Beiträge von golfstrom

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Also bei unserem örtlichen 5. Ligisten kann niemand vom Fußball leben. Auch in den Jahren in der 4. Liga konnte dort kein Spieler ausschließlich vom Fußball leben. Es ist eher ein zeitaufwendiges Hobby mit einer ordentlichen Aufwandsentschädigung.

    Das ist natürlich abhängig von den Vereinen.
    In der 4.Liga wirst du aktuell viele Spieler finden, die von ihrem Gehalt leben können!

    Ich würde sogar behaupten, dass dort Amateure eher in der Minderheit sind. Also wenn ich mal die Regionalliga Nordost aus meiner Region nehme, dann weiß ich dass zumindest bei den traditionsreichen Vereinen wie Rot Weiß Erfurt, Chemnitzer FC, Lok Leipzig, BFC Dynamo, FC Carl Zeiß Jena, Hallescher FC usw. fast alles Vollprofis im Kader sind.

    Ich gebe dir recht - nicht alle Vereine beschäftigen Vollprofis - insbesondere die Vereine aus den unteren Regionen spielen mit Amateuren, die aber 4-5x die Woche trainieren. Das sind sehr häufig Studenten oder Leute in Ausbildung.


    Bei den 5.Ligen und 6.Ligen sind es definitiv nur vereinzelte Spieler. Aber ich weiß, dass es auch dort Vollprofis gibt. Insbesondere bei den Traditionsvereinen und ambitionierten Vereinen dieser Ligen.

    Ganz klar im direkten Gespräch.

    Aufzeigen, dass auch du nur ein Ehrenamtler bist, der seine Freizeit für ihre Kinder aufbringt und natürlich als Neuling auch nicht über Qualifizierungen und Erfahrungen verfügt, sofort alles richtig zu machen.

    Sie fragen, ob sie direkt mit unterstützen wollen!

    "Bei uns ist am wichtigsten, dass jeder Spaß hat - und ich bspw. habe am meisten Spaß, wenn ich gewinne" - wer kennt ihn nicht - diesen Satz!

    Tatsächlich finde ich die Beiträge hier sehr konstruktiv und definitiv erzeugen sie ausreichend Output.
    Das Schöne am Fußball ist doch, dass viele Wege am Ende sehr gute Resultate hervorbringen können. Mit Resultate meine ich keine Ergebnisse in dem Sinne, sondern gut ausgebildete Fußballspieler, die mit Spaß beim Sport bleiben.

    Gerade die Nachwuchsarbeit hat sich in den letzten 20-25 Jahren massiv verändert, weil mittlerweile einfach mehr über die Tellerränder geschaut wird und die unterschiedlichen Ansätze aus verschiedenen Länder und von verschiedenen Coaches mit in die Konzepte hineinfließen.


    Ich glaube die Herausforderungen für uns Trainer sind so groß wie nie zuvor. In vielen Gegenden haben wir Schwierigkeiten noch Teams zu stellen, weil der Nachwuchs fehlt. Die Kinder + Jugendlichen haben heutzutage deutlich mehr Alternativen zum Fußball in ihrer Freizeitgestaltung als noch vor 30-40 Jahren. Die Eltern sind heutzutage deutlich sensibler als früher. Die Anzahl der Bolzplatzkicker nimmt deutlich ab.

    Für mich ist der letzte Punkt tatsächlich der schwierigste Punkt von allem. Es wird deutlich weniger außerhalb der Vereine gezockt und dadurch fehlen den Kids schlicht und ergreifend in ihrer Kindheit und Jugend die Ballkontakte.


    Ich habe in meinen über 15 Jahren als Nachwuchstrainer sehr deutlich beobachtet, dass die Kids technisch am stärksten waren, welche viel Zeit außerhalb des Trainings auch gebolzt haben. Brüder/Geschwister, die in ihrem Garten gegeneinander gebolzt haben, Kids, die ganze Wochenenden auf dem Bolzplatz gekickt haben usw.

