Gibt es bei Euch - regelmäßig Gespräche mit euren Spielern/Kindern ?

  • Diejenigen deren Kinder selbst Fußball spielen kennen vielleicht die Situation , das Kind kommt nach Hause und fängt sofort an zu schimpfen was ihm ihr am Spiel Training nicht gepasst hat. Inzwischen nach 5 Jahren habe ich gelernt , einiges davon wird am nächsten Tag nicht mehr so dramatisch gesehen. Es bleiben aber manchmal Kritikpunkte übrig die man als Elternteil nachvollziehen kann. Wenn wir unseren Trainer darauf angesprochen haben kam oft nur eine lapidare Antwort .

    Inzwischen hat sich die Situation soweit hochgeschaukelt das 4 von 12 Kinder gehen wollen.


    Kritikpunkte der Kinder waren.

    - manchmal Unangemessener Bemerkungen

    - werden nicht ernst genommen

    - neuer Spieler wird massiv bevorzugt obwohl er nur alleine Spielt

    - Die Mannschaft wird in Trainingsspielen nicht angeleitet

    Der wichtigste Punkt - sie lernen nichts neues - was sie bei anderen Mannschaften aber sehen/erleben.


    Wir mögen unseren Trainer er ist allen sympatisch und bis vor einiger Zeit hat er ein gutes Training gemacht .

    Einige sagen mit dem neuen Spieler hat sich die Situation in der Mannschaft radikal verändert. Waren wir früher eine gut funktionierende Truppe sind wir jetzt nur noch Zuarbeiter. Es ist nicht so , das der neue ein Überflieger wäre !! Aber das ständige Gerede irgendwann wird das mal ein ganz großer , frustriert einen Teil der Mannschaft.


    Wenn ein Elternteil ihm sagt es gibt Probleme in der Mannschaft und er sollte mit den Kinder Einzelgespräche führen um diese zu klären.

    Die Antwort darauf aber ist " das sehe ich nicht so "


    Folge ; die Konflikte haben zugenommen und sind schließlich öffentlich zu tage getreten.


    Die Reaktion des Trainers auf den Wechselwunsch einiger Kinder ( waren von der Situation gefrustet ) war ein Fragebögen in dem Eltern wie Kinder das Training bewerten sollten.


    Mir ist bewusst , als Trainer kann man es nicht jedem recht machen und Jedes Elternteil meint ein guter Trainer zu sein:rolleyes: .


    Bei uns ist eher das Problem , wenn im Training keiner was sagt , ist alles okay !!


    Führt ihr Gespräche um zu erfahren was die Kinder/Spieler bewegt ??

  • Hallo Spieler-Papa!

    Ich bin ein Vater-Trainer in einem kleinen Dorfverein und die Eltern sind glücklich das sich ein „Depp“ gefunden hat.

    Nichtsdestoweniger frage ich meine Kidz nach jedem Training wie sie das Training fanden und welchen Spieler sie gut fanden.

    Die Eltern sehe ich bei den Spielen, nach dem Training, beim Brötchen holen, beim Dorffest, usw.

    Wenn immer was wäre, gäbe es die Möglichkeit mich anzusprechen. 1-2 mal im Jahr mache ich einen offiziellen Elternabend.

    Ich denke es hängt vom Typ ab, ob man für Anregungen bereit ist, oder nicht.

    Wenn du deinen Trainer mal unter 4 Augen ruhig und sachlich schilderst was du wahr nimmst, ohne Emotionen, nur die Fakten, dann warte mal ab was er sagt.

    Wenn du dann noch beschreibst wie dein Sohn, nicht alle anderen, sich fühlt, dann wird es authentisch und regt vielleicht zum Nachdenken an.

    Viel Erfolg!

  • Führt ihr Gespräche um zu erfahren was die Kinder/Spieler bewegt ??

    Ich trainiere eine U17, daher sind es bei mir eher Jugendliche als Kinder. Grundsätzlich spreche ich natürlich viel mit ihnen und versuche, ihre Wünsche (in welchen Bereichen auch immer) auch zu berücksichtigen. Ist bei jüngeren Spielern natürlich nicht in der Ausprägung möglich bzw. sinnvoll.


    Ich denke, meine Spieler wissen, dass sie bei Problemen/Anregungen/whatever jederzeit zu mir kommen können. Ich frage auch nach eigentlich jedem Training, ob jemand etwas auf dem Herzen hat. Da kommt, glaube ich, mein Beruf als Erzieher durch.^^


    Die Anzahl der geplanten Einzelgespräche (z.B. bzgl. der sportlichen/sozialen Entwicklung des Spielers, künftige individuelle/mannschaftliche Zielsetzungen) könnte ich tatsächlich noch erhöhen, da läuft bei mir noch viel spontan und zwischen Tür und Angel.


