Trainer die kinder mit 7, schon abwerben ..!!

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Ich denke, die Daten sagen eindeutig aus, das ein Fördern in der räumlichen Umgebung des Talents nach individueller Prüfung der Situation im Verein und dem Umfeld Sinn machen kann. Wichtig sind ebenfalls weitere Anstrengungen in der Trainerausbildung, weil es nach wie vor zu wenig hochqualifizierte Nachwuchstrainer gibt.


    Wie weiter aus den Statistiken hervor geht, ist eine Erfolgsprognose bis zur U 12 zu 100 % nicht möglich. Wenn ein Abwerber etwas anderes behauptet wird, sollte man vorsichtig sein. Eine Erfolgsgarantie darf man nicht erwarten, dennoch sollte es ein überschaubares, kalkulierbares Risiko sein. Dazu muß es einen Plan B (2. Standbein für die schulische und berufliche Ausbildung geben).


    Dort, Talente bereits früher in den Jugendabteilungen von Proficlubs gekickt haben, liegt am Zufall, das das Talent auch am Wohnort des Vereins aufwächst.


    Das Zukunftsmodell ist ganz offensichtlich die flächendeckende Anordnung von Leistungszentren, wie es derzeit in Bayern getestet wird. Denn es gibt keinen Grund, warum besonders viele Talente in unmittelbarer Nähe von Profi-Vereinen wohnen sollen.

  • Das Zukunftsmodell ist ganz offensichtlich die flächendeckende Anordnung von Leistungszentren, wie es derzeit in Bayern getestet wird. Denn es gibt keinen Grund, warum besonders viele Talente in unmittelbarer Nähe von Profi-Vereinen wohnen sollen.

    Ohne das jetzt genau nachzuprüfen glaube ich schon, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Talent in der Nähe eines Profivereins wohnt, höher ist, mindestens aus folgendem Grund


    Denn, die Profiklubs befinden sich in der Regel in Ballungsgebieten, wo nun mal die Besiedlung dichter ist. Deshalb erreicht ein Profiklub in einem Umkreis (sagen wir 50km) deutlich mehr Talente, als das irgendwo in Bayern der Fall ist.
    Abgesehen davon, spielt ja auch die Verkehrsanbindung eine Rolle. 50km sind nicht 50km. 50 Autobahnkilometer, sind locker in 30 min zu schaffen. Im Ruhrgebiet gibt es Routen, da braucht man für 10km im Berufsverkehr deutlich länger.


    Nimmt man sogar alle Drittligisten, so erreicht man schon einen sehr großen Teil der Bevölkerung.
    (Hertha BSC alleine erreicht ca. 5 Mio Menschen in Berlin samt Speckgürtel. Nordrhein-Westfalen mit seinen ca 10 Profiklubs knapp 18 Mio, das ist schon mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Mit Jena, Erfurt, Rostock, Leipzig, etc. ist auch der Osten ziemlich gut "aufgeteilt", was einen großen Teil derer 20 Mio bringt. etc.)


    Was sollen also diese Leistungszentren in Nordrhein-Westfalen?
    Klar, dort, wo weit und breit kein Profiklub ist, dort mag so etwas Sinn machen, woanders übernehmen die Profiteams diese Arbeit doch hervorragend.


    Es sei noch angemerkt, dass das Interesse an "guter Arbeit" für die Profiklubs mittlerweile aus mehreren Gründen hoch ist. Die Zertifizierung dieser NLZ bringt den besten jährlich hohe sechstellige Summen in den Etat. Gerade für Zweit- oder gar Drittligisten ein ordentlicher Teil im Etat.



    Erfolgsprognose ist immer möglich. Du meinst wohl eher eine Erfolgsgarantie, aber die ist auch in der U16 nicht möglich.
    Richtig ist, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der die Prognosen auch eintreffen, mit zunehmenden Alter steigt. Logisch. Allerdings sehe ich zwischen U12 und U11 nicht den abnormen Sprung. Ich she ihn mittlerweile eher 1-2 Jahre eher, so zwischen U9 und U10, eventuell U10 und U11.


