Aufbau Jugendabteilung -Konzept- Philosophie

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  • Als Essenz aus fielen Diskussionen und "Schlachten" im Forum möchte ich der Überschrift einen eigenen speziellen Thread widmen.


    Was und vor allem wie es in den Vereinen abläuft wird immer wieder berichtet. Berichtet wird auch oft, was man bei diesem oder jenem Problem besser machen könnte. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es in fielen Vereinen um vieles besser, moderner und kindgerechter und unter dem Strich effektiver, spassiger und lockerer bei größter Effektivität ablaufen könnte, wenn man eine bessere und in selten Fällen, überhaupt eine Struktur schaffen bzw. einbauen würde. Genau das sollte hier das Thema sein. Ich würde gern diejenigen bitten, die hier mit einem oder drei Sätzen die "Sache" abarbeiten wollen, sich zurück zu halten. Vielmehr fände ich es gut, wenn einige mal ihre Vereinstrukur schildern würden, um grundsätzliche Unterschiede zu erkennen. Hierbei fände ich es wichtig, dass sowohl diejenigen, die meinen, dass es bei ihnen gut strukturiert ist sich melden, als auch diejenigen, die sehr unzufrieden sind. Bei der Schilderung wäre es zur Vereinfachung und besseren Analyse bzw. Nachvollziehbarkeit vielleicht von Vorteil, eine Gliederung des Textes/der Aussage vorzunehmen, welche z.B. so aufgebaut sein könnte:


    -den Istzustand beschreiben
    -dann den Sollzustand
    -und dann ein Verbesserungsvorschlag/oder ein Fazit beschreiben


    Nehmt Euch ruhig Zeit, ich denke das Thema könnte ein längerfristiges werden/sein. Mein Ziel ist es, das jeder Interessierte mal Einblicke in die Vorgehensweise anderer Vereine bekommt, um zu erkennen, dass es bei anderen nicht anders läuft, anders läuft, ganz anders läuft und woran das bei denen, wo es besser läuft liegt, das es so ist, wie es ist. Das ganz deshalb, um dann gegebenenfalls Verbesserungen anzustreben. Hierbei geht es dann -und das verspreche ich mir u.a. davon, dass man aus den einzelnen Konzepten/Schilderungen sich das Beste heraus sucht, um das eigene Konzept im Verein zu besseren zu verändern bzw. überhaupt ein Konzept erstellt und im Verein vorschlägt. Das ganze dann ....für die Kinder, die Jugendabteilung, ...hin zum kindgerechten spassigen Fußball und weg von stockendem Fußball, der nervt, wo man sich streitet, neidet, meidet und sein Egoding durchzieht. Gruß Andre

  • @ Andre


    Wenn du so ein Thema anstößst, dann solltest du es auch wirklich "ergebnisoffen" lassen, und nicht am Ende schon vorgeben, in welche Richtung es gehen soll.
    Zitat: ".....Das ganze dann ....für die Kinder, die Jugendabteilung, ...hin zum
    kindgerechten spassigen Fußball und weg von stockendem Fußball, der
    nervt, wo man sich streitet, neidet, meidet und sein Egoding durchzieht......"


    Vielleicht ergibt so eine Diskussion auch, dass wir grade unter diesem "Spielspaß und nur keine Leistung abfordern"-Problem leiden und sich unsere in anderen Beiträgen bemängelte "geringe Wertigkeit und Beliebigkeit des Fußballs" daraus ableitet.


    Gruß

    Einmal editiert, zuletzt von DSV ()

  • DSV,


    ich bin davon ausgegangen, dass die allermeisten Trainer hier im Forum im Grund den gleichen Gedanken pflegen. Das Du mit diesem Statement eine Diskussion über meine Einleitung beginnst und das eigentliche Thema in Gefahr bringst, zu ersticken, nehme ich dir übel. Du hättest mich beispielsweise über eine persönliche Email darauf hinweisen können. So steht hier nicht mal eine Meinung, sondern gleich zu Beginn dieses sehr wichtigen Thema, sozusagen zweimal nichts, schönen Dank auch, gerade das wollte ich vermeiden. Gruß Andre

  • Tolles Thema Andre


    Ich Fange mal an da es bei uns nicht GUT läuft.Wir haben jetzt die zweite Saison schon keinen Jugendleiter mehr.Der Grund dafür ist das immer wieder Ärger mit dem Vorstand gab dem nur der Senioren am Herzen liegen.Obwohl durch die Jugend erst letztes Jahr fünf Spieler den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben.


    Unsere Jugend:


    A-Jugend Rheinlandliga


    B-Jugend Rheinlandliga


    C-Jugend Bezirksliga


    D-Jugend Leistungsklasse


    E 1 und 2 Kreisklasse


    F1 und 2 Kreisklasse


    G-Jugend (im losen Spielbetrieb mit anderen Vereinen im Kreis )


    Und unsere Jugend wird nur durch den zusammenhalt der Jugendtrainer unter einander Sichergestellt.Keine Unterstützung vom hauptvorstand.Alle Leute die wir ansprechen (geeignet zum JL) winken ab und sagen mit dem Vorstand nicht.




    Als Lösung haben wir uns jetzt Überlegt das wir eine Arbeitsgruppe bilden.Die zum Ziel hat einen JL zu Finden,Sponsoren zu Finden und evtl die jugend vom Hauptverein zu lösen (ziel sollte die eigen ständigkeit sein (meine Idee) )


    LG.Mike


    Nachtrag:Der Hauptgrund für unsere Situation wird sein das der Vorstand zu Alt ist (O-Ton 1ter Vors. ``ùns sterben die Kontakte weg `` ) Nur traurig ist das sie alles und jeden weg drücken der etwas Verändern will.Selbst größere Sponsoren winken bei dem Vorstand ab.

