Großfeld, U13-U18

  • Hallo Kollegen, ich bin irgendwie auf der suche nach der Eierlegenden Wollmilchsau oder ich sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht :rolleyes:


    Ich hätte gerne ein Buch wo wirklich tiefgründig auf unterschiedliche Grundordnungen eingegangen wird mit Vor-Nachteilen (Mannschaftstaktik, Gruppentaktik, Individualtaktik) und eventuell auch Übungsformen (muss nicht zwingend sein) . Da es aber mittlerweile viele Bücher gibt und ich eher unschlüssig bin hoffe ich auf eure Erfahrungswerte.


    Spielend zu Vierkette habe ich mir bereits ausgeborgt aber das hat ja weniger mit Grundordnungen zu tun.


    Interessante Grundordnungen für mich wären

    • 1-4-3-3
    • 1-4-1-4-1
    • 1-4-1-2-1-2 (Raute)
    • 1-3-5-2

    Hoffe ihr könnt mir da etwas weiterhelfen....


    Gruß

    maider

  • Geh weniger auf Grundordnungen ein (das sind nur Telefonnummern), sondern befasse Dich zunächst mit Prinzipien. Was willst du spielen lassen?

    - Höhe des Pressings

    - wo soll Ball erobert werden (Flügel oder Zentrum)?

    - schnelles Umschalten nach Ballgewinn oder längere Ballbesitzphasen?

    - Kurzpassspiel durchs Zentrum oder Flügel-/Flankenfokus?

    etc.


    Daraus lässt sich ja erst ableiten, was du tatsächlich vermitteln willst und darauf richtest du das Training aus. Wenn du bspw. einen Kurzpassstil verfolgen möchtest, wäre ein 4-4-2 eher unpassend, weil die Verbindungen suboptimal sind (zu wenige Dreiecke, schlechte Winkel zueinander). Bei Dreierkettenformationen und dem 4-Raute-2 hast du nur einfach besetzte Flügel, dafür aber ein sehr stark besetztes Zentrum. Das bedeutet, dass man den Gegner leichter auf die Flügel lenken kann, aber natürlich auch bei eigenem Ballbesitz einen engeren Raum bespielen muss. Das bedeutet wiederum, dass die Raumaufteilung ganz anders vermittelt wird.


    Die meisten Bücher, die sich mit Grundformationen befassen, ignorieren diese strategischen Aspekte leider und befassen sich nur abstrakt mit den numerischen Verteilungen der Spieler auf dem Feld. Aber ein 3-5-2 ist eben nicht gleich ein 3-5-2.


    Um aber deine Frage zu beantworten: Wenn du nach dem Schlagwort "Spielsysteme" suchst, werden Dir mehrere Bücher zu diesem Thema angezeigt. Würde ich aber mit der gebotenen Vorsicht lesen.

  • vangaalsnase ich will ja genau aus dem Grund nur Grundordnungen haben und nicht Spielsysteme weil ich für mich erst herausfinden muss wohin mein Spielermaterial am besten passt. Es bringt mir ja nix wenn ich sagen ich möchte Angriffspressing spielen und hab aber nicht dazu das nötige Spielermaterial. Deswegen eher Grundordnungen mit vor und Nachteilen.

    Mir schwebt da schon sehr vieles vor nur möchte ich das dann irgendwo bestätigt oder eben widerlegt haben um mich neu zu erfinden oder auch zu hinterfragen.


    Mein Plan geh erstmals Richtung 1-4-1-4-1 weil ich hier die breite des Platzes abdecken kann aber auch die Zwischenzone mit dem 6er in der Mitte zumachen kann, Flügel doppelt besetzt habe, viele Dreiecke bilden kann usw...Da ich meine U14 erst übernommen habe wird es noch etwas dauern bis sie meine Ideen verinnerlicht haben bzw verständlich rübergebracht habe.

    Deswegen am Anfang so einfach wie möglich halten, ohne viel Schnick Schnack. Die Spieler müssen genau wie ich mit der Situation wachsen wobei ich eben immer eine Schritt voraus sein muss um schon vorbereitet zu sein.


    Das Spielsystem richte ich dann erst aus wen ich mal meine Grundordnung habe. Über die Dreiecksbildungen habe ich mir ja schon meine Gedanken gemacht wenn du meine bevorzugten Grundordnungen ansiehst, sollte also nicht da Thema sein...


