Fließenden Übergang vom freien Spiel zum Positionsspiel in Gang setzen?

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  • Danke TW-Trainer,


    ich hatte den Thread schon aufgegeben.
    Als User mit knapp 40 Beiträgen hat man es hier nicht leicht. Man wird sofort missioniert, in Schubladen gesteckt und bekommt blöde Sprüche um die Ohren gehauen.


    Ich besitze sowohl das Buch von Horst Wein als auch das DFB-Buch, zudem habe ich viele Threads und Grundsatzdiskussionen hier gelesen.
    Ich bin in meinem Umfeld einer der wenigen Trainer, der die theoretischen Inhalte des Kinderfussballs kennt und sie versucht in die Praxis zu transferieren.


    Wenn ich hier nach einem System frage dann wird das bestimmt nicht zu Lasten der Kinder gehen. Das kann ich euch garantieren. Ich werde mich nicht plötzlich um 180° drehen und mit aller Macht meine Idee vom Systemfussball durchdrücken.


    Der Straßenfussball und vor allem Horst Wein machen vieles durch die Hintertür. Die Kinder werden spielerisch und unbewusst, vor "Probleme" gestellt, die sie selbstständig lösen müssen, dadurch eine Entwicklung durchleben, Erfahrungen sammeln und daran wachsen. Genau so würde ich auch den Übergang vom freien Spiel zum Positionsspiel gestalten.
    Das geht aber nur, wenn man irgendwann damit anfängt. Dabei ist das für mich absolut zweitrangig, wie es am Anfang in der Praxis funktioniert. Die Kinder sollen im Laufe der Jahre langsam und selbstständig die Vorteile vom Positionsspiel erkennen. Ich möchte ihnen nix aufdrängen, es wird kein Druck von mir geben und das freie, unbeeinflußte Spiel soll nicht unterbunden werden. Das eine schließt das andere ja nicht aus.


    Die Frage ist nur, wie man damit in der Praxis anfängt. Die Idee von Germancoach finde ich nicht schlecht. Das machen meine Kinder auch im freien Spiel fast schon so. Die Jungs laufen bei Abstoß zurück und stellen sich relativ gleichmäßig im Raum auf. Die Umstellung sollte also kein großer Schnitt in unsere Spielweise darstellen. Mal schauen, wie es dann bei Ballbesitz läuft. Vielleicht hat ja jemand noch andere Ideen...


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Horst Wein...der Fußballspezialist. Das ist gut! :D


    Versuch folgendes: bilde mit Hütchen zwei Bahnen links auf dem Spielfeld und rechts auf dem Spielfeld entlang der gesamten Seitenlinie. Platziere dort jeweils einen Spieler von jeder Mannschaft (Wandspieler). Sie sollten angespielt werden, dürfen rauf und runter mit dem Ball laufen, dürfen aber von den Feldspielern nicht angegriffen werden. Das macht das Spiel breit.
    Variation: wird der Wandspieler durch einen seiner Feldspieler angespielt, so tauschen sie sich aus => Rotation

  • Danke TW-Trainer,


    ich hatte den Thread schon aufgegeben.
    Als User mit knapp 40 Beiträgen hat man es hier nicht leicht. Man wird sofort missioniert, in Schubladen gesteckt und bekommt blöde Sprüche um die Ohren gehauen.

    So ein bisschen unfair finde ich Dein Statement ja schon.


    Also ich (und so wie es sehe auch alle anderen) bin inhaltlich auf Deine Fragen und Hinweise eingegangen. Niemand hat Dich hier als Ahnungslosen beschimpft. Im Gegenteil. Deine Reaktion war stets: "Das weiß ich alles schon, muss nicht missioniert werden."


    Okay.


    Du bringst G-linge mit Positionsspiel und Ketten in Verbindung. Das kann eben mal Widerspruch hervorrufen, das solltest Du dann aushalten. Besonderes wenns so nett geschieht wie in diesem Forum.
    8)


    Um nochmal inhaltlich zu werden. Ich bin der festen Überzeugung, das das Positionsspiel generell nicht NUR mit Hütchen oder verbalen Anweisungen erlernt werden kann. Schon gar nicht mit den Kleinsten.


    Ich bleibe dabei, am Wirkungsvollsten ist hier ein intensives 3vs3 oder 4vs 4 Spiel mit gleichstarken Mannschaften. Intellektuell werden die Kinder so ab der E in der Lage sein, Positionen zu erfassen und umzusetzen. Dann ergeben sich natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, das zu trainieren.


    Aber das weißt Du ja schon.

  • Dieser Thread weckt Erinnerungen in mir ......


    Erinnerungen an User, die mal etwas Passpiel bit der G einübern wollten ......


    Erinnerungen an User, die mal Abschlusspiele mit Vorgaben mit der G ausprobieren wollten ........



    und die die gleiche Reaktion bei manch anderen Usern ausgelöst haben > fast schon übersteigerte Ablehnung



    Ich persönlich habe diese Ablehnung als übertrieben empfunden und auch diese Dinge eingeübt. ZUM GLÜCK!



