Wiederholungsspiel weil 4 Spieler Kreislaufzusammenbruch erlitten haben??

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  • Hallo liebe Trainergemeinde.
    Ich habe am Wochenende ein Seniorenspiel beobachtet. Es waren Temperaturen jenseits der 30 Grad
    aber der Schiri hat die Partie angepfiffen. Die Heimannschaft führte schnell 3-0, und ging mit diesem Ergebniss in die Kabienen. Einem Spieler des Gästeteam wurde schwarz vor Augen, und der Trainer beklagte noch weitere 2 Spieler die nicht mehr weitermachen konnten. Er wechselte zur Halbzeit 3 mal aus. Der Schiri betonte zu beiden Trainern in der Halbzeit, wenn noch jemanden schwarz vor Augen wird, bricht er die Partie ab. Es kam wie es kommen musste. In der 61 Minute schoss das Heimteam das 4-0.
    Direkt danach, schmiss sich ein Gästespieler zu Boden, und hatte Kreislaufprobleme. Der Schiri brach die Partie ab. Der Trainer und der Kapitän der Gäste erwähnten mehrfach das das Heimteam die Punkte behalten sollte, und das Spiel 4-0 gewertet werden soll. Der Schiri wollte das im Spielbericht eintragen. Trotz alle dem setzte der Staffelleiter das Spiel neu an. Was sagt ihr dazu??

  • Aus welchem landesverband kommst Du?


    In Hessen gilt http://www.hfv-online.de/filea…rdnungen/Spielordnung.pdf


    §51 passt nicht, denn es hat bei Euch ja nicht die dezimierte Mannschaft den Abbruch verlangt, sondern der Schiedsrichter selbst hat abgebrochen, vermutlich nach §48 (g). Da ist ein Wiederholungsspiel sinnvoll und fair, schließlich kann die unterlegene Mannschaft nichts für ihre Ausfälle (ich unterstelle mal, dass das nicht nur geschauspielert war).


    Fernab der §§§: In vielen Kreisen sind komplette Spieltage wegen des Wetters abgesagt worden. Da scheint es nicht so weit hergeholt, das von Dir beobachtete Spiel nicht zu werten, sondern neu anzusetzen. Auch wenn das für die vorne liegende Heimmannschaft sicher unbefriedigend ist. Letztlich hat der Schiri mit seinem Spielabbruch entschieden, dass ein faires Spiel bei der Hitze sportlich nicht möglich ist. Bzgl. der Spielwertung hat er sich offenbar zu weit aus dem Fenster gelehnt.


    Grüße
    Oliver

  • ich bin immer wieder erstaunt, was in anderen kreisen "abgeht" bzgl. dem Spielbetrieb mit dem
    Schiedsrichter (Spielerpäße einbehalten durch SR usw...)


    Eine Schiedsrichter darf doch niemals bestimmen, wie ein Spiel GEWERTET wird; das muß die Spielleitende Stelle
    machen.


    Ansonsten sehe ich es genauso wie mein Vorschreiber:
    Hätte hier die unterlegene Mannschaft um Abbruch gebeten, wäre es ein anderer Sachverhalt.

  • NFV, es sah schon alles sehr geschauspielert aus. Der gegnerische Trainer gab den Spieler nach dem 4-0
    ein Zeichen. Beweisen kann man sowas aber nicht. Der Schiri sagte zum Abbruch " Ich bin Schiri und kein Arzt". Wobei ich da auch vollstes Verständnis für habe. Ich habe schon gesagt, wenn sowas Schule macht, kann man immer, wenn man unterlegen ist Krankheiten vortäuschen. Finde ich sehr grenzwärtig das Ganze.

  • Ich musste Sonntag selbst bei der Hitze spielen, 3. KK. Vor dem Spiel haben beide Mannschaften unabhängig voneinander mit dem Schiedsrichter versucht zu verhandeln, ob es nicht reicht wenn wir nur 2x30min spielen. Wollte er nicht. Joar, es lief dann darauf hinaus, das nachdem die Gäste 6:1 führten, beide Mannschaften ab 70. Minute in der eigenen Hälfte standen und sich den Ball zugeschoben haben. Beide Kapitäne haben es nochmal versucht, aber der Schiri ließ uns die 20min weiter "rumstehen". Nach dem Abpfiff meinte er dann nur: "Die Nachspielzeit erspar ich euch mal".


    Ich frage mich bei der ganzen Sache eigentlich nur, warum werden im Winter Spiele bei Minusgraden und gefrorenen Boden nicht angepfiffen aber Spiele bei 35°C im Schatten sind okay.


    Wenn ich mir die Regeln aus Hessen anschaue, §48 g) ... ist der Erhalt der Gesundheit kein "zwingend sportlicher Grund"?

    • Offizieller Beitrag

    Der Schiri sagte zum Abbruch " Ich bin Schiri und kein Arzt"


    Dem kann man wirklich nur zustimmen. Wenn wir ehrlich sind, provozieren die Spieler diese Regelstarrheit geradezu. Was im Profifußball zum Tagesgeschäft gehört, verbreitet sich vermehrt im Amteurbereich, denn wir lernen ja von den Profis.
    Verletzungen werden immer häufiger als taktisches Mittel eingesetzt und entsprechend wird immer weniger auf am Boden liegende Spieler reagiert. Selbst für Entschuldigen ist keine Zeit mehr, sie stören die schnelle taktische Ausrichtung. Die Folgen sind dann eben auch, dass Spieler die Grenzen der Gesundheit überschreiten müssen oder das ein Spieler schwerverletzt länger am Boden liegt, als es sein müsste.


