Beiträge von Lindmann

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    Mitunter kommt die Ergebnisorientierung ja auch von den Spielern selbst.

    In einer unserer Mannschaften gab es dieses Jahr Ärger, weil die besseren Spieler im Team kein Bock mehr hatten, ständig hoch zu verlieren. Da war dann die Forderung durch die Spieler im Raum, zukünftig bitte etwas Ergebnisorientierter zu spielen und aufzustellen.

    Ich weiß gar nicht, wie die das am Ende gelöst hatten.

    Aber irgendwie ist man bei einem starken Leistungsgefälle ja auch oft in so einer Triage-Situation, wenn man nicht zwei Mannschaften melden kann.


    In der kommmenden Saison wechseln einige der guten Spieler auch deswegen zum Nachbarverein. Und bei den weniger Talentierten zeichnet sich auch ab, dass einige davon in absehbarer Zeit aufhören werden (Trainings- und Spielbeteiligung sinkt plötzlich merklich).


    Kann also durchaus sein, dass man am Ende Spieler auf beiden Enden des Spektrums verliert, wenn man überhaupt nicht mehr im Fokus hat, zwischendurch auch mal Erfolgserlebnisse zu haben.
    Aber darf natürlich auch niemals in solchen Extremen enden, wie du sie gerade beschrieben hast.

    Bin grad happy.


    Aktuell trainiere ich eine E Jugend und gehe mit dem älteren Jahrgang zusammen nächste Saison in die D hoch.

    Die kommende D-Jugend wird genug Spieler haben, um zwei Mannschaften zu melden.

    Der aktuelle D-Jugend Trainer wird weiterhin D-Trainer bleiben.


    Weil der andere Trainer schon länger im Verein ist und ein gutes Renommée genießt, nahm ich immer als gegeben an, dass er die D1 übernehmen wird und ich die D2 bekomme. Hatte hier im Forum schon mal meine Unsicherheit darüber geäußert, ob ich mich über die Saison hinweg ausreichend dafür motivieren könnte.


    Aber nun kommt es doch anders und ich wurde gefragt, ob ich die erste Mannschaft übernehme. Bei der aktellen D-Jugend verlief die Saison nicht so erfolgreich und man wollte es jetzt mal mit einem anderen Trainer versuchen. Außerdem hatten mehrere Spieler den Wunsch geäußert, in meiner Mannschaft zu spielen (obwohl der aktuelle Trainer auch ein guter Trainer und ein kinderfreundlicher Typ ist).


    Auf jeden Fall freut es mich.

    Nicht wirklich Frust, nur bissen nervig:


    Heute ist E1 und E2 (nach Spielstärke getrennt) Training. Da der Größte Teil der E1 diese Woche auf Klassenfahrt ist, mache ich ein gemeinsames Training mit dem E1-Rest (4 Kinder) und der E2. Insofern ist heute auch kein Training, welches dem aktuellen Schwerpunkt dient, sondern einfach ausser der Reihe. Da bin ich dann auch flexibel, was die Spielformengrößen betrifft...was heute scheinbar auch notwendig ist.


    Konkrete Planung mache ich normalerweise immer Mittags, aber ich mach mir vorher immer schon mal Gedanken.


    Stand heute 08:00 Uhr:

    12 Kinder angemeldet. Von dreien fehlt noch die Rückmeldung.

    Ich schreibe die Eltern der fehlenden Kinder an.

    Ich plane (gedanklich) vorsichtig mal 3gg3 auf zwei Feldern ein.


    Stand heute 10:00 Uhr:

    2 Absagen wegen Krankheit eingetroffen. Die fehlenden Rückmeldungen fehlen immer noch.

    Also derzeit 10 Kinder.

    Ich wechsel in der gedanklichen Planung schon auf 2gg2+Neutraler auf zwei Feldern.


    Stand heute 12:00 Uhr

    Eine weitere Absage. Die fehlenden Rückmeldungen fehlen immer noch.

    Also derzeit 9 Kinder.

    Jetzt würde ich eigentlich schon meine konkrete Planung mit Teamzuteilung machen wollen...aber die wäre ja in ein zwei Stunden ja bereits Makulatur.