    Die Geschichte der Kinder ist ein immer noch andauerndes, modernes Fußballmärchen.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Es gibt Erfahrungen darüber, das man bei einem Schulneuling zunächst einmal mit dem "kleinen Einmaleins" und nicht mit der "Differenzialrechnung" beginnt. Dass ein Kind normalerweise nicht von alleine Lesen und Schreiben lernt, mag nachvollziehbar sein. Dennoch haben sich die pädagogischen Ansichten darüber, wie man Kindern am besten Wissen vermittelt, im Laufe der Jahre verändert. Die Älteren unter euch mögen sich vielleicht noch an stumpfsinniges Auswendiglernen unverständlicher Gedichte, evl. an Backpfeifen als erziehherische Antwort auf Ungehorsamkeiten, an sinnlose Strafarbeiten (z.B. 100 x einen Satz schreiben) erinnern.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, möchte Schimansky sich nicht mehr an die Methode: "ich mache es vor und alle machen es nach" orientieren, sondern lediglich Aufgaben stellen und die Kinder zum selbststänigen Ausprobieren animieren. Ob nun alle auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel der Erfüllung einer Aufgabe kommen, sich von selbst kleine Gruppen bilden, die sich gemeinsam an die Aufgabe machen oder jeder aus der Gruppe einen kleinen Beitrag dazu leistet, eine gemeinsame Aufgabe anzugehen, ist ohne Bedeutung. Denn letzendlich führen sie alle zum Ziel, das Fussball eine Mannschaftssportart ist. Für den DFB, der sich zwar zum Breitensport bekennt, deren Fokus jedoch die Eliteförderung gilt, ist der untere Jugendbereich ein nahezu unbeschriebenes Blatt Papier. Erkenntnisse, die sich für die spätere Entwicklung positiv auswirken, sind deshalb zu erwarten und wertvoll.


    Das man nicht von einem ballorientierten Spiel im typischen Sinn sprechen kann, nur weil alle Kinder hinter einem Ball herrennen oder einem gegnerorietierten Spiel, nur weil ein Kind auf seiner Position verharrt, ist zunächst einmal nicht von Bedeutung.


    a. Trainer stellt eine Aufgabe
    b. Team versucht die Aufgabe (jeder auf seine Weise) kreativ anzugehen
    c. Trainer hilft nur dann, wenn Unterstützung gebraucht (gewünscht) wird
    d. Team wächst an den Aufgaben, nicht an der Perfektion der Trainervorführung


    Habe ich es so richtig verstanden?


    Um kleine Ziele zu erreichen, muß man große Ziele wollen! Wichtig ist einzig, das es allen Beiteiligten Spaß macht! Viel Glück dabei!

    Einmal editiert, zuletzt von TW-Trainer ()

  • Die pädagogischen Ansichten darüber, wie man Kindern am besten Wissen vermittelt, rauche ich getröst und vor allem genüsslich in der Pfeife. Zumindest solange, bis uns die Pisa-Ergebnisse etwas anderes erzählen.

  • Die pädagogischen Ansichten darüber, wie man Kindern am besten Wissen vermittelt, rauche ich getröst und vor allem genüsslich in der Pfeife. Zumindest solange, bis uns die Pisa-Ergebnisse etwas anderes erzählen.


    Laut den letzten PISA-Ergebnissen sind wir Deutschen mittlerweile recht weit vorne. Den militärischen Drill der Asiaten wollen wir aber nicht, da man dadurch zwar klasse Schüler hat, aber völlig unselbständige Studenten.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Hallo,

    So ein bisschen unfair finde ich Dein Statement ja schon.

    Stimmt! Im Nachhinein betrachtet habe ich es mir zu einfach gemacht und zu schroff und pauschal geurteilt.
    Was mich halt geärgert hat, dass ich laufend das Gefühl hatte mich rechtfertigen zu müssen anstatt über das Thema zu sprechen.
    Trotzdem: Sorry nochmal!


    TW-Trainer: So genau weiß ich selber nicht, wo ich hin möchte. Aber deine Ausführungen klingen schon mal nicht schlecht. Ich möchte auf jeden Fall weg von der "alten Schule", weg von Instruieren und Vorgaben machen.


    Wir haben gestern ein ziemlich interessantes Spiel gehabt. Nach dem Spiel ist in mir die Erkenntnis gereift, dass ich das freie Spiel doch erstmal ohne Positionsvorgaben beibehalten möchte. Den Jungs sieht man einfach ihre Spielfreude an (im Gegensatz zu den Kinder des Gegner, die immer wieder lautstark auf ihre Positionen hingewiesen wurden). Sie spielen trotzdem schon sehr dizipliniert und relativ geordnet. Zudem hatten wir in Ballnähe fast immer Überzahl und sind viel laufstärker als die Gegner (weil ja alle für Offensive und Defensive verantwortlich sind). Die Gefahr ist mir einfach zu groß, dass die Kinder - vielleicht schleichend - diese positiven Ansätze verlieren.