    Einmal editiert, zuletzt von Mike01 ()

  • Will dann auch mal, ich behaupte mal das mir der typische Dorfverein sind! :thumbup:
    Wir sind eine JSG aus fünf Vereinen. Die Zusammenarbeit gestaltet sich von schwierig bis unmöglich da hier extremes Kichturmdenken herscht und jeder nur für sich das beste will.
    Wir haben einen sehr bemühten Jugendleiter der wirklich alles dafür macht das die Kids spielen können.Meiner einer dient ein wenig als Ansprechperson für die älteren Spieler und ich versuche ihm auch viel Arbeit von den älteren Mannschaften abzunehmen. Soviel erstmal dazu.
    A-Jugend: Kreisliga Giessen mit dem Ziel dieses Jahr in die Bezirksliga hoch zu kommen
    B-Jugend: Kreisklasse, Dorfliga wie ich sie nenne
    C-Jugend: Das selbe Spiel, Kreisklasse
    D-Jugend: Kreisklasse
    E1-Jugend: Kreisliga Giessen
    E2-Jugend: Kreisklasse
    F-Jugend: Kreisklasse
    G-Jugend: Der übliche Spielbetrieb einer G-Jugend.
    C-Juniorinnen: Kreisliga Giessen
    D-Juniorinnen: Kreisliga Giessen
    Könnt besser sein, mal nüchtern betrachtet. Aber wenn ich durch die Bank weg mir die Mannschaften anschaue, beim Training oder Spiel und sehe das die Jungs allesamt gut drauf sind und es denen Spass macht ist das doch auch schon mal nicht verkehrt. (Mit Ausnahme der B-Jugend, deren Trainer ist nen Vollpfosten! Wenn einer Bock hat, als bei! :D )
    Sponsoren zu finden ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Die älteren Mannschaften werden unterstützt vom Rewe Markt im Ort (und die freuen sich ein Loch in Bauch drüber, also meine Jungs), die jüngeren von anderen Firmen, sies durch Vitamin B oder sonst was. Reich sind mir nicht aber es reicht das mir alles was mir brauchen anschaffen können und warmes Wasser haben mir auch! :D
    Mir befinden uns derzeit an einem weiteren Schritt in eine andere richtung, hin zum moderneren Fussball und auch die Wirkung nach außen hin soll verbessert werden. Aber das braucht Zeit ...
    Edit fragt: warum kann ich keine Absätze machen :?: (Benutze Opera)

  • Hochinteressantes und für mich (meinen Verein) auch topaktuelles Thema! Ich versuche mal, nach Andre's Struktur vorzugehen:


    Istzustand


    Bei uns (6.000 EW) wurde vor allem seit Mitte der 90er bis ca. 2004 regelrecht geschlampt, was die Nachwuchsarbeit angeht. Da zu diesem Zeitpunkt unsere erste Männermannschaft gewaltig auf dem Vormarsch war und einige Jahre in der höchsten Klasse des Landes spielte, war man hier wohl der Meinung, dass man sich die Spieler so nach Bedarf zusammenkaufen könne.


    Folge dessen: 2003/2004 hatten wir kaum noch eine Nachwuchsmannschaft, man kann sagen, dass die Nachwuchsabteilung nicht mehr existierte. Man kümmerte sich eben nur um die "Erste"...


    Seit 2005 habe ich die Trainerfuktion in der F übernommen und geschaut, dass die "Verzahnung" in die höhere und niedrigere Altersklasse so einigermaßen passt. Mehr oder weniger aus Eigeninitiative habe ich mich um Trainer für diese Teams gekümmert bzw. versucht zu helfen, soweit es meine eigentliche Trainertätigkeit zuließ. Von Vereinsseite haben wir eine ältere Dame im Vorstand, mit der ich immer alles abstimme. Diese ist sehr engagiert und hat uns quasi "alle Wünsche" (Ausstattung, Turniere, Feiern etc.) erfüllt.


    Nunmehr haben wir eine C als JSG, eine D, eine E und eine F, aber keine "offizielle" Nachwuchsleitung, wenngleich die besagte Dame dies momentan übernimmt. Im Übrigen ist auch im Herrenbereich alles wegen fehlender Sponsoren und fehlenden Nachwuchses den Bach runtergegangen...beide Herrenteams mussten zurückgezogen werden!


    Sollzustand


    Dies soll und wird sich demnächst ändern bzw. soll der eingeschlagene Weg des Aufbaus von durchgängig besetzten Nachwuchsaltersklassen forciert werden. Neben der Neubildung des Herrenteams soll auch die Nachwuchsabteilung aufgebaut werden. Dazu soll auch ein Jugendleiter gewählt werden. Das steht demnächst an.


    Ich weiß nicht, wer das werden wird, aber ich habe so meine Vorstellungen, die ich auf jeden Fall einbringen werde. Insofern ist all das, was ich nunmehr schreibe persönliches "Wunschdenken", dessen Basis vornehmlich die gewonnenen Erkenntnisse dieses Forums sind. Meines Erachtens sollte folgendes erstellt/ festgelegt werden, um unsere Jugendabteilung nicht nur auf "Vordermann" zu bringen, sondern zeitgemäß auszubauen:


    • Erstellung eines Leitbildes (Wo wollen wir als Verein mittel-/langfristig mit unserem Nachwuchs hin, was ist das Ziel? Was sind die Prioritäten (des KiFu)? Wie können wir das erreichen? Was wollen wir "anbieten"? Welche Perspektiven haben wir? etc.)
    • Organisation (Welche Struktur wollen/ brauchen wir? Wer regelt was? Wollen wir die elektronischen Medien (stärker) nutzen, um effektiver zu sein? Welche sächlichen Möglichkeiten haben/ benötigen wir? etc.)
    • Erstellung interner (Trainer-)Regeln (Was muss ein Nachwuchstrainer beachten? Welche Kompetenzen sollen die Trainer haben? Was passiert, wenn diese Kompetenzen/ Regeln überschritten/ missachtet werden? Wie können wir (ausgebildete) Trainer für unsere Nachwuchsabteilung gewinnen? etc.)
    • Maßnahmen zur Erhöhung der Trainer-/ Trainingsqualität (Wie können wir unsere Trainer fördern und damit motivieren? Wie können wir die Qualität des Trainings erhöhen? Welche Lehrgänge/ Lehrmaterialien können wir als Verein bereitstellen? etc.)
    • Finanzierungsmodell (Wie können wir die Nachwuchsabteilung finanzieren? Sollen die Ziele über Beiträge finanziert werden? Welche Möglichkeiten haben wir durch Sponsoren? Welche Förderungen können wir für die Nachwuchsabteilung nutzen? Welche Förderangebote gibt es, wer im Verein kümmert sich darum? Wo sind unsere finanziellen Grenzen hinsichtlich unseres Leistungsangebots? Wie können wir effektiver wirtschaften? etc.)
    • "Optionen" (Wollen wir mit anderen Vereinen kooperieren? Wollen wir unter Umständen eine JSG? Welche Möglichkeiten haben wir dann? Wie können wir als Verein dem demografischen Wandel entgegenwirken, um dennoch in allen Altersklassen vertreten zu sein? etc.)


