8+1 4-1-3

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  • Diese Höhe könnte man am Anfang auch bei Heimspielen markieren als Orientierung....


    Tut mir leid, hier beginnt für mich der Schwachsinn.


    auf der einen Seite wird freie Entfaltung im Kinderfussball gefordert, auf der anderen Seite ein Korsett an taktischen Vorgaben geknüpft.
    Korsett bedeutet einschnüren - das Gegenteil von freier Entfaltung.


    wird hier etwa oft etwas proklamiert (Kinderfussball), was in der Wirklichkeit anders gehandhabt wird?


    oder verwechselt man einach nur, die Trainertätigkeit mit seiner Truppe mit den Lehrproben bei der Lizensiierung, das sind nämlich 2 paar Schuhe.


    gg

  • Ich denke auch, Thomas86, dass deine taktischen Inhalte zur Viererkette für eine D-Jugend zu starr sind und die Kinder zu sehr in ihrer Freiheit einschränken und ihnen dadurch die Möglichkeit nehmen, eigene Erfahrungen zu sammeln. Das Vorgeben von Abständen, etc., d.h. festgelegten Verhaltensweisen in ganz bestimmten Situationen, ich meine hier also die Themen, nach denen du fragst (Nachrücken des IV, Höhe der Kette bei Kontern). In der D ist wichtig, dass die Kinder das richtige Verhalten im defensiven 1:1 erlernen, das hat oberste Priorität, denn wenn sie keine Zweikämpfe gewinnen können, nutzt dir keine Taktik etwas. Dazu eine kleine Anekdote von unserem vorletzten Spiel, wir hatten einen starken Gegner zu Gast. Als einer seiner Spieler an der linken Außenbahn auf Höhe des Strafraums zwei unserer Spieler förmlich stehen ließ, sagte mein Auswechselspieler zu mir, da müssten doch mehr Abwehrspieler eingreifen, woraufhin ich antwortete, fünf Mann dahin zu schicken würde ja aber auch nicht viel bringen, die fehlten dann nämlich anderswo auf dem Platz.


    Ich meine, man kann ihnen neben dem defensiven 1:1 auch noch vermitteln, wie sie sich in der Abwehrarbeit gegenseitig unterstützen können. Dabei können die Kinder sehr gut mit arbeiten. So ist es z.B. ziemlich einleuchtend, warum ein zweiter Spieler seinen Kameraden, der den ballführenden Gegner angreift, absichern sollte. Und auch auf seine empfehlenswerte Position, d.h. ungefährer Abstand und Orientierung, können die Kinder selbst kommen, wenn man die Situation isoliert betrachtet. Noch mal etwas konkreter: am wichtigsten ist, dass sie lernen, wie sie im 1:1 vorgehen, andere Spieler völlig außer Acht lassend. Daneben beginnen die gruppentaktischen Fragen dann, wie ich meine, folgendermaßen:


    * Wer sollte den Ballführenden angreifen? Erwünschte Antwort: Im Regelfall derjenige, der ihn als erster erreichen kann. Beschränke dich hier und in allen anderen Betrachtungen übrigens stets auf den Regelfall, zu viel auf einmal verwirrt die Kinder nur.


    * Wie sollte er angreifen? Hier erwarte ich, dass sie zunächst mal mit ihrem 1:1-Wissen kommen. Ich würde dann weiter fragen, ob er voll drauf gehen sollte oder den Angreifer stellen sollte. Den Begriff 'Stellen' würde ich erklären, damit sie wissen, was ich meine. Ich würde sie dann in die Richtung steuern wollen, dass nicht eine der beiden Antworten richtig ist, sondern es vor allem darauf ankommt, ob der attackierende Verteidiger abgesichert wird. Ist das der Fall, so soll er voll drauf gehen, ist er es nicht, muss er vorsichtiger agieren.


    * Das führt dann zum Verhalten der Mitspieler. Was ist denn besser, wenn der Verteidiger voll drauf gehen kann oder wenn er vorsichtig sein muss, was ist für uns weniger gefährlich, wann kriegen wir eher den Ball zurück? Was sollte ich also tun, wenn mein Mitspieler einen Angreifer stellen muss? Antwort: ihm helfen, indem ich in absichere. Wer macht das sinnvollerweise? Antwort: Der, der der Absicherungsposition (s.o.) am nächsten ist.


    Danach wäre es ja eigentlich wichtig, dass die übrigen, eher ballfernen Spieler entstandene Lücken stopfen, ein ballnaher Spieler könnte doppeln. Aber das ist erst einmal zu kompliziert, mir würde da erst einmal reichen, dass sich die verteidigende Mannschaft darum bemüht, geschlossen hinter den Ball zu kommen. Dadurch wird es automatisch in der Mitte eng und für den Gegner schwer.


    Wichtig ist also, dass die Individualtaktik im defensiven 1:1 sitzt, d.h. dass sie lernen, den Gegner richtig anzulaufen, sich richtig zu postieren, den Durchbruchversuch des Gegners zu antizipieren und dann schnell zu reagieren. Und gruppentaktisch interessiert dann erst einmal nur der Bereich in Ballnähe. Dass man seinen Mitspieler absichern sollte, dass das z.B. auch Priorität vor dem Doppeln hat. Letzteres kann man sehr gut im Spiel demonstrieren, da gibt es häufig die Situation, dass zwei Verteidiger gleichzeitig voll auf einen Angreifer gehen, der dann beide gleichzeitig aussteigen lässt, und frei vor dem Tor steht. Solch eine Situation bietet sich für die Unterbrechung und die Erklärung des geschickteren Vorgehens an.


    Verschieben der ganzen Kette, Verhalten auf konkreten Positionen, Verhalten der Kette in konkreten Situationen, das ist alles viel zu früh, die Kinder können es nicht mit ihren Erfahrungen in Einklang bringen und verstehen daher die Gründe nicht wirklich. Das ist dann so wie die bedauerlicherweise antrainierte Manndeckung ein paar meiner Spieler (ich war es nicht!): sie können nicht beurteilen, wann die Manndeckung anzuwenden ist, und decken teilweise auch völlig ungefährliche Spieler..


    Bei der Ausbildung von Spielern ist es wichtig, dass sich gute Technik mit Spielintelligenz verknüpft. Letztere solltest du auch fördern, anstatt Vorgaben zu machen, welchen sich die Spieler zwar unterwerfen werden, deren Sinn sie aber nicht wirklich begreifen können, wodurch sie in einigen Situationen werden falsch agieren müssen. Und sie werden viel weniger flexibel reagieren können.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Selbst in der sog. Sonderstaffel finde ich eine 4er Kette zu viel.