    Um aber deine Frage zu beantworten: Wenn du nach dem Schlagwort "Spielsysteme" suchst, werden Dir mehrere Bücher zu diesem Thema angezeigt. Würde ich aber mit der gebotenen Vorsicht lesen.

    genau deswegen will ich ja Grundordnungen und kein fertigen Spielsysteme. Möchte nicht eine fertige Meinung haben, sondern meine Gedanken Einfließen lassen bzw. eventuell finde ich etwas was ich noch nicht bedacht habe.


    Buch mit Grundordnungen vor und Nachteile, Übergang in Spielsystem ( Mannschaft, Gruppen und eben Individualtaktik.

    Überhammer wären dann natürlich auch noch Übungsformen :saint::whistling:

  • Ich bin kein Freund davon, sich zu sehr nach den Spielern zu richten. Ich bin der Ansicht, dass man jedem Spieler jeden Stil vermitteln kann. Aber natürlich sollte man die Eigenheiten eines jeden Einzelnen berücksichtigen, um ihn möglichst passend einzubinden. Aber meinen grundlegenden Spielstil mache ich nicht vom Spielermaterial abhängig.


    Ich glaube, es würde Dir mehr bringen, wenn du Dir eine Taktiktafel schnappst und Magnete hin und her schiebst, bis du für Dich ein paar Schlüsse ziehen kannst. Stelle bspw. einem 4-4-2 ein 4-3-3 gegenüber und gucke, wo jeweils Lücken sind und welche Folgen das unter bestimmten Voraussetzungen haben könnte. Etwas anderes wirst du in den Büchern, die du suchst, auch nicht finden.

  • Ich bin kein Freund davon, sich zu sehr nach den Spielern zu richten. Ich bin der Ansicht, dass man jedem Spieler jeden Stil vermitteln kann. Aber natürlich sollte man die Eigenheiten eines jeden Einzelnen berücksichtigen, um ihn möglichst passend einzubinden. Aber meinen grundlegenden Spielstil mache ich nicht vom Spielermaterial abhängig.

    dann gehen wir hier nicht den gleichen weg, aber ja kein Problem. Ich denke wenn ich die Stärken er Kinder optimal ausspielen möchte dann nur zu ihren Bedingungen aber nach meinen Regeln.


    Ich glaube, es würde Dir mehr bringen, wenn du Dir eine Taktiktafel schnappst und Magnete hin und her schiebst, bis du für Dich ein paar Schlüsse ziehen kannst. Stelle bspw. einem 4-4-2 ein 4-3-3 gegenüber und gucke, wo jeweils Lücken sind und welche Folgen das unter bestimmten Voraussetzungen haben könnte

    alles schon hinter mir, viel Taktik und Spielanlysen geschaut, gelesen, usw.. deswegen schreib ich ja von der Eierlegenden Wollmilchsau.


    Habe mir zb einige Spiele der WM aus der Stadionperspektive ( Vogelperspektive) angeschaut und auch vieles neues gesehen und erfahren bzw. erst dann diese taktischen Analysen im TV richtig werten können weil man das ganze betrachten konnte. Im Fernsehen ist immer der Ball im Mittelpunkt, ich will aber das rundherum sehen weil es für mich eben wichtiger erscheint.

    Regelmäßige Stadionbesuche mit entsprechender Distanz zum Spielfeld sind leider nur schwer umzusetzen.

    Etwas anderes wirst du in den Büchern, die du suchst, auch nicht finden.

    deswegen hier die Frage nach Empfehlungen

  • Dann verstehe ich nicht so ganz Dein Anliegen. So wie du dich mit der Materie auseinandergesetzt hast, müsste dir ja klar sein, dass es in diesem Fall keine eierlegende Wollmilchsau gibt. Ich würde bspw. stets ein 4-3-3 einem 4-4-2 vorziehen. Aber wenn man sich Barca im 4-3-3 gegen Atleticos 4-4-2 anschaut, sieht die Sache schon ganz anders aus.


    Ich kann Dir ansonsten Fußball durch Fußball ans Herz legen. Darin werden einige Grundformationen samt einiger Vor- und Nachteile aufgezeigt. Steht aber alles im Kontext mit Spielstrategien.