    Gleich habe ich bei der Arbeit ein Meeting bis späten Nachmittag.

    Die 3 fehlenden Rückmeldungen werden vermutlich auch erst wenige Minuten vor dem Training nachgeholt.

    Und mindestens ein Kind wird heute bestimmt auch mit Kopfschmerzen aus der Schule zurückkommen oder sowas.

    Bedeutet also, die Planung mache ich heute kurzfristig.

    Nicht wirklich dramatisch schlimm, aber trotzdem bisschen nervig.

    Von meiner E1 bin ich eine solch schlechte Rückmeldemoral und so viele kurzfristige Absagen nicht gewohnt.

    Man mag mich für bekloppt halten, aber bei diesem Warmup ist es mir immer schwer gefallen, zwei Zahlen aufzurufen ohne dabei immer wieder die gleichen Kombinationen zu wählen. Irgendwie neigt mein Gehirn dazu, immer das gleiche zu sagen.


    Hab mir deswegen schnell ne App gebastelt, die für mich zwei zufällige Zahlen auswirft.

    Ist vielleicht übertrieben...aber so fällt es mir leichter 8o


    Eine Stellschraube, die man als Trainer ja gut in der Hand hat, ist der Spaß am Spiel.

    Kinder, die viel Freude am Training und an den Spielen haben, priorisieren das Spiel am Wochende eher höher als Omas Geburtstag, als jene Kinder, die oft angemeckert werden und vielleicht eh nicht so viel Bock auf Fußball haben. Meiner Erfahrung nach überträgt sich das auch auf die Eltern. Eltern von fußballbegeisterten Kindern ordnen dem Fußall alles unter, während die Eltern von Kindern, die Fußball als irgendeinen Freizeitvertreib sehen, schon eher ein Spiel zugunsten einen Familienausflugs ausfallen lassen.


    Deswegen versuche ich den Fußball so gut es geht als eine Wohfühl-Oase stattfinden zu lassen. Das hat zwar auch seine Grenzen, aber für mich heißt das, dass ich im Training keine langweiligen oder unbeliebten Übungen durchführen lasse (ich frage die Kinder regelmäßig, wie sie die Übungen fanden) und dass ich die Kinder nicht für Fehler anmeckere und sie nicht durch Hereinrufe von der Seitenlinie "motiviere".


    Und als Trainer natürlich auch einfach ein freundlicher Typ sein. Einer unserer Trainer im Verein geht den Kindern immer mit seinem merkwürdigen Humor auf den Sack, den niemand versteht. Es können manchmal auch solche Kleinigkeiten sein.

    Beobachtet ihr diese Häufung an einzelnen Tagen auch? Oder ist das eher so eine gefühlte Wahrheit? Wie geht ihr damit um? Lasst ihr einzelne Trainingseinheiten ausfallen? Bietet ihr in Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten an?

    Ich mache auch Training, wenn die Beteiligung gering ist. Dann halt nur ein Spielfeld statt zwei und dafür dann intensivere Betreuung pro Kind. Diejenigen, die sowieso immer zum Training kommen, sind ohnhin meistens die besseren im Team, die intrensisch motiviert sind und Bock drauf haben, Neues zu lernen. Das macht mir dann auch Spaß. Ich mag das lieber, als wenn ich 14 Kinder im Training habe und die eine Hälfte albert rum.


    In Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten anzubieten geht bei uns nicht wirklich. Der Sportplatz ist ausgelastet und auch ich bekomm das dann kaum noch in meinen Alltag untergebracht. Die Wochen sind so oder so schon komplett um den Fußball herumgeplant, da ist dann wenig Luft nach oben.

    Schon interessant, wie sich auch hier das Spektrum zwischen "minuziös geplant" und "alles kurzfristig im Kopf gemacht" abbildet.


    Ja, auch ich habe immer wieder mit kurzfristigen Absagen zu kämpfen, auch wenn die Eltern inzwischen recht diszipliniert bei den Rückmeldung in der App sind. Ich versuche aber immer meine Übungen so zu planen, dass sie auch mit einem Spieler mehr oder weniger klappt. Zum Beispiel kann man das 5m Tor (mit Torwart) kurzerhand gegen 2 Minitore austauschen, wenn ein Spieler kurzfristig absagt. Oder ich leihe mir geeignete Spieler aus der zweiten Mannschaft aus, falls die Übung keine abweichenden Spielerzahlen zulässt.

