Sind hier im Forum auch Jugendleiter/Vorstände etc. unterwegs?

  • "Trainertalk.de ist ein Forum für Fußballtrainer mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendfußball. Auch Eltern, Spieler und Funktionäre sind herzlich eingeladen mit uns über Training, Konflikte, Spielbetrieb und sämtlich Dinge rund um den Fußball zu diskutieren"


    Ich glaube du bist hier richtig, aber wenn du ein Forum nur für Vorstände und Jugendleiter findest sag mir bescheid! Ich bin sehr interessiert. ;-)

  • Bin zwar keiner und möchte auch keiner werden, aber Einblick in die Aufgaben von Vorstand und JL zu bekommen wäre nicht schlecht. Denn wenn ich weiß, was diese Funktionen bewegt, habe ich ein anderes Verständnis und kann den Vereinskollegen dadurch besser unterstützen, anstatt ihm das Leben schwer zu machen.

  • Hallo Skriwer,


    ich kenne leider auch kein Forum für JL und Vorstände, was eigentlich schade ist :S



    Unsere Ausgangslage kein Trainer bekommt Geld, kein NLZ usw.


    Als JL/Vorstand ist man zu 100% abhängig von den Trainern des Vereins.
    Funktionieren Trainer im Zusammenspiel mit Eltern und Kindern hat man ein ruhiges Leben.


    Ist das nicht der Fall, dann wird es spannend.


    Es kommen Eltern auf einen zu und beschweren sich über den Trainer, Training nicht kindgerecht, ungerechte Spielzeitverteilung usw., ich denke jeder könnte die Liste locker nochmal um 5 Punkte erweitern.
    Für mich sind solche Äußerungen, aber extrem subjektiv und immer schwer zu greifen.
    Des Weiteren haben die Trainer oft gute Gründe für Ihre Entscheidungen.


    Punkt 1: Müsste ich mir wirklich die Arbeit machen und 3-4 Trainingseinheiten + 3 - 4 Spiele anschauen? Und dann ein Urteil abgeben?


    Punkt 2: Ich stelle fest, dass die Trainer wirklich nicht geeignet sind. Und jetzt? Was wäre die Maßnahme? Logo, ein neuer Trainer. Damit sind wir bei einem großen Problem. Ich bin erst mal froh alle Mannschaften mit Trainer besetzen zu können. Sogar wenn ich einen neuen Trainer gefunden habe, heißt es noch lange nicht das alles funktioniert. Nur weil er früher z.B. ein guter Spieler war, so meine Erfahrung, sagt das nichts über seine Trainerqualitäten aus.


    Punkt 3: Soll man sich überhaupt auf eine solche Diskussion einlassen oder gebe ich den Eltern damit schon zu viel Macht?



    Im Hinterkopf schlummert bei mir immer folgender Gedanke. Im Fußball wird es immer schlechte Trainer geben, schlecht im Sinne der subjektiven Betrachtung der Spieler. Ist es dann die richtige Reaktion zu sagen, dann höre ich auf? Ich sage nein, dass gehört einfach mit dazu. Vor allem im Herrenbereich wird man immer mal wieder schlechte Trainer treffen, so meine Erfahrung in 15 Jahren.


    Grundproblematik der heutigen Jugendausbildung. Es wird alles getan, um den Jugendlichen immer alles recht zu machen. Jetzt kommen Sie zu den Herren und auf einmal gibt es auch Gegenwind, der Kapitän der A-Jugend muss auch in der Reserve um seinen Platz kämpfen usw..
    Fährt man aber eine harte Linie im Jugendbereich, kann man ziemlich sicher mit vielen Abmeldungen rechnen. Irgendwie ein Teufelskreis....

  • Hallo ich bin Ich bin Jugendleiter und Trainer einer E-Jugend aber alles freiwillig,es macht mir halt Spaß warum auch immer;)


    Ich stimme hoeness2 vollkommen in seinem ganzen Beitrag zu.

  • du wirfst mehrere Fragen auf, die man wohl einzeln betrachten muss.


