Vereinswechsel Bayern - Ich brauche Eure Meinung

  • es gibt Gegentendenzen


    beim letzten Verbandstag im Saarland lag der Antrag vor, dass


    die bisherigen Wechselbestimmungen , die für D-A gelten , auch auf den Bereich von G-E erweitert wird, also ohne Zustimmung
    des Vereins Sperre bis 1.11.


    begründet wurde das mit zunehmender Abwerbung durch mittlere und grössere Vereine auch schon in dieser Altersstufe, wodurch
    kleinere Vereine schon im untersten Spielbereich zu Spielgemeinschaften oder gar Abmeldung von Mannschaften gezwungen würden.


    weder die Kinder noch die meisten Eltern könnten die Versprechungen der Werber richtig beurteilen.
    Später aussortiert, würden viele Kinder mit dem Fussball aufhören.

    Wie die Abstimmung ausgegangen ist, kann ich noch nicht feststellen werde aber am Ball bleiben.



    bei diesem Punkt stehen sich berechtigte Interssen der Beteiligten konträr gegenüber. je nachdem auf welcher Seite man nun steht,
    findet jeder seine passenden auch richtigen Argumente. lässt sich vorzüglich streiten.

  • Wir kommen da ja in den Bereich, den wir im Zusammenhang mit der FPL oder frühen Wechseln zu Leistungsvereinen oder NLZ bereits recht ausführlich diskutiert haben. Ich bin da eher der Meinung, dass man sämtliche Aspekte des Leistungsfußballs aus G, F und eigentlich auch E heraus halten sollte. Ab der D soll von mir aus eine Ausbildungsentschädigung fällig werden, aber ich finde, dass es ziemlicher Unfug ist, sie bis in die Kreisligen hinunter zu erheben, selbst in der Gruppenliga, also auf Bezirksebene, finde ich sie fragwürdig, haben wir es dort doch immer noch überwiegend mit kleinen Vereinen zu tun, die alle ähnliche finanzielle Rahmenbedingungen aufweisen, soll heißen: die alle kein Geld haben. Was in diesem Bereich die Spielklasse der ersten Herrenmannschaft mit den Wechseln im Jugendbereich zu tun haben soll, erschließt sich mir auch überhaupt nicht. Bis zum B-Juniorenbereich wechselt doch kein Spieler wegen der Spielklasse der ersten Herrenmannschaft, oder? Zumindest nicht, wenn diese Gruppenliga oder niedriger spielen. Es ist doch die Spielklasse, in welcher der Spieler selbst wird spielen können, die die Attraktivität des Wechsels ausmacht, wenn aus sportlichen Gründen gewechselt werden soll. Aber auch da finde ich es eigentlich sonderbar, wenn Geld fließen soll. In der D-Jugend ist die Gruppenliga die höchste Spielklasse. Aber wen interessiert sie denn wirklich, außer den Spielern und Vereinen, die in ihr spielen, und der paar, die meinen, in sie aufsteigen zu können? Wird da denn Geld verdient mit besonders erfolgreichen Mannschaften? Nee, kein bisschen.. Ich weiß nicht, bis zur Bezirksebene riecht mir das ganze Thema zu viel nach Neid und Missgunst unter den Vereinen...

  • hab das Ergebnis


    der Antrag wurde an den Verbandsjugendausschuss weitergeleitet.


    es hatte sich gezeigt, dass nicht alle der 500 anwesenden Vereinsvertreter die schwierigen Zusammenhänge zu überblicken.


    es ging vor allem um Wartefristen contra Aufwandsentschädigungen


    auch beim Verband ist das Problem angekommen.


    dort besteht das Bedürfnis eine Problemlösung wasserfest hinzubekommen


    das war die Antragsformulierung noch nicht


    der Verbandsjugendausschuss übernommen



    obige Sätze sind aus einem Bericht über den Verbandstag


    bin gespannt was da rauskommt, Ergebnis wird dann erfahrungsgemäss nach einigen Jahren auch bei anderen Verbänden ankommen.

  • Guten NAchmittag,


    ich berichte Euch hoffentlich morgen noch, wie es ausgegangen ist.