    Du kannst als Trainer noch so ein gutes Training anbieten, das freie und kreative Spiel über viele viele Stunden auf dem Bolzplatz kannst du nicht ersetzen.


    Deswegen sehe ich es auch als eine wichtige Aufgabe von uns Trainern mit der Kraft unserer Vereine und seinen Mitgliedern dafür zu sorgen, dass Sportplätze entstehen und frei zugänglich sind!

    Hier müssen wir erklären/argumentieren/aufzeigen, welche Bedeutung dies auch für die Qualität unserer Fußballer hat.

    Wenn ihr als Verein in der Position seid, selber die Sportplätze errichten und unterhalten zu können, sorgt dafür, dass sie auch außerhalb des Trainings für Kinder und Jugendliche zugänglich sind. Werbt dafür, dass die Plätze frei auch außerhalb des Trainings genutzt werden können. Es wird euch bessere Fußballer hervorbringen, als ihr je mit Training erreichen könnt!

    In Deutschland kannst du bis in die 5. oder 6.Liga hinein vom Fußball komplett leben.

    Vollprofis sind normalerweise fast alle Spieler in den ersten 4 Ligen in Deutschland.

    In England ist das ebenso der Fall. Dort kannst du teilweise sogar bis in die 5.Liga (National League) vom Fußball vollumfänglich leben.


    Ich glaube, wenn wir nicht solch ein starkes Ligengerüst hätten, mit Vollprofibezahlungen bis in die 4.Liga hinein, dann wären wir auch bei über 2000 weltweit spielenden Profis.

    let1612 wenn du nichts vorgibst, woher weißt du dann, dass sich deine Kids mit Vorgaben nicht taktische noch besser Verhalten würden.


    Weißt du wieviele Akkorde der Musiker konnte oder nur wieviele er verwendet hat.

    Tipp: wenn man mit einem Akkord unzählige Hits spielen kann, ist man ein brillanter Musiker und die beherrschen in der Regel deutlich mehr Akkorde, als durchschnittliche Musiker.

    Mit taktischen Vorgaben kannst du definitiv erfolgreicher spielen. Das ist völlig klar.

    Ich habe Teams in der E-Jugend erlebt, die quasi einstudierte Laufwege spielen und nach klaren taktischen Vorgaben agiert haben und damit zumeist erfolgreicher waren, als das beschriebene "freie" Spiel.


    Die Frage geht doch dahin, was ALLEN Spielern in Bezug auf ihre eigene fußballerische Ausbildung mehr hilft?

    Und da sind Positionsrotationen und eher freies Spiel bis zur D-Jugend definitiv sinnvoller und das ist ja auch wissenschaftlich belegt.


    Wenn du deinem Kinderteam ein Korsett anlegst, kannst du mit Sicherheit schneller erfolgreich sein, weil du damit quasi verbietest Fehler zu machen.

    Zumeist sind in diesem Korsett auch bestimmte Spieler für bestimmte Positionen vorgesehen, da sie dort am erfolgreichsten agieren. Du erreichst damit eine einseitige und sehr spezifische Ausbildung und zumeist einen großen Entwicklungsunterschied innerhalb des Teams. Das führt häufig dazu, dass spätestens in der D-Jugend die ersten Kids aufhören mit Fußball. Einzelne Spieler können so sehr gut werden, weil sie deutlich häufiger im Spiel in der Verantwortung stehen. Andere Spieler werden zu Mitläufern.

    Die Eltern fordern meist eine solche Spielweise ein, weil sie den Erwachsenenfußball in den Kinderfußball hineinprojizieren. Bedeutet, du musst als Trainer deine Prinzipien und Vorgehensweisen sehr gut erklären und auch damit rechnen, dass bestimmte Eltern mit ihren Kids möglicherweise zu anderen Vereinen gehen.

    Bei der Taktik gibt es auch im Herrenfußball sehr unterschiedliche Vorgehensweise, die beide sehr gut funktionieren können.


    Ich habe Trainer kennengelernt in meiner aktiven Zeit, die kaum taktische Dinge mitgegeben haben.