    Ist das Training des Kollegen den gut? Also im Sinne alle haben Spaß es werden Grundlagen trainiert etc..

    Ja, finde ich schon. Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass mein Training besser wäre, als seines.


    Witzig ist halt, dass ich mit seiner Methode total untergehen würde und er mit meiner genauso.

    Ich frage nur mal so aus Interesse.

    Weil was die Vorbereitung auf das Training betrifft, klaffen Welten zwischen mir (E1 Trainer) und unserem Trainer der E2.

    Und ich wollte mal gucken, wie das andere so handhaben.


    Mein Weg:
    Ich habe eine Excel Tabelle, in der ich alles plane.

    Die Schwerpunkte, die ich vermitteln will, sind grob über die ganze Saison vorgeplant. Die tatsächlichen Zeiträume leg ich nicht genau fest und mitunter änder ich den einen oder anderen Schwerpunkt auch noch mal wieder.


    Die Trainings für die nächsten 4 Wochen plane ich auch schon grob vor.

    Also an welchen Tagen sollen welche Übungen gemacht werden. Welche Übungen das sind, folgt aus dem jeweiligen Schwerpunkt.

    Manchmal änder ich noch kurzfristig was, aber das ist dann immer so der ungefähre mittelfristige Fahrplan.


    Für alle meine Übungen aus meinem Repertoire habe ich je ein DIN-A4 Blatt, auf dem ich die wichtigsten Eckpunkte der Übung, eine kleine Zeichnung, die Variationsmöglichkeiten und die Coachingpunkte aufgeschrieben habe. Alles so aufgeschrieben, wie es für mich als Gedankenstütze am besten funktioniert. Daraus ist ein ziemlicher Katalog geworden. In meiner Excel Tabelle habe ich zudem noch einen Feedback-Reiter, bei dem ich jede durchgeführt Übung bewerte (wie beliebt ist sie bei den Kindern, wie gut klappt sie, wie groß ist der Lerneffekt,...). Schlecht bewertete Übung fliegen aus dem Katalog.


    Am Tag des Trainings plane ich zur Mittagszeit das Training im Detail. Da weiß ich über die Teampunkt-App, wer heute zum Training kommt.

    Also klemm ich mir ein neues Blatt in mein Trainings-Klemmbrett und skizziere die Übungen, die wir heute machen.

    Feldgrößen bestimmen, Mannschaftsgrößen festlegen, Anzahl der Felder bestimmen, Provokationsregeln festlegen, benötigtes Material.

    Und ich teile auch jetzt schon die Teams ein. Im Ruhe zu Hause kann ich das viel besser, als auf dem Trainigsplatz mit tausend Kindern um mich rum, die ihre Wünsche äußern, mit wem sie in einem Team sein wollen.


    Ich bin dann eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn da und baue alles auf. Kinder, die ebenfalls früh da sind, helfen mir meistens.

    Das Training beginnt auf die Minute genau.


    Der andere Trainer hat nichts dergleichen. Der macht das alles komplett im Kopf. Schwerpunkte, Übungen etc.

    Er kommt 5 Minuten vor Trainingsbeginn auf den Platz. Während die Kinder selbstständig das Warm-up machen, baut er seine Übung auf.


    Ich will hier gar nicht sagen, dass das eine besser ist, als das andere. Das macht ja jeder typbedingt anders und ich bin nunmal ein ziemliches Excel-Kiddie und auf meinen Kopf ist zudem auch überhaupt kein Verlass.

    Wie ist euer Vorgehen?

    Der Themenersteller fragt, wie er seinen Sohn unterstützen kann und als Antwort kommt, dass er vielleicht eher Basketball spielen will.

    Das ist son typisches Internet Ding.


    Zur Fragestellung: Ich glaube, aktiv kann man da nicht viel unterstützen. Klingt für mich wie eine Sache des Selbstvertrauens bzw. der Komfortzone. Durch positive Bestärkung die Freude am Spiel aufrecht erhalten und darauf setzen, dass das Wohlbefinden in dem Umfeld mit der Zeit steigt. Es gibt halt Menschen (auch Erwachsene) die in unterschiedlichen Umfeldern unterschiedlich selbstbewusst imd unterschiedlich motiviert sind.