    Ich denke/hoffe, wir werden zu Gunsten der Kinder und der Erwachsenen eine gute Lösung finden.


    Danke für die zahlreiche Beiträge.


    Man kann sich auf diese Gemeinde verlassen. :thumbup:


    Bis dahin,


    Uzunbacak

  • In keiner anderen Hobbysportart gibt es ein derartiges System der Bestrafung von Hobbyfussballern, wenn sie Lust haben, den Fussball in einem anderen Verein auszuprobieren. Aus Ángst, das Kind könnte beim anderen Verein ein besseres Angebot bekommen und deshalb nicht gleich wieder in den Heimatverein zurück kehren, soll mit Sperre und Ausbildungsentschädigung die Daumenschraube angezogen werden. Schließlich könnte es in ganz seltenen Ausnahmefällen um viel Geld gehen. Wer weiß das schon im voraus?


    Aber gerade an diesen Auswüchsen, bei der der Breitensport mit dem Leistungs- und Profisport auf eine Stufe gesetzt wird, krankt das System des Rechts auf den Vereinswechsel. Weil es eine Kannlösung ist, ist es auch im höchsten Grade ungerecht. So wird es vielfach passieren, dass ein Vater, der sein Kind über Jahre selbst im Verein erfolgreich trainiert hat, anschließend an den Verein noch Geld bezahlen muß, damit der Junge ohne Sperre in einem anderen Verein spielen darf!


    Zum Glück gibt es viele Vereine auch im Leistungsbereich, die mit den Heimatvereinen eine Vereinbarung treffen, auf eine Ausbildungsentschädigung zu verzichten und für den Fall einer Entwicklungsstagnation das Kind im Einvernehmen wieder an den Heimatverein zurück zu geben. Denn die Geldschneiderei und die teils unlauteren Versprechungen führten ja, wie Günter schon ausführte, dazu das die "aussortierten Spieler" frustiert mit dem Fussball aufhörten.


    Das System von Sperre und Ausbildungsentschädigungen mag in Ausnahmen vielleicht ein Hürde sein, die benötigt wird, in der Masse richtet sich aber nur einen Schaden an, der später kaum wieder gutzumachen ist. Denn bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf!

  • @TW


    die meisten Vereine bei uns bei uns nehmen von einer Aufwandsentschädigung Abstand, finde ich auch gut so.


    nun gibt es aber bei uns so 2,3 Vereine die abgrasen, alles nehmen, was nicht schnell genug auf dei Bäume kommt, und auch genauso schnell die Jungs wieder fallen lassen.


    dagegen wehren sich immer mehr Vereine indem sie eine Aufwandsentschädigung verlagen, finde ich auch gut so.


    da es die Aufwandsentschädigung gibt, haben nun die kleine Vereine aber noch eine andere Möglichkeit gefunden.
    Sie verzichten auf die Aufwandsentschädigung wenn der betreffende Verein zu einem Spiel kommt.
    wird hier auch öfters gehandhabt, zum Vorteil beider. finde ich auch gut.



    Vereinbarung, dass der Spieler wieder kostenfrei zurückkommt, oder bei einem nachfolgenden höherklassigen Wechsel an entsprechenden Zahlungen beteiligt wird, auch üblich . finde ich auch gut.


    wer wechselt denn? einen unzufriedenen Spieler, der eh nur Probleme bereitet, lässt doch ein Verein eh gerne ziehen. der geht halt ohne Ablöse. bei einem schwachen Spieler, der tiefer wechseln will ist das doch das gleiche.


    hat ein Verein bei einem wirklich talentierten Fussballer Interesse, ist es doch für ihn kein Problem die Aufwandsentschädigung zu bezahlen. er wird es auch tun.


    bleibt der durchschnittlich talentierte, oft die, die sich von selbst antragen. Ohne Aufwandsentschädigung wird er halt genommen, setzt er sich durch ist es gut, wenn nicht, auch gut kann dann wieder gehen.


    Ist es nicht auch ein Entscheidungskriterium für Wechselwillige und vor allem auch für dessen Eltern, die ihre Chancen realistisch
    einschätzen wollen, ob der neue Verein bereit ist auch Aufwandsentschädigung zu leisten.?


