Beiträge von golfstrom

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    Ich bin auch absolut bei B.


    Allerdings ist dies meiner Beobachtung nach ein absolutes Streitthema auf den Plätzen. Teams, die bereits sehr körperbetont spielen, werden im Nachwuchsfussball häufig als Treter verschriehen.

    Gerade wenn ein Jungjahrgangsteam, welches ja meist körperlich etwas unterlegen ist, gegen einen körperlich spielenden Altjahrgang spielt, hast du häufig Trainer und Eltern der Jungjahrgangsmannschaft erbost am Platze.


    Meiner Meinung nach wird dieses Thema im Nachwuchsfussball häufig extrem vernachlässigt. Ich sehe immer wieder Teams, die quasi überhaupt nicht körperlich spielen. Wo die Kids quasi im Abwehrverhalten nur nebenher laufen und hoffen, dass sie entweder schneller sind oder der ballführende Spieler einen Fehler macht.

    Dabei ist das Zweikampfverhalten etwas, was man in so gut wie jeder Spielform verbessern kann, weil es meist immer eine attackierende Mannschaft und eine verteidigende Mannschaft gibt. Wenn man aber die Trainer beobachtet, wird meist nur die offensive Mannschaft gecoacht. Die verteidigende Mannschaft wird meist nur mit platonischen Aussagen wie "Mehr Einsatz". "ran da!" oder "schneller" gecoacht. Explizite und hilfreiche Tipps für das Zweikampfverhalten oder das Stellungsspiel gibt es kaum.


    Um mal etwas weiter auszuholen - man sieht dies auch bei der deutschen Nationalmannschaft!

    Wir sind seit vielen Jahren für tollen Offensivfussball bekannt, beklagen uns aber bei quasi jedem Ausscheiden über zu viele Gegentore und mangelndem Defensivverhalten. Das liegt sehr häufig daran, dass wir bei Zweikämpfen zu spät sind, im Zweikampfverhalten uns ungeschickt verhalten oder zu passiv sind. Die letzten Turniere, wo uns Offensivschwäche vorgeworfen wurde und wir defensiv eher unsere Stärken hatten, da hatten wir noch Rudi Völler, Erich Ribbeck oder Berti Vogts als Bundestrainer.

    Danach drehte es bei uns immer um zu viele Gegentore und Defensivschwächen, mit Ausnahme 2014

    Um ausgereifte Passstaffetten spielen zu können, brauchen die Kinder aber gewisse Fähigkeiten.

    Das Annehmen des Balls, die Passtechnik und auch die Passschärfe und Genauigkeit sind schon ziemlich wichtige Fähigkeiten dafür.

    Dazu kommt, dass du mindestens 3-4 Spieler brauchst. Also alles in allem sind Teams mit diesen Fähigkeiten sehr umfassend und gut trainiert worden von ihren Trainern.


    Was in der F-Jugend eher sehr häufig zu beobachten ist, sind Teams die von 1-2 Spieler dominiert werden. Meist aber nicht wegen dem Zusammenspiel, sondern eher weil sie technisch stark überlegen sind den Gegnern oder körperlich stark überlegen sind. Wenn beides zusammen kommt, hast du meist einen alles dominierenden Spieler, der häufig die Spiele allein entscheidet.

    Genauso machen wir (C-Jugend) das auch.

    Teampunkt-App, wo die Jungs mit agieren und absagen. Durch die Schnittstelle zum DFBnet kommen die Termine und Spielerlisten dort direkt rein. Das empfinde ich als sehr praktisch, da ich jedes Testspiel auch immer im DFBnet anlege.


    Standardmäßig sind die Jungs als zugesagt eingetragen in den Trainings und sie müssen nur absagen, wenn sie nicht können.

    Der Grund der Absage ist mir eigentlich egal, sie fühlen sich aber meist verpflichtet einen Grund einzutragen, wenn sie absagen.

    Die Teilnehmerliste ist bei den Trainings auch nur uns Trainer sichtbar, sodass man diesen Domino-Effekt bei den Absagen nicht hat normalerweise.


    Für die Spiele nominiere ich meist nach dem zweiten Wochentraining (wir trainieren immer Montags und Mittwochs). Wie schon geschrieben, die Jungs MÜSSEN an mindestens einem der beiden Wochentrainings teilgenommen haben, um überhaupt infrage zu kommen für eine Nominierung der Pflichtspiele, wenn ich 11 andere Jungs habe, was eigentlich immer der Fall ist.


    WhatsApp-Gruppen gibt es jeweils mit den Eltern und den Jungs.

