Beiträge von Lindmann

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    Die Vorgehensweise des kompletten Durchwechselns macht nur Sinn, wenn du das konsequent in allen Wettbewerben durchziehst.

    Draußen, wenn die Spiele 2x25 Minuten dauern, ist das durchwechseln ja auch überhaupt kein Problem. Da kann ich auch in aller Ruhe überlegen, wie ich wechsel.


    In der Halle hatten wir 1x10 Minuten. Zwei mal geblinzelt und das Spiel ist schon halb rum. Da muss man sich ohnehin ziemlich ranhalten, um den Wechselzeitpunkt nicht zu verpassen.

    Heute ärgere ich mich über mich selber.

    Gestern waren wir in der Vorrunde der Hallenkreismeisterschaft und wir hatten gute Chancen aufs Weiterkommen.

    Ich hatte 8 Kinder mitgenommen, also 3 Auswechselspieler.


    Einige Spiele waren sehr knapp. Also lange unentschieden und das Siegtor lag quasi schon in der Luft.

    Und irgendwann hab ich mich dabei erwischt, dass ich eigentlich zu wenig durchwechsel. Die beiden besten Spieler des Teams waren tatsächlich nur selten auf der Bank. Und gegen die stärkeren Teams standen auch meistens unsere stärktsten Spieler in der Startaufstellung. Der Grund war klar...irgendwie wollte ich unsere Siegchanchen nicht schmälern...gerade wenn es so knapp war.


    Hab mich da dann schon ein bisschen geärgert und in der Zwickmühle gefühlt. Vor dem letzten Spiel hat ein Spielervater sogar angemerkt, dass wir heute ja deutlich weniger durchwechseln als sonst. Er hatte natürlich recht und daher hab ich im letzten Spiel dann unseren besten Spieler auf der Bank gelassen. Der Vater war dann zufrieden. Dafür sind wir dann aber nicht weitergekommen und meine Spieler gefrustet. Allen gerecht machen kann es natürlich ohnehin nie.


    Heute ärger ich mich über die gewinnorientierte Herangehensweise von gestern.

    Reine Koordinationsübungen finden meine Jungs immer ziemlich langweilig.

    Deshalb habe ich sowas hin und wieder in andere Übungen eingebaut, wie zum Beispiel:


    Hütchenparcours auf 2gg1: Ballführer muss erst durch einen kurzen Hütchenparcours dribbeln, bevor es in 2gg1 geht. So beginnt das 2gg1 auch direkt aus der Dynamik heraus und nicht statisch geordnet vom Startpunkt.


    Oder halt sowas wie: Auf dem Rückweg einer Übung zum Startpunkt liegt eine Korrdinationsleiter, die die man auf dem Rückweg durch muss.

    Ich hab damals als Co-Trainer angefangen.

    Ohne Vorbildung als Trainer, nur als Fußballer.


    Also:

    - beim Training als Assistent mitwirken, Übungen nach Anweisung aufbauen, teilweise selber coachen
    - als (alleiniger) Coach der zweiten Mannschaft zu den Spielen fahren


    Das Training als Co-Trainer hat mir viel gebracht. Der Cheftrainer und der andere (sehr erfahrene) Co-Trainer haben mir sehr viel erklärt und mich an die Hand genommen. Zum einen sehr viel über die grundsätzliche Herangehensweise/Philosphie. Zum anderen viel zu den Übungen erklärt.


    Das Coachen bei den Spielen fiel mir anfangs recht schwer und ich hab da auch durchaus Fehler gemacht. Habe nach ein paar Monaten aber dann die Lehren aus den Trainings auch ins Coaching einfließen lassen können und dann wurde es besser.


    In meiner zweiten Saison dann als Cheftrainer eine Mannschaft übernommen. Hier war der Schritt für mich am größten, bzw. die Lernkurve für mich am steilsten. Hier musste (bzw. wollte) ich Wochen und Monate vor der Mannschaftsübernahme erstmal viel know-how aufbauen.


    Alles in allem finde ich das einen guten Einstieg.
    Wenn man selbstbewusst genug ist und starker Autodidakt mit viel Eigeninitative ist, kann man vielleicht auch direkt einsteigen, ohne den Co-Trainer Job.

    Davon ab, helfen zu viele "unbedeutene" Regeln, samt Sanktionen so gar nicht dabei, dass sich Kinder an die wichtigen Regeln halten.