  • Moin maider187,


    es hängt doch letztlich alles an den Vorstellungen, die du hast. Bücher werden dir nicht groß weiterhelfen, fürchte ich. Schau dir deine favorisierten Grundordnungen an, stelle auf deiner Taktiktafel vielleicht einen Gegner in verschiedenen Systemen gegenüber und schaue dann, wo Vorteile (Überzahlsituationen) oder Nachteile (z.B. Unterzahl, Lücken) liegen. Und dann überlege, mit welchen Nachteilen du am besten leben kannst und wie du diese eventuell überdecken kannst. Hast du du defensiv und läuferisch verdammt starke AV, können diese eventuell den Nachteil der einfach besetzten Flügel kaschieren. Hast du einen starken Sechser, der pro Spiel 15 KM läuft und die gegnerischen Pässe gut antizipiert, kommt er als Sechser in einem 4-1-4-1 vielleicht problemlos zurecht. Nur als Beispiele jetzt. Ansonsten:


    4-3-3:

    - defensiv oft große Lücken auf den Außenbahnen

    + Raumaufteilung in Breite und Tiefe gut möglich

    + evtl. Überzahl im Zentrum


    4-1-4-1:

    - Sturm nur einfach besetzt, Lenken des gegnerischen Angriffs somit nicht oder nur sehr schwer möglich.

    - Halbräume neben dem Sechser können in der Regel leicht bespielt werden.

    + Flügel doppelt besetzt

    + zusätzliche zentrale Absicherung (DM)

    + evtl. Überzahl im Zentrum


    4-1-2-1-2:

    - nur einfach besetzte Außenbahnen (viel Laufarbeit, defensiv womöglich Unterzahl)

    + Mittelfeldzentrum eng besetzt (in der Regel Überzahl)

    + Sturmzentrum doppelt besetzt (Gegner kann gut gelenkt werden)


    3-5-2:

    - Außenbahnen nur einfach besetzt

    + Zentrum sehr eng besetzt

    + Drei Innenverteidiger als Absicherung/Drucklöser

    + Sturm doppelt besetzt

    + wenn defensiv Fünferkette: sehr enge Räume für den Gegner

    + wenn defensiv Dreierkette: frühes Attackieren des Gegners



    Was du jetzt brauchst, ist deine Spielidee oder Idealvorstellung vom Spiel. Die gilt es dann in spielidentischen Räumen zu vermitteln, sprich jeweils etwa ein halbes Spielfeld in verschiedenen Höhen (Spielaufbau: eigene Spielfeldhälfte; Herausspielen von Torchancen: gegnerische Spielfeldhälfte oder Spielfelddrittel). Kontertore ODER Großtor für beide Teams sinnvoll einbauen.


    Spielaufbau:

    Coachingteam: Torwart plus Abwehrkette und evtl. (einige) Mittelfeldspieler gegen Sparringsteam in spielnaher Aufstellung (z.B. 2 Stürmer und Vierer-Mittelfeldkette.


    Herausspielen von Torchancen:

    Coachingteam: Mittelfeld, Stürmer (evtl. noch hinterlaufende AV) und andribbelnde IV, die dann tief spielen und deine Angriffe gegen Mittelfeld und Abwehrkette des Sparringsteams einleiten.


    Für beide Themen schalte ich bspw. gerne ein 11-gegen-0 mit offensivem Schwerpunkt vor, um meinen Spielern erst einmal ohne Gegnerdruck Möglichkeiten (wenn, dann-Regeln) und meine Wünsche aufzuzeigen.


    Abwehrverhalten:

    Coachingteam: Abwehrkette und Sechser gegen Stürmer und Mittelfeld des Sparringsteams.


    Das defensive Verschieben lässt sich wieder mit einem 11-gegen-0 kurz verdeutlichen, so dass die Spieler deine Wünsche vermittelt bekommen. Wer rückt vor, wer sichert dann, wie weit rücken wir ballfern ein, wie sind die Abstände zueinander, wohin können wir den Gegner wie lenken, ...


    Entscheidend ist halt dein Coaching. Nur mit Übungen bekommst du keine Spielidee in die Köpfe deiner Spieler.

