diesen kindern im 1vs1, dem Stellungsspiel und er Handlungsschnelligkeit.

    Eben weil der Torerfolg zu vereinfacht war. Es gab für die weiter entwickelten Kinder keine Herausforderung, der Torerfolg war zu einfach und der Schuss aus 20 Metern für sie kein Problem.

  • Ich finde Dirks Argumente durchaus bedenkenswert.


    Nehmen wir an: Kleinere Tore, etwas kleinere Spielfelder und 4+1 oder 3+1.


    Sehen wir mal von den Bogenlampen und den zu kleinen Torhütern ab, werden m.W. als Vorteile aufgeführt, dass (1) so mehr Kinder spielen können (kleine Dorfmannschaften sind so in der Lage, ein Team zu melden, und große Stadtmannschaften müssen weniger Kinder auf die Bank setzen). Außerdem (2) sei so eine größere Differenzierung möglich, weil die Kinder in zwar durchlässigen, aber möglichst leistungshomogenen Gruppen spielen können.


    Aber könnte eine solche Maßnahme (kleinere Tore und Teams) nicht auch Nachteile zeitigen?


    (1) Ich finde es etwa gut, dass die jetzige Situation die Vereine zwingt, ihr "Kirchturmdenken" aufzubrechen und liebgewonnenen Rivalitäten zum Trotz JSGs zu bilden. Ich glaube sogar, dass es noch viel mehr Miteinander der Vereine um der Kinder willen braucht. Auch wenn es zwei Teams gibt, sollte es darum gehen, miteinander Fußball zu spielen, Fairplay auf und neben dem Platz und vor allem um ein gemeinsames Interesse am Fußball (zum Beispiel gemeinsame Freude über tolle Ideen, Spielzüge, Tore etc.).


    (2) Ich finde es zu früh, schon im G- und F-Bereich leistungsmäßig zu differenzieren. Meiner Meinung nach wird schon jetzt beim 6+1 in diesem Bereich viel zu stark differenziert. Kleinere Teams würden das erheblich verschärfen. Man muss sich klarmachen, dass die Leistungsunterschiede im Kinderbereich noch relativ klein sind. Es bringt den Starken und Schwachen Vorteile, wenn sie zusammen trainieren und spielen. Die Schwachen sehen für sich, wo es hingehen muss; Kinder lernen ja auch voneinander. Und die Starken können gegen die Schwachen sehr viel mehr ausprobieren.


    Ich glaube, dass eine sehr gute Ausbildung im 6+1 möglich ist, wenn die Trainer und Vereine verantwortungsvoll, kindgerecht und ausbildungsorientiert arbeiten. Dass diese Voraussetzungen derzeit nicht gegeben sind, hat meiner Meinung nach nichts mit den bestehenden Verhältnissen zu tun. Weder Funino noch 4+1 mit kleineren Toren werden m.E. daran etwas ändern.


    Ich würde stattdessen zum Einen für noch mehr Aufklärungsarbeit plädieren. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass man sich ein Belohnungssystem für gute Vereine überlegt. Beispielsweise könnte man ein Zertifikat einführen und die Teilnahme am Spielbetrieb daran koppeln.

  • Weder Funino noch 4+1 mit kleineren Toren werden m.E. daran etwas ändern.

    Ich kann dir nur aus Erfahrung sagen das bei den ganz kleinen (U6-U8) das 4+1 mit den kleinen Toren sehr viel mehr bringt. Habe hier in Österreich mittlerweile 5 Jahre Erfahrung mit den kleinen Toren machen dürfen und egal wo ich hinkomme oder mit wem ich spreche. Es ist für alle beteiligten ein Segen weil es das Fußballspielen zurückgebracht hat , eben wie früher auf der Straße wo man auch nicht ein Match mit dem Besten Schützen ausgetragen hat sondern mit seinem Gegner im 1vs1 oder eben im Team.

    Alleine schon wenn ich bedenke das sich im 6+1 mind 2-3 Spieler verstecken können, sind eh noch 3 weitere da! Geht beim 4+1nicht weil wenn sich da 2-3 Verstecken geht gar nix mehr! Auch die Ballkontakte sind weit höher als mit 6+.


    Jeder fordert kontakt Anzahl und viel Aktionen im Training aber im Wettkampf will man davon nix wissen, verstehe ich nicht?!