    Demjenigem dem sie es wirklich zutrauen, den sie wirklich haben wollen, zahlen sie. auf den wird man auch ein besonderes Auge werfen.
    bei den Anderen nicht. Und schon weiss ich doch, wo ich als Spieler oder Eltern dran bin.


    kann es nicht sein, dass bei konsequener Anwendung der Aufwandsentschädigung die Abwerbervereine vorsichtiger, verantwortungsvoller zum Vorteil der jungen Fussballer vorgingen?

  • Zitat guenter :

    Zitat

    es gibt Gegentendenzen

    beim letzten Verbandstag im Saarland lag der Antrag vor, dass


    die bisherigen Wechselbestimmungen , die für D-A gelten , auch auf den Bereich von G-E erweitert wird, also ohne Zustimmung
    des Vereins Sperre bis 1.11.


    begründet wurde das mit zunehmender Abwerbung durch mittlere und grössere Vereine auch schon in dieser Altersstufe, wodurch
    kleinere Vereine schon im untersten Spielbereich zu Spielgemeinschaften oder gar Abmeldung von Mannschaften gezwungen würden.


    weder die Kinder noch die meisten Eltern könnten die Versprechungen der Werber richtig beurteilen.
    Später aussortiert, würden viele Kinder mit dem Fussball aufhören.

    Wie die Abstimmung ausgegangen ist, kann ich noch nicht feststellen werde aber am Ball bleiben.



    bei diesem Punkt stehen sich berechtigte Interssen der Beteiligten konträr gegenüber. je nachdem auf welcher Seite man nun steht,
    findet jeder seine passenden auch richtigen Argumente. lässt sich vorzüglich streiten.






    ZITATENDE:





    (Ich weiß nicht, warum hier die Zitierfunktion schon seit Wochen streikt)



    Ich sehe hier nur, dass sich eine Sperre gegen die Kinder richtet.



    Die Eltern sollen in dem Alter für ihre Kinder entscheiden, wo sie ihr Hobby ausüben und nicht irgendwelche fremde Menschen, die dann Kinder aus möglicherweise egoistischen Gründen sperren lassen können.



    Es wird wirklich Zeit, dass mal jemand dagegen klagt, auch wenn ein Urteil nach dem Weg durch mehrere Instanzen wohl seinem eigenen Kind nicht mehr zu Gute kommen wird.

  • Ich denke auch schon seit langem, dass sich diese Praxis normalerweise vor dem BGH nicht halten dürfte...


    kann ich mir auch vorstellen, kommt aber wohl letztendlich auf die Argumentationskette an.


    das Argument der freien Hobbyausübung zählt da für mich nicht.


    wie ist das Hobby eingeschränkt?


    doch lediglich bei Pflichtspielen. im Training und Freundschaftsspielen ist das Hobby doch nicht eingeschränkt.
    die Teilnahme an Pflichtspielen unterliegt gewissen Regeln und Vorraussetzung. (z.B. Spielerpass, keine aktuelle Sperre)
    der Verband entscheidet, wer spielen darf. Kann er das nicht auch nach einem Vereinswechsel?


    die letztendliche Frage ist für mich ist , was höhere Werte hat?


    das Recht der freien Entfaltung des Einzelnen (für mich ein durchaus begründbares Recht)


    oder der Anspruch der Gemeinschaft (hier Schutz der Vereine) für mich ebenfalls ein begründbares Recht


    für beide Seiten gibt es eine Anzahl von begründeten und nachvollziebaren Argumenten


    ob es hier für beide Seiten eine befriedigende Lösung gibt, bezweifle ich.


    ob eine Neuregelung zum Vorteil aller wird glaub ich nicht.


    ab bestimmten Ebenen, auch bei einigen Vereinen darunter , fliesst Geld.
    das ginge dann nicht mehr an die Vereine, sondern an den Spieler, als Motivationsverstärker zum wechseln. wollen wir das?


    im Aktiven bereich haben wir das doch schon im untersten Dorfverein. Wird für einen Spieler keine Ablöse fällig, kassiert der Spieler die entsprechende Summe. gängige Praxis hier.



    ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Aufwandsentschädigung keinen rechtlichen Bestand hat.


    aber die Möglichkeit einer generellen, für alle geltende Sperrfrist nach einem Vereinswechsel obliegt doch wohl einem Verband.

  • Guten Nachmittag,


    ich habe im Vorfeld viele Eltern angesprochen und auch den jetzigen Trainer, dass diese bei dem Treffen dabei sein sollten. Die Sache, soweit es geht publik gemacht, sozusagen.


    Nach dem letzten Spiel heute haben wir uns zusammengesetzt. Die Eltern waren sehr neugierig, hatten aber bis auf einen das Formular für die Abmeldung vom Spielbetrieb in der Hand, bereits ausgefüllt und zum Abstempeln bereit.


    Aber davor nahm ich das Wort, nachdem wir uns hingesetzt haben. Ich habe nochmals gesagt, dass die Eltern, die gerade hier sitzen, dass deren Kinder ab sofort wechseln möchten. Ich habe dann gesagt, dass wir es so schnell es geht, tun wollen, da die neuen Mannschaften diese Kinder auch zusammentrainieren lassen möchten. (es betrifft alles 6-7 Kinder und 2-3 Vereine). Der Jugendleiter hat dann gesagt, dass man noch Zeit hat, dann habe ich gesagt, dass Stichtag der 15.07. wäre. Ich habe ja auch alles kopiert gehabt. Dann fragte ein Vater, ob diese Ablösesummen von 1700-1800 Eur, die im Raum stehen, stimmen. Der JL hat gesagt, ja, laut BFV kann man diese Summen verlangen. der Vater wiederum hat gesagt, dass der neue Verein für diese 3 Kinder keine 5000 Eur auf den Tisch legt. Ich habe dann das Wort wieder genommen, und gesagt, dass es uns zu einer anderen Aktion zwingen würde, sodass wie für die Kinder im Notfall auch die Sperre nbis Ende September in Kauf nähmen. Sonst bliebe uns nix anderes übrig. Daraufhin hat der jetzige Trainer das Wort genommen und hat gesagt, dass der Verein eigentlich die Kinder bestraft, wenn die Kinder gesperrt sind, sonst aber würde es ja den neuen Verein nicht jucken. Dann habe ich ihn bestätigt und dann gesagt, dass wir hier den Verein nicht im Bösen verlassen wollen, sondern im Guten. Der Trainer hat dann gesagt, dass man da eine andere Lösung finden sollte.


    Dann hat der JL gesagt, dass er dann eine Bestätigung von den neuen Vereinen bekommen möchte/soll, dass die Kinder, wenn sie zurück wechseln - auch ohne Ablöse wechseln dürfen. Das war dann der ausschlaggebende Moment, und der eine Vater hat den Jugendleiter des neuen Vereines angerufen aber nicht erreicht aber nach paar Minuten hat er dann zurückgerufen. Der neue Verein kann es natürlich bestätigen, kein Thema, hieß es dann.


    Ok, danach kam der sportliche Leiter dazu, und sagte, dass es bereits solche Fälle gegeben hat, deswegen möchten Sies so schriftlich haben, was völlig legitim ist. Ist auch legitim.


    Wir haben unsere Abmeldungsformulare dann unterschreiben und abstempeln lassen, dass die Kinder am 07.07. abgemeldet sind, da sie am 06.07. ein Meisterturnier für den Verein bestreiten.


    Es ist praktisch so, dass wir 1 Woche dadurch verloren haben, falls es doch zu Komplikationen kommen soll(was ich nicht denke). Aber mindestens ist die Ablöse vom Tisch, und wir können uns auch in der Zukunft in die Augen schauen.


    Jedenfalls werden wir für die guten Turniere, die wir für den neuen Verein bestreiten werden, ein Gastspielrecht beantragen, was kein Problem ist.


    Die Kinder sind nicht gesperrt, es kostet nix, wenn alles gut geht, was ich auch denke.


    Ich bin erleichtert, und da finde ich es toll, dass wir doch alle Menschen sind, die miteinander reden können. Jetzt gehe ich trotzdem mit meinen Fifi. Er ist immer einverstanden mit dem Weg, den ich nehme :P


    Gruß,


    Uzunbacak

  • Dann hat der JL gesagt, dass er dann eine Bestätigung von den neuen Vereinen bekommen möchte/soll, dass die Kinder, wenn sie zurück wechseln - auch ohne Ablöse wechseln dürfen.