    Die eine Grundformation vorgegeben haben, teilweise in Absprache mit den Führungsspieler/Mannschaftsrat und dann nur ein paar wenige Grundprinzipien mitgegeben haben und dann von dem Team die Kreativität erwartet haben, daraus das Beste zu machen.

    Und es hat teilweise hervorragend funktioniert. Und ich weiß, dass es auch im Profifußball sehr erfolgreiche Trainer gibt, die genau so handeln.

    Und dann habe ich auch Trainer kennengelernt, die sehr konkrete taktische Vorgaben mit dem Team erarbeitet haben. Lauf- und Passwege trainiert und vorgegeben haben, positionsspezifische Verhaltensweisen trainiert und erwartet haben, Gruppentaktiken mitgeben und sehr klar das Team an die Leine nehmen und auch von außen taktisch führen.

    Auch diese Vorgehensweise kann hervorragend funktionieren, kann aber auch mächtig in die Hose gehen. Ich habe Beides selbst erleben dürfen. Auch im Profifußball findet man Trainer, die auf diese Weise sehr erfolgreich agieren.


    Das ist doch das Schöne am Fußball, dass es soviele Wege gibt, die hervorragend funktionieren können.

    Ich denke es gibt keinen idealen Weg.

    Im Kinderfußball bis zum Beginn des Großfelds darf und sollte aber die Taktik keine große Thematik sein. Die Kinder sollten frei und ohne große Zwänge spielen dürfen und sich vor allem ausprobieren dürfen. Dribblings, Torabschlüsse und Mut sollten im Mittelpunkt stehen.

    Mittlerweile sind seine E-Jugend-Kids von 2019 vermutlich in der A-Jugend.

    Wäre mal interessant zu wissen, ob sie immer noch stören ;)

    Es klingt so naheliegend, die Anzahl der Spiele bei den Teams mit unzuverlässigen Spielern/Eltern zu reduzieren. Aber auch das führt bei uns komischerweise dazu, dass die Zuverlässugkeit noch weiter abnimmt.


    Die Vorschläge, die hier gamacht wurden, klingen immer sinnvoll und logisch. Leider halten sie in der Realität selten stand. Es hilft m.M.n. nur, die eigenen Ansprüche etwas herunterzuschrauben oder wirklich ein so gutes Mannschaftsklima zu schaffen, dass es den Spielern schwer fällt, mal nicht dabei zu sein -bei den gewachsenen Ansprüchen ist das aber nicht einfach. Und das hat auch nichts mit der aktuellen Generation zu tun, sondern mit der heutign Zeit an sich. Die Zuverlässigkeit ist uch bei den Seniore und Altsenioren zu beobachten.

    Sehe ich auch sehr ähnlich.
    Fußball ist nicht mehr jedem Spieler das Thema Nummer 1.


    Ich kenne Kinder die Handball, Fußball und einen Kampfsport machen. Insbesondere bis zur C-Jugend ist es nicht selten der Fall, dass Kinder 2 Sportarten machen.


    Bei Erwachsenen beobachte ich, dass gerade an den Wochenenden die Punktspiele nicht immer das Thema Nummer 1 sind und die Freizeitgestaltung um die Punktspiele herum gebaut werden, sondern die Punktspiele müssen in die sonstige Wochenendgestaltung hineinpassen.


    Ich sehe es ähnlich wie ParkerS - man kann nur versuchen, die Trainings gut zu gestalten und eine angenehme Teamatmosphäre zu schaffen, wo Kinder/Jugendliche/Erwachsene einfach gerne hingehen. Das Ganze muss natürlich mit der Vereinsphilosophie zusammen passen. Wenn das gegeben ist, dann macht man schon sehr viel richtig. Und dann natürlich schauen, ob die eigene Trainingsphilosophie auch zu den Mitgliedern des Vereins passt. Ansonsten macht es mehr Sinn den Verein zu wechseln, als innerhalb des bestehenden Verein das Ganze übers Knie zu brechen

    Meine Erfahrung in mittlerweile fast 15 Jahren als Trainer sind, dass man bis zur D-Jugend, oder besser gesagt, dem Großfeld, eigentlich kaum Zeit für taktische Abläufe verschwenden sollte.


