Beiträge von Myronn

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    Alles was ich in der G-Jugend vermitteln kann, ist "Momentaufnahme". Die Aufmerksamkeitsspanne von 5-jährigen ist äußerst kurz. Der bunte Regenschirm am spielfeldrand, das Blümchen am 11 Meter Punkt, das schreiene Baby bei den Zuschauern... es gibt zahllose Ablenkungen, denen Kinder in dem Alter zwangsläufig erliegen. Es gibt auch in der Altersklasse schon den Spielertyp, der vor dem gegnerischen Tor herumlungert, bis er mal einen Ball bekommt. Und genauso gibt es halt Kinder, die völlig vergessen, was sie tun sollten. Sind halt Kids. :)


    Üben, üben, üben ... und dann klappt das auch irgendwann.

    Wohl keine Ahnung von früherer Zeit. was du beschreibst nannte man Ausputzer
    Stellvertrend für diesen Spielertyp war ein Nationalspieler vom HSV, Willi Schulz, der in den 60iger Jahren
    als Weltklassespieler eingestuft wurde.


    daraus entwickelte sich der Libero, ein ganz anderer Spielertyp , mit einer ganz anderen Spielauffassung.
    ganz stark geprägt von einem Franz Beckenbauer., der garantiert keinen Ball weit nach vorne getreten hat.


    Also zum ersten gehört es wohl nicht zum guten Stil, ein Posting zu beginnen mit den Worten Wohl keine Ahnung... Das ist eine Unverschämtheit und zeugt von einer maßlosen Überheblichkeit des Schreibers.


    Wenn in einem Forum nach Meinungen gefragt wird, darf man diese wohl äußern, ohne solche Kommentare zu erhalten.


    Im übrigen, wer sich für Fußballgeschichte interessiert, dem sei "Revolutionen auf dem Rasen" wärmstens empfohlen. :thumbup:


    Und zur Liberofrage: Franz Beckenbauer war es, der dieser Rolle ein ganz neues, bis dahin völlig unbekanntes Profil gab. In der Zeit davor hatte der Libero andere Aufgaben bzw. spielte seine Rolle anders.


    Folgen kann ich der Argumentation "Kommt ja drauf an was man für Leute hat" nur bedingt. Oft wird das auch als Ausrede benutzt, um es nach dem "keep ist stupid and simple Prinzip" ablaufen zu lassen.

    alternativ wird auch noch sehr viel ein 1-3-3-3 gespielt, quasi mit echtem libero.
    es gilt als 'altertümlich', kommt aber grade in den unteren bereichen des fußballsports sehr häufig vor.


    Meist steckt dahinter aber weniger das taktische Kalkül als mehr die Unfähigkeit zu modernen Spielsystemen. Der Libero früherer Zeit war jemand, der die weiten Bälle nach vorn getreten hat, in der Hoffnung, die kommen schon irgendwo an. Mit heutiger Philosophie von modernem Offensivfußball nicht mehr vereinbar. Aber wer weiß, vielleicht spielt ja auch noch wer die "Schottische Furche" :rolleyes:

    Bei uns nennt sich das Mini-WM ... wir spielen auf 2-x Spielfeldern, 3 vs 3 oder größere Teams. Jedes Spielfeld bekommt 2 Länderflaggen. Für alle Spieler gibt es Länderkarten. Die Spieler holen sich vor einem Spiel beim Trainer eine Karte ab. Per Zufallsprinzip werden also die Teams zusammengestellt und auch die Spielfelder. Man kann auf unterschiedlichen Feldern auch mit unterschiedlichen Aufgaben spielen... Minitore, Dribbeln über Endlinie etc.


    Für einen Sieg gibt es für jeden Spieler 3 Punkte, Unentschieden 1 Punkt. Sofort nach dem Spiel erfolgt eine neue Auslosung und die nächste Partie ... Am Ende kann man dann noch ein Finale mit den besten x Spielern spielen lassen.


    Vorteil hierbei ist, dass alles dem Zufall überlassen wird und sich alle Kinder mit allen anderen arrangieren müssen.