    Naja, das sind so die Fragen, die mir zu allererst einfallen (nicht abschließend). Wie gesagt: bei uns liegt mehr oder weniger alles brach, kommt aber so langsam wieder in Schwung.


    Verbesserungsvorschlag/ Fazit


    Verbesserungsmöglichkeiten gibt es in meinem Verein, wie man sieht, (unendlich) viele. Ich denke, wenn man die o.g. Punkte abarbeitet, sind wir als "Dorfverein" nicht schlecht besattelt. Neben den zu erstellenden Strukturen sind m.E. aber vor allem das Leitbild und damit die Beachtung der Prinzipien des KiFu enorm wichtig. Ich möchte, dass jedes Kind die Chance erhält, Spass zu haben - die fussballerische Förderung/ Leistungsausrichtung steht da im Hintergrund.


    Letztlich, und das ist das Fazit, hat man bei uns spät, aber nicht zu spät erkannt, dass es ohne Nachwuchs nicht geht. Ich habe da immer Parallelen meines Vereins zum DFB Anfang der 90er gesehen, als man den Nachwuchs völlig vernachlässigte. Wir sind nun an unserem Tiefpunkt angekommen (vergleichbar mit dem DFB 1998-2000) und haben unsere Lehren gezogen. Und vielleicht ist ja das - wie beim DFB - unsere Chance...

  • Auch für uns ist dieses Thema sehr aktuell.


    Unser Dorf hat knapp 8.000 Einwohner. Unsere Senioren sind in den letzten Jahren recht erfolgreich gewesen und von der Kreisliga B bis in die Spitzengruppe der Bezirksklasse aufgestiegen. Ein Aufstieg in die Landesliga ist gewünscht. Der Unterbau stimmt insoweit, dass die 2. Mannschaft Kreisliga A spielt und die dritte mit ziemlicher Sicherheit in die Kreisliga B aufsteigen wird. Finanziert wird der Seniorenbetrieb maßgeblich durch einen privaten Förderverein.


    Im Juniorenbereich sieht es wesentlich schlechter aus. Wir haben zwar 15 Jugendmannschaften (A, B, C, D1, D2, E1-E3, F1-F3, G, Mädchen: U17, U15, U13), aber keine einzige davon spielt Leistungsklasse. Die Folge ist, das gute Spieler in den älteren Jahrgängen oft zu Nachbarvereinen wechseln. Die Quote der Jugendspieler, die es in die erste Mannschaft geschafft haben, ist dementsprechend gering. Der Grund dafür ist aus meiner Sicht, dass der Verein in den vergangenen Jahren sein Augenmerk zu sehr auf den Seniorenbereich gelegt und den Jugendbereich vernachlässigt bzw. sich selbst überlassen hat. Es gab keine führende Hand und auch kaum Austausch zwischen den einzelnen Mannschaften und den Jugendtrainern. Jeder machte mehr oder weniger sein eigenes Ding.


    Allerdings hat der Vorstand mittlerweile begriffen, dass es so nicht weiter gehen kann und bemüht sich jetzt viel mehr um den Jugendbereich. Mittlerweile hat sich die Kommunikation unter den Jugendtrainern deutlich verbessert. Die Bereitschaft an einem Strang zu ziehen und sich gegenseitig zu helfen ist gewachsen. Mannschaften wandern nicht mehr unverändert von den Bambini bis in die D-Jugend. Wir teilen schon ab der F die Mannschaften nach Spielstärke ein. Dazu werden Sichtungstrainings gemacht, bei denen alle betroffenen und auch Trainer anderer Mannschaften anwesend sind. Die Kinder werden dann gemeinschaftlich beurteilt und in Mannschaften eingeteilt. Die Gruppen werden so recht homogen und wir haben damit bis jetzt gute Erfahrungen gemacht.


    Derzeit arbeiten wir an einem übergreifenden Konzept für den Jugendbereich, der auch die Punkte enthält, die trainer2005 aufgelistet hat. Dies aufzustellen und organisatorisch umzusetzen, wird meine Aufgabe in den nächsten Jahren sein. Wir sehen uns daher zwar am noch am Anfang, aber auf einem ganz guten Weg. Zumindest wissen wir schon mal, wo wir hinwollen. ;) Was uns allerdings immer noch fehlt, ist ein Jugendkoordinator, der den Prozess auf der sportlichen Seite begleiten kann. Ein weiterer Engpaß sind qualifizierte Jugendtrainer. An beiden Baustellen arbeiten wir.

  • Bei uns ist auch etwas am laufen. Man will einen Ausbildungskonzept erstellen. Am Samstag weiss ich mehr. Nimmt mich wunder und hoffe, dass "endlich" etwas Schlaues aus unserem Verein kommen wird. Die Person die den Ausbildungskonzept macht ist Trainer einer U15 und ist Vizepräsi in einer der beiden Gruppierungsvereine. Von dieser Person erwarte ich am Samstag eine Top - Leistung. Alles Andere währe eine Enteuschung.