    Hallo,


    ich kenne deine Probleme und ich denke, dass wir hier auch von Breitensport reden, also Kids dabei sind denen der Fußball nicht so wichtig ist wie uns, und die nun mal auch schonmal den einen oder anderen Tag keine Lust haben und kurzfristig mit den vielfältigsten Gründen absagen.


    Ich verfahre mit meiner C-Jugend folgendermaßen und erreiche im Schnitt eine Trainingsbeteiligung von 75-80% damit in einem Breitensportverein mit Spielen im Kreisbereich:


    1. Nominiert werden nur Spieler, welche mindestens einmal in der Trainingswoche beim Training waren (wir trainieren zweimal). Eine Nominierung ohne Trainingsteilnahme vorher gab es bei uns nicht. Wir haben einen Kader mit ca.20 Jungs.


    2. Wir favorisieren bei der Startaufstellung im Zweifel immer die Spieler mit der höheren Trainingsteilnahme unabhängig von der Leistungsstärke. Das wissen die Jungs.


    3. Wir lassen über die Saison hinweg eine sogenannte Trainingsliga laufen. Das heißt pro Trainingsteilnahme bekommen die Jungs einen Punkt und pro gewonnenes Abschlussspiel bekommen die Jungs dann nochmal einen weiteren Punkt. Mit letzterer Maßnahme erreichen wir mehr Spannung, Einsatz und Ergebnisorientierung (weniger Egoismus - das Team mehr im Fokus) im Abschlussspiel. Die Trainingsliga haben wir zweimal gestartet, einmal zu Saisonbeginn und einmal zum 01.01.. Die ersten drei Plätze der Trainingsliga bekommen jeweils einen signifikanten Preis, bezahlt aus der Mannschaftskasse. Der 1.Platz bekam bei uns bspw. einen 50,- Gutschein für den Fanshop seines Lieblingsverein. Der 2.Platz ein Hoody unseres Vereins, der 3.Platz ein Shirt unseres Vereins.

    Die Jungs haben wirklich mitgefiebert und unsere Trainingsbeteiligung war wie oben schon geschrieben kontinuierlich hoch. Von 24 Jungs im Kader haben wir im Schnitt 18-22 immer dabei.

    Ich lasse auch die Positionen tauschen aber die beiden Verteidiger sind bei mir nicht nur dafür da den Ball nach vorne zu spielen.

    Anspielen, hinterlaufen, wieder anspielbar sein. Das sollen die machen.

    Wenn das rechts gemacht wird bleibt der linke LV hinten und umgedreht. Klar geht das auch mal in die Hose aber spielerisch machen die so auf jeden Fall Fortschritte und sind nicht auf das verteidigen beschränkt.

    Bei mir ist der Stürmer wohl der mit den wenigsten Ballaktionen. Deswegen wird der auch spätestens zur HZ getauscht und ich habe 4 Kinder die abwechselnd da spielen.

    Hey, das war jetzt von mir auch nur ein überspitztes Beispiel von Trainern, die ich in meinem über 10 Jahren Trainertätigkeit in diesen Altersklasse häufig erlebt habe. Ein wirkliches Umdenken hin zu mehr Ausbildungsdenken und weniger Ergebnisdenken, findet in diesen Altersklassen in breiter Masse erst seit etwa 5 Jahren statt laut meiner Beobachtung. Auch durch die Implementierung der neuen Spielformen ändert sich aktuell die Denkweise vieler Trainer in diesen Altersklassen erheblich.

    Bambinis sollten erstmal den flachen Ball trainieren und anwenden in ihren Kinderspielformen. Die Minitoren führen ja auch dazu, dass sie mit den Torschüssen flach schießen müssen. In den kleinen Spielfeldern sollte der hohe Ball auch kein Mittel sein.

    Ich würde sagen, ab der D-Jugend kann auch gezielt der weitere Pass und der hohe Schuss auf das Tor trainiert werden.

    Lange weite Pässe sind aus meiner Sicht erst ab dem Großfeld gezielt zu trainieren. Da wird es dann ja auch positionsspezifischer und ab B- und A-Junioren werden es dann vor allem bestimmte Spieler deines Teams sein, die vor allem auch mal hohe Bälle spielen müssen, wie die Verteidiger oder defensiveren Mittelfeldspieler oder die Flügelspieler, wenn sie gezielt flanken sollen

    Dieser Trainer stellt sein Team definitiv mit dem Ziel auf, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und nicht mit dem Ziel auf die Kinder weiterzuentwickeln. Gerade auch was sein Statement zu deiner Frage angeht, da merkst du wie dieser Trainer tickt.


