Beiträge von Lindmann

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Gestern Abend haben wir zu dem Thema jetzt noch mal eine informelle Trainersitzung abgehalten.

    Der Verein macht keine Vorgaben, die Trainer können das eigenverantwortlich entscheiden.

    Da ich mir mit meinem Co-Trainer im Grundsatz einig bin, werde ich das wohl so machen, wie beschrieben.


    Ich denke für eure Sichtweisen!

    Die E1 spielt Fußball 7 - dort nimmt ihr 9 Kinder mit, die gut sind.

    Die E2 spielt Fußball 5 - dort spielen 4 spielstarke Jungs + 1 TW + 1 schlechterer Spieler als Rotationsspieler (es stehen ja nur 15 am Wochenende zur Verfügung)


    Sorry, bei den Annahmen würde sich für mich die Frage gar nicht stellen. Und 16 von 27 sind ca. 60%, die überhaupt Spielpraxis bekommen - und das in einer E-Jugend. Da läuft für mich etwas falsch.

    Und wenn es dir um "leistungshomogen" gehen würde, würdest du 3x Fußball 5 melden, dann könnten alle 15 Spieler durchspielen und es wäre "noch" mehr leistungshomogen.

    Also die Zahl "15" ist natürlich ein Durschnittswert. Das kennt ihr doch bestimmt auch, oder? Dass an einem Wochenende die eine hälfte krank ist und die andere Hälfte bei einem Geburtstag und das Wochenende drauf muss man eine Hälfte zu Hause lassen weil der Spieltagskader schon voll ist.


    3x 5er Feld Mannschaften zu melden wäre ja noch gewagter weil ich nominell dann ja mehr Spieler brauche als 1x7er und 1x5er.

    Auf dem 5er Feld brauch ich ja genauso Auswechselspieler, wie auf dem 7er.

    Zwar haben wir eine Hand voll Kinder, die die 2x25 Minuten locker durchspielen können, aber der überwiegende Teil schafft das nicht. Schon oft erlebt, dass die Kinder von sich aus um Auswechslung bitten.

    Bei sehr großen Unterschieden spielen die guten Spieler ihr Spiel, die schwachen Spieler sind nur zufällig auf dem gleichen Spielfeld, aber gar nicht beteiligt.

    Bzw. im Worst-Case fallen sie negativ auf. Das meine ich nicht aus Trainersicht, sondern eher, dass die Mitspieler genervt sind und dieses auch zeigen.

    Genau das. So oft haben wir die spielstarken ermahnt, sie sollen auch die schwächeren mit einbeziehen und sie anspielen. Als Antwort kam dann, dass dann der Ball ja auch jeden Fall verloren geht. Und ja...die Realität gibt ihnen recht. Ein Pass zu denen ist ein Instant-Ballverlust. Deswegen (zumindest meine ich das als einen Grund ausgemacht zu haben) ist es in der vergangenen Saison auch nie so richtig gelungen, ein richtiges Passspiel aufzuziehen. Weil die Spieler ja merken, dass Alleingänge erfolgsversprechender sind, als den Ball zirkulieren zu lassen.


    Ich habe vor ein paar Wochen ein Freundschaftsspiel gegen einen anderen Verein gemacht, bei denen beiden Vereine nur nur mit ihren schwächsten Spielern angereist sind. Das war richtig gut. Alle hatten mal den Ball, alle waren in Zweikämpfe verwickelt und niemand stand unbeteiligt rum. Das war für mich der Moment, wo ich den Gewinn bei der Leistungsunterteilung erkannt hatte.


    Bei 27 Spielern würde ich übrigens auch überlegen, ob man nicht irgendwie auf 3 Teams kommt?

    Das wird nicht klappen. Zum einen würde uns dafür ein Trainer fehlen. Zum anderen sind viele von den 27 Spielern solche, die sich nur hin und wieder zu den Spielen anmelden (nicht ganz zufällig die schwächeren Spieler des Teams...ich schätze die sehen sich eh nicht zum Kernteam zugehörig, sondern sehen sich selber sogar als Beiwerk). Manche machen nebenbei noch andere Sportarten und Fußball hat da oft keine Priorität bei Terminkonflikten. Also stehen pro Spieltag meistens eh nur etwa 15 Spieler zur Verfügung.

    Was man als Nachteil evtl. noch nennen könnte, wäre, dass die Mannschaften in ihrer Gesamtheit dann jeweils nur eine Saison bestehen, weil ja die älteren in die D gehen und die jüngeren noch mal E spielen.

    Viele wollen ja als Team zusammen bleiben.

    Das mit dem "zusammenbleiben wollen" wäre bei uns vermutlich nicht so das Thema, weil viele Spieler auch mit Spielern aus der F oder der D Jugend befreundet sind bzw. mit denen zur Schule gehen. In Einizelfällen mag das aber auch anders sein.

    Für die fußballerische Entwicklung sehe ich eher Vorteile für die einzelnen Spieler darin, immer wieder mal in unterschiedlichen Konstellationen zu spielen. Mit anderen Mitspielern und selber auch in unterschiedlichen Rollen.


    Ohne auf deine Frage explizit einzugehen würde mich erstmal interessieren, ob du das als Trainer entscheidest oder ob ihr da entweder "betriebliche Übung" habt oder gar ein Konzept. Was ist bisher üblich?

