Problematik - Übertraining bei Kindern und Jugendlichen

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  • In dem im Fußball heutzutage üblichen Rahmen ist ein Übertraining von gesunden Kindern(!) durch reine Sportbelastung (Häufigkeit, Umfang, Intensität) praktisch nicht möglich. Ich schließe Zwang an der Grenze zur Körperverletzung hier mal aus (Stichworte: DDR, China, Turnen, Eislauf etc. pp.).


    Der Punkt heute ist die Gesamtbelastung im Alltag. Kinder denen alles mögliche aufgehalst wird: Schule, Musikinstrument, Freizeitstress usw. - es ist der psychische Druck, der den Körper reagieren lässt: psychosomatische Auswirkungen.


    Meist trägt der Sport sogar dazu bei, dass man diesen psychischen Druck besser verkraftet. Irgendwann geht es aber trotz Kompensation nicht.


    Was ich an dem Artikel nicht gut finde ist, dass die wiki Definitionvom rein sportlichen begründeten Übertraining spricht, der Artikel aber eigentlich vom psychischen Load handelt.

  • Genau deswegen sollten ja die Trainer ihr Training dementsprechend gestalten! Es sollte ja jedem bewusst sein das Kinder und Jugendliche keine Grenzen kennen und nicht auf ihren Körper hören. Also liegt es am Trainer die Belastung der Spieler im Auge zu behalten. Doch leider ist bei vielen ja auch noch das reine Lauftraining mit Dauerbelastung im Jugendbereich zu finden.

  • Huch Sven gerade noch die Kurve gekriegt!


    Das auf den Profiverein zu reduzieren, ???


    Paul trifft mal wieder den Nagel auf`n Kopf!


    Wo wir mal wieder bei der Qualität und Quantität des Trainings währen! Ganz zu Schweigen von der Qualität des Trainers!


    beste Grüße

  • Sven, dass sportliche Training ist in dem Bereich diesbezüglich praktisch irrelevant. Die sportliche Belastung ist eben KEIN Problem. Problem ist die Alltagsbelastung der Kinder. Durch Sport in dem üblichen Maße kannst Du ein Kind NICHT ins physische Übertraining schicken. Im Gegenteil_: Sport kompensiert psychischen Druck zunächst. Die psychische Last ist das Problem. Man unterscheidet deshalb auch psychische und physische Übertrainingssituationen.


    Der Trainer ist ne arme Sau. Er weiß nicht dass der kleine Kerl, den er da gerade trainiert die 2h vorher von der Mama durch die Hausaufgaben "geprügelt" wurde ... und das täglich ... wöchentlich ... monatlich ... immer ...

  • Hallo Paul,


    sehe ich anders.


    Die sportliche Belastung kommt bei vielen Kindern und Jugendlichen zum Schulstress etc. dazu. Der Sport soll aber keine zusätzliche Belastung, sondern ein Ausgleich sein, um Stress zu bewältigen.
    Dies wird leider noch oft falsch verstanden und eine zu hohe körperliche Belastung führen dann zum "Übertraining". Hier ist der Trainer gefordert, sein Training nicht zu übertreiben.


    Natürlich ist "Training im üblichen Rahmen" nicht schädlich, aber oft sieht es auf den Trainingsplätzen leider anders aus. Genau diese Leute wollen wir erreichen und wenn wir noch mehr erklären und wissentschaftliche Inhalte anbieten, dann liest es keiner mehr.


    Ein Trainer darf sich aber nicht aus der Gesamtverantwortung ziehen, er ist einTeil davon.

  • Kinder unter 10 Jahren kann man überhaupt nicht übertrainieren, da deren Körper noch "abschaltet".


    Erst in älteren Jahren kann man dieses bewusst unterdrücken und sich so gezielt zu einem Marathonläufer machen. Erst jetzt setzt daher auch Ausdauertraining ein.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Uwe, Du liegst hier falsch. Es ist im Rahmen des Normalen nicht möglich ein gesundes Kind (ich sprechen nicht von Jugendlichen) durch Sport in einen körperlichen Übertrainingszustand zu bringen. Eine vernünftige Mahlzeit, etwas Schlaf und die regenerieren schneller als Du das Wort buchstabieren kannst. Viele von uns Älteren hier haben sich sicher unorganisiert früher mehr und intensiver bewegt als es viele Kinder heute trotz organisiertem Fußballtraining tun. Es ist vollkommen absurd aus diesem Wenigen an Bewegung die Gefahr für ein physisches Übertrainingssyndrom konstruieren zu wollen.


    Du hast aber 100% recht, wenn Du dazu aufforderst, den psychischen Druck aus dem 3x1,5h Fußballtraining (wenn überhaupt) und dem Spiel am Wochenende zu nehmen, denn der - verbunden mit dem enormen Leistungsdruck, dem die Kinder im Alltag sonst noch so ausgesetzt sind - führt zu einem "Übertrainingszustand" psychischen Ursprungs.


