8+1 4-1-3

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  • Ja das ist die aktuelle Meinung im Ausbildungsfußball, es ist die derzeitige Philosophie. Ich sehe es aber anders.


    Was tun die Kinder -vor allem die Talentierteren auch ohne dein Zutun fast oder sogar von ganz alleine??? -Genau das was du beschreibst-.


    Wenn ich sie dabei lasse (was die allermeisten Trainer naturgemäß nämlich nicht tun!!!!) und nicht ständig reglementiere...im Training stimuliere und wenig eingreife....sie über Fragestellungen (Horst Wein) dazu bekomme, Verbesserungen...im Sinne von intelligenten anderen Lösungsmöglichkeiten ....zu beherzigen und eigenständig im richtigen Moment abrufen zu können....


    dann bekommt die Offensive für mich einen Charakter, der nicht den Stellenwert einnimmt wie du ihn beschreibst. Damit sage ich nicht, dass man das Thema aussen vor lassen sollte.


    Ergibt sich die Frage danach....was sie nicht so gern tun....und ich sage, es ist das ackern nach hinten....das sich auch hier intelligent bewegen, ....das Tore verhindern....das schneller in den Ballbesitz kommen, ....um wieder das tun zu können, was man ja lieber macht...Tore schießen.


    Deshalb -also in der Gesamtheit dieser Bewertung- bin ich der Meinung, dass das taktische Verteidigen aus dem 1:1 bis 3:3 die größte Priorität haben sollte und dehalb steht das bei mir an Top 1. Dabei habe ich im Hinterkopf...das ich versteckt (kein Trainingsschwerpunkt)...bei vielen Übungen ganzheitlich trainiere...automatisch so zu sagen....denn bei den meisten Übungen benötige ich zum trainieren des Defensivverhaltens...halt auch offensive Akteure...das Eine bedingt immer das Andere.


    Im Rahmen der modernen Traininigsgestaltung bewerte ich allerdings immer nur am Trainingsschwerpunkt...Gr. Andre

  • tobn


    Ich habe heut abend Testspiel und wir spielen 3 x 30 Minuten um eben diese Dinge ausprobieren zu können, da ich eine neu formierte Mannschaft habe. Eine Richtung habe ich schon im Kopf, aber vieleicht zeigt mir das Spiel bzw. meine Truppe heute etwas ganz anderes. Ich melde mich dann.

  • Don Quijote: Danke für die Anerkennung. :)


    Steini: Ja, Eure Erfahrungen würden mich dann sehr interessieren. Allerdings muss man den Kindern bei Umstellungen wie der vom 7er- zum 9er-Fußball, dem Abseits und dem zumindest deutlich breiteren Feld ja auch eine Weile geben, um sich einzugewöhnen. Deshalb hatten wir auch erst einmal ein paar Spiele im 3:2:3 gespielt. Aber da hatte mir unsere Abwehr nie richtig gefallen. Man möchte da ja eigentlich, dass sich auch einer der Außenverteidiger in den Angriff einschaltet, während die zwei anderen Verteidiger das Team absichern. Die Koordination, wer mit nach vorne geht, war unseren Spielern ziemlich schwer gefallen, so dass oft nur der zentrale Verteidiger hinten übrig war oder aber alle drei... Das sieht mit den getrennten Aufgaben von Außen- und Innenverteidigern für meine Begriffe bei uns inzwischen schon besser aus. Da bei uns in der Regel die komplette Spielfeldbreite genutzt wird, können vier Spieler den gefährlichen Raum auch besser abdecken als drei. Dazu kommt, dass es nicht selten vorkommt, dass die Angreifer einen unserer Außenverteidiger schon überlaufen haben, wenn wir den Ball im Spielaufbau (falls man überhaupt davon sprechen kann) verlieren, so dass der ballnahe Innenverteidiger übernehmen muss und seinen Partner, d.h. den anderen IV, mit auf die Ballseite zieht, so dass hinter ihnen eine Lücke vor dem Tor entsteht. Der ballferne Außenverteidiger der Viererkette kann diese Lücke schnell schließen, bevor der ballnahe AV hoffentlich bald wieder da ist und auch der Sechser hinzu gekommen ist, um das besonders gefährdete Zentrum zu besetzen.