    1. Eltern beschweren sich
    Wenn gleich meherer Eltern bei einem JL vorsprechen, dann würde ich sowohl als Elternteil wie auch als Trainer erwarten, dass es ein (gemeinsames) Gespräch gibt und dass der JL zumindest im Bilde ist, ob der Trainer eher ruhig oder wohlmöglich ein Brüllaffe ist.
    Ich glaube, die meisten Eltern sprechen ja erstmal vor, weil sie die Dinge verbessern wollen, nicht zwingend weil sie den Trainer abschießen wollen (wobei es auch dazu manchesmal gute Gründe gibt). Also zu 3) Diese "Macht" sollte man jedem immer zugestehen. Nur durch Reden lassen sich ja Dinge verbessern und Missverständnisse auflösen, oder? Wenn du beide Seiten hörst, dann wird fix ein Bild entstehen. Und entweder braucht dein Trainer Rückendeckung oder die Eltern einen Vermittler.


    2. Trainer nicht geeignet
    Bei ungeeigneten Trainern werden dir nach und nach die Kinder abhanden kommen. Jeder Trainer hat am Ende das Team das zu einem passt. Ein Lautsprecher hat am Ende wahrscheinlich anders gestrickte Kinder als ein ruhiger Vertreter. Aber wenn du als JL der Meinung bist: der geht gar nicht, dann würde ich intensiv nach einer Alternative suchen. Ich habe schon einige Teams zerfallen sehen, weil die JL zu lange zugeguckt hatte.


    Müssen Kinder (ca. 6-12 Jahre) wirklich mit schlechten Trainern umgehen lernen?
    Stell dir mal vor, dein Kind hätte so einen Trainer. Würdest du das tolerieren? Unterstellen wir mal ja.
    Und jetzt stellst du dir vor, das wäre eine professionelle Fußballschule, du hast viel Geld dafür bezahlt. Die Trainer sind schlecht. Was würdest du jetzt tun? Darf man im Vereinsumfeld keine guten Leute erwarten? Gut im Sinne von nett, empatisch, den Kindern zugewandt.


    Ich bin der Meinung, dass jeder, egal ob jung oder alt das Recht dazu hat, sein Hobby ohne Druch und Theater auszüben zu dürfen. Manchmal muss man etwas suchen bis man das richtige Team gefunden hat. Manchmal muss man auch weiter ziehen, weil die Erwartungen nicht mehr zur Istsituation passen. Aber wenn ich mir normale Kinder in einem normalen Verein vorstelle, dann sollen die doch bitte einfach nur Freude am Spiel und Teamgeist erfahren. Dass dies nur mit gewissen Regeln geht und diese auch schon mal schmerzhaft eingefordert werden müssen, geht einher. Nicht ins Bild passt ein Trainer, der die Kinder anschnauzt, weil etwas nicht so läuft...
    Ob dann das Training den neusten Methoden entspricht oder doch eher so 70er ist, ist da wohl eher zweitrangig...

  • Der Fußball halt! Im Tennis kriegt man als Trainer mit C-Schein 30 € die Stunde. Einzelunterricht, nettes Mädel als Schülerin, gepflegter Platz, gute Umgangsformen, danach Clubheim in der Sonne sitzen.

  • 1. Eltern beschweren sich
    Wenn gleich meherer Eltern bei einem JL vorsprechen, dann würde ich sowohl als Elternteil wie auch als Trainer erwarten, dass es ein (gemeinsames) Gespräch gibt und dass der JL zumindest im Bilde ist, ob der Trainer eher ruhig oder wohlmöglich ein Brüllaffe ist.
    Ich glaube, die meisten Eltern sprechen ja erstmal vor, weil sie die Dinge verbessern wollen, nicht zwingend weil sie den Trainer abschießen wollen (wobei es auch dazu manchesmal gute Gründe gibt). Also zu 3) Diese "Macht" sollte man jedem immer zugestehen. Nur durch Reden lassen sich ja Dinge verbessern und Missverständnisse auflösen, oder? Wenn du beide Seiten hörst, dann wird fix ein Bild entstehen. Und entweder braucht dein Trainer Rückendeckung oder die Eltern einen Vermittler.

    habe ich getan und einen Elternabend angeleiert. Dort hätten wir alles genau besprechen können. Problem war nur, dass keine Eltern gekommen sind.
    Damit sage ich mir als JL, die Problematik ist dann anscheinend doch nicht so groß und ich muss nicht handeln.



