Paradigmenwechsel des DFB hin zum Passen

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, trainierst du doch ältere Mannschaften, oder? Wann siehst du Bambini 2:2 spielen?


    Ich habe drei Söhne, die alle zwei Jahre Bambini gespielt haben. Als der dritte dort antrat...war ich bereits Trainer mit ein paar wenigen Jahren Erfahrung, ...allerdings damals noch sehr gewinndenkend.


    Danach änderte sich mein Denken und mein Handeln.


    Als Interessierter schaue ich gern mal bei den Spieletrainings zu....und ich habe das so wie du es siehst, noch nie gesehen.....sorry....aber das ist nunmal meine Erfahrung in dieser Frage.

  • Zum Thema Paradigmenwechsel sehe ich es ähnlich wie Follkao: Passen als Technik ist schon in der F-Jugend ein Thema, gemäß DFB-Konzept dort noch in der Grobform, in der E schon mit detaillierteren Korrekturen. Daneben gilt dem Dribbling, der Ballbeherrschung und Ballkontrolle aber noch das größere Augenmerk.


    Was passende Bambini anbelangt, so ist meine Beobachtung die, dass talentierte Spieler früher das Passspiel entdecken und beherrschen (im altersgemäßen Rahmen), insbesondere wenn sie mit anderen stärkeren Spielern zusammen spielen, die eben auch in der Lage sind, den Pass zu verarbeiten, die sich entsprechend für den Pass anbieten, die auch selbst den guten Pass spielen. Die Bambini-Zeit liegt bei meinen Kids schon zu lange zurück, aber im zweiten F-Jahr hatte ich schon ein paar Spieler, die sehr sinnvoll Pässe einsetzen konnten.


    Daneben gab es aber auch viele andere Spieler, die noch nicht so weit waren, sie waren so begeistert davon, den Ball zu bekommen und nicht gleich wieder abgenommen zu bekommen, dass sie immer ins Dribbling gingen und ihre Umwelt scheinbar komplett ausblendeten. Ich habe den Eindruck, dass diese Spieler, wenn sie sich weiter entwickeln, dann irgendwann auch den Pass als ab und an durchaus probates Mittel entdecken.


    Zu guter Letzt gibt es dann leider auch noch die Gruppe der Überforderten, die sich so wenig zutrauen, dass sie auch in der E1 den Ball nur irgendwie weg treten, wenn er in die Nähe kommt und so gut wie keine sinnvolle Aktion vollführen...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Passende Bambinis??? Mir krampft sich der Magen. Mein alter Verein hat die Minis jung und Minis alt und einen Aufnahmestopp weil man -ich schätze- 80 Kinder versorgt.


    Das war damals auch schon so. Bei den von mir aktiv gesehenen Spielen sah Kinder, die damals nur an den Ball traten, nachdem sie das Objekt der Begierde verfolgten. Andere standen gänzlich rum und die damals auffallenden Spieler nahmen die Pille -versuchsweise dribbelnd- mit und gabe ihn nicht mehr her. Diejenigen die mit ihren älteren Brüdern schonmal zu Hause spielten, standen schonmal neben der Traube und warteten auf den niemals kommenden Pass.


    Einige von den Ballnichtmehrhergebern ließen in späteren Jahren -so ab der D- kräftig nach, wobei einige von denjenigen, die damals nur mal gegen den Ball traten....so ab der D exellente Spieler wurden.


    Aktives Passspiel hingegen beobachtete ich nie. Ausnahme: Spielgeschehen das Aussah wie ein Pass...war aber keiner....habe ich nun Tomaten auf den Augen oder sind die Minis hier alle so mies? Übrigens decken sich meine Beobachtungen mit der ADAC-Studie im anderen Thread....gewisse Dinge sind in einem gewissen Alter für die Kinder entwicklungstechnisch nicht möglich. Das dürfte noch besonders bei den MInis so sein. Gruß


    Ich habe Lust drauf und setze noch eins drauf mit der Bitte, mir doch auf You Tube ein Minikickerteam als Link zu posten, damit ich ein Passspiel bei den Minis sehen kann. Ich möchte als einen erkennbar gezielten Pass ohne Picke auf den Mitspieler sehen....da bin ich aber gespannt.