    Unsere Kinder sind mittlerweile gefrustet wenn man bei Turnieren auf die "großen" Tore spielt weil sie selber sagen das hat nix mit Fußball zu tun wenn nur von einer Seite auf die andere Seite gefetzt wird... Sagt dir ein 6 Jähriger! Sollte zum Nachdenken anregen

  • Vorallem sind die Bogenlampen in der F ja keine Ausnahmen sondern Alltag. Am WE hab ich 3 solcher Tore gesehen. Anstoß, feste und hoch drauf schießen (einer kann meist kräftig schießen) und drin.


    Ich finde diese Maßnahme sinnvoll und überfällig.

    Wer dagegen argumentiert kann ja bei den Erwachsenen auch Tore mit 3,5 m Höhe fordern. Dann fallen auch mehr Tore. :wacko: Oder der D-Jugendtorwart, der sich fast den Kopf stößt, wenn er schon seinen Wachstumsschub hinter sich hat... muss der dann das große Tor nehmen?

    Zumal... nicht nur das Tore schießen sondern auch das Tore verhindern ist doch ein wichtiges Ziel bei den Kurzen. Und ich beobachte, dass es auch schon bei den Kleinen genug Kinder gibt, die das Spiel lieber vor sich haben und sich in die Abwehr orientieren.


    Was mir daran gefällt ist, dass es sehr leicht und kostengünstig umsetzbar wäre. 165cm in der F dürfte ziemlich gut hinkommen. Dann käme mein Junior mit seinen 128cm ran.

    Funino muss man ja dennoch nicht aus den Augen verlieren...

  • maider187


    4 Feldspieler sind natürliche des Rätsels Lösung.

    Im Text des FVM und in dem Eingangspost steht nirgends etwas über max. 4 Feldspieler.

    Somit verlieren die meisten meiner für mich wichtigen Argumente an Bedeutung.

    Jetzt verstehe ich auch die Beweggründe des FVM. Mir war dieser Verband schon immer sehr sympathisch. Ich dachte schon, dass sie dort jetzt das Rad zurück drehen wollen.


    Seit Jahren bin ich ein leidenschaftlicher Verfechter des 4 gegen 4 im G- u. F-Jugendbereich.

    Dafür kann man dann auch gerne die Tore verkleinern.


    Ja, ich habe Erfahrungen mit verkleinerten Toren sammeln können.

    Mit meinem Heimatverein fahren wir jedes Jahr zu einem großen Turnier nach Dänemark (Vildbjerg-Cup).

    Seit ca. 2008 habe die Turnierverantwortlichen auf kleine Tore umgestellt.

    In den ersten beiden Jahre wurde dort auch im 6 gegen 6 gespielt. Daher auch meine Bedenken und mein Ausdruck katastrophal. Dort sind keine Tore mehr geschossen worden und somit war die Stimmung der Kinder ehrer verhalten. Erst nach Umstellung auf das 4 gegen 4 wurde das Spiel wieder zum kindgerechten Fußballspiel.


    Ob die Vereine zu einer nicht ganz so geringen Investition bereit sind?

    Die Einführung des 4 gegen 4 würde ich nicht davon abhängig machen.

  • 4 Feldspieler sind natürliche des Rätsels Lösung.

    das habe ich auch immer schon erwähnt das beides im Gleichschritt gehen muss.

    Ob die Vereine zu einer nicht ganz so geringen Investition bereit sind?

    Die Einführung des 4 gegen 4 würde ich nicht davon abhängig machen

    wir haben in Österreich vom Landesverband einen Zuschuss bekommen. Viele Verein haben sich die Tore selber gemacht. Leider sind bei uns noch nicht alle Bundeländer soweit, finde es eher Traurig das man es nicht schafft für alle die gleichen regeln aufzustellen.

  • Anstoß, feste und hoch drauf schießen

    Habe ich so noch nie gesehen.


    Allgemein muss man ja sagen, dass das auch ein Thema des Defensivverhaltens ist. Wenn ein Kind so zum Schuss kommt, dann gibt es ja auch eine verteidigende Mannschaft, die das zugelassen hat.