    Bei uns in der D-Jugend Bezirksoberliga (Bayern) wird praktisch nur mit 3er Kette gespielt dazu spielen noch die beiden AV's offensiv mit. (Sehr laufintensiv) Sonst finde ich deine Ideen gut, die mit dem passenden "Spielermaterial" auch umgesetzt werden können.

  • zur 4er Kette


    schon 2-3 mal und auch gestern wieder bei einer Mannschaft (C-Bezirksliga) gesehen.


    Grundformation eindeutig Viererkette. bei Ballbesitz des Gegners liessen sich die beiden Innenvertiger fallen, 6er rückte in die Kette.
    es entstand ein lupenreines 2 :3. man könnte auch sagen hinter einer 3er Kette agierten 2 Liberos. bei Ballbesitz dann wieder ganz deutlich 4er Kette zu sehen.
    diese Abwehr wurde kein einziges mal bei Konter überlaufen, obwohl die Abwehrspieler nicht die schnellsten waren.


    in der D spielte ich übrigens ähnlich, auch sehr erfolgreich, da leicht erlernbar. , jedoch 3er Kette, bei der sich nur einer fallen liess.


    gg

  • Nochmals Hallo zusammen,


    mein Trainerkollege und ich habens uns mal die Mühe gemacht, dass was wir unseren Jungs näher bringen wollen zu verschriftlichen. Es soll also quasi als "Taktikleitfaden" dienen.


    - welche Formation 4-1-3 ? und 4-4
    - wie spielt man defensiv? wie verhalten wir uns, wenn der Gegner abstoß hat?
    - gegnerische freistöße und eckstöße?


    und ganz wichtig:


    i) wie weit lässt sich die viererkette bei einem Konter fallen
    ii) soll der IV beim 8+1 im Zentrum bleiben oder nicht? Meiner meinung nach klar mit verschiebn (Absicherung + fehlende Konstanz des AV "Unerfahrung")



    Würde mich abermals über euer Feedback freuen!


    Gruß Thomas & Fabian

  • Wer mit den D-Junioren bereits ein Spielsystem einstudieren will der sollte sich vorher
    gerade in der Defensive einige Fragen stellen. Normalerweise beginnen wir in der Ausbildung
    vom einfachen, zum schweren und dann zum Komplexen. Zudem vom Bekannten zum Unbekannten.
    Die Frage ist nun, ist dies im modernen Verteidigen möglich?


    Wie ich es hier aus den Beiträgen rausgelesen habe, liegt der taktische Schwerpunkt in der Defensivarbeit,
    was ich für völlig falsch halte. Mir als Trainer kann es doch egal sein, wieviele Tore ich hinten reinbekomme,
    solange ich vorne immer eins mehr erziele, passt das doch. Soviel zumindestens im Bezug auf die Statistik.
    Ich selber halte es für wichtiger Offensivspieler auszubilden, da hier der wirkliche Spaß am Fußball bei den Kindern
    hochkommt und ich die Kinder so langfristig im Fußball behalte. Alle Kinder wollen gerne den Gegner austricksen und
    viele Tore schießen. Steht ein Kind nur in der Abwehr und kann nur als Gegenpart zum Angreifer agieren, ist das Risiko
    höher das dieser sich später vom Fußball abkapselt.


    Daher würde ich speziel in allen Jugendbereichen viele technikversierte Dinge machen, wie zum Beispiel die Ballbeherrschung und
    Finten + Tricks schulen und ausbilden bzw. verfeinern. Mit der Individualtaktik würde ich in der E-Jugend (a) beginnen und dann
    ab der D-Jugend (a) in die Gruppentaktik gehen. Mit der C- und B-Jugend kommt dann schwerpunktmäßig in der Taktik die Mannschaftstaktik hinzu.


    In der jetzigen E-Jugend spielen wir 3-3 + 1. Ab der D-Jugend sehe ich meine jetzige Vorstellung im 4-4 + 1
    Es heißt also für alle und für jeden mit am Angriff teilzuhaben aber auch mit nach hinten zu arbeiten.
    Methodisch würde ich dann in der C-Jugend ins 4-4-2 + 1 gehen und dann nach und nach andere taktische Systeme ausprobieren.


    Nochmal einen grundlegenden Satz zum Thema: "Man muss sich nach den Spielern richten die man hat!"
    Wir sind alle Trainer, einer mit mehr Erfahrung, einer mit weniger Erfahrung, dafür aber vielleicht mit mehr Fachwissen.
    Was hindert uns daran, die Kinder und Jugendlichen so auszubilden wie wir sie haben wollen?
    Fehlt uns in der B-Jugend ein offensiver Mittelfeldspieler, dann bilde ich ihn danach aus!


    Natürlich muss man hier sehr vorsichtig sein. Positionsidioten hat die Welt genug!!! :)

  • Wer mit den D-Junioren bereits ein Spielsystem einstudieren will der sollte sich vorher gerade in der Defensive einige Fragen stellen. Normalerweise beginnen wir in der Ausbildung vom einfachen, zum schweren und dann zum Komplexen. Zudem vom Bekannten zum Unbekannten. Die Frage ist nun, ist dies im modernen Verteidigen möglich?


    Eben genau das frage ich mich ja, wie komme ich von einem E-Jugend-Team, in dem bisher recht viel rotiert wird, in dem das defensive 1:1 i.d.R. gemeinsam mit den offensiven 1:1 trainiert wird, über das D9 zum, wenn ich es mal so nennen darf, C11 oder, später noch, A11? Und welche taktischen Systeme unterstützen dabei, welche stellen eher Umwege dar? Was sind andererseits notwendige und/oder sinnvolle Zwischenschritte, um die Spieler bestmöglich zu fördern, ohne sie zu überfordern? Wobei mir bei all diesen Überlegungen klar ist, dass die Spieler mit ihren Fähigkeiten immer den Rahmen vorgeben.


    Wie ich es hier aus den Beiträgen rausgelesen habe, liegt der taktische Schwerpunkt in der Defensivarbeit, was ich für völlig falsch halte. Mir als Trainer kann es doch egal sein, wieviele Tore ich hinten reinbekomme, solange ich vorne immer eins mehr erziele, passt das doch. Soviel zumindestens im Bezug auf die Statistik. Ich selber halte es für wichtiger Offensivspieler auszubilden, da hier der wirkliche Spaß am Fußball bei den Kindern hochkommt und ich die Kinder so langfristig im Fußball behalte. Alle Kinder wollen gerne den Gegner austricksen und viele Tore schießen. Steht ein Kind nur in der Abwehr und kann nur als Gegenpart zum Angreifer agieren, ist das Risiko höher das dieser sich später vom Fußball abkapselt.