    Eine weitere Möglichkeit sind Amsterdam-Turniere. Machen auch viel Spaß.

    Wir trainieren öfter auch jahrgangsübergreifend mit mehreren Trainern in Form eines Stationstrainings. Anschließend gibt es immer ein kleines Turnier, mal ein Brasilaner oder ne Mini-WM usw ... sowas kann man auch sehr gut mal einbauen. Das baut auch Hemmungen ab und die Kids/Trainer lernen ihr Umfeld besser kennen.


    Ansonsten empfehle ich Horst Wein, "Entwicklung der Spielintelligenz". Hervorragendes Training auch und gerade für kleinere Gruppen.

    @ Steinie: Das Markieren habe ich auch nur die ersten 2-3 Trainingseinheiten gemacht. Inzwischen kennen die Jungs in etwa die Räume. Aber zu Beginn war das ganz hilfreich... :)


    @ Ronaldina: Bei uns spielen wir 6+1 oder 5+1 ... wir müssen uns da auch immer umstellen. Mit dem System, das ich da nun aktuell spiele, stelle ich die Jungs halt 3-2 oder 3-2-1 auf. Dank der offensiven Außenverteidiger hat man genug Offensivkraft. Wichtig ist halt bloß, dass die beiden nicht vorne stehenbleiben, sondern bei gegnerischem Ballbesitz zurückkommen... Sonst wirds bisschen doof in der Abwehr. :)

    Wenn Du die Truppe weitermachen willst... dann überlege, wie Du die Jungs ins Boot holen kannst. Sie müssen begreifen, dass sie nicht gegen den Trainer arbeiten können und dürfen. Wenn sie nicht trainieren, spielen sie schlecht und verlieren. Vielleicht musst Du ihnen die Konsequenzen mal klar aufzeigen. Andererseits kann es helfen an den Chorgeist zu appellieren: Wir sind ein Team, jeder hier. Wir helfen uns gegenseitig, unterstützen uns und wir setzen uns ein konkretes Ziel, das wir gemeinsam erreichen wollen.


    Aber ganz ehrlich Nina, ... ich rate Dir davon ab. Suche Dir doch nicht gleich so eine schwierige Altersklase als junge Trainerin! Jungs in dem Alter sind die Pest. :)

    Ich habe mit Markierungstellern in der Halle Zonen abgegrenzt und den Spielern zugewiesen. Das klappt sehr gut ... Manndeckung zu trainieren halte ich für etwas antiquirt. Pressing zu spielen ist anstrengend, aber durchaus lohnenswert.


    In meinem Team mache ich es so, (E-Jugend Schulteam) dass ich mit 3 Verteidigern spiele, quasi eine 3er Kette mit entsprechendem Verschieben. Die Außenverteidiger sollen sich dann aber auch aktiv in den Angriff einschalten und die Außenbahn entlang mitlaufen, Flanken geben oder auch selbst abschließen wo es sich anbietet. Die Jungs hatten das System superschnell begriffen und seither bringen wir damit unsere Gegner wirklich ins Schwitzen. E-Jugend alter Jahrgang... da würde ich sowas mal antesten. In der Halle geht das prima, weil Du da die Zonen gut markieren kannst.


    Ich war echt erstaunt, wie selbstverständlich die Jungs diese 3er Kette erlernt haben und umsetzen. Unsere 1. Herren bekommt sowas nicht hin. :)

    Ich gebe guenter zu 100% Recht... Du bist nur unwesentlich älter als die Jungs, die mit 14/15 bis unter die Haarspitzen mit Testosteron vollgepumpt sind. Du stehst da auf verlorenem Posten. Diese Truppe kannst Du nicht erfolgreich trainieren. Wie guenter auch sagt: Fange tiefer an, am besten mit einer G oder F. Diese Kinder werden Dich anbeten. Die kannst Du formen und ausbilden und wenn die dann mal C-Jugend sind... wirst Du sehen, ob Du es hinbekommen hast, der Mannschaft drive zu geben.


    lg Uwe

    Vielleicht hat sich der Vorfall auch anders zugetragen? Wir kennen ja nur eine Seite der Medaille. Was für den einen "sachlich" ist, kann in der Wahrnehmung des anderen schon ein Angriff sein.