    Gruss TRPietro

  • Istzustand


    Unsere Gemeinde (ca. 8000) Einwohner hat für unseren Verein eine tolle Sportanlage zur Verfügung gestellt. Zwei Rasenplätze und ein Hartplatz am Sportzentrum (bei der Sporthalle), ein Rasenplatz im Ort. Der Hartplatz wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in einen Kunstrasen umgewandelt.
    Wir haben also prinzipiell sehr gute Rahmenbedingungen.
    Unsere Aktiven spielen Bezirksliga und Kreisliga A, ein Aufstieg wird angestrebt. Die Quote eigener Jugendspieler in der Ersten liegt bei ca. 60%, in der Zweiten bei ca. 80%.
    Unsere Jugend hat sich stetig entwickelt. Als ich vor ca 18 Jahren anfing, in der E-Jugend selber Fußball zu spielen, hatte unser Verein genau eine C-, eine D-, eine E- und eine F-Jugend. Durch einige Engagierte zur rechten Zeit hat sich das ausgebaut bis heute: Wir können z.B. im Moment sogar zwei A-Jugenden stellen.
    Der Mädchen- und Frauenfußball wurde implementiert.
    Durch einige Weiterbildungen hat der moderne Fußball bei uns Einzug gehalten. Wir versuchen, im ballorientierten Spiel auszubilden.
    Ein Jugend-Sportkonzept wurde entwickelt. Dieses fasst fußballerische (was wollen wir wem wann und wie beibringen) und soziale (wie sollen sich unsere Mitglieder verhalten und welche "soft skills" wollen wir ihnen beibringen) Ziele zusammen.
    Die Qualität des Trainings wird durch Schulungen verbessert.
    Die Organisationsseite ist durch den Verein sehr gut abgedeckt. Z.B. kümmert sich ein Jugendausschuss mit 11 Mitgliedern um alle Belange der Jugend. Die Arbeit ist nach der "Salamischeibchentaktik" verteilt. Einer bearbeitet die externen Turniere, einer die internen, einer macht den Materialeinkauf, einer ist Bewirtungschef, es gibt vier Organisationskoordinatoren für unterschiedliche Altersbereiche, usw. usw.
    Der Verein refinanziert sich zu einem Großteil über die Durchführung von Veranstaltungen (Faschingsbälle, Hobbyturnierwoche, Jugendturnierwoche, Jugendfußballcamp, viele kleinere Aktionen).



    Sollzustand


    Die große Frage ist: Wird unser Konzept auch umgesetzt? Wir sind ein ehrenamtlich strukturierter Dorfverein (und solange ich hier Jugendleiter bin, werden wir das wohl auch bleiben). Ich kann nicht einfach Jugendtrainer vom nächsten Baum schütteln. Die große Frage ist also: Was mache ich mit einem, von dem ich den Eindruck habe, der kann oder will unser Konzept nicht umsetzen? Was mache ich mit einem zu ehrgeizigen Kindertrainer? Wir können momentan nur mit dem Faktor "Überzeugung" arbeiten, um den Trainern unser Konzept nahe zu bringen. Und den einen erreichen wir damit eben mehr, und den anderen weniger...
    Ein weiteres aktuelles Sorgenkind ist der Mädchenbereich. Wir kommen hier trotz großer Bemühungen einfach nicht auf die Zahlen, die wir gerne hätten. Zur Zeit gibt es nur eine C-Mädels-Mannschaft, in der 25 Spielerinnen vom Jahrgang 92 bis 99 trainieren - die eine mehr, die andere weniger. Schnuppertrainings werden, trotz persönlicher Einladung jedes im Ort wohnhaften Mädchens im Jahrgang, nicht angenommen.



    Verbesserungsvorschlag/Fazit


    Bezüglich der Umsetzung unseres Konzepts:
    Es müsste ein Jugend-Sport-Koordinator her, der keine anderen Aufgabe hat als die Umsetzung unseres Konzepts. Der müsste die entsprechende fachliche Befähigung haben sowie in den Ansichten über Kinderfußball und die Wichtigkeit sozialer Förderung mit unseren Ansichtsweisen übereinstimmen. Dieser Koordinator müsste aber wohl bezahlt werden. Hierzu bräuchten wir wohl zusätzlich 3000 bis 5000 € im Jahr. Im Moment sehe ich keine Chance, dies in der Gesamtabteilung durchzusetzen.
    Bezüglich der Verbesserung der Situation im Mädchenfußball bin ich ehrlich gesagt ratlos.

  • Meine Überschrift ist wohl auch ein wenig provokativ gewählt, enthält aber auch einen realistischen Charakter. Aufgrund der stetigen Geburtenabnahme kann ein Verein, der sein Engagement bei der sportlichen Aus- und Weiterbildung von Mädchen- und Frauenmannschaften vernachlässigt, in Zukunft nicht mehr sein Niveau halten. Hinzu kommt, dass es immer schwieriger wird, ehrenamtliche und gut ausgebildete Trainer zu bekommen. Leider genießt der Mädchen- und Frauenfussball vielerorts noch ein Schattendasein. Das hat aber durchaus auch seine Vorteile. Wer den Fussball liebt, für den Kraft und Dynamik nicht alles ist, der von Technik und Taktik begeistert ist, sich nicht mehr über einmischende Eltern ärgern will, der ist bei Mädchen- bzw. Frauenfussball genau richtig. Im Leistungsbereich werden die Unterschiede sogar noch deutlicher. Dann kann es durchaus passieren, dass ein Trainingseleve völlig demotiviert erscheint, während die Mädels meist gern jeden Tipp dankbar annehmen. Und wo kein Geld da ist, um den Charakter zu verderben, da kann man sich auch viel einfacher auf den Sport konzentrieren. Schwierig ist es aber trotzdem nach wie vor geeigete Trainer für den weiblichen Fußballsport zu finden, denn da gibt es ja keine Lorbeeren zu ernten, da steht man einfach nicht im Rampenlicht! Wer als Trainer mit der Einstellung, alles genauso wie bei den Jungen machen zu wollen, der wird rasch auf die Nase fallen. Er wird schon nach wenigen Trainingseinheiten den Verlust an Beteiligung beklagen können. Wer den "Macho" zuhause läßt und ein vielseitiges, abwechslungsreiches Training mitbringt, den Spaß am Fussball vorlebt, der wird sich über wachsenden Zuspruch freuen dürfen. Denn genauso, wie sich bei den Mädels das Negative rasch herumspricht, ziehen auch positive Erlebniswahrnehmungen schnell ihre Kreise. Wenn man mit den Mädels fair umgeht, wert auf gute Teamkameradschaft legt, entwickeln sich sportliche Ziele von ganz allein. Man muss ja nicht damit warten, bis sich auch die gesellschaftlichen Vorurteile (Mädchen/Frauen können nicht Fussballspielen) gelegt haben!

