Bei uns im Verein wurde seit je her immer nach Altersklasse getrennt (obwohl es da keine Vorgabe vom Verein gibt).
Mit meiner damaligen E-Jugend habe ich dann aber umgestellt auf Trennung nach Spielstärke.
Also in E1 und E2 getrennt, was dann gleichzeitig auch die Trainingsgruppen waren.
In meinen Augen hatte das viele Vorteile.
Die starken Spieler müssen sich viel öfter gegen gleichstarke Gegenspieler durchsetzen, statt immer nur Anfänger wie Slalomstangen zu umlaufen.
Schwache Spieler bekommen die Chance, auch mal aktiv in Zweikämpfe zu gehen und auch mal zu gewinnen.
Dazu dann noch das Passspiel. Vorher war es so, dass es nur selten vorkam, dass ein starker Spieler einem schwachen Spieler den Ball zugespielt hat (Begründung "der verliert den Ball sonst ja eh sofort"). Also haben die stärksten Spieler die Spiele unter sich ausgemacht und die schwächeren zwaren passive Sparringspartner.
Jetzt, wo alle -mehr oder weniger- unter Ihresgleichen sind, sehe ich so ein Verhalten eigentlich kaum noch.
Und vor allem: Du kannst dann viel gezielter Trainieren. Während man den Anfängern und technisch Schwachen noch viel an den Basistechniken arbeitet, dann man mit den starken Spielern schon mal mehr Individualtaktiken und Spielprinzipen beibringen. In einer heterogenen Gruppe ist das ja schwierig. Entweder unterforderst du die Starken oder überforderst die Schwachen.
Den vermeintlichen Nachteil an dieser Aufteilung, nämlich dass die Mannschaft dann immer nur ein Jahr lang zusammen spielt und dann jedes Jahr neu zusammengestellt wird, finde ich auch eher vorteilhaft. So lernen sie, auch mal mit anderen Spielern und in anderen Konstellationen zusammenzuspielen. Das eine Jahr gehören sie zu den jüngsten und kleinsten im Team, das Jahr darauf sind sie die älteren und größeren.
Ein wirklicher Nachteil dieser Aufteilung ist, dass die schwächere Mannschaft so gut wie jedes Spiel hoch verliert. So ganz ohne starke Spieler wird so eine Mannschaft schnell mal abgeschossen. Das hatte bei einigen Spieler schon für Frust gesorgt. Bei uns hatte sich das irgendwann gebessert, weil wir neue Spieler dazubekommen haben, die zwar Anfänger, aber recht talentiert waren. Die haben wir erstmal in die zweite Mannschaft gesteckt, in der sie dann schnell zu Führungsspielern wurden und mit deren Hilfe auch mal ein Spiel gewonnen werden konnte.