Trainer geht nach dem Spiel auf Spieler los

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  • Hallo,


    muss euch mal von meinem Erlebnisse vom letzten Turnier erzählen.


    Endlich ist die Punktrunde vorbei und die Turnier haben angefangen. Meine Jungs freuten sich, da wir die Turniere nur aus Gaudi spielen und die Platzierung egal ist, es soll einfach Spaß machen. So auch am letzten Samstag als wir zu unserem ersten Turnier aufbrachen. Das erste Spiel ging 1:1 aus das 2 verloren wir das 3 Gewannen wir mit 6:0 und dann das Spiel das keinem Spaß machte.


    Für die Gegner ging es um den Turniersieg für uns um nix. Natürlich wollten meine Jungs aber den Turniersieg verhindern. Wir waren also das Zünglein an der Waage. Das Spiel plätscherte die ersten 5 Minuten vor sich hin. Es gab fast keine Chancen. Die Spieler + Betreuer des Gegner wurden immer unruhiger. Als dann wir einen Eckball hatten und der Gegner eine schellen Konter fahren wollte und diese Konter unsere seitz durch ein Halten unterbunten wurde ( was ich nicht OK fand und es dem Spieler auch gesagt habe) wurde des Spiel härter. Die Gegner gingen sehr hart an den Mann und meine Jungs hielten mit einer faireren Härte dagegen. Aber immer wieder wurden Sie von den Gegen beschimpf. Wie schon obern gesagt sahen wir das als Gaudi an und meine Jungs gaben nicht viel auf die Beschimpfungen. Der Gegner gewann auch schließlich das Spiel.


    Nach dem Spiel wollten meine Jungs dem Gegner zum Turniersieg gratulieren. Die gegnerischen Spieler verweigerten den Handschlag und beschimpften einer meiner Spieler. Dieser wollte sich das nicht gefallen lassen und ging Kopf an Kopf mit dem andern. Sofort sprintete ich über den Sportplatz holte meine Spieler auf die Seite und erklärte ihm alles. Als er sich abgeregt hatte kam der Gegnerische Trainer und fragt ob das Faire Play ist und was das sollte. Ob wohl seine Jungs damit angefangen hatten. Sofort wurden wir von den Spieler des Gegner und 2 weiteren Betreuen einegekrei und mit Vorwürfen konfrontiert. Der Organisator ging das zwischen und löste die Situation auf.


    Muss das in einer E-Jugend sein das Betreuer so auf den Gegner los gehen und Ihren Jungs immer Recht geben. Mann muss auch seine Jungs kritisch betrachten und schauen was diese machen.
    .

  • It takes two for a tango... ;)

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Hi Tom,
    natürlich gehören immer 2 dazu, um sich streiten zu können. Ich glaube, Trainer 1 möchte den wahrgenommenen Unterschied zwischen Spaßkick und dem fanatischen Trainerwissen zum Siegen, wo und wie auch immer dokumentieren.
    Am Beispiel eines taktischen Fouls (Halten) wollte er den Beginn der Eskalation beschreiben. Ich denke schon, das es sich lohnt, das Ganze etwas näher zu betrachten, denn leider gibt es sollte Trainer, denen die Mittel zum Siegen gar nicht egoistisch genug sein können, noch zu häufig. Und wenn der Trainervater auch noch ehemals im Profi- oder Leistungsfussball tätig war, werden sogar vom Verein sehr gern beide Augen zugedrückt. Im Zweifel, ob dieser Trainer mehr nützt als schadet, einigt man sich darauf, das Renomé des Trainervaters zu nutzen, statt aus den Kindern anständige Fussballer zu machen.


    Das Beispiel zeigt einmal mehr, warum der Fussball in den unteren Ligen in den letzten Jahren leider immer mehr zu einem "Stellvertreterkriegsschauplatz" für Trainerväter oder Eltern geworden ist, die ihren beruflichen oder privaten Frust auf dem Fussballplatz austragen und dort ihre Ersatzerfolgserlebnisse finden wollen. Fussball wird nicht als Sieg, Remis oder Niederlage erlebt, sondern als gnadenlose Vernichtung des Gegners!


    Genau aus solchen Erfahrungen ist es wichtig, das die KiFu-Regeln so rasch wie möglich flächendeckend eingeführt werden. Denn Kifu ist kein Feind der Erwachsenen, sondern ein Freund der Kinder!