    Ich befürworte die NLZ, allerdings würde ich mein Kind wohl erst ab U10 in ein solches lassen. (Hier arbeiten allerdings nicht alle fleich seriös, Wolfsburg oder Hoffenheim z.B. die Arbeit kann man vor U14 oder U15 vergessen. Dortmund, Stuttgart oder Hertha sind da schon andere Kaliber).

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Über Sinn und Unsinn eines frühen Wechsels zu einem Proficlub kann man sicherlich im Einzelfall streiten. Generell kann man sich als Trainer aber eigentlich nur wünschen, dass die Kindern, die man ausbildet, diesen Sprung schaffen. Bei einem Dorfverein kommt das ja ohnehin nicht so häufig vor. Was aber erheblich häufiger vorkommt, ist der Wechsel zu einer "Regionalgröße". Typisch für solche Vereine ist, dass die Seniorenmannschaft für die Region höherklassig spielt, i.d.R. oberhalb der Landesliga, die Jugendmannschaften ebenfalls alle höherklassig spielen und der Verein in den Augen der Kinder, vor allem aber der Eltern, daher den Ruf eines "besseren" Vereins genießt. Oft kommt noch hinzu, dass diese Vereine maßgeblich von Einzelpersonen finanziert und von diesen als ihr Eigentum betrachtet werden. Dementsprechend ist auch die interne Struktur dieser Vereine. Bei uns in der Region gibt es davon zwei und die sind ein einziges Ärgernis! Spätestens zum Zeitpunkt der Sichtung für das Kreisauswahltraining (jüngerer Jahrgang D-Jugend) sind sie da und fischen die besten Spieler der kleineren Vereine ab. Dabei ist die Ausbildungsqualität dort unterirdisch. Nur merken Spieler und Eltern das oft nicht, denn die sehen nur die Ergebnisse und die stimmen natürlich, da sich dort ja die besten Spieler der Region versammeln. Wir haben allein im letzten Jahr 12 Jugendtrainer durch die C-Lizenz geschleust. Fast jede Mannschaft von der F bis zur A ist mit mindestens einem lizensierten Trainer besetzt. Wir haben ein einheitliches Ausbildungskonzept für den gesamten Jugendbereich, einen sportlichen Leiter, der Trainingspläne erstellt und die Trainer der einzelnen Mannschaften unterstützt. Das alles gibt es bei unserem "großen" Nachbarverein nicht und trotzdem wandern die guten Spieler dorthin ab. Das äzt.

  • Ranwie, ich bin da ein wenig zwiegespalten. Sicher ist es ärgerlich, wenn die Talente zum "Großverein" gehen, dort aber nicht optimal betreut werden. Aber was ist die Alternative aus Sicht dieses Talents? Beim kleinen Verein bleiben, der zwar tolle lizensierte Trainer aufweisen kann, wo aber die anderen Spieler leistungsmäßig nicht mithalten können? Das führt doch dazu, dass das Talent im Training+Spiel nicht wirklich gefordert wird und sich daher auch nicht optimal entwickelt, oder?


    Grüße
    Oliver

  • Das führt doch dazu, dass das Talent im Training+Spiel nicht wirklich gefordert wird und sich daher auch nicht optimal entwickelt, oder?

    Optimale Entwicklung? Ich lach mich tot. Glaubst Du, dass es ausreicht Bestandteil einer besseren Mannschaft zu sein, um eine optimale Entwicklung zu erreichen? Das ist ja genau dass, was ich kritisiere. Die Spieler und deren Eltern glauben nur, dass sie sich in diesen Vereinen besser entwickelt. Ich halte das für einen Trugschluss. Nur weil man mit Besseren zusammen spielt und trainiert, wird man sich nicht automatisch auch besser entwickeln. Dazu gehört nämlich auch ein Training, in dem die Jungs wirklich gefordert und gefördert werden. Dazu muss man aber wissen, was man tut und wie man es tut. Und genau das wissen viele der Trainer dort nicht. Wir in den kleinen Vereinen müssen an uns und mit unseren Spielern viel "härter" und gezielter arbeiten, um in den oberen Klassen bestehen zu können. Diese "mittleren" Vereine brauchen das nicht, da sie ja die besseren Einzelspieler haben. Gerade die taktische Ausbildung bleibt da gerne mal auf der Strecke.


