Persönlichkeitsbildung im Nachwuchsfussball

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  • Nach dem wiederholten scheitern der Nationalmannschaft, hat Mehmet Scholl im ZDF versucht Ursachenforschung zu betreiben.


    Dabei hat er wiedermal die Typendiskussion ein wenig geöffnet. Weil er sich ziemlich unklar ausgedrückt hat, blieb auch viel Interpretationsspielraum. Meine Diskussionsfrage ist an dieser Stelle, ob wir unseren Kindern, nicht die richtigen Persönlichkeitseigenschaften vermitteln, um erfolgreichen Fussball zu spielen.


    Wir reden im Kinderfußball immer davon nicht Ergebnis fixiert zu sein und die DFB Trainerausbildung beschäftigt sich zum Großteil mit Technik, Taktik und Kondition. Der Leistungsfaktor Psyche wird kaum beleuchtet. Hat die EM 2012 vllt. gezeigt, dass hier eine Korrektur stattfinden muss?

  • Auch ich fand die Einlassungen von Scholl, auch mit einem Verweis auf Sammer, höchsinteressant, und zum Nachdenken anregend.


    Es darf jedoch nicht ausser Acht gelassen werden, an welche Zielgruppe er dachte.


    Breitensport, in dem sich die meisten hier ja bewegen, unterliegt anderen Kriterien.


    Sobald es aber in die Richtung Leistungsorientierung geht, ist die Frage schon gestattet, ob es in der Jugend nur um Ausbildung geht oder der von dir angesprochene Leistungsfaktor Psyche stärker in den Fordergrund rücken wird.


    Leider verwechseln, auch hier im Forum, viele dieses Fördern und Fordern dieser Eigenschaft bei Jugendlichen mit der Erfolgsgeilheit des Trainers. Für mich sind das absolut 2 Paar Schuhe.


    gg

  • Ich habe diese Frage einmal provokativ gestellt, denn kann der Fusball überhaupt in die Persönlichkeitsbildung eingreifen? Oder ist es zunächst einmal das Elternhaus, später der Kindergarten (wo den Kindern erst mal erzählt wird, das Papa und Mama lügen, weil es gar keinen Osterhasen oder Weihnachstmann gibt), die Schule, in der sie neue Freunde finden, aber auch Mobbing kennenlernen. Oder ist es die Phase der Berufsausbildung, in der sich wieder eine neue Welt öffnet, der junge Mensch sich erstmals ein Weltbild mit festen Bestandteilen baut, das er für die Zeit seines Lebens kaum noch ändert. Ob es die Vorliebe in der Musik, die politische Meinung, das Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen ist!


    Die Persönlichkeitsbildung ist in der Elteförderung ja nicht neu, denn man hat verstanden, das man ein Talent nicht auf seine sportlichen Fähigkeiten reduziert betrachten darf, sondern ihn als ganzen Menschen akzeptieren muß. Jedoch ist Akzeptanz nur eine Vorstufe von Persönlichkeitsformung!


    Es wird zwar immer wieder die Vorbildfunktion des Trainers genannt, der dem Kind Werte wie Fairness im Umgang miteinander vermitteln soll. Aber reicht das allein schon aus, um die Persönlichkeit eines Menschen nachhaltig zu formen? Oder sind wir vielleicht doch die falschen Adressaten und können lediglich einen bescheidenen Beitrag leisten, weil wir nur ein kleiner Teil des sozialen Umfelds der jungen Menschen sind? Vielleicht können wir, wenn wir uns zu einer Oase für die jungen Menschen entwickelten, den Bedürfnissen ein wenig näher kommen. Doch dies scheitert allzuhäufig unter dem zu hohen Leistungsdruck, den uns die Vereinsverantwortlichen und wir selbst uns setzen!


    Wenn aber die jungen Menschen ihre Persönlichkeit ohnehin nicht am Stadioneingang abgeben können, was müßte geschehen, wenn die individuelle mentale Stärke der Spieler den Fussball voran bringen soll?