    Ich kann für mich nur sagen, dass es schon bisschen Nerven kostet, wenn man 3-4 Spieler neben sich auf der Bank sitzen hat, die im 30 Sekunden Takt fragen "Wann kann ich rein???" ... wenn dann noch Eltern die Bank stürmen und den Trainer mit der Stoppuhr in der Hand herumfuchtelnd "befragen", dann kann auch schon einmal leichter Ärger entstehen. Allerdings - und da bin ich dann auch wieder bei Mutti - darf der Ärger nicht so hochkochen. Im übrigen ist jedes Kind total verzweifelt, wenn es nicht durchgehend spielen darf und das auf der Position, die er schon immer unbedingt spielen wollte.


    Ich hatte letztens im Turnier einmal die schöne Begebenheit: Ich sitze vor dem Spiel mit meiner Mannschaft im Kreis, um die Kinder aufzustellen für das Spiel. Von links kam dann: Kann ich Stürmer sein? Ein Kind weiter: JA! Ich auch! ... am Ende meldeten sich natürlich alle und schauten mich aus großen runden Kulleraugen an. Ich bat dann mal um Handzeichen wer alles Stürmer sein wollte. Selbst die Hand des Torwarts ging nach oben. Und dann schauten die Kids im Kreis herum... und ich fragte: Na Jungs merkt ihr was? Und dann mussten wir alle grinsen... :)


    Am Ende des Tages haben ALLE Kinder gespielt und fast immer war es auch möglich, die Positionen nach Wunsch zu besetzen. Das ging völlig konfliktfrei und zum Glück ohne Einmischung von gutmeinenden Eltern.

    Mag sein, dass Dir das hilft oder auch nicht:


    Es gibt Kinder, die daheim keine Regeln lernen und entsprechend auch keine "Pflichten" kennen. Die Eltern sind wie Wachs in ihren Händen und sie manipulieren die Erwachsenen nach Strich und Faden - und die merken es nicht einmal. :) Solche Fälle, wie Du einen beschreibst, habe ich auch schon mehrfach erlebt. Dabei muss man genau hinschauen, ob ein Kind geparkt wird und gar keine Lust hat oder ob es das Spiel, welches mit den Eltern prima klappt, an anderer Stelle auch versucht zu spielen... Rosinen rauspicken (Turnier) aber beim Training Bauchweh zu haben... Ist viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung notwendig, um das beurteilen zu können. Daher sind die Tipps der Vorredner an dieser Stelle sicher geeignet. Aber so von außen würde ich sagen, der Fall könnte auch ganz anders liegen und der Junge spielt ein Spielchen mit den Erwachsenen. Aber wie gesagt... kann ich auf die Ferne nicht einschätzen!


    lg Uwe

    Was gerade in den unteren Altersklassen ein oft unterschätztes Problem ist, ist die gestörte Körper- und Raumwahrnehmung vieler Kinder, ausgelöst durch das Wachstum. Muskeln und Knochen wachsen schneller als die Nerven und Verbindungsstellen im Hirn. Da stehen oft Trainer/Eltern und wundern sich, warum ein Spieler, der gestern noch super spielte, heute den Ball nicht mehr trifft. Zum Glück wächst sich das schnell raus, aber man muss sowas halt echt mit einkalkulieren...


    HP: >>>Die Arbeit mit den Kindern ist meiner Meinung nach zu unterteilen in fußballspezifische Dinge, welche der Trainer vermittelt und allgemeine Erziehung, die durch das ganze Umfeld der Kinder vermittelt wird.<<<


    Das erinnert mich an ein tolles afrikanisches Sprichwort: Um ein Kind zu erziehen bedarf es eines ganzen Dorfes ...


    lg Uwe

    Ich will nochmal den Fair-Play Gedanken aufgreifen...