    2. Trainer nicht geeignetBei ungeeigneten Trainern werden dir nach und nach die Kinder abhanden kommen. Jeder Trainer hat am Ende das Team das zu einem passt. Ein Lautsprecher hat am Ende wahrscheinlich anders gestrickte Kinder als ein ruhiger Vertreter. Aber wenn du als JL der Meinung bist: der geht gar nicht, dann würde ich intensiv nach einer Alternative suchen. Ich habe schon einige Teams zerfallen sehen, weil die JL zu lange zugeguckt hatte.

    "zu lange zugeguckt". Da stellt sich für mich die Frage, was ist die Alternative? Stellen wir den Trainings- und Spielbetrieb ein und melden die Mannschaft ab? Ist für mich keine Lösung. Ich denke kein Trainer macht mit Absicht etwas "falsch". Oftmals gilt bei uns das Motto: Kritisieren ja, selber machen nein.

    Müssen Kinder (ca. 6-12 Jahre) wirklich mit schlechten Trainern umgehen lernen?Stell dir mal vor, dein Kind hätte so einen Trainer. Würdest du das tolerieren? Unterstellen wir mal ja.
    Und jetzt stellst du dir vor, das wäre eine professionelle Fußballschule, du hast viel Geld dafür bezahlt. Die Trainer sind schlecht. Was würdest du jetzt tun? Darf man im Vereinsumfeld keine guten Leute erwarten? Gut im Sinne von nett, empatisch, den Kindern zugewandt.

    Dafür müsste es meines Erachtens eine Definition oder Merkmale für einen "schlechten Trainer" geben.
    Zum Thema Brüllaffe.
    Wir sind uns im Forum einig, dass dieses Verhalten am Spielfeldrand nicht geht.
    Die Realität sieht leider anders aus, beobachte mal bei Turnieren wie viele Trainer ruhig an der Außenlinie stehen und nur loben und motivieren? Eine Minderheit, so meine Beobachtungen.
    Sollte der Brüllaffe Erfolg in Form von Siegen haben, dann wird er auch nie ein Problem mit den Eltern haben.


    Bei 9-12 jährigen, kann man es aus meiner Sicht durchaus erwarten, auch mit einem schlechten Trainer zu leben. Die Saison wird fertig gespielt und dann werden die Karten neu gemischt.


    Bei uns kostet der Jahresbeitrag für Kinder 25,- €, somit sind wir mit einer professionellen Fußballschule nicht zu vergleichen.

    Ich bin der Meinung, dass jeder, egal ob jung oder alt das Recht dazu hat, sein Hobby ohne Druch und Theater auszüben zu dürfen. Manchmal muss man etwas suchen bis man das richtige Team gefunden hat. Manchmal muss man auch weiter ziehen, weil die Erwartungen nicht mehr zur Istsituation passen. Aber wenn ich mir normale Kinder in einem normalen Verein vorstelle, dann sollen die doch bitte einfach nur Freude am Spiel und Teamgeist erfahren. Dass dies nur mit gewissen Regeln geht und diese auch schon mal schmerzhaft eingefordert werden müssen, geht einher. Nicht ins Bild passt ein Trainer, der die Kinder anschnauzt, weil etwas nicht so läuft...Ob dann das Training den neusten Methoden entspricht oder doch eher so 70er ist, ist da wohl eher zweitrangig...

    Weiter ziehen.
    Damit fördern wir genau das, was uns aus dem Herrenbereich immer vorgeworfen wird und aus meiner Sicht auch nicht zu unrecht.
    Die Spieler/Kinder sind nicht kritik fähig.
    Reaktion auf Kritik, entweder ich gehe nicht mehr ins Training oder ich wechsle gleich den Verein.


    Wir müssen immer auch ein wenig daran denken, was löse ich mit meinen Taten in jungen Jahren aus, was im späteren Leben jemand anders ausbaden darf.

