Das Nominierungsproblem

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  • Servus,


    ich möchte mal ein Thema ansprechen, das wohl eher den Seniorenbereich betrifft, aber durchaus wichtig ist:
    Das Nominierungsproblem – welcher Spieler steht in der Startelf, welcher muss auf die Ersatzbank oder sogar auf die Tribüne?


    Wie geht ihr vor oder würdet ihr vorgehen, wenn ihr aus 18 Spielern nominieren müsst? Wie schafft ihr es, dass die nichtbeachteten Spieler dennoch bei Laune bleiben und das Verhältnis zum Trainer nicht leidet?


    Klar, der Trainer ist von der Leistung der Spieler abhängig und versucht die für ihn beste Aufstellung zu wählen, dennoch entsteht ein gewaltiges Konfliktpotential, da nicht alle spielen können...

    "Fussball ist kein Menschenrecht, aber ein Grundnahrungsmittel." Marcel Reif

  • tja, das betrifft auch die älterne jahrgänge in der jugend.
    ich habe zur zeit ein 23er kader in der A...


    wie regelt sich das?
    ganz einfach: ein paar sind immer verletzt.
    andere haben termine, schule, weitere trainingsrückstände.
    ich habe noch niemals mehr als 16 spieler fit oder anwesend fürs spiel gehabt.
    bei zwei schnappern, die sich abwechseln ergibt sich dann ein 11 plus 4.
    die vier ergibt sich aus leistung und trainingsanwesenheit.
    sollten es dennoch mehr sein, zählt ebenfalls letzteres.
    mit den betroffenen spielern wird stets gesprochen
    und sie erhalten beim nächsten mal eine chance.
    ansonsten würde ich auch rotieren lassen,
    anders gehts nicht.

  • Das Problem gibt es ja nicht nur im Seniorenbereich, das betrifft einen auch bei "ambitionierten" Jugendmannschaften.


    Ich denke das hängt auch sehr von der Mannschaft bzw Verein ab, ist man eine dritte bzw vierte Manns´chaft geht es wahrscheinlich darum das die Leute einfach nur Fußball spielen von daher würde ich wahrscheinlich da schauen das alle irgendwie auf ihre Spielzeit kommen.


    Bei representativen Mannschaften (sprich erste (wenn diese nicht unbedingt in der Kreislidga D rumgurkt) bzw U23) würde ich wahrscheinlich nach Leistung gehen - die Spieler die in solchen Mannschaften spielen erwarten ja auch ein gewissen Druck und wenn man Spieler hat die Woche für Woche nur auf der Tribüne sitzen könnte man sich Gedanken machen denen einen Wechsel in die untere Mannschaft nahe zu legen um so an Spielzeit zu kommen. Ich finde da sollte man aber auch ehrlich sein und die Spieler nicht unbedingt immer damit vertrösten das sie bald wieder spielen ;)

  • schliess mich Rene an.


    Handelt es sich um die 1. Mannschaft eines Vereines, die um Auf oder Abstieg spielt, und nicht gerade in der untersten Klasse nur rumgurken will, können nur Trainingsteilnahme und Leistung ein Kriterium sein.


    Rotation geht da nur bei in etwa gleichstarken Spielern. 13 bis 18 kannst du sicherlich rotieren, aber wohl kaum mit einem Stammspieler.


    normalerweise kommen doch die nicht berücksichtigten Spieler in der 2. Mannschaft zum Einsatz.


    bis zum Spätherbst wird sich normalerweise dein Problem eh grösstenteils selbst gelöst haben.


    Eigendlich hätte zuerst gefragt werden müssen, welche Klasse ihr spielt, welche Ambitionen der Verein hat, wieviel
    Mannschaften der Verein hat.