    Im Spiel sind die guten Spieler sogar noch weniger gefordert, da sie in der starken Mannschaft viel weniger Engagement und auch weniger taktische Disziplin zeigen müssen. Diese Teams werden nur ein paar mal in der Saison wirklich gefordert. Die anderen Spiele gewinnen sie relativ leicht. In einer schwächeren Mannschaft, wo sie die Leistungsträger sind und vorne weg marschieren müssen, werden sie viel mehr gefordert. Ich spreche hier nicht von dem Überflieger, der aus der Bauernliga in die höchste Klasse wechselt, denn so weit sind wir nicht auseinander. Ich erlebe das gerade wieder live mit. Ein D-Jugend-Spieler von uns, der trotz Aufstieg gewechselt hat. Jetzt ist spielt er dort in der obersten Klasse - genau wie wir. Wir stehen im Mittelfeld, die stehen vorne. Sein Vater ist selber Profi gewesen und hat sich genau das von dem Wechsel erhofft, was Du geschrieben hast. Nach wenigen Wochen ist die Ernüchterung groß. Keine Qualität im Training, die Spiele werden zwar gewonnen, aber nicht aufgrund besseren Spiels sondern aufgrund der besseren Einzelspieler. Eine "Linie" ist nicht erkennbar. Weder in der Mannschaft noch im Verein. Man "begnügt" sich damit in der Tabelle vorne zu stehen.

  • Ganz klar, so wie Du es beschreibst, hätte Dein Profikind nicht wechseln sollen, sondern hätte bei Euch eigentlich optimale Bedingungen vorgefunden (konkurrenzfähige Mannschaft in oberster Spielklasse, gutes Training).


    Bei uns im Verein wird auch gerne geklagt, dass die Welt so ungerecht ist, weil immer die Guten "weggeschnappt" werden. Aber da sind die Voraussetzungen komplett andere: Meist nur eine Mannschaft pro Altersstufe, keine Lizenztrainer, dafür viele "vom alten Schlag", Jugendmannschaften spiele unter- bis maximal mittelklassig. Da ist es für den Vereine sicher auch gut, wenn die Talente da bleiben, aber aus sportlicher Sicht würde ich da begabten Fussballern dringend zum Wechsel raten - und zwar nicht nur zum NLZ, sondern auch zum benachbarten regionalen Verein.


    Aber Dein Punkt ist schon korrekt: Vor dem Wechsel muss man sich nicht nur die Tabelle anschauen, sondern auch versuchen, die Trainingsbedingungen und -inhalte zu bewerten, auch wenn das ungleich schwieriger ist.

    Grüße
    Oliver

  • Mal fern ab von Qualität des Trainers und Trainings.
    Also angenommen dies ist annähern ähnlich und auch die Bedingungen (Platz, Material, etc.) sind vergleichbar, natürlich entwickelt sich ein Kind in einer Mannschaft mit besseren Mitspieler besser.


    Eine normale Woche in der D-Jugend, sieht 3 mal 90 min Training plus 60min Wettkampf vor. D.h. das Training nimmt zeitlich den weit höheren Teil der Ausbildung ein, und dort muss sich ein SPieler dann im NLZ gegen bessere Gegenspieler durchsetzten. In jeder Minute, in jedem Zweikampf, in jeder Aktion im Training.
    Ds kann eben der beste Trainer und das beste Training in einer schelchten Mannschaft nie bieten oder auf Dauer kompensieren.



