Wie man Kinder richtig trainiert… (Zusammenfassung)

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  • sich mit Vorfällen in der Welt zu befassen, heisst, dass alles mit allem zusammenhängt. Es ist unmöglich, sich darüber rechtschaffen erschöpfend zu äußern, wer es versucht, muss sich verzetteln. Wer einfach etwas feststellen zu dürfen glaubt, wie unsere Politiker, der wirkt vielleicht pragmatisch zupackend, hat von den Dingen aber im Grundsatz keine Ahnung bzw. will es auch gar nicht: lieber "wirken", Mitmenschen verführen, ihm in seiner selbstherrlichen Art zu folgen, zu glauben, zu Willen zu werden... Keine Frage, indem wir als Menschen per definitionem ins Freie gestellt, d.h. vom uns affektiv zusammen/gefangen haltenden Wir zum Ego eingeschrumpft wurden, müssen wir uns "not-wendig" als Selbst (re-)produzieren, mit "als gewiss geltendem" Inhalt füllen...


    Früher sprach man von der heiligen Einfalt, will sagen: nur wer blind an etwas, an sich glaubt, kann stets selbstsicher entschieden sein, entschlossen handeln. So das Dilemma, in dem jeder steckt, auch jeder Trainer! Wenn man dies mal als Grundbefindlichkeit reflektiert, versteht man die Profilneurotik besser, die letztlich jeden heute wesenhaft vereinzelten Menschen on the job befällt, als innerlich Abhängigen versklavt. Früher lebte man auf seine Kinder als Nachwuchs hin, heute auf die Rentenversicherung, die im Umlagesystem angeblich auch ohne Nachwuchs sicher sei - absurd, aber glauben wir alle mal dran, solange dieser Zukunftswechsel noch nicht geplatzt ist - was aber bald erfolgen wird müssen: Alles hängt mit allem zusammen, dennoch: Abbruch dieses Gedankengangs.


    Wenn ich hier als Vater wie früher Spieler Trainer kritisiere als die, die Macht über andere, das Team ausüben können und sollen, mitunter zynisch oder frustgeprägt, meine ich nie jemand persönlich oder wäre wem wirklich böse. Natürlich ärgert man sich über manch Uneinsicht oder Unwille zur Selbsterkenntnis, da so Bemühungen ins Leere gehen o. Spieler leiden lassen, aber wir sind alle Opfer unserer vorherrschenden Ego-Ideologie. Es ist also nicht nur Trägheit oder die berüchtigte Denkfaulheit, was wider besser mögliches Wissen (d.h. Sich-in-Frage-stellen) handeln lässt, sondern "naturbedingt". Ist alles im Prinzip fraglich, kann man nicht mehr "handeln"! Das Wir - Volk, Gemeinde, Familie - alle sozialverträglichen Formen unserer Selbstdefinition sind gegenüber dem Ich auf verlorenem Posten, doch zugleich ist unser Ich wie eine Schimäre: zwar frei, aber ein inhaltsleeres "Radikal". Der Amokläufer, Terrorist, Anders Breivik, Stalin, Hitler - all solche Menschheitsretter waren alles Menschen wie du und ich, so gern wir sie auch zu Monstern verklären, damit wir, unser Ich, mit ihnen nichts mehr gemein habe, wir nicht zu verstehen brauchen, wie sie sich ausdrücklich in uns rückgespiegelt haben... Alles hängt mit allem zusammen. Kennt ihr nicht auch manch Trainer, der sich wie ein kleiner Diktator aufführt, vor dem auf ganz merkwürdige Weise Kinder sowieso, aber auch Eltern zu Kreuze kriechen, ihm nach dem lauten Mund redend, ihn gegen (endlich allen Mut aufbringend geäußerte) Kritik auch noch schützend und im Agieren deckend?