    Es gibt keine Vorgabe, aber bislang war die Trennung nach Jahrgang üblich. Wenn ich es unbedingt so durchsetzen will, dann könnte ich das für die E-Jugend schon so entscheiden. Aber gegen Widerstände etwas durchsetzen will und werde ich nicht machen. Wenn ich den Rest des Vereins (vor allem den Jugendwart) davon nicht überzeugt bekomme, dann werde ich es (leider) so lassen wie es war.


    So gut es gemeint und von deiner Seite durchdacht ist, spätestens beim Punkt „ich lasse einige spielstarke Jungs in der E2“ wirst du Probleme mit den Eltern bekommen „Warum mein Sohn und nicht ….“. Das Problem bekommst du immer im Breitensport wenn du nach Leistung einteilst. Mit der Jahrgangseinteilung sparst du dir ne Menge Stress.

    Ja, das ist vorstellbar. Ich dachte eigentlich, dass falls es zu sowas kommt, ich damit überzeugen könnte, dass der Sohn/die Tochter dann auch mal zum Topspieler im Team gehören würde mit mehr Spielzeit und regelmäßig Tore schießen kann, statt wie bisher als Mitläufer nur hier und da mal einen persönlichen Erfolg verbucht

    Hi,


    in der jetzt auflaufenden Saison war ich Co-Trainer einer E-Jugend und habe die E2 bei ihren Spielen gecoacht.

    Dort wurde -bis auf eine Ausnahme- streng nach Jahrgang getrennt. Aber nur in den Spielen. Trainiert wurde zusammen.

    E1 auf dem 7er Feld Kreisklasse B, E2 auf dem 5er Feld Kreisklasse C.


    In der kommenden Saison werde ich Cheftrainer der E-Jugend sein und würde aufgrund meiner Beobachtungen gerne nicht mehr nach Jahrgang aufstellen. Ich glaube, im Verein müsste ich dafür aber Überzeugungsarbeit leisten. Ich will hier mal meine Beweggründe darlegen. Ihr könnt ja mal sagen, ob ihr das genauso seht, oder ob ich falsch liege.


    Wir sind ein Breitensport Dorfverein. Die E-Jungend hat 27 Kinder. Das Leistungsgefälle ist sehr groß. Neben ein paar DFB-Stützpunktspieler-Anwärtern haben wir ein solides Mittelfeld aus ganz-okayen Spielern, aber auch eine Menge Anfänger die keine F-Jugend gespielt haben und damit auch die Funino-Phase nicht mitgemacht haben. Technische Basics sind nur ansatzweise vorhanden (gerade mal das Passen/Schießen mit der Pike abgewöhnt). So sieht man es öfters, dass Spieler mit Übersteiger an Gegenspielern vorbeigehen, als wären es Hütchen und man es nicht wirklich "Zweikampf" nennen kann.


    Meine Bobachtung der vergangen Saison (jahrgangsgetrennt) war:

    E1

    Da bei uns jeder Spielzeit bekommt -ungeachtet der Spielstärke- stehen immer wieder überforderte Anfänger auf dem Feld. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen und wenn sie mal den Ball haben, dann haben sie ihn maximal 2 Sekunden später schon gleich wieder verloren. Ängstliche Körpersprache, wenig Selbstvertrauen. Die Mannschaft hat das Spiel verloren und die starken Spieler sind gefrustet.


    E2 Alles gut soweit, aber Mannschaft eigentlich zu stark. Sehr viele Spiele zweistellig gewonnen.


    Ich hatte jetzt angedacht, größtenteils auf Einteilung nach Spielstärke vorzunehmen." Größtenteils" deshalb, weil ich die E2 nicht vollständig den ballstarken Spieler berauben will. Die Mannschaft soll keine Restemannschaft sein und konkurrenzfähig bleiben. Deshalb würde ich ungefähr 4 spielstärkere Spieler in der E2 belassen wollen, die das Spiel stabilisieren und den Anfängern ein geordnetes Spiel ermöglichen sollen.


    Training wäre aber weiterhin gemeinsam mit der gesamten E Jugend und je nach Übung nur teilweise in Trainingsgruppen getrennt.


    Von einer Umstellung verspreche ich mir folgende Vorteile:

    - Geringeres Leistungsgefälle innerhalb einer Mannschaft. Sowohl Mitspieler als auch Gegner eines Spielers sind eher auf Augenhöhe. Schwächere Spieler werden eher mal angespielt. So werden schwächere Spieler besser am Spiel beteiligt und besser gefördert.

    - schwächere Spieler sind nicht so überfordert und treffen auch eher auf schwächere Gegner. Dazu auch das kleinere 5er Spielfeld.

    - bisherige "Mitläuferspieler" die in der E2 verbleiben, können eine Saison lang in der Rolle als Führungsspieler spielen

    - sehr starke Spieler, die jetzt noch in der F sind und direkt in die E1 springen, wären in der kommenden Saison dann "nur noch" auf Augenhöhe mit Teamkameraden und Gegnern und könnten dann in der darauffolgenden Saison wieder Führungsspieler sein.

    - Starke Spieler werden nicht mehr so durch das "schwache" Team demotiviert (aktuell ein Problem, womöglich wechseln zwei deswegen den Verein)


    Als Nachteil sehe ich bislang nur, dass manche der "etwas" stärkeren Spieler es als Kränkung empfinden könnten, in die E2 eingeteilt zu werden.