  • Da ist es manchmal gar nicht schlecht, wenn die Trainer während des Spiels nahe beieinander stehen, denn so kriegen beide mit, wie der jeweils andere (hoffentlich vorbildlich) agiert, wie er seine Spieler anspricht. Und man kann sogar gut miteinander kommunizieren und muss dazu nicht übers Spielfeld brüllen.


    So ist das doch, meine ich, auch in der Fair-Play-Liga geregelt, oder?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

    Einmal editiert, zuletzt von tobn ()

  • Als Ausgangspunkt schilderst Du ein Festhalten im Mittelfeld, um einen Angriff zu unterbinden. Diese sogenannten taktischen Fouls (ohnehin ein Unwort, wenn man bedenkt, was Taktik eigentlich heißt) sind aus meiner Sicht mit die unfairsten Aktionen im Kinderfußball überhaupt. Sie sind im höchsten Maße unsportlich und nur dazu gedacht das Spiel zu zerstören. Ein 100%iges No-Go! Ich kenne trotzdem genug Trainer, die ihren Spielern genau das schon in der F beibringen: "wenn mal einer vorbei geht, halt ihn eben am Trikot fest". Tust Du das oder hältst Du Deine Spieler dazu an, so etwas nicht zu tun? Es genügt nicht, einem Spieler nach der Aktion zu sagen, dass Du das nicht gut findest. Deinen Spielern muss vorher klar sein, dass solche Aktionen genauso wenig akzeptabel sind wie Nachtreten, Beleidigungen etc. und dass sie sofort Konsequenzen haben. Hast Du den betreffenden Spieler danach vom Platz genommen? Das wäre ein klares Zeichen gewesen, an Deine Spieler und den Gegner.


    Den "Anfang" macht also ganz klar Dein Team. Danach beschreibst Du folgendes "Die Gegner gingen sehr hart an den Mann und meine Jungs hielten mit einer faireren Härte dagegen." Also war die Härte Deiner Spieler fairer als die Härte des Gegners? Hm. Was soll überhaupt "faire Härte" in der E-Jugend sein? Ob "Härte" in der E-Jugend tatsächlich fair sein kann, wage ich zu bezweifeln, da ein E-Jugendspiel niemals "hart" geführt werden sollte. Insgesamt klingt das irgendwie nicht so richtig nach Fairplay. Hast Du Deine Spieler dann dazu aufgefordert "dagegen zu halten"? Wenn ja, wäre das aus meiner Sicht Fehler Nr. 2. Aus welchem Grund sollen sie denn unbedingt dagegen halten? Ist mir nicht klar. Und wenn es dem Gegner soo wichtig ist, das Spiel zu gewinnen, dann lass ihn doch.


    Wir haben selber schon Turniere gespielt, wo es "richtig zur Sache" ging. Ich habe meinen Jungs immer gesagt, sie sollen weiter fair spielen und sich aus Scharmützeln raushalten, auch wenn sie dann verlieren. Natürlich ist es für die Kinder nicht lustig Spiele zu verlieren, weil der Gegner unfair spielt, aber es wird eben auch nicht lustiger wenn man mit gleicher Münze heimzahlt...


    Natürlich hat man oft genug mit Idioten auf der anderen Seite zu tun, aber man muss sich nach so einem Spiel halt auch immer folgendes fragen: Hat man selber tatsächlich alles getan, um die entstandene Situation zu verhinden bzw. zu unterbinden? Vor dem Spiel, währenddessen und danach?

  • Natürlich hat man oft genug mit Idioten auf der anderen Seite zu tun,


    Tragischer Weise stell ich ab und an bei mir selbst fest, dass dies auch für die andere Seite des Spiegels gilt. Insofern unterstütze ich den Aufruf zur Selbstkritik schon aus Eigeninteresse ;)

  • Die Gegner gingen sehr hart an den Mann und meine Jungs hielten mit einer faireren Härte dagegen

    Das ist für mich der Kernsatz des Postings.
    Deswegen schrieb ich zuvor, dass 2 zum Streit gehören. Jeder sieht es aus seinem persönlichen Blickwinkel. Insofern hat auch jeder Recht.