    Letzteres ist mir das wichtige und das gelingt mir, indem ich auch mal 5e grade sein lasse, jedes Kind er selbst sein lasse. Und da kann man trotzdem sagen, dass man das nicht toll findet.


    So sehe ich das auch. Nicht nur in der Fußballmannschaft, sondern bei Kindeserziehung im allgemeinen.


    Es gibt viele Eltern, da wird jeder Wimpernschlag kommentiert. Tu dies nicht, tu das nicht.

    Bei solch einer Inflation an Maßregelungen hat jede einzelne dann gar kein Gewicht mehr.

    Das ist dann ein Gemecker-Grundrauschen, das links rein, rechts raus geht.

    Das kenn ich aus eigener Erfahrung, denn genau so wurde ich damals erzogen.


    Ein Trainerkollege von mir betreut eine F-Jugend. Sein Training ist eine anderthalbstündige Ermahnungs-Tirade. Niemand hört noch auf irgendwas, was er sagt.


    Deswegen versuch ich mich auf das zu bechränken, was wirklich wichtig ist.

    Wenn Verletzungsgefahr besteht oder der Lärmpegel ein gewisses Maß überschreitet.

    Oder bei Kaspereien wärhend der Erklärungen oder Übungen.


    Harmlose Albernheiten zwischen Spielen lass ich unkommentiert laufen, solange sie nicht aus dem Ruder laufen.

    Auf der anderen Seite wollen wir ja Emotionen. Naja schwierig.

    Emotionen meinetwegen gerne. Aber das muss sich doch nicht in krachendem Gewitterjubel bei jedem beschissenen Tor wiederspiegeln. Vor allem weil das auch nicht die Hallenkreismeisterschaft war, sondern einfach nur ein x-beliebiges E-Jugend Turnier eines benachbarten Vereins, wo es die hunderste Medaille für die Sammlung und für die ersten Plätze noch nen billigen Baumarktpokal zu gewinnen gab.

    Und ich habe mir gestern bei einem Turnier gedacht, dass ich wirklich nich böse drum wäre, wenn man diese Druckluft-Fanfaren im Jugendfußball untersagen würde.


    Die Eltern aller Teams haben im ganz normalen Rahmen gejubelt und angefeuert. Nur eine Mannschaft stach raus. Deren Eltern hatten mehrere dieser Druckluft Fanfaren dabei. Und bei jedem Tor, bei jeder gelungenen Aktion und bei jedem Abpfiff (sofern das Ergebis zusagte) wurde tierisch laut getrötet. In der Halle ist es ohnehin schon sehr laut...selbst ohne die Tröten. Dazu kommt noch diese dämliche (und ebenfalls unnötig laute) Tormusik aus den PA Lautsprechern und der sonstige Jubel. Da zucken die Spieler jedes Mal zusammen.


    Einer meiner Spieler ist bei sowas recht sensibel. Zum einen bei Gegentoren immer etwas zu emotional und vor allem sehr Lärmempfindlich. Der hat sich im Spiel (und auch bei Spielen anderer Teams, als wir auf der Tribühne saßen) mehrfach die Ohren zugehalten und angefangen zu weinen.


    Immerhin haben die die Tröten dann eingepackt, als wir die Eltern darauf hingewiesen haben. Insofern waren es keine Arschlöcher. Dennoch finde ich, hat sowas im Jugendfußball nichts zu suchen und Vereine, deren Eltern sowas mit zu den Spielen bringen, sollten von sich aus aktiv werden und die Eltern bitten, sowas zu Hause zu lassen. Oder halt alternativ auch einfach vom Verband aus verbieten.

    Sind es wirklich alles Kinder, die eigentlich gar nicht kicken wollen, aber sie sollen halt irgendeinen Sport machen? Dann hätte ich da als Trainer auch keinen Bock drauf. Oder liegt der Grund vielleicht auch bei anderen Dingen? Beim Training, beim "immer zu den schlechten gehören"...

    Ist wild gemixt. Von allem was dabei. Also ein paar Kinder, die zwar Bock haben auf Fußball, aber auch nach mehreren Jahren immernoch keinerlei Ballgefühl haben. Ein paar Kinder, die halbwegs Fußballspielen können, aber denen 10 Minuten vor dem Trainig einfällt, dass sie heute mehr Lust auf Playstation haben. Ein paar Kinder, die Fußball nicht so gerne mögen, aber von den Eltern -mehr oder weniger- gezwungen weden. Ein paar Kinder, die zwar gerne Fußballspielen, aber keinen Bock auf Übungen haben und deswegen lieber Witze reißen, stören oder andere Kinder ärgern.