    Die Schiedsrichter dürfen kein Fingerspitzengefühl umsetzen, sie halten sich an die Regeln. Die Regeln werden danach aufgestellt, wie man Betrug möglichst verhindern kann. Neben Foulsoiel, Handspiel gehört jetzt auch die vorgespielete Verletzung dazu.


    Und ob das Betrug war oder nicht im Hitzespiel, der Schiedsrichter ist eben kein Arzt und kennt die Regeln. Wenn es Betrug war, können sich Trainer und Spieler der Mannschaft voller Stolz auf die Schultern klopfen und beim nächsten Mal hilft vielleicht ein vorgetäuschter Herzinfarkt.


    Mit solchen Trainern, die sowas zulassen habe ich kein mtleid und auch nicht mit dem Team, dass da mitmacht. Mitleid habe ich mit den Trainer, die sich darüber einen Kopf machen und versuchen ehrlichen Fußball zu spielen.

  • Ich denke aber, der Schiedsrichter hat mit dieser Aussage schon einen Fehler gemacht:


    Der Schiri betonte zu beiden Trainern in der Halbzeit, wenn noch jemanden schwarz vor Augen wird, bricht er die Partie ab.


    Ich hätte als Schiedsrichter das nicht kundgegeben, sondern spielen lassen. Kippt noch einer um, Spiel abbrechen und die Begründung bekannt geben. Mit seiner getätigten Aussage in der Halbzeit, hat er es ja sogar eventuell provoziert.

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde sagen, die Aussage war unklug, aber niemlas eine Provokation. Die Schuld darf hier nicht beim Schiedsrichter gesucht werden, betrogen haben (wenn) andere Leute.
    Wenn eine Kassenbox im Supermarkt geöffnet ist, provoziert das ja auch den Einen oder Anderen zum Reingreifen. Ein Gedanke den man mit gesundem Menschenverstand verwerfen sollte.

  • [quote='teejay','index.php?page=Thread&postID=59369#post59369'Ich frage mich bei der ganzen Sache eigentlich nur, warum werden im Winter Spiele bei Minusgraden und gefrorenen Boden nicht angepfiffen aber Spiele bei 35°C im Schatten sind okay.[/quote]
    Ich gebe mal den Schlaumeier und weise dich darauf hin, dass bei 35°C im Schatten nur selten der Boden gefroren ist, das wäre also schon mal ein ziemlicher Unterschied. :P

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich stelle mir hier eine ganz andere Frage - was sind das für Seniorenspieler?
    Ich trainiere und spiele nebenbei selbst im unteren Amateurbereich (nicht als Spielertrainer sondern in unserer 3. Mannschaft)
    Ich war letztes Wochenende bei diesen enormen Temperaturen über 7 Stunden auf Sportplätzen.
    Angefagnen hat es damit, dass ich mir ein Jugendspiel angesehen habe, im Anschluss habe ich mein Team gecoached (Anpfiff 12:45 also in der Mittagssone) bevor ich dann zum Spiel unserer 3. gefahren bin in der ich knapp 85 Minuten gespielt habe.
    Ich trainiere so gut wie garnicht weil es die Zeit nicht hergibt, gehe 2x die Woche laufen und spiele in der Offensive. Ich bin also alles andere als fit - und so sind es die meisten anderen auch in der 3. Mannschaft, obwohl das Tempo ziemlich hoch war für die Liga und die Temperaturen ist keinem schwarz vor Augen geworden - bei 38 Grad.
    Jeder hat ausreichend getrunken, es gab noch eine 3-5 minütige Trinkpause pro Halbzeit.


    Ich habe auch im gesamten Kreis nichts davon gehört, dass Spieler K.O gegangen sind oder sogar Spiele abgebrochen werden mussten.
    Klar war es extrem - aber so extrem in meinen Augen auch nicht!


    Und zur Not hat man doch 3 Rückwechselspieler - so dass alle 5 Minuten 3 Spieler gewechselt werden ... ;)


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • die Urteilsbegründung wäre hier mal sehr interessant.


    man mag das Urteil als gerecht emfpinden, entspricht aber aus meiner Sicht nicht den Statuten-


    das Spiel wurde schliesslich vom Schiri abgebrochen, offensichtlich aus gesundheitlicher Verantwortung, aber ohne ein Vergehen
    einer der beiden Mannschaften.


    bei Abbruch wegen einem Gewitter findet auch eine Wiederholung statt, egal wie der Spielstand ist.


    wieso eigendlich auch mit 5:0, auch dafür gibt es doch keine Erklärung.


    oder konnte hier Manipulationsversuche nachgewiesen werden?


    gg

  • @gotfather


    Zum Glück kommt dieser Fall sehr selten vor, aber nervig ist das Verhalten für Gegner und Zuschauer schon. Denn weitaus häufiger winden sich Spieler zwecks Spielverzögerung auf dem Boden und täuschen Verletzungen oder Wadenkrämpfe vor.


    Ich finde, die Urteilsbegründung sollte man an jedes Vereinsgebäude aufhängen, um darauf aufmerksam zu machen, das nicht die "Schauspielkunst", sondern die sportliche Fairness das oberste Gebot im Fussball zu sein hat.


    Übringes lobe ich mir da den Mädchen- und Frauenfussball, wo man nahezu ohne schauspielerische Einlagen auskommt!

  • ich habe noch keine Urteilsbegründung, aber ein neues Kapitel in dem Fall. Das Rückspiel der beiden
    sollte an diesem Wochenende stattfinden. Der Trainer der Mannschaft mit den zusammengebrochenen Spielern hat mit der Begründung ( Maulwurfhaufen)
    das Spiel absagen lassen. Jeder wusste das er extreme Probleme hatte ein Team zusammenzustellen.
    Soweit die fairness.