  • Der Fußball halt! Im Tennis kriegt man als Trainer mit C-Schein 30 € die Stunde. Einzelunterricht, nettes Mädel als Schülerin, gepflegter Platz, gute Umgangsformen, danach Clubheim in der Sonne sitzen.

    Stimmt, so kann ich das auf unseren Tennisplätzen neben dem Fußballfeld auch beobachten.


    Im Fußball aber undenkbar, wenn ich daran denke was 5 Euro Beitragserhöhung für Reaktionen hervorrufen :D

  • Wie ist denn die Aufgabenverteilung in eurem Verein? Welches Ziel verfolgt ihr? Welche Ziele verfolgen die Mitglieder? Was ist dein Ziel als Jugendleiter? Wie ist dein Standing im Verein? usw. ohne diese Informationen lassen sich aus meiner Sicht deine Fragen nicht beantworten.

  • Die Probleme liegen doch viel tiefer, als es hier angekratzt wird.


    Viele Vereine tun sich schwer, geeignete und willige Vorstände zu finden. Desweiteren läuft in vielen Vereinen Jugendarbeit so nebenher. Die Eltern stehen beruflich unter Druck und finden keine Zeit mehr, Kinder zum Training zu bringen, die KInder haben Stress in der Schule, andere sportliche Herausforderungen locken,


    Die Region Erlangen ist eine der wirtschaftlich stärksten in Deutschland mit vielen jungen Familien und vielen Kindern. Die trotzdem hinsichtlich der Anzahl Mannschaften komplizierte Situation im Jugendbereich findet ihr in den zwei Anhängen aus der Perspektive des verantwortlichen Kreisjugendleiters beschrieben.


    Jugendliche wollen Spaß beim Fußball. Das bedeutet, cooles Training und Erfolgserlebnisse. In einem Umfeld, wo ein Drittel der Mannschaften dominant ist, weil in den Vereinen gute Leute mit entsprechender Rückendeckung am Werk sind und die finanziellen Rahmenbedingungen spassen, werden die anderen Vereine immer weniger, da die einen Spieler aufhören und die anderen den Verein wechseln. Auch mein Sohn spielt ab kommender Saison in einem anderen Team, da der aktuelle Verein (in dem ich Trainer war) nicht willens war einzugreifen, als Mannschaften offensichtlich in Schräglage gerieten. Das Resultat ist, dass aus einer ehemals super Truppe 5 Kinder am Ende der diesjährigen Saison gewechselt haben und die MAnnschaft tot ist. Ist bin als Trainer im neuen Verein auch wieder dabei. Super Jugendleitung, super Trainerkollegen (durchaus fordernd den Kindern gegenüber, und das ist gut so) und tolle Sportanlagen.

  • "zu lange zugeguckt". Da stellt sich für mich die Frage, was ist die Alternative? Stellen wir den Trainings- und Spielbetrieb ein und melden die Mannschaft ab? Ist für mich keine Lösung. Ich denke kein Trainer macht mit Absicht etwas "falsch". Oftmals gilt bei uns das Motto: Kritisieren ja, selber machen nein.

    es ist ja nicht immer schwarz/weiß... es gibt immer andere, kreativere Lösungen


    Beispiel 1:
    Eltern beklagen sich über zu viele Termine. Eine E-Jugend sollte ne dritte Trainingseinheit bekommen und hat so gut wie jedes Wochenende auch an beiden Tagen Turniere gespielt. Zum Teil mit sehr langen Anfahrten. Die ehrgeizigeren waren gebauchpinselt, wenn es gegen Jugendteams der NLZs ging und haben das unterstützt. Die "normalgestrickten" Kinder klagten über Bauchweh, hatten immer weniger Lust, es wurde ihnen zu viel - und den Eltern auch.
    Hier kann man doch eingreifen und gemeinsame Lösungen finden. Nur wenn man nichts macht, dann setzt sich eine Fraktion durch und die andere schmeißt die Brocken hin, oder?