  • Das ist schon länger mein Thema: indem Kinder gemäß von Trainern ergebnisorientierter Bestimmtheit aufgestellt werden, darauf unbedingt zu hören ist (sonst wandert man auf die Bank, außer man wird aus persönlichen Gründen wie Trainersöhne protegiert), wird ihnen schon die Chance geraubt, sich selbst frei zu bewegen, Fehler zu begehen und dadurch authentisch die Übernahme von Eigenverantwortung zu erlernen, als notwendig zu erfahren. In der Folge fehlt diese "Wendigkeit" der Not (die antizipierend vor deren Eintritt!) im Kopf, man verlässt sich auf taktische Fremdkonzepte statt sich selbst, verantwortungstechnisch enteignet. Das ist das, was Scholl meinte mit dem Ackern und Laufen von sich aus bis zur Erchöpfung. Hat er früher zwar auch kaum je gemacht, aber die Idee davon hat er zurecht im Kopf als Ideal (von intrinsischem Team-Geist: Frage nicht, was dein Team für dich, sondern was du fürs Team tun kannst/musst).
    Die latent falsche extrinsische Obrigkeitsfixierung (Trainer wie Löw als Erfolgsgarant vs nur vorgeschobener Teamgeist i.e.S.) dürfte kaum korrigiert werden wg. dieser EM, zu rasch waren sich alle einig: tolle Spieler, tolles Team, im Grunde tolles Turnier - und weiter so. Diese vom "Abendland" ausgehende Fixierung ist auch ubiquitär, also global gültig. Ich weiß, diese nicht schmeichelhafte Diagnose wird viele Trainer erzürnen, da sie ihre Rolle vermeintlich angreift, eben hinterfragt, aber ich bitte, sie trotzdem sachgerecht zu beantworten - o. besser gar nicht. Der Zuammenhang von Psyche und Geist ist jedoch ein "hyperkomplexer", d.h. vom menschlichen Verstand aus gar nicht voll zu durchschauen, daher spekulativ. Umso wichtiger, sich dazu sachlich auszutauschen statt ins Persönliche abzudriften: da glaubt eh jeder, was er will u. Glaubenskrieg ist vorprogrammiert. Danke!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • das kann ein heisses Thema werden.


    die Persönlichkeit des Einzelnen wird immer auch stark von der Gesellschaft in der er aufwächst geprägt.


    trotzdem lässt sich diese Entwicklung durch uns Erwachsene beeinflussen.


    wenn ich als Vater mit der Durchschnittnote 3,0 in der Schule zufrieden bin, obwohl das Leistungsvermögen locker eine 2,0 hergibt, dies dem Kind auch so vermittele, dann darf ich mich nicht wunder, wenn er sich dauerhaft auf die 3,0 einstellt, es ist ja dann auch zufrieden.


    wenn ich als Trainer mit Tabellnplatz 9 zufrieden bin, obwohl das Leistungsvermögen der Mannschaft Platz 1-3 entspricht, dies der Mannschaft auch noch so vermittele, dann darf ich mich nicht wundern, wenn Platz 1-3 nie ereicht werden.


    wenn Platz 1 bei der EM erklärtes Ziel aller Beteiligten war, und jetzt das Halbfinale , auch weil zum wiederholten Male, als Erfolg hingestellt wird, neben der Enttäuschung aber auch eine gewisse Zufriedenheit vermittelt wird,
    dann gibt das zumindest mir doch Grund zum Nachdenken.


    klar kann man das als verwerflichen Leistungsdruck sehen. dann dürfen aber keine Ansprüche gestellt werden.


    mit Leistungsdruck umzugehen, kann und muss man lernen. wer das nicht lernt, scheitert in unserer Gesellschaft auf allen Ebenen.


    gg

  • Persönlichkeit des Einzelnen wird immer auch stark von der Gesellschaft in der er aufwächst geprägt


    Zeigt sich Persönlichkeit nicht grad darin, ob u. wie jemand der Prägung entgeht, sich ihrem Diktat entzieht? Oder was soll sie sonst positiv, also von sich her betrachtet, sein (fußballerisch) in Differenz z.B. zu "Talent", das ja (begrifflich) beim Fördern Maß aller Dinge + Sichterei ist? Kann jemand genial spielen (lernen), wenn er sich an Vorbildern orientiert, an Vorgaben orientieren muss? Oder mangelt es an Geniestreichen, da es den freien sog. Straßen- bzw. besser: den wilden Wiesenfußball mit seiner echten Selbst- vs Fremdbestimmung (durch Trainer, die sich in der Konsequenz nur maximal zurücknehmen/halten könnten, um persönlichkeitsfördernd pro kindbezogener Selbst-Entwicklung zu sein) praktisch kaum mehr gibt? Offene Fragen über Fragen... Platz 1 - als Ziel statt Zwang immer motivierend!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • : indem Kinder gemäß von Trainern ergebnisorientierter Bestimmtheit aufgestellt werden, darauf unbedingt zu hören ist (sonst wandert man auf die Bank, außer man wird aus persönlichen Gründen wie Trainersöhne protegiert), wird ihnen schon die Chance geraubt, sich selbst frei zu bewegen, Fehler zu begehen und dadurch authentisch die Übernahme von Eigenverantwortung zu erlernen, als notwendig zu erfahren. I