    Wer spricht denn hier von der Ausbildung von Positionsidioten und reinen Defensivspielern? Tatsächlich gehört beides zum Fußball, gute offensive Fähigkeiten, aber auch eine solide Defensive. Dabei ist die Defensivtaktik, wie ich finde, aber weniger komplex und weist eine viel höhere Gleichförmigkeit aus. Und man braucht für sie weniger technische Fähigkeiten als Schnelligkeit und Antizipation. Daher passt es aus meiner Sicht schon ins Bild, dass man in der D-Jugend mit Individual-, und später auch Gruppentaktik (wobei die Gruppe ja erst einmal aus nur zwei Spielern besteht) beginnt. Wenn ich es mir recht überlege, ist es in der Offensive aber auch ähnlich, da wird das Passspiel wichtiger, der Doppelpass wird zum Thema, sowie das Hinterlaufen. Das sind ja auch schon Gruppenaktionen.


    Daher würde ich speziel in allen Jugendbereichen viele technikversierte Dinge machen, wie zum Beispiel die Ballbeherrschung und Finten + Tricks schulen und ausbilden bzw. verfeinern. Mit der Individualtaktik würde ich in der E-Jugend (a) beginnen und dann ab der D-Jugend (a) in die Gruppentaktik gehen. Mit der C- und B-Jugend kommt dann schwerpunktmäßig in der Taktik die Mannschaftstaktik hinzu.


    Eben. Es geht hier doch genau um D-Junioren. Ich bin exakt deiner Meinung, in der E-Jugend kann man die defensive Individualtaktik thematisieren, wobei ich meine, dass durch Spiele in kleinen Mannschaften viele freie 1:1-Situationen den Kindern den reichsten Erfahrungsschatz geben. Die elementarste defensive Gruppentaktik, das Absichern des angreifenden Verteidigers, kann man mit E-Junioren auch erarbeiten, ebenso wie E-Junioren offensiv mit gezielten Pässen und Freilaufaktionen agieren können, ein nicht unerheblicher Teil von ihnen zumindest und grundsätzlich. In der D verfestigt sich das dann, die taktischen Gruppen werden allmählich größer.


    In der jetzigen E-Jugend spielen wir 3-3 + 1. Ab der D-Jugend sehe ich meine jetzige Vorstellung im 4-4 + 1. Es heißt also für alle und für jeden mit am Angriff teilzuhaben aber auch mit nach hinten zu arbeiten.


    Wir spielen auch gerade 3-3 (plus Torspieler). Ich fragte mich eben auch, ob der Wechsel zum 4-4 meinen Spielern leichter fällt, oder der zum 3-2-3. Und dann auch, was ich mir, wenn ich eine optimale Entwicklung fest stellen dürfte, für das letzte D-Jugendhalbjahr wünsche, was also das Etappenziel am Ende der D-Jugend darstellt bzw. am ehesten verkörpert. In der Defensive entspricht das 4-4 da durchaus meinen momentanen Vorstellungen, eben aus den Gründen, die du nennst: alle Spieler sollen sich an der Defensivarbeit beteiligen, und zwar an der tatsächlichen Defensivarbeit, einen auf das Zuspiel nach der Balleroberung seiner Mannschaft lauernden, einsamen Stürmer möchte ich eigentlich (zumindest noch) nicht haben. Aber das 4-4 dürfte tatsächlich im Angriff zu flach sein, um einerseits Druck auf den Gegner aufbauen zu können, Räume für die Offensivaktionen zu schaffen, und gleichzeitig gegen Konter bei Ballverlust absichern zu können. Daher muss man in der Offensive ein anderes System wählen, wie z.B. ein 2-3-3 oder 3-2-3. Klar ist aber auch, dass das nur theoretische und ideale Wunschvorstellungen sind, die man seiner Mannschaft nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten abverlangen darf. Auch halte ich es in der D nach wie vor für wichtig, dass alle Spieler auf den offensiven wie den defensiven Positionen Erfahrung sammeln. Ich bin gespannt, wie sich das mit dem unerbittlichen Spielbetrieb vereinbaren lässt.


    Methodisch würde ich dann in der C-Jugend ins 4-4-2 + 1 gehen und dann nach und nach andere taktische Systeme ausprobieren.


    Das 4-4-2 mit flachem Mittelfeld scheint durchaus auch das in der Ausbildung beliebteste erste 11er-System zu sein. Ich finde das 4-2-3-1 eigentlich auch nicht viel komplizierter, aber das ist für mich ja noch etwas weiter weg.


    Nochmal einen grundlegenden Satz zum Thema: "Man muss sich nach den Spielern richten die man hat!" Wir sind alle Trainer, einer mit mehr Erfahrung, einer mit weniger Erfahrung, dafür aber vielleicht mit mehr Fachwissen. Was hindert uns daran, die Kinder und Jugendlichen so auszubilden wie wir sie haben wollen? Fehlt uns in der B-Jugend ein offensiver Mittelfeldspieler, dann bilde ich ihn danach aus!


    Das klingt bei dir so einfach... Letztlich wünsche ich mir, fast nur Allrounder auszubilden, d.h. Spieler, die überall spielen können. Zumindest halbwegs ordentlich. Aber verschiedene Spieler haben verschiedene Begabungen und sind daher auch in unterschiedlichem Maß für bestimmte Positionen geeignet. Wobei das im Breitensport und gerade in der Jugend für mich noch keine Rolle spielt, da überwiegt bei mir absolut das Interesse an der Universalität der Ausbildung. Das ändert aber nichts daran, dass am Ende nicht Spieler heraus kommen, die alles gleich gut können, es wird weiterhin die kleinen Wuseligen und die großen Kopfballungeheuer sowie die ganzen Schattierungen und Rekombinationen dazwischen geben. Die zunehmende Herausbildung von Wunschpositionen wird es aber sicher auch immer mehr geben..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Daher würde ich speziel in allen Jugendbereichen viele technikversierte Dinge machen, wie zum Beispiel die Ballbeherrschung und
    Finten + Tricks schulen und ausbilden bzw. verfeinern. Mit der Individualtaktik würde ich in der E-Jugend (a) beginnen und dann
    ab der D-Jugend (a) in die Gruppentaktik gehen. Mit der C- und B-Jugend kommt dann schwerpunktmäßig in der Taktik die Mannschaftstaktik hinzu.