    Und das ist das Entscheidende. Auch deswegen wichtig, wenn er z.B. aus der A-Jugend raus kommt, und wieder zurückwechselt.


    Ohne diese Regelung wäre dann nämlich die Ablösesummen des Aktivenbereiches zu zahlen.


    Und hier grieft jetzt auch ein Positives der Aufwandsentschädigung. Ohne diese hätte der abgebende Verein
    keine Verhandlungsbasis.


    diese Regelung, wie sie jetzt bei @Uzu getroffen wurde, ist der Regelfall wie er mir bei uns bekannt ist.


    In den wenigsten Fällen kommt es zu einer Zahlung.


    Leiglich gegenüber den sehr auffälligen und aggressiven Abwerbevereinen wehren sich die kleineren Vereine mit dieser
    Aufwandsentschädigung. In der Regel kommt es aber zu Einigungen.


    Trotzdem dürften gewisse grasse Einzelfälle nicht ausbleiben.


    Allein aber, dass es durch die Aufwandsentschädigung zu Gesprächen kommen muss (alter Verein, neuer Verein, Spieler), und nicht immer einfach nur vor vollendeten Tatsachen gestellt wird, rechtfertigt für mich diese.


    Eine andere, auch von mir des öfteren kritisierte Tatsache ist aber letzlich der Umgang Einzelner Vereine damit.

  • Günter


    Nur ungern würde ich das Schlußwort, wonach unterschiedliche Vereinsinteressen der Schlüssel für eine Entscheidung für oder gegen einen Vereinswechsel sein müssen, zustimmen.


    Gibt es schon das Grundrecht auf freie Ortsbestimmung für die Berufsausübung, so müßte dies doch erst recht für die Hobbyausübung gelten. Das Recht des Vereins hat in jedem Falle nachrangig zu sein, da Grundrechte in unserem Staat an erster Stelle kommen.


    Und nur, weil es sich um nicht Volljährige Kinder und Volljährige handelt, dürfen doch nicht die Vereine stellvertretend für das Kind das Sorgerecht für die Ortsbestimmung der bei der Freizeitgestaltung übernehmen. Dieses Sorgerecht steht allein den Eltern zu. Deshalb kann ich die aktuelle Regelung überhaupt nicht verstehen. Weil es sich bei der Sperre und Ausbildungsentschädigung um eine Kann-Regelung handelt, haben die Verfasser offensichtlich selbst juristische Bedenken gehabt, für die sie später nicht zur Verantwortung gezogen werden wollen. Seltsam ist ferner, dass die Ausbildungsentschädigung nicht unbedingt vom aufnehmenden Verein, sondern auch den Eltern des Kindes gezahlt werden können. Selbst am Zweck der Zahlung bestehen große Zweifel. Wird doch im unteren Fussballbereich die Ausbildung meist von Eltern dieser Kinder unentgeltlich geleistet.


    Denn man stelle sich einmal vor, diese Regelung würde per Gerichtsurteil gekippt. Es würde danach eine Flucht zur Rückerstattung nicht gerechtfertigter Ausbildungsentschädigungen hageln. Ja, es wäre nicht einmal auszuschließen, dass Väter auf Erstattung von Fahrtkosten für die unnötige Zeit, die ihr Kind im weiter entfernten Verein verbringen muß, weil eine Sperre bzw. Ausbildungsentschädigung sonst fällig geworden wäre.


    Ich geben dir vollkommen recht, dass Eltern nur in Ausnahmefällen den Vereinswechsel ihres Kindes gänzlich überschauen können. Diese Intrasparenz wird vom abgebenden wie vom aufnehmenden Vereinen gleichermaßen für ihre Zwecke ausgenutzt. Doch der Zweck heiligt nicht alle Mittel. So wäre es die Aufgabe des DFB gewesen, eine Regelung zu finden, bei der das individuelle Grundrecht auf freie Ortsbestimmung auch für die Hobbyausübung gilt.


    Dabei müßte es ein großes Interesse in der Gesellschaft geben, dass unsere Kinder nicht zur käuflichen Ware von Vereinen werden.


