Beiträge von Lindmann

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    Finde die Übung an sich ganz gut, was auch beachtet werden sollte, wenn die roten beide gleichzeitig oder mit sehr wenig abstand den Ball erobern und praktisch gleichzeitig auf Tor schießen, TW überfordert.

    Ja, hab ich auch schon gedacht. Aber dass das komplett gleichzeitg vorkommt, wird wohl nicht so oft vorkommen, so dass ich das ignoriert habe.

    Hallo Freunde.


    ich habe gerade in der spielfreien Zeit ein wenig über die kommende Saison nachgedacht. Als Warm-up vor Spielen habe ich bislang immer gerne ein paar Minuten lang Rondos spielen lassen. Aber mich hatte immer gestört, dass sie nicht so wahnsinnig spielnah sind und für die Jäger in der Mitte immer unmotivierend (meistens wollte niemand freiwillig in die Mitte).

    Gleichzeitig habe ich das Problem, dass die Mannschaft, die ich kürzlich übernommen hatte, hauptsächlich mit langen Bällen aus der Abwehr/vom TW ihr Spiel aufbaut. Ich will ihnen nun Ballsicherheit im kurzen Spielaufbau vermitteln.


    Rondo mit Torabschluss ist ja an sich nichts Neues. Aber irgendwie fand ich den Torabschluss auch immer nur "irgendwie dazu ergänzt".

    Habe jetzt etwas entworfen, was ich demnächst mal testen will.


    Die Idee ist, zwei Rondos vor dem eigenen Tor zu machen und den Torwart mit einzubeziehen.

    Es soll damit der Spielaufbau im eigenen Drittel simuliert werden.

    Gelb sind Aufbauspieler, Rot die pressenden Stürmer.



    • Zwei Rondos, jeweils links und rechts vom Tor. Rot Verteidiger, Gelb Angreifer.
    • Welche Art Rondo (also ob 3gg1, 4gg1, 4gg2 oder 4+1gg2,...) hängt von der Anzahl der Spieler ab. Können auch unterschiedliche (wie auf dem Bild) sein.
    • Torwart darf von beiden Rondos von gelb auch angespielt werden. Wenn das zu oft geschieht, um jeglichem Druck zu entgehen: Nur noch im Notfall erlauben
    • Ball soll vom TW schnell wieder zurück gespielt werdem. Der Torwart darf nicht von rot attakiert werden, sonst fällt die Übung auseinander.
    • Bei Ballgewinn durch Rot, Kontern und zügiger (weil Unterzahl) Abschluss auf Tor, Gelb versucht den Torschuss zu verhindern
    • evtl. noch einführen: Punkerziehlung für Gelb nach x erfolgreichen Pässen
    • Positionen sinnvoll durch rotieren


    Lern-Aspekte

    • Bessere Motivation für Verteidiger durch Torschussmöglichkeit
    • Simulation des kurzen Spielaufbaus. In Überzahl aber unter Gegnerdruck
    • Torwart ist mehrfach gefordert (aus zwei Richtungen gleichzeitig und dazu noch als Anspielpartner und Torschüsse abwehren)
    • Umschaltverhalten von rot und gelb trainieren


    Was fehlt?

    • Spielrichtung für Gelb. Als Warm-up vor dem Spiel habe ich nicht genügend Zeit und Material, deswegen schwierig. Aber im Training könnte man noch Minitore oder Dribbeltore für gelb einbauen. So dass Gelb nach X erfolgreichen Pässen dort rein dribbeln/passen darf.
    • Spielverlagerungen. Eine Idee wäre vielleicht noch, dass der TW, wenn er aus einem Rondo angespielt wird, den Ball in das andere Rondo verlagern darf. Da gäbe es aber noch zwei Probleme zu lösen.
      1) Das eine Rondo hat keinen Ball mehr und das andere hat zwei. Müsste man sich was überlegen.
      2) Die Spieler, die in dem Rondo sind, welches den Ball bekommen soll, gucken nicht zum Torwart und bekommen das nicht so ohne Weiteres mit. Hier vielleicht mit Kommandos arbeiten?
      Ist vielleicht etwas, was man machen kann, wenn die Übung schon richtig gut sitzt.
    • Dribbling fehlt fast vollständig. Muss man wohl in der Anschlussübung (als zweites Warmup vor Spielen lass ich gerne 1gg1 und 2gg1 aufs Tor spielen) erledigen.