    Die Kinder sollten sich mit der Verbesserung ihrer individuellen Technik beschäftigen. Du gibst als Trainer den Rahmen dafür vor, erklärst verständlich und geduldig und gibst vor allem Spielformen vor, indem die Kinder viele Ballkontakte, viel Bewegung und viel Erfolgserlebnisse in Form von Toren haben.


    Ab der C-Jugend und dem Großfeld ändert sich der Fußball signifikant. Die Kinder merken selbst, dass reine individuelle Klasse häufig nicht mehr reicht, das Team als Mannschaft funktionieren muss mit all ihren Bestandteilen.


    Und hier wirst du insbesondere bei Breitensportvereinen große Unterschiede im Fußballverständnis beobachten können.

    Da hast du die fussballbegeisterten Kids, die Fußball regelrecht suchten und auch Spiele im TV schauen, auf der PS spielen und sich auch sonstwie für Fußball interessieren. Diese haben meist einen großen Vorsprung im Fußballintellekt gegenüber den anderen Spielern.


    Sie verstehen den Sinn von taktischen Abläufen, können dies auch schnell umsetzen, coachen ihr Team auch aktiv auf dem Platz und werden sich jetzt auch in großer Geschwindigkeit mit dem richtigen Training weiterentwickeln.


    Die weniger interessierten Jugendlichen spielen Fußball meist weiter instinktiv ohne häufig den Sinn ihrer Aktionen zu hinterfragen. Sie handeln dadurch häufig taktisch fragwürdig und nicht immer ergebnisorientiert sondern eher situativ.


    Hier musst du stark aufzeigen, erklären usw. Auch mit Hilfsmitteln wie Taktikboards, Videoaufzeichnungen etc. Für diese Kids ist der Sinn nicht automatisch klar.

    Das ist genau das was ja oft heiß diskutiert wird.


    Kinderturnen, Tanzen etc. sind Dinge die ohne Ergebnis auskommen. Dort wird einfach gemacht und die Leute schauen zu.

    Beim Fußball dreht es sich immer um das Ergebnis. Man geht hin, um mitzufiebern, ob das eigene Team gewinnt.


    Ich bin fast 50 und spiele in einer Freizeitmannschaft einmal wöchentlich. Und auch da werden zwei Teams gebildet und die Motivation bildet sich daraus, dass man gewinnen möchte.

    Das ist das Naturell eines Duells!

    Wenn ich Darts gegen jemanden spiele, möchten beide gewinnen, wenn ich Kampfsport gegen jemanden mache, möchte ich gewinnen.

    Wir dürfen dieses Naturell eines Duells, und nichts anderes ist ein Fußballspiel, nicht aus den Augen verlieren!

    Was cooles, was mich richtig erstaunt hat. Probiert in der E mal Fussball-Tennis aus.

    Mein Sohn kam am Sonntag damit um die Ecke. Wir haben gestern und heute auf Kunstrasen gespielt. Mehrere kleine Tore zusammen als Netz und ein Feld mit Hütchen aufgebaut.

    Regeln: der Ball darf 3 mal aufkommen und man darf 3 mal den Ball berühren.

    Das hat richtig toll geklappt und richtig Spaß gemacht.

    Ich werde das demnächst mal im Training ausprobieren

    Ja, Fussballtennis kannst du in allen Altersklassen machen. Je nach Alter und Niveau dann, wie du schon geschrieben hast, mit unterschiedlicher Anzahl wie oft der Ball aufkommen darf.

    Es kann schon sein, dass dort Unterschiede zu beobachten sind, wenn man genau hinschaut und das analysiert. Ich habe über den Stand des Mondes aber nie Gedanken gemacht als potentielle Ursache.

    golfstrom Natürlich erwarten wir Trainer von den Kindern, dass das Training und die Spiele eine zentrale Rolle bei der Freizeitgestaltung spielt.