    Alles im Kleinen wie in der großen Politik, wo jeder Lautsprecher wie Steinbrück die findet, die hinter ihm stramm stehen, ihm eine Million nebenbei bezahlen für "schöne" Reden (statt riskantes, echt politisch entschiedenes Handeln). Wieso gibt es Blender, verdienen die meist viel mehr als der, der reell arbeitet? Sie produzieren sich einfach besser, darauf kommt es offenbar vor allem an... Natürlich kann sich nicht jeder damit intensiv befassen und zumeist tun es nur die, die das Wissen darüber für eigene Zwecke benutzen wollen statt über sich selbst in diesem Ansinnen lachen zu können: denn alles Profilieren und Produzieren, alles sich darin Ausleben ist am Ende doch vergeblich, jeder muss in die Grube steigen. Wir heiligen "Demokraten" haben diese Zusammenhänge unseres In-der-Welt-seins nur fast komplett vergessen, sehen die Ansätze in unserer Nahwelt nicht mehr... Sonst würde jeder Trainer die Dinge vom letzten Ende her ganz entspannt angehen können, sich in dieser Rollen als Laiendarsteller heiter gelassen sehen, über seine abwegige Gier nach dem Sieg und Titel herzlich lachend. Für Kinder wäre dies ein großer Gewinn, sie dürften endlich mal wieder frei ihr Spiel (statt das des Trainers) spielen, oder? Und vielleicht würden sie dabei in offenen Kreisen/Gruppen wie beim Straßenfußball sogar mehr voneinander lernen, als es Trainer je vermitteln könnten... (Wie und was würde hier zu weit führen.)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    2 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • :thumbup::thumbup::thumbup:
    Habe die letzten Statements gelesen und musste mich so ziemlich kaputt lachen. :D:D:D
    Ich dachte da an hitzige Diskussionen und zwar insbesondere weil das Ganze etwas unverständlich ist.
    Was ich aber nicht gedacht hätte, ist dass die Hälfte der Postings hier sich auf die komplexe Schreibweise von Kicker basieren würde... erstaunlich was für eine Wende dieser Tread erlebt...


    Aber @Kicker, da bist Du selbst schuld...
    Sprichst Du mit deine Kids auch so? Ich kann mir das nicht vorstellen... es würde ansonsten eine Katastrophe passieren weil diese bei jedem dritten Wort, Bahnhof verstehen würden. Ich hätte extrem Mühe mit einem Trainer der so spricht wie Du schreibst... boah... :D:D:D


    Bist aber trotzdem ein cooler Typ. :thumbup::thumbup:

  • Ohne mich vergleichen zu wollen, wurde auch der allgemein als wirkmächtigester Autor geltende Heidegger noch in Uni-Seminaren zuerst meist mit Spott überhäuft wegen seiner unverständlichen Sprache. Mein ihm in Hassliebe verbundener Lieblings-Prof sagte immer, dass sei eben das Los derer, die zu tief oder zu weit voraus dächten: wer liest oder versteht gar schon Nietzsche oder Hölderlin, ihre Texte taugen in heutiger Geisteskultur eher fürs Kabarett. Ich hbae ja auch mal versucht, auf Fremdgebiet Einstein's Theorien zu lesen - nichts verstanden. Nur würde mich dies allein nie dazu treiben, Einstein zu verspotten: entweder so lange die Sinnstrukturen auf Fehler hin lesen, bis ich sagen kann: da, das ist nur Blödsinn, oder einfach resignieren und sagen: zu hoch für meine Verstehenslust.


    Ja, Fußball wirkt einerseits sehr einfach, ist aber ein hochkomplexes Geschehen. Daher gibt es ja soviel Literatur und Forschung dazu, so höchst verschiedene Verstehensansätze wie Typen unter Trainern. Ist ein Jugendteam bereits "versaut", hört nur noch zu, wenn wer schreit, dann ist dies erstmal der einzige Weg, es zu erreichen: wie ich gerade in dieser Woche bemerken musste, als ich zweimal als Trainer aushelfen musste. Und vor 8 Monaten konnte ich mit den gleichen Kindern noch so über ihre Spieltaktik in Ruhe reden, dass einige nach einem Turnier (mit dem Sieg über ein jahrgangs- wie klassenhöheres Kreisligateam) meinten, dass sie endlich mal richtig zusammengespielt hätten, was toll gewesen sei. Der Star im Team, der in 7 Spielen kein Tor schoss (selbst im letzten Elfer-Schießen zweimal daneben), fand das zwar wohl gar nicht gut, dass seine Solos ausgebremst wurden, aber so muss eben jeder Trainer entscheiden: habe ich nur einen Topspieler, muss er sich nach dem Rest richten, damit das Team gewinnt... So schnell ändern sich Dinge, zum Negativen wie Positiven. Nun schießt wieder nur der Star fast alle Tore, der rest schaut eher zu...