    Wie gesagt...ist noch ungetestet und bedarf evtl. noch Anpassungen.

    Könnte mir aber vorstellen, dass das mit meiner D-Jugend gut klappt. Für jüngere Teams wär es evtl noch zu kompliziert.

    Ich kann ja mal berichten, wenn es soweit ist.

    Bei uns im Verein wurde seit je her immer nach Altersklasse getrennt (obwohl es da keine Vorgabe vom Verein gibt).

    Mit meiner damaligen E-Jugend habe ich dann aber umgestellt auf Trennung nach Spielstärke.
    Also in E1 und E2 getrennt, was dann gleichzeitig auch die Trainingsgruppen waren.


    In meinen Augen hatte das viele Vorteile.

    Die starken Spieler müssen sich viel öfter gegen gleichstarke Gegenspieler durchsetzen, statt immer nur Anfänger wie Slalomstangen zu umlaufen.

    Schwache Spieler bekommen die Chance, auch mal aktiv in Zweikämpfe zu gehen und auch mal zu gewinnen.


    Dazu dann noch das Passspiel. Vorher war es so, dass es nur selten vorkam, dass ein starker Spieler einem schwachen Spieler den Ball zugespielt hat (Begründung "der verliert den Ball sonst ja eh sofort"). Also haben die stärksten Spieler die Spiele unter sich ausgemacht und die schwächeren zwaren passive Sparringspartner.

    Jetzt, wo alle -mehr oder weniger- unter Ihresgleichen sind, sehe ich so ein Verhalten eigentlich kaum noch.


    Und vor allem: Du kannst dann viel gezielter Trainieren. Während man den Anfängern und technisch Schwachen noch viel an den Basistechniken arbeitet, dann man mit den starken Spielern schon mal mehr Individualtaktiken und Spielprinzipen beibringen. In einer heterogenen Gruppe ist das ja schwierig. Entweder unterforderst du die Starken oder überforderst die Schwachen.


    Den vermeintlichen Nachteil an dieser Aufteilung, nämlich dass die Mannschaft dann immer nur ein Jahr lang zusammen spielt und dann jedes Jahr neu zusammengestellt wird, finde ich auch eher vorteilhaft. So lernen sie, auch mal mit anderen Spielern und in anderen Konstellationen zusammenzuspielen. Das eine Jahr gehören sie zu den jüngsten und kleinsten im Team, das Jahr darauf sind sie die älteren und größeren.


    Ein wirklicher Nachteil dieser Aufteilung ist, dass die schwächere Mannschaft so gut wie jedes Spiel hoch verliert. So ganz ohne starke Spieler wird so eine Mannschaft schnell mal abgeschossen. Das hatte bei einigen Spieler schon für Frust gesorgt. Bei uns hatte sich das irgendwann gebessert, weil wir neue Spieler dazubekommen haben, die zwar Anfänger, aber recht talentiert waren. Die haben wir erstmal in die zweite Mannschaft gesteckt, in der sie dann schnell zu Führungsspielern wurden und mit deren Hilfe auch mal ein Spiel gewonnen werden konnte.

    Bevor wir über Deckungsschatten sprechen, müssen wir beide wissen, über welche Alterstufe wir hier reden.
    Der Treaderöffner sprach vom jungen Jahrgang F-Jugend.

    Ah...das hatte ich aus den Augen verloren. Hatte mich auf das Einfrieren im Generellen bezogen.


    Ja, wenn wir hier von F und sogar G Jugend sprechen, dann würde ich auch weder einfrieren, noch den Deckungsschatten erklären.

