Wie oft Trainieren Bambinis?

  • Er ist sowieso nahezu an jedem trainingsfreien Tag mit Freunden oder mit dem Papa beim Bolzen, daher sehe ich es auch als nicht kritisch.

    Genau da ist aber der Unterschied. Bolzen ist nochmal was ganz anderes als Training und ich würde mit meinem Kind lieber auf den Bolzplatz gehen, als es ein weiteres mal zum Training zu schicken und daneben zu stehen. Bringt genauso viel oder mehr als Training und ist für das Kind einfach entspannter. Für mich hätte es noch den Bonus, dass ich Zeit mit meinem Kind verbringen könnte.

  • Bin jetzt mal bewusst provokant.

    Wir wollen so Spielertypen wieder haben, die so straßenfußballmäßig an die Sache herangekommen sind. Variabel, flexibel, dribbelstark und auch ein bissel Risikofreude. Spielen, spielen, spielen. Und was machen wir. 1 oder 2 * die Woche 60 bis max. 90 Minuten. Und das fangen wir dann noch mit vielseitiger Bewegungsschulung an.

    Wie oft hat denn so ein fußballbegeistertes Kind früher auf der Straße oder im Hinterhof gespielt? bzw. wie oft tut es denn das, wenn es die Freiheit dazu vielleicht hier oder in einem dritte Welt Land hat. Na jeden Tag. Und so lange wie möglich, bis die Mama gerufen hat. Und deswegen stelle ich mal die These auf, dass man ohne weiteres auch 3 oder 4 mal die Woche trainieren könnte. Man sollte es dann nur lassen, so schulmäßige Technikvermittlung oder Bewegungsschulung zu betreiben. Einfach spielen lassen, wenig eingreifen. Mal mit nem Tennisball, auf unterschiedliche Tore, auf ein Tor oder zwei oder 4. Klar für die Kinder der Helikoptereltern ist das zu viel, weil sie noch zur Musik müssen oder zum Schwimmen. Aber da sind vielleicht auch Jungs, die froh wären, jeden Tag zum Fußball zu können. Warum denn eigentlich nicht?

  • Bin jetzt mal bewusst provokant.

    Wir wollen so Spielertypen wieder haben, die so straßenfußballmäßig an die Sache herangekommen sind. Variabel, flexibel, dribbelstark und auch ein bissel Risikofreude. Spielen, spielen, spielen. Und was machen wir. 1 oder 2 * die Woche 60 bis max. 90 Minuten. Und das fangen wir dann noch mit vielseitiger Bewegungsschulung an.

    Wie oft hat denn so ein fußballbegeistertes Kind früher auf der Straße oder im Hinterhof gespielt? bzw. wie oft tut es denn das, wenn es die Freiheit dazu vielleicht hier oder in einem dritte Welt Land hat. Na jeden Tag. Und so lange wie möglich, bis die Mama gerufen hat. Und deswegen stelle ich mal die These auf, dass man ohne weiteres auch 3 oder 4 mal die Woche trainieren könnte. Man sollte es dann nur lassen, so schulmäßige Technikvermittlung oder Bewegungsschulung zu betreiben. Einfach spielen lassen, wenig eingreifen. Mal mit nem Tennisball, auf unterschiedliche Tore, auf ein Tor oder zwei oder 4. Klar für die Kinder der Helikoptereltern ist das zu viel, weil sie noch zur Musik müssen oder zum Schwimmen. Aber da sind vielleicht auch Jungs, die froh wären, jeden Tag zum Fußball zu können. Warum denn eigentlich nicht?