    Wenn du genau liest, schreibe ich ja hier auf verschiedenen Sprachebenen, aber du hast recht: das philosophische Seminar sollte mir hier nie rausrutschen, didaktisch "uncool"! Aber man ist ja nur Mensch: wenn der Redeschwall sich erstmal Ausdruck schafft, wie könnte ich kleiner Wurm ihn da stoppen. Fußball wie Schreiben - das Spiel kommt zu sich, wenn die Leidenschaft mit dem Spieler durchgeht. Dies möglichst allen zu ermöglichen, ist mein Ziel und optimales Ergebnis ;)

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    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • @Kicker


    Nun weiss ich nicht ob ich sauer werden sollte. Nun also; etwas verarscht fühle ich mich ehrlich gesagt schon ein bisschen.
    Warum kannst Du Dich auf einmal verständlich ausdrücken? Warum hast Du es nicht schon vorher so probiert?
    Das mit dem weiter studieren musst Du mir nicht bringen. Der Intelligente versucht sich verständlich auszudrücken so übrigens auch Einstein. Ist ja logisch, dass man aber dessen Bücher nicht versteht, weil es FACHLITERATUR ist.


    Ich hoffe, dass wir von deiner Fachkenntnis profitieren können. Dies ist aber nur möglich, wenn Du Dich normal ausdrückst. Nun weiter Oben siehst Du, dass ich dein Tread normal beantwortet habe obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich dein Schreiben verstanden habe.


    Nun hoffe ich, dass Du Dich in Zukunft weiterhin verständlich ausdrückst.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • Mea culpa, aber man kann heute ja alles, was man nicht versteht einfach "googlen"... Fußball findet ja in einer Gesellschaft, ihrem marktlichen System statt. Das hat ihn enorm verändert, viele reflektieren dies o. ihre latenten Rollenerwartungen aber kaum, schimpfen nur bei Niederlagen auf die Millionarios, die halt auch nur mitnehmen, was ihre Manager kriegen können, im Grunde wie Podolski ganz einfache Typen statt "Stars". Umgekehrt die, die zwar nichts dran verdienen, aber diesen Fußball reflektieren wollen: Ich schreibe nun dies Buch, schwere Kost, da werde ich noch draufzahlen müssen, viel angefeindet werden statt es profitabel zu verkaufen - Schicksal dessen, der in Gaga-TV-Zeiten noch nachdenken und hinterfragen will, was anderen viel Geld einträgt. Nicht aus Neid, denn da wäre man selbstzerstörerisch veranlagt, aus Freude an Bewegung auch im Kopf...


    Beispiel "Der Kleine Prinz": "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", also für den klaren, einfachen Blick... Wer sieht den Fußball im System noch mit seinem Herzen? "Wenn du ein Schiff (Team) bauen willst,... lehre die Männer (Menschen) die Sehnsucht" - doch wonach, was ist hier im Fußball das "Meer"? Der Sieg, der Titel oder Aufstieg? Was treibt Spieler im Innersten, im Ersten an - eine große Frage. Was treibt die, die draußen, jenseits des Spielfeldes bzw. Platzes, die Geldgeber, Fans auch, Trainer oder Offizielle? Schon einfacher, zumindest negativ: auf jeden Fall nicht das Spiel selbst, wenn sie auch mitunter im Kopf mitzuspielen meinen. Für sie aber zählt am Ende schon eher nur der Sieg, die Tabellenposition, die (Spiel-)Klasse, der daraus erwachsende "Ruhm": wir wollen euch kämpfen sehen (nicht miteinander schön spielen), Spieler - eher Mittel zum Zweck für sie, Kampf statt Spiel - fürs Sehen statt die Spieler. Oben kriegen die dafür Geld, aber unten denkt "man" längst wie oben, vor allem im KiFu o. Dorfduell.