    Optimale Ausbildung wird man wahrscheinlich nirgend bekommen. Man sollte besser von best möglicher oder optimalster Ausbildung sprechen. Und natürlich reicht das SPielen in einer besseren Mannschaft nicht aus für eine optimale Ausbildung.
    Aber ohne dies, ist sie eben ausgeschlossen.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Mal fern ab von Qualität des Trainers und Trainings.
    Also angenommen dies ist annähern ähnlich und auch die Bedingungen (Platz, Material, etc.) sind vergleichbar, natürlich entwickelt sich ein Kind in einer Mannschaft mit besseren Mitspieler besser.


    Eine normale Woche in der D-Jugend, sieht 3 mal 90 min Training plus 60min Wettkampf vor. D.h. das Training nimmt zeitlich den weit höheren Teil der Ausbildung ein, und dort muss sich ein SPieler dann im NLZ gegen bessere Gegenspieler durchsetzten. In jeder Minute, in jedem Zweikampf, in jeder Aktion im Training.
    Ds kann eben der beste Trainer und das beste Training in einer schelchten Mannschaft nie bieten oder auf Dauer kompensieren.

    Das mit dem "Durchsetzen" wird vielleicht auch ein wenig überbewertet. Wie viel Zeit des Trainings nimmt denn das 1:1 ein? Der Schwerpunkt "Zweikampf", bei dem man sich gegen stärkere Spieler durchsetzen muss, ist ja doch nur einer von vielen Schwerpunkten. Die allermeisten Schwerpunkte in der D-Jugend sind aber Technik orientiert. Das gesamte Thema Technik steht auch im Mittelpunkt der Ausbildungsziele einer D-Jugend. Hier kommt es aber vielmehr darauf an, dass die Übungen sauber ausgeführt werden und das Training auf die jeweilige Könnenstufe angepasst ist. Dabei ist es natürlich richtig, dass der Anspruch solcher Übungen in stärkeren Teams durchaus höher sein kann bzw. sollte als in schwächeren. Dazu braucht es aber einen Trainer, der weiß, was er tut.


    Ich sage nur, dass die bessere Entwicklung des einzelnen Spielers in einem besseren Team kein Automatismus ist, sondern auch dort stark von der Qualität des Trainings bzw. des Trainers abhängt.

  • Oft ist es leider wirklich so, dass dich alleine das Trainieren mit besseren Spielern deutlich weiter bringt. Man guckt sich Dinge ab, nicht zu vergessen die ganzen Spielformen und Trainingsspiele, in denen man sich allein vom Laufaufwand her anders behaupten muss als gegen die alten Mitspieler usw usw usw


    Richtig ist, dass die Trainingsqualität nicht oft automatisch dadurch besser ist, dass der Verein größer ist. Durch die guten Mitspieler sieht es aber so aus (Fortschritte stellen sich ein). In der Regel spielen größere Vereine ja oft auch gegen bessere Gegner.

  • Die Einwände, das Wohnortnähe und Profiverein nicht zufällig sind, sind schon richtig. Denn in Großstädten wohnen nun einmal mehr Menschen als auf dem Lande, weshalb es nicht wundert, das dort auch proportional mehr Talente herkommen!


    Mit flächendeckenden Leistungszentren meinte ich eine proportionale Verteilung von Entfernung zu Anzahl Vereinsspielern und nicht eine Verteilung, die ausschließlich die Entfernung zum Leistungszentrum berücksichtigt.
    Wenn es dabei etwas zu berücksichtigen gibt, dann eher die Tatsacje, das Talente mit einem Migrationshintergrund überproportional start vertreten sind. Momentan heiß diskutiert wird der Anteil von Spielern mit türkischstämmiger Herkunft. Aber das ist dann ein ganz anderes Thema!

  • Darf ich mal als Vater fragen, ab wann (welches Alter) man sich als Elternteil Gedanken um eine weitere Förderung seines Kindes Gedanken machen sollte und was dann zu tun wäre ? Gibt es dafür Ratgeber, Leitfaden etc. ? Werden die Talente automatisch gesichtet und geht alles von alleine seinen Weg ?