    Damit meine ich die Frage, welche Dinge (Techniken, Individualtaktiken,...) die Kinder in welchem Alter können (bzw. erlernen) sollten und wie diese Techniken funktionieren. Und vor allem auch das Wissen (also die Kinder sollen es wissen, nicht nur der Trainer), wann und warum diese Techniken anzuwenden sind.

    Genau. Auf den ersten Blick mag das wie freies Spiel wirken, aber da steht ja viel mehr dahinter. Das Konzept ist ja, die Inhalte klassischer Übungsformen in Spielformen gezielt zu provozieren. Die Spielform mit den Provokationsregeln sollte dann auch dem jeweiligen aktuellen Schwerpunkt dienen und entsprechend gut ausgewählt werden.


    Letztlich ist die TPD ja auch nur die Methodik. Die Inhalte an sich, finden sich dort nicht.

    Deshalb ist eine meiner Grundsätze im Kinderfußball:

    Kinder brauchen keine vorgegebenen Spielzüge. Sie brauchen die Freiheit, eigene Lösungen zu finden.

    Aber dem widerspricht das "Einfrieren" doch auch gar nicht. Bzw. das muss es nicht.


    Ich friere ein Spiel hin und wieder auch mal ein. Zum Beispiel wenn die angreifende Mannschaft keine Breite und keine Tiefe hat, sondern im Pulk vor dem eigenen Torwart steht. Kurz anhalten und fragen, ob ihnen selber was auffällt. Zu 99% erkennen sie es direkt selber und positionieren sich sofort besser.


    Oder wenn ein Spieler seit mehreren Angriffen im nur Deckungsschatten steht und sich wundert, dass er nicht angespielt wird. Kurz einfrieren und fragen, welche Möglichkeiten bzw. welche Laufwege den Kindern einfallen, die betreffender Spieler jetzt nehmen könnte. Da kommen meistens immer gute Vorschläge. Mitunter ergänze ich dann noch um einen weiteren Vorschlag. Und in den nächsten Angriffen sehe ich, wie der Spieler dann ein paar der genannten Laufwege ausprobiert (mal erfolgreich, mal nicht erfolgreich). Das ist doch genau das, was man will.


    Das hat ja nichts mit vorgegeben Spielzügen zu tun. Es soll den Kindern erleichtern, Fehler zu erkennen und sich einmal kurz in Ruhe -ohne den Druck und die Dynamik des Spiels- Lösungen zu überlegen und sie dann nach Spielfortsetzung auszutesten.


    Klar...das Einfrieren kann man auch schlecht nutzen. "Du rennst jetzt nach da vorne und du spielt den Ball jetzt dort hin". Aber da ist diese Form des Coachings nicht dran schuld, sondern eher die Didaktik des Trainers.

    Das ist alles so extrem. Früher haben die lange angestanden, um mal einen Ball zu spielen und viel zu wenig frei gespielt. Und heute meinen die, durch freies Spielen regelt sich alles von allein. Das ist einfach nicht so. Auch wenn man hier schon 1.000 Beiträge geschrieben hat. Davon wirds auch nicht wahr.

    Ja, das fällt durchaus auf.

    Bei uns im Verein ist auch einer der Trainer komplett auf den "durch freies Spielen lernen die alles von alleine" Zug aufgesprungen. Da wird dann der "Bolzplatzfußball" vollkommen überhöht. Mag ja stimmen, dass vor 15 Jahren die Ausbildung zu passlastig und taktisch geprägt war. Aber deswegen muss man ja nun nicht ins andere Extrem pendeln und alles auf die Karte "Bolzplatz" setzen. Warum fällt es manchen so schwer, da einen Mittelweg draus zu stricken und den Bolzplatzfußball geschickt in sein Trainig zu integrieren?


    Bestes Beispiel, dass das nicht klappt, bin ich selber. Ich war früher so ein reiner Bolzplatzfußballer. Nie im Verein gespielt, dafür aber fast jeden Tag von früh bis spät auf dem Bolzplatz. Später als junger Erwachsener im Herrenfußball dann doch als Vereinspieler angefangen und gemerkt, dass es mir massiv an Techniken und geschulten Verhaltensweisen fehlt. Das musste ich mir dann alles nachträglich selber beibringen. So viele Dinge, die mir der Bolzplatz in all den Jahren nicht beibringen konnte.