    Konflikte, die (mobile) Männer unter sich austragen können: da setzen schon Teams mal Trainer ab, schei.... auf die Fans, aber bei Kindern? Ohne Hilfe sind sie quasi ausgeliefert, das ist die Situation im Kinderfußball. Ab 11, 12 Jahre beginnt schon mal Widerstand, aber meist nur so, dass man wechselt oder aufhört, also ohne rechte Mittel, nur negierend, sonst passiv.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • "alles hängt mit allem zusammen, Heidegger, Steinbrück, Kinderfussball" ?!? Sorry Kicker, bei aller Liebe, was soll man darauf noch antworten ?!? Mein Tipp: Vergess das große Ganze und fange mal bescheiden in Deiner engeren Umgebung an, etwas zu ändern. Auch dafür gab's schon kernige Slogans ("Global denken, lokal handeln"). Das geht, Du wirst Dir immer mal wieder das Hirn einrennen, so wie wir alle, aber Du wirst feststellen, dass Du mit Deinem Team in Deinem Verein mehr Freiheit hast, so zu verfahren wie Du und vor allem die Kinder wollen, als Du vielleicht glaubst.


    Grüße
    Oliver

  • Dein Tipp ist leider nicht umsetzbar, da kennst du offenbar die übliche Vereinsmeierei nicht: Wo gäbe es da die von dir beschworene Freiheit? Wer etwas kritisiert, für besseren KiFu verändern will, wo Kinder nichts wert sind, der ist dann 99% außen vor und der Feind. Wenn in Vereinen einige wenige machbewusst zusammenhalten, hat man keine Chance, da die breite Menge zwar oft gern rummosert, aber stets durch Abwesenheit und Verschweigen glänzt. Heidegger hat z.B. gesagt, dass man kein gutes Gewissen haben kann (woran doch fast alle glauben). Wer sich solches zuschreibt, hat gar kein Gewissen! Man kann es nur haben wollen, aber nicht für sich als gutes sichern und besitzen. Versuch das mal Trainern zu erklären, wo sich doch jeder für gut hält, schon bei 6-jährigen selbstgewiss bei denen Schuld sucht, wenn verloren wird. In den Vereinen glänzen doch alle gern vor gutem Gewissen... Gewissen - eine gute Frage, aber kein als gut feststellbarer Zustand. So gäbe es vieles, was gut zusammenpasst, denke nur an den so gern beschworenen, aber kaum je ehrlich gelebten Team-Geist - welch Irrbegriff!

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  • Schreib doch nicht solch ahnungslosen Blödsinn hier: wenn sich ein Klüngel gegen Sachkritik mobilisiert, hat man Null Chancen was im Verein zu machen. Solltest du wissen, falls du dich mal etwas mit Vereinsrecht befasst hättest. Fein raus bist du, dass du son Blödsinn einfach hier mal eben schreiben kannst, ohne dich um Fakten zu scheren, mit denen andere sich rumschlagen müssen! X(


    PS: Was meinst du, was ich schon alles für freieren KiFu auf die Beine gestellt habe, immer mit begeisterten Kindern, aber es wird alles zerstört von Leuten, die außer Missgunst im Leben nichts zu haben scheinen, und Mitläufern, die die Welle reiten und nur blöde Sprüche machen!

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  • Na immerhin schreibst du jetzt mal Klartext. Wenn du in deinem Verein nicht vorwärts kommst, dann such dir einen Verein, in dem du was bewegen kannst. Oder such dir Mitstreiter oder engagier dich im Verband und versuch dort etwas zu bewegen, aber schreib nicht ständig wie schrecklich alles ist, aber das man da nichts dran machen kann.

  • Na immerhin bist du nun nicht gleich stocksauer... Ja, ich bin längst draußen, aber es ist ja ein generelles Klima. das Kinderspiel, wo es ganz entspannt und freundschaftlich zugeht, man nachher noch nett einen Kaffee trinkt und die Kinder gemeinsam Eis essen, habe ich im Vereins-KiFu noch nie irgendwo gesehen: das Gift des Siegenwollens war von G-Jugend an überall prägend. Meine Kinder aber haben keine andere Chance, so hänge ich drin im "System"...