    Ich bin der Überzeugung, dass man (in der Kindeserziehung im Allgemeinen) über Selbstvertauen und ausreichen Zeit, dieses aufzubauen, am meisten erreichen kann. Außer vielleicht, besagtes Kind ist eines von denen, die eher zu viel Selbstvertrauen haben...da muss man vielleicht anders vorgehen, aber das scheint mir hier ja nicht der Fall zu sein.

    Also mein Sohn will nach jedem Training und nach jedem Spiel immer wissen, wie ich ihn fand und fragt mich nach einzelnen Situationen, um darüber zu reden. Deswegen mag er es nicht, wenn wir noch andere Kinder mitnehmen, weil dann im Auto über andere Gesprächsthemen gesprochen wird.


    Also lass dir nicht einreden, dass jedes Gespräch mit dem Sohn über den Fußball per se Druckaufbau ist. Das ist doch bei jedem Kind anders. Manche werden es als Druck empfinden, manche nicht und manchen ist es schlichtweg egal.

    Ich bekomme den Eindruck das auch Fussball (Mannschaftsportarten) immer mehr als Dienstleistung wahrgenommen wird.

    Wenn es passt: Gerne - Irgendetwas dem Teamsport zu liebe anders planen? Auf keinen Fall....

    Ich finde das immer bezeichnend, wenn jemand aus der Mannschaft seinen Geburtstag feiert, zufällig genau dann, wenn ein Spiel ist. Und natürlich lädt er die halbe Mannschaft ein. Da sieht man mal, wie da die Prioritäten liegen.


    Immerhin hatte ich aber auch Spieler, die zwar bei der Geburtstagsfeier eingeladen waren, aber dennoch zum Spiel gekommen sind.

    Ja, zumindest wenn ich vorher schon weiß, welche Paarung ich aufrufe.

    Wenn ich unseren Top-Sprinter, der superschnelle Reaktionen hat, als Verteidiger aufrufe und der Anfreifer eher etwas träger ist, dann lass ich einfach eine oder zwei Sekunden Zeit zwischen den Zahlen.


    Aber ansonsten, wenn der Verteidiger wirklich schnell ist, dann es trotzdem dazu kommen, dass sie beide gleichzeitig am Punkt sind, wo ich den Pass hinspiele. Dann muss der Angtreifer den Ball entsprechend unter Druck annehmen und ggf. abschirmen oder den Gegner ausblocken.


    Bisschen variieren kann man die Übung, indem man das Stangentor breiter oder enger stellt. Je breiter es ist, desto weitere Wege haben die Verteidiger zu laufen.


    Hab es aber auch schon gehabt, dass der Angreifer gepennt hat und der Verteidiger alleine am Stangentor stand. Dann musste ich den wieder zurückschicken und an die Aufmerksamkeit der Spieler appellieren.

    Dieses Unterforum ist leider etwas eingeschlafen, dabei finde ich es eigentlich richtig gut. Übungen findet man heutzutage ja an jeder Strassenecke, gerade auf social media werde ich oft bombardiert mit einer Vielzahl an Übungen, aber viele davon sind nicht gut, etwas veraltet oder passen einfach nicht auf meine jeweilige Mannschaft. Hier hingegen kann man Üungen ja gut diskutieren und gemeinsam weiterentwickeln. Finde ich eigentlich viel wertvoller, als die Flut an Übungen auf Instagram.


    Ich will hier mal ein Warm-Up vorstellen, welches ich gut finde für die Entwicklungsstufe, in der man seinen Spieler*innen beibringt, sich vor der Ballannahme vorzuorientieren und sich den Schulterblick anzugewöhnen. Also als erster Schritt einer Methodischen Reihe, wenn man so will.