    Genauso sehe ich das grundsätzlich auch, ...mache es so aber nicht, weil:


    -Trainer vor mir das 1:1 in der F und E -meiner Meinung entsprechend- nicht ausreichend....besser....restlos nicht ausreichend geschult haben und ich deswegen...also wegen dieser jahrelangen Defizite in der D (goldenes Lernalter) gezwungen bin, diese Defizite abzubauen.


    Dabei glaube ich (glauben ist nicht wissen;-)), dass das Spiel nach vorne eine natürliche Sache ist und das Spiel nach hinten....so gut wie nicht. Sie wollen Tore schießen...jeder...und geifern hierbei mit....was nach hinten nur einige wenige auszeichnet. Entsprechend....ist zumindest mein Auftrag hier glasklar ein anderer, ....leider.


    In der Praxis sieht das so aus, dass ein, zwei oder drei VT gegen 1, 2 bis 4 Angreifer spielen und über oftmals über Provokationsregeln oder im "Weinschen" Feld aggieren. Hierbei schule ich die Offensive versteckt mit....Schwerpunkt ist aber die Abwehr....besser gesagt...das individuelle oder gruppentaktische Verteidigen.


    Was mich derzeit kolossal nervt und nach unten zieht ist, dass ich sehr antrittsschwache Spieler habe, die gegen starke schnelle Spieler in der höchsten Liga im Breitensport spielen. Ich möchte nicht wissen, wieviele Tore wir kassiert hätten, wenn sie individualtaktisch defensiv schlechter (untrainiert) dastünden. Umgekehrt....würden sie offensiv genauso schwach da stehen, weil die meisten halt nicht in der Lage sind, schnell zu aggieren. Also wie man es dreht....egal. Übrig bleibt....dass die größten Defizite beim 1:1 herrschen. Ich vermute, dass hier zu Lasten dieses Themas zu frühzeitig in ein Passkombinationsspiel einsteigen wollte/eingestiegen ist. Und genau DAS ist der größte Fehler (aus meiner Sicht), den sehr viele Trainer im Jugendbereich machen. Da fehlt das Fundament und das zieht sich bis ganz oben durch! Das 1:1 ist für mich so grundlegend wichtig....und egal was ich hier trainiere (wo mein Schwerpunkt liegt) ich trainiere es eigentlich immer beides...da einer angreift und einer verteidigt. Wenn das nicht sitzt, habe ich das berühmte Loch im Eimer....ich kann kippen wie ich will, der Eimer wird nicht voll!


    TRST: Wie siehst du das, nachdem ich dir das nun so erklärt habe?

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Auf den DFB-Stützpunkten werden die Abschlußspiele zwar ballorientiert geführt. Hierbei geht es primär darum Angriffs- bzw. Abwehrdreiecke zur Überzahlbildung zu vermitteln. Dies schließt intelligentes Dribbling nicht aus, es ergänzt es allenfalls als Möglichkeit, wenn der Gegner die Räume geschickt zustellt, ein Pass nicht so genau ankommt oder eine 1 : 1 Situation im Torabschluß entsteht.


    Ich denke, man kann Übungen und Varianten zur Überzahlbildung ins Training der D-Jugend einflechten, bei denen der "dritte Mann" eine Rolle spielt. Alles, was darüber hinaus geht, wird einen D-Jugendlichen noch überfordern.

  • @.
    TW


    ist auch meine Sichtweise, im D_jugendalter war für mich Überzahl schaffen und verschieben, wodurch ich ja auch Überzahl schaffe ein Schwerpunkt


    die Kette, wird in dieser Altersgruppe für mich zu bedeutend angesehen, vor allem in den Feinheiten, die hier manchmal diksutiert werden.



    Andre


    hatten wir mal nicht eine Diskussion, in der es darum ging den Altervorgaben der DFB Richtlinien strikte zu folgen, anstelle das anzubieten, was die Mannschaft braucht.?


    warum glaubst du, dass bei der Sichtung stark auf antrittsschnelle Spieler wert gelegt wird, weil man dies im Gegensatzu anderen Themen nur unwesentlich verbessern kann.


    gerade antrittsschwachen Spielern sind Grenzen gesetzt. , da stossen auch gut ausgebildetete 1:1 Spieler an ihr Limit.


    da musst du dir einfach taktisch was einfallen lassen, vielleicht auch, es geht ja um B-Jugend, etwas abweichend von deinen eigenen Grundvorstellungen.


    wie ich sehe, bist du auch vom Training, bei dem nur ein Schwerpunkt bearbeitet wird, abgekommen und trainierst mehr in richtung Ganzheitsmethode.
    oder täusche ich mich da?


    ob man mehr Wert auf Devensivtraining oder Offensivtraining legt, ist wohl auch immer etwas persönliche Einstellungssache.


    im Prinzip trainiert man doch aber bei den meisten übungen doch wohl auch gleichzeitig.


    bie 1:1 hast du das ja auch angedeutet.


    gg

  • Eben genau das frage ich mich ja, wie komme ich von einem E-Jugend-Team, in dem bisher recht viel rotiert wird, in dem das defensive 1:1 i.d.R. gemeinsam mit den offensiven 1:1 trainiert wird, über das D9 zum, wenn ich es mal so nennen darf, C11 oder, später noch, A11? Und welche taktischen Systeme unterstützen dabei, welche stellen eher Umwege dar? Was sind andererseits notwendige und/oder sinnvolle Zwischenschritte, um die Spieler bestmöglich zu fördern, ohne sie zu überfordern? Wobei mir bei all diesen Überlegungen klar ist, dass die Spieler mit ihren Fähigkeiten immer den Rahmen vorgeben.

    Es ist nicht möglich nach den im Zitat vorgegebenen Schritten vorzugehen. Erst mit der Grundlage im individualtaktischen Bereich kann gezielt
    auf die Gruppen- und danach auf die Mannschaftstaktik eingegangen werden. Aber dennoch ist das Verteidigen alleine oder zu zweit im zB. 2:1 nicht
    einfacher als das Verteidigen im 1:1. Sobald ich Mitspieler habe und aus dem Spiel heraus eine systematische Gruppe oder sogar einen Verband bilden kann
    muss ich mich mit denen Absprechen und Kommunizieren können, damit eine Absicherung in Gleichzahl oder sogar Überzahl in Ballnähe stattfinden kann.
    Die Konzentration gilt nun also nicht mal mehr nur einem selber, sondern der Spieler muss sich auch auf seine unmittelbare Umgebung konzentrieren und
    darüber hinaus, eventuell sogar einen Seitenwechsel antizipieren um schnellstmöglich die Überzahl in Ballnähe schaffen zu können.
    Beherrscht ein Spieler die in der Gruppe oder im Verband benötigten individuellen Fertigkeiten nicht - sei es technisch oder taktisch -, wird solch ein
    Muster auf Dauer auseinander gerissen.