    Beispiel 2
    Ein Trainer versucht Disziplin mit Hilfe mit Kollektivstrafen in seine F-Truppe zu bekommen. Es sind die immer gleichen 2-3 Störenfriede und es werden Strafrunden für alle verhängt. Am Anfang finden das noch alle ganz ok, irgendwann haben die braven Kinder darauf keine Lust mehr. Die Strafe zieht nicht wirklich also wird die Daumenschrauben weiter angzogen...


    Beispiel 3
    Ein Brüllaffe wird nicht eingebremst, Eltern beschweren sich, Kinder wollen nicht mehr, hören auf oder wechseln den Verein...




    Meine Frage ist daher: Warum bekommt es eine Fußballschule hin, seine Philosophie an die Trainer weiter zu geben und geeignetes Personal zu finden und warum machen sich viele Vereine nicht mal die Mühe, eine Philosophie zu entwickeln und einzufordern.


    Klar, die Fußballschule wird ganz gut bezahlen. Für die Trainer (häufig Studenten) ein nettes Zubrot. Dafür haben die Vereinstrainer meist eine viel emotionalere Bindung an ihren Verein und haben längst akzeptiert, dass es außer dem Sommergrillfest nichts gibt. Das entbindet aber niemanden von gewissen Qualitätsstandards.


    Warum macht sich keiner die Mühe, die netten Papas, die sich als Bambinitrainer zur Verfügung gestellt (oder haben überreden lassen) haben, zu schulen.
    Wäre es nicht eine deutliche Hilfestellung wenn man ihnen klar erklären würde was sie von den Kinder erwarten können und was nicht? Am Anfang sind wohl alle übermotiviert, erwarten zu viel, legen Wert auf die falschen Inhalte und Schwerpunkte.
    Das muss ja nicht gleich ein Trainerlehrgang sein. Ein Workshop, wo sich die Trainer der jeweils unteresten vier Jahrgänge zusammen mit dem JL austauschen und den neuen entsprechend anleiten würde doch schon reichen... Einmal pro Jahr vielleicht 4 Stunden und man wäre schon einen Schritt weiter...


    Dinge wie:
    du musst unbedingt deinen persönlichen Ehrgeiz an die ganz kurze Kette legen.
    Lass dich von den anderen Trainern nicht kirre machen, die dirigieren und jeden Pass vorgeben
    Sei geduldig.
    Lege jetzt erstmal nur die Grundlagen und nimm in Kauf, dass die Erfolge erst später kommen. Aber dann sind die Kinder auf der Überholspur...


    Natürlich läuft damit nicht automatisch alles besser. Aber die Chancen stünden gut.

  • Warum macht sich keiner die Mühe, die netten Papas, die sich als Bambinitrainer zur Verfügung gestellt (oder haben überreden lassen) haben, zu schulen.


    Gibt es denn wirklich in der Breite ein grundlegendes Problem mit der Qualität der Trainer? Aus meiner Sicht ist das viel akutere Problem die Qualität der Vereinsvorstände, die weder Plan noch Strategie bzgl. Jugendarbeit haben. Der Grund ist simpel: Man findet keine Leute, die überhaupt willens sind, Aufgaben wie Vorstand/Jugendleiter zu übernehmen. Es hätte mich bei der letzten Hauptversammlung ein Handzeichen gekostet und ich hätte wahlweise Vorstand, Schatzmeister oder Jugendleiter werden können, genau wie fast jeder andere im Raum. Am Ende hat sich nach 2 Versammlungen ein "Dummer" als 1. Vorstand gefunden, der Rest wurde überredet weiterzumachen. Und ich rede hier von keinem ganz kleinen Verein.


    Ich denke, dass es in den kommenden Jahren eine weitere Konzentration der Jugendarbeit in engagierten Vereinen geben wird. Das gilt natürlich primär in Ballungsräumen, wo Kinder und Eltern Alternativen zum Wechsel haben.

  • Wie ist denn die Aufgabenverteilung in eurem Verein? Welches Ziel verfolgt ihr? Welche Ziele verfolgen die Mitglieder? Was ist dein Ziel als Jugendleiter? Wie ist dein Standing im Verein? usw. ohne diese Informationen lassen sich aus meiner Sicht deine Fragen nicht beantworten.