  • Was genau meinst du mit "weitere Förderung"?


    Im jüngeren Jahrgang D-Jugend werden bei uns die Vereine aufgefordert die Kinder zur Sichtung zum Stützpunkt zu schicken. Andere Kreise veranstalten Sichtungsturniere. Besonders talentierte Kinder sollten dort auffallen. Früher tut sich von Verbandsseite nichts, soweit ich weiß.


    Wem das nicht genügt, der muss entweder darauf hoffen, dass sein Kind von einem großen Verein gescoutet wird oder selbst in die Richtung aktiv werden. Zwei Freunde meines Sohnes spielen seit dem Sommer beim nahen Bundesligisten. Einer (U12) wurde gescoutet, beim anderen (U11) hat der Vater ein Probetraining organisiert und der Junge wurde genommen. Die Entfernung beträgt "nur" 30 km, aber der Aufwand ist für die beiden Jungs enorm. 3mal die Woche Training. 30 min früher da sein, danach duschen macht mit An- und Abfahrt locker dreieinhalb Stunden. Spiele am Wochenende sind ähnlich aufwändig. Dazu kommen Turniere, die oft über ein ganzes Wochenende gehen und mehrtägige Trainingslager. Mit Schule - beide Jungs sind auf dem Gymnasium - und Hausaufgaben, bleibt kaum noch Freizeit. Das ist ein Fulltime-Job, auch für die Eltern.

  • Mit "weiterer Förderung" meine ich eigentlich alles, was über das Vereinstraining (kleiner Verein , wobei alle Jugend-Jahrgangsstufen vorhanden sind) vor allem zukünftig hinausgeht, z.B. Vereinswechsel, DFB-Stützpunkt etc. Ab welchen Alter ? Habe ja schon ein wenig in diesem Thread gelesen, da ich aber kein Vereins-Fußballer war und somit keinerlei Erfahrung hierbei habe, möchte ich halt einiges gerne wissen. Z.B. Bei uns naheliegend ist Union Berlin. Ich sehe bis jetzt (und ich denke das geht noch bis zur D-Jugend) kein muss, dass mein Sohn dort "vorspielen" sollte, mal abgesehen davon, dass er es selbst auch nicht zur Sprache gebracht hat. Aber vielleicht ist es ja so, dass mein Sohn doch "mit mindestens 10 Jahren bei einem Verein spielen sollte, der "einen Namen" hat" ? Was bei uns am Rande von Berlin, die Berliner Mannschaften betreffen würde oder - da muss ich doch mal überlegen - Cottbus, Fürstenwlade u.ä.
    Mein Ziel ist es, dass aus meinem Sohn ein prima und guter Mensch wird, wenn er ein guter Fußballer wird, der daran Spaß hat und/oder damit auch Geld verdienen kann gut so und alles seine Entscheidung. Ich möchte nur das Wissen, was ich dazu tun muss.

  • Alles, was Du tun musst, ist ihn lieb haben, mit ihm spielen (gerne auch Fußball) und ihn zum Training bei seinem Verein fahren.
    Wenn sich dann später in der D-Jugend abzeichnet, dass er Potential zu Größerem hat, frag nochmal nach. ;)

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett

  • Ein Wechsel unterhalb der D-Jugend halte ich in den meisten Fällen für wenig sinnvoll. Soweit ich das beurteilen kann, ist es hier in der Nähe normal, das "größere Vereine" sich bereits bei den Minis bis E-jugend gute Teams "zusammenholen". Nur werden diese Teams idR ab der D-Jugend gründlich umgekrempelt, indem dann Spieler aus den LZ oder von Kooperationsvereinen vermehrt genommen werden. Ist ein Kind ein guter Zocker, sollte er im Bereich E/D-Jugend auf dem Radar größerer Vereine auftauchen. Gegen eine solide Ausbildung in einem Breitensportverein bis zu diesem Zeitpunkt spricht aus meiner Erfahrung heraus nichts.