    Wenn die Kinder sich für einen Mannschaftssport entscheiden, dann müssen sie auch bereit sein "Opfer" zu bringen. Dann geht man halt mal eine Stunde späte zum Geburtstag eines Freundes. Dann versucht man einen Arzttermin auf einen anderen Tag als den Trainingstag zu verschieben. Irgendwann kommt auch einmal der Punkt, wo sich ein Spieler entscheiden muss, ob er z.B. Handball und Fußball zeitgleich betreiben kann. Wenn sich die Spieler dann entscheiden, mit Fußball aufzuhören, dann finde ich das Schade aber ich kann es niemanden verübeln.

    Was ich aber schwer oder gar nicht akzeptieren kann ist dieses Cherrypicking: "Ich komme nur zum Training, wenn sonst nichts anliegt." Wir -Eltern/Kinder etc.- müssen mal wieder lernen Entweder-Oder-Entscheidungen zu treffen.

    ParkerS - ich bin absolut bei dir und sehe das ganz genauso wie du. Ich bin seit 15 Jahren Trainer in einem Breitensportverein in den Altersklassen E-B-Jugend und habe früher selbst auch gespielt, aber genau diese verpflichtende Teilnahme sehen die Leute und auch Eltern heutzutage leider nicht mehr in der Häufigkeit so.


    Ich spreche in den Elternversammlungen und Besprechungen mit den Kindern dies auch immer genauso an wie du und versuche auch ein Verständnis zu vermitteln, dass auch wir Trainer es als respektlos uns gegenüber empfinden, wenn Unzuverlässigkeiten vorhanden sind.

    In der Praxis wird dann immer fleißig zugestimmt bei den Versammlungen und man spürt in den ersten Wochen danach auch immer eine Verbesserung, aber spätestens nach einigen Wochen sind wir wieder beim selben Punkt.


    Ich habe auch das Gefühl, dass heute einfach die Kids und Teenager empfindlicher sind. Sie sind nicht mehr so bereit, sich auch mal leicht angeschlagen durch ein Training zu quälen.

    Ich hatte zeitweise auch den Montag als Trainingstag einige Jahre und wir haben häufig Sonntags unsere Punktspiele gehabt.

    Was denkt ihr wie häufig wir Montags Absagen hatten mit Knie tut weh, Schmerzen vom Spiel, usw.

    Einige sogar ganz dreist mit "Muskelkater".

    Ich bin dann immer darauf eingegangen, dass dies nunmal dazugehört und sich auch rausläuft etc., Muskelkater in dem Sinne keine Krankheit ist.


    Dazu kommt, dass viele Kids mittlerweile in Ganztagsschulen sind. Das bedeutet, dass bestimmte Termine bei Ärzten, Friseur etc. nunmal häufig in den kurzen und wenigen Zeitfenstern am Nachmittag stattfinden.

    Manche Kids werden von den Eltern auch zu Hobbies regelrecht getrieben. Also die müssen dann noch zur Musikschule, oder in die Theatergruppe etc. Mitunter wollen die Kids das auch. Es gibt einfach mehr Angebote heutzutage und der Fußball steht nicht mehr als einziges Angebot komplett alleine da, wie das früher häufig so war.

    Guter Punkt.

    Für uns Trainer steht der Fußball sehr häufig im Mittelpunkt unserer Freizeitgestaltungen und wir neigen dazu dies auch von den Kindern und Jugendlichen zu erwarten.


    Was ich merke ist, dass ganz häufig der Familienhintergrund entscheidend dafür ist, dass du Kinder für den Fußball anzünden und begeistern kannst.


    Ich habe bislang kaum Familien erlebt, wo die Eltern sich nicht für Fußball interessiert haben, aber das Kind komplett fußballfixiert ist.

    Oftmals sind Kinder und Jugendliche aus solchen Familien auch die, die gerne mal absagen oder andere Dinge über den Fußball stellen.