    Naja, wir haben jetzt erst einmal eine Spielpause, mal sehen, wie es beim nächsten Spiel aussieht.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • bei vielen Übungen ganzheitlich trainiere...automatisch so zu sagen....denn bei den meisten Übungen benötige ich zum trainieren des Defensivverhaltens...halt auch offensive Akteure...das Eine bedingt immer das Andere.



    seh ich genauso, habs auch schon mal geschrieben.


    welchen Schwerpunkt ich dabei als Trainer sehe, spielt da dann zwar für den Trainer, aber wohl weniger für die Jungs eine Rolle.


    allgemein zur Taktikdiskussion.


    ein herrliches Diskussionsthema für Trainer. bei der auch jeder Trainer seine ihm ureigene Fussballphylosphie unterbringen kann.


    geh ich jedoch von dem hier Geschrieben aus, gehen mir die einzelnen Überlegungen und Gedanken zuweit.


    ich vertrete hier eine andere Phylosophie-


    Gerade D-Jugend-Jahre sind die Ausbildungsjahre.
    das Erlernen gewisse taktischte Vorgaben (sowohl für den Einzelnen, aber auch schon für Mannschaftsteile und in gewissem Rahmen
    auch schon für die gesamte Mannschaft) zu begreifen und versuchen dies umzusetzen stehen dabei für mich absolut im
    Vordergrund.


    diese Vorgaben sollten jedoch einfacherer Art sein und sich am Leistungsvermögen des einzelnen ausrichten.


    In diesem Alter spielt es für mich da absolut keine Rolle. welches Spielsystem letzendlich gespielt wird, oder welches System
    für meine Mannschaft das beste ist (für mich ist das dann Leistungsdenken)


    Ausbildung bedeutet möglichst vieles erlernen.
    Geschieht das noch in einem festgelegten System?
    Ist es nicht sinnvoller in diesen Ausbildungsjahren auch unterschiedliche Systeme mit weniger exakten Vorgaben und Erwartungen
    spielen zu lassen?


    geh ich von dem hier Geschriebenen aus, entsteht bei mir jedoch der Eindruck, dass bereits bis ins letzte Detail ausgeklügelte
    Systeme eingefordert werden, wie man sie sich bei leistungsbezogenen Mannschaften vorstellt.


    auch ich hab mich stets mit taktischen augeklügelten Überlegungen befasst, diese dann jedoch in der Praxis erheblich zurückgefahren.


    nach mir kamen andere Trainer, mit anderen taktischen Überlegungen, einer anderen Phylosphie.
    die von mir nicht einseitig taktisch geschulten Jungs, hatten wenig Probleme sich da umzustellen.
    bis zu Beginn der C-Jugend standen die Grundschulungen der Taktik im Vordergrund, nicht die Details, die kommen später.


    die taktische Marschrichtung wird für mich im Kinder- und unteren Jugendfussball eindeutig zu hoch gehangen,
    zumindest sehen viele Beiträge hier so aus.


    irgendwie ist das für mich ein Widerspruch zu sonstigen Forderungen die für diese Altersgruppe berechtigterweise
    hier immer wieder gestellt werden.


    aber jeder hat ja seine eigeine Fussballphylosophie. das ist auch gut so.


    gg

  • allgemein zur Taktikdiskussion. ein herrliches Diskussionsthema für Trainer. bei der auch jeder Trainer seine ihm ureigene Fussballphylosphie unterbringen kann.


    Klar, als Amateur-Kloppi haben wir doch alle unseren Spaß :)



    Das sehe ich genauso. Insofern gehen IMHO die "Überlegungen und Gedanken" nicht zu weit, weil entscheidend ist, wie sie der Trainer den Spielern vermittelt und was er fordert oder, von mir aus auch, was er vorschlägt. Ich stimme dir vollkommen darin zu, dass das detaillierte Verhalten auf bestimmten Positionen in spezifischen Situationen nicht Ausbildungsinhalt sein sollte. Aber ich denke, es ist gut, wenn der Trainer eine Vorstellung davon hat, wo die Reise mal hin gehen soll, und dementsprechend seine Inhalte so entwirft, dass sie dem Ziel nicht widersprechen.


    In diesem Alter spielt es für mich da absolut keine Rolle. welches Spielsystem letzendlich gespielt wird, oder welches System für meine Mannschaft das beste ist (für mich ist das dann Leistungsdenken)


    Hmm, ja, aber genau deshalb bevorzuge ich doch das 4-3-1 gegenüber z.B. dem 3-3-2, weil ich eben finde, dass es das Leben und die Ausbildung sowohl für die Kids als auch den Trainer erleichtert.