    Wir haben es in zwei Teile geteilt, 1x sportlicher Teil und der Rest, aber eine richtige harte Aufgabenteilung haben wir nicht. Dafür sind wir als Verein einfach zu klein.
    Ziel ist es, möglichst viele Spieler in den Seniorenbereich zu bringen. Das die Spieler während Ihrer Jugendzeit Spaß haben sollen ist für mich Voraussetzung, sonst werden Sie irgendwann einfach aufhören.
    Ziel Mitglieder, JL und Verein sind zu 95% identisch.
    Standing ist gut, zumindest laut eigener Ansicht :D 
    Wir sind ein Breitensportverein, ohne bezahlte Trainer mit zwei Mannschaften pro Jahrgang.

  • Beispiel 1:Eltern beklagen sich über zu viele Termine. Eine E-Jugend sollte ne dritte Trainingseinheit bekommen und hat so gut wie jedes Wochenende auch an beiden Tagen Turniere gespielt. Zum Teil mit sehr langen Anfahrten. Die ehrgeizigeren waren gebauchpinselt, wenn es gegen Jugendteams der NLZs ging und haben das unterstützt. Die "normalgestrickten" Kinder klagten über Bauchweh, hatten immer weniger Lust, es wurde ihnen zu viel - und den Eltern auch.
    Hier kann man doch eingreifen und gemeinsame Lösungen finden. Nur wenn man nichts macht, dann setzt sich eine Fraktion durch und die andere schmeißt die Brocken hin, oder?

    Hier kommt es auf eure Vereinsausrichtung an.
    Sollte die grundsätzliche Vereinsausrichtung leistungsorientiert sein, dann ist das viel, aber auch vorher schon bekannt.
    Bei einem normalen Dorfverein, würde ich sagen, hier versucht jemand etwas zu erreichen was er selber nie geschafft hat.

    Beispiel 2Ein Trainer versucht Disziplin mit Hilfe mit Kollektivstrafen in seine F-Truppe zu bekommen. Es sind die immer gleichen 2-3 Störenfriede und es werden Strafrunden für alle verhängt. Am Anfang finden das noch alle ganz ok, irgendwann haben die braven Kinder darauf keine Lust mehr. Die Strafe zieht nicht wirklich also wird die Daumenschrauben weiter angzogen...

    das kann ich nicht beurteilen, dafür müsste ich ein paar Trainingseinheiten gesehen haben.
    Ich habe auch schon Eltern erlebt, da waren immer die anderen Kinder schuld...

    Beispiel 3Ein Brüllaffe wird nicht eingebremst, Eltern beschweren sich, Kinder wollen nicht mehr, hören auf oder wechseln den Verein...

    Wo wird sich beschwert? Beim Trainer oder JL?

    Meine Frage ist daher: Warum bekommt es eine Fußballschule hin, seine Philosophie an die Trainer weiter zu geben und geeignetes Personal zu finden und warum machen sich viele Vereine nicht mal die Mühe, eine Philosophie zu entwickeln und einzufordern.


    Klar, die Fußballschule wird ganz gut bezahlen. Für die Trainer (häufig Studenten) ein nettes Zubrot. Dafür haben die Vereinstrainer meist eine viel emotionalere Bindung an ihren Verein und haben längst akzeptiert, dass es außer dem Sommergrillfest nichts gibt. Das entbindet aber niemanden von gewissen Qualitätsstandards.

    Meine Frage ist daher: Warum bekommt es eine Fußballschule hin, seine Philosophie an die Trainer weiter zu geben und geeignetes Personal zu finden und warum machen sich viele Vereine nicht mal die Mühe, eine Philosophie zu entwickeln und einzufordern.


    Klar, die Fußballschule wird ganz gut bezahlen. Für die Trainer (häufig Studenten) ein nettes Zubrot. Dafür haben die Vereinstrainer meist eine viel emotionalere Bindung an ihren Verein und haben längst akzeptiert, dass es außer dem Sommergrillfest nichts gibt. Das entbindet aber niemanden von gewissen Qualitätsstandards.