    Nur ist dies den meisten Eltern (und Kindern) oft schwer zu vermitteln. Da spielen dann die größen Träume von der steil durchgehenden BuLi-Karriere mit, wenn der 8-Jährige bereits beim Bundesligisten in der Mannschaft spielt. Die Fluktuation in den unteren Jugendmannschaften ist dort meist recht hoch, und ich persönlich sehe eher Vorteile in einem kleineren, aber dafür beständigen und über die Jahre zusammenwachsenden gemeinschaftlichen Umfeld, das als gesicherte Basis für die Entwicklung junger Fußballer vielleicht wichtiger ist als tolles Training oder tolle Trainer.

  • Normalerweise ist es eine sehr einfache Entscheidung, denn es ist ja das Hobby des Kindes, Spaß an der sportlichen Leistung zu empfinden. Wenn Schnelligkeit, Wendigkeit, schnelles Denken und genügend Seblstbewußtsein, sich etwas zuzutraunen in einer günstigen Konstellation vorhanden ist, wird das Kind über freiwilliges, häufiges Trainieren fast immer seinen Weg unabhängig vom Umfeld machen. Deshalb bestimmt es das sportliche Ziel, wie weit es denn gehen kann, weitgehend selbst.


    Der talentfördernde Trainer sollte, wenn man ihm genügend Zeit schenkt, das neugierige Kind dort abholen, wo es in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung steht. Wenn er dann dem Kind den Fussball mit Spaß und ohne Angst vor Risiken vermittelt, wird die Freude an der Leistung des Talents selten ausbleiben. Das man auch noch in einer späteren Phase sprunghafte Leistungsverbesserungen erzielen kann, erlebe ich immer wieder.


    Also würde ich mir als Vater nicht allzuviele Sorgen machen, das das Kind irgenwo zu spät kommt. Sehr viele Kinder, die früh den Verein verlassen, sind auch früh wieder "zuhause", weil es an irgendeiner Stelle nicht mehr weiterging und die eng durch die Vereinsbrille blickenden Verantwortlichen keine Geduld mehr mit dem einsmals hochgelobten Talent hatten. Desweiteren ist zu erkennen, das die eigenen Talente häufig nicht den letzten Schritt ins Team der 1. Mannschaft machen, dafür aber bei anderen, gleich hochspielenden Vereinen schneller Karriere machen.


    Egal, für was sich das Kind, der Jugendliche oder junge Erwachsene entscheidet, als Vater, Mutter oder Heimatverein-Trainer sollte man in erster Linie als Berater fungieren und die unterschiedlichen Wege aufzeichnen. Leider verwechseln Eltern nur allzuhäufig ihren eigenen Ehrgeiz, das das Kind ein berühmter Spieler werden soll, mit den kindlichen Träumereien, die heute so und morgen so sein können. Mischt euch nicht zu sehr in das Hobby eures Kindes ein, denn mehr ist es bis zur Unterschrift eines Profivertrages (noch) nicht!

  • Als Mutter eines 9-jährigen, der beim Bundesligisten spielt, kann ich Ranwies Aussage genau so bestätigen.
    Ich frage meinen Sohn jede Woche, ob er gerne dort spielt und es für ihn passt, aber die Aussage mit dem Fulltimejob passt eigentlich haargenau.
    Schule,Fussball, alles andere muss drumrum geplant werden. Geburtstagseinladungen,Ausflüge etc, wir versuchen eben es allen rechtzumachen und das Ganze ist eigentlich echt eine Familienangelegenheit. Aber machbar und ich bin auch stolz, wie wir alles irgendwie hinkriegen.


    Aber : nie im Leben hätten wir unseren Sohn irgendwo angeboten !!!!!!!!
    Als wir angesprochen wurden und unser Sohn nach dem Probetraining Feuer und Flamme war, o.k., aber ich denke, man muss es immer von Jahr zu Jahr betrachten, wenn es nicht mehr passt, dann ist es halt so. Es kann jedes Jahr vorbei sein, genau das vermittelten wir ihm von Anfang an und es ist eine Chance, aber eben auch nicht der Anfang einer grossen Karriere.