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Bei uns im Trainerlehrgang (C-Breitenfußball) gibt es ein paar Bambini-Trainer. Mindestens einer von ihnen berichtet (stolz...), er würde 'schon' Passspiel trainieren und das würden seine Kids auch machen. Ich habe da auch so meine Zweifel ob der Richtigkeit der Aussage sowie der Sinnhaftigkeit des Trainings, habe seine Truppe aber noch nie gesehen. Bei meinen Kids liegt die Bambini-Zeit mittlerweile leider so weit zurück, dass ich mich nicht mehr gut genug daran erinnern kann, es verschwimmt alles ein bisschen. Allerdings glaube ich nicht, dass sie schon absichtlich und/oder gezielt Pässe spielten. Das kam aber in den F-Jahren. Wie ich glaube vorhin geschrieben zu haben.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Beim 7:7 sind gezielte Pässe selbst bei guten Bambini-Mannschaften eher selten, aber sie kommen schon mal vor.
    Beim 2:2 gibt es sie hingegen häufiger. Und genau darum ging es mir. Wenn das Spiel(feld) für die Kinder erfassbar und überschaubar ist, passen auch Bambini aus eigenem Antrieb.
    Vielleicht bekomme ich es ja mal hin, sowas zu filmen und irgendwie hoch zu laden...


    Gruß, Christoph


    P.S. Mein Sohn im Trainingslager des MSV beim Sponsoren-/Journalisten-/Fanspiel (etwas scrollen) : http://duisburgweb.de/Zebras11…r/18.6_1Antalya_2012.html

    Zitat

    Er suchte und fand seine Position im Sturmzentrum, hatte ein Auge für seine Mitspieler.

    Der Beitrag ist übrigens nicht von mir ;)

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

    Einmal editiert, zuletzt von Schimanski ()

  • Selbstverständlich gibt auch Spieler im Bambinialter, die sich an keine wissenschaftliche Erkenntnisse und Trainingslehre halten und schon bewusst ein Pass spielen.
    die sind jedoch selten und die Ausnahme.
    ich selbst hatte 2 Spieler, mit 3,5 Jahren im Training, ältere fussballspielende Brüder, die zum Ende der Bambini-Zeit bewusst Pässe gespielt haben. die hatten aber
    auch schon generell F-Niveau.
    es gibt immer mal Kinder, die ihrer altersgemässen Entwicklung voraus sind. (es gibt ja auch 5jährige die schulreif sind)
    grundsätzlich aber, und da stimme ich Andre voll zu, ist das bei den Bambinis kein Thema die dort gesehenen Pässe beruhen fast immer auf Zufall.
    sollten auch absolut kein Trainings- und Spielinhalt für den Trainer sein.


    gg

  • Günter, erzähl mir keinen. Ich fahre täglich cirka 60 bis 130 km offenen Auges durch die Gegend. Ich habe drei Kinder die sehr fußballtalentiert sind. Ich kenne keinen 3,5jährigen und habe nie auch nur einen einzigen gesehen, der am Straßenrand stehen geblieben wäre, wenn ein Auto kommt. Die die ich sah, sind tod. Harter Satz....aber das war und ist so. Warum sind die tod, ...weil die Studien lügen. Wie gesagt,...keine Ausnahme gesichtet.
    Und nochmals....es ging um passende Bambinis....nicht um einen einzelnen Zufallspass.

  • Hallo Andre


    bitte meinen Beitrag richtig lesen.


    ich hab beim Aufbau einer neuen Gruppe 3,5 jährige im Training gehabt. was heisst Training. das war eine ballorienterte Turn- und Bewegungsstunde, kein Training im eigendliche Sinne.


    und dass dann hier 2 dabeiwaren, im letzten Bambinijahr fast schon F-Jugend auch schon bewusst Pässe gespielt haben, habe ich deutlich als die Ausnahme beschrieben.


    diese Alterspannbreite war auch notwendig, um genügend Kinder zu haben.
    wir haben keine 80 Kinder im Bambinialter, sondern sind froh wenn wir 10 5 und 6 jährige zusammenbekommen, ob Junge oder Mädchen, sportlich oder unsportlich
    die Vorraussetzugen sind halt überall anders.l


    gg
    gg

  • Andre, wir hatten die Diskussion ja auch schon öfters, aber leider ignorierst Du weiterhin konsequent alle Argumente, die nicht in Dein Weltbild passen, Also hier wie gewünscht ein youtoube Link mit zwei (offensichtlich sehr weit entwickelten) U7-Mannschaften. Bitte zähle selbst mal die gezielten Pässe: http://www.youtube.com/watch?v=kMko33A_W64 Und jetzt erzähle bitte nicht, dass das alles ungezielte Befreiungsschläge sind...