    JA dieser Gedanke ist nicht wirklich angekommen. Ebenso wenig wie echtes kindgerechtes Spiel/Training wirklich durchgehend Praxis wären. vor einiger Zeit hörte ich dann mal von einer Idee, Zuschauer bei Kinderspielen zu verbannen bzw. den Abstand zum Feld zu vergrößern. Klingt erstmal nett, um die Kinder beeinflussungsfrei spielen zu lassen. Auf den ersten Blick klingt auch die Idee gut, ohne Schiedsrichter zu spielen. Aber eben nur auf den ersten Blick...


    Fußball ist ein Spiel mit Regeln und es muss wen geben, der die Einhaltung der Regeln einfordert. Ansonsten entsteht auch bei Kindern auf dem Platz schnell Anarchie und es gilt das Recht des Stärkeren. Denn bei weitem nicht alle Kinder haben so ausgeprägtes Sozialverhalten, wie es die Damen und Herren am grünen Tisch gern hätten. Auch Eltern/Fans/Zuschauer einige Meter vom Platz wegzuhalten ist eine Schnapsidee. Hier wird sich bemüht einen geschützten Raum für die Kinder zu schaffen, aber das Gegenteil wird erreicht. Die Kinder wollen und brauchen das Feedback von draußen. Wie oft geht der Blick zum Papa, zur Mama, um zu sehen, ob man Beifall erntet. Entferne ich die Eltern um einige Meter, wird höchstens noch lauter gebrüllt. Das kann keine Lösung sein.


    In meinem Bereich (F-Jugend) habe ich den Eltern klar gesagt: Anfeuern ja, coachen nein. Lasst die Kinder spielen und auch ihre Fehler machen. Trainer, die mit dem Begriff "Entwicklung der Spielintelligenz" entwas anfangen können, wissen was ich meine. Aber hiervon abgesehen kann man Kinder nicht in einen geschützten "Käfig" geben, um dort Fußball zu spielen. Das Fußballfeld ist ein Spiegel unserer Gesellschaft und kein abgehobener Raum. Einflüsse von außen lassen sich genauso wenig verhindern wie mangelnde "Erziehung" im Elternhaus nicht einfach ignoriert werden kann.


    Nach meiner Erfahrung kann man als Trainer nur den Teamgedanken fördern, Vorbild sein und die Kinder immer wieder ermuntern, sich fair und sportlich zu verhalten. Alles andere ist unrealistisch.


    Ein Wort noch zum Problem Schiedsrichter: In meinem Verein gibt es KEINEN EINZIGEN Schiedsrichter. Will niemand machen, interessiert keinen. Also müssen Laien ran, mit allen Folgen, die damit verbunden sind. Solange wir als Vereine nicht in ausreichendem Maß für gut ausgebildete Schiedsrichter sorgen, können wir uns auch nicht beklagen. Und auch wenn Schiedsrichter noch so gut ausgebildet sind - sie sind nur Menschen, die Fehler machen. Ich habe selbst lange auf hohem Niveau bis zu Länderspielen als Referee im Football gewirkt und weiß sehr genau, wovon ich da spreche. :)


    Ich bewundere jeden Jungschiedsrichter, der sich dem Mob mutig entgegen wirft! Denn was an Unsportlichkeiten Alltag auf den Plätzen ist (auch bei Kindern!) spottet jeder Beschreibung.


    Zum Glück gibt es aber auch die Gegenbeispiele, die Hoffnung machen!


    lg Uwe

    Lieber Kollege,
    auch was Du denkst, überträgst Du unbewusst auch auf die Kinder. Glaube nicht, dass die das nicht spüren. :)


    In solchen Fällen rede ich mit meinen Kids und sage: Boah ich war mächtig sauer, weil dies oder das passiert ist. ABER: das ist Fußball... da kann sowas vorkommen. Macht nichts, es gibt noch viele Tore und Spiele. Ärgern ist erlaubt, aber das muss auch gleich abgehakt werden.


    lg Uwe