    Sicher geben die Spieler die ich habe, den Bewegungsraum vor, in dem ich mich als Trainer in den Traininigseinheiten austoben kann,
    aber zumindestens im 0:1, 1:1, 1:2 u. 2:1 eignet sich jedes Kind beim nachmittaglichen Bolzen mit Kumpels Verhaltensmuster und Erfahrungen an.
    Auf diese muss ich nur zurückgreifen und diese dann verfeinern.
    Und dennoch soll jedes Kind meiner Auffassung nach, seinen eigenen Stil entwickeln können, mit dem es am besten klar kommt.
    Aber mit Hinsicht auf die nachfolgende Gruppen- und Mannschaftstaktik.

    Wer spricht denn hier von der Ausbildung von Positionsidioten und reinen Defensivspielern? Tatsächlich gehört beides zum Fußball, gute offensive Fähigkeiten, aber auch eine solide Defensive. Dabei ist die Defensivtaktik, wie ich finde, aber weniger komplex und weist eine viel höhere Gleichförmigkeit aus. Und man braucht für sie weniger technische Fähigkeiten als Schnelligkeit und Antizipation. Daher passt es aus meiner Sicht schon ins Bild, dass man in der D-Jugend mit Individual-, und später auch Gruppentaktik (wobei die Gruppe ja erst einmal aus nur zwei Spielern besteht) beginnt. Wenn ich es mir recht überlege, ist es in der Offensive aber auch ähnlich, da wird das Passspiel wichtiger, der Doppelpass wird zum Thema, sowie das Hinterlaufen. Das sind ja auch schon Gruppenaktionen.

    Jedes Kind hat mit dem Verständnis und dem Sinn im Fußball einen natürlichen Zug zum Tor. Aus welchem Grund, sollte der Trainer Ihn nun zuerst defensiv
    ausbilden und dann erst offensiv. Das Ziel im Fußball ist es Tore zu erzielen und dann erst zu verhindern. Wir wollen doch agieren, statt nur zu reagieren.
    Der Vergleich zwischen diversen Aufgaben der Spielerpositionen vor 20 Jahre und heute zeigt doch deutlich, dass der Trend immer weiter dahin ging und geht, dass
    der Abwehrspieler ebenso im Angriff sehr stark sein muss und nicht nur in der Abwehr. Schon alleine die Tatsache, dass der Libero aus den Spielsystemen genommen
    wurde sagt doch schon alles. Die Position des früheren Liberos nimmt, nun der Torspieler ein. Wieso sollte ich auch zwei/drei Spieler in der Abwehr verschenken,
    wenn ich diese dort gar nicht benötige?


    Eine Statistik zum Beispiel um beim Torspieler zu bleiben zeigt, dass während der WM 2010 von vollen 100% Spielbeteiligung der
    Torspieler nur 30% in der Abwehr von Bällen lag und volle 70% im Einleiten von Angriffen, Offensivaktionen und Ballverlagerungen.
    Das Spiel im allgemeinen ist also offensiver geworden als dies der Fall in der defensive ist...

    Eben. Es geht hier doch genau um D-Junioren. Ich bin exakt deiner Meinung, in der E-Jugend kann man die defensive Individualtaktik thematisieren, wobei ich meine, dass durch Spiele in kleinen Mannschaften viele freie 1:1-Situationen den Kindern den reichsten Erfahrungsschatz geben. Die elementarste defensive Gruppentaktik, das Absichern des angreifenden Verteidigers, kann man mit E-Junioren auch erarbeiten, ebenso wie E-Junioren offensiv mit gezielten Pässen und Freilaufaktionen agieren können, ein nicht unerheblicher Teil von ihnen zumindest und grundsätzlich. In der D verfestigt sich das dann, die taktischen Gruppen werden allmählich größer.

    In der E-Jugend muss man mit gruppentaktischen Inhalten nur sehr aufpassen. Im Vergleich zwischen E- und D-Junioren besitzen
    die E-Junioren ein noch nicht sehr ausgeprägtes peripheres Sehvermögen. Das heißt, die Kinder nehmen die Umgebung ganz anders
    war als ältere Sportkollegen. Vondaher, würde ich mich im Verbessern von gruppentaktischen Inhalten sehr stark zurückhalten, weil ich
    sonst beurteilen können müsste, welchen Bereich die Augen abdecken. Um dann die Fehler konkret und individuell bearbeiten zu können.
    Wobei Kinder hier auch keine Fehler machen, sondern einfach Bewegungserfahrung sammeln!


    Sicher steigt der Erfahrungswert mit der Maße an 1:1-Situationen. Aber ich als Trainer kann Tipps und Hilfestellungen geben,
    wie solche Situationen taktisch und technisch am Besten oder auch gut gelöst werden können. - Wie schon gesagt:
    Geb meiner Oma einen Zettel mit einer Trainingseinheit, die baut das alles so auf und es läuft gut. Aber das was sie nicht kann,
    und das was einen guten Trainer ausmacht, ist das Wissen und Know-How "Fehler" zu erkennen und diese individuell zu verbessern.

    Wir spielen auch gerade 3-3 (plus Torspieler). Ich fragte mich eben auch, ob der Wechsel zum 4-4 meinen Spielern leichter fällt, oder der zum 3-2-3. Und dann auch, was ich mir, wenn ich eine optimale Entwicklung fest stellen dürfte, für das letzte D-Jugendhalbjahr wünsche, was also das Etappenziel am Ende der D-Jugend darstellt bzw. am ehesten verkörpert. In der Defensive entspricht das 4-4 da durchaus meinen momentanen Vorstellungen, eben aus den Gründen, die du nennst: alle Spieler sollen sich an der Defensivarbeit beteiligen, und zwar an der tatsächlichen Defensivarbeit, einen auf das Zuspiel nach der Balleroberung seiner Mannschaft lauernden, einsamen Stürmer möchte ich eigentlich (zumindest noch) nicht haben. Aber das 4-4 dürfte tatsächlich im Angriff zu flach sein, um einerseits Druck auf den Gegner aufbauen zu können, Räume für die Offensivaktionen zu schaffen, und gleichzeitig gegen Konter bei Ballverlust absichern zu können. Daher muss man in der Offensive ein anderes System wählen, wie z.B. ein 2-3-3 oder 3-2-3. Klar ist aber auch, dass das nur theoretische und ideale Wunschvorstellungen sind, die man seiner Mannschaft nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten abverlangen darf. Auch halte ich es in der D nach wie vor für wichtig, dass alle Spieler auf den offensiven wie den defensiven Positionen Erfahrung sammeln. Ich bin gespannt, wie sich das mit dem unerbittlichen Spielbetrieb vereinbaren lässt.