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  • zurück zur Eingangsfrage


    wie trainiert man Kinder richtig? oder war es keine Frage, sondern ziemlich vermessen ein Feststellung?


    diese Frage ist für mich genau so wenig zu beantworten, wie die Frage: wie erziehe ich Kinder richtig?


    jetzt über 15 Jahre im Kinderfussball tätig gewesen, reflektiere ich, so weiss ich nicht, was dabei alles richtig und alles falsch war.
    welches positive bzw. negative Ergebnis beim einzelnen Kind herauskommt.


    ich wäre aber durchaus in der Lage in Buch zu schreiben, und argumentativ gegen besseres Wissen meinen Weg als den richtigen zu beschreiben.


    gg

  • Sieh mal z.B. Menschen in Favelas: die bauen sich winzige Hütten neben den Palästen der Reichen, doch dann kommen stets deren Bagger und reißen ihre Hütten ein. Klar, sie können sie bauen, aber sie können nicht dafür sorgen, dass sie stehen bleiben.... So ging es mit meinen winzigen Ansätzen zum freieren KiFu.


    Das Titelthema präsentiert eine These, die erweitert, korrigiert oder per Antithese zu neuer Synthese geführt werden mag. Jeder hat seinen Blickwinkel, ist im Meinen Winkeladvokat seiner geistig beschränkten Sichtweise, daher kommt es methodisch auf dialektische Offenheit für fremde Meinung, Neues, Kritik an. Mancher hat ständig das Gewissen, gut, eben Sieger zu sein, hypostasiert sich so zwanghaft; wer aber nur ein Gewissen haben will als offene Frage, ob er denn gut sei, z.B. als Trainer fürs Team, dies Streben vorlebt, kann den Team-Geist, der nicht durch seine Person vertreten oder besetzt werden darf, authentisch auf andere übertragen: als Mitte des Teams selbst. Man darf ja glauben, gut auf andere wirken zu können, aber nicht selbstherrlich, absolutistisch, wie es heute z.B. Profi-Trainern in der Öffentlichkeit, in ihrem Sturm quasi abverlangt wird: da steht der Trainer fürs Team, muss den Kopf hinhalten für dessen Erfolg. Natürlich hat der, der obenan gestellt wird, entscheidende Wirkung, aber wie geht er mit seiner Rolle um: Macht er sich seine kleine Welt wie der Mensch die Erde untertan oder sagt er zuerst: ich diene? Wer dem Team, der Sache, dem Fußball dienen will, der sieht vielleicht eher mit dem Herzen, das bei den anderen, "seinen" Spielern ist: so wie sie sind statt so, wie sie (für ihn, fürs System, für den Verein, Siege, Titel) sein sollen....

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    2 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Macht er sich seine kleine Welt wie der Mensch die Erde untertan oder sagt es zuerst: ich diene...

    Nun, ersteres ist quasi ein göttliche Anweisung, aber dieses Thema lassen wir wohl besser ganz außen vor. ;)


    Du stellst aber auch hier - wie so oft - wieder nur die beiden extremen Positionen zur Diskussion "herrschen" oder "dienen". Beides halte ich für verfehlt.

  • Was ich damit sagen will: ein Trainer vermittelt immer auch eine Weltsicht und eine Moral. Ist Fußball Spielen oder Arbeiten z.B., wer hätte zuerst zu dienen: Kinder dem Trainer o. umgekehrt? Vielleicht ist es gemein, da mal psychoanalytisch genau hinzuschauen, aber Extreme habe ich nicht beobachtet, nur den vielfachen Alltag und meine, dass meist unter der Hand die Kinder eher den Trainern oder eben "ihre" Teams "dem" Verein dienen... Dagegen opponiere ich, da Kinder selbst ihre Stimme kaum mal erheben können bzw. höchstens durch "Totalverweigerung", indem sie aus Unlust mit Fußball aufhören. Da habe ich bei uns im Verein mitgezählt: eines meiner Teams war z.B. 3 Monate nach meinem Rücktritt (als Protest gegen eine Staffelzuteilung, die dann nur zweistellige Niederlagen gegen viel Ältere wie Stärkere brachte) tot, musste abgemeldet und heute spielen von den einst 12 begeisterten Jungkickers noch ganze 2 Fußball! Die Zustände o. Vorfälle schilderte ich 2mal dem DFB zwecks Stellungnahme (was mir natürlich viel Hass einbrachte), eine Antwort erhielt ich nie!!! Null Interesse der "Herren", sozusagen Totalreaktanz. Mir tun einfach nur die Kinder leid, wobei ich auch nie aufmerksam geworden wäre, wären nicht meine eigenen betroffen...