    Bis zur D-Jugend sollten noch keine Positionen fixiert sein. Die Kinder sollten rotieren und damit die Chance haben den Fußball vollumfänglich kennenzulernen.


    Dein Kind wird hinten rechts vermutlich deutlich weniger Ballkontakte haben, als die Spieler vorne links und rechts. Damit wird die Schere immer weiter auseinander gehen und die Jungs vorne werden sich schneller entwickeln können als die Jungs hinten, weil sie schlicht mehr Ballkontakte haben und aufgrund der Positionen bei diesem Trainer auch mehr ausprobieren können (Dribblings). Dein Trainer wird von den Spielern hinten rechts und links vermutlich vor allem verlangen, den Ball einfach nur sicher zu einem der beiden vorderen Spieler zu passen. Dribblings etc verboten. Damit können sie technisch kaum besser werden, lernen maximal Defensivzweikämpfe und einfache Pässe zu spielen.

    Ganz typisches Verhalten von vielen Trainern. Es geht ihnen nicht darum Spieler zu fördern, sondern nur darum Spiele zu gewinnen. Hier liegt ein falsches Verständnis von Nachwuchsfussball vor.


    Konfrontiere den Trainer doch mal mit dem Hinweis, dass dieses Verhalten auch ein Scheitern der eigenen Fähigkeit Spieler zu entwickeln darstellt.

    Das wird er abstreiten und vermutlich sich darauf stützen, dass er ja nur mit dem etwas anfangen kann was er hat, und die Gegner älter, größer, ehrgeiziger sind. Solche Trainer finden immer eine Ausrede ihr eigenes Scheitern schönzureden

    Hey,


    also grundsätzlich ist vor allem die Niederlage erstmal hervorragend geeignet um zu lernen.

    Ärgerlich ist, dass das erste Spiel noch knapp gewonnen wäre. Hättet ihr dort schon verloren, dann hätte dein Team das zweite Spiel vermutlich souverän gewonnen. Sehe es als Lehre für das Team an und erinnere die Jungs bei vergleichbaren zukünftigen Spielen an die Erlebnisse. Die Überheblichkeit in solchen Spielen ist absolut menschlich und sogar bei Profiteams zu beobachten.


    Es gehört zum Lernen genauso dazu, wie ich Spiele mental angehe. Das sind Dinge, die nicht automatisch schon jeder beherrscht. Solche Dinge kommen vor allem über die Erfahrung. Bei Erwachsenenteams hat man für solche Dinge erfahrene Führungsspieler im Kader, bei Nachwuchsteams ist das eben nicht möglich und das ganze Team muss dann eben mal solch eine Erfahrung machen.


    Also meines Erachtens erlebst du gerade eine völlig normale Szenerie bei Nachwuchsteams.

    Eine Diskussion ist, die so alt ist wie der Fußball und gar nicht mal unbedingt nur mit Nachwuchsfußball zu tun hat.

    Im Nachwuchsfußball sollte dein Fokus als Trainer einzig und allein darin liegen das eigene Team zu coachen und das Team so spielen zu lassen wie du das möchtest. Ich bin seit weit über 10 Jahren Nachwuchstrainer und habe mich vor allem auf Kleinfeld nie nach dem Gegner gerichtet. Mir ging es immer um die Abläufe meines Teams. Im Kleinfeld vor allem um die offensiven Abläufe.


    Ansonsten ist es völlig normal, dass es in Teams entscheidende Spieler gibt. Das ist im Profisport so, dass ist im Amateursport so.

    golfstrom bei den Franzosen gibt es zusätzlich eine stark ausgeprägte Straßenspielkultur. Ohne jetzt jeden Nationalspieler zu recherchieren, kommen doch schon einige aus den größten Städten wie Paris, Marseille, Lyon...

    Hey, wie ich schrieb in meinem Bericht. Die Spieler der Franzosen kommen zu 90% aus den Banlieues, also den Hochhaussiedlungen rund um Paris, Marseille und Lyon - die allermeisten aus dem Großraum Paris.


    Da profitieren die Franzosen sicherlich auch stark von der schlechten Sozialpolitik ihres Landes an der Stelle. Trotzdem hat die zentralisierte Förderung dieser Talente einen großen Stellenwert und weicht stark von unserer föderalistischen Struktur ab mit zahlreichen NLZ´s und über 400 Stützpunkten.


    Die Spanier, ebenfalls eine der führenden Nationen in der Talententwicklung in den letzten 30 Jahren, haben eine ähnlich zentralisierte Struktur in der Talentförderung. Nur dort läuft es viel über die Nachwuchsschulen der großen Vereine und weniger über den Verband.