  • @ TW-Trainer


    Ich würde deine Überschrift so nicht 100% unterstützen und sie eher etwas Abwandeln wollen in "die Zukunft ist GEMISCHT" ;)


    Mal abgesehen von den ganzen Aktionen um den Mädchen -und Frauenfußball in Vorbereitung auf die WM im nächsten Jahr, muß man sehen, in wie weit sich die Wogen dann wieder glätten. Aber die Mädels zu integrieren und besonders mit Blick auf die geburtenschwachen Jahrgänge sich mit den Mädchen im Kinder -und Jugendbereich zu verstärken, dass halte ich für äußerst wichtig (und auch für den schnellsten und einfachsten Weg Mädchen für den Fußball zu begeistern). Der Vorteil bei den Mädchen, die ich bisher kennenlernen durfte, war der, dass sie allesamt leistungsbereit waren und wirklich fußballspielen wollten-also aus eigenen Stücken, und nicht weil 'Papa das so möchte'.
    Zwar bemühen wir uns darum, eine Mädchentruppe aufzustellen, aber der Kompromiss beginnt dann bei den Wettkämpfen, wo sie dann die "Jungenliga" aufmischen müssten ;). Da wir in unserer Region sowieso um jedes Team kämpfen, welches irgendwie am Wettkampfbetrieb teilnehmen kann, ist an eine eigene Mädchenspielserie leider nicht zu denken. Von daher ersteinmal gemischte Mannschaften, und wenn es die Mädchen wollen, versuchen eine eigene Mädchenmannschaft aufstellen (unsere Mädels suchen schon nach Mitstreiterinnen :) ), da es ja eh nur bis zur B-Jugend gemischt geht.

  • Du hast den Sinn des Beitrages schon richtig erkannt. Natürlich darf man die Förderung der Jungen nicht vernachlässigen. In Zukunft sollte man sein Augenmerk aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge aber zusätzlich auf die Mädchen richten. Sonst wird zunächst der Jungendbereich immer kleiner und schließlich schrumpft auch der Erwachsenenbereich. Das kann dann dazu führen, dass man sich mit anderen Vereinen zusammen schließen muss und nicht mehr eine autonome Vereinspolitik betreiben kann. Meine Intension von "die Zukunft ist weiblich" ist vielmehr die, Mut zu machen und sich aktiv mit dem Thema auseinander zu setzen. Selbstverständlich braucht es beim Entschluß, den Mädchenfussball durch konkrete Maßnahmen zu verbessern, mehrere Jahre, bis man die ersten Früchte der Mühen ernten kann. Aber die Aufgabe lohnt sich und macht Spaß.

  • Allgemeines


    Stadtgebiet: cirka 70000 Einwohner (incl. Eingemeindungen)
    Hierauf entfallen insgesamt 7 Fußballvereine
    Innenstadt: cirka 30000 Einwohner; darauf entfallen 2 Vereine


    Istzustand nach persönlicher Wahrnehmung bis vor cirka einem Jahr


    Mein alter Verein besteht aus verschiedenen Abteilungen (Fußball, Volleyball, Leichtathletik/Stützpunkt, Tennis, Radwandern, Turnen, Walken). Die Fußballabteilung umfasst 43 Mannschaften, davon 33 Jugendmannschaften, die im unteren Jugendbereich teilweise stark überbesetzt sind. Soweit ich es in Erinnerung habe, sind cirka 800 Kinder vertreten. Die erste Herrenmannschaft spielt ganz oben in der Kreisliga A mit, die erste Damenmannschaft spielt Regionalliga. Frauenfußball wird groß geschrieben. Neben dem Hauptplatz gibt es lediglich zwei Rasenfelder und ein zusätzliches Rasenfeld, was meist den Namen Rasen nicht mehr verdient. Zudem besteht die Ausweichmöglichkeit auf einen Ascheplatz, welcher aber einige Kilometer vom Vereinsgelände entfernt ist.


    Die unteren Jugendmannschaften werden bis einschließlich zur E Jugend so gemischt, dass der ältere Jahrgang immer die dritte Mannschaft belegt, soweit es sich um die Jüngeren handelt und die Älteren sind dann in der ersten Mannschaft. So kommen Kinder - beispielsweise einer E 5 - im zweiten Jahr ihrer Zugehörigkeit in der E Jugend, ...in den "Genuss", dann in der E 2 zu spielen. Hierbei wird dennoch weitestgehend auf Leistung geschaut, ...wer hier nicht hineinpasst, geht halt nicht mit in die E 2.


    Im unteren Jugendbereich werden Spieletrainings abgehalten. Diese werden im weitesten Sinne inoffiziell als Sichtungstrainings von denen gesehen, deren Philosophie sie zu dieser Sichtweise animiert. Wer zur neuen Saison wohin geht, wird in der großen Runde besprochen, jedoch entscheidet letztendlich der einzelne Trainer.


    Neben dem Gesamtvorstand hat jede Abteilung einen eigenen Vorstand. Der jeweilige Vorstandvorsitzende nimmt an Versammlungen des Hauptvorstandes teil.


    Der Jugendvorstand setzt regelmäßige Termine fest, welche an die Trainer via Email gesteuert werden. Seit einigen Jahren werden für die Minis, F, E, D/C Jugend Koordinatoren eingesetzt. Die Koordinatoren haben keine Handlungsbefugnisse bei "Verstößen" seitens der Trainerschaft. Sie fungieren als Ansprechpartner bei Elternproblemen und nehmen so dem Jugendvorstandsvorsitzenden die Arbeit ab. Sie sind auch Ansprechpartner für Anfragen aus anderen Vereinen. Der Jugendkoordinator macht exakt soviel, wie er es persönlich meint. Seine Befugnisse und Arbeitsfelder sind nicht festgeschrieben, ...es existiert keine Aufgabenbeschreibung.