    Usw usw...ihr kennt bestimmt all diese Spielertypen.


    Spontane Idee: Könntest du bei euch mal ein Training mit den schwächeren E-Jugend-Spielern oder mit der jetzigen D2 machen? Quasi als Test.

    Die schwächeren E Spieler hab ich schon öfter Trainiert, weil wir hin und wieder auch mal gemischte Trainingsgruppen (aus E1 und E2) machen. Sind mir daher nicht ganz unbekannt.


    Den Jüngeren D Jahrgang hab ich letztes Jahr auch schon mal vertretungsweise trainiert.


    Es ist auch nicht so, dass ich mit gelegenlichen Motivationsdurchhängern einzelner Kinder nicht leben könnte. Auch die Spieler meiner intrensisch motivierten E1 haben mal Tage wo sie weniger Bock haben. Da verlier ich auch nicht gleich die Lust. Ich fürchte mich eher so davor, dass mir die Erkenntnis nach ein paar Monaten kommt und ich dann realisiere dass es mir keinen Spaß mehr bringt.

    Ja...das wäre auch so meine Hoffnung, dass meine Motivation sich dann eher aus dem Ziel generiert, einen Hühnerhaufen in eine halbwegs funktionale Fußballmannschaft zu formen.


    Bei uns im Verein hatten wir in den letzen Jahren auch Trainer, die resigniert sind. Hatten keinen Bock mehr auf pubertierende, unmotivierte Spieler und den Auseinandersetzungen, die daraus gefolgt sind. Die haben dann irgendwann im Training nur noch einen Ball hingeworfen und gesagt "macht zwei Mannschaften und kickt". So lange, bis sich irgendjemand hat breitschlagen lassen, als Interimstrainer bis zum Saisonende einzuspringen.


    Glaub, soweit würde es bei mir nicht kommen. Aber man will sich selber ja auch nicht zwei mal die Woche zum Training und am Wochenende zum Spiel aufraffen müssen.

    Warum kannst du dann die D1 nicht übernehmen wo ggfls viele deiner E1 Kinder spielen ?

    Denkbar wäre es schon, aber es sprechen zwei Punkte dagegen.


    Erster Punkt ist, dass der andere Trainer derzeit die aktuelle D trainiert und die zukünftige D1 auch zum Teil aus seiner aktuellen Mannschaft bestehen wird.

    Und zweiter Punkt, dass der Sohn des anderen Trainers in der D1 spielen wird.

    Wird also unwahrscheinlich, dass der andere Trainer eine andere Mannschaft, als die D1 übernehmen wird.


    Ich könnte auch gut damit Leben, ein Jahr zu pausieren und nächstes Jahr meine aktuelle E1 dann als die D1 weiterzuführen. Aber daür müsste dann ja woanders ein Trainer frei werden. Mal abwarten, was sich da so entwickelt.

    Nein, die künftige D1 wird sich aus dem älteren Jahrgang der jetzigen E1 und dem jüngeren Jahrgang der jetzigen D1 zusammensetzen.


    Die D2 entsprechend aus dem älteren Jahrgang der jetzigen E2 und dem jüngeren Jahrgang der jetzigen D2.

    Eine Frage habe ich nicht gestellt. Muss man hier immer eine Frage stellen?


    Nee, die sind nicht nach Alter in D1 / D2 getrennt, sondern nach Spielstärke.

    Von meinen jetzigen E1 Spielern werde ich in der D dann keinen mehr haben.


    Naja...ist alles auch noch nicht final beschlossen. Theoretisch wäre auch eine Trennung nach Jahrgang denkbar, aber halte ich das für nachteilhaft für die Ausbildung der Kinder.

    Ist jetzt wohl der falsche Thread. Nicht Frustabbau, sondern eher ich-hoffe-ihr-könnt-mir-die-Sorge-nehmen Thread.

    Weil ich habe grad den "Fehlende Erfolgserlebnisse & Umgang mit sehr schwachem Team"-Thread gelesen.