    Und dann gibt es eben die fußballbegeisterten Familien, die ihrer Freizeitplanung um die Spiele und Trainings gestalten.

    Vielen sehr unterschiedliche Dinge, die du hier aufzählst.


    Individuelle Technik - du sagst, dass deine Spieler Probleme mit dem ersten Kontakt haben!

    Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt. Nur wenn dieser kontrolliert und gut ist, können sinnhafte Folgeaktionen passieren.

    Also hier musst du erstmal ansetzen. Stelle die Technik mehr in den Mittelpunkt. Das ist bei B-Jugendlichen nicht mehr ganz so einfach, wie bei E- oder D-Jugendlichen. Da gibt es teilweise schon sehr eingeschliffene Verhaltensweisen.


    Konzentration - nehme mal die Konzentration raus aus deinen Analysen!

    Das wird immer gerne als Ausrede mit ins Spiel genommen. Aber niemand konzentriert sich absichtlich nicht. Normalerweise ist ein Spieler im Gedanken im Spiel und alle Sinne sind geschärft.

    Wenn Spieler mal abtauchen im Spiel, dann ist ihnen eher nicht bewusst, was sie tun sollen, wenn sie nicht am Ball sind. Mache ihnen klar, dass sie normalerweise nur max. 10 Prozent der Spielzeit überhaupt am Ball sind.

    Gebe ihnen Aufgaben für die restlichen 90% mit!

    Das kann Coaching sein, die Mitspieler unterstützen kommunikativ, pushen, supporten (Hintermann etc.).

    Dann tauchen sie auch nicht ab im Spiel, sondern bleiben geistig im Geschehen und sind grundsätzlich wacher.


    Spielsystem und Verantwortung:

    Das sich viele Spieler in kleineren Vereinen auf ihre Leistungsträger verlassen und ihnen die Verantwortung zuschieben, hat zumeist mit den enormen Leistungsgefällen in Dorfklubs oder kleineren Vereinen zu tun. Aus meiner Erfahrung heraus ist dies der Punkt, den du am schwierigsten herausbekommen wirst. Dein Kapitän ist den restlichen Spielern vermutlich deutlich überlegen technisch und vielleicht auch körperlich, dass die Chancen, dass er etwas Produktives kreiert einfach höher sind, als wenn die technisch schwächeren Spieler etwas probieren. Und das wissen schlicht und ergreifend auch alle Spieler auf dem Platz.

    Hier kannst du nur probieren über Spielformen und Zwangsregeln Besserung reinzubekommen. Bspw. jeder muss vor einem Tor am Ball sein, oder jeder Spieler muss in Trainingsspielen ein Tor erzielen bevor das Spiel gewonnen werden kann.


    Du schreibst der Stürmer soll immer auf die Ballbesitzseite verschieben.

    Das sehe ich komplett anders. Ein Stürmer sollte sich eigentlich in die freien Räume bewegen, damit er unbedrängter zum Abschluss kommen kann. Er muss sich also eher aus dem Pulk lösen und entweder in die Tiefe gehen oder auf die andere Seite bewegen oder dort anspielbereit sein und Laufwege anbieten, damit Pässe entstehen können. Aber das ist auch ein wenig Philosophiefrage. Es gibt auch mitspielende Stürmer, die in Passstaffetten eingebunden werden etc.

    In vielen Ländern ist der Sport relativ fest mit der Schule verbunden, allen voran in den USA. Aber auch in vielen anderen Ländern. Das mag im Hinblick auf eine Nachmittagsbetreuung auch durchaus sinnvoll sein. Ich denke schon dass mehr Kinder in den aktiven Sport kommen würden wenn man solche Angebote schafft. Es gibt aber auch NAchteile


    In Deutschland ist der Sport halt in Vereinen organisiert, die stehen häufig nicht im Zusammenhang mit Schulen. Auch das hat natürlich Vorteile insbesondere was soziale Aspekte, Durchmischung und Vereinsleben betrifft. Die Kids aus meiner Mannschaft kaommen aus 4 verschiedenen Grundschulen. Ohne den Fußballverein hätten viele von denen keinen Kontakt zueinander. Grad den Jungs aus der Vorstadt Grundschule tut es gut auch mal mit Kindern aus anderen Verhältnissen in Kontakt zu kommen.