    Sehr einfach zu beantworten. Die Fußballschule ist etwas besonders, dass Vereinstraining ist Alltag.
    Qualitätsstandards in Fußballschulen kann ich so nicht bestätigen, ich habe mir extra mal eine Woche Urlaub genommen und eine solche Schule beobachtet.
    Für ca. 100 Spieler waren 5 Trainer da, hat natürlich hervorragend im negativen Sinne funktioniert. Finanziell gesehen ein großer Wurf.
    Eigentlich wollte ich etwas für unser Vereinsleben mitnehmen.


    Es kann aber auch Schulen geben in denen das besser funktioniert.

    Warum macht sich keiner die Mühe, die netten Papas, die sich als Bambinitrainer zur Verfügung gestellt (oder haben überreden lassen) haben, zu schulen.Wäre es nicht eine deutliche Hilfestellung wenn man ihnen klar erklären würde was sie von den Kinder erwarten können und was nicht? Am Anfang sind wohl alle übermotiviert, erwarten zu viel, legen Wert auf die falschen Inhalte und Schwerpunkte.
    Das muss ja nicht gleich ein Trainerlehrgang sein. Ein Workshop, wo sich die Trainer der jeweils unteresten vier Jahrgänge zusammen mit dem JL austauschen und den neuen entsprechend anleiten würde doch schon reichen... Einmal pro Jahr vielleicht 4 Stunden und man wäre schon einen Schritt weiter...

    Auch wenn es nur ein paar mal im Jahr ist, es muss vorbereitet werden und kostet Zeit.
    Als JL wende ich schon sehr viel Zeit auf, nebenbei bin ich noch Trainer usw. . Da ich es nur ehrenamtlich mache, ist mein Zeithorizont irgendwann limitiert.
    Lösung für mich als Verein wäre ein Mastertrainer.

  • Ich denke, dass es in den kommenden Jahren eine weitere Konzentration der Jugendarbeit in engagierten Vereinen geben wird. Das gilt natürlich primär in Ballungsräumen, wo Kinder und Eltern Alternativen zum Wechsel haben.

    das unterschreibe ich zu 100%.


    Ein weiteres Problem der Jugendarbeit ist, dass die Anerkennung meistens fehlt.
    Zuerst kommt die 1. Mannschaft und dann lange nichts...

  • Auch wenn es nur ein paar mal im Jahr ist, es muss vorbereitet werden und kostet Zeit.
    Als JL wende ich schon sehr viel Zeit auf, nebenbei bin ich noch Trainer usw. . Da ich es nur ehrenamtlich mache, ist mein Zeithorizont irgendwann limitiert.
    Lösung für mich als Verein wäre ein Mastertrainer.

    Die Idee mit dem Mastertrainer finde ich sehr interessant. Allerdings sehe ich darin ja nichts anderes als ein festes Konzept in dem auch jeder Trainer einen Katalog an Übungen (Achtung!!!) als Hilfestellung bzw. Richtlinie erhält. Der Aufwand ist natürlich auch hier gegeben da einmal das ganze erarbeitet werden muss und anschließend auch Kontrolle und Steuerung bedeutet.


    Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist das Argument mit dem Aufwand der Trainierschulung. Hier muss in meinen Augen der Verein erst mal gar nichts machen außer seinen Trainern entsprechende Termine von DFB-Mobil, Trainervereinigungen und anderen weiterzuleiten. Interessierte Trainer werden an diesen Angeboten auch teilnehmen. Für die anderen wäre eine Verpflichtung zu X Terminen pro Jahr vielleicht schon ein enormer Fortschritt.
    Natürlich wird hierdurch noch kein Vereinskonzept getragen oder ähnliches. Allerdings stelle ich auch immer wieder fest das man auf derartigen Veranstaltungen immer die selben Leute trifft welche dann meist auch im Spielbetrieb eher umgänglich sind. Daraus schließe ich nun einfach das gerade der Kontakt zu anderen Trainern und die gemeinsame Einsicht in die Hintergründe des Kindertrainings schon sehr viel bewegen können.
    Was also(als erster Schritt) für den Verein bleibt ist sich für alle entsprechenden Angebote in der Region in die entsprechenden E-Mail Verteiler eintragen zu lassen und ggf. seine Trainer zur Teilnahme zu Verpflichten. Und natürlich ist nicht jede Veranstaltung für jeden gleich viel Wert. Ein Blick über den Tellerrand der eigenen Jugend schdet aber auch keinem Trainer.