    ich versteh ja jetzt keinen Zusammenhang zum Eröffnungsthema, das ist mir da ziemlich weit abschweifend.



    du schreibt.


    Platz 1 als Ziel, nicht als Zwang ist motivierend


    hier stimm ich mit dir ab solut überein.


    gerade diese Thematik wir hier aber des öfteren verwaschen.


    klarstellend meine persönliche Überzeugung:


    es geht nicht um das Ziel des Trainers unbedingt einen bestimmten Platz zu erreichen und das vorzugeben. Vergleichbar mit Eltern, die gewisse Noten als Vorgabe ansehen. das ist Zwang


    Als Erwachsener, egal ob Trainer oder Eltern, ist es die Aufgabe die Eigenmotivation, man könnte es auch als Leistungsbereitschaft bezeichnen, zu fördern.


    Gute Noten, oder hier ein guter Tabellnplatz, sollte der Wunsch und das Ziel des Kindes selbst sein.


    Dass das aber nicht von selbst, oder weil man es sich wünscht, kommt, sondern dafür etwas tun muss, das müssen Kinder erkenen lernen.


    Dazu bedarf es aber der Unterstützung von uns Erwachsenen. Durch sich Verlassen auf die Selbstentwicklung des Kindes kommt das nicht.


    die Vorgehensweisen von uns Erwachsenen sind da sehr unterschiedlich, wer mag letztendlich beurteilen, welcher Weg der Richtige ist?
    Einen Glauben habe ich jedoch, alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind und sind überzeiugt es richtig zu machen.
    Alle Trainer (fast) wollen genaus so das Beste für die ihnen anvertrauten jungen Fussballer, und sind auch überzeugt, es richtig zu machen.


    das Problem bleibt: ich hab schon einige Jahre auf dem Buckel, aber bisher konnte mir noch keiner sagen was letzendlich gültig Richtig oder Falsch ist.


    zum Glück, sonst brauchten wir hier nicht mehr diskutieren.


    gg

  • Ich sehe es wie Günther, gemessen am eigenen Anspruch hat die Nationalmannschaft die EM vergeigt. Und das hat neben individuellen fehlern auch mit der Einstellung zum Spiel zu tun.


    Meinen Jungs versuche ich zu vermitteln, dass sie immer an ihre (jeweils individuell unterschiedliche) Grenze gehen sollen. Auch dann, wenn sie hinten liegen und das Spiel (scheinbar!) schon verloren haben. Jeder kennt die Spieler, die super sind, aber nur dann, wenn sie vorne liegen und es darum geht, wer das 5:0 schießt. Und dann gibt es die selbstbewussten Kämpfer, die auch bei Gegendruck nicht einbrechen, sondern dann erst recht gute Leistungen bringen. Das sind die eigentlichen Gewinnertypen.


    @Kicker
    Kinder orientieren sich immer an Vorbildern, so ist der Mensch nun mal gestrickt. Die Aufgabe des Trainers und noch mehr der Eltern sehe ich darin, dem Kind einen Rahmen und eine Trittleiter zu geben, damit es die erreichbaren Ziele auch erreichen kann. Das hat weniger mit Zwang zu tun als mit Anleitung und Ansporn und eben Vorbild.


    Grüße
    Oliver

  • War nicht Persönlichkeitsbildung im Nachwuchs Thema, s.o.? Wieso verstehst du den Zusammenhang nicht? Der fürs Spielerische beste Schieri ist der, den keiner groß bemerkt, d.h. bemerken musste. Ähnlich sehe ich ja Trainer, denn Persönlichkeit hat jedes Kind: als werdende, auch wenn mancher so tut, als gäbe es diese nicht, sie kindern absprechen (o. abwürgen) will: in ihrer Entfaltungsfreiheit als Potential. Möglichkeiten eröffnen als "persönliche" Chancen, an sich und seine Träume nach vorn als verwirklichbar (Motto: Lebe deinen Traum statt dein Leben lang zu träumen) glauben zu dürfen, überhaupt authentisch "sein" zu dürfen, so gewährt ein Coach dem Selbstwerden den im Wiesenkicken stets freien Platz für eigene Entscheidungen o. Selbst-Behauptung in ihrer peer group (vs manipulative Eingriffe zugunsten von ihm bestimmter Kinder, meist "den Lieblingen"...)