    Ja...und mit dem Funino das Gleiche. Super gut und zweifelsohne in allen Altersklassen genau das Richtige. Aber das sollte ja nicht die einzige Spielform sein, die man trainiert (außer in der F Jugend vielleicht). Und das sagt ja auch keiner. Hannes Wolf wird ja nicht müde zu betonen, dass sein Konzept kein "entweder/oder"-Konzept ist und natürlich auch andere Inhalte und Formen der Vermittlung dazugehören.

    Ich freu mich grade über positives Feedback von mehreren Eltern, deren Kinder neu in meiner Mannschaft sind.


    gerade gestern wieder eine Nachricht bekommen.
    Auch wenn da der andere Trainer etwas schlecht gemacht wird, freut mich natürlich er positive Anteil der Nachricht.



    Wenn man die Rückmeldung bekommt, dass die Kinder gerne ins Training kommen, dann motiviert das ja immer besonders.

    Ich habe zum Ende dieser Saison eine Hand voll D-Jugendspieler übernommen, deren Trainer sich komplett auf die Strategie "das lernen die durchs Spielen von selbst" verlassen hat. Der hat denen kaum etwas gezeigt, vorgemacht oder beigebracht. Der hat außschließlich (immerhin in kleinen Spielformen) spielen lassen, abgesehen vom Tickspielen zur Aktivierung/Koordination. Sein Coaching beschränkte sich meist auf motivierendes Hereinrufen.


    Habe nach den ersten Trainings mit denen dann festgestellt, dass die sich im defensiven Zweikampf verhalten wie in der F-Jugend und ohne Defensivstellung völlig ungestüm auf den Ballführer draufrennen und dann ausgespielt werden. Und Offensiv dann ohne Freilaufverhalten stehen sie neben ihrem Gegenspieler und warten darauf, dass ihnen jemand einen Pass zuspielt.


    Das ist dann wohl das andere Extrem, was auch nicht so richtig funktioniert.


    Ich bin mir sicher dass der Mittelweg, bestehend aus vormachen, Prinzipien erklären, ausprobieren lassen, ggf. hier und da nachbessern und den Rest in Spielformen von den Spielern selber erarbeiten zu lassen, die langfristig besten Ergebnisse liefert.

    Naja es gibt kein Gesetz, was das verbietet. Mit passendem Jugendschutzkonzept ist das ja nicht vollkommen ausgeschlossen. Für richtig halte ich es aber dennoch nicht. Und falls wir uns da nicht einigen, dann macht es halt jede Mannschaft unterschiedlich. Zwar bisschen blöd, aber ich werde meine Spieler nicht zwingen.


    Die eine gemeinsame WA-Gruppe gibt es, weil ich und die neuen Spieler vor kurzem in die bestehende WA-Gruppe hinzugefügt wurden. Mal gucken, vielleicht mach ich noch eine separate. An sich finde ich eine gemeinsame auch nicht per se schwierig, sofern man als Trainerteam mit einer Stimme spricht.

    Puuuh, das würde ich meinen Kindern, auch wenn es das pädagogisch und methodisch beste NLZ in Deutschland wäre, niemals empfehlen. Das sie pägdagogisch nicht das Beste sind, zeigt ja schon, dass sie euch solchen zeitlichen Aufwand zumuten/empfehlen.


    In dieser Zeit könnte er mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz spielen und unendlich viele eigenen Erfahrungen sammeln.

    Aber das kann auch bedeuten, dass der Junior in ein paar Jahren sagt "ich hatte die Chance, NLZ zu spielen, aber mein Vater hatte kein Bock auf die Fahrerei und stattdessen sollte ich auf den Bolzplatz gehen, wo wir die meiste Zeit dann nur Tiktok Videos auf dem Handy geguckt haben."