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt



  • Es kommt doch wohl entscheidend drauf an, wie ich etwas frage. Und ich kann mir auch Dinge schön reden. Es geht eben oftmals nicht darum, nur etwas Passen zu üben oder Vorgaben beim freien Spiel einer G zu geben. Bei Nachfragen oder etwas längerer Dauer eines Themas erkennt man schon die Richtung. Und da gibt es eben Contra. Da kann ich dann eben beleidigt sein, auf Stur stellen oder eben mal über die Kritik nachdenken. Man muss die andere Meinung ja nicht übernehmen.


    Und was ich damit meine ist am Beispiel von Schimanski doch sehr schön zu sehen. Ich hatte es auch wie TW-Trainer gelesen, dass er einfach Anregungen haben möchte für eine auf die Zukunft gerichtete Zielrichtung. Mehr nicht. Und wenn man sich seine Beiträge bisher so anschaut, habe ich schon den Eindruck das er weiß was er tut. Und ich glaube gar nicht mal schlecht.


    An dieser Stelle @Schimi: Siehste. Auch 40 Beiträge sind 'ne Menge. Quantität ist nicht gleich Qualität ;) Ich hätte dir deswegen gern Tipps gegeben. Für mich gab es aber nur einen: Mach so weiter wie bisher und meld dich noch mal, wenn du mit deiner Truppe in der E bist. Da habe ich mit meinen angefangen und das reicht. Trainiere ab der F viel und variantenreich innerhalb deines von dir gesetzten Schwerpunktes in der Spielmethode. Schau beim Pflichtspiel deiner Jungs genau hin und analysiere was genau dir auffällt. Mach dir zuhause dann Gedanken, wie du dies oder jenes durch spielnahe Situationen im Training einbauen kannst und deine Jungs durch eigene Erfahrungen das von dir gewünschte Verhalten zeigen. Wenn sie dabei Fehler machen oder zunächst überfordert sind muss nicht gleich die ganze Übung schlecht sein. Bischen verändern und schon klappts. Fehler sind immer gut. Wozu bräuchten sie sonst dich, wenn sie schon alles könnten. Dein letzter Eintrag zeigt: Keep going.

  • Hallo,


    Trainiere ab der F viel und variantenreich innerhalb deines von dir gesetzten Schwerpunktes in der Spielmethode. Schau beim Pflichtspiel deiner Jungs genau hin und analysiere was genau dir auffällt. Mach dir zuhause dann Gedanken, wie du dies oder jenes durch spielnahe Situationen im Training einbauen kannst und deine Jungs durch eigene Erfahrungen das von dir gewünschte Verhalten zeigen. Wenn sie dabei Fehler machen oder zunächst überfordert sind muss nicht gleich die ganze Übung schlecht sein. Bischen verändern und schon klappts. Fehler sind immer gut. Wozu bräuchten sie sonst dich, wenn sie schon alles könnten. Dein letzter Eintrag zeigt: Keep going.

    Ja, das klingt nicht schlecht.
    Das versuche ich schon seit Anfang der Bambinis, war mir aber nicht so sicher, wo ich eigentlich hin will, was zielführend ist und was eine Sackgasse ist.
    Wenn man sich zu sehr auf das "Punktspiel" fokusiert, ist die Gefahr groß, die wichtigen Inhalte des Kinderfussballs zu vernachlässigen. Ich denke aber schon, dass ich immer mehr ein Gefühl dafür bekomme, die richtige Balance zu finden


    Beim Spiel am Dienstag gab es einen interessanten Aspekt, der mich nachdenklich gemacht hat und den ich noch immer nicht "abgeschlossen" habe. Mich würde eure Meinung interessieren:


    Der Gegner war der bisher stärkste der Saison. Während wir letztes Jahr als jahrgangsreine Mannschaft des jüngeren Jahrgangs regelmäßig viel Widerstand und auch Klatschen bekommen haben, waren die ersten Spiele in dieser Saison "zu leicht". Die Jungs brauchten kaum mehr auf die Defensive aufpassen und spielten munter offensiv (wir sind ja jetzt die Großen, dann will ich auch mal Tore machen).
    Der Gegner am Dienstag war aber annähernd auf Augenhöhe. In der ersten Halbzeit kam es oft vor, dass fünf Kinder vorne versucht haben, ein Tor zu schießen und im Mittelfeld eine riesen Lücke klaffte. Ganz hinten stand ein Junge als Absicherung. Aber nicht von mir instruiert, sondern aus eigenem Antrieb.


    Das Kind ist koordinativ wahrscheinlich das beste in der Truppe, hat einen guten Schuß, ist sehr laufstark, beim Dribbling leider oft überhastet und fühlt sich traditionell defensiv wohler (selbst als ich ihn bei einem deutlichen Sieg nach vorne.geschickt habe, um Erfolgserlebnisse zu sammeln, ist er immer wieder nach hinten gelaufen).
    Er hat einen großen Bruder, der auch Fussball spielt und ist deswegen im Zweikampf nicht zimperlich. Zudem kann er Über- und Unterzahlsituationen gut erkennen, spielt also schon mannschaftstaktisch und opfert sich gerne für die Mannschaft (er bekommt dafür auch immer wieder Lob von uns vor der ganzen Mannschaft (vielleicht falsch?)). Das Kind ist eher introvertiert, emotional verschlossen (versteckt seine Gefühle oft), gibt aber schon mal (leise) Anweisungen an die Mitspieler oder beschwert sich über deren Fehlverhalten. Das Kind wird in der Mannschaft aufgrund seiner fussballerischen Qualitäten sehr geschätzt, ist aber beim Toben und "Scheiße bauen" selten dabei, dafür aber sehr dizipliniert und stört den Trainingsablauf nie.