    Alle Spielsysteme die hier genannt wurden, beruhen erstmal nur in der Abwehr, bei zB. Balleroberung des Gegners.
    In der Offensive sieht das ganze sowieso anders aus. Viele Clubs spielen in der Abwehr ein System im 4-4-2 (flach) und in der Offensive
    dann 4-4-2 mit Raute oder verschieben sogar ganz hoch auf ein 2-4-4, wobei ich auf der ballabgewanten Seite dann den Außenverteidiger etwas
    tiefer stehen lassen würde, um schnell bei Ballverlust eine kompakte Defensive herstellen zu können. So kann man immer etwas rumspielen.
    Um es so wie ich es im Beispiel geschrieben habe machbar ist, kommt auf die eigene Mannschaft an. Wenn ich so überlegen bin, warum also nicht?


    Alle Spieler im Kinder- und Jugendalter sollten alle Positionen mehrmals durchlaufen haben. Das setzt natürlich voraus, dass ich als Trainer wirklich
    an der Ausbildung der Kinder interessiert bin und auf die Statistik keinerlei Wert lege. Wer wirklich gut und langfristig ausbildet, kann keine statistischen
    Erfolge nachweisen. Auch nicht, wenn ich Xmal besser bin als alle Mannschaften aus dem Nord- o. Süddeutschenraum.
    Mit meinen Mannschaften stand ich bisher immer unten mit drin, dass soll nun nicht heißen, dass alle Mannschaften die unten drin stehen
    einen guten Trainer haben und alle die oben drin sind in wenigen Jahren versagen werden. Aber das Grundprinzip liegt da.
    Ich habe es meinem Verein Xmal versucht zu erklären, keiner konnte und wollte es verstehen... ...Fazit: Trennung und fertig!

  • Weiterführung...

    Zitat

    Das
    4-4-2 mit flachem Mittelfeld scheint durchaus auch das in der
    Ausbildung beliebteste erste 11er-System zu sein. Ich finde das 4-2-3-1
    eigentlich auch nicht viel komplizierter, aber das ist für mich ja noch
    etwas weiter weg.

    Der Umstieg vom flachen 4-4 in der D-Jugend in das 4-4-2 ist einfach mit am einfachsten. In der Offensive kann man sich dann auf
    ein 4-4-2 Raute oder ein 2-4-4 festlegen. Es kommt halt drauf an wie weit meine Jungs dann bereits sind. Sicher kann ich auch
    ins 4-2-3-1 gehen. Das hängt allerdings mit davon ab, in was für einem Zeitraum ich die Spieler dann rotierend aber auch positionsspezifisch
    ausbilden kann um solch ein System dann effektiv spielen zu können.

    Jeden Spieler individuell auszubilden, damit er ein Allrounder wird, ist zeitlich im Breitensport nicht drin, das stimmt.
    Zumindestens dann nicht, wenn man keine zwei weiteren Trainer dabei hat die ähnlich ticken wie einer selber.
    Aber ich kann im Kinder- und Jugendbereich sehr breitgefächert ausbilden, um zumindestens die Grundlagen zu legen
    damit ein möglichst schnelles (evenetuelles) Umdenken des Spielers zu weniger "Zeitverlust" führt.
    Sicher haben alle Kinder und Jugendliche ihre - ich sag mal - Vorteile und Nachteile wenn es positionsspezifisch zu geht. Darum geht es mir aber auch nicht.
    Im Rahmen der Möglichkeiten die der Trainer hat und damit auch deren Spieler, sollte er sich bewegen können.
    Von den körperlichen Grundlagen her, wird es immer jemanden geben der schneller ist als der andere.
    Aber trotzdem kann er die selbe Position mit zB. erhöhtem Antizipationsvermögen mind. genauso gut ausfüllen wie der der körperlich überlegen ist.


    Sry, ich musste meine Zitate löschen -> Nachricht ist zu lang... :evil: ^^

  • Die Frage die ich mir an dieser Stelle stelle ist folgende: "Warum laufen deine Spieler nicht mit nach hinten?"
    Ist es nicht auch ein Anreiz sich den Ball wiederzuholen um dann wieder nach vorne zu marschieren oder
    fehlt ihnen die Luft um solange durchzuhalten. Vielleicht fehlt auch das Lob vom Trainer, wenn sich jemand besonders
    nach hinten anstrengt und den Gegenspieler am Angriffsspiel behindert. Meiner Vermutung liegt in der Motivation, was meinst du?
    Oder hast du schonmal deine Kids gefragt, ohne dabei jemanden abzuwerten etc.?


    Ich bin mir ganz sicher, dass der Zug zum Tor dann natürlich ist, wenn die Kinder wissen:
    "Ich kann durch Toreschießen gewinnen!" Währe das Ziel, den Kasten hinten dicht zu halten, würde zwar
    erst gar kein Spielfluss zu stande kommen, aber auch die Denke der Kids währe anders.


    Ein Beispiel: "Ich (Trainer B) und Trainer A dürfen jeweils eine 1.Mannschaft (Jahrgang: E- o. D-Jugend) zusammenstellen und haben dafür 30 Spieler zur Verfügung.
    Trainer A entscheidet sich für die starken und großen Spieler. Ich nehme die koordinativ begabtesten. (beide Teams = gleiche Jahrgänge)
    Trainer A spielt in der ersten/zweiten Saison immer oben mit und hat einmal die Meisterschaft geholt.
    Ich als Trainer B, spiele erstmal etwas unterklassig mit, habe aber nach einigen Monaten langfristiger Arbeit einen
    Kader zusammen, der gleichstark und dann sogar stärker ist als der von Trainer A. - Wer weiß warum?

    Andre, ich denke so wie du das beschreibst, hat dein Vortrainer keine gute Arbeit geleistet und sich wohl nach dem Erwachsenenfußball orientiert.
    Sicher musst du nun schauen wie du das alles nachholst. Vielleicht würde ich in deinem Fall anders trainieren aber die Grundeinstellung würde bleiben:
    Ich trainiere im technischen Bereich schwerpunktmäßig die Ballbeherrschung und Finten (Tricks) um den Gegenspieler zum Beispiel effektiv verladen zu können.
    Auch hieraus resultieren dann Erfahrungswerte in der Defensivarbeit. Allerdings nicht, weil der Trainer das 1:1 in der defensive trainiert, sondern
    weil sich die Kinder selber Gedanken machen und sich neue Tricks überlegen. "Wie komme ich am Gegenspieler vorbei?; Was habe ich falsch bzw. was hat
    der Verteidiger gemacht?; usw."