    Im Gegenzug hätte ich jetzt gerne den Link zu der immer wieder zitierten "wissenschaftlichen Studie", nach der alle so kleine Spieler prinzipiell keinen Pass spielen können. Bitte keinen Link in Bezug auf den Strassenverkehr, sondern spezifisch für den Fussball. Wenn es die nicht gibt, dann berufe Dich bitte nicht immer wieder darauf. Das ist unwissenschaftlich.


    Aus meiner Sicht ist das Thema nicht so schwarz/weiss. Günter stellt das ja auch immer wieder richtig dar. Es gibt innerhalbe der Kinder riesige Entwicklungsunterschiede. Durchschnittliche Bambinis sind auch nach meiner Erfahrung nicht in der Lage zu passen. Weit entwickelte aber sehr wohl! Der Trainer sollte allen versuchen, gerecht zu werden. Also nicht Schema F aus dem Lehrbuch, sondern individuell auf die Mannschaft eingehen.


    Grüße
    Oliver

    Einmal editiert, zuletzt von Don Quijote ()

  • Mensch Don


    das war aber doch jetzt nicht kindgemäss: nicht nur Pässe, auch noch Doppelpässe und Raumaufteilung und dazu noch laute Eltern,
    wo bleibt das das kindsgemässe Denken. die hatten bestimmt keinen Spass.


    gg

  • Ich sehe es mal wieder genauso wie Don Quijote. Ich habe auch mal die gezielten Pässe bis Filmzeit 5:32 min. gezählt, ich gehe davon aus, dass die restlichen vier Minuten eine ähnliche Quote aufweisen. Da habe ich jedenfalls jeweils fünf gezielte Pässe auf beiden Seiten gezählt. Drei oder vier der fünf Pässe der grünen Mannschaft, das war auffällig, hat der Spieler mit der Nr. 11 gespielt, er setzt Pässe häufig, gezielt und sinnvoll ein. Ihn sehe ich als den Typus des Ausnahmespielers, wie ihn Günter auch erwähnt und wie man ihn durchaus öfter mal sieht. Die anderen Spieler dieser Mannschaften spielen gelegentlich gezielte Pässe, meistens dribbeln sie aber drauflos, wie man es in diesem Alter auch erwarten würde. Schüsse über größere Distanzen, die dann von anderen Spielern erlaufen werden, zähle ich übrigens nicht als Pässe, das sind in meinen Augen eher mehr oder weniger blinde Schüsse nach vorne in der Hoffnung, ein Spieler der eigenen Mannschaft möge den Ball bekommen. Hinter diesen Bällen steckt zwar durchaus Absicht, aber sinnvolle Pässe sind es nicht.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Danke für das Video.


    Es ist ein tolles Spiel der Bambinies vom älteren Jahrgang. Natürlich erkennt man auch rasch, das es sich bei diesen Teams bereits um selektierte Talente handelt, die aber hier auf Augenhöhe spielen!


    Tja, Andre soetwas hat es früher wohl wirklich nicht gegeben.


    Das Video zeigt, was möglich ist, wenn schon beim Einstieg in den Vereinsfussball gute Trainer den Kids Spaß am Fussball vermitteln und ihnen die genügend Zeit geben, das Erlernte auszuprobieren.


    Wenn man früher einen bewußten und präzise ausgeführten Pass oder gar einen Doppelpass bei den Minis sah, dann wurde sofort im Spielerpass nachgeblättert, ob die Kids nicht schon das F-Jugend-Alter erreicht hatten. Meistens wurde in solchen Fällen dann auch gemogelt!


    Allerdings gab es auch schon die ersten Ausnahme-Teams. Im Nachbarkreis wurde bereits bei den Minis 2 x wöchentlich trainiert und das konnte man auch auf dem Platz sehen. Auch in späteren Jahren war dort die Quote der Spieler, die sich für höhere Ligen empfehlen konnten,etwas höher.


    Es ist viel eher ein Beleg dafür, was möglich ist, wenn man Tabus überbord wirft und sich mit großer Leidenschaft und Kreativität ans Werk geht. Von ganz allein lernen die Kids schon auch Fussball (Strassenfussball), durch einen Trainer stimuliert und gecoacht noch einen Tick besser!


    Natürlich verhehle ich nicht eine gewisse innere Freude darüber, das hier mal anhand von Bildern gezeigt wird, das das goldene Lernalter bereits bei den Bambinies beginnt und nicht erst in der D-Jugend, wie es nach wie vor in den DFB-Trainer-Ausbildungsfolien steht! Die Vertreter dieser überholten Ansichten werden nur dann in ihrer Argumentation schwächer, wenn es um belegbare Erfolge geht, weil man sich nicht an diese DFB-Weisheiten gehalten hat!