    Im echten Spiel orientieren sich Kinder gerade nicht an Vorbildern, sondern eben sich selbst (s. Spieltheorien). Daher ist es qua Persönlichkeitsbildung so wichtig, Kindern ihr (!) Spiel als Förder-Umfeld zu gönnen, sie frei (von Bevormundung durch autoritativ übermächtige Erwachsene) spielen zu lassen! So sehr es Erwachsene in ihrer Macht auch reizt, von oben herab lenkend, fernsteuernd einzugreifen: für kindliche Persönlichkeit stets fatal, auch wo gut gemeint erstmal erdrückend. Man muss das vom Kind statt sich selbst aus betrachten: das Kind hat gegen Erwachsene psychisch im Grunde nicht den Hauch einer Chance, es kann bestenfalls "bocken", sich total-verweigern, nie aber au sich heraus gleichwertig eigene Positionen entwickeln: der Erwachsene ist autoritativ viel zu groß, d.h. übermächtig. (Höchstens päter als selbst Erwachsener, da bricht dann der Vater-Sohn-Konflikt auf: für Persönlichkeits-Bildung aber ohne Therapeut meist zu spät, ergo nur aggressiv.)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Persönlichkeitsbildung ist sicherlich einThema für den Fussball. Jeder Spieler, egal ob jung oder Alt hat Vorbilder. Diese werden immer versucht zu kopieren. wieviel man davon mitnimmt ist immer eine andere Sache.


    Es stellt sich nun die Frage wie ich mit den Kindern verfahre. Sage ich ihnen das sie sich selber finden sollen und der Trainer ist nur eine Randerscheinung habe ich i.d.R. keinen Erfolg. Versuche ich den Kindern Erfolg beizubringen (ja Erfolg ist lernbar) mußß ich als Trainer versuchen die kinder zu beeinflussen (Ja,beeinflussen, denn alles was wir tun ist eine Beeinflussung anderer).


    Mehmet Scholl denke ich mal, wollte auch sagen, dass wir versuchen müssen die Kinder wieder an den erfolg gewöhnen zu lassen. Wie will ich denn Erfolg haben, wenn cih den Kids sage: Spielt mal schön Fussball, egal wie. Als Trainer habe ich die Pflicht immer zu versuchen das beste heraus zu holen. Zur Zeit Propagiere ich bei mir immer einen Spruch: Ich werde immer mein Bestes geben. Ich denke mal, das jedes Kind mit dem Spruch es weiter bringen wird. Denn nur mit dem Mentaklen Willen auch gewinnen zu wollen, werde ich gewinnen. Mit der Einstellung mal zu schauen und schön zu spielen, gehöre ich am Ende nicht zu den Siegern.


    @ Kicker


    Bitte, bitte, bitte versuch doch mal ohne Fremdwörter auszukommen. Ich habe da echt keine Lust drauf jedes mal Wiki aufzurufen um zu verstehen was du meinst. Bei uns sagt man zu solchen Kommentaren: Da bekommt man Augenkrbs von. gerade im ersten Artikel war das ganz Schlimm

  • Kicker, ich glaube nicht, dass wir inhaltlich so weit auseinander sind. Das, was Du als "Förder-Umfeld" bezeichnest, das ist bei mir "Trittleiter". Das Kind soll natürlich im Spiel eigene Entscheidungen treffen. Aber als Trainer bin ich vor allem im Trainingsbetrieb immer Vorbild (selbst wenn ich es gar nicht sein wollte) und Kinder orientieren sich immer auch an anderen Spielern, die sie vom Sportplatz oder aus dem Fernsehen kennen. Deshalb funktionieren Mannschaften ja so gut, bei denen sich die Kinder untereinander Dinge abschauen könnnen.