    Der Denkanstoß für die Kinder ist ein ganz anderer und positiver. Zumal Toreverhindern im Stellenwert bei den Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen
    viel niedriger Angesiedelt ist als das Toreschießen!
    Stellt euch mal als Beispiel eine Schulklasse vor, in dem viele Fußballer sind und dazu die Denkweisen (realistisch)


    Tim: "Ich habe gestern 3 Toreverhindert!"
    Max: "Ich habe gestern 3 Tore geschossen!"


    Was klingt besser und vorallem positiver?

  • Habs woanders geschrieben... und kopiere es auch hier rein...



    Wir spielen erst in der kommenden Saison mit der 9er - Regel. Seit kurzem steht fest, dass ich unsere D1 (Kreisleistungsliga) auch weiterhin übernehme.


    Dadurch, dass bei Spielen mal zu wenig Spieler da waren, haben wir hin und wieder schon mit 8+1 gespielt. Favorisieren würde ich aber ein 3-2-3


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    Dort sind im grundsätzlichen aus dem alten 4-2-3-1 nur auf Positionen gestrichen (ein IV und der "10er"). Da das Spielfeld fast genau so breit wie lang ist, ist es zudem sinnvoll, dass Spiel breit zu machen und im offensiven Bereich eher über Außen, als über einen 10er zu spielen. Bei Ballbeseitz des Gegners wird das Spiel flexibel zu einem 3-4-1 und die "Außen"verteidiger ziehen noch ein wenig mehr in die Mitte.


    Letztendlich bleibt es aber auch nur ein Versuch. Ich persönlich finde die Regel aber mittlerweile sehr gut. Anfangs war ich sehr skeptisch. Aber so bekommt jeder Spieler mehr Ballkontakte, wird besser gefördert. Zudem sind die Wege nicht so weit, dass auch die nicht so laufstarken Spieler zwanghaft untergehen. Der Sprung für die Neulinge aus der E1 ist außerdem nicht so groß, ein guter Mittelschritt zwischen Kleinfeld und Großfeld.

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • TRST
    Hast dir sehr viel Mühe gegeben und tw. fachlich sehr gut beschrieben.


    Allerdings hätte ich mir im Bereich der offensiven Aufgaben der Defensive noch das eine oder andere Fazit gewünscht. Korrekt ist, das die Aufgaben einer modernen Mannschaft komplexer geworden sind. Jeder offensive Spieler hat gleichzeitig defensive Aufgaben (z.B. bei Ballverlust den Gegenspieler an einem schnellen Spielaufbau zu hindern) und jeder defensive Spieler hat auch offensive Aufgaben (z. schnelle, präzise Spieleröffnung).
    In diesen Bereich fällt ebenfalls das Überzahlspiel mit dem Keeper bei Gegnerdruck. Allerdings kann man den Keeper aufgrund seiner Defensivaufgaben nicht so flexibel einsetzen wie andere Mannschaftsmitglieder. Wir verbinden mit dem Libero die klassische Funktion hinter der Abwehr. In der eigentlichen Funktion meint dies jedoch einen Position ohne unmittelbaren Gegenspieler. Diese Funktion kann ich als Trainer bestimmen. Sie kann sich je nach Wunsch defensiv oder auch offensiv sein. Das kann dann manchmal auch der kleine Unterschied im Spiel sein.


    Taktik ist der Plan, ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Das "Rasenschach" sollte nach meinem Empfinden aber im gesamten D-Jugendbereich unabhängig von der Leistungsstärke noch nicht so viel Trainingszeit in Anspruch nehmen. Allenfalls als grobe Orientierung der einzelnen Linien für die Spieler.


    Darüberhinaus gibt es auf ausreichend Erfahrungen beruhende Empfehlungen für altersgerechtes Training, beginnend von der individual-technisch-taktischen Ausbildung über die Schulung des gruppentaktischen Verhaltens in unterschiedlichen Situationen bis hin zur Mannschaftstaktik.


    Für den Breitensportbereich sollte selbst der engagierteste Trainer Prioritäten setzen, denn wenn man alles so ein bißchen macht, dann bleibt doch fast Alles dem Zufall überlassen. Zufall hat aber dann nichts mehr mit Taktik zu tun.

  • Ich möchte diesen Thread mal unter den Eindrücken unseres Saisonbeginns im D9 wieder beleben und würde mich freuen, wenn andere D-Junioren-Trainer ihre Erkenntnisse teilen würden. Dazu mache ich natürlich den Anfang:


    Ich bilde mit einem jüngeren Kollegen ein neues Trainerteam einer eher leistungsstarken und auch ambitionierteren D-Jugendmannschaft, die nur aus Jungjahrgängen besteht. Mein Kollege hat mit seiner alten Mannschaft, die inzwischen ein anderer Trainer übernommen hat, bereits eine Saison D9 hinter sich, in der er im 3:2:3 spielen ließ. Ich gab ihm auch mal den Link zum MFS-Video mit den Systemen 4:4 defensiv, 2:3:3 offensiv, wir haben das auch diskutiert, aber es war uns Ende letzter Saison, als wir ein paar Testspiele hatten, noch zu anspruchsvoll. Das 3:2:3 klappte auch gar nicht schlecht. Dennoch reizte mich der Gedanke der Viererketten und des ballorientierten Verteidigens weiterhin, hatte ich doch in der letzten E-Jugendsaison einige Mühe darauf verwendet, den Kindern zu vermitteln, dass alle gemeinsam angreifen wie verteidigen, und dabei im 3:3-System durchaus einige Erfolge erzielt. Da kam mir das 3:2:3 eher wie ein Rückschritt vor, zumal zwei Dritteln der neu gebildeten Mannschaft eben nicht das geschlossene Verteidigen als Mannschaft vermittelt worden war. Dort herrschte stattdessen mehr oder weniger ausgeprägte Positionsfixierung vor, welche meinem Ideal der ganzheitlichen Ausbildung junger Fußballspieler ein deutlicher Dorn im Auge ist.