  • Dann verstehe ich nicht so ganz Dein Anliegen. So wie du dich mit der Materie auseinandergesetzt hast, müsste dir ja klar sein, dass es in diesem Fall keine eierlegende Wollmilchsau gibt

    das ist ja das Problem, deswegen ja zu beginn auch so angegeben das ich vor lauter Bäumen den Wald nicht finde ... Dachte mir nur eventuell hat jemand 1-2 Buchtipps für mich wo wirklich nur trocken auf die Vor und Nachteile der Grundordnungen eingegangen wird mit Weiterführungen Ideen zu Spielsystemen.

    Ich kann Dir ansonsten Fußball durch Fußball ans Herz legen. Darin werden einige Grundformationen samt einiger Vor- und Nachteile aufgezeigt. Steht aber alles im Kontext mit Spielstrategien.

    lese ich mittlerweile das 2te mal. Mir gefällt hier sehr gut das man oft auch viele Ideen bekommt um mal komplett in andere Richtungen zu Denken. Das würde ich eben suchen, ähnlich wie zb. auf spielverlagerung wo viel Fachsimpelei dabei ist bei den Spielanalysen.

  • Taktiker_95 sowas in die Richtung aber eben als Buch zusammengefasst.


    Online findet man immer nur Bruchteile ohne Zusammenhänge und die muss man sich dann Mühsam selber suchen oder finden aber manchmal erkennt man die Zusammenhänge eben nicht oder erst sehr spät.


    So wie in etwa hier.. Finde ich grundsätzlich sehr gut aufbereitet aber es fehlt mir dann wieder an tiefe weil ich denek es gibt das sicher noch mehr zu erfahren.


    https://trainerblog.fussball-t…welches-system-10387.html

  • "Das Spielsystem richte ich dann erst aus wenn ich mal meine Grundordnung habe." - Wie soll das funktionieren? Wie gestaltest du denn dein Training, wenn du kein Spielsystem hast?

    Bis jetzt noch gar nicht weil ich gerade dabei bin die Jungs Spielfitt zu bekommen weil es meines erachten an sehr viel fehlt um Fußball zu spielen.

    Das ganze hier jetzt zu vertiefen würde zu lange dauern und deswegen fasse ich es kurz und knackig zusammen.

    Technische Mängel bzw grundsätzliche Mängel

    • im Passspiel
    • Ball An und Mitnahme
    • Ballführung
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Handlungsschnelligkeit
    • Koordination
    • im 1vs1
    • usw..

    es fehlt an vielen deswegen lege ich den Fokus erstmals auf die Fußballerischen Fähigkeiten bevor ich zu sehr mit der Taktik beginne.

    Wie du siehst hänge ich ziemlich in den Seilen mit den Kids. Allerdings möchte ich ihnen mal eine Grundordnung mitgeben um sich daran orientieren zu können bevor ich ihnen das fertige Korsett umhänge.

    Mannschaftstaktik 4er_Kette ja aber Gruppen bzw Individualtaktik erarbeiten wir uns erst im laufe der Sasion bzw im Frühjahr.


    Da wir auch im untersten Playoff der U14 spielen wird die Taktik hier auch noch nicht so gravierend Ausschlag geben. Da geht es eher noch um Einzelleistung, Energieanfälle, Geniestreiche oder wie man es sonst noch neunen will

  • Ich habe diese Frage bereits in einem anderen Thread gestellt und beantwortet: Ausbildungs-Orientierung statt Ergebnis-Orientierung im Kinderfußball

    habe ich schon gesehen. Bin da auch eher der Meinung das am Großfeld Mannschaft vor Gruppe und Individualtaktik kommen soll. Jedoch denke ich mir wenn die Kinder richtig ausgebildet werden genau die Reihenfolge umgekehrt ist und es somit gar nicht zu dem Problem kommen darf.

  • Ich empfehle das Buch Angreifen mit System vom DFB. Gibt einen sehr guten Überblick über die gängigsten Grundordnungen.

    +Verteidigen mit System


    Sind im Grunde die Standardwerke zu dem Thema auf deutscher Sprache. Und geht auch entsprechend ins Detail was die Verhaltensweise der Spieler auf den Positionen angeht.


    Ich würde meine Grundordnung nicht so sehr auf reine Zahlenverhältnisse reduzieren wie ihr das macht. Insbesondere was die Aufgaben der Einzelspieler angeht, wird das viel komplexer. Wenn ich mein 4-4-2 im Ballbesitz richtig coache, kann ich auch hier übrigens Problemlos Dreiecke bilden.