    Extern gibt es noch einen Funktionär, der sich um Turniereinladungen kümmert. Er wohnt dem Jugendvorstand nicht bei und macht diese Tätigkeit ehrenamtlich. Turniereinladungen werden via Email gesteuert. Nehmen Trainer eine Einladung an, melden sie dieses an die benannte Person, welche die Annahme weiter steuert.


    Der Jugendvorstand ist Bindeglied zwischen Trainerschaft, Elternschaft, den Spielern, dem Hauptvorstand, er vertritt alle Interessen dieser Gruppen, koordiniert sie und steuert die Dinge. Zudem hat der Vorstandsvorsitzende präsentative Aufgaben bei größeren Events.


    Der Jugendvorstand kümmert sich zudem um Trainerfortbildungen und andere Events (eigene Turniere wie ein großes E und F Turnier mit cirka 50 Mannschaften über bis zu drei Tage für alle Leistungsgruppen offen).


    Im weiteren wird eine Internetseite/Homepage gepflegt. Die eigentliche Pflege nimmt ein engagierter Trainer war, welcher dem Jugendvorstand nicht angehört.


    Zudem kümmert sich der Jugendvorstand auch um Hilfe, wenn der Hauptvorstand darum bittet, weil z.B.Riesenevents wie ein Hallenfestival anstehen. Von diesen großen Events gibt es zwei im Jahr.


    Der Verein finanziert sich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Sponsoren, öffentliche Gelder und eigene Einnahmen. Man zahlt für jedes Team an den Haupttrainer eine Kostenpauschale von 50 Euro für Trainer ohne Schein und ansonsten 60 Euro. Wenige Trainer (Erste Mannschaften Damen/Herren und A und B 1) erhalten höhere Zuwendungen.


    Eine Vereinsphilosophie existiert, allerdings ist das geschriebene Wort dort mehrere Jahrzehnte alt und trifft im Wort nicht das, was heute gefragt ist, teilweise ist der Inhalt natürlich auch mit ewiger Gültigkeit behaftet.


    Da keine Philosophie besteht, gibt es meiner persönlichen Meinung entsprechend mehrere Lager im Jugendbereich, die die den Spassfußball propagieren, die die Fördern.-und Fordern wollen und vielleicht die, die nicht erkannt haben, was sie selber wollen und den Erwachsenenfußball in verschiedensten Facetten im Kinderfußball ausleben. Hierbei werden sie in Extremfällen-, trotz der Tatsache dass sie erkannt sind, zufrieden gelassen, weil sich niemand traut, sie anzusprechen.


    Sollzustand


    So gesehen hat der Verein ein gutes Konzept. Dieses Konzept besteht, ist aber derzeit nicht festgeschrieben. Hieran wird aktuell gearbeitet, wobei ich feststelle, dass daran schon sehr lange gearbeitet wird. Die Konzeption ist für mich sehr wichtig, weil es bindet die Aktiven (Trainer, Spieler usw.) an das Wort. Sie ist für mich die Grundlage für alles.


    Zu einem Konzept gehört eine Philosophie. Diese ist ebenfalls nur in alter Form festgeschrieben und beinhaltet so Dinge wie, ....wir sind ein christlicher Verein...usw.. Auch hieran arbeitet man seit längerem, Ergebnisse stehen noch aus. Mir ist bekannt, dass ein Ergebnis sich stark an den im Forum oft geäußerten Merkmalen des Jugendfußballs orientieren wird.


    Zudem überlegt man ständig, wie man die wenigen Trainer die nur ihr Ding durchziehen dazu bekommt, sich beispielsweise an Trainerfortbildungen zu beteiligen.


    Fazit


    Vieles funktioniert sehr gut. Man strukturiert modern, aber es ist nicht festgeschrieben. Die Strukturen werden von Leuten mit Leben gefüllt, die sich besonders einbringen. Diese Leute werden aber hierbei auch oft mit Nackenschlägen behaftet, weil sie von anderen, meist denen, die eine andere persönliche Philosophie verfolgen angegangen, ...sie sind manchmal ungeliebt und lästig, weil ihre Philosophie sie zu Neuerungen veranlasst, was die anderen aber wiederum nicht wünschen. Da sie keine Handhabe haben, wirft der eine oder andere dann hin und man hat Probleme mit dem Nachersatz. Das birgt die große Gefahr, dass große Löcher in der ungeschriebenen Struktur entstehen, ...so kann/könnte alles sehr schnell wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Was vorher funktionierte, wäre plötzlich zum Caos verurteilt, ...von jetzt auf gleich. Zusammenbrechen, weil Welten aufeinander knallen und zu viele Strippen von einzelnen Leuten gehalten werden. Einzelne machen das ein paar Jahre, verschwinden dann wieder und man hat keinen Ersatz. Sie verschwinden oft, weil sie sich über Dinge ärgern, die gegen ihre persönliche Philosophie sprechen. Hier ist der Konfliktherd Nummer EINS zu finden.


    geht gleich weiter.... ;)

    3 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • und los..... :rolleyes:


    Persönliches Fazit hin zum Sollzustand/Bestzustand (....wenn ich einen Verein gründen würde, verändern könnte, möchte, würde....)


    Vereinsstruktur


    Kleine Vereine benötigen nicht unbedingt einen Jugendvorstand, vor allem dann nicht, wenn sie ein reiner Fussballverein sind. Hier wäre für mich der Einsatz von Koordinatoren sehr wichtig.


    Größeren Vereinen mit mehreren Sportabteilungen ist die Einführung eines Jugendvorstandes dringend zu raten, um die Interessen des Jugendbereichs bestens vertreten zu lassen, um allen gerecht zu werden und um nicht an zu vielen Baustellen zur kämpfen.


    Der Jugendvorstandsvorsitzende sollte meiner Meinung nach Mitglied des Hauptvorstandes sein, damit er dort mit seiner Stimme Dinge beeinflussen kann, die Abstimmungsfähig sind. Jedes Mitglied des Jugendvorstandes ist bei einer Mitgliedsversammlung ordentlich zu wählen. Ist der Jugendvorstandvorsitzende nicht Mitglied des Hauptvorstandes, ist und bleibt er dort Bittsteller. Oft klappt das, weil man Probleme vorträgt und man sich Freund ist, ...nur was, wenn das nicht so ist? Deshalb würde ich hier eine vorgeschriebene Regelung bevorzugen.


