Beschiss beim F-Jugendturnier

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  • zitat renek:

    Zitat

    Ich muss sagen nach ein bis zwei Tage Abstand sehe ich die Sache anders und ich weiß auch, dass ich beim nächsten Mal anders reagieren werden. So nach dem Motto "Jetzt erst recht".
    Und lasse mich von so einer Sache nicht runterziehen. Auch wenn daducrh das Finale nicht mehr erreichbar war hätte ich trotzdem meine Jungs mehr Aufbauen müssen. Auch durch meine Körpersprache war bestimmt nicht motivierend, meine Jungs haben meine Enttäuschung bestimmt bemerkt, Das ist mir jetzt klar.
    Aber wir lernen ja alle noch dazu, auch die Trainer.

    ... so hat eine vielleicht negative Sache auch eine positive Seite.

  • Bei uns hat letztens bei einem Hallenturnier eine Mannschaft nach ca. 20 Sekunden ein Tor geschossen.


    Der Trainer der Mannschaft ist zum Turnierleiter und hat das Tor annulieren lassen. Begründung: Zu dem Zeitpunkt standen immer noch 7 Spieler von seiner Mannschaft auf dem Feld anstatt der 6 zulässigen, weil da ein Junge nach dem gemeinschaftlichen Mannschaftskreis anscheinend einfach gepennt hatte und nicht rausgegangen ist.


    Der Spieler hatte keine Ballberührung, stand hinten, und hatte keinerlei Einfluss auf das Tor.


    Gemerkt hatten das Ganze auch höchstens die Eltern der eigenen Mannschaft.


    Es gibt also auch immer wieder Positivbeispiele :thumbup:


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • Ich will nochmal den Fair-Play Gedanken aufgreifen...


    JA dieser Gedanke ist nicht wirklich angekommen. Ebenso wenig wie echtes kindgerechtes Spiel/Training wirklich durchgehend Praxis wären. vor einiger Zeit hörte ich dann mal von einer Idee, Zuschauer bei Kinderspielen zu verbannen bzw. den Abstand zum Feld zu vergrößern. Klingt erstmal nett, um die Kinder beeinflussungsfrei spielen zu lassen. Auf den ersten Blick klingt auch die Idee gut, ohne Schiedsrichter zu spielen. Aber eben nur auf den ersten Blick...


    Fußball ist ein Spiel mit Regeln und es muss wen geben, der die Einhaltung der Regeln einfordert. Ansonsten entsteht auch bei Kindern auf dem Platz schnell Anarchie und es gilt das Recht des Stärkeren. Denn bei weitem nicht alle Kinder haben so ausgeprägtes Sozialverhalten, wie es die Damen und Herren am grünen Tisch gern hätten. Auch Eltern/Fans/Zuschauer einige Meter vom Platz wegzuhalten ist eine Schnapsidee. Hier wird sich bemüht einen geschützten Raum für die Kinder zu schaffen, aber das Gegenteil wird erreicht. Die Kinder wollen und brauchen das Feedback von draußen. Wie oft geht der Blick zum Papa, zur Mama, um zu sehen, ob man Beifall erntet. Entferne ich die Eltern um einige Meter, wird höchstens noch lauter gebrüllt. Das kann keine Lösung sein.


    In meinem Bereich (F-Jugend) habe ich den Eltern klar gesagt: Anfeuern ja, coachen nein. Lasst die Kinder spielen und auch ihre Fehler machen. Trainer, die mit dem Begriff "Entwicklung der Spielintelligenz" entwas anfangen können, wissen was ich meine. Aber hiervon abgesehen kann man Kinder nicht in einen geschützten "Käfig" geben, um dort Fußball zu spielen. Das Fußballfeld ist ein Spiegel unserer Gesellschaft und kein abgehobener Raum. Einflüsse von außen lassen sich genauso wenig verhindern wie mangelnde "Erziehung" im Elternhaus nicht einfach ignoriert werden kann.