    Nun zum Punkt: Der Gegner hat mit einem 2-2-2 gespielt und viel Wert darauf gelegt, dass die Kinder vorne bzw. hinten bleiben (immer wieder reingerufen). Mein Kind hat sich eigentlich schlau verhalten, indem es erkannt hat, dass er hinten bleiben muss, um die Defensive zu stabilisieren.
    Er hat aber eigentlich einen Libero gespielt. Zudem hat er viele Situationen mit Rausbolzen statt spielerisch gelöst (obwohl er das eigentlich könnte). Er hat das Gegenteil vom modernen Fussball und das Gegenteil vom ballorientierten Verteidigen gespielt. Wie schon erwähnt, alles aus freien Stücken, null Anweisungen von uns.


    Wie kann ich jetzt verhindern, dass sich diese - eigentlich unerwünschte Spielweise - zur Gewohnheit wird? Wenn ich ihn mit nach vorne geschickt hätte, hätte ich das freie Spiel unterbunden, in seine Spielewelt eingegriffen und natürlich - gegen den Willen des Kindes - auch den Sieg riskiert (der muss ja denken, ich bin ballaballa). Wir mussten uns ja zwangsläufig der Positionszwangsjacke des Gegner beugen (Abseits gibt es ja noch nicht).


    Mein instinktiver Lösungsansatz in der Halbzeitansprache: Wir haben die Mannschaft darauf hingewiesen, dass die anderen Kinder den Jungen hinten nicht alleine lassen sollten (sie sind in der ersten Halbzeit zwar bei Ballbesitz des Gegners zurückgelaufen, kamen aber oft zu spät) und vor allem nicht alle vorne rumturnen sollten. Nachdem wir die erste Halbzeit "nur" 4:3 gewonnen haben, ging die zweite 5:0 an uns. Die Kinder haben also verstanden.


    Aber was ist in Zukunft?
    Was erzähle ich dem Jungen, der hinten geblieben ist und nur im Sinne der Mannschaft gehandelt hat, aber eigentlich antiquiert gespielt hat?


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

    Einmal editiert, zuletzt von Schimanski ()

  • Hallo Schimansky,


    wie ich sehe, bist du schon ein Stückchen weiter gekommen. Ob durch Trainer instruiert oder Ohne, es ergeben sich fast immer Spielformen, die sich am Charakter der Spieler einer Mannschaft widerspiegeln. Da gibt es die Mutigen, die sich sofort wild ins Getümmmel stürzen. Da gibt es die Ängstlichen, die sich gern aussen aufhalten und da gibt es die Eigenbrödler, die sich abseits der Anderen aufhalten und nur ihr Ding machen wollen. So entwickelt sich von ganz allein die wilde Horde von Kindern zu bestimmten Spielformen.


    Spätestens dann, wenn durch das Pass-Spiel das Spiel-Tempo zunimmt, wird auch der Letzte in deinem Team einsehen, das er nicht immer überall dort sein kann, wo der Ball gerade ist, weil er dann viel zu schnell müde wird.


    Lt. DFB-Vorgaben soll während der G-Jugend-Zeit gar kein spezifisches Fussballtraining gemacht, sondern lediglich Gewegungsspiele veranstaltet werden. Wenn du es besser machen willst, suche nach geeigneten Möglichkeiten, um Bewegung und Fussball so zu kombinieren, das alle ihren Spaß haben! Denn der Spaß ist nahezu ein Garant für sportlichen Erfolg!

  • Nun zum Punkt: Der Gegner hat mit einem 2-2-2 gespielt und viel Wert darauf gelegt, dass die Kinder vorne bzw. hinten bleiben (immer wieder reingerufen). Mein Kind hat sich eigentlich schlau verhalten, indem es erkannt hat, dass er hinten bleiben muss, um die Defensive zu stabilisieren. Er hat aber eigentlich einen Libero gespielt. Zudem hat er viele Situationen mit Rausbolzen statt spielerisch gelöst (obwohl er das eigentlich könnte). Er hat das Gegenteil vom modernen Fussball und das Gegenteil vom ballorientierten Verteidigen gespielt. Wie schon erwähnt, alles aus freien Stücken, null Anweisungen von uns.


    Ich würde gar nicht sagen, dass er das Gegenteil des modernen Fußballs praktiziert hat. Schließlich ist ja einer der Vorteile des ballorientierten Verteidigens, dass der Libero nicht der einzige ist, der Überzahl in Ballnähe herstellen kann. Im Buch 'Modernes Verteidigen' von Ralf Peters wird die Brücke zum Spiel mit Libero dadurch gebaut, dass er sagt, im modernen Fußball sei jeder Spieler Libero. Die Spielweise des Liberos steht weniger im Gegensatz zum modernen Fußball als die der Manndecker.