    Ich denke man muss im Verein ein gutes Angebot schaffen und eine klare, transparente Linie fahren. Trainingsbeteiligung und Verlässlichkeit sind auch für mich zentrale Argumente für die Kadernominierungen.

    Ja, das gibt es hier in einigen Bundesländern auch.

    In Berlin bspw. kooperieren einige Vereine mit dem Senat und übernehmen die Nachmittagsbetreuung der Kinder unter Einbeziehung der Sporthallen und Sportanlagen der Schulen.

    Dafür bekommen die Vereine teilweise soviel Geld, dass sie davon eine hauptamtliche Stelle bezahlen können.

    Diese Stelle macht dann bspw. an den 5 Werktagen 2-3 Stunden Nachmittagsbetreuung an unterschiedlichen Schulen und kann die restliche Zeit der normalen Arbeitszeit von 30 - 40 Stunden mit Vereinsarbeit auffüllen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Zudem für den Verein auch der Vorteil für sich Werbung machen zu können und Talente in den eigenen Vereinen zu überführen.


    Alba Berlin macht dies bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich in Berlin und teilweise dem Standrand von Berlin und bspw. beschäftigt auf diese Art und Weise einige hauptamtliche Mitarbeiter. Sie werben für ihren Sport mit den Basketballangeboten an den Schulen und rekrutieren daraus natürlich auch einige Talente für sich.


    Auch Union Berlin macht dies seit vielen Jahren in Berlin.

    Aber neben den Profivereinen haben auch viele Kietzvereine seit vielen Jahren solche Programme und Kooperationen mit Schulen in ihrer Gegend

    Hey,

    Dirk Coerverfan - deine Tipps sind super und schön detailliert aufgelistet.

    Wenn ich Alex82 richtig verstanden habe, dann spielen sie viel und gut bis ins letzte Drittel und schaffen es nicht, dort in die Abschlusssituationen zu kommen bzw. sich hochkarätige Chancen herauszuspielen.


    Ich bin ebenfalls in der B-Jugend aktuell aktiv und folgende Sachen sollte man dabei berücksichtigen aus meiner Sicht.

    Hast du eine körperlich starke oder schwache Mannschaft?


    Ich habe bspw. ein körperlich sehr kleines Team mit vielen sehr schmächtigen Spielern, die teilweise noch Sachen aus der D-Jugend tragen können. Uns fehlt gegen manchen Gegner einfach noch das Durchsetzungsvermögen und mitunter ist auch unsere Schusskraft noch nicht ausreichend für bspw. Tore aus der zweiten Reihe.


    Dann kannst du Spielformen aufbauen, mit Spielern neben den Toren, die von den spielenden Teams immer angespielt werden müssen. Tore zählen nur, wenn diese nach Pass von den Spielern neben den Toren erzielt werden.


    Das fördert das Spiel in die Tiefe und auch das Nachsetzen/Nachgehen von Pässen/Schüssen.


    Generell solltest du mit deinem Team das Spiel in die Tiefe üben. Gebe den Spielern das Vertrauen, dass bei Tiefenpässe immer auch Risiken dabei sind. Dort können + dürfen Fehlpässe passieren. Mut zur Kreativität beim Spiel in die Tiefe.


    Dann was Dirk Coerverfan schon ansprach. Häufig hängt eine geringe Anzahl von selbst erzielten Toren auch einfach mit fehlender individueller Klasse zusammen.

    Das Herausspielen + Erzielen von Toren ist der komplexeste Ablauf im Fußball!

    Passen und Bälle wegschlagen kann jeder schnell erlernen. Auch Rennen kann so gut wie jeder.

    Aber einen guten ersten Kontakt zu haben, um sich den Ball gut vorzulegen für den Torschuss + dann noch einen präzisen oder zumindest harten Torschuss unter Gegnerdruck hinzubekommen, dazu gehören schon einige komplexe Abläufe, die beherrscht werden müssen.