    Letztlich kann es ja sowohl in die eine Richtung "durchs NLZ den Spaß am Fußball verloren" als auch in die andere "eine ganz tolle Erfahrung fürs Leben" gehen. Oder irgendwo dazwischen. Lässt sich aus der Ferne ja nicht vorhersagen, weswegen ich das nicht pauchschal mit "ist zu viel Fahrzeit" und "Bolzplatz macht doch auch Spaß" abtun würde.


    Klingt für mich ein bisschen nach "zum 16ten Geburtstag hab ich mir ne Playstation gewünscht, aber mein Vater hat mir Holzspielzeug geschenkt, weil das besser für mich sei."

    (ja...ich übertreibe etwas)

    Hmm...diese Woche machen wir im Verein die Mannschaftswechsel.

    Ich habe bislang die E1 gemacht und gehe mit den ältern jetzt hoch die D1.

    Der bisherige D-Jugendtrainer bleibt und übernimmt die D2.


    Aber es geht gleich mit (leichten) Unstimmigkeiten los.

    • Bei ihm in der bisherigen D-Jugend hat er Duschpflicht nach dem Training und nach Spielen durchgesetzt. Mir war bewusst, dass es da durchaus Widerstände gab. Jetzt bekomme ich aber mit, wie massiv der Widerstand war und wie groß der Unmut, dass es dennoch durchgesetzt wurde. Sein Argument: "weil es zum Sport einfach dazugehört".

      Ich habe da eine ganz andere Herangehensweise und möchte meine Spieler nicht zu so etwas zwingen. Ich möchte auch nicht, dass manche Kinder deswegen weniger Bock auf Fußball haben. Oder gemobbt werden. In dem Alter finde ich das einfach nicht angebracht. Naja...wir sind da halt unterschiedlicher Ansichten. Ich wollte das diskutieren, damit nicht am Ende für D1 und D2 Spieler unterschiedliche Regeln herrschen. Aber meine letzten Nachrichten zu dem Thema hat er unbeantwortet gelassen. Mein Bauchgefühl sagt mir, da werden wir nicht mehr zusammenkommen.
    • Ich plane Training früh und detailliert. Brauche daher eine genaue Übersicht, wer zum Training kommt. Der andere Trainer plant kaum. Er hatte mir dann vorgeschlagen, die Regel einzuführen, dass jedes Kind automatisch zum Training als "angemeldet" gilt, sofern das Kind nicht explizit absagt. Ich hatte die Befürchtung geäußert, dass ein gewisser Teil das Abmelden "vergisst" und wir dann 10 Minuten nach Trainingsbeginn feststellen, dass betreffende Kinder scheinbar doch nicht kommen. Und dann ist meine Planung Makulatur. Wenn vorher angemeldet wird, kann ich wenigstens sehen, welche Eltern sich noch nicht gemeldet haben und gezielt nachhaken.
      5 Minuten später schreibt er in die Eltern-Whatsapp Gruppe, dass ab jetzt die neue Regel gilt. Habe erstmal nicht widersprochen, um ihm da jetzt nicht in den Rücken zu fallen und das in der Gruppe auszudiskutieren. Die nächsten zwei Trainings machen wir noch gemeinsam mit der gesamten D-Jugend, danach wird getrennt. Das wird bei diesen Trainings ganz sicher in die Hose gehen, weil es immer Rückmelde-Muffel gibt. Für meine Mannschaft werde ich die Regel dann nach der Trennung ändern.

    Schade. Das nervt leider etwas. Der andere Trainer ist eigentlich ein netter Typ, aber bei manchen Themen leider so störrisch und unkommunikativ.

    Mitunter kommt die Ergebnisorientierung ja auch von den Spielern selbst.

    In einer unserer Mannschaften gab es dieses Jahr Ärger, weil die besseren Spieler im Team kein Bock mehr hatten, ständig hoch zu verlieren. Da war dann die Forderung durch die Spieler im Raum, zukünftig bitte etwas Ergebnisorientierter zu spielen und aufzustellen.

    Ich weiß gar nicht, wie die das am Ende gelöst hatten.