    Ausbildung bedeutet möglichst vieles erlernen. Geschieht das noch in einem festgelegten System? Ist es nicht sinnvoller in diesen Ausbildungsjahren auch unterschiedliche Systeme mit weniger exakten Vorgaben und Erwartungen spielen zu lassen?


    Ich denke zunächst nein. Vielmehr bin ich der Meinung, dass häufig wechselnde Spielsysteme die Kinder verwirren und überfordern können. Beim 7er-Fußball, wie er bei uns bis zur E-Jugend inklusive gespielt wird, bevorzuge ich eindeutig das 3-3 vor einem möglichst mit spielenden Torhüter, weil ich meine, dass darin jeder Spieler stärker ins Spiel eingebunden ist als in Systemen mit drei Reihen. Und nun, in der D-Jugend, möchte ich meine noch junge Spieler nicht mit dem Wechsel zwischen verschiedenen Systemen verwirren und überfordern, sondern möglichst ein System wählen, das funktioniert und auch unter Ausbildungsgesichtspunkten sinnvoll ist. Da erscheint mir nach der Erfahrung von ein paar Spielen das 3-2-3-System als recht schwierig für meine Spieler: die Dreierkette ist aus meiner Sicht komplexer als die Viererkette (wenn man nicht sogar lieber von Reihen sprechen sollte, denn Kettenbewegungen kennen meine Spieler ja noch nicht), zusätzlich fiel unseren Spielern, die wir im Mittelfeld einsetzten, die Abstimmung sehr schwer. Da scheint mir das 4-3-1 als Grundaufstellung den Fähigkeiten von jungen D-Junioren mehr entgegen zu kommen.


    geh ich von dem hier Geschriebenen aus, entsteht bei mir jedoch der Eindruck, dass bereits bis ins letzte Detail ausgeklügelte Systeme eingefordert werden, wie man sie sich bei leistungsbezogenen Mannschaften vorstellt.


    Dann trügt der Eindruck. Aber es ist natürlich schon so, dass gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen immer wichtiger werden, je mehr Spieler sich auf dem Platz befinden. Insofern ist es, so meine ich, auch nicht sinnvoll, sie gänzlich aus dem Training zu verbannen. Letztlich ist die Frage entscheidend, wie man diese Inhalte vermittelt. Natürlich muss man dabei die Spieler, wie man heute so gerne sagt, dort abholen, wo sie stehen, sprich den Ausgangspunkt nach ihrem aktuellen Niveau richten, Schritt für Schritt vorgehen, und die Vermittlungstechnik kind- bzw. jugendlichengerecht gestalten. Und den Spielern auch Zeit lässt, selbst Erfahrungen zu sammeln, damit sie lernen, selber einzuschätzen, was wie wann und wo besser oder auch schlechter funktioniert.


    Aber es ist schon so, und das entspricht durchaus auch der Weins-Denke, wie Andre sagt, dass man Kindern, wenn sie älter werden, durchaus als Trainer auch etwas beibringen kann, dass sie eben von sich aus nur bedingt kreativ sind, wenn man als Trainer keine Impulse setzt, so zumindest meine bisherige Erfahrung. In diesem Zusammenhang würden mich Dirk Coerverfans Methoden und Kinder sehr interessieren, weil in einigen seiner Beiträgen ja andere Erfahrungen und Überzeugungen durchklingen, was für mich im Moment aber noch zu gut, um wirklich wahr zu sein, klingt. Aber wieder zurück zu dem Punkt, den ich gerade machen möchte: es ist sicher nicht unser Thema, im Training mannschaftstaktische Überlegungen anzustellen, Laufwege einzuüben oder ähnliches. Aber die Vermittlung, am besten in gemeinsamer Erarbeitung, von geschickten und weniger geschickten Verhaltensweisen unter Berücksichtigung von Ort und Situation im Spiel durchaus.


    auch ich hab mich stets mit taktischen augeklügelten Überlegungen befasst, diese dann jedoch in der Praxis erheblich zurückgefahren.


    Was das Spiel unseres Teams anbelangt, so sind meine taktischen Überlegungen ziemlich elementar, siehe die Aufzählung in einem vorherigen Beitrag. Das sind die konkreten taktischen Überlegungen, die wir unserem Team mitteilen. Ganz sicher aber keine Laufwege, Vorschriften über Abstände, etc.


    nach mir kamen andere Trainer, mit anderen taktischen Überlegungen, einer anderen Phylosphie. die von mir nicht einseitig taktisch geschulten Jungs, hatten wenig Probleme sich da umzustellen. bis zu Beginn der C-Jugend standen die Grundschulungen der Taktik im Vordergrund, nicht die Details, die kommen später.


