Spielweise an Untergrund anpassen?

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  • Moin Moin,


    mein Team (F-Jugend, junger Jahrgang) wird am kommenden Wochenende nach langer Zeit mal wieder auf einem Grand/Asche-Platz spielen. Ich bin am überlegen unsere Spielweise und Aufstellung den schlechten Bedinungen anzupassen, bin dabei aber hin- und hergerissen.



    Besonders bei dem aktuelle Schietwetter wird es sicher schwierig für uns, unsere normale Spielweise durchzuziehen. In der Regel spielen wir ein 3-3 bzw 1-2-3, wobei wir viel Wert auf kurze Pässe und 1:1-Driblings in der offensive legen. Gebolze bzw. Befreiungsschläge sollen möglichst vermieden werden. Fast immer spielen wir auf Kunstrasen, der top Vorrausetzungen dafür bietet.


    Ich spiele jetzt mit dem Gedanken, vor allem dem Innenverteidiger auf den Weg zu geben lange/hohe Bälle (auf die außen) zu spielen. Eventuell bietet es sich auch an auf 2-3-1 umzustellen, um vorne einen Konterstürmer zu haben. In der Vergangenheit hat es sich oft gezeigt, dass durch die schwierigeren Ballannahmen es für Gegner einfacher ist durch "rumgehacke" unser Spiel kaputt zu machen.


    Wie geht ihr in solchen Spielen ran?

  • Ich habe als 'Vorbereitung ein Training auf Aschenplatz gemacht, auch wenn ich dazu in den Nachbarort fahren musst, dann habe ich mit diesem Verein ein Freundschaftspiel gemacht und je 1Halbzeit ein System ausprobiert.


    Somit ging ich dann am Samstag bestens vorbvereitet ins Spiel. bevorzugt dann 4:2 und nur mit langen Bällen gespielt, da ausgefeiltes Kombinationsspiel shlecht möglich war.

  • Ich würde da ein paar zusätzliche taktische Einheiten ansetzen, um die neue Spielweise zu verinnerlichen. Dann halt die Woche danach auch nochmal, um wieder zur üblichen Spielweise zurückzukommen...


    Äh, nein. Einfach alles so machen wie immer.

  • Besonders bei dem aktuelle Schietwetter wird es sicher schwierig für uns, unsere normale Spielweise durchzuziehen. In der Regel spielen wir ein 3-3 bzw 1-2-3, wobei wir viel Wert auf kurze Pässe und 1:1-Driblings in der offensive legen.


    Aiaiaiai.. ich sehe Andre schon innerlich kochen :D . Die Vorgabe meiner Meinung nach viel spielerisch zu lösen ist okay, und das darfst du auch loben . Aber bedenke,es sind Kinder -es geht 0,0 um den Erfolg!! Lass sie doch die Erfahrung machen,dass auf so einem Platz diese Spielweise nicht klappt . Meiner Meinung nach,kann dir gar nichts besseres passieren als mal auf einem anderen Platz zu spielen.
    DIE KINDER MÜSSEN ERFAHRUNGEN ( POSITIVE WIE NEGATIVE) SAMMELN UM SICH WEITER ZUENTWICKELN.
    Es ist das gleiche wie mit der Herdplatte, wäre in deiner Kindheit die Herdplatte nie heiß gewesen,hättest du sie immer anfassen können. Daher wüsstest du heutzutage auch nicht,dass eine Herdplatte heiß ist und dass du sie nicht anfassen darfst.
    Da du aber damals die negative Erfahrung gemacht hast,weißt du heute dass du sie nicht anfassen darfst.
    Ohne Erfahrung keine Entwicklung und selber erfahren bietet stehts den größeren Lernerfolg als es erzählt zu bekommen !


    Von daher,mach alles wie immer. Mach Kindergerechtes Training und lass sie einfach die Erfahrung selber machen,es geht nicht um gewinnen oder verlieren oder "der Gegner macht das Spiel kaputt" und" ich könnte mit einem Konterstürmer den Gegner besiegen."

  • Selten so einen Blödsinn gelesen. ;)


    Aber wenn du deiner F-Jugend das so wirklich vermittelt bekommst, dann ändere dein Spiel doch. Die Kinder sollen in ihrem Fußballleben doch verschiedene Erfahrungen sammeln.


    Mal lang hinten rauszuspielen gehört auch mit dazu, also warum nicht. Nur mach es nicht beim Spiel zum ersten Mal, sondern übe es davor, damit alle weit genug sind.


    Wenn es dann nicht klappt, hast du immerhin schon eine Rechtfertigung vor deinen Jungs. ;)
    Aber bereite sie vor allem darauf vor, dass man sich auf dem Platz unfassbar schnell verletzt!

  • Also - bei uns gibt es ja noch so einige Ascheplätze. Und bei denen ist Regenwetter zwar schlecht für die Klamotten (Schmutz), aber nicht für den Platz. Knochentrocken ist es nämlich weit schlimmer...


    Ansonsten halt stets versuchen, den Ball aus der Luft zu holen. Wenn er aufspringt, ist er meist auch schon weg.

  • .. nur laufen lassen.


    Deine Schützlinge mit der Situation selber klar kommen lassen.