    Als Trainer forme ich Randbedingungen, bilde also den Rahmen, in dem sich das Kind frei bewegen kann. Wichtig ist aber, dass das Kind nicht vollkommen allein gelassen wird, sondern dass es vom Trainer Orientierungshilfe bekommt. Das hat mit Fernsteuerung nichts zu tun. Aber möglicherweise redest Du nur vom freien Spiel und nicht vom Training?


    Grüße
    Oliver

  • Stefan, ironisch gefragt: Stehen nicht alle benutzten Wörter im deutschen Duden? Ich finde daher, der Vorwurf "Fremdwort" klingt immer etwas zu fremdenfeindlich: auf was bezieht er sich, auf "undeutsche" Wörter wie Thema, Training, Technik? Nicht sauer sein!


    Oliver: inhaltlich denken wir hier alle irgendwo ähnlich, glaube ich, nur wissen das viele wohl nicht. Jeder sportliche Trainer hat für sich Ehrgeiz, will, dass sein Team gewinnt etc., nur muss man diese Dinge im Kopf richtig ordnen, um sich dann richtig drauf zu verstehen: zuerst der Ehrgeiz o. das Team z.B.? Das hängt von der Zielrangfolge ab. Soll die Perönlichkeitsentwicklung der Kindes (statt Befriedigung seiner selbst) obenan stehen, dann kommt zuerst das Team, dann der Trainer und sein Ehrgeiz. Nur als Beispiel. Die Trittleiter ist da ein gutes Bild: sie gibt alles entscheidend vor - Richtung (natürlich immer nach oben), die für alle gleich genormten Abstände o. Gesamtlänge, Handlungsrahmen. Umfeld ist ein zunächst mal offener Raum, in dem sich auch Widerstände o. Hindernisse zeigen, mit denen jeder selbst(ständig) umgehen u. fertig werden muss: ausweichen, Konfrontation suchen, miteinander verhandeln/reden... Entscheidend ist mir das eigene Selbst: bewegt, entwickelt es sich weiter oder beharrt es starrsinnig (wie im sich verengenden Teufelskreis um einen Standpunkt) auf "etwas" bzw. soll es dies?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Fremdwörter klingt also etwas fremdenfeindlich und es gibt "undeutsche" Wörter?
    Auch wenn du schreibst, dass dies ironisch gemeint sei, versuchst du doch, in deiner, wie ich mittlerweile finde, widerlichen, selbstherrlichen und selbstgerechten Art, den Schreiber in eine bestimmte Ecke zu stellen!


    @all: Ich habe es noch nicht rausgefunden: Wie kann ich einen bestimmten User auf Ignore stellen, damit ich nicht jedesmal sein immer wiederkehrendes, negatives Weltbild lesen muss?

  • Davon abgesehen, dass ich besagten User ebenso als selbstgefällig und "von oben herab" bewerte und er darüber hinaus, nur Fragen/Diskussionspunkte beantwortet, die er mit seinen stilistisch anspruchsvollen Phrasen beantworten kann, die auf "seiner Linie" liegen, frage ich mich, wo hier die Ironie ist?


    Ich sehe sie nicht.


    Ich sehe eine rhetorische Frage. Wenn man sich solch eine Mühe gibt, sich sprachlich erhaben auszudrücken, dann noch über einen kleinen Schlenker den Post des Gesprächspartner zu politisieren (und das negativ) finde ich das peinlich und unangebracht.


    Und gerade du, der sich solche Mühe um die Gestaltung seiner Post macht, kann auch durch ein relativierendes "ironisch gefragt" nicht verschleiern, dass diese Botschaft, dieser Vorwurf so gewollt war. Das passiert dir nicht unbedarft, vor allem, nochmal, wo soll da Ironie eine Rolle spielen.



    Wirklich intelligente Menschen sind in der Lage sich so auszudrücken, dass dem/den Gesprächspartner möglich ist, zu folgen. Dabei kann man sich als gebildeter, interlligenter und eloquenter Mensch auf ein niederes "Niveau" begeben und nicht Dinge in die Post hineininterpretieren, die der User mit Sicherheit nicht sagen wollte.
    Nochmal, wegem dem Begriff "Fremdwort" nur diesen Bereich anzukratzen, ist ungehörig.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema.