    Aktuell trainiere ich unsere recht spielstarke E1. Das sind nicht nur unsere besten Kicker, sondern auch die motiviertesten. Die Trainingsbeteiligung ist super gut und bei den Spielen sind auch immer alle da. Die Eltern sehen das Training nicht als kostenlose Kinderbetreuung. Die Kids haben Bock auf besser werden und machen die Übungen super mit. Keine Kaspereien, keine Streitigkeiten.


    Nächste Saison wird sich das wohl ändern, weil ich aller Wahrscheinlichkeit nach die D2 (gibt nur D1 und D2) übernehmen werde. Und da sieht es entsprechend anders aus. Ich kenne die Spieler aus der jetzigen E2 bzw. der jetzigen D.

    Spieler und Spielerinnen mit wenig Entwicklung über die Jahre, Trainingsbeteiligung unregelmäßig, im Training wird viel rumgealbert, manchen von denen ist es auch völlig egal, ob sie was dazulernen oder nicht. Manche von denen spielen auch gar nicht so gerne Fußball, aber ihre Eltern sagen dass sie wenigstens einen Sport machen müssen.


    Im Moment mit der E1 ist das das alles noch ein Selbstgänger, weil es einfach Spaß macht, Kinder zu trainieren, die Bock haben und wo ich beochachten kann, wie die Kinder besser werden.

    Ich bin mir leider nicht sicher, ob ich meine Motivation als Trainer der D2 so ein Jahr lang aufrecht erhalten kann.

    Wenn dann muss ich es aber auch durchziehen. Ich will keiner sein, der Mitte der Saison aufgibt und die Mannschaft im Stich lässt. Deswegen will ich mich im Vorfeld nicht selbst belügen, gerade weil ich mich kenne und weiß, dass meine Motivation bei sowas schnell einknicken kann.


    Eigentlich eher schlechte Vorraussetzungen, wird mir beim Schreiben grad bewusst. Glaub ich bin da eher ein ungeeigneter Trainer. Bei der nächsten Trainersitzung werde ich wohl mal die Alternativen abchecken. Gibt ja Trainer, die da weniger Probleme mit sowas haben. Nur leider ist unser Verein auch nicht gerade von einem Überschuss an Trainern geprägt...

    Ich habe ein ganz ähnliches Problem, aber aus der anderen Richtung: Den Druck mache ich mir (ungewollt und unterbewusst) selbst.


    Von Vereinsseite gibt es keinen Erfolgsdruck, von den Eltern auch nicht, selbst die Kinder haben (größtenteils) eine gesunde Einstellung zu Siegen und Niederlagen. Niemand nörgelt, wenn mal ein Spiel verloren geht. Niemals wurde mein Training oder meine Aufstellung/Einwechslungen bei Spielen kritisiert. Also eigentlich alles perfekt. Eigentlich.


    Aber irgendwie hat es sich bei mir irgendwann so eingeschlichen, dass ich direkt vor Spieltagen so ne merkwürdige Nervosität verspüre. So ein unterbewusster Drang, dass das anstehende Spiel erfolgreich bestritten werden müsste. Ist natürlich Quatsch, aber abstellen kann ich es nicht.


    Inzwischen glaube ich, dass der Grund ist, dass wir bisher überpreformt haben. Letzte Saison Staffelsieg, diese Saison im Pokal viel weiter gekommen, als erwartet. Das war nicht mein Verdienst, sondern eher dass wir guten Zulauf von neuen, talentierten Spielern bekommen haben. Aber dennoch scheint es die Psyche beeinflusst zu haben. Dass das Unterbewusstsein mun meint, die gute Serie halten zu müssen.


    Richtig nervig das Ganze.

    Zwar macht es mir irre Spaß, die Trainingspläne immer wieder zu optimieren und der Mannschaft die (mir) bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen, aber diesen selbst-gemachten Erfolgsdruck muss ich irgendwie aus dem Kopf bekommen.

    Ich lasse auch hin und wieder in der E-Jugend in kurzen Einheiten eine oder zwei vergleichsweise einfache Finten (z.B. den Matthews cut) üben und achte auch immer darauf, dass sie dabei das Tempo nicht zu sehr verlieren.


    Auch wenn ich die im Spiel eher selten von meinen Spielern sehe, aber wenigstens um den Grundstein für später zu legen. Und um die Art der Bewegung zu schulen. Viele Spieler haben auch besonders Spaß daran und es stärkt auch deren Selbtvertrauen. Noch mag es in vielen Duellen auch eher Selbstzweck sein, aber später sollte der Schritt von Selbstzweck-Finte zu gezielt-eingesetzter Finte dann leichter fallen, als wenn man sich an sowas noch gar nicht ran getraut hat.