    Tja, was soll ich sagen, damit rennst du bei mir offene Türen ein.


    die taktische Marschrichtung wird für mich im Kinder- und unteren Jugendfussball eindeutig zu hoch gehangen, zumindest sehen viele Beiträge hier so aus.


    Vielleicht nennst du dann diese Beiträge und die konkreten Passagen dann mal direkt, damit wir wissen, woran du dich störst. Über diffuse Eindrücke lässt sich leider nur schwerlich diskutieren -- und das meine ich im eigentlichen Wortsinne, nicht im Sinne von streiten.


    irgendwie ist das für mich ein Widerspruch zu sonstigen Forderungen die für diese Altersgruppe berechtigterweise hier immer wieder gestellt werden. aber jeder hat ja seine eigeine Fussballphylosophie. das ist auch gut so.


    Das sollten sie nicht. Aber es ist halt so, dass der Weg von der G- bis zur A-Jugend ja einen stetigen Entwicklungsprozess darstellt. Da sind die Übergänge in der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fließend, ebenso müssen es auch die Inhalte sein. Ich bin absolut für die von dir propagierte ganzheitliche Förderung junger Fußballspieler. Ich behaupte sogar, dass die aus meiner alten Mannschaft stammenden Spieler in dem neuen Team in dieser Hinsicht besser dran waren als die Spieler, die aus den anderen zwei Teams kamen. Aber gerade sie darf ich dann auch nicht gleich überfahren, indem ich bspw. eine Spielerin, die in den letzten vier Jahren ausschließlich defensiv gespielt hat, als Stürmer aufbiete. Ich muss sie vielmehr allmählich fördern, ihre technischen Fähigkeiten am Ball fördern und sie sich z.B. gegen schwächere Gegner auch mal offensiv versuchen lassen, damit da nicht alles in die Hose geht und sie gleich wieder die Segel streicht.
    Wobei ich da in dem neuen Team durchaus den Spagat zwischen meinen ausbildungstechnischen Idealen und dem durchaus von Vereinsseite vorhandenen Erfolgswunsch im Sinne von Siegen und Punkten hin bekommen muss.

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  • dass gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen immer wichtiger werden, je mehr Spieler sich auf dem Platz befinden

    Das ist meiner Meinung nicht ganz richtig, es muss entweder heißen


    "dass gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen immer wichtiger werden, je älter die Spieler werden"


    oder


    "dass gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen immer komplexer werden, je mehr Spieler sich auf dem Platz befinden (und je älter sie werden)"


    In meiner aktuellen D7 sind mir gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen genauso wichtig wie in einer D11, wie ich sie vor ein paar Jahren hatte.

  • Zurück vom Spiel. Eigentlich ja erst 'ne Nacht drüber schlafen :rolleyes: deswegen in aller Kürze:


    Zuerst mit 3:2:2:1 angefangen. Damit waren sie schlicht noch überfordert. Bei Ballverlust war die Desorientierung doch deutlich zu sehen. Sie kennen aus der E auf dem Feld als Grundformation das 3:3:1 und das ständige Verschieben in Ballnähe. Ich habe auch mal 4:3 ausprobiert, fand aber dort das Offensivspiel als wenig druckvoll bzw. weniger dynamisch. In der Halle haben wir mit Raute gespielt, deswegen dachte ich das sie das heut wohl auch hinbekommen könnten.


    Ich habe daher heute für die zweiten und dritten 20 Minuten auf 3:3:2 umgestellt. Damit kamen sie deutlich besser zurecht. Der Defensivverbund war wesentlich dichter; das Herstellen von Überzahlspiel in der Defensive deutlich schneller. Somit hatten es die zwei vorderen Spieler leichter, ebenfalls hinter den Ball zu kommen. Das Stehen der 3er Reihe war trotz der Breite des Platzes eigentlich kein Problem. Ein Seitenwechsel kam so gut wie kaum vor und wenn war der Mittelfeldaußen meist zur Stelle, wenn der AV umspielt wurde.