    Achtung es folgt jetzt keine wissenschaftliche Abhandlung. Ich versuche Dinge zu erklären, dass es für fast alle verständlich ist. Für mich darf Sprache niemals ausgrenzend sein.
    Außerdem habe ich auch nicht studiert. Deshalb ist es nur meine persönliche Zusammenfassung aus vielen Büchern und Lehrgängen, die ich mir einverleibt habe.
    Schade, dass man so etwas seit einiger Zeit immer vorweg schreiben sollte. Es ist übrigens ein Grund warum ich kaum noch poste. Für einige Vielposter dieses Forums bin ich einfach nicht gebildet genug.

    Es gibt viele Bücher über Gruppendynamiken. Danach funktionieren Gruppen am Besten, wenn fast alle Charaktertypen durch eine Person besetzt werden können.
    Einige Beispiele für Charaktertypen.
    Der Neugierige
    Der Kritische
    Der Unkritische
    Der informelle Führer (Führungsspieler vom Team erwählt)
    Die Spaßbremse
    Der Clown
    Der Angepasste
    Der Revoluzzer
    Der Introvertierte
    Der Extrovertierte
    usw.
    Es gibt genügend Theorien, ob man diese Eigenschaften mit in die Wiege gelegt bekommen hat, oder ob sie anerzogen worden sind. Oder ob beide Faktoren eine Rolle spielen.
    Das ist für uns aber erst einmal unwichtig. Wir Trainer müssen mit den Ausprägungen der Spieler leben.



    Leider habe ich in den letzten Jahren bei den Kinder- und vor allem bei den Jugendtrainer eine Tendenz in Bezug auf die Charaktertypen beobachtet.
    In den kleinen Vereinen müssen die Trainer die Kinder nehmen wie sie sind. Den Trainer bleibt nichts anderes übrig wenn sie eine Mannschaft stellen wollen. Hier sind die Trainer gezwungen sich mit jedem Kind auseinander zu setzen.
    Sobald die Trainer die Möglichkeit der Auswahl haben, fallen oftmals die Kritischen, die informellen Führer, der Clown, der Extrovertierte und der Revoluzzer bei gleicher sportlicher Leistung unter den Tisch.
    Diese Jungs sind ja auch nicht einfach zu führen, wenn man nicht weiß wie es funktioniert.


    Meine persönliche Wahrnehmung in den letzten 5 Jahren. Damals fing es an, dass ganz viele meiner Spieler gescoutet wurden und somit zum Sichtungstraining der NLZ, der Stützpunkte oder der höherklassigen Vereine eingeladen wurden. Die Jungs, die eher zu den angepassten zählen, wurden fast alle genommen. Die weniger Angepassten hatten massive Probleme und die nur gering Anpassungsfähigen vielen durch das Sieb.
    Diese Tatsache ist aus Trainersicht auch völlig verständlich. Denn mit den Angepassten habe ich eine viel ruhigere Mannschaft, die viel einfacher zu führen ist.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Mario Bassler heute irgendwann in der C- oder B-Jugend scheitern würde. Selbst ein Matthias Sammer (Spitzname Motzi) hätte es heute sehr schwer.
    Vielleicht sollte hier ein Umdenkprozess eingeleitet werden.
    Vielleicht sind auch hier die Jugendtrainer die Talentbremsen.


    Wer sich ein wenig mehr mit dem Thema auseinander setzen will, für den habe ich eine Buchempfehlung:
    Bernhard Peters "Führungs-Spiel"

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

    2 Mal editiert, zuletzt von Dirk Coerverfan ()

  • Zitat Günter:


    Leider verwechseln, auch hier im Forum, viele dieses Fördern und Fordern dieser Eigenschaft bei Jugendlichen mit der Erfolgsgeilheit des Trainers. Für mich sind das absolut 2 Paar Schuhe.


    Ich sage...ganz klar...weil ich Modell Trainer nur zu gut kenne....


    -Leider verwechseln einige hier im Forum, dass echte Narzissten den Deckmantel des Erwachsenenfußballs mittels solcher Aufhängerr über den Kifu zu stülpen. Hierbei nutzen sie händeringend hochtrabende Begründungen, das Mäntelchen ausbreiten zu können.


    Genau deshalb....-anderes Thema/aber irgendwie dennoch passend- ist ein gutes regulierendes System die Antwort.


    Ich beziehe die Begrifflichkeit "Narzisst" nicht auf Günter. Sein Satz brachte mich zu diesem Gedanken...sofort...warum wohl?