    Die Situation, die du beschreibst, bleibt schwierig zu lösen, ich sehe das bei uns (älterer E-Jahrgang) ja auch oft, dass man auf Teams trifft, die einen oder zwei Spieler vorne stehen lassen und deren Namen man nach spätestens drei Minuten kennt, weil die Trainer, wenn ihre Mannschaft in Ballbesitz kommt, sofort reinrufen, ihre Spieler sollten den Ball schnell zu besagten Stürmern spielen.. :( Da es kein Abseits gibt, hat deine Mannschaft eigentlich gar keine andere Wahl, als jemanden zur Absicherung hinten zu lassen. Eigentlich reicht einer gegen zwei Spitzen dabei auch nicht aus, sogar gegen einen Stürmer braucht der absichernde Spieler Unterstützung durch schnell zurück eilende Mitspieler, da er nicht so konsequent angreifen kann, weil für ihn niemand mehr absichert. Das führt jetzt zu weit für die Kinder, ich möchte damit nur sagen, dass dein Spieler sich doch vollständig richtig verhalten hat. Als du den Rest des Teams darauf aufmerksam machtest, dass er es alleine gegen mehrere Gegner nicht immer schaffen kann, kamen sie offenbar besser mit zurück und der Gegner sah kein Land mehr. Passt doch.


    Ich versuche, meinen (deutlich älteren) Spielern zu vermitteln, dass die Spieler der Defensivreihe auch bei Ballbesitz unserer Mannschaft auf die gegnerischen Stürmer achten müssen, zumindest die Spieler, die den Angriff gerade nicht mit tragen. Bevor sie dann auch nach vorne stürzen, sollen sie quasi gucken, ob es da nicht vielleicht schon voll genug ist, sie dafür aber zur Absicherung gebraucht werden. Dazu weise ich sie wohlgemerkt nicht an, das höchste der Gefühle ist dann, dass ich von außen, wo ich ja auch die größere Übersicht habe, mal darauf hinweise, dass hinter ihnen noch zwei Gegner stehen. Dann geht es mir noch darum, ihnen zu vermitteln, dass sie in einer solchen Situation dann nicht diese Spieler decken müssen, aber sie sollten stets wissen, wo sie sind und in der Lage dazu sein, sie anzugreifen. Und ich wünsche mir, dass die Rolle der absichernden Spieler immer schön wandert, so dass jeder damit mal dran ist.


    Wie kann ich jetzt verhindern, dass sich diese - eigentlich unerwünschte Spielweise - zur Gewohnheit wird? Wenn ich ihn mit nach vorne geschickt hätte, hätte ich das freie Spiel unterbunden, in seine Spielewelt eingegriffen und natürlich - gegen den Willen des Kindes - auch den Sieg riskiert (der muss ja denken, ich bin ballaballa). Wir mussten uns ja zwangsläufig der Positionszwangsjacke des Gegner beugen (Abseits gibt es ja noch nicht).


    Aber es klingt doch so, als sei gerade die zweite Halbzeit gut gelaufen. Wie gesagt, ich finde gar nicht, dass die Spielweise deines Spielers falsch war. Dass er in mutmaßlicher Unterzahl dann bei seinen Aktionen auch eher auf Nummer sicher ging, ist doch auch gut nachvollziehbar. Wenn du dem entgegenwirken möchtest, kannst du ja Übungsformen verwenden, in denen die Verteidiger für eine Anschlussaktion nach Balleroberung belohnt werden -- z.B. Dribbling durch ein Hütchentor, Pass zum weiter vorne postierten Spieler, etc -- , so lernen sie diese Option kennen. Ansonsten, würde ich sagen, ist dieser eine Spieler vom Spielverständnis her vielleicht sogar ein Stück weiter als die anderen. Damit er sich nicht an die Rolle des Ausputzers gewöhnt, würde ich ihn auch nach vorne stellen, d.h. in meiner Situation mit der 3-3 in die vordere Reihe. Ich habe noch nicht kapiert, wie sich deine Kids zu Beginn des Spiels aufstellen, wenn es es vollkommen selbstständig machen, sind deine Eingriffsmöglichkeiten natürlich sehr begrenzt, dann müsstest du dir etwas anderes überlegen. Da es in der Halbzeit mit dem Erklären ganz gut geklappt zu haben scheint, wäre das ja vielleicht auch ein Ansatz.


    Aber was ist in Zukunft?
    Was erzähle ich dem Jungen, der hinten geblieben ist und nur im Sinne der Mannschaft gehandelt hat, aber eigentlich antiquiert gespielt hat?


    Hier würde mich mal interessieren, wieso du seine Spielweise für antiquiert hältst, ehrlich, und wie das die anderen hier sehen. Ich bin da nämlich, wie oben geschildert, anderer Ansicht. Übrigens haben wir hier noch gar nicht über den Torspieler gesprochen, der natürlich auch eine wichtige Rolle hat und viel stärker mitspielen sollte als dies früher der Fall war. Daher animiere ich unsere Torleute auch dazu, weit aus ihrem Kasten heraus zu kommen, wenn wir in Ballbesitz sind. Aber gegen gegnerische Stürmer, die sonst frei wären, kann ein Torhüter natürlich nicht absichern, daher spielt er im Zusammenhang der von dir genannten Situation eine untergeordnete Rolle.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich komme nach einigen Tagen des interessierten Mitlesens zu dem Eindruck, dass einige von uns -obwohl mit dem Willen ausgestattet, modernen altersgerechten Fußball anbieten zu wollen, .....dem "alten" hiervon abweichenden Denken auferliegen/verfallen.