    Hallo,


    grundsätzlich hast Du recht. Meine Aufgabe als Kindertrainer ist es, die Kinder für das Spiel und für Sport im allgemeinen zu begeistern. Zweimal in der Woche eine G zu trainieren reicht völlig aus, wenn das Training sinnvoll durchgeführt wird. Diese insgesamt 120 Minuten bringen die Kinder bestimmt weiter. Ich möchte als Trainer aber natürlich erreichen, dass die Kinder an den weiteren Tagen im Garten, auf dem Schulhof oder der Sportanlage spielen. Das wäre der Idealzustand. Wir haben neben unserer Sportanlage die Grundschule. Dort befindet sich ein DFB Minifussballfeld, dass die Schüler in der Pause nutzen dürfen. Für mich als Trainer natürlich perfekt, dass meine G,F und E Kinder in der Schulzeit so auch noch Fussball Spielen!

    Ich bin mir aber auch sicher, dass zuviel Vereinstraining und Turniere/Spiele Kinder überfordern können. Darauf sollte man immer achten. Ich habe mit meiner F wieder viele Turniere gespielt und für einige Kids war das an der Grenze. Die ersten Anzeichen einer Überforderung sind Lustlosigkeit. Also 2 Trainingseinheiten in der Woche die möglichst perfekt durchgeführt werden, reichen wirkliche aus.


    Gruß


    Stu

  • zum Thema Bolzen mit Kumpels vs. organisierte Trainingseinheiten kann ich folgendes berichten: In diesem Alter (5-7 J.) sind Bolzeinheiten ohne Beaufsichtigung äußerst knifflig. Da wird schon nach den ersten Minuten gestritten und geschrieen, so dass nach max. 10 min irgendetwas anderes unternommen wird. Aus meiner Sicht ist das auch nicht sonderlich schlimm, aber ich bin dann schon eher der Typ, der mal vom Balkon runterschreit und das Gebolze „koordiniert“.

    Soweit ich mich richtig erinnere, habe ich erst im Alter von 9-10 Jahren gelernt ohne Aufsicht täglich mit Kumpels auf den Straßen zu kicken...

  • Klar für die Kinder der Helikoptereltern ist das zu viel, weil sie noch zur Musik müssen oder zum Schwimmen. Aber da sind vielleicht auch Jungs, die froh wären, jeden Tag zum Fußball zu können. Warum denn eigentlich nicht?

    Du hast es doch eigentlich schon selber beantwortet...


    1. es ist nicht zu stemmen! Selbst wenn man die Spitze Helikoptereltern überliest: Solange die Kinder noch nicht selber zum Fußballplatz kommen, können das eben viele Familien nicht stemmen, die Kinder im Alter von 5-10 Jahren vier oder fünf mal zum Fußballplatz zu bringen und wieder abzuholen. Arbeit, Haushalt, Geschwister, Eltern... nicht immer dreht sich alles um die Fußballstars von morgen! Und wer wohnt schon fußläufig zum Platz? Die wenigsten. Mit 10 Jahren macht man hier die Fahrradprüfung und überlässt die Kinder dann verkehrstechnisch ihrem Schutzengel. Danach erweitert sich der Aktionsradius und die Kinder werden nach und nach selbstständig.

    2. Bolzplatzeinheiten werden von den Kindern selber organisiert und gehen exakt so lange, wie das Kind Lust hat. So manches Gebolze hier hat sich nach 15 Min. erledigt weil man sich mal wieder nicht einig wurde. An anderen Tagen dauert es zwei Stunden. Und wenn man in 20 Min zur Musikschule muss, ist immer noch Zeit für ein paar Schüsse aufs Tor. Das ist doch mit Training mit festen Zeiten überhaupt nicht zu vergleichen.


    Was ich in dem Zusammenhang doof finde ist, dass es hier Vereine gibt, wo die Kinder außerhalb der angeleiteten Trainingseinheiten nicht willkommen sind. Das Kleinfeld einfach freigeben für lockeres Bolzen nach der Schule auf dem Vereinsgelände ist nicht drin. Irgendeiner schreit "Versicherung!" und das Thema ist durch. Bescheuert!

  • Wir haben bei uns im Verein im ersten Jahr einmal die Woche max 60min Training für die Bambini geplant. Wird dann ab der U7 auf 2x die Woche 45-60min ausgedehnt.