    Nach meiner Erfahrung kann man als Trainer nur den Teamgedanken fördern, Vorbild sein und die Kinder immer wieder ermuntern, sich fair und sportlich zu verhalten. Alles andere ist unrealistisch.


    Ein Wort noch zum Problem Schiedsrichter: In meinem Verein gibt es KEINEN EINZIGEN Schiedsrichter. Will niemand machen, interessiert keinen. Also müssen Laien ran, mit allen Folgen, die damit verbunden sind. Solange wir als Vereine nicht in ausreichendem Maß für gut ausgebildete Schiedsrichter sorgen, können wir uns auch nicht beklagen. Und auch wenn Schiedsrichter noch so gut ausgebildet sind - sie sind nur Menschen, die Fehler machen. Ich habe selbst lange auf hohem Niveau bis zu Länderspielen als Referee im Football gewirkt und weiß sehr genau, wovon ich da spreche. :)


    Ich bewundere jeden Jungschiedsrichter, der sich dem Mob mutig entgegen wirft! Denn was an Unsportlichkeiten Alltag auf den Plätzen ist (auch bei Kindern!) spottet jeder Beschreibung.


    Zum Glück gibt es aber auch die Gegenbeispiele, die Hoffnung machen!


    lg Uwe

  • Au ha Uwe, da haste aber ein Thema angeschnitten. Bin mal gespannt wie lange es dauert bis einige deine Texter auseinanderpfücken und dich in der Luft zerreißen werden =) . Wie kann man nur gegen KiFu und FPL sein ;(


    Meinen Segen haste, denn ich sehe das genau so wie du :thumbup:

  • Au ha Uwe, da haste aber ein Thema angeschnitten. Bin mal gespannt wie lange es dauert bis einige deinen Text auseinanderpfücken und dich in der Luft zerreißen werden ;) . Wie kann man nur gegen KiFu und FPL sein ;(


    Diese Diskusion wurde schon endlos in anderen Themen geführt ^^


    Meinen Segen haste, denn ich sehe das genau so wie du

  • Zitat Myronn:

    Zitat

    Fußball ist ein Spiel mit Regeln und es muss wen geben, der die Einhaltung der Regeln einfordert. Ansonsten entsteht auch bei Kindern auf dem Platz schnell Anarchie und es gilt das Recht des Stärkeren. Denn bei weitem nicht alle Kinder haben so ausgeprägtes Sozialverhalten, wie es die Damen und Herren am grünen Tisch gern hätten. Auch Eltern/Fans/Zuschauer einige Meter vom Platz wegzuhalten ist eine Schnapsidee. Hier wird sich bemüht einen geschützten Raum für die Kinder zu schaffen, aber das Gegenteil wird erreicht. Die Kinder wollen und brauchen das Feedback von draußen. Wie oft geht der Blick zum Papa, zur Mama, um zu sehen, ob man Beifall erntet. Entferne ich die Eltern um einige Meter, wird höchstens noch lauter gebrüllt. Das kann keine Lösung sein.



    Hierzu sind schon Meinungen in anderen Treads geäußert worden, wo dies besser reinpasst. Einfach mal unter "Fairplayliga" oder "Spielen ohne Schiedsrichter" suchen.


    Dass es ohne Schiedsrichter geht, davon bin ich nicht nur überzeugt, sondern ich weiß es. Wo es nicht klappt, liegt es nicht am unsozialen Verhalten der Kinder sondern an der Unfähigkeit eines oder beider Trainer. Das die Kinder das Feetback der Eltern brauchen, um spielen zu können, halte ich für ein Gerücht. Im Gegenteil, dort wo das von Dir beschriebene Verhalten der Kinder auftritt, wird es höchste Zeit, den Eltern genug Abstand zu geben.


    Weteres möchte ich hier nicht dazu schreiben, weil es meiner Meinung nach in ein anderes Thema besser passt .