    Zu der konkreten Situation ist es schwer, etwas Sinnvolles zu schreiben, weil wir eben nur die eine Seite gehört haben. Grundsätzlich: Wenn ein Drittel der Spieler aus den genannten Gründen wechseln möchte, ist es ja nunmal meine Pflicht als Trainer, die Ursachen zu ergründen und umgehend zu beheben. In der Situation, wie du sie schilderst, scheint das Problem ja auch letztlich die gesamte Mannschaft zu betreffen. Daher würde ich sogar eher zu Gesprächen mit dem gesamten Kader tendieren: Was stört momentan? Welche Veränderungen wünschen die Spieler konkret von mir? Was können sie selbst zur Lösung beitragen? Dort muss dann einfach der Dialog gesucht werden und nach einigen Wochen eben die Bestandsaufnahme folgen: Hat sich die Situation verbessert? Was hat sich konkret verbessert, was nicht? Wie kann die Harmonie weiter verbessert werden?


    Ergänzend dazu können dann natürlich auch Einzelgespräche geführt werden. Einfach um zu erfahren, wie der Neuzugang oder andere Führungsspieler/Wechselwillige die Situation einschätzen und dort das weitere Vorgehen zu besprechen.


    Wichtig: Auch der Trainer sollte seine Schritte unbedingt begründen. Warum sieht er welche Dinge anders als die Eltern? Warum wird der Neuzugang so behandelt, wie er behandelt wird? Warum wird die Mannschaft in Trainingsspielen (=Abschlussspielen?) nicht angeleitet (möchte er so einfach den Spaß erhöhen, sollen sie selbständig Lösungen finden?)?

    Mir hat ein Spielervater mal nach einer hohen Niederlage geraten, auf Manndeckung und Libero umzustellen, weil die Spieler mit der Raumdeckung und Viererkette noch überfordert seien. Antwort: Danke für die Anregung - werde ich aber nicht ändern, weil die Raumdeckung für ihre weitere Entwicklung eben essentiell ist und ihre individuelle Entwicklung wichtiger ist als Ergebnisse in der Jugend-Kreisliga. Die Meinung musste er nicht teilen, aber er wusste Bescheid und hatte keinen Spielraum, mir das hintenrum irgendwie negativ auszulegen. Wenn ich als Trainer aber eben nur "sehe ich anders sage", ohne eine Begründung zu liefern, wrd's eben schwierig, die Gedanken dahinter nachzuvollziehen. Völlig logisch.

    Deswegen sprich den Trainer ruhig nochmal an und frage ihn, warum er die Dinge tut, die er tut.


    Viele Grüße

  • Hi Spieler-Papa,

    ich schreibe einen Tag nach jedem Spiel einen Spielbericht an die Eltern und Spieler. Sie können sich dann meine Meinung nochmal durchlesen (wie eine Pressekonferenz) und wissen, wie meine Absichten und Intentionen sind.
    Eltern sind für mich immer wie Reporter. Sie stellen Fragen und wollen einen manchmal auf das Glatteis führen. Aber letztendlich wollen sie das Beste für ihr Kind und nicht immer für die Mannschaft, das muss Dir bewusst sein.


    Von daher halte ich es für logisch, Eltern vom Trainingsbetrieb fernzuhalten. Das Training sollte eine Umgebung sein, in der das Kind ohne Einflüsse der Eltern sich entfalten und entwickeln kann, in jeglichen Aspekten (gleiche Regel, wie in der Schule).

    Du solltest in unteren Jugendbereich es schaffen, ein enges Verhältnis zu den Eltern aufzubauen, aber dennoch distanziert zu bleiben (ggf. Siezen).

    LG
    Trainer_cgn

  • Hi. Ja ich Rede immer mit meinen jungs... aber einzelgespräche mit kids??? Ich bin trainer und ich begründe den kids meine Trainingsmethoden nicht habe aber für positvive, lernfördernde stimmung zu sorgen ..mehr nicht. aufgabe der eltern ist aber auch eine gewisse frustrationstoleranz bei kindern zu erziehen. Hilft im späteren leben auch ungemein. Nicht alles was kids nicht passt liegt am trainer, neuen mitspielern, oder dem lehrer etc.etc... es liegt oft an der nicht vorhandenen frustrationstoleranz.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Hallo,


    ich habe drei Söhne. Zwei spielen in der G und dort bin ich auch der Trainer. Gerade Eltern von so jungen Kinder wollen ihre Kinder natürlich gut aufgehoben wisse. Die Frage ist aber, ob Eltern ein gutes oder ein schlechtes Training tatsächlich unterscheiden können. Ebenso die Anweisungen in einem Spiel. Ich versuche den Eltern meine Philosohie anhand von Elterninformationsbriefen zweimal in der Saison näher zubringen. Außerdem erkläre ich neuen Familien die "Regeln". Eltern sind nur Zuschauer und dürfen anfeuern (vernünftig). Alles anderer ist der Bereich der Trainer. Ich bin bei unserem Dorfverein auch Jugendleiter und es gibt von Team zu Team große Unterschiede was die Eltern angeht. Gestern habe ich das erste Heimspiel unserer E gesehen. Super Spiel und die Eltern saßen am Rand und waren quasi still!! Nicht ein dummes Reinrufen! Das war richtig toll! Heute spielt unsere F und ich befürchte das wird ganz anders.