    Auf der anderen Seite nehmen die Kinder eben auch sehr viele Sachen mit, die ihnen persönlich was bringen !


    Fazit: wenn Dein Sohn Talent hat, dann brauchst Du auch bestimmt nicht fördern, dann ergibt es sich irgendwie ! Meine Erfahrung ist eher, dass die Kinder der überengagierten Eltern irgendwann keine richtige Lust mehr haben und/oder sich eben nicht mehr so richtig weiterentwickeln. Liebe Grüße ...

  • Baert


    Ein sehr guter Beitrag, wie ich finde. Aber in knappen Sätzen wurde die sinnvolle Unterstützung von Talenten sowie das von "Ranwi"e bereits beschriebene Situation der Talente in der Familie beschrieben.


    Die Kernbotschaft lautet: zwingt die Kinder nicht zu irgendetwas, was sie so (in der Intensivität und dem Umfang) nicht wollen. Nicht euer, sondern der Kindeswille ist entscheident und gilt deshalb zu ergründen!


    Jede Form des Überehrgeizes der Erziehungsberechtigten schadet dem Kind viel mehr als es nützt.


    Als praktische Form des Entgegenwirkens von solchen Elternreaktionen schicke ich hin und wieder Talente nach Hause, wenn ich das Gefühl habe, sie werden zu etwas gezwungen, was sie so nicht wollen. Ich gebe ihnen aber immer die "Rückfahrkarte" mit, das sie jederzeit gerne willkommen sind, wenn sie wieder Spaß am Fussball haben. Leider machen die meisten Trainerkollegen nicht so, weshalb das "Aus "für einen Großteil der Talente als endgültiges Aus empfunden wird.

  • Viele Kinder und Jugendliche entwickeln sich losgelöst vom Ergeiz und dem Ansporn der Eltern
    viel besser als mit zusätzlichen Druck von familiärer Seite. Es kann manchmal schon ein Druckpunkt sein,
    der die jungen Talente unbewusst dazu bewegt sich unterhalb der Leistungsmöglichkeiten zu entwickeln
    und sich demnach zu verschlechtern.


    Der Weg in die Talentförderung oder in einen Lizenzverein mit einem guten Nachwuchsleistungszentrum kann
    nur dann erfolgen und weiter aufrecht gehalten werden, wenn das Kind von Tag zu Tag immer sein Bestes gibt und
    sich voll reinsetzt. Und dieses Engagement kann nur basierend auf Spaß, Lust u./o. Freude aufgebaut werden.
    Und das über mehrere Jahre hinweg aufrecht zu erhalten ist nicht nur für das Kind extrem hart, sondern auch für
    die Familie eine große Herausforderung.
    Manchmal ist der Spagat zwischen Schule und Fussball eben doch sehr groß. Gerade dann wenn der Anreisezeitraum
    zum Trainingsgelände sehr lang ist oder für Vergleiche in den Jahrgängen etwas weiter gefahren werden muss.


    Ich denke da gilt es zwischen allen Beteiligten auf einen Nenner zu kommen und an das Wohlergehen des Kindes zu denken.
    Besonders die Eltern sind dazu angehalten Realismus nicht mit Träumereien zu verwechseln und die Berufung des Kindes in
    den Perspektivkader oder in die Landesauswahl/Bundesauswahl zu fordern.
    Es bringt keinen etwas, wenn das Kind nach unzähligen Trainingseinheiten in der Woche und dann über mehrere Monate/Jahre
    hinaus gepeitscht wird und sich dann irgendwann, wenn der Kopf solange mitmacht, aus Erschöpfung verletzt und dann wohlmöglich
    ganz aus dem Raster fällt.


    Also, genießt die Zeit die ihr gemeinsam habt und überlasst es eurem Kind inwieweit es sich hineinsteigern will.