    Ich möchte mir nun nicht die Arbeit machen, Euch das gezielt und konkret mit geschätzten 25 Zitaten zu beweisen, was auch wieder als Angriff überkommen würde!


    Nochmals:


    -Wir sprechen hier von einer G....also Minikicker-


    Schaut Euch doch diesbezüglich mal die Ziele dieser Altersgruppe an. Denkt mal darüber nach, was ihnen -wissenschaftlich belegt- entwicklungsmäßig möglich ist zu tun


    und


    vergleicht das mit den Tipps, mit der Denke usw. die hier gepostet wird. Hier mal zwei Beispiele, die mir direkt in Erinnerung sind:


    Schimanski denkt grundsätzlich modern. Sein Grundgedanke, das naturgemäße Verschieben dieser Altersgruppe in Bahnen lenken zu wollen finde ich super. Im Umkehrschluß sehe ich z.B. im Beitrag 51, wie von Lücken im Mittelfeld usw. usw. gesprochen wird. DAS passt überhaupt nicht!


    Andere -eigentlich super modern denkende- Poster empfehlen eine Dreierkette, damit sie besser an den Stürmern des Gegners stehen. Das wäre für mich eine Abwehr die mit drei Leuten in einer Reihe steht, aber eine Kette ist was anderes. Kette ist der Hinweis auf Verschieben und Raumdeckung, was ja so -beim decken eines Gegners- total entgegen dem Erhalten des ballorientierten Spiels spricht.....comprende? Also das was Schimanski -meiner Ansicht nach- löblich erhalten will, würde abtrainiert...wie immer so zu sagen.


    Mal abgesehen davon, dass wenn ein Trainer der Minis, der seine zwei Stürmer -auf Grund des Fehlens der Abseitsregel- an den Pfosten eures Tores stellt....dieser "erschlagen" gehört -grins-. Ich würde ihm vorab schon mal 5 Tore schenken, damit er diese armen Jungs per Joystick in die Mitte schickt. Gibt ja auch so Halsbänder für Hunde, wo man per Funk Stromschläge austeilt....wobei das ja auch beim so einem Trainer helfen könnte....ok....wenige sachlich.


    Ich bleibe dabei, ....die Minis....so denke ich....haben das RECHT hinter dem Ball herzulaufen. Für SIE ist es das Spiel Bayern München gegen eine Weltauswahl. Für Sie ist es das Größte wo gibt. Für sie geht es nur darum größten FUN zu haben. Es geht darum, geradeaus laufen zu können. Mal einen Ball zu stoppen, mal auf das Tor abzuschließen, mal einen Kreis laufen zu können, mal ein wenig Körperkontakt zu bekommen, den Rasen zu testen, den Jubel der Eltern zu erfahren


    statt den Zwangsmantel manch brüllender Eltern und Trainer übergestülpt zu bekommen, mannschaftstaktische Anweisungen wie ein Spielsystem zu erfahren, was nichts anderes ist, als das alles zu verhindern. Das ist -gemessen an den Zielen dieser Altersgruppe- Ausbildungsverhinderung, weil man damit so viel erstickt. Erstickt wird Mut, körperliche Entwicklung durch weniger Ballkontakte, Laufen, sie werden überfordert, Erfahrung, ihr Wille usw., usw......wofür?


    Erstickt wird es letztlich deshalb, weil wiederum die Erwachsenen es nicht erwarten können, gewisse ach so wichtige Dinge des Erwachsenenfußballs auszupacken, damit man dann endlich mithalten kann. Mithalten kann, mit Mannschaften, dessen Trainer sich hier auch stark versündigen und im Prinzip keine Ahnung haben und vermutlich -so gesehen, ...sehr selbstsüchtig bis uninformiert sind, sorry.


    Hätte ich eine G - Achtung Theoretiker- würde ich dort, wo es Tabellen gibt....nur noch Freundschaftsspiele absolvieren. Ich würde mir Turntrainings abschauen, ich würde mal eine Judotrainer kommen lassen, ich würde zu 50 Prozent Fußballtraining machen und viele Spiele mit und auch ohne Ball praktizieren, damit die Koten -immer wieder auf neue interessante Art- lernen mit sich selber erstmal klar zu kommen. Das ist die Grundlage, die sehr sehr oft und das deutlich sichtbar in späterer Zeit- viiiiiieeeeel zu kurz kommt. Da herrschen die Defizite größter Güte. Daran arbeitet man besser, als zu überlegen, ob Minis im zweiten Jahr schon fußballerische Themen aufgreifen sollten. Gruß Andre

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()


  • -Wir sprechen hier von einer G....also Minikicker-


    Schaut Euch doch diesbezüglich mal die Ziele dieser Altersgruppe an. Denkt mal darüber nach, was ihnen -wissenschaftlich belegt- entwicklungsmäßig möglich ist zu tun


    Das sind bei diesem Thema zwei ganz entscheidende Sätze.