  • Ich rede hier von der F-Jugend, also Kinder im Alter von 6 Jahren und nicht von der C-Jugend. Die sind schon selbstgesteuert genug... :)

  • Zitat Myronn:

    Zitat

    Ich rede hier von der F-Jugend, also Kinder im Alter von 6 Jahren und nicht von der C-Jugend. Die sind schon selbstgesteuert genug... :)

    Ja, ich auch ...

  • Ich rede hier von der F-Jugend, also Kinder im Alter von 6 Jahren und nicht von der C-Jugend. Die sind schon selbstgesteuert genug... :)

    Dann sind Eure Regularien andere, als bei uns. Im Berliner Verband spielen derzeit 2004er und 2005er Kinder, folglich werden die Ältesten jetzt 9 und die Jüngeren in diesem Jahr schon 8 Jahre alt.


    G-Jugend sind bei uns im Moment 2006er und 2007er, da habe ich noch nicht 6jährige, die dieses Jahr in die Schule kommen und noch in der Kita sind.


    "100 Mann auf der Tribüne buhen" - das ist ja gerade das Paradoxe. Meine Eltern sind 'angelernt', wenn ich das Mal so liebevoll sagen darf. Die Schütteln zwar auch mal den Kopf bei bestimmten Situationen, jedoch halten sie sich im Großen und Ganzen heraus.


    Wir haben einen Vater in der F2 zB, der blöckt immer über den Platz oder in der Halle, dass der Bub kaum noch weiß, in welche Richtung er laufen soll. Das hätte ich als Trainer/in schon längst unterbunden, es ist jedoch leider nicht mein Team.


    Positives Anfeuern oder auch Aufmuntern, wenn etwas beim nächsten Mal besser klappen soll - Ja. Alles andere hat in meiner Philosophie keinen Platz, was meine Eltern zwar auch erst lernen mußten, doch gehen sie den Weg jetzt mit. Wodurch umgekehrt dieses positive Miteinander auch unter den Kindern übertragen worden ist. Sie muntern sich gegenseitig auf, loben sich und und und.... wodurch sich der Erfolg ... das Miteinander spielen (denn nur das zählt für mich als Erfolg) automatisch kommt. ^^


    Ich finde es große Klasse, wenn ein Trainer ein Tor lieber abgibt, weil einer seiner Stepken zuviel auf dem Platz stand.


    Gestern kam ich auch mal wieder in den Genuss, Hallenspiele zu pfeifen. Es war eine Situation dabei, die gezeigt hat, wie 'unwissend ' viele Eltern tatsächlich sind. Spieler A schiesst Spieler B an, wodurch der Ball an die Decke geht. Indirekter Freistoß sagt die Hallenregel des Veranstalters - nur in welche Richtung? :whistling: Ich habe es richtig gepfiffen, den Spielern war es auch vollkommen klar, nur die Eltern fingen draussen an zu diskutieren 'Ey, andere Richtung' Woraufhin ich laut die Regel erklärt habe - da war sofort Ruhe. :pinch:

  • Jupp elladino Du hast natürlich Recht... ich betreue die Kids schon so lange... also inzwischen sind die Kerle schon 7 :)


  • Habe lange über dein Beispiel nachgedacht und natürlich ist das lobenswert, was dein Trainerkollege da gemacht hat, allerdings finde ich das schon fast ein wenig übertrieben, da der Spieler ja im Begriff war, vom Feld runterzugehen. Oder habe ich das falsch verstanden und er nahm am Spiel teil, auch wenn er nicht am Ball war?

  • Hallo Jose-Mourinho,


    der Spieler nahm 20 Sekunden am Spiel teil (allerdings ohne einen Einfluss auf das Tor).


    Ich fand das Verhalten des Trainers richtig und konsequent, was anderes wäre es natürlich gewesen, wenn der Spieler schon nach 2, 3 Sekunden rausgelaufen und nicht mehr am Spiel teilgenommen hätte.