    Ich finde es aber ziemlich daneben, wenn hier im Forum auf diese Art und Weise um Absolution gebeten wird.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Wir foulten nicht aber aus dem das unsere Spieler bei einem Pressschlag bei so einem Tunier den Fuß wegziehen. Haben Sie bei diesem Spiel dagegengehalten, also durchgezogen das wollte ich mit einer fairen Härte sagen.


    Ich konnte denn Spieler nicht auswechseln, hatte an diesem Tag keine Ersatzspieler dabei.

  • Hi Trainer 1. Das Problem kenne ich nur zu gut! Spiel unserer E1, die ich als Ersatztrainer an diesem Tag betreute und Spiel beim Spitzenreiter (ausgerechnet in meinem Heimatort wo ich auch noch jeden kannte). Unsere Jungs waren total überlegen und spielerisch wie kämpferisch einfach besser als der Gegner. Und dann kam der Auftritt des Trainers in der Halbzeitpause den ein Freund von mir (der nix aber auch garnix von Fußball versteht) mitgehört hatte. Er foderte seine Kinder offen zum treten und foulen auf.


    Auf meine Intervention hin (die noch während der Pause erfolgte) beschlossen wir, dass wir den Spielverlauf erstmal abwarten und ggf. Protest einlegen werden. Es kam wie es kommen musste. Die Kinder vom Gegner traten sich zu....dummerweise einer deftigen 0:8-Heimklatsche gegen uns. Das lag daran, dass sich unsere Kids ÜBERHAUPT nicht aus der Ruhe bringen ließen und einen Konter nach dem anderen fuhren...


    Die Genugtuung über diesen Sieg trugen die Kids anschließend unter der Dusche offen zur Schau, woraufhin der Trainer des Gegners nichts besseres zu tun hatte als kräftig gegen seine eigene Kabinentüre zu treten.


    Ende vom Lied: Der Verein "beseitigte" diesen "Trainer" umgehend...

    "Ihr kennt das doch: Von allen Läufern, die im Stadion zum Wettlauf starten, gewinnt nur einer den Siegeskranz. Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!"


    Die Bibel, 1. Korinther; 9, 24
    (Übersetzung "Hoffnung für alle")

  • Die Genugtuung über diesen Sieg trugen die Kids anschließend unter der Dusche offen zur Schau

    Das ist sowas von daneben.
    Den Gegner verhöhnen ist extrem respektlos. Auch wenn Du dich dabei gut gefühlt hast. Eigentlich umso schlimmer.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Das ist sowas von daneben.
    Den Gegner verhöhnen ist extrem respektlos. Auch wenn Du dich dabei gut gefühlt hast. Eigentlich umso schlimmer.


    Sich dabei gut fühlen wenn man den Gegner mit einer solchen Klatsche gedemütigt hat ist okay - solange die Kinder nicht unsportlich werden und keiner deine Freude mitbekommt!
    Alles andere ist unsportlich und wider dem FairPlay Gedanken!

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Sich dabei gut fühlen wenn man den Gegner mit einer solchen Klatsche gedemütigt hat ist okay - solange die Kinder nicht unsportlich werden und keiner deine Freude mitbekommt!
    Alles andere ist unsportlich und wider dem FairPlay Gedanken!

    Merkst Du eigentlich noch, was Du da schreibst? Die "Gegner" sind Kinder! Was soll richtig und gut daran sein, Kinder zu demütigen? Wie krank ist das denn?

  • Merkst Du eigentlich noch, was Du da schreibst? Die "Gegner" sind Kinder! Was soll richtig und gut daran sein, Kinder zu demütigen? Wie krank ist das denn?


    Missverständlich ausgedrückt - ich halte das bei mir so und ich Trainiere U17 und ja ich ergötze mich daran, wenn ich Mannschaften schlage, die mit der Brechstange unser Spiel kaputt machen, oder im Hinspiel eine Schlägerei anfangen und im Rückspiel eine saubere Packung bekomme - ja da freue ich mich und ich freue mich im stillen für mich, so das es weder Gegner noch Spieler mitbekommen einzig und allein für meine persönliche Erheiterung ...
    Ob und wie du das finden/verachten magst sei dahingestellt, wir könnten heute Abend gegeneinander spielen (als Trainer) und du würdest es mir nicht anmerken - das hier ist ein Forum, da kann ich sowas ohne schlechtes Gewissen mitteilen ;)

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Über solche Siege freuen wir uns wohl alle, zumindest dann, wenn es sportlich bleibt. Der Begriff "Demütigung" bleibt dennoch deplatziert.