    Es ist aus einer Abwandlung einer bekannten Übung entstanden und hat sich bei meiner E-Jugend gut bewährt.
    Ziele neben dem reinen Erwärmen sind:

    - Ballführung im engen Raum bei gleichzeitiger Konzentration auf akustische Eingaben

    - Reaktionsschnelligkeit trainieren

    - Angewöhnen des Schulterblicks

    - Erster Kontakt in den freien Raum


    So ist der Ablauf:

    • Jedem Spieler wird eine Zahl zugeordnet (sinnigerweise von 1 aufsteigend), die er sich gut merken muss
    • Man markiert ein rechteckiges Spielfeld, Größe abhängig von der Spieleranzahl
    • Jeder Spieler hat einen Ball und dribbelt in dem Feld frei umher, gerne mit etwas Tempo
    • Der Trainer ruft zwei Zahlen. Die erste benennt den Angreifer, die zweite benennt den Verteidiger
    • Die benannten Spieler lassen ihren Ball liegen und starten los:
      Der Angreifer läuft durch das Stangentor, um kurz dahinter den Pass vom Trainer zu empfangen
      Der Verteidiger läuft links oder rechts am Stangentor (was schneller geht) vorbei und versucht, in den Zweikampf zu kommen
    • Der Angreifer macht rechtzeitig den Schulterblick und weiß, aus welcher Richtung der Verteidiger kommt. Entsprechend geht der erste Kontakt in die entgegengesetzte Richtung.
    • Wenn der Angreifer richtig gehandelt hat und schnell genug läuft, folgt danach folgt der Abschluss ins Minitor, anderfalls kommt es zum 1gg1.
    • Danach kehren die zwei Spieler wieder ins Recheck zu ihren Bällen zurück und die nächste Paarung wird aufgerufen



    Anfangs hapert es manchmal noch daran, dass die Spieler nicht mitbekommen, dass ihre Nummer aufgerufen wurde. Aber genau das ist auch ein Teil der Übung, dass sie lernen, neben dem Dribbeln auch noch aufnahmefähig für Signale von außen zu sein.



    Hallo, wir sind im Breitensport, da geht es um mehr als Gewinnen und eine Mannschaft hat nunmal die rote Laterne.

    Und wenn die Mannschaft bessere werden will, muss halt mehr trainiert und weniger gespielt werden.

    Als Trainer habe ich nix dagegen 😃

    Genau. Ich propagiere gegenüber der Mannschaft auch immer, dass es nicht ums Gewinnen geht und eher der Spaß am Spiel und das Besserwerden im Vordergrund steht. Aber das ist halt eher die Trainersichtweise. Die Kinder wollen hier und jetzt Spiele gewinnen. Das Besserwerden, um in 5 Jahren auch noch Spiele gewinnen zu können, ist zumindest in meiner E-Jugend Mannschaft nur bei den ambitionierteren Kindern von Interesse.
    Aber es sind halt 10-Jährige. Die denken sicherlich noch nicht in größeren Zeiträumen. Die Leben mehr im Hier und Jetzt. Ich vermute, das ändert sich mit zunehmenden Alter.


    Ja, ist echt so. Die Eltern meiner Mannschaft stellen zum Glück keine Ansprüche und sind auch eher ein Fan von fair verteilter Spielzeit. Die Kinder hingegen sind mitunter schon mal bisschen böse gewesen, dass sie ein Spiel verloren haben, weil ich zu einem Zeitpunkt, an dem das Spiel auf der Kippe stand, gute Spieler runter genommen und schwächere Spieler eingewechselt habe.


    Deswegen mach ich es inzwischen so, wie du in deinem Kompromiss geschrieben hast. Es gibt keine Spiele, wo jemand nur 5 Minuten spielt, aber gegen starke Gegner haben die stärkeren Spieler mehr Einsatzzeiten und gegen schwächere Gegner, entsprechend die schwächeren.

    Hab ich doch im ersten Post beschrieben, wo da die Zielkonflikte liegen.

    Wir drehen uns im Kreis...

    Ich habe kürzlich den Großteil meiner F-Jugend von vor 16 jahren getroffen. 7/10 sind dem Fußball erhalten geblieben. Diejenigen die nicht mehr dabei sind, sind aber (bis auf einen) andere als ich vor 16 Jahren vermutet hätte. Der eine oder andere hat auch aufgehört und später wieder angefangen.
    Du sagst "Was soll ich sie mit Ausbildung belasten, wenn sie sowieso bald aufhören?" Ich habe Jungs gesehen, die in der B-Jugend aufgehört haben, weil der Trainer sie planlos hat kicken lassen. Andere hören also auf, weil sie NICHT ausgebildet werden.