    Jede Veränderung bringt neben Vorteilen auch neue Nachteile. Man muss sich nur mal klarmachen, dass viele der Probleme, mit denen wir heute zu tun haben, von den Veränderungen herrühren, die Anfang der 2000er vom DFB eingeführt wurden.


    Ich glaube mittlerweile, dass diese ganzen systemischen Dinge nicht des Pudels Kern sind. Für Kinder, die fußballbegeistert sind, ist es egal, ob 6+1 oder 4+1 oder große oder kleine Tore etc. Es sind der Ehrgeiz von Trainern und Eltern und das druck-aufgeladene Drumherum, die den Spaß am Fußball ersticken. Das Anfang der 2000er eingeführte Ausbildungssystem hat bereits sehr viel Druck in den Kifu gepumpt, der da eigentlich nichts verloren hat. Es wird nur gesehen, welche Kinder es in die Auswahl schaffen oder ins NLZ. Dem wird alles andere untergeordnet. Es hat etwas gedauert und sich dadurch eine Zeitlang positiv ausgewirkt, aber das System "Fußball" hat sich jetzt auf die Anfang der 2000er eingeführten Veränderungen eingestellt und was zunächst noch ein Vorteil war, verkehrt sich mittlerweile ins Gegenteil.


    Ich habe jetzt am WE 4 F-Jugend-Spiele gesehen und ein E-Jugend-Turnier. Ich habe da viel Schönes gesehen. Die Dinge, die mich gestört haben, haben nichts mit diesen systemischen Fragen zu tun, sondern mit zu viel Druck und zu viel Ehrgeiz (natürlich zunächst vonseiten der Trainer und Eltern!).


    Mehr Differenzierung (durch kleinere Teams) wird noch mehr Druck und noch mehr Ehrgeiz in das System pumpen. Der Effekt wird sich ins Gegenteil verkehren.


    Das ist ja auch genau das Problem mit den Bogenlampen. Die Kinder machen das ja, weil sie dafür von ihren Trainern und Eltern gelobt werden. Weil dies zu Erfolgen i.S. "guter" Ergebnisse führt. Dass im Ergebnis tatsächlich aber schlechter Fußball steht, wird nicht gesehen. Die Freude an "guten" Ergebnissen diktiert diese Spielweise, nicht die Freude an gutem Fußball.

  • Das ist ja auch genau das Problem mit den Bogenlampen. Die Kinder machen das ja, weil sie dafür von ihren Trainern und Eltern gelobt werden. Weil dies zu Erfolgen i.S. "guter" Ergebnisse führt. Dass im Ergebnis tatsächlich aber schlechter Fußball steht, wird nicht gesehen. Die Freude an "guten" Ergebnissen diktiert diese Spielweise, nicht die Freude an gutem Fußball.

    Das war beim Handball auch so. Die Kinder haben Bogenlampen geworfen und auf einmal war der TW größer und das hat nicht mehr funktioniert. (Tore wurden abgehängt)

    Beim Volleyball hatten Schlaumeiertrainer einen guten Aufschläger. Der hat dann jeweils 10-12 Punkte am Stück gemacht so dass gar kein Spiel aufkam. (Portugiesische Regel wurde übernommen: Rotation nach 2 Aufschlägen)


    Du kannst noch 1000 mal an die Verantwortlichen (Trainer/Eltern) appellieren, das wird nicht so effektiv sein wie ein Netz davor zu spannen.

    Die Torhöhe an die Körperlänge anzugleichen ist IMO genau so sinnvoll wie die 3er Bälle für die kleinen Füße zu nehmen.


    Systemisch hat man ja längst eingegriffen denn ein 7:7 ist ja nichts anderes. Aber das war eben noch nicht zu Ende gedacht. Ich finde, es spricht überhaupt nichts dagegen, dass man die Regeln weiter im Sinne der Kinder modifiziert.

    Der vielzitierte Straßenfußball hat die Torbreite durchaus als ein Regulativ. Wenn ein Team zu viele Tore kassiert, dann rückt man die Schulranzen eben enger zusammen.


    Zum Thema Druck... ja, sehe ich auch. Ich sehe aber auch die Bemühungen, dies wieder rauszubekommen (Fanzone etc)

    Ich war letztens bei einem Schwimmwettkampf. Was da los war kann man sich gar nicht vorstellen. Da haben 9 jähirge Kinder geheult weil sie nicht an ihre Bestzeiten anknüpfen konnten und nur 3. von 18 wurden.