    Mittlerweile kommen auch fragen ob 3,5 Jährige auch kommen können. Da es aber schwer ist nach dem Biologischen Alter zu Differenzieren spiele ich noch mit dem Gedanken für diejenigen die noch Zeit benötigen so etwas wie einen Fußballkindergarten - Krabbelstube einmal die Woche für 45min. einzurichten. Ihnen einen Aktionsradius mit unterschiedlichen Spielutensilien, Gegenständen und spielen anzubieten. Dafür hätten wir eine Schulpädagogin die sich dazu bereit erklären würde?!


    Ansonsten steht es zukünftig den Eltern frei sich am Sportplatz zu treffen und die Kids einfach Fußballspielen zu lassen. Es gibt Überdachte Sitzmöglichkeiten, einen Getränkeautomat und kleine Tore, somit steht einem ungezwungen Spiel nix mehr im weg.

    Wobei es bei uns am Land zum Glück noch so ist das die Kids eh im Garten und der Siedlung auf Grünflächen spielen können und dürfen und nicht gleich wegen Lärmbelästigung die Polizei gerufen wird! :cursing:

  • Was ich in dem Zusammenhang doof finde ist, dass es hier Vereine gibt, wo die Kinder außerhalb der angeleiteten Trainingseinheiten nicht willkommen sind. Das Kleinfeld einfach freigeben für lockeres Bolzen nach der Schule auf dem Vereinsgelände ist nicht drin. Irgendeiner schreit "Versicherung!" und das Thema ist durch. Bescheuert!

    Ne das ist ganz und gar nicht bescheuert. Ich würde das bei uns ebenfalls nicht freigeben.

    Wenn sich jemand, warum auch immer ernsthaft verletzt, hat KEIN vorstandsmitglied Bock dafür auch noch zu haften. Das ist alles andere als ein Spaß und auch kein Spießertum der Vereine. Heutzutage würde auch kein Elternteil sagen unsere Kids sind da ja freiwillig hin, da stellen wir mal keine Ansprüche, wg. Verkehrssicherungspflicht etc.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich verstehe den Unterschied nicht (oder besser: ich will ihn nicht verstehen :evil:) zwischen a) einem Bolzplatz mit vielleicht sogar selbst zusammengezimmerten Toren die hoffentlich halten, mit Maulwurfshügeln und wenn es doof kommt, rollt der Ball auf eine Straße und b) einer wohl gepflegten, eingezäunten Platzanlage des Vereins in dem ich Mitglied bin.


    Dieses "Versicherung!"-gekreische finde ich ganz gräßlich.

    Mir würde es besser gefallen, wenn wir Regeln schaffen würden, die uns alle weiter bringen, statt uns immer weiter einzuengen. Gibt ja genug Beispiele: Schulhöfe sind hier zum Beispiel nach Schulschluss zu Spielplätzen erklärt worden. Ein Schild hin und fertig. Das ist pragmatisch und sinnvoll.
    Wenn ein Vereinsmitglied auf dem Vereinsgelände agiert, sollte es versichert sein, ob gerade eine angeleitete Trainingseinheit ist oder ob die Kinder frei zocken. Und natürlich muss man auch erwarten können, dass niemand des Vorstandes deshalb schon mit einem Bein im Knast steht. Die Aufsichtpflicht von Eltern sieht ja auch vor, dass man die Kinder je nach Alter auch aus den Augen lässt. Sowas müsste halt im Vereinsumfeld auch umsetzbar sein.


    Aber wir schweifen ab...

  • Ja zu sehr offtopic: Aber noch kurz. Es ist doch unbeaufsichtigt gar nicht möglich zu kontrollieren ob Vereinsmitglieder auf die Anlage gehen, oder auch andere. Alles andere ist Haftungsfrage per Gesetz. Da kann man den Vereinen mal gar nicht den Schwarzen Peter zuschieben! Im Gegenteil. Schulhöfe etc. sind insofern, je nachdem ob Stadt etc. die Träger sind, nach Schulschluß öffentliche Plätze!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)