    Ich setze das Wort in Anführungszeichen, weil die psychische Genese hauptsächlich bei Leistungssportlern bekannt ist und hier üblicherweise Overreaching Syndrom (im Gegensatz zu Over-Training im Sinne physischer Genese) genannt wird. Auch gint es im Leistungssport viel mehr Grauzonen und Mischformen. Bei Kindern ist das viel mehr ein Burn-out im klassischen Sinne, eine psychische Ermüdung, die ggf. (im Extremfall) physische Symptome zeigt.


    Mit einem Zuviel an sportlicher Belastung hat das aber i.d.R. nix zu tun.

  • Paul, was du alles in diesen kurzen Artikel liest, steht teilweise so gar nicht drin.


    Der Artikel warnt in erster Linie vor Langzeitschäden durch Übertraining. Eine gesunde Mahlzeit und etwas Schlaf, damit gleichst du harte Trainingseinheiten aus, aber nicht über einen längeren Zeitraum. Oft wird so häufig und intensiv trainiert, dass die Regenerationszeit nicht ausreicht. Folge können u.a. Wachstumsstörungen sein, hat mit Psyche weniger zu tun und steht im Artikel.


    Du kannst die zu hohe Belastung im Kindesalter bei vielen Spitzensportlern nachvollziehen. Die Verletzungsanfälligkeit ist gewaltig gestiegen und auch - mindestens einen - Spitzenfußballer mit Wachstumsstörungen gib es. Gut, das ist die Spitze, aber was ist mit den Kindern und Jugendlichen, die es nicht in die Spitze schaffen, aber trotzdem so trainieren?


    Edit: eismann schreibt: Ich war ein Opfer von Unwissenheit!, geht ja eigentlich gar nicht!

  • Nochmal: 3x pro Woche als gesunder 10-14 jähriger oder jünger 1,5h Fußballtraining führt nicht ins physische Übertraining. Auch langfristig nicht. Egal welche Intensitäten. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich Dir sagen, dass man sogar als degenerierter Erwachsener nach einer Gewöhnungszeit bis zu einem Umfang von ca. 10h Training pro Woche nicht mal perodisieren braucht, dass steckt man das flach 52 Wochen im Jahr weg sofern man mit den Intensitäten varriert. Ab dann muss man aufpassen.


    Wenn Du vom Leistungssport mit Kindern redest, dann bin ich voll bei Dir - darüber sprechen auch die mir bekannten Studien die das Thema Übertraining. Der Artikel suggeriert, dass der Breitensporttrainer in dem Alter bzgl. Intensität und Umfang was falsch machen könnte. Dem ist aber nicht so.


    Ich verstehe nicht, warum Du der guten Sache "Druck von den Kindern im KiFu nehmen" zuliebe auf das Mittel der Angstmache - so empfinde ich es zumindest - zurückgreifst. Das ist doch nicht nötig und überdies falsch.


    Warum hast Du so eine "Angst" davor, dass Kinder regelmäßige, tägliche körperliche Betätigung erfahren? Uwe - Das ist an sich normal! Das was unsere Kinder in der Playstation-Gesellschaft tun ist nicht normal. Permanentes Bewegen, dass ist das was unsere Kinder brauchen. Warum denkst Du haben 2/3 aller 2-3 Klässler Dysbalancen und Haltungsschäden? Sicher nicht davon, weil sie zuviel machen, sondern weil sie zuwenig machen.


    Der Punkt ist doch - und hier sind wir doch völlig einig - der Leistungsdruck, der psychische Druck, die Erwartungshaltung macht unsere Kinder krank. Vom täglichen kicken, toben, rennen, springen und alles immer Vollgas ist noch kein Kind krank geworden. Mal Schürfwunden oder Platzwunden - ja. Sonst aber nix. Pflaster drauf und weiter geht's.


    EDIT: Nenne doch mal ein konkretes Beispiel an Häufigkeit, Umfang und Intensität das einem 10-14 jährigen über einen Zeitraum von x Wochen ins Übertraining führt. Vielleicht meinen wir ja das Gleiche!?

  • Paul, ich denke hier konkret an Trainingseinheiten, bei denen die Kinder gezwungen sind, über ihre Kräfte hinauszugehen. Ich denke auch, dass dies in Spielformen eher nicht passiert (zumindest nicht ohne vom Trainer ausgeübten psychischen Druck). Jedoch kann ich mir schon Trainingsformen (Tendenz "alte Schule"!) vorstellen, die auch Kindern körperlich schaden. Das durchaus auch schon bei 3 x Training in der Woche! Dass du eine solche Möglichkeit kategorisch ausschließt, passt gar nicht zu deinen sonst eher reflektierten Beiträgen...

  • Ich habe in meinem allerersten Beitrag (Nr. #3) bereits geschrieben, dass ich solchen Zwang nahe der Körperverletzung ausschließe. Wenn es darum geht, um diese Extreme - dann bin ich still, es sollte dann aber auch deutlich in dem Artikel stehen.


    Allerdings sind viele dieser Trainingseinheiten nicht aus körperlicher Sicht ein problem, sondern der ausgeübte psychische Druck, der Zwang ist es.


    An welche Einheiten denkst Du konkret?