    Im Eiskunstlauf und im Tennis sieht das kaum besser aus. Da sollen einige Kinder ganze Familienclans sanieren.


    Fußball ist ein dreckiges Geschäft und auch die Jugend bleibt nicht verschont: "ich setze nur die besten ein und die anderen bekommen ab und zu ein FS" liest man hier doch öfter.

    Das Geschäft NLZ braucht ständig neues Rohmaterial und wenn man sich vor Augen führt, dass man ggf. ein Kind im Alter von 12 oder 14 in eine Berufsausbildung steckt... mit ungewissem Ausgang...

  • Also wir reden ja alle von unserem Erfahrungshorizont her. Die Fußball-begeisterten Kinder, die ich erlebe, die wollen keine stumpfen Bogenlampen-Tore schießen, sondern den Ball in den Winkel zimmern. Die freuen sich auch an Hacke-Spitze, an tollen Tricks und Bewegungen, auch an tollen Kombinationen. Sie haben Freude an gutem Fußball, an tollen Bewegungen, wollen zeigen, was sie mit dem Ball können etc.


    Viel wichtiger aber ist mir etwas Anderes, nämlich: kleinere Teams = stärkere Selektionsprozesse


    Schon jetzt erlebe ich die ausgeprägte Leistungsselektion schon im G- und F-Bereich als sehr ungut. Große Vereine haben da gute Möglichkeiten, die sie weidlich ausnutzen. Das erhöht nicht nur den Druck auf kleinere Vereine, die angesichts des erhöhten Drucks durch selektierte Star-Ensembles irgendwie sehen müssen, wie sie mit ihren Mitteln noch einigermaßen mithalten können. Das führt auch innerhalb der großen Vereinen zu Antagonismen (Star-Ensembles vs. Reste-Rampen, sowas braucht im Kifu doch niemand).


    Gibt es irgendwelche belastbaren Studien zum Ausbildungseffekt solcher Selektionsprozesse? Wohl kaum. Trotzdem wird behauptet, dass eine fein aufgegliederte Differenzierung im Kifu sich positiv auf die Ausbildung auswirkt. Warum?


    Das ist für mich nicht mehr als eine Behauptung. Hört sich gut an, ist aber durch nichts belegt. Ich würde dagegen setzen, dass sowohl Phasen der Über- als auch der Unterforderung in Lernprozessen wichtig sind. Unterforderung setzt die Möglichkeit für Neues frei. Kinder können sich im Spiel ausprobieren. Überforderung zeigt Kindern ihre Grenzen und deckt Entwicklungserfordernisse auf. Kinder erleben, wo sie sich verbessern müssen.


    Im G- und F-Bereich ist die Leistungsschere in meinen Augen noch nicht so ausgeprägt, dass eine Leistungsselektion Sinn macht. Das beginnt m.E. frühestens in der E-Jugend, wenn individual- und mannschaftstaktische Elemente in der Ausbildung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Vorher ist das in meinen Augen nicht nur völlig sinnlos, sondern sogar schädlich.

  • Im G- und F-Bereich ist die Leistungsschere in meinen Augen noch nicht so ausgeprägt, dass eine Leistungsselektion Sinn macht. Das beginnt m.E. frühestens in der E-Jugend, wenn individual- und mannschaftstaktische Elemente in der Ausbildung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Vorher ist das in meinen Augen nicht nur völlig sinnlos, sondern sogar schädlich.

    In der E Jugend ist es wohl auch noch viel zu früh. Selbst in der D Jugend halte ich leistungseinteilung für verfrüht.

    Bei mir würde es in Breitensportvereinen ab C anfangen. Meine Meinung. Bei uns im Verein bin ich da auch überstimmt worden!!!

    Mannschaftstaktik in der E?! Gibt es m.e. nicht. Wenn E Jugendliche beim Wechsel in die D die wichtigsten Individualtaktiken beherrschen, hat man als Trainer schon sehr viel richtig gemacht.