    Gruß
    Torsten

  • Die Idee mit dem Mastertrainer finde ich sehr interessant. Allerdings sehe ich darin ja nichts anderes als ein festes Konzept in dem auch jeder Trainer einen Katalog an Übungen (Achtung!!!) als Hilfestellung bzw. Richtlinie erhält. Der Aufwand ist natürlich auch hier gegeben da einmal das ganze erarbeitet werden muss und anschließend auch Kontrolle und Steuerung bedeutet.

    Das ist doch längst fertig und beim DFB für jede Altersklasse abrufbar. Die Arbeit kann man sich meiner Meinung nach schenken.


    Ich beobachte das gleiche: die zu den Schulungen hingehen sind eh aufgeschlossen.
    Enige werden vom Verein zwangsverpflichtet... hier gibts welche, die erreicht werden können und solche, die dort ihre Zeit absitzen und sich ihren Teil denken.
    Die dritte Gruppe meint es eh nicht nötig zu haben...


    @hoeness2, ich wollte dir eigentlich nur aufzeigen, welche Konflikte ich schon erlebt habe wo die JL zugeschaut hat. Konkrete Lösungsvorschläge benötige ich nicht.


    Wir haben ja einen Vereinswechsel hinter uns und ich erlebe jetzt einen Vorstand, der wirklich top ist :thumbsup: Da macht das Arbeiten echt Spaß. Ich bekomme z.B. die Materialien geliefert und muss ihnen nicht hinterher rennen. Infomails sind ebenso selbstverständlich wie eine WA-Trainergruppe um ggf. Wünsche und Anliegen rund um die Trainingszeiten abstimmen zu können. Und ein JL der immer ansprechbar ist, gibts gratis dazu. Wobei wir zwei haben: einer für die kleinen, der andere für A-C.


    Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die Abteilung ne schwere Zeit hinter sich gelassen hat und mit neuen Leuten und einem großen Team neu durchstarten will. Bisher gelingt es. Alle, Vorstände und Trainer gehen respektvoll mit einander um, auch die Frauen sind integriert und geschätzt. Der Vorstand hat ne Menge Leute um sich gescharrt und die Aufgaben sind kleinteiliger verteilt worden. Einer kümmert sich zum Beispiel nur um eine jährliche Vereinsmeisterschaft Ü18.


    Natürlich gibt es auch dort Konflikte und es ist nicht alles Gold was glänzt - alles andere wäre ja in die Tasche gelogen - und natürlich man muss immer wieder Kompromisse finden. Aber es ist ein Himmelweiter Unterschied zu unserem alten Verein.
    Solange man es nicht besser kannte hatten wir uns mit sehr wenig zufrieden gegeben... eigentlich bescheuert!

  • Das ist doch längst fertig und beim DFB für jede Altersklasse abrufbar. Die Arbeit kann man sich meiner Meinung nach schenken.

    Da hast du vielleicht sogar teilweise recht. Allerdings stell ich immer wieder fest das die DFB Übungen auch ein Grund für viele sind den Kinderfußball nicht losgelöst vom Erwachsenenfußball zu betrachten. Gerade in den unteren Altersklassen sucht man (meiner Meinung nach) Kindgerechtes und auf Spaß und Spiel fokussiertes Training beim DFB eher selten. Was der Qualitativen Fußballausbildung dieser Übungen nichts absprechen soll.


    Und selbst wenn ich meine Trainer dazu verpflichte nach Trainings des DFB auszubilden habe ich zu allen anderen Rahmenthemen noch nichts festgelegt was ich dann einfordern kann bzw. worauf ich mich gegenüber den Trainern und auch Eltern berufen kann. Also was genau ist mit einer Internetseite dann gewonnen?


    Natürlich muss keiner das Rad neu erfinden. Aber egal ob ich nun einen Mastertrainer einsetzen oder alle Trainer anderweitig an etwas binden möchte muss ich es für unseren Verein festlegen.


    Gruß
    Torsten