    Paradox in diesem Zusammenhang sehe ich, dass der DFB einerseits im Rahmen der Eliteförderung den Eltern talentierter Kinder den Vereinswechsel in den Leistungsbereich zwecks besserer Förderung empflielt, aber dies im gleichen Maße durch die Forderung einer Geldforderung unter Strafe stellt. Ist denen denn nicht klar, dass so nicht die besten Talente dorthin wechseln, sondern nur die, wo der Vater das Geld zahlt oder wo auf eine Ablöse verzichtet wird? Für mich gibt es deshalb kaum Gründe in dieser Transferregelung, die von umfassendem Sachverstand zeugen. Für mich ist es ein Lobby-Urteil für Vereine, bei der alle anderen Interessen nicht in die Waagschale gelegt wurden.


    Weil immer mehr Vereine jedoch Abschied von den DFB-Transferregeln im Hobbybereich nehmen zeigt dies, wie sehr diese DFB-Regelung ein "Griff ins Klo" war und es Zeit ist, durch sinnvollere Wechselregelungen abgelöst zu werden.


    IWenn sich schon der DFB zu fein ist, sich erneut mit diesem Thema zu beschäftigen, dann würde ich mir wünschen, dass sich die Verbände mit ihren Vereinen an einen Tisch setzen, um aus der bereits vielfach inoffiziellen Verabschiedung der Transferregelung eine offizielle Regelung zu machen. Vielleicht zahlt man in einen Fond, aus dem sachkompetente Schlichter die Einzelfälle neutral beratend zur Seite stehen. Denn es sollte im Interesse aller Beteiligten immer eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, bei der man sich auch ein zweites Mal ins Gesicht schauen kann.

  • Telefonisch war da niemand zu erreichen, ich habe mal eine E-Mail abgeschickt.


    Inzwischen habe ich die Antwort erhalten:

    Zitat

    diese Sache ist eindeutig geregelt. Es zählen die Jahre, die der Spieler für den abgebenden Verein spielberechtigt war.


    Ich würde mal sagen, in Hessen zählen dann alle Jahre bis hinunter in die G-Jugend, also jedes Jahr seit der ersten Bewilligung der Spielberechtigung. Hat ein Jugendlicher also seinen Pass bereits seit dem ersten Tag der G-Jugend, so kommen in sechs Jahresbeträge mehr an Ausbildungsentschädigung zusammen als in den Landesverbänden, wo man erst ab der D zählt.

  • Tut mir leid, gehört nur so halb hier hinein. Das Thema Jugendspielerausbildung Bayern wurde ja diskutiert, und da passt folgendes rein.


    Aktuell findet in Duisburg das DFB-Schülerlager statt. Da habe ich mir mal die Kader der ganzen Landesverbände angesehen.
    Und bei der SPielerliste der Bayern habe ich folgende pdf gefunden: http://www.bfv.de/cms/docs/Kad…sturnier_LK_1999_Hack.pdf


    Warum ich das poste: Auf der EInladung ist noch folgender Vermerk für die Spieler:
    Absagen sind unverzüglich telefonisch an den zuständigen Trainer zu richten. Zusätzlich muss eine schriftliche Absage an den BFV/VJA - Beisitzer Herrn Peter Papistock entweder per E-Mail
    peter.papistock@t-online.de oder per Fax 08822/3599 ergehen. Auf § 17 Abs. 3 a, b und d der BFV-Jugendordnung wird besonders hingewiesen. Unentschuldigtes Fernbleiben oder nicht
    ordnungsgemäße schriftliche Abmeldung hat eine automatische Sperre für Vereinsspiele zur Folge.



    Ein bißchen viel Bürokratie, respektive Sanktionen finde ich.
    Klar, der Spieler sollte und muss schnellstmöglich absagen. Das ist überall so. Aber bei anderen Verbänden reicht die telefonische Absage. Sogar beim DFB muss man sich nicht doppelt abmelden.
    Wozu auch. Den Trainer informieren reicht aus.
    Mal ganz abgesehen davon, dass die Sanktion zwar sportrechtlich ok ist (man kann sogar einen Spieler sperren, der einfach keine Lust auf Auswahlmaßnahmen hat), finde ich sie suboptimal. Wer unentschuldigt fernbleibt - ist unzuverlässig - und wird halt so schnell nicht wieder eingeladen. Das ist zumindest meine Meinung.