    Wie das Video dokumentiert, ist es auch Zeit, das sich die Einstellung zum Start in den Vereinsfussball etwas ändert. So wird vielerorts wird bei den Bambinies ein paar mal pro Saison noch in Blockspieltagen gekickt. Warum eigentlich? Das ist doch zu wenig oder! Denn Fussballspielen lernt man am besten beim Fussballspielen!

  • Mein Jüngster spielt in einer 05er/06er Minikickermannschaft. Insofern sehe ich recht häufig Spiele dieser Altersgruppe. Von den 12-15 Spielern dieser Mannschaft, fangen in den letzten Wochen 2-3 Kinder an, sich aus dem Pulk rauszuhalten. Stattdessen laufen sie dahin, wo ein Pass hinkommen könnte. Diese Kinder laufen auch nicht mehr (bzw. seltener) Richtung Ball, wenn ein Mitspieler näher am Ball ist. Und diese Kinder versuchen auch, ab und zu einen gewollten gezielten Pass zu spielen.
    Das wurde von den Trainern weder gefordert noch trainiert. Die machen ein ganz normales Minikicker-Training mit koordinativen Spielen etc.
    Also: Einige wenige können und machen das tatsächlich. Sie sind aber Ausnahmen.


    Andre
    Kann man eine Studie über Kinder im Straßenverkehr wirklich 1:1 auf den Fußball übertragen? Die Entfernungen und Geschwindigkeiten sind doch schon sehr unterschiedlich. Ein Kindergartenkind, das einen zugeworfenen Ball fangen kann, hat Entfernung und Geschwindigkeit richtig eingeschätzt.
    Wenn diese Kinder einen Pass spielen oder bekommen, geht es um maximal 10m bei zügiger Schrittgeschwindigkeit.


    Wenn es darum geht, eine Straße zu überqueren, geht es evtl. um 300m oder mehr und um Geschwindigkeiten von mind. 50km/h (bei vielen Spinnern auch deutlich mehr).

  • nicht erst in der D-Jugend, wie es nach wie vor in den DFB-Trainer-Ausbildungsfolien steht!


    vielleicht leichter zu verstehen, wenn man die Phylosophie des DFB versteht.


    erst ab D-Jugend werden die Jungs aus fussballerischer Sicht interessant, werden deshalb in diesem Alter auch gesichtet und es zählt ab da für den DFB der absolute Leistungsgedanke.


    vorher geht es um Mitglieder, und da soll alles möglichst lange so kindsgemäss gehalten werden, dass ja jeder mitmachen kann und keiner abspringt.


    gg

  • Trotz aller verständlichen Begeisterung darüber, was talentierte Bambini alles können, bitte ich doch, nicht zu vergessen, das es sich hierbei um Ausnahmespieler handelt. Und da stelle ich mich mehr auf die Seite von Andre, wir als Kindertrainer müssen uns eher nach den normalen, d.h. schwächeren, als den stärkeren Kindern richten. Man muss sich auch darum bemühen, den Talenten gerecht zu werden, keine Frage. Das darf aber aus meiner Sicht nicht zu Lasten der anderen Kinder gehen. Mit dem Fangen von Bällen, überhaupt mit dem Einschätzen von Flugbahnen hoher Bälle, haben viele Kinder bis hinein ins F-Alter noch große Probleme. Meine Tochter spielt im zweiten F-Jahr Handball, ich weiß, wovon ich rede. Und ich denke, jeder Kindertrainer kennt das Phänomen, dass viele, viele jüngere Kinder hohe Bälle, die auf sie zu kommen, derart falsch einschätzen, dass letztere sie nach dem ersten Aufprall überspringen. Meiner Einschätzung nach ist das im F-Alter bei hohen Bällen eher die Regel als die Ausnahme.