    In der Offensive waren mehr Anspielstationen für Passfolgen, wenngleich es manchmal auch zu eng zuging. Da wäre die Raute deutlich effektiver. Für meine Jungs war es heute das erste Mal mit Abseits. Das hat sie in den ersten 20 Minuten sehr dazu verleitet, ständig lange Dinger in die Spitze spielen zu wollen. Daher werde ich erstmal die Eingewöhnungsphase abwarten und es dann mal wieder mit einem 3:2:2:1 probieren.

  • Steini: Warum strebst du das 3:2:2:1 an? Mir kommt es zu tief vor. Wie interpretierst du es? Wird bspw. daraus bei gegnerischem Ballbesitz eher ein 3:4:1, sind die vorderen 2 Mittelfeldspieler (die zweite "2") Außen- und die hinteren 2 MF-Spieler quasi eine Doppel-Sechs?


    Vielen Dank ansonsten für den Erfahrungsbericht. Du schreibst, dass im 3:3:2 die Defensive sehr stabil stand, dass die Spielfeldbreite kein Problem darstellte. Bei uns gab es durchaus Probleme mit einer Dreierabwehr, das lag aber daran, dass sie halt oft keine Dreierabwehr war, weil ja einer oder sogar beide äußeren Verteidiger oft mit nach vorne gingen und nicht schnell genug zurück kamen. Es ist ja auch vollkommen in Ordnung, dass sie mit angreifen, speziell auf der Seite, auf der sich der Ball befindet, möchte man das ja auch haben. Und dann ist es zu erwarten, dass, wenn es dort zum Ballverlust kommt, der Verteidiger nicht selten vor dem Ball ist, so dass der zentrale Verteidiger auf die Seite, über die der gegnerische Konter kommt, laufen muss, um den Ballführenden zu stellen. Dadurch muss dann der Verteidiger der ballfernen Seite das Zentrum bzw. eigentlich sogar den zentralen Verteidiger absichern, so dass der Bereich vor dem langen Pfosten, jedoch immer noch im Zentrum, eigentlich zwangsläufig vakant ist. Da könnte dann der Mittelfeldaußen hinein stoßen, wenn er denn begreift, dass das sinnvoll wäre. Das ist bei unseren Spielern aber weniger der Fall...


    Andere Frage: verstehe ich richtig, Ihr spielt in der E-Jugend mit sieben Feldspielern? Bei uns sind es 'nur' sechs..

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    Einmal editiert, zuletzt von tobn ()

  • Von Systemen zu sprechen, geht mir ohnehin zu weit. Ein System ist für mich deutlich mehr als nur die Anordnung der Spieler auf dem Platz.

    geh ich von dem hier Geschriebenen aus, entsteht bei mir jedoch der Eindruck, dass bereits bis ins letzte Detail ausgeklügelte
    Systeme eingefordert werden, wie man sie sich bei leistungsbezogenen Mannschaften vorstellt.

    So verstehe ich das nicht. Bei der Wahl der Grundformation mache ich mir doch Gedanken, wie die Ziele am besten erreicht werden können.
    Wir spielen in der E-Jugend 2-1-3-1.
    Ein Grund ist, dass bei dieser Grundformation Pärchenbildung erschwert. Unser Ziel ist nämlich, dass sie in der D/C das ballorientierte Spiel leichter aufnehmen. Natürlich stecken noch mehr Überlegungen dahinter. Zur Verdeutlichung soll aber dieses eine Beispiel reichen.

  • Steini und tobn


    Man muss dabei unterscheiden, wo sie herkommen. Kommen sie aus der E vom 7er-Kleinfeld oder kommen sie vom 8er-Halbfeld?
    Steinis Mannschaft hat in der E auf dem 8er-Halbfeld gespielt und hatte damit eine Spielfeldbreite, die schon fast identisch war mit der Breite eines Großfeldes. Im Vergleich dazu war das Feld für tobns Mannschaft bislang 16m schmaler.


    Insofern ist es einleuchtend, dass die eine Mannschaft mit der 3er Abwehr klarkam und die andere nicht.

  • Von Systemen zu sprechen, geht mir ohnehin zu weit. Ein System ist für mich deutlich mehr als nur die Anordnung der Spieler auf dem Platz.

    Dito

    Steini: Warum strebst du das 3:2:2:1 an? Mir kommt es zu tief vor. Wie interpretierst du es? Wird bspw. daraus bei gegnerischem Ballbesitz eher ein 3:4:1, sind die vorderen 2 Mittelfeldspieler (die zweite "2") Außen- und die hinteren 2 MF-Spieler quasi eine Doppel-Sechs?