    Genauso wie die "vorbildhaften" Vereine heute Profitmaschinen sind, alles darauf trimmen, ist es auch der Verband als Ober-Verantwortlicher - so meine sich empirisch ergeben habende Meinung, sorry. Persönlich will ich damit gegen niemand was sagen, außer vielleicht, dass eben 99% der Leute immer im Strom mitschwimmen, außer es geht ihnen selbst miserabel - dann kommt die Revolte/-ution. Interessant ist dabei doch, dass dieser Fußball letztlich beispielhaft für unsere ganz Gesellschaft stehen kann: wenn man mal nach unten schaut, nicht nur zu den armen Leiharbeitskräften, auch in die Schulen. Jeder wird per existenziellen Druck schon vom Kindergarten an eingespannt... Unser soziales Gewissen veramt zusehens, "wir" werden immer korrupter, was gestern noch Skandal gewesen wäre, ist heute völlig normal, eben z.B. selektive "Elite-Schulen" des Fußballs. Fußball war mal freies, entspanntes Spielen, heute vor allem Stress. Wenn ich in die armen Gesichter der Kinder schauen: fast nie mal ein Lachen in Training uns erst recht im Spiel. Man muss nur hinschauen, um es zu sehen... Spaß war da mal!

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    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Sry., aber die dir unterstellten Kinder tun mir Leid. Auch verlieren muss man lernen! Du entziehst dich der Verantwortung in schlechten Zeiten, stehst deiner Mannschaft in schlechten Zeiten nicht bei und willst hier was von motivieren predigen?


    Lächerlich!


    Mit diesem Beitrag hast du meinen Respekt voll und ganz verlore.


    Einfach nur lächerlich, andere in den Schmutz zu ziehen und selbst das unmenschlichste machen was man als Trainer einer Jugend-Mannschafft machen kann, machen. -Die Mannschaft im Stich lasse!- Nicht das System ist schuld, für die Abgänge, sondern du!!!


    *Edit*
    Auch redest du, dass ein Trainer Weltansichten und Moral vermittelt. Du plädierst zum genaueren psychoanalytischen Hinschauen. Umschreibst, dass die Kinder im grauenvollen Alltag vielfach dem Trainer dienen müssen... Stellst dich hier mit leeren Worten als Widersacher gegen dieses vielfach beobachtetes Verhalten hin.


    Tatsächlich hast du aber was für eine Weltansicht deinem direkten Umfeld vermittelt? Mit welcher Moral hast du deiner Mannschaft beigestanden? An welcher Stelle hast du psychoanalytisch auf dein Handeln hingeschaut? Wer, in deiner -dir unterstellten- Mannschaft, hat wem gedient?


    Eine Mannschaft ist für mich ein jedes Kind, deren Eltern und der/die Trainer/in.


    Langsam widerst du mich an! Wodurch mein erst vor kurzem entstandenes Interesse zu diesem Forum hier nachlässt.

    4 Mal editiert, zuletzt von crow ()

  • @Kicker
    Deine Beiträge werden immer besser. Ich möchte aber nicht, das du wegen uns Uni-Vorlesungen versäumst.


    Ich finde es schon richtig, das du die Seite der Wissenschaft kritisch hinterfragst. Es ist auch nicht neu, das sie sich in ihren Ergebnissen hin und wieder beeinflussen läßt, um an Geld, Macht und Ruhm zu gelangen. Dennoch verdanken wir ihnen viel. Selbst die Alten Griechen könnten noch heute mit ihren philosophischen Denkrichtungen der Stoa und Epikür manchmal für etwas mehr Klarheit sorgen. Wenn aber selbst das Recht trotz Prüfung der Kausa dennoch Einzelentscheidungen benötigt, dann sieht man, wie verzwickt die Lage von wirklichen Aussagen und Einschätzungen ist.