    Toller Beitrag, Andre.


    Stimmt! Im Nachhinein betrachtet habe ich es mir zu einfach gemacht und zu schroff und pauschal geurteilt.
    Was mich halt geärgert hat, dass ich laufend das Gefühl hatte mich rechtfertigen zu müssen anstatt über das Thema zu sprechen.
    Trotzdem: Sorry nochmal!


    Okay, danke für schlichtenden Worte. Freue mich darüber und Schwamm drüber.
    Lass uns weiter diskutieren.
    =)

    Einmal editiert, zuletzt von anakiny ()

  • Ich bleibe dabei, ....die Minis....so denke ich....haben das RECHT hinter dem Ball herzulaufen.


    Deine Antwort kommt ja direkt nach meinem letzten Posting, einen gewissen Bezug vermute ich daher schon und möchte gerne auf diesen Satz eingehen, der, meiner Meinung nach, den Kern deiner Aussage bildet. Und da gebe ich dir Recht, soweit war doch Schimanski und dieser Thread auch schon. Er hat jetzt nur gefragt, was wir dazu meinen, dass einer seiner Spieler anders als die übrigen agiert und hat seine Spielweise mit antiquiertem Spiel assoziiert. Und ich meine, dass diese Assoziation evtl. falsch sein könnte. Allerdings würde ich schon versuchen, darauf zu achten, dass dieser Spieler sich nicht zu sehr von seinen Mannschaftskameraden absondert.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • tobn
    Ich sehe es wie Du. "Antiquiert" scheint mir das falsche Attribut zu sein.


    Schimanski
    Du schreibst doch selbst, dass sich der Junge intelligent verhalten hat, dem stimme ich zu. Nach Deiner Beschreibung ist doch auch im Mannschaftsverbund zumindest in der 2ten Halbzeit alles super gelaufen! Das ist (viel) mehr, als man in dem Alter erwarten kann, insofern gibt es wenig Grund zur Klage. Zwei Punkte würde ich an Deiner Stelle angehen:
    - Das Rausbolzen: Passiert auch bei meinem F1-Team immer wieder und zwar dann, wenn sich der Verteidiger allein gelassen fühlt und/oder zu platt ist, um noch ins Dribbling zu gehen. Das ist weniger ein Problem des rausbolzenden Spielers als vielmehr ein Problem der übrigen Spieler, die den armen Kerl alleine lassen.
    - Die Verteidigungslast muss sich einigermaßen auf die Spieler verteilen. Devise ist ja "alle greifen mit an, alle verteidigen". Wenn dann das gegnerische Team Euch dazu zwingt (tut es das eigentlich?), einen Spieler hinten zu lassen, dann sollte das nicht immer derselbe sein. Wobei ich auch Spieler habe, denen das eigentlich ganz Recht ist, hinten zu bleiben (und abzuwarten, was passiert). Aber auch die fordere ich auf, sich ins Angriffsspiel einzuschalten. Im Zweifelsfall wird dann die Absicherung nach hinten komplett vernachlässigt. Aber spätestens dann merken es wenigstens auch die anderen, dass sie nach hinten helfen müssen...


    Grüße
    Oliver

  • Zunächst sollte man den Begriff Libero wegstreichen. Diese Position ist als solche nur in einem bestimmten System erkennbar.
    Auch würde ich nicht sagen, dass sich der Junge falsch verhalten hat. Womöglich ist er seinen Mitspielern weit voraus. Einfach mal beobachten und vorsichtig aufbauen

  • Ich kann es nur noch mal wiederholen. Habe einfach Geduld und lass es so laufen. Wir reden hier über eine G/Minis.Immer wieder kommen im Forum Fragen nach Systemen, taktischen Spielabläufen, Kettenbildung und und und im Bereich G und F. Damit meine ich nicht Fragen nach einer Grundordnung zu Beginn des Spiels. Bei dir habe ich das Gefühl, dass du eigentlich auf dem richtigen Weg bist, aber aufgrund der Spielweise des Gegners in Pflichtspielen jetzt zweifelst ob das alles so richtig ist. Machst dir offensichtlich viel Gedanken und das ist gut so. Ich kann dir nur als Trainer einer ganz normalen Breitensportmannschaft innerhalb einer Spielgemeinschaft im ländlichen Bereich die ich seit den Minis bis jetzt als ältere E-Jugend betreue, Tipps geben und du musst für dich entscheiden, ob etwas davon für dich passt. Dazu muss ich vorweg schicken, dass ich zuvor nur ab D-Jugend aufwärts trainiert hatte und dabei festgestellt habe, dass man sich noch soviel über komplexe TE'en Gedanken machen kann, dies alles nach der Übernahme einer Truppe bei der ersten Einheit schon in der Rundablage landet. Nämlich dann, wenn jeder Ball bei der Annahme 5 Meter verspringt, der Spieler während des Dribblings aussieht als würde er nach Bodenschätzen suchen usw. usw. Und dann, wenn beim Spiel der Aussputzer konstant versucht, den Weltrekord im Hochschuss zu brechen und der Stürmer vorne konsequent auf Bälle wartet und sich ansonsten am schönen Wetter erfreut.