    Viele Trainer und auch Spieler reden vergebene Torchancen immer mit Pech heraus. Das ist meine Beobachtung.

    Aber ist das wirklich immer Pech??

    Beobachte mal, wie die Torabschlüsse deiner Spieler sind? Ist da genug Kraft dahinter? Legen sie sich die Torschüsse sauber vor?

    Wie ist generell der erste Kontakt? Wie ist die Technik beim Schuss (Vollspann/Innenriss) Wieviel Ruhe haben sie vor dem Abschluss?

    Ich denke auch, dass dies Teil der Gesellschaft ist.


    Fußball steht nunmal nicht mehr überall an erster Stelle. Vieles hängt aber auch davon ab, ob du im Breitensport unterwegs bist oder im leistungsorientierten Fußball.

    Im Breitensport kannst du keine so große Erwartungshaltung haben, sondern nur versuchen eine gute Linie mit dem Team zusammen zu finden, sodass sie gerne zum Training kommen und Spaß haben und somit das Thema Fußball relativ weit oben in ihrer Prioritätenliste setzen.

    Ich habe immer das Thema Trainingsbeteiligung in meinen Teams sowohl gegenüber den Eltern als auch gegenüber den Kindern und Jugendlichen aktiv in den Mittelpunkt gerückt. Auch die Aufstellungen an den Spielen an den Wochenenden haben sich in meinen Teams immer stark an der Trainingsbeteiligung und auch Motivation während des Trainings orientiert. Also nur wer regelmäßig am Training teilnimmt und während des Trainings mit hoher Motivation mitmacht, kann Ansprüche an Aufstellungen an den Wochenenden stellen.


    Gegenüber den Eltern auch vermitteln, dass mit sinkender Trainingsteilnahme auch deine Motivation als Trainer sinkt. Ich habe immer klar vermittelt, dass ich Ambitionen habe und die Kids entwickeln möchte. Und das dies nur mit hoher Trainingsbeteiligung zu erreichen ist. Damit wollte ich erreichen, dass die Eltern auch Überzeugungsarbeit daheim machen gegenüber den Kids + Jugendlichen.

    Ich finde es auch schwierig, dir Tipps zu geben, wenn man den Körper des Kindes nicht kennt und das Kind nicht gesehen hat.


    Wie Goodie schon meinte, könnte der Bewegungsablauf nicht ideal sein und therapeutische Maßnahmen helfen.

    Ansonsten sind Athletiktrainer oder Leichtathletikvereine möglicherweise auch die richtigen Ansprechpartner. Beides kann parallel zum Fußballtraining durchgeführt werden.


    Aus meiner Erfahrung von über 15 Jahren als Trainer und vorher als Spieler, haben sehr langsame Kinder meist koordinative Probleme oder Gewichtsprobleme. Auch beides zusammen findet man bei sehr langsamen Kindern häufig.

    Die Länge der Vereinszugehörigkeit ist überhaupt kein Kriterium. Das würde ja Neuankömmlinge regelrecht ausschließen oder die Gruppe zu einer geschlossenen Gesellschaft machen. Zudem setzt man damit auch ein absolut falsches Zeichen an die Kids, gegen Offenheit etc.


    Trainingsbeteiligung muss ein Kriterium sein bei den Nominierungen. Und ich finde ab der E-Jugend auch den Willen und die Disziplin beim Training ein wichtiges Kriterium für die Nominierungen.


    Wer also gut mitmacht und motiviert mit hoher Entschlossenheit die Übungen absolviert, sollte auch bevorteilt werden gegenüber unmotivierten Kids.


    Ab der C-Jugend aufwärts kann auch die Leistungsstärke ein Kriterium sein bei der Teamzusammenstellung.


    Diese Kriterien gehören auch transparent an Kinder und Eltern kommuniziert, sodass allen klar ist, wie du handelst. Das schließt spätere Diskussionen aus.