    Auch wenn der "Trick" einer simplen Körpertäuschung vielleicht nicht mal überlegen ist, so dürte das Einüben aber vielleicht dennoch dazu führen, dass im Spiel tendenziell wenigstens irgendeine Art der Täuschung versucht wird.

    Zum anderen werden die meisten Kinder Techniken im Spiel hauptsächlich mit dem starken Fuss ausprobieren, d.h. du musst die meisten Kids in Übungen dazu "zwingen" den schwachen Fuss so zu schulen, dass die Anwendung damit im Spiel für sie kein Problem darstellt dass sie vermeiden.

    Ich wurde neulich überrascht, als einer meiner technisch stärkeren (Linksfuß) Spieler vor dem Schuss erst einmal 90° um den Ball herumgelaufen ist. Der Ball lag vorher perfekt für einen Abschluss mit rechts. Hab dann mal gefragt, wer von ihnen eigentlich mit dem schwachen Fuß schießen kann. Erstaunlicherweise nur 2 von 9 Anwesenden.


    Viele Spieler sind imemr schon 30 Minuten vor dem Training da. Die schnappen sich dann immer einen Ball und pöhlen ne halbe Stunde aufs Tor. Der Rest der Mannschaft kommt nach und nach hinzu. Ich wollte denen mal sagen, dass sie das ab jetzt mal möglichst mit dem falschen Fuß machen sollen. Also erstmal nur Vorstufe zum Schusstechnik-üben. Hauptsache den anderen Fuß überhaupt erstmal einsetzen.

    Du stehst dazwischen, und nimmst dir jeweils 1 Kind der Überzahlmannschaften raus, machst dein Choaching mit dem Kind und zeige, worauf es bei der Ballmitnahme ankommt.

    Der Rest spielt in Überzahl weiter und kann immernoch gut Bälle mitnehmen in der Spielform üben und gleich als Anschauungsmaterial für das zu coachende Kind dienen.

    Stimmt. Einfach kurz rausnehmen ist vielleicht gar nicht schlecht. Das mit dem einfrieren hab ich auch schon mal hin und wieder gemacht, aber die Körpersprache der Kinder ist dann oft so, als würde ich sie für gemachte Fehler jetzt vor versammelter Mannschaft vorführen wollen. Insofern muss ich mir mal was überlegen, dass das "kurz rausnehmen" nicht wie Nachsitzen in der Schule wirkt. An sich finde ich die Idee gut.

    Kennt so mancher hier bestimmt.


    Wir sind ein kleiner Verein der für die E-Jugend (25 Kinder) nur 2 Trainer hat.

    Mein Kollege trainiert die E2, ich die E1.

    Training ist zwei Mal die Woche.


    Seit der Übernahme der Mannschaft arbeiten wir im Trainig die wichtigsten Punkte peu à peu ab. Also dort begonnen, wo die Defizite am größten sind.

    Und das sind fast alles davon ist Individualtaktik und Gruppentaktik.

    Technisch ansonsten nur noch offensive und defensive Zweikampfführung.


    Damit bekommen wir die beiden Trainingstage gut gefüllt.


    Die Spieler sind natürlich technisch unterschiedlich beschlagen. Und manche davon können generell beim Niveau der E1 einigermaßen mithalten, aber ich sehe bei den Basics (Ballannahme, Ballmitnahme, Pass- und Schusstechniken,..) immer noch ziemliche Schwächen.

    Ich dachte zunächst, diese technischen Schwächen werden sich durchs viele Spielen (Training meistens in kleinen Spielformen) schon mit der Zeit von selbst korrigieren.
    Aber ich bin da nicht mehr so sicher. Bei manchen glaube ich, dass sie sich individualtaktisch zwar weiterentwickeln, die Technik aber mäßig bleibt. Und dass man denen das eigentlich hin und wieder noch mal zeigen müsste (wenn die Zeit dafür vorhanden wäre).


    Wie handhabt ihr sowas?
    Einfach weiter machen und der Sache mehr Zeit geben?

    Manche Kinder (die technisch starken) üben sowas ja aus Eigenantrieb zu Hause im Garten, aber sowas kann ich ja nicht von allen einfordern.