    Vereine mit mehreren Sportabteilungen könnten sich Gedanken machen, ob die Abteilungen finanziell gesehen budgetiert werden. Man überträgt den Abteilungen eine finanzielle Eigenverantwortung, die Abteilung Fußball oder auch Jugendfußball wäre selbständig und trotzdem vereinszughörig, statt ein eigener Verein zu sein.


    Also Aufteilung des Vereins in Vorstand, Abteilungsführer bei vorhandenen anderen Sportspaten, Jugend Fußball (alle im Hauptvorstand), Einsatz von Koordinatoren pro Altersgruppe, Einsatz eines Hauptkoordinator (möglichst mit hoher Lizenz...vielleicht Trainer der A oder 1. Herrenmannschaft, denn der dürfte Interesse an der besten Ausbildung seines Nachwuchses haben), für jede Funktion gibt es eine festgeschriebene Beschreibung hinsichtlich ihrer Funktion und Befugnisse/Kompetenz.


    Finanzen vereinsintern


    Beiträge sollten so hochgesetzt werden, dass man jedem Trainer einer Mannschaft ein Minigehalt zahlt. Vorständler erhalten ebenfalls ein Gehalt, Koordinatoren natürlich auch.


    Das Gehalt wäre keine Kostenpauschale, es sei denn ich müsste es steuerrechtlich so benennen. So wäre das Ehrenamt etwas messbares wert und ich verpflichte den Trainer so, sich an die Philosophie des Vereins/Jugendbereichs (Altersziele, Merkmale des Jugendfußballs etc.) zu halten. Er unterzeichnete einen Arbeitsvertrag, wo er sich dazu verpflichtet. Ebenso verpflichtet er sich zur Teilnahme an Fortbildungen, die der zuständige Mann im Jugendvorstand zu organisieren hat.


    Darüber hinaus würde ich eine andere Form des Sponsorings anstreben lassen. Ich würde Patenschaften anstreben, wo beispielsweise der kleine Supermarkt an der Ecke die Patenschaft für eine F Jugend übernimmt. So würden Paten/Sponsoren erreicht, die damit sonst eher nichts zu tun haben wollten, weil es ihnen zu verpflichtend und auch zu teuer war. So würde beispielsweise der Supermarkt, die Apotheke, der Möbelmarkt um die Ecke angesprochen, weil die Kundschaft aus dem direkten Umfeld angesprochen würde.


    Einteilung der Mannschaften


    Zudem würde ich spezielles Sichtungstrainings in die Konzeption als regelmäßige zu festen Terminen stattfindende Pflichtveranstaltung aufnehmen. Bei den Minis, F und E Jugend wäre das zweite Training pro Woche ein Spieletraining für alle gemeinsam. Spätestens alle 10 Wochen wäre eines dieser Spieletrainings ein verstecktes Sichtungstraining, wo auf verschiedenen Kleinfeldern einzelne Trainer eine Punkteliste gemessen an den Alterszielen pflegen. Diese Listen würden vom zuständigen Koordinator eingezogen und gesammelt. So erhielte man ein relativ objektives Ergebnis hinsichtlich der Leistungen der Spielerkinder. Eventuell käme in Frage, die Sichtungstrainings von den Koordinatoren in Zusammenarbeit mit den Trainern abnehmen zu lassen.


    Ab der D Jugend würde ich ein solches Training/Sichtungstraining an einem jeden monatsletzen Donnerstag stattfinden lassen. Nach einem Punkteschlüssel würden dann die Mannschaften eben nach Leistung- bestückt. Vatertrainer könnten dann dort trainieren, wo ihre Sprösslinge nach unabhäniger Meinung vieler Trainer leistungsmäßig hingehören, statt hier ihr magisches unantastbares Vetternauge selbstherrlich und mit Tomaten auf den Augen ungestraft walten lassen zu können. Jegliche Diskussion wäre hierdurch vom Tisch. Hierdurch würde man jedes einzelne Kind auf ein Maximum in der Gruppe spielen lassen können, wo es tatsächlich derzeit hingehört, um ein maximum an Fördern und Fordern zu erreichen.


    Sichtungstrainings/Spieletrainings haben mehrere andere Vorteile für alle


    -Spieler lernen sich kennen
    -Spieler lernen andere Trainer kennen
    -haben es deshalb beim Mannschaftswechsel (neue Saison oder auch Rotation innherhalb des Jahres; beispielsweise ab der D oder C Jugend) nicht so schwer
    -"Schwache" Spieler lernen von Starken
    -Verein hat eine bessere Übersicht


    persönliches (subjektives) Gesamtresümee


    Meine persönliche Erfahrung, entstanden durch dieses Forum, also auch die aktive Wahrnehmung im Verein, würde mich veranlassen, einen "normalen" Verein, egal wo, wie groß oder was sonst noch, so zu gliedern und zu strukturieren. Das ist überall möglich und vor allem machbar. Klare Strukturen und Vorgaben hin zum modernen Jugendfußball mit gerader fairer und objektiver Linie für alle Beteiligten.


    Wer bis hierher geschafft hat, RESPEKT, wurde hoffentlich nicht gelangeweilt. Bei Gefallen bitte weiterempfehlen, Falls doch Langeweile oder Augentränen aufgetreten sein sollte, bitte dennoch weiterempfehlen, denn warum sollte es den anderen besser ergehen :rolleyes:



    Gruß Andre, ...und sorry für den langen Text

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  • hallo zusammen,


    die o.g. berichte und meinungen finde ich alle sehr interessant und hilfreich.
    ich bin gerade dabei in konzept für die jugend in unserem verein aufzustellen und halte einen jugendkoordinator, der die rein sportlichen dinge in der hand hält für sinnvoll. gut fände ich die lösung, wenn der jugendkoordinator noch zusätzlich die u19 oder u17 selber trainiert. in einigen vorangegangenen berichten würde auch von einem gehalt für so einen koordinator gesprochen! hat da jemand erfahrungen bzw. an was für eine monatliche größenordnung wäre denn da zu denken?


    sportliche grüße


    Marco

  • Ich möchte mich in dieser Frage nicht zu weit rauslehnen, aber gefühlt würde ich in etwas so denken.