  • Ich habe bewusst keine Spielklasse o.ä. genannt, da ich derzeit auch keine Seniorenmannschaft trainiere, aber mich dieses Thema sehr interessiert, weil ich es für sehr wichtig halte. Mir als Seniorenspieler fällt immer wieder auf, dass Spieler einfach "verletzt werden müssen", da eben nur 11 Mann spielen können. Doch gibt es Möglichkeiten diesem bestmöglich vorzubeugen oder Maßnahmen zu ergreifen, die sich nicht so stark auf die Motivation auswirken? Schließlich ist es vor allem im Amateurfußball komisch, seine Zeit "kostenlos" zu opfern, obwohl man nicht spielen darf.


    Glt es hierbei als Spieler genug Verständnis gegenüber dem Trainer aufzubringen, dass dieser eben die Auswechselspieler für nicht stark genug hält? Oder sollte der Trainer auch auf gewisse Dinge achten und herherzigen? Schließlich ist gerade im Amateurfußball ein Trainer, der alle Fähigkeiten ausreichend einschätzen kann, doch eher selten und auch er entscheidet vermutlich oft aus subjektiver Sicht...


    Wird dieses Thema während der Trainerausbildung behandelt?

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  • Damit schiebt sich die Problematik doch nur runter.


    Wenn die zweite Mannschaft eine gute Personaldecke hat, dann ja. Bei uns war es zumindest vor ein paar Jahren noch so, dass die Zweite häufig mit Ach und Krach und dem Einsatz von Altherrenspielern überhaupt im Spielbetrieb gehalten werden konnte...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)


  • Wenn die zweite Mannschaft eine gute Personaldecke hat, dann ja. Bei uns war es zumindest vor ein paar Jahren noch so, dass die Zweite häufig mit Ach und Krach und dem Einsatz von Altherrenspielern überhaupt im Spielbetrieb gehalten werden konnte...


    Das ist kein Problem, wenn die Erste und Zweite auf einem einigermaßen guten Niveau spielt. Leider ist es für viele auch nicht unbedingt einfach und attraktiv in dieser "Altherrenmannschaft", in der es eventuell drunter und drüber geht, auszuhelfen.

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  • Das ist kein Problem, wenn die Erste und Zweite auf einem einigermaßen guten Niveau spielt. Leider ist es für viele auch nicht unbedingt einfach und attraktiv in dieser "Altherrenmannschaft", in der es eventuell drunter und drüber geht, auszuhelfen.


    Die Altherrenmannschaft war eine eigene, dritte Truppe. Es gab: 1. Mannschaft ohne Probleme, 2. Mannschaft mit vielen Spielern die an Spielterminen verhindert waren und äußerst unterschiedlichem Niveau, und die Altherren- oder SoMa. Erste und Zweite waren im Regelspielbetrieb gemeldet, die AH -- da habe ich zeitweise mitgekickt -- hat nur Freundschaftsspiele betritten, von denen geschätzt aber nur ein Viertel tatsächlich stattfand, weil in den übrigen Fällen eines der beiden Teams wegen Personalmangels absagen musste.


    Das hat aber, glaube ich, nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun. Und ich habe zumindest aktuell am Bedinden unserer Seniorenmannschaften kein unmittelbares Interesse, dazu habe ich mit dem Jugend- und Kinderbereich genug um die Ohren.

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  • Das ist kein Problem, wenn die Erste und Zweite auf einem einigermaßen guten Niveau spielt. Leider ist es für viele auch nicht unbedingt einfach und attraktiv in dieser "Altherrenmannschaft", in der es eventuell drunter und drüber geht, auszuhelfen.


    die Nr. 15,17,18 haben wohl aber auch nicht das Niveua Stammspieler in der ersten zu sein, sonst würden sie dort spielen spielen.


    Sind sie sich jedoch zu schade in der 2. ten zu spielen, müssen sie halt besser werden, oder sich einen Verein suchen,
    der zu ihren spielerischen Fähigkeiten passt.


    es wird ja wohl nicht so sein, dass die grosse Zahl der Spieler gleichwertig sind. dann wäre eine ständige rotation wohl nicht so das grosse Problem. aber wo ist das.


    wäre mal interessant zu wissen, wie du als 1. Mannschaftstrainer in der Situtation vorgehen würdest.