    Ja, ist doch schön, dass du auch Positivbeispiele benennen kannst.


    Und ganz klar, einige Spieler -besonders die leistungsstarken- sind eher an Ausbildung als an lockeren Gekicke interessiert.
    Aber zumindest bei uns im Verein ist das nicht die Mehrzahl.

    Die Mehrzahl würde es begrüßen, wenn wir im Training nur noch Spiele machen. Und zwar keine 3gg3 Spielformen, sondern am liebsten die eine Hälfte der Mannschaft gegen die andere Hälfte auf große Tore. Ohne Provokationsregeln, ohne irgedndwelche Vorgaben. Das heißt nicht, dass sie die Übungen (sei es klassische Übungsform oder kleine Spielform) nicht spaßig fänden, aber trotzdem wollen sie lieber nur kicken.


    Also muss ich dem Großteil der Mannschaft sagen (sinnesgemäß): "ich weiß, ihr wollt einfach nur Fußballspielen, aber ich will, dass eure Entwicklung an erster Stelle steht, deswegen machen wir heute im Training etwas, was ihr eigentlich nicht ganz so gerne wollt".


    Dahinter steht natürlich die Hoffnung, dass im Laufe des Älterwerdens die Erwartungen der Kinder an den Sport etwas reift und sie dann in der B-Jugend froh darüber sind, in der E-Jugend nicht nur freies Kicken im Training gemacht haben, sondern zu wettbewerbsfähigen Spielern geworden sind und sie nicht Woche für Woche in der Kreisklasse mit hohen Niederlagen nach Hause geschickt werden.

    Kann ich nachvollziehen.

    Und -obwohl ich selber überhaupt nicht der authoritäre Typ bin- glaube ich schon, dass in der G und F Jugend eine gewissen Authorität hilfreich ist. Gerade wenn es so viele Kinder sind. Wenn die Quatschmacher freie Hand haben, verselbstständigt sich das irgendwann und die ganze Mannschaft ist nur noch ein Hühnerhaufen.


    Bei uns im Verein wird die G Jugend von einem sehr strengen, authoritären Trainer mit kräftiger Stimme betreut. Da ist immer Ruhe und auch die frechen Kinder, trauen sich nicht, aus der Reihe zu tanzen. Das ist gut für die Kinder, die ohnehin immer die Regeln befolgen. Aber es haben auch schon Kinder wegen diesem Trainer aufgehört, weil sie mit seinem Ton nicht klargekommen sind.


    In unserer F Jugend das genaue Gegenteil. Da ist der Trainer der liebe Onkel, der sich nicht durchsetzen kann. Drei vier Chaoskinder tanzen ihm durchgehend auf der Nase rum und stecken die disziplinierteren Kinder auch damit an. Kindern ärgern sich gegenseitig, es wird viel geweint. Richtiges Training ist kaum möglich. Der Trainer meckert zwar, aber das geht im Lärm unter und undiszipliniertes Verhalten hat keine Konsequenzen. Auch hier hören Kinder auf...hier aber weil sie keine Lust auf diesen Chaoshaufen haben.


    Ich würde einen Mittelweg suchen, bzw. so mache ich das mit meiner E-Jugend. Generell ganz relaxed sein, auch mal den einen oder anderen Spaß erlauben, aber mit klaren Regeln und deren Einhaltung auch einfordern, bzw. sanktionieren wenn sie nicht befolgt werden. Und das kann auch mal bedeuten, dass ein Störer dann im strengen Ton für den Rest der Übung auf die Bank verwiesen und zum zugucken verdonnert wird. Immer wieder mal ne zweite Chance geben, aber auf keinen Fall störendes Verhalten durchgehen lassen. Ich würde auch soweit gehen, richtig üble Störer (hatte ich bislang zum Glück nicht), vom Training auszuschließen, wenn wegen ihm/ihr andere Kinder keine Lust mehr auf Fußball haben.