    Ganz genau. Richtig angewandt nutzt es in der Offensive optimal die Platzbreite. Das erwarte ich aber nicht unbedingt. Und wie gesagt warte ich es auch noch ab. Ich dränge sie dort auch nicht rein. Sie sollen nur die Unterschiede selbst erfahren und später als Handlungsmöglichkeit im Erfahrungsschatz haben.

    Insofern ist es einleuchtend, dass die eine Mannschaft mit der 3er Abwehr klarkam und die andere nicht.

    Passt. Hatte ich nicht bedacht, dass bei tobn 6+1 gespielt wurde. Ist in der Tat ein großer Unterschied.

  • Ausbildung bedeutet möglichst vieles erlernen. Geschieht das noch in einem festgelegten System? Ist es nicht sinnvoller in diesen Ausbildungsjahren auch unterschiedliche Systeme mit weniger exakten Vorgaben und Erwartungen spielen zu lassen?



    Ich denke zunächst nein. Vielmehr bin ich der Meinung, dass häufig wechselnde Spielsysteme die Kinder verwirren und überfordern können.


    Zitat von »guenter«
    die taktische Marschrichtung wird für mich im Kinder- und unteren Jugendfussball eindeutig zu hoch gehangen, zumindest sehen viele Beiträge hier so aus.



    Vielleicht nennst du dann diese Beiträge und die konkreten Passagen dann mal direkt, damit wir wissen, woran du dich störst. Über diffuse Eindrücke lässt sich leider nur schwerlich diskutieren -- und das meine ich im eigentlichen Wortsinne, nicht im Sinne von streiten.



    Hallo Tobi


    mein 4. Versuch
    bisher jedesmal aus Intenert rausgeflogen und Beitrag gelöscht.
    aber ich bin dir eine antwort schuldig, drum versuchs ichs nochmals-


    zuerst zum Zeiten:


    ich beziehe mich hier auf die allgemeine Diskussion, welche taktische Mannschaftsaufstellung, die richtige oder gar bessere ist.
    gibt es die überhaupt? für meine Einstellung ist es unwichtig, welche Taktik ich spiele; 4 3 1. 332. 341 usw.
    in dieser Altersstufe hat es eindeutig Vorrang dass die Jungs erkennen was das Ziel ihrer Aufgabe ist, was sie dafür tun müssen,
    und an gewisse Vorgaben sich haltend sollen.


    zu 2


    klar werden die Jungs bei ständig wechselnder Systemvorgabe schnell überfordert, davon schreibe ich auch nicht.


    versuch mal in Kurzform meine Handlungsweise darzustellen


    ich spreche von Grundformation 3:3:2, auf die sich bei ruhendem Ball zurückgeordnet wird.
    aus dieser Grundformation wird dann je nach Gegnerstärke allein durch Verschieben einer Position ein 4;2;2, 3;2;3 usw.


    allein durch Auswechselungen (starkes Leistungsgefälle) ergibt sich ja schon ein verändertes Spielsystem trotz gleicher Grundformation.


    Beispiel:


    ich begann mit 4:2:1
    beider Aussenabwehrspieler waren eigendlich Aussenstürmer. Auftrag absolut offensiv zu spielen.
    im Prinzip spielten wir ein 2_2-4
    beim nächsten Wechsel kam für einen zentralen Stürmer ein Abwehrspieler, dadurch 3:2:3


    ein Spielsystem habe ich nicht durch grosse taktische Erklärungen geändert,
    sondern allein durch eine neue Aufgabenstellung einzelner Spieler, vor allem bei Auswechselungen.


    jeder hat ja seine eigen Phylosophie (hoffentlich)


    meine war die, dass ich nicht Taktik nach meinen Vorstellungen ausgerichtet habe, sondern immer nach den Spielern, die auf dem Platz
    waren, da das Leistungsgefälle sehr gross war, gab es da dann enorme Unterschiede .


    Achtung:
    ich trainierte die Jungs 6 Jahre, wusste genau was sie umsetzen können, und sie wussten auch genau was ich wollte.
    ich weiss auch nicht, ob es der richtige Weg ist oder war. Nur ich kam mit meiner Truppe so am besten klar.
    Vorgaben und Leitlinien sind wichtig, aber als Trainer sollte man auch seinen eigenen Weg suchen und finden.


    der Fussball lebt auch von der Vielfalt seiner Trainer. Wer mag schon beurteilen, was der richtige oder falsche Weg ist?
    viele Wege führen bekanntlich nach Rom.


    gg