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • Hallo Jose-Mourinho,


    der Spieler nahm 20 Sekunden am Spiel teil (allerdings ohne einen Einfluss auf das Tor).


    Ich fand das Verhalten des Trainers richtig und konsequent, was anderes wäre es natürlich gewesen, wenn der Spieler schon nach 2, 3 Sekunden rausgelaufen und nicht mehr am Spiel teilgenommen hätte.


    Ahh okay, danke für die Klarstellung! Ich sollte nur das lesen, was tatsächlich da steht. :rolleyes: Bin tatsächlich von dem ausgegangen, was du gerade geschrieben hast...

  • Jetzt am Sonntag hatten wir eine ähnliche Situation (E-Jungend-Turnier). Wir bekommen einen Freistoß, ein Spieler tippt an und mein Sohn verwandelt aus spitzem Winkel unter die Latte... Tor... für mich Genuss pur.... der Schiedsrichter hat jedoch abgepfiffen mit Begründung, dass nicht angetippt wurde.... Ich habe weder geschrien, noch sonst etwas gerufen, habe mich lediglich (auch wenn es abgepfiffen wurde) trotzdem am Tor erfreut, es war einfach schön azuschauen.


    Protestieren bringt sowieso nichts, ich habe weder im Jugendfussball noch im Profifussball es bisher erlebt, dass ein Schiedsrichter seine Entscheidung oder Meinung auf Grund von Protesten geändert hat. Ich erinnere mich an Deutschland - England bei der WM2010. Da wurde ein klares Tor von England nicht gegeben. Ich denke da ging es um etwas mehr als auf unseren Turnieren :)


    Mein Sohn hat sich nach dem Spiel tierisch aufgeregt. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass ganz gleich welche Entscheidungen ein Schiedsrichter trifft, er dies akzeptieren muß.... Sicherlich machen Schiedsrichter auch mal Fehler, ich bin fest davon überzeugt, dass JEDER Schieri nach besten Wissen und Gewissen pfeifft. Sie müssen manchmal Entscheidungen binnen Sekunden treffen. Ich denke dass dies zeitweise nicht ganz einfach ist. Anfangs habe ich mich bei Fehlentscheidungen aufgeregt, allerdings hat das nie etwas gebracht. Seit mir das bewusst ist, bin entspannter und die Spiele machen so mehr Spaß....


    Glücklicher Weise ist auch unser Trainer diesbezüglich eine ruhige Person... seine Aussage nach dem Spiel war "ist halt so, was willste machen"....

  • ich kann mich echt nur wundern wie wichtig hier manche turniere und vor allem die tore folglich die ergebnisse bei einer f-jugend nehmen.
    das war mir selbst vor 10 jahren, als diese ganze fairplay geschichte noch in den kinderschuhen steckte und es noch tabellen gab, schnurz.
    aber ihr da draussen, ihr minitrainer (im sinne der kinder) solltet das doch inzwischen besser wissen.

  • siebener
    Wenn jemand neu als G- oder F-Trainer anfängt, hat er sich nicht vorher 10 Jahre mit der Thematik beschäftigt. Manche bekommen vom Verein eine Richtung vorgegeben, andere nicht. Insofern muss man jedes Mal auf´s Neue mit den selben Einstellungen rechnen.

  • ch kann mich echt nur wundern wie wichtig hier manche turniere und vor allem die tore folglich die ergebnisse bei einer f-jugend nehmen.
    das war mir selbst vor 10 jahren, als diese ganze fairplay geschichte noch in den kinderschuhen steckte und es noch tabellen gab, schnurz.
    aber ihr da draussen, ihr minitrainer (im sinne der kinder) solltet das doch inzwischen besser wissen.



    da bist du nicht der Einzige. dies hab ich aber auch schon bei Beiträgen über andere Inhalte gehabt.


    gg