    Zusammenfassend denke ich, dass Andres Einschätzung der Ergebnisse von ihm aufgeführte wissenschaftliche Studie zu Kindern im Straßenverkehr als absolut in dieser Form falsch ist, und es durchaus Ausnahmen geben kann. Betrachtet man empirische Studien, so stellt man ja stets fest, dass ihre Daten einer Streuung unterliegen. Dennoch gibt es zumeist einen einigermaßen engen Korridor, innerhalb dessen sich der Löwenanteil der Probanden bewegt. So ist das auch mit Kindern und ihrer Entwicklung und nach diesem Löwenanteil müssen wir Trainer uns richten.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ja, Dein Einwand ist vollkommen richtig, tobn. Ich wollte oben auch nur verdeutlichen, dass die Welt ein wenig vielschichtiger ist. Ich wollte nicht sagen, dass jetzt alle Bambinitrainer anfangen sollen, Kurzpassspiel zu traininieren, ganz bestimmt nicht! Altergerechtes Training gemäß den Empfehlungen (DFB, Coerver, Wein...) und dabei immer auf die individuellen Spieler eingehen. Wenn ich Bambini dabei habe, die schon passen können und wollen, dann kann ich als Trainer dazu auch Aufgaben stellen. Umgekehrt kann es ja auch sein, dass ich absolute Anfänger in der E habe. Dann muss ich da halt Basistechniken schulen (Fusshaltung beim Schuss usw.). Wäre ja sonst auch langweilig für den Trainer, wenn alles immer gleich wäre...


    Grüße
    Oliver


    PS: Und ganz klar: Das Video sollte auch nicht dazu führen, dass man in Schwermut verfällt, weil die eigene U7 bei weitem nicht an dieses Niveau heran reicht. Denn ich gehe auch davon aus, dass die Kinder im Link eine Auswahl darstellen.

  • Wenn ich Bambini dabei habe, die schon passen können und wollen, dann kann ich als Trainer dazu auch Aufgaben stellen. Umgekehrt kann es ja auch sein, dass ich absolute Anfänger in der E habe. Dann muss ich da halt Basistechniken schulen (Fusshaltung beim Schuss usw.).


    das ist genau das, was ich immer versuche rüberzubringen.
    die Vorgaben von Lehrbüchern oder Leitlinien, sind nicht immer strikt und 1:1 umsetzbar.


    massgebend sind immer noch die Kinder, die ich vor mir habe. und da gibt es schon gewaltige Unterschiede.


    hab schon F älteren Jahrgang gehabt, mit denen konnte ich nach E-Jugend Schwerpunkten trainieren.
    umgekehrt hatte ich auch schon ene E-Jugend, die damit total überfordert gewesen wäre und absolutes F-Jugendtraining machen musste.
    krass ausgedrückt: es ist schon ein Unterschied ob man absoluter Lehrbuchfreak ist oder Praktiker (jetzt bewusst mal übertrieben).


    gg

  • Richtig, Günter, man muss sich nach den Kindern richten. Ich halte nur bei vielen Kindertrainern die Gefahr dafür, dass sie sich an den Stärkeren orientieren, seien es die Talente im eigenen Team oder andere Mannschaften, die dem Anschein nach 'besseren' Fußball spielen. Die Versuchung, gegenüber den altersgemäßen Inhalten vorzugreifen, ist ja auch groß, der kurzfristige Erfolg begeistert ja auch erst einmal alle Beteiligten. Hat eine Mannschaft dann leider auch noch einen Trainer, der sich weniger gut in Kinder hinein versetzen kann, weniger Gespür für ihre teilweise sehr subtil augedrückten Regungen hat, so ist die Katastrophe schon fast vorprogrammiert. Mag sein, dass ich den Teufel jetzt etwas überdeutlich an die Wand male. Aber ich erlebe, wie bei uns in den Lehreinheiten zum Trainer C-Breitenfußball über Ergebnisse der Spieltage von Bambini und F-Junioren gefachsimpelt wird. Die Teilnehmer an einer solchen Qualifizierungsmaßnahme gehören zur Elite, was die Aufklärung über altersgerechtes Training anbelangt. Trotzdem wird da teilweise über F-Junioren gesprochen, wie es Jürgen Klinsmann seinerzeit über die Nationalmannschaft tat. Ich bin froh, dass diese Trainer in dem Kurs in der Minderheit sind, aber nach ca. zwei Dritteln des Weges zum Schein bin ich doch etwas konsterniert darüber, dass sie noch so drauf sind..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Tobn,


    diese Typen gab es immer und wird es immer geben.
    ich hab sie auch kennengelernt, den Trainer der F, der alle Ergebnisse nachgefragt und seine eigene Tabelle immer dabei hatte, sogar eine Torschützenlist.


    das wirst du nicht ändern und ich nicht. wir können die Welt nicht verändern.


    entscheidend ist doch wohl, dass jeder in seinem Bereich versucht, das Bestmögliche zu machen, und da muss er vorgehen von dem was er vorfindet und nicht was vielleicht sonstwo besser passt.


    gg

  • Du sagst es, Günter. Dennoch fühlte ich mich ob der Begeisterung für die Leistungen der Bambini der Stuttgarter Kickers verpflichtet, ein paar Worte der Mahnung auszusprechen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)