    3er-Ketten Systeme haben mE in der U14 auch nichts zu suchen. Da gehören Mannschaftstaktische Basics geschult und das geht einem 3-5-2 mMn nicht ohne weiteres.

  • Ich sehe das folgendermaßen:

    Überlege dir, wie du spielen lassen möchtest und halte dieses für die folgenden 4-Spielphasen fest:

    - Was möchten wir bei eigenem Ballbesitz machen?

    - Wie wollen wir bei Ballverlust reagieren?

    - Wie verhalten wir uns bei gegnerischem Ballbesitz?

    - Was machen wir beim Ballgewinn?


    Hierzu gehören dann die Sachen wie: Pressingart, -höhe, Ballgewinn im Zentrum oder auf dem Flügel, Art des Spielaufbaus, Herausspielen von Torchanchen durchs Zentrum oder über den Flügel etc.


    Meiner Meinung nach Unterscheide ich beim Spielsystem (den Dingern die aussehen wie so Telefonnummern) nur folgende:

    · 3er- oder 4er-Kette

    · Außenpositionen doppelt oder einfach besetzt?

    · 2 oder 3 zentrale Mittelfeldspieler


    Hier suche ich mir dann die Punkte raus, die für mein System wichtig sind. Beispielsweise bevorzuge ich 3 zentrale Mittelfeldspieler, da ich wir den Ball entweder direkt vom AV gewinnen wollen, oder aber im zentralen Bereich. Wir machen den gegn. AV zum Pressingopfer, geben aber immer mal wieder den ballnahen 6er als Lösungsoption. Das heißt, wir lassen diesen zunächst augenscheinlich frei, um ihn dann zu attackieren und hier den Ball zu erobern. Wenn es immer auf den AV geht, wird er sich verstecken, um nicht mehr angespielt zu werden, das ist dann auch eher blöd, wenn er mein einziges Pressingopfer ist…


    Da wir also variieren wollen, ob wir den AV oder den 6er des Gegners attackieren wollen, um dort den Ballgewinn zu haben, bietet es sich für uns an, die Außen doppelt zu besetzen, dass zentrale Mittelfeld aber auch 3fach. Also gucken wir, welche Formation gibt das für das Spiel gegen den Ball her?

    Hier bin ich dann schnell beim (die 1 für den TW lasse ich der Übersicht halber weg) 4-2-3-1 oder 4-3-3. Die Frage ist, wo sind hier wesentliche Unterschiede? Gibt es offensichtliche, klare, feste Unterschiede? Ich finde nein! Für mich ist es eine Frage, wie die einzelnen Spieler ihre Position interpretieren bzw. spielen sollen. Wie offensiv die beiden offensiven Außen spielen, kann ich ja in beiden Systemen frei vorgeben. Genauso habe ich in beiden Systemen 1 zentrale Spitze und 3 zentrale Mittelfeldspieler. Wie ich diese dann anordne…für mich wieder so, dass ich es gleich flexibel verschieben kann. Beim 4-1-4-1 ist es ähnlich.


    Übrigens ist es so, dass ich vorm Spiel, wenn ich meine Aufstellung auf der Tafel habe und den Jungs zeige, ein 4-4-2 aufgeschlagen habe. Dieses ist mit unseren Prinzipien im Spiel mit Ball besser zu gebrauchen. Gegen den Ball ist es dann ein 4-4-2 mit abkippender Spitze, sodass es faktisch zum 4-2-3-1 wird, aber die beiden Stürmer je nach Situation immer wieder die Positionen des Stürmeres und 10ers variabel tauschen.

    Für mich ist demnach die Aufstellung der Spieler auch nicht ganz so wichtig, wichtiger ist, wie soll sich in welcher Phase verhalten werden und welche Räume/Positionen sollen dann bespielt/besetzt werden. Ob der Spieler links vorne dann Linksaußen oder Linkesmittelfeld ist, ist dann unwichtig.


    Aber scheinbar, scheinst du ganz andere Themen zunächst trainieren zu sollen, damit die Jungs die Schwächen in den anderen Bereichen aufarbeiten, ehe du dich um solch komplexe mannschaftstaktische Angelegenheiten kümmerst.