    Ich überlege, betroffene Spieler bei bestimmten Einheiten in der E2 trainieren zu lassen, weil dort mehr Basics trainiert werden. Aber wegen der großen Anzahl von Kindern pro Trainer werden auch dort eigentlich nur Übungen abgespult, Zeit für individuelles Coaching und Korrekturen sind auch da kaum.


    Oder es einfach hinnehmen nach dem Motto "hauptsache alle haben Spaß"?
    (was ja zum einen immer richtig ist aber zum anderen auch ein Totschlagargument für alles ist)

    Zum Thema loben und Kritik:

    Ich mach das immer vom Leistungsstand des Spielers abhängig.

    Ein Fußballanfänger wird überschwänglich gelobt, wenn er es schafft, einen Ball halbwegs passabel anzunehmen und ihn danach nicht direkt zum Gegner zu passen. Ein erfahrener Spieler muss für ein Lob schon etwas mehr zeigen. Und den Top-Techniker lobe ich kaum mehr für technische Dinge, sondern lobe eher gute Laufwege, viel Einsatz oder den super Steckpass in die Tiefe.


    Und genauso Kritik. Wirkliche Kritik bringe ich nur bei den guten Spielern an, wenn sie Unsinn im Spiel machen, obwohl sie es besser wissen/können. Wie wenn sinnlos von der Mittellinie aufs Tor gepöhlt wird. Allen anderen Spielern werden gelegentlich nur Tipps gegeben, wie man es beim nächsten Mal besser machen könnte. Fußball-Neulingen von der ganz schüchternen Sorte gebe ich noch nicht einmal diese Tipps, sondern versuche erstmal nur deren Selbstbewusstsein zu stärken.


    Insofern würde ich nicht unbedingt sagen, dass dein Co-Trainer in meinen Augen zu nett ist.

    Glaubt ihr, das klappt?

    Nein.

    Doch.


    Gestern im Training ausprobiert. Während die Übung aus dem ersten Post von Seite 1 gefloppt ist, lief diese Endzonen Übung gestern genau wie erwünscht.


    Habe keine exakte Vorgabe gemacht. Hab den Kindern erklärt, warum Dribblings aus dieser Übung ausgeschlossen werden und gesagt, mehr als zwei drei Ballkontakte sollen sie nicht spielen.

    Gespielt haben wir 4gg4, wobei es einen neutralen Spieler gab, der immer in der angreifenden Mannschaft war. Also 5gg4.


    Am ehesten hätte ich befürchtet, dass der Ballführer seine drei Ballkontakte ausreizt, um ein paar Meter nach vorne zu dribbeln und danach dann mit dem Ball am Fuß stehen zu bleiben. Aber das war nicht der Fall. Der Ball lief eigentlich ganz gut, abgesehen von noch relativ vielen Fehlpässen, die meiner Beobachtung nach unterschiedliche Ursachen hatten. Aber die Übung an sich funktionierte gut. Die Kinder versuchten (manche erfolgreicher als andere) sich vom Gegner zu lösen und sich in freien Räumen anzubieten.


    Als Trainer hab ich dann auch wieder bissen mehr über meine Spieler gelernt:

    - Zwei Spieler waren dabei, die etwas verunsichert waren und den Ball oft blind nach vorne gespielt haben, auch wenn da kein Mitspieler war. -> Das könnte womöglich den Vorgaben der Übung geschuldet sein...werde ich mal weiter beobachten.

    - viele Spieler versuchen immernoch Mitspieler anzuspielen, die zwar im freien Raum stehen, aber sich im Deckungsschatten des Gegners befinden. -> Hier werde ich wohl noch dran arbeiten müssen. Wird vielleicht auch mit häufigen Wiederholungen der Übung besser.

    - Manche Spieler zeigen ein gutes Freilaufverhalten, aber der Passgeber verpennt den richtigen Moment. -> Habt ihr eine Idee bzw. eine Gute Übung, womit man das trainieren kann?

    - mein bester Spieler steht in offener Stellung und der erste Kontakt geht gegnerfern in den freien Raum. Alle anderen stoppen den Ball tot. -> Hier befürchte ich aber, dass ich das erstmal so hinnehmen muss. Glaube, die sind noch nicht so weit, dass ich das von denen erwarten kann. Vielleicht mal in der zweiten Saisonhälfte damit beginnen.


    Nächstes Mal will ich es dann mal als kleinere Spielform, also 2gg2 bzw. 2gg3 probieren,