    Breitensportverein....welcher größtenteils Geld aus den Mitgliedsbeiträgen bezieht oder Profiverein, wo es sicherlich etwas anders aussieht.


    Bei meinem Modell wäre der Koordinator eher der Trainer der jeweiligen ersten Mannschaft, also F1, E1 usw.-Trainer. Das hätte für mich auch etwas mit Akzeptanz zu tun, ...denn er könnte dort das vormachen, was er selber propagiert. Hierbei fände ich es vielleicht sogar förderlich, wenn der Koordinator hier zwei Altersgruppen betreut. Ich sehe das aus den Augen eines Breitensportlers, der damals in einem größeren Verein mit beispielsweise cirka 9 F Jugenden und 7 E Jugenden aufwies. So "pendelt" er zwischen den Altersgruppen und könnte auch für die von mir propagierten Sichtungstrainings und Spieletrainings verantwortlich sein. Sollten entsprechend fiel weniger Mannschaften vorhanden sein, könnte man -auch aus finanziellen Gründen- hier auch die Minikicker hinzunehmen.


    Ein Trainer mit Schein bekam bei uns damals 11 (abzüglich Ferienzeit) mal 60 Euro pro Monat/ohne Schein 11 mal 50 Euro pro Mannschaft. Ich würde dem Koodi hier das doppelte geben, sprich 80-100 Euro im Monat im Breitensport. Es bleibt für mich ein Ehrenamt, für mich ist das eine Anerkennung, ...das was jeder einzelne -egal wer- dort leistet, ...ist eh nicht bezahlbar. Wenn der Verein es sich leisten kann, wäre für mich die Überlegung, ob er im Falle dessen, dass er selber eine Mannschaft trainiert zu überlegen, ob er dann 150 Euro bekäme.


    Der Gedanke, dass der Koodi keine Mannschaft trainieren sollte, ...finde ich aber auch nicht uninteressant, weil je nach seinem Typ, seiner Art und der Denkweise (Gewinndenken) bestünde die Gefahr, das einer auf den Posten rutscht, der das Ausnutzt, ...sprich ..."zu mir die Besten aber flotti, flotti.."

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  • so hart es sich anhört, man wird es mit 100-150 euro pro monat, schwer haben so einen koordinator zu bekommen. die sache ehrenamt ist ja richtig, aber oft sieht die realität anders aus.
    ich würde für den koordinator (einschließlich trainerposten) mindestens 250 euro + x veranschlagen! ich finde, wenn man den job zu 100% ausführt, kommt schon ein immenser zeitaufwand zustande!
    ich denke aber, das ist auch regionsbezogen, ob man irgendwo auf nem kleinen dorf ist oder dann doch ehr in der nähe einer stadt o.ä.!

  • Egal ob 100 oder 200 oder 300 Euro. Kein kleiner Dorfverein, der sehr gute Arbeit im Jugendbereich macht, kann sich das leisten. Der Fußball wird eh schon immer über die anderen Sparten finanziert. Beitragserhöhungen oder Zusatzbeiträge können aber erst erhoben werden, wenn die Leistung entsprechend gut ist. Das beißt sich die Katze selber in den Schwanz. Kosten sind auch nur schwer einzusparen. vielleicht gibt es ja von euch ein paar Ideen wo man noch was sparen könnten. Mir fällt bis auf Kleinigkeiten nicht ein und ich spreche da über einen kleinen Dorfverein (700 Mitglieder) mit Grundausstattung.

  • ms-coach, ich denke da wirst du recht behalten. Als "normaler" Verein hätte ich bei dem Verein an den ich gerade denke sogar Leute, die das ohne Kohle machen würden, ...z.B. ich, einfach weils mir Spass machen würde. Findet man hier keinen oder möchte das sogar extra nicht, weil man bei einem Externen eine gewisse Distanz zwischen ihm und den Trainer hat, ...dann wird das wohl was Kosten und könnte natürlich auch Vorteile haben. Ich bin der Meinung, dass dieser Koodi dann auch mindestens eine B-Lizens mitbringen sollte, um bei den Trainern Akzeptanz zu erhalten. Das wird dann wohl auch Kosten.


    Ich habe dieses Amt ja mal probeweise ausgeführt. Ich habe dann aus anderen Gründen, die damit nichts zu tun hatten aufgehört. Mein Resümee an den Jugendleiter war aber, ...das hier eine Stellenbeschreibung einfließen muß. Ja ich meine eine Beschreibung der Kompetenzen, eine Aufgabenbeschreibung, ...die für alle z.B. im Internet ersichtlich ist. Man könnte das mit der Vorstellung der neuen Person einhergehen lassen.


    Damals lief u.a. ich wie Hase-wichtig über den Rasen und sollte nichts sagen, ...was ich in dieser Form auch nicht machen wollte. Ich ließ mir damals den Trainerstammtisch einfallen, wo ich gewissen Themen, z.B. Futsal auf den Tisch brachte. Ich organisierte Infomaterial und wollte die Trainer zum Kick einladen, was ich auch tat. Es kamen zwei von 18 mir "unterstellten" Trainern.


    Dann sah ich einen Trainer am Spielfeldrand der schrie herum, ....der rauchte am Rand....der kam nicht zu Fortbildungen....der Stand abends bei einem Event so voll dabei, dass er letztlich mit einem Rtw abgeholt wurde und der drohte seinen Spielern Repressalien an, für den Fall, dass sie am Sichtungstraining teilnehmen würden. Hier fand ich, ...das ich gefragt war. Man hatte aber Angst, den Trainer danach zu verlieren, ...ich aber nicht...weil besser kein Trainer als ein Schlechter.


    Fazit: Die Stelle sollte beschrieben sein, um allen klar zu machen, ..."hallo, dat is nich euer Feind, ...der will helfen, unterstützen, ist Ansprechpartner bei Streitigkeiten zwischen Eltern, Trainern, Spielern, Vorstand... gehört zu Euch, aber....er darf euch auch in den "Arsch" treten, wenns nötig is."