  • Über solche Siege freuen wir uns wohl alle, zumindest dann, wenn es sportlich bleibt. Der Begriff "Demütigung" bleibt dennoch deplatziert.


    Dann wäre das Missverständnis wohl ausgeräumt :)
    Demütigen würde ich keinen Gegner und akzeptiere dies auch nicht von meinen Spielern - den ich empfinde Fair Play als wichtigen Bestandteil des Breitensports.

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Stellt sich die Frage, was ist demütigend? Wenn die Jungs gewinnen, dann dürfen sie das auch feiern. Auch lautstark. Was ich nicht akzeptiere ist, wenn man sich danach über den Gegner lustig macht.

  • Ganz ohne Frage steht wohl, das Kinder sich gern im Wettkampf messen. Siegen, wie das Verlieren sind wichtige Lebenserfahrungen, die richtig verstanden werden müssen.
    Ganz ohne Zweifel sind wir Trainer meist mit sehr viel Emotionen bei der Sache. Wir lassen uns manchmal gehen, obwohl wir es gar nicht wollen, denn wir sind alle keine Heiligen, sondern normale Menschen.
    Obwohl wir kaum aus unserer Haut herauskönnen, blicken die Kinder zu uns emphor und wollen geführt werden. Gerechtigkeit und Faierplay bilden dabei den Sockel, der für die weitere menschliche, wie sportliche Entwicklung wichtig ist. Wenn in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnen soll, dann muss man auch Anfänge zur Ausgrenzung ernst nehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eigene Mitspieler oder Gegner handelt.


    Kinder befinden sich heutzutage unter einem sehr großen Leistungsdruck in der Schule. Um diesem Streß abzubauen, sucht man sich äußere Feinde, auch "MOFs" (Menschen ohne Freunde) genannt. Obwohl man selbst nicht gemobbt werden möchte, ist die Hemmschwelle sehr niedrig, dies mit anderen zu machen ohne überhaupt selbst zu begreifen, wie tief verletztend dies ist.
    Wenn Kindern dann in ihrer Freizeit bei ihrem Hobby ein ähnlicher Leistungsstreß abverlangt wird, dann wird auch hier die Hemmschwelle (z.B. Gegner nicht mehr akzeptieren, gegnerische Spieler vorsetzlich verletzen) sehr niedrig sein.


    Beim Fussball gehts um Siegen und Verlieren und um ein Solidaritätsgefühl in der Mannschaft in guten, wie in schlechten Momenten. Man kann sich gemeinsam freuen oder ärgern. Es geht aber nicht um die Demütigung und Vernichtung. Diese inhumanen Begriffe sind eindeutig einem Krieg um Leben und Tod zuzuordnen. Sport sollte aber eher Brücken bauen, um neue Freunde zu gewinnen!

  • Wenn die Jungs gewinnen, dann dürfen sie das auch feiern

    Alles ist doch irgendwie relativ, oder?
    Ebenso das Feiern eines Sieges.


    Wenn in der E-Jugend Kreisklasse, Untergruppe 237, der Tabellenerste den Letzten mit 12:0 weghaut und die Jungs dann 'feiern' als hätten sie gerade den WM-Titel erreicht, dann fühle ich mich als Unterlegener schlicht und ergreifend verarscht.


    Nicht falsch verstehen. Sie dürfen sich freuen. Sollen sie sogar. Haben sie sich ja verdient ;)


    Aber was auf manchen Plätzen abgeht, ist eher peinlich. Da peitschen sich Spieler und Eltern gegenseitig hoch nach solch einem ehrwürdigen Sieg. Da wird die Welle at its best gezeigt, gesungen und im Kreis getanzt.
    Da kommt dann bei der unterlegenen Mannschaft so richtig Wochenendstimmung auf.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Aber wie kann man den von 10 jährigen dieses Feingefühl erwarten? Wann darf ich wie laut feiern ohne zu demütigen? Sicher kann man vom Trainer da etwas mehr erwarten, aber von den Kindern?