    Ich nahm also meine Grübeleien mit in den Urlaub, zusammen mit ein paar ausgedruckten Artikeln von Martin Hasenpflugs Seite [ul]http://www.abwehrkette.de[/url] sowie zwei seiner Bücher. Speziell fand ich den unter http://www.abwehrkette.de/taktik-d-jugend/ verfügbaren Beitrag sowie seine Ausführungen zum Pressing interessant. Nun ist Pressing sicher noch kein Thema für meine Mannschaft, aber es ist sicher ein fernes Ziel, zu dem ich gerne einen passenden Weg einschlagen möchte. Und die mir bis dahin so attraktiv, aber auch vor allem wegen der mit den Umschaltvorgängen verbundenen Wechseln zwischen offensiver und defensiver taktischen Aufstellung, erscheinende D9-Taktik der Münchner Fußballschule (s. https://www.youtube.com/watch?v=twxnL0aiIvw, https://www.youtube.com/watch?v=9SsFiVMbZz8 und https://www.youtube.com/watch?v=ZbeXT20Geag) zeigte neben ihrer Komplexität ein weiteres Defizit: mit zwei Viererketten kann man keinen Druck auf den gegnerischen Spielaufbau ausüben, was macht man also, wenn man in Rückstand gerät und Druck machen muss? Denn letztlich ist die Viererkette ein reagierendes Gebilde, wenn sich mein Team bei gegnerischem Abstoß vom Tor in zwei Viererketten aufbaut, so können letztlich die gegnerischen Verteidiger sich den Ball bis in alle Ewigkeit hin- und herspielen, während im Idealfall meine vordere Viererkette immer schon brav mit schiebt und abwechselnd ihre verschiedenen Spieler zum Gegner aufrücken, um sich wieder fallen zu lassen, wenn er den Ball zur nächsten Station spielt. Das kann ja nicht erstrebenswert sein. So ist das 4:4 von der MFS vermutlich auch nicht gemeint, sie streben es vermutlich eher bei Ballverlust im Spiel an. Nur macht das die Geschichte für das Team ja noch komplizierter. Sie müssen jetzt nicht nur verstehen, dass sie defensiv ins 4:4 kommen müssen, wohlgemerkt ohne bisher Kettenbewegungen überhaupt zu kennen, und offensiv aufs 2:3:3 umschalten müssen, was für alle Spieler außer den Innenverteidigern eine Herausforderung darstellt. Sie müssen sogar auch noch den gegnerischen Abstoß oder den gegnerischen Spielaufbau als abweichende Situation erlernen, in der sie sich wiederum anders verhalten müssen.


    Da schien mir das von Martin Hasenpflug vorgeschlagene 4:3:1 doch einen Versuch wert, wobei es mir zunächst einmal nur um die Grundaufstellung und die Basics ging, also:

    • Abwehr mit vier Spielern, die in der Defensive ziemlich auf einer Höhe stehen sollten und zur Ballseite verschieben
    • Der zentrale Mittelfeldspieler unterstützt maßgeblich die Abwehr im Zentrum
    • Die Mittelfeldaußen arbeiten mit nach hinten und doppeln nach Möglichkeit auf dem Flügel (im Ggs. zu Hasenpflug)
    • Der Stürmer bleibt hoch, um dem Gegner das Verdichten des Mittelfelds zu erschweren und bietet sich für den Fall der Balleroberung an
    • Bei Ballbesitz greifen die AV über die Flügel mit an
    • Die IV arbeiten als Pärchen und stimmen sich ständig ab
    • Die IV schieben bis zur Mittellinie vor, um den Gegner zurück zu drängen


    Es klappte im ersten Testspiel erstaunlich gut, insbesondere war schön zu beobachten, dass sich die Abstimmung der Mannschaft in der Defensive mit zunehmender Spieldauer selbstständig stetig verbesserte, wobei wir die Halbzeitpause nutzten, um hier mit ein paar Erläuterungen zu unterstützen. Die Außenverteidiger taten und tun sich auch noch ein bisschen schwer mit der Abwägung zwischen Offensive und Defensive. Und viele unserer Spieler sind noch nicht ausreichend auf schnelles Umschalten in die Defensive gepolt, so dass es nach dem zu leichten ersten Pflichtspiel gegen einen sehr schwachen Gegner zur Katastrophe gegen ein körperlich sehr präsentes Team kam, welches das Mttelfeld immer schnell überbrückte und mir vier Spielern vorstieß. Unser Mittelfeld kam nicht oder nicht schnell genug zurück, schon gibt es im günstigsten Fall nur noch eine Gleichzahl für unsere Abwehr. Gekoppelt mit den Schwierigkeiten der AV kam es aber für unsere IV zu einigen Unterzahlsituationen, am Ende stand es leider 0:3, obwohl der Gegner nicht wirklich stärker war... Aber das ist OK, erstens wegen der Goldenen Ananas und zweitens, weil sich so leichter vermitteln lässt, dass unsere Spieler noch dazu lernen müssen.


    Aber ich sehe durchaus auch Fortschritte in allen Mannschaftsteilen, ich denke, den AV kommt gegenüber der Dreierkette die klarere Aufgabe entgegen: in der Dreierkette sind sie mal Innen-, mal Außenverteidiger, mal sollen sie mit nach vorne gehen, mal nicht. Das ist in der Viererkette einfacher: sie sollen sich immer in die Offensive einschalten, wenn sie genügend Luft für den anschließenden, schnellen Weg zurück haben. Der Stürmer und der Sechser haben auch eindeutigere Aufgaben, ersterer muss immer die gegnerische Abwehr beschäftigen, während zweiter für Spielaufbau und -verlagerung, Schüsse aus zweiter Reihe sowie, und zwar last, but definitely not least, die Sicherung des Zentrums und die Unterstützung der IV. Bei der MFS müssen sich Sechser und Stürmer (10er?) immer situationsgemäß und unter hohem Zeitdruck in die vordere Vierekette einfinden, ich befürchte, dass das im richtigen Spiel so gut wie nie klappen wird und nur unnötig Frust erzeugt...


    Sicher stehen wir nun vor der Herausforderung, unsere Spieler einerseits mit gruppen- und mannschaftstaktischen Inhalten weder zu überfrachten noch zu überfordern. Andererseits ist es mit acht Feldspielern nicht mehr so einfach möglich, sämtliches Zusammenspiel dem Zufall und den ureigenen Neigungen der Kinder zu überlassen. Wir versuchen uns am Grat der möglichst guten Kombination von Fördern und Fordern, ich hoffe, dass es weiterhin klappt.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Mangels Erfahrung mit dieser Altersklasse kann ich inhaltlich nix beitragen. Aber Deine Gedanken halte ich für plausibel. Für mich ist das ein sehr interessanter Thread, den ich gerne mitlese.


    Grüße
    Oliver