  • Ich meine recht machen kann man es sowieso nicht allen, wenn jemand mit seiner Rolle nicht einverstanden ist muss man versuchen etwas daran zu ändern...


    Wichtig ist doch das mal allen gegenüber ehrlich ist!

    Einmal editiert, zuletzt von Rene1105 ()



  • Man kann es nicht allen Recht machen. Das ist mir sehr wohl bewusst, aber genau deshalb halte ich es für ein interessantes Thema, bei dem mich einfach interessiert, wie andere es handhaben würden, ob eventuell Maßnahmen ergriffen werden, die Ersatzspieler bei Laune zu halten oder setzt man einfach voraus, dass die Ersatzspieler das so hinnehmen und hinnehmen müssen?

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  • Sicherlich ist das Thema interessant, da es für jeden Aktiven-Trainer ein Problem ist, weil er irgendwann in der Saison möglicherwiese auf diese Spieler angewiesen ist.


    trotzdem komme ich auf meine Frage zurück: wie würdest du das Problem angehen, befindest dich ja möglicherweise in
    dieser Situation als Spieler, zumindest scheint das bei euch ein Problem zu sein.

  • Hm eigentlich ist es ganz klar das nach Leistung und Trainingsteilnahme:-) Aber stell mir das im erwachsenen als auch A-Jugendbereich schwierig vor, würde ich nie und nimmer trainieren, zumindest nicht die unteren Klassen. Weil was willst mit Trainingsteilnahme bei den Dorfvereinen erreichen? Könntest teilweise rein nach Trainingsteilnahme nicht mal eine Mannschaft aufstellen. Manche studieren und sind unter der Woche weg, andere arbeiten ausserhalb und weiter weg und kommen spät Abends heim, andere hingegen sind im Schichtbetrieb und nur alle 2 Wochen da, oder auf Dauernachtschicht und nie da ........... Also ist ja nicht so, daß die nicht trainieren wollen, können es ganz einfach nicht, daher für einen Trainer eigentlich zum durchdrehen und nicht händelbar...

  • Ich habe momentan eine Mädchen C-Jugend mit 16 Spielerinnen. Wir spielen mal zu siebt, mal zu neunt je nachdem mit wieviel Spielern der Gegner antritt, dass versuche ich immer eine Woche vorher zu klären. Spielen wir zu siebt, streiche ich 4 aus dem Kader, spielen wir zu neunt streiche ich 2. Ich bilde immer 'Streichpärchen' von jeweils einer Spielerin der schwächeren und einer Spielerin der stärkeren Hälfte des Kaders, um durchgehend eine in etwa gleichstark besetzte Mannschaft zu haben (na ja, das Fehlen von 2 besonders kampfstarken Spielerinnen wird mir schon besonders weh tun, aber auch die sind mal dran-aber ganz sicher nicht gleichzeitig). Ist aber absoluter Breitensport, in einer 7-Staffel spielen in der Rückrunde die ersten drei Mannschaften in der Kreisliga weiter und die letzten vier in der Kreisklasse, um mehr geht es nicht. Das Modell ist vermutlich nichts für leistungsorientierte Bereiche. Läuft aber ganz gut an und wird augenscheinlich gut akzeptiert, nach zwei Spielen noch kein Rumoren, jeder hat es akzeptiert.


    Wobei - wenn wir tatsächlich die Kreisliga erreichen sollten, was gar nicht so unwahrscheinlich ist - krieg ich vielleicht doch größere Probleme, die stärksten mit an einer Rotation zu beteiligen. Da kann ich mich als Trainer nicht ganz von frei machen, dass ich gegen starke Gegner gerne auch ne starke Mannschaft stellen möchte. Das wird dann schon eher auch ein innerer Kampf, ob das dann einfach so wie jetzt fortgesetzt wird.

    Einmal editiert, zuletzt von thomasg () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • thomasg


    deine Vorgehensweise finde ich absolut gut


    doch Aktivenbereich ist kein Kinderfussball oder Mädchenfussball.


    im Aktivenbereich zählt allein Trainingsbeteiligigung und Leistungsstärke..