    Erster Tipp: Schau auf dich und deine Truppe. Die Voraussetzungen beim Gegner können ganz andere sein. Größerer Verein, "Leistungseinteilung", 5x die Woche Training (leicht :rolleyes: überspitzt). Und dies ist auch nicht wertend gemeint.


    Zweiter Tipp: Grundsätzlich bei dir eigentlich verfehlt, weil du dir ja schon Gedanken um die Zukunft machst. Aber der Weg zum gesteckten Ziel sollte nie kurzfristig angelegt sein. Für mich hieß das: Was will ich bis zum Ende der G erreicht haben, weil ich in der F drauf aufbauen möchte? Und was in der F bis zur E ? Wenn das Ziel schon vorher erreicht war und/oder auch meine Jungs mehr gefordert hatten, ging es eben schon früher los bzw. habe ich den Schwierigkeitsgrad erhöht. Und dabei war ich sicherlich auch des öfteren über der DFB-Philosophie. Daher sehe ich es bei einigen Diskussionen nicht so als Allgemeingültig, Zielen außerhalb der Altersklasse vorzugreifen, wenn die Voraussetzung dafür stimmen. Sprich die Kinder sind schon 'ne Ecke weiter. Ich möchte hierzu aber kein Nebenthema eröffnen, nur soviel dazu: Sie ist vom Grundgedanken gut und richtig, passt aber nicht immer zu 100% zur eigenen Realität bzw. den Gegebenheiten/Voraussetzungen, die man hat. Mit ein bischen Menschenverstand, Geduld und Verständnis bleibt man automatisch in der Spur.


    Dritter Tipp: Wie weiß ich nun, ob mein gesetzter Schwerpunkt angekommen und umgesetzt wird? Unter anderem im Spiel gegen einen Gegner. Training ist das Eine, Wettkampf das Andere. Nehmen wir ruhig mal das Passen. Ältere F. Ich habe es erst jetzt als Schwerpunkt, aber das sollte jeder für sich entscheiden. Im Training klappt es nun also schon ganz gut, im Spiel aber so gar nicht. Jetzt ist man als Trainer gefordert, hier richtig zu analysieren. Scheitert es vielleicht schon an der richtigen Ballannahme? Oder verspringt der Ball und das anschließende Passen wird erschwert? Das hieße dann doch wohl zunächst die Ballannahme wieder mehr in den Fokus zu rücken und das Passen war vielleicht schon ein Schritt zu weit oder zu schnell. Hat er den Kopf bei der Annahme oben und erkennt so schon mögliche Anspielstationen? Wenn nicht, siehe oben. Wie ist die Körperstellung ? Standbein richtig ? Fuß fixiert ? Ich hoffe es wird deutlich was ich meine. Das ist mir bei einem Spiel wichtig. Eine Entwicklung meiner Spieler über einen längeren Zeitraum. Und dabei ist es mir in den jüngeren Altersklassen völlig wurscht, ob der Gegner vorne ständig zwei Spieler stehen lässt. Darum kümmere ich mich ab der D-Jugend. Dann zeige ich meinen Jungs, wie man gruppentaktisch darauf reagieren kann bzw. wie es gar nicht zum Abspiel auf die Stürmer kommt. Vielleicht auch erst ab C. Je nachdem wie schnell wir voran kommen ;)


    Vierter und letzter :sleeping: Tipp. Anlehnend an Tipp Drei: Kennst du den Spruch: "Im Training spielen sie wie die Weltmeister, im Spiel tun sie aber so als wenn sie das noch nie gemacht hätten" ? Ist natürlich auch eine Sache der individuellen Voraussetzung aber meiner Meinung nach wird zu vieles zu lange in der Übungsmethode trainiert. Vorteil hieran ist, dass du gezielt und sofort in die Korrektur gehen kannst. Nachteil ist jedoch die oftmals wenig spielnahe Situation. Und im Spiel haben sie nicht die Zeit und Ruhe, darauf muss man sie schon im Training vorbereiten. Allerdings Step-by-Step. Tja, ist 'ne Menge "Arbeit". Und da willst du dich schon mit anderen Problemen abkämpfen? Ich habe bis zur E von Spiel zu Spiel rotiert. Erst jetzt habe ich das reduziert. Und auch erst jetzt trainiere ich in einer Art abgewandeltem Feldertraining, wo es unterschwellig um die Einnahme von Positionen geht bzw. geschieht dies automatisch. Wenn du mit deinen Jungs soweit bist, kannst du dich ja noch mal melden. Vielleicht wär das auch was für dich.


    Bis dahin reicht doch offensichtlich das Kommando "Lasst Kevin nicht allein zu Haus" und alle kommen mit zurück. Bei einer G find ich das schon erstaunlich und nicht selbstverständlich !!

  • Jetzt sehe ich gerade, dass beim Schreiben schon andere Antworten gekommen sind. Ist das nur bei mir so, dass die vor dem Absenden nicht zu sehen waren ? Oder bin ich ganz einfach nur wieder zu dusselig ;(
    Nein, möchte nicht wirklich Antworten darauf haben :)