    Aber irgendwie ist man bei einem starken Leistungsgefälle ja auch oft in so einer Triage-Situation, wenn man nicht zwei Mannschaften melden kann.


    In der kommmenden Saison wechseln einige der guten Spieler auch deswegen zum Nachbarverein. Und bei den weniger Talentierten zeichnet sich auch ab, dass einige davon in absehbarer Zeit aufhören werden (Trainings- und Spielbeteiligung sinkt plötzlich merklich).


    Kann also durchaus sein, dass man am Ende Spieler auf beiden Enden des Spektrums verliert, wenn man überhaupt nicht mehr im Fokus hat, zwischendurch auch mal Erfolgserlebnisse zu haben.
    Aber darf natürlich auch niemals in solchen Extremen enden, wie du sie gerade beschrieben hast.

    Bin grad happy.


    Aktuell trainiere ich eine E Jugend und gehe mit dem älteren Jahrgang zusammen nächste Saison in die D hoch.

    Die kommende D-Jugend wird genug Spieler haben, um zwei Mannschaften zu melden.

    Der aktuelle D-Jugend Trainer wird weiterhin D-Trainer bleiben.


    Weil der andere Trainer schon länger im Verein ist und ein gutes Renommée genießt, nahm ich immer als gegeben an, dass er die D1 übernehmen wird und ich die D2 bekomme. Hatte hier im Forum schon mal meine Unsicherheit darüber geäußert, ob ich mich über die Saison hinweg ausreichend dafür motivieren könnte.


    Aber nun kommt es doch anders und ich wurde gefragt, ob ich die erste Mannschaft übernehme. Bei der aktellen D-Jugend verlief die Saison nicht so erfolgreich und man wollte es jetzt mal mit einem anderen Trainer versuchen. Außerdem hatten mehrere Spieler den Wunsch geäußert, in meiner Mannschaft zu spielen (obwohl der aktuelle Trainer auch ein guter Trainer und ein kinderfreundlicher Typ ist).


    Auf jeden Fall freut es mich.

    Nicht wirklich Frust, nur bissen nervig:


    Heute ist E1 und E2 (nach Spielstärke getrennt) Training. Da der Größte Teil der E1 diese Woche auf Klassenfahrt ist, mache ich ein gemeinsames Training mit dem E1-Rest (4 Kinder) und der E2. Insofern ist heute auch kein Training, welches dem aktuellen Schwerpunkt dient, sondern einfach ausser der Reihe. Da bin ich dann auch flexibel, was die Spielformengrößen betrifft...was heute scheinbar auch notwendig ist.


    Konkrete Planung mache ich normalerweise immer Mittags, aber ich mach mir vorher immer schon mal Gedanken.


    Stand heute 08:00 Uhr:

    12 Kinder angemeldet. Von dreien fehlt noch die Rückmeldung.

    Ich schreibe die Eltern der fehlenden Kinder an.

    Ich plane (gedanklich) vorsichtig mal 3gg3 auf zwei Feldern ein.


    Stand heute 10:00 Uhr:

    2 Absagen wegen Krankheit eingetroffen. Die fehlenden Rückmeldungen fehlen immer noch.

    Also derzeit 10 Kinder.

    Ich wechsel in der gedanklichen Planung schon auf 2gg2+Neutraler auf zwei Feldern.


    Stand heute 12:00 Uhr

    Eine weitere Absage. Die fehlenden Rückmeldungen fehlen immer noch.

    Also derzeit 9 Kinder.

    Jetzt würde ich eigentlich schon meine konkrete Planung mit Teamzuteilung machen wollen...aber die wäre ja in ein zwei Stunden ja bereits Makulatur.


    Gleich habe ich bei der Arbeit ein Meeting bis späten Nachmittag.

    Die 3 fehlenden Rückmeldungen werden vermutlich auch erst wenige Minuten vor dem Training nachgeholt.

    Und mindestens ein Kind wird heute bestimmt auch mit Kopfschmerzen aus der Schule zurückkommen oder sowas.