    Würdest du dort z.B. so wie du bei deiner C-Mädchen vorgehen, wärst du ganz schnell dein Traineramt wieder los.




    @NF


    Natürlich gibt es soche Vereine.


    die Spieler, in dort spielen, akzeptieren das für sich. wenn nicht, wechseln sie. Vorraussetzung ist dann natürlich dass sie selbst
    dann die entsprechenden vorraussetzungen und das entsprechende Leistungsvermögen mitbringen.


    Ein etwas besserer Trainer wird auch nicht in einen solchen Verein gehen.


    letzendlich bewegen sich also Spieler und Trainer auf dem zu ihnen passenden Niveau und Bedingungen.


    mal überspitzt grass ausgedrückt: ein Gurkenspieler kann wohl keinen Top-Verein und Top-Trainer beanspruchen.
    umgekehrt kann kein Gurkenverein oder Gurkentrainer erwarten, dass gute Spieler bleiben oder dazukommen.


    Somit ist doch jeder dort, wo er hinpasst.

  • Mehr dazu sage ich gar nicht.


    Da gibts eine Regel die sagt: "11 Spieler"
    Wenn Du 20 im Kader hast und 11 von Anfang an spielen, sind die anderen 9 entweder Ersatz oder Zuschauer.


    Dies ist eine mathematische Gewissheit und da würde ich mir als Trainer bei der Entscheidung kein bisschen beeinflussen lassen.


    Gruss
    TRPietro

  • Im unteren Kin der und Jugendbereich betreibt man ohne Rücksicht auf Ergebnisse eine Rotation. Sollte durch die Staffelgröße zu wenig Spiele vorhanden sein, Freundschaftsspiele einbinden.


    Im Bereich A-Jugend und Herren: 1.) Leistung
    2.) Trainingsteilnahme und ob Gründe für Nichttrainieren vorliegen ( z.B Schichtarbeit)
    3.) Gegnerstärke

  • Thomekz


    Bei einem 18-er Kader im Seniorenbereich stellt sich die Mannschaft ab ca. dem 3. Spieltag von selbst auf. Denn je älter das Spieleralter, je höher das Verletzungsrisiko!


    Aber du möchtest ja wissen, wie man alle Spieler bei Laune hält?


    1. Bereits bei der Kaderzusammenstellung darauf achten, sich Mannschaftsspieler (also keine Egoisten, Stinkstiefel, Diven) zu holen
    2. Schon in der Vorbereitung allen klar machen, dass ihr eine Mannschaft seit, bei der jeder gleichwichtig ist (also keine Trennung zwischen Stamm- und Ersatzspieler)
    3. Jederzeit ein offenes Ohr für deine Spieler (je älter das Spieleralter, je mehr Alltagsprobleme)
    4. Regelmäßige, gemeinsame Freizeitaktionen (das Harmoniebedürfnis sollte auch bei Erwachsenen bedient werden)
    5. Sportlich faire Beurteilung von Leistungen mit 1 : 1 Umsetzung durch Spielzeiten (ist natürlich schwierig zwischen Symphatie und Antipathie und Leistungen zu unterscheiden)
    6. Respekt verschafft man sich, wenn alle Spieler das Gefühl haben, von ihrem Trainer etwas lernen zu können (nicht durch Belohnung von Speichelleckern und Bestrafung ehrlicher Meinungen)
    6.a. behutsames Mitwirken bei der Zusammenstellung von Mannschaftsverantwortlichen (Kapitän, Stellvertreter und Mannschaftsrat nach Standing in der Mannschaft)
    7. Sich auch in schwierigen Situationen vor die Mannschaft stellen (Vorstand und Zuschauer geben ihre Meinung meist auf Basis von Spielergebnissen ab, kennen jedoch meist kaum die Hintergründe dafür)


    Eine weitere Differenzierung ist möglich, wenn die Spielklasse als Merkmal hinzugefügt wird. Auch gibt es Unterschiede zwischen Frauen- und Männerteams.