  • Ach ich gebe es auf, kaum eine Diskussion hat hier wirklich Wert. Es gibt zwar wenige die versuchen inhaltlich zu diskutieren, aber spätestens ab dem dritten oder vierten Post, wird irgendetwas am Schreibstil oder ähnlichem bemängelt. Bleibt dies mal aus, kommt wieder jemand und erklärt zum tausendsten mal was es für schlimme Trainer gibt. Ich weiß nicht welche Diskussionen hier überhaupt noch einen Mehrwert haben, es ist schlichtweg traurig.

  • Dirk: Sehr guter Beitrag zur Sache, grad auch zur "Auswahl-Selektion", unterschreibe ich! Trainer sollten mit den individuellen Ausprägungen aller Spieler auskommen können vs alle auf sich als Vorbild trimmen wollen: da dies verschiedene Charaktere als werdende Persönlichkeiten unterdrücken, belasten würde. Doch ist dies eben schwierig: die Welt nicht nur durch die EIGENEN Augen zu sehen, sondern auch FREMDE Ansichten zuzulassen, die im Kopf Bewegung fordern (eine Zu-Mutung). Persönlichkeit ist vllt dies innere Zusammenspiel zwischen schon rein physisch notwendig eigener Position bzw. Aktion (die sich von selbst versteht) und der kreativ aufnehmenden Reaktion aufs herausfordernd Andere als Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern statt sich zu verlieren (wobei die Verlustangst als Wurzel der m Wettkampf wichtigen Aggression oft über-dominiert). Handeln (Aktion) ohne vorheriges Denken (Reflexion) ist zwar schnell, einfach, verbreitet, aber nicht kreativ o. flexibel. Sicher übt man automatisierte Abläufe im Training ein, aber in Bezug auf Technik: bei der Spielgestaltung sind olch Routinen oft kontraproduktiv - und sie rauben immer ein Stück persönliche Verantwortung, also verantwortliche Persönlichkeit: Vllt kommen wir noch zu Theorien, falls erstmal etwas Einigkeit in der Sache besteht...


    (Wer die Ignore-Funktion nicht versteht, wie soll man dem helfen: leichter geht's echt nicht: Nicht reden, tun!Ich habe sie jetzt - leider, aus Selbstschutz - vorerst eingeschaltet, um nurmehr Sachbeiträge beantworten zu müssen. Falls ich so dann welche verpasse, bitte ich um Verständnis - danke! Da auch das, was in Kindern, ihren Köpfen abläuft, einigen eben "fremd" zu sein scheint, könnte man hier später die Sach-Diskussion fortführen, im Moment erscheint es nicht zielführend.)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Lubi,


    ...schön. Was möchtest du denn gern? So nach dem Motto, ...wir haben drüber gesprochen ...schön....dann zurück zur Tagesordnung?


    Oder soll ich die Schnauze dazu halten, damits genehmer ist, damit die Tagesordnung wieder herrschen kann?


    Nöö, ...mit mir nicht. Im Gegensatz zu dir finde ich die wenigen Beiträge, die immer wieder vor Augen führen, ...die erinnern...die wachrütteln, ...anmahnen


    viiiieeeel wertvoller, mutiger, wacher, angenehmer....als die, die ständig wieder in den alten unerwünschten Trott verfallen.

  • Lubi hatte vllt andere Vorstellungen von der Diskussion, ihrem "Mehrwert" im Kopf als die, die uns die Titel-Formulierung "Persönlichkeitsbildung im Nachwuchs" nahelegt. Klar ist, dass ewige Vorwürfe, gegenseitig Angiften o. gar Schimpftiraden mit Aus-/Vertreibungs- bzw. Gedankenkontrollfantasien (im Gewand der Meta-Kommunikation) nichts bringen. Man muss das auf ignore stellen, leider... Sicher hat taktische Disziplin, Ordnung (eben von oben herab - wogegen ich grad fürs Gegenteil plädiere!) dahin geführt, dass es oft hieß: und am Ende gewinnt immer Deutschland (trotz spielerischer Glanzlosigkeit) - grad das o.g. Thema aber könnte hier mal ein gedankliches In-sich-gehen pro kreative Persönlichkeitsbildung ermöglichen, so unbeliebt diese gemäß Dirk o. ebenso meiner Beobachtung gerade bei offiziellen "Förderern" oft (nicht immer!) auch unterbewusst ist... Munter bleiben!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()