    Bedeutet also, die Planung mache ich heute kurzfristig.

    Nicht wirklich dramatisch schlimm, aber trotzdem bisschen nervig.

    Von meiner E1 bin ich eine solch schlechte Rückmeldemoral und so viele kurzfristige Absagen nicht gewohnt.

    Man mag mich für bekloppt halten, aber bei diesem Warmup ist es mir immer schwer gefallen, zwei Zahlen aufzurufen ohne dabei immer wieder die gleichen Kombinationen zu wählen. Irgendwie neigt mein Gehirn dazu, immer das gleiche zu sagen.


    Hab mir deswegen schnell ne App gebastelt, die für mich zwei zufällige Zahlen auswirft.

    Ist vielleicht übertrieben...aber so fällt es mir leichter 8o


    Eine Stellschraube, die man als Trainer ja gut in der Hand hat, ist der Spaß am Spiel.

    Kinder, die viel Freude am Training und an den Spielen haben, priorisieren das Spiel am Wochende eher höher als Omas Geburtstag, als jene Kinder, die oft angemeckert werden und vielleicht eh nicht so viel Bock auf Fußball haben. Meiner Erfahrung nach überträgt sich das auch auf die Eltern. Eltern von fußballbegeisterten Kindern ordnen dem Fußall alles unter, während die Eltern von Kindern, die Fußball als irgendeinen Freizeitvertreib sehen, schon eher ein Spiel zugunsten einen Familienausflugs ausfallen lassen.


    Deswegen versuche ich den Fußball so gut es geht als eine Wohfühl-Oase stattfinden zu lassen. Das hat zwar auch seine Grenzen, aber für mich heißt das, dass ich im Training keine langweiligen oder unbeliebten Übungen durchführen lasse (ich frage die Kinder regelmäßig, wie sie die Übungen fanden) und dass ich die Kinder nicht für Fehler anmeckere und sie nicht durch Hereinrufe von der Seitenlinie "motiviere".


    Und als Trainer natürlich auch einfach ein freundlicher Typ sein. Einer unserer Trainer im Verein geht den Kindern immer mit seinem merkwürdigen Humor auf den Sack, den niemand versteht. Es können manchmal auch solche Kleinigkeiten sein.

    Beobachtet ihr diese Häufung an einzelnen Tagen auch? Oder ist das eher so eine gefühlte Wahrheit? Wie geht ihr damit um? Lasst ihr einzelne Trainingseinheiten ausfallen? Bietet ihr in Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten an?

    Ich mache auch Training, wenn die Beteiligung gering ist. Dann halt nur ein Spielfeld statt zwei und dafür dann intensivere Betreuung pro Kind. Diejenigen, die sowieso immer zum Training kommen, sind ohnhin meistens die besseren im Team, die intrensisch motiviert sind und Bock drauf haben, Neues zu lernen. Das macht mir dann auch Spaß. Ich mag das lieber, als wenn ich 14 Kinder im Training habe und die eine Hälfte albert rum.


    In Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten anzubieten geht bei uns nicht wirklich. Der Sportplatz ist ausgelastet und auch ich bekomm das dann kaum noch in meinen Alltag untergebracht. Die Wochen sind so oder so schon komplett um den Fußball herumgeplant, da ist dann wenig Luft nach oben.

    Schon interessant, wie sich auch hier das Spektrum zwischen "minuziös geplant" und "alles kurzfristig im Kopf gemacht" abbildet.


    Ja, auch ich habe immer wieder mit kurzfristigen Absagen zu kämpfen, auch wenn die Eltern inzwischen recht diszipliniert bei den Rückmeldung in der App sind. Ich versuche aber immer meine Übungen so zu planen, dass sie auch mit einem Spieler mehr oder weniger klappt. Zum Beispiel kann man das 5m Tor (mit Torwart) kurzerhand gegen 2 Minitore austauschen, wenn ein Spieler kurzfristig absagt. Oder ich leihe mir geeignete Spieler aus der zweiten Mannschaft aus, falls die Übung keine abweichenden Spielerzahlen zulässt.