    Ich komme nicht aus Bayern, dass der Verband sich aber in Bayern besonders wichtig nimmt (noch wichtiger als anderorts), habe ich bei einigen Turnierbesuchen in Bayern schon mitbekommen.
    Da muss alles vorher angemeldet werden, sonst gibt es Sanktionen. (Man kann beispielsweise nicht, wenn eine Mannschaft kurzfristig absagt, kurzerhand improvisieren und ein anderes Team aus dem Hut zaubern.) Man muss alles beim Verband anmelden und genehmigt bekommen.


    In Bayern gilt in der E-Jugend z.B. nicht die Rückpassregel (war zumindest bis vor 2 Jahren so).
    Erstens ist das sicher nicht im Sinne der Ausbildung ist und auch manche Mannschaften (mit erfolgsgeilem Trainer) nutzen diese Regel mehr als aus. (Bayern München hat mal in einem Halbfinale bei einem U11-Turnier mit dem 96er Jahrgang (mit Klein Schholl und Gaudino) nach einer !!!! Minute gg Hertha 1:0 geführt und dann komplette 9 min nur über den Torwart - der den Ball in die Hand nehmen durfte - das Ergebnis verwaltet. Das sie das Finale dann gg Leverkusen verloren haben hat wohl jeder Zuschauer begrüßt und gefeiert.)


    Und zweitens müssen sich die Veranstalter an die Regeln des BFV halten, das hat sonst Konsequenzen, z.B. das sie keiene Turniere mehr genehmigt bekommen.
    In den meisten anderen Fussballverbänden darf man die Regeln, etc. eines Turnieres selbst festlegen. Da findet zwischen dem Turnierveranstalter und den Trainern oft ein Austausch darüber statt, wie man mit kleinen Änderungen im nächsten Jahr die Veranstaltung noch besser machen kann. (Z.B. dass man in der Halle 4+1 spielt, nicht 5+1. Oder möglichst lange Spielzeiten auf Feldturnieren. ec.



    Ich habe das alles ja nur von Erzählungen einiger weniger Veranstalter.
    Vielleicht kann ja ein "Bayer" mal darüber berichten, wie die Zusammenarbeit mit dem Verband ist. Hat sich das verbessert?



    Warum poste ich das? Hier wird sich ja vielfach über die eigene Verbandsfunktionäre etc. aufgeregt. Wohl nicht ganz zu unrecht. Wenn ich aber manchmal aus bayrischen Gefilden etwas höre (wohlgemerkt höre, bin ja nicht von da), dann denke ich mir, " es geht auch schlimmer.."

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Mein Ältester ist jetzt beim Übergang zur C zu einem zwei Klassen höheren Verein gewechselt. Der Jugendobmann hat die Freigabe erteilt. Seine Worte: Finde ich sehr schade und begrüßen kann ich das nicht. Wenn er dort aber nicht klar kommt ist er jederzeit wieder herzlich willkommen.


    Über Sperre oder Ausbildungsentschädigung ist nicht ein einziges Wort gefallen obwohl ich aus sicherer Quelle weiß, dass es im Vorstand vereinzelnd solche Stimmen gab ! Diese wurden dann aber überstimmt.


    Wollte ich nur mal zur Ehrenrettung von Jugendleitern und Vorständen beitragen.


    Bin bei diesem Thema sehr zwiegespalten. Kann der Argumentation von TW-Trainer folgen, verstehe aber auch die Gegenargumente. Fragt sich nur, wie man auf andere Weise beiden Seiten gerecht werden könnte ??

  • Steini


    freut mich für euch.


    die mir bekannten Wechsel laufen auch wesentlich häufiger ebeso ab, wie umgekehrt.


    Leider gibt es aber auch die beiderseits Extremfälle, die dann die Diskussion bestimmen.


    wie bei dir jetzt gibts ja eigendlich nichts zu diskutieren, da kann man lediglich den positiven Verlauf registrieren.