    Zum Thema Bogenlampen

    Also wir reden ja alle von unserem Erfahrungshorizont her. Die Fußball-begeisterten Kinder, die ich erlebe, die wollen keine stumpfen Bogenlampen-Tore schießen, sondern den Ball in den Winkel zimmern. Die freuen sich auch an Hacke-Spitze, an tollen Tricks und Bewegungen, auch an tollen Kombinationen. Sie haben Freude an gutem Fußball, an tollen Bewegungen, wollen zeigen, was sie mit dem Ball können etc.

    Ich bezweifele das ein Kind im F oder E Jugendalter den Unterschied eines -Bogenlampen-(?) Tores und eines -Zimmern- in den Winkel unterscheiden kann. Oder wie soll der TW, der zwar richtig im kurzen Eck steht, einen SChuß -in den Winkel- halten, wenn er nicht groß genug ist. War das dann eine -Bogenlampe- oder ein -Ball in den Winkel- zimmern?!?!?

    Es geht doch nur um die Höhe des Tores in Relation zur durchschnittlichen TW-Größe....

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Du kannst noch 1000 mal an die Verantwortlichen (Trainer/Eltern) appellieren, das wird nicht so effektiv sein

    Appelle alleine reichen nicht, sehe ich auch so.


    Ich glaube aber, dass Aufklärung hilft. Mehr Wissen und mehr Verständnis werden das Verhalten beeinflussen.


    Außerdem habe ich noch einen konkreten Gegenvorschlag gemacht, nämlich ein Zertifizierungssystem einzuführen, das für die Teilnahme am Spielbetrieb bindend ist.


    Funino, kleinere Tore (etwa bei Trainingsspielen) sind für mich gute begleitende bzw. ergänzende Maßnahmen. Der Spielbetrieb aber ist meiner Meinung nach gar nicht das Problem.


    Ich sehe als Hauptproblem, dass die Freude am Ergebnis die Freude am Fußball überlagert. Das hat mit 6+1, 4+1, großen oder kleinen Toren nichts zu tun.

  • Ich sehe als Hauptproblem, dass die Freude am Ergebnis die Freude am Fußball überlagert. Das hat mit 6+1, 4+1, großen oder kleinen Toren nichts zu tun.

    Hat ja damit zu tun wenn man ungehindert von der Mittellinie Tore machen kann. Warum sollen Kinder anders ticken als jeder Mensch. Auch sie gehen den Weg mit dem geringsten widerstand um ans Ziel zu kommen und das Ziel lautet Tore schießen und gewinnen. Da kannst als Trainer noch so viel gegenwirken, die Kinder sehen das in der Täglichen Sportschau, am Platz wenn sie den Großen zuschauen oder auf Youtube wenn sie sich die besten Tore der letzten Jahre anschauen.

  • Ich durfte mal einem E-Jugend Spiel beiwohnen.

    Nach 4!!! Ballberührungen stand es 2-2!!!!

    Wir sind ja m.W. praktisch Nachbarn (können wir gerne mal per PN drüber sprechen:)), da wundere ich mich schon, denn so etwas habe ich hier noch nicht gesehen. Aber okay.


    Meine Wahrnehmung ist: Ich sehe oft schlechten Fußball. Ich sehe Rumgebolze, Schauspieleinlagen der Spieler, Schreierei von Trainern und Eltern (und Kindern); ich sehe Kinder, die Körpereinsatz zeigen, als wäre es ein WM-Finale. Ich sehe F-Spieler, die in E-Mannschaften verschlissen statt altersgemäß gefördert zu werden. Ich sehe Trainer, die sich ihr Star-Ensemble zusammenselektiveren und damit ihre verantwortungsvoll arbeitenden Kollegen zu unangemessenen Maßnahmen provozieren, um unter solchen Bedingungen noch mithalten zu können. Usw.


    Wenn man bei diesen Phänomenen nach Ursachen schaut, ist das Problem doch nicht die Größe der Tore, sondern übertriebener Ehrgeiz, zuviel Druck im Kessel sowie die Priorisierung von Ergebnissen.


    Und die Lösung sollen jetzt kleinere Tore und kleinere Teams sein, was im Ergebnis noch mehr Selektion und noch mehr Druck bedeuten wird? Das leuchtet mir nicht ein.


    Es gibt Studien, die ganz klar zeigen, welche Bedeutung etwa Spaß und Freude in Lernprozessen haben. Das muss m.E. der Ansatz sein.