    Gerade, wenn es um Fakten geht, wird`s schwierig, weshalb man generell nur solchen statistischen Aussagen Glauben schenken sollte, die man selbst gefälscht hat! Gerade, weil ich schon viele Jahre im Talentförderbereich aktiv bin, habe ich eine andere subjektive Wahrnehmung als die von die aufgestellte These, nach der 10 % Veranlagung und 90 % Training wäre. Es mag in der Startphase noch so ausschauen, als das man mit besonders gut ausgebildeten Trainern große Fortschritte zu erzielen sind. Schließlich stoßen aber auch diese an die "Schallgrenzen" in Richtung Profifussball, wenn die erforderliche Grundschnelligkeit nicht erreicht wird. Was nützen Technik, Spielintelligenz und all die weiteren Faktoren, wenn es an der Schnelligkeit habert? Klar, ist die Arbeit nicht umsonst gewesen, die Frage ist jedoch, wenn der Anspruch der Eliteförderung der Profifussball sein soll, dann steht und fällt er mit der Frage einer vom Trainer nur bedingt beeinflußbaren Größe der indiviudellen Grundschnelligkeit. Und hat uns nicht der "olle Einstein" gelehrt, das es keine absoluten, sondern realitive Wahrheiten gibt, die immer nur solange gültig sind, bis man Bedingungen festgestellt hat, für die wiederum andere Wahrheiten zutreffen. Ein Ende der Gültigkeit von Aussagen über die Wahrheit ist also nicht abzusehen.


    Als "Teildeutscher" habe ich mich schon desöfteren gefragt, warum wir Deutschen in bestimmten olympischen Disziplinen, wie das Reiten, Dressieren und das Schießen besonders erfolgreich sind. Da mag wohl die preussische Vergangenheit, wonach man mit dem Automatisieren von gewünschten Verhaltensweisen gar nicht früh genug anfangen kann. (Auch das wöchentliche Gejohle am Spielfeldrand oder das Abrichten der Kinder zu Klassenbesten ist ja nichts anderes als eine Form von Dressur. Erziehung ist etwas anderes als Dressur. Sie fördert den Entwicklungsprozess in dem sie Hilfestellung leistet, aber auch Risiken inkauf nimmt. Dressur will absolute Macht und Kontrolle. Auch ein goldener Käfig ist ein Käfig!


    Ich finde es immer wichtig, das bei der Betrachtung der Gegenwart und Zukunft die Vergangenheit berücksichtigt wird. Denn häufig liegt hier der Schlüssel, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, Steine aus dem Weg zu räumen und es den Günstlingen zu zeigen! Mitleid und besonders Selbstmitleid ist ein schlechter Ratgeber, weil er den Spaß und die Neugierde unterdrückt.


    Noch ein Wort zur kontraproduktiven Leistungsforderung: egal ob Breiten- oder Leistungssport! Wer Leistung fordert, aber keinen Weg (Training) beschreiben kann, ist ein törichter Hornochse, denn er möchte Dinge von anderen, von denen er selbst nicht die geringste Ahnung hat. Wer sich mit Trainingslehre beschäftigt, der kann Zusammenhänge erkennen, zwischen methodischen Maßnahmen und deren positive Auswirkungen. In der praktischen Trainingslehre wird das Coching als ganzheitliche Methode zur Bildung von eigenständigen Persönlichkeiten personifiziert, in dem der (junge) Mensch gemeinsam mit seiner Umwelt ins Kalkül gezogen wird. Ob und wie weit es gelingt, hängt von allen Beteiligten und letzendlich vom ausdrücklichen Willen des Talents ab. Statistische Aussagen lassen immer nur Aussagen über gemeinsame Merkmale zu. Hier gibt es jedoch soviele Determinanden, das es kaum Rückschlüsse auf den Einzelnen gibt. Als man Tschernobyl und Fokoschima baute, ging man auch davon aus, das der Fall einer Reaktorkatastrophe nur alle 10.000 Jahre vorkommen kann. Leider war es die trügerische Sicherheit, das das dann auch erst in 10.000 Jahren passiert und nicht schon morgen!


    Wenn man dann also als Trainer wie ein "blindes Huhn" unterwegs ist, warum sollte man dann nicht den Spaß aller Beteiligten in den Mittelpunkt stellen, denn der Erfolg ist sowieso immer relativ!

  • Und hat uns nicht der "olle Einstein" gelehrt, das es keine absoluten, sondern realitive Wahrheiten gibt, die immer nur solange gültig sind, bis man Bedingungen festgestellt hat, für die wiederum andere Wahrheiten zutreffen. Ein Ende der Gültigkeit von Aussagen über die Wahrheit ist also nicht abzusehen.


    das Niveau steigt!!!


    ergänzend zu deinem für mich guten Beitrag. wirkliche Talente entwickeln sich bis zu einem gesissen Niveau unabhänig von der Qualität des Kindertrainers.
    zumindest meine Beobachtung.


    gg