    Falls Du wirklich der Meinung bist, der Trainer macht große Fehler, dann sollte man das Gespräch mit ihm und dem Jugendleiter zusammen suchen und versuchen das zu klären.

  • Ich habe vor Jahren mal das Gespräch mit dem Extrainer meines Sohnes gesucht. Und zwar auch deshalb, weil der Kleine (damals acht Jahre alt) manches nicht so gut fand. Ich habe mir dann für das Gespräch erst mal drei Dinge rausgesucht, die auch objektiv gegen das (auf der Vereinshomepage veröffentlichte) Jugendkonzept vertsoßen haben, das sich ganz toll las (aber wahrscheinlich einfach irgendwo abgeschrieben war, weil es heute modern ist, sowas zu haben, aber nicht, weil man sich wirklich daran halten will). Das waren, wenn ich mich richtig erinnere: Kopfball trainieren (in der unteren F!), Runden drehen, Rumschreien während des Spiels inklusive unangemessener Kritik an einigen Kindern. (Letzteres betraf nicht mal meinen Sohn, aber auch der fand es immer schlimm, wie z.B. der Torwart bei Fehlern runtergemacht wurde.) Das Gespräch war komlett sinnlos, er fühlte sich von der ersten Sekunde an angegriffen, obwohl ich zum wahrscheinlich heikelsten Punkt (nämlich sein Verhalten während des Spiels) gar nicht gekommen bin. Jugendleiter konsultiert: "Schau Dir das Training mal an, hat das was mit dem zu tun, was ihr auf Euerer Homepage stehen habt?" War komplett sinnlos. Ein Jahr später das Kind den Verein gewechselt, war die einzig gute Lösung (jetzt ist er 12 und spielt seit drei Jahren im neuen Verein). Und da wundern sich immer manche Leute, warum man vom Heimatverein weggeht. Vor allem, wenn man bedenkt, daß es ohne Zweifel noch viel ungeeignetere Trainer gibt als den, von dem ich oben gesprochen habe. Das habe ich - glaube ich - hier schon mal geschrieben: Wenn ich mich meinen Kindern gegenüber so verhalten würde, wie das (leider viel zuviele) Trainer mit den ihnen anvertrauten Kindern machen, würden die Nachbarn das Jugendamt anrufen. (Okay, das letzte war jetzt etwas off topic, aber das, was ich am Wochenende bei einem Turnier mal wieder erleben mußte, regt mich immernoch auf.)

  • @Coulibaly, manchmal sind Trainer und Spieler+Eltern nicht kompatibel. Bei deinen Überlegung solltest du immer mit einfließen lassen, das die meisten es ehrenamtlich machen, ohne eine Anerkennung i.d.R. vom Verein oder von den Eltern. Kritik am Trainer ist immer am einfachsten. Ohne Ehrenämter wurde die Fussballlandschaft ziemlich leer und blutarm aussehen. Noch eine kleine Anmerkung . Wir Eltern beeinflussen die Kinder mit unseren Meinungen und glauben es ist auch ihre Meinung.

  • Fantomas , das ist zwar alles richtig, und niemand verlangt von ehrenamtlichen Trainern, die oft genug auch noch überedet werden müssen, den "Job" zu machen, daß sie z.B. qualitativ hochwertiges Training machen. Das ändert aber nichts daran, daß manche Dinge eben nicht gehen: Wie eine Viertelstunde Kopfballübungen für achtjährige oder cholerische Anfälle Kindern gegenüber. (Ich rede hier gar nicht von "Luxusproblemen" wie, daß nicht alle gleiche Spielzeit bekommen und viele Kinder praktisch von Anfang an immer dieselbe Position spielen.) Vor allem wenn der Verein auch noch tolle Konzepte hat, allerdings nur auf dem Papier. Es gibt sicher Eltern, die auch damit kompatibel sind, daß ihre Kinder permanent angeschrieen werden (anders ist es nicht zu erklären, daß manche Trainer überhaupt Kinder in der Mannschaft haben), das ändert aber nichts daran, daß es objektiv falsch ist. Und das würde an anderer Stelle (also außerhalb des Fußballumfelds) auch nicht toleriert werden.

  • coulibaly hast du denn dem JL in eurem Gespräch auch gesagt, dass du den Job übernehmen wirst? Ich meine, was erwartet du vom JL? Doch das, dass er den anderen Trainer sanktioniert und damit riskiert, das der andere abspringt. Und dann? Mannschaft ohne Trainer = Mannschaft anmelden. Das ist nicht im Sinne des Vereins. Also nach du den Job besser und ich bin sicher ihr habt eine Chance den Unfähigen zu feuern. Los geht's. Und im Zweifel schreib deine Probleme als Trainer hier im Forum, wir werden dich gerne unterstützen!