    Gruß,
    Uzunbacak

  • Wir reden hier von einer jungen F-Jugend, nicht wahr? Ich trainiere seit Anfang des Jahres selbst so eine, ich kenne also diese Truppe sehr gut und habe auch eine ganze Reihe anderer Mannschaften dieser Altersklasse erlebt. Da ist es überhaupt nicht vorstellbar, die Spielweise der Kinder von einem zum nächsten Spiel zu verändern, es sei denn, man trichtert es ihnen entsprechend ein. Insgesamt klingt dein Beitrag so, Jantosch, als hättest du eine eher starke Mannschaft, aber auch so, als würdest du mit ihnen Inhalte praktizieren, die erst ab älterer E verstärkt zum Tragen kommen. Wie Steini hier gut formuliert hat, ist man im Kinderfußball vor allem Individualtrainer, der Erfolg der Mannschaft in den Spielen darf sich gerne einstellen, Priorität hat aber die ganzheitliche Entwicklung der einzelnen Spieler. Daher ist es sinnvoller, sich zu überlegen, in welchen Schritten man vorgehen möchte, um den besten Lernerfolg zu haben. Am besten steckt man sich da Ziele für das Ende jeder Altersklasse und überlegt sich dann, wie man sie am besten erreichen kann. Dabei geht es stets um Ausbildungsziele, nicht um Tabellenplätze.


    Um deine Frage zu beantworten: spielt einfach ganz normal, so wie die Kids es gewohnt sind.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Zitat@tobn:

    Zitat

    Wie Steini hier gut formuliert hat, ist man im Kinderfußball vor allem Individualtrainer, der Erfolg der Mannschaft in den Spielen darf sich gerne einstellen, Priorität hat aber die ganzheitliche Entwicklung der einzelnen Spieler

    Für mich eine ganz wichtige Aussage. Wenn das jeder Kindertrainer verinnerlichen und umsetzen würde, hätten wir eine Menge Probleme im Kinderfußball weniger.

  • normale Spielweise durchzuziehen


    da wird´s aber mal Zeit die "Norm" zu verlassen. Die Kinder förderst du am besten mit wechselnden Untergründen, wechselnden Bällen, wechselnden Spielen u.s.w..
    Seit ihr ein Leistungsverein? Wie wichtig ist das Gewinnen für euch? Ansonsten zuviel Taktiererei. Das Umstellen auf die veränderten Platzeigenschaften wird schon genug Konzentrationsleistung von den Kids fordern. Da noch kurfristig umzustellen ist nicht altersgemäß.
    Statt auf Ergebnis lieber gucken, welche deiner Kinder mehr und welche weniger Probleme mit dem Fußballspielen haben, wenn sich mal was Gewohntes ändert. Evtl. erwachsen da neue Erkenntnisse. Ist doch auch was?!


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Steini @Tobn@Karl


    Ich stimme euch zu.


    Gerade wenn ich hier im forum manche Beiträge zu höchst ausgefeilten Taktikfragen und Darstellungen bei einer F lese,


    dann habe ich immer das dahinterstehende Gedankengut vor Augen und stelle direkt eine Verbidnung zum schreienden .und gewinndenkenden Trainer, für mich genauso schlimm.


    eine Differenzierung, besser Erweiterung zu euren Vorstellungen habe ich jedoch.


    für mich zählt, und das auch schon in der F, wenn auch nur in den ersten Schritten, zu der individuellen einheitlichen Entwicklung des jungen Fussballers auch, dass diese Entwicklung nicht als reiner Eigennutz sondern mit dem Ziel dies in einer Mannschaftssportart einzubringen, verbunden ist. Näherzubringen, was Mannschaftssportt bedeutet, ist für mich auch eine Zielsetzung in der F gewesen. Das hat jetzt nicht mit Kombinationsspiel zu, bevor da eine empört losschreibt.


    Ich hoffe ich konnte jetzt meine Gedanken verständlich rüberbringen.

  • Nö, guenter, das passt schon. Die Schwierigkeit bei F-Junioren ist dabei halt, dass sie sehr egozentrisch sind. Das ist völlig normal für dieses Alter, aber es steht halt dem Verständnis für den Mannschftsgedanken und der Bereitschaft zur Einordnung in die Gruppe entgegen. In diesem Alter sind Kinder untereinander auch ziemlich schonungslos, da wird offen dem anderen gesagt, was man von ihm hält. Die Fähigkeit, sich selbst in den anderen hinein zu versetzen, entwickelt sich erst. Das muss der Kindertrainer berücksichtigen. Er muss es also einerseits allen Kindern ermöglich, eigene Erfolge zu haben, um ihren normalen und gesunden Egoismus zu befriedigen, was dann ja auch zum Aufbau von Selbstbewusstsein führt, andererseits muss er aber auch ihre sozialen Sinne schärfen, und die Eingliederung aller Kinder in die Gruppe sowie gegenseitigen Respekt, Achtung und Unterstützung fördern. Beides in Einklang zu bringen ist vielleicht die schwerste Aufgabe im KiFu. Dagegen ist es viel einfacher, Siege einzufahren, indem man einfach die stärksten Spieler nach vorne stellt und ein oder zwei furchtlose und rustikale Kinder nach hinten, und dann noch mit dem Rest die Vakanzen auffüllt. Nur bringt das keinem der Spieler etwas und zwei Jahre später werden sie von den Gegnern, die sie in der F noch besiegt haben, gnadenlos ausgespielt.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Moin Moin,


    mein Team (F-Jugend, junger Jahrgang) wird am kommenden Wochenende nach langer Zeit mal wieder auf einem Grand/Asche-Platz spielen. Ich bin am überlegen unsere Spielweise und Aufstellung den schlechten Bedinungen anzupassen, bin dabei aber hin- und hergerissen.


    Guten Morgen,


    und wie wars? HAst Du was umgestellt, Tipps gegeben?


    Gruß,
    Uzunbacak