  • Uwe,


    dein Zitat des von mir beschriebenen Opfers, muß ich trotzdem unterstreichen. Aus dem einfachen Grund,..Belastungen, welche ein Kind oder Jugendliche haben, ob es das Training oder andere Einflüsse sind,...wie von Paul und dir beschrieben, sind nicht bzw. selten so wahrnehmbar wie für einen ausgebildeten Trainer. Selbst Elternteile, welche ihr Kind kennen müßten, nehmen meistens nicht gezielt Einfluß auf das richtige Maß zwischen Be- und Entlastung. So auch meine persönliche Erfahrung! Nun liegt das Jahre zurück und Alles ist viel selbstbewußter, aus den Dingen des Wissens heraus. Damals war es nicht so. Entweder du schaffst es und dir wurde eine bessere Zuwendung zu Teil oder nicht und du mußtest mit dir selber klar kommen. In der Woche trainierend wie ein Blöder, um am Wochenende kaputt über den Platz zu wackeln. Ich hatte in diesen Jugendjahren keinen Mentor, daher auch mein Drängen auf mehr Zuwendung des zweiten Gliedes,...viele junge Fußballer nicht fallen zu lassen, weil sie uns im Männerbereich fehlen,...für den Erhalt von Mannschaften und Vereine zwecks "ordentlicher" Spielstärke und Niveau.


    Da ich kein so großer Schreiberling bin und oft mehr denke bzw. Denkweisen voraussetze, kommt so manches offenbar falsch rüber.
    Für mich seit ihr Paul und Uwe garnicht weit von einander entfernt!
    Um das Thema zu vertiefen sind ausführliche Studien mit Kindern und Jugendlichen von Nöten, wenn es diese nicht schon gibt.
    Ich denke, ihr wisst da mehr und lese gern eure Ausführungen!


    beste Grüße

  • Paul, fast alles, was du über den Artikel in deinem letzten Beitrag geschrieben hast, steht gar nicht im Artikel.


    Natürlich geht es ums Leistungstraining und ich habe in rund 30 Jahren Kinder- und Jugendsport erlebt, wie Kinder getrimmt werden, um eine bestimmte Leistung zu erbringen und sie leiden nicht nur psychisch, wie du schreibst. Sie müssen auch körperliche Anstrengungen erbringen, die natürlich auf die Gesundheit gehen. Mit einer warmen Mahlzeit kannst du da nicht mehr viel ausrichten. Wahrscheinlich definieren wir jetzt das Wort "Leistungstraining" wieder verschieden, aber ich glaube du weißt, was ich meine: der psychische Druck der entsteht, weil jemand "Erfolg" haben will, verbunden mit einer übermäigen körperlichen Belastung und dies gibt es nicht erst in der Bundesliga.


    Das hat mit "Angstmache" nichts zu tun und wenn du "Übertraining" mit "Bewegungsmangel" vergleichst, hat das Eine mit dem Anderen nichts gemeinsam, aber das weißt du auch. Niemand hat irgendetwas gegen das tägliche Kicken und Toben geschrieben, wo liest du das denn raus?


    Sollte ich nicht mehr Antworten, ich bin mit Sven auf Fußballreise. Wir schauen hier zwar rein, werden aber bis Dienstag keine Zeit finden zu schreiben, dann gerne wieder! Warte mal ab, was noch an Artikeln kommt ;(

  • Ok - im (Hoch)Leistungsbereich sind wir uns völlig einig.


    Mag sein, dass ich viel hineininterpretiere was da nicht steht. Ich habe es tatsächlich als Appel auf die Breitensporttrainer aufgefasst. Das es um Leistungssport geht, steht da nämlich auch nicht. ;)

  • So einfach nicht, ich hatte "Leistungstraining" definiert, der Artikel zielt nicht nur auf "Leistungssportler" im klassischen Sinn.
    Und Paul, wir haben das nochmal dskutiert: hätte deutlicher sein können, dass nicht der normale, vernünftige Trainer gemeint ist. Aber besser einmal mehr darüber nachdenken, als gar nicht.


    Germancoach, ich hätte das Bild besser beschriften sollen, aber da musste das Copyright hin ..... wo ist das eigenlich? 8)


    Hier: © Jorg Hackemann - Shutterstock.com

  • Die Frage ist grundsätzlich was und wann kann man von Übertraining sprechen?


    Ich habe als 12 Jähriger Mo,Mi,Fr je 2 Stunden trainiert und bin Di und Do 60 min gejoggt, das habe ich gemacht bis ich 16 war, ich war im Leistungssport Ringer musste teileise 3 Kilo in 1 Woche Gewicht verlieren oder mal 2 Kilo zulegen um Kampfberechtigt zu sein.


    Ich bin 2cm kleiner 177cm als mein Bruder, war das Training schuld ?


    Was Fussballer oft als Leistungssport bezeichnen ist in anderen Sportarten meist nur der Hobbykader oder die B oder C Mannschaft.


    Es kommt nicht darauf an wie oft wie lange und wie häufig man Trainiert sondern auf den Inhalt der Einheiten.