    Der Ansatz was dort zentralisiert trainiert wird ist in Spanien sicherlich deutlich anders als in Frankreich. In Spanien läuft viel über das Trainieren von Passtechnik und dem taktischen Verhalten auf dem Platz mit Ballbesitz und Dreiecksspiel. Die Franzosen pflegen den eher individuellen Ansatz über die Entwicklung von herausragenden Individualisten

    Was ich beobachte ist die Tatsache, dass in den Sichtungstrainings für die Stützpunkte schon viel zu viel auf körperliche Attribute geachtet wird. Sprinttests sind ein wesentlicher Bestandteil. Dadurch werden systematisch schon zahlreiche Kids ausgeschlossen von der weiteren Förderung.


    Zudem sollte man aus meiner Sicht aktuell mal nach Frankreich schauen. Diese sind meiner Meinung nach seit gut 30 Jahren absolute Weltspitze, was die Ausbildung von Talenten angeht.

    Sowohl in der Masse, wenn man sich anschaut, wieviel französische Fußballer in den Topligen Europas spielen, als auch in der Spitze, wenn man sich die Qualität von Superstars wie Zidane, Henry, Ribery, Benzema, Pogba, Mbappe oder Lloris anschaut.

    Zudem bilden die Franzosen wirklich für fast alle Positionen Spieler auf extrem hohen Niveau aus.

    Die Titel der Franzosen seit 1998 sprechen dazu ebenfalls Bände: 2 WM-Titel (1998 und 2018) und weitere 2 WM-Finals (2006 und 2022), dazu der EM-Titel 2000 und EM-Finale 2016 und weitere Titel wie die Nations League 2021 und Konfed-Cup 2001 und 2003. Sie zählen seit 30 Jahren bei den jeweiligen Turnieren zu den Topfavoriten, weil sie immer die besten Einzelspieler im Kader haben.


    Von den in Frankreich ausgebildeten Spielern profitieren bspw. auch viele afrikanische Nationen wie Marokko, Senegal, Tunesien oder Algerien. Auch ein Eden Hazard oder Riyad Mahrez wurde als Beispiel in Frankreich ausgebildet.


    Was machen die Franzosen anders?

    Die Franzosen haben keine Stützpunkte in dem Sinne.

    Deutschland hat über 400 Stützpunkte, die zudem föderalistisch durch die vielen Landesverbände koordiniert werden.

    Die Trainer versammeln sich über diverse Stützpunkte und NLZ´s.

    In Frankreich gibt es 16 Akademien, die durch den französischen Verband koordiniert werden. Übergeordnet gibt es dazu noch das Leistungszentrum in Clairefontaine, welches die Creme de la Creme dann nochmal speziell fördert.

    Die Akademien arbeiten eng mit den Vereinen zusammen, um talentierte Spieler zu identifizieren.

    Es existiert also eine zentralistische Förderung. In den Akademien und in Clairefontaine werden nicht nur die besten Spieler mittels aufwendiger Auswahlprozesse angesammelt, sondern dort sind auch die besten Jugendtrainer versammelt.


    Die Kinder können dort ab 13/14 Jahren anfangen und werden dann unter gleichgesinnten extrem gefördert. Im ersten Jahr bspw. wird dort fast nur 1 gegen 1 trainiert, was dazu führt, dass du sowohl technisch herausragende Offensivspieler als auch körperlich robuste und starke Verteidiger ausbildest. Zudem stehen taktische Inhalte erst sehr viel später auf dem Lehrplan, werden dann aber sehr intensiv und tiefgehend trainiert.

    Natürlich haben diese Akademien keinen gesellschaftlichen Auftrag in Frankreich, sondern es geht um die Ausbildung von Supertalenten für den französischen Fußballverband.

    Aber welchen Auftrag haben unsere NLZ´s? Definitiv auch keinen oder nur untergeordneten gesellschaftlichen Auftrag, sondern dort geht es um die Ausbildung von Talenten für die jeweiligen Vereine, welche das NLZ leiten.


    Und in Frankreich ist grundsätzlich Fußball nicht überall der Top-Sport. Im Süden Frankreichs ist bspw. Rugby auch sehr populär.

    Die Talente kommen zum großen Teil aus dem Großraum Paris, wo sicherlich auch die schlechten sozialen Bedingungen der Menschen dort mithelfen einen besonderen Ehrgeiz zu entwickeln Fußballprofi zu werden. Diese Ansätze gibt es zwar in Deutschland auch, ist aber nicht so extrem.


    Den gleichen Ausbildungsansatz verfolgen die Franzosen übrigens auch im Handball, wo die Dominanz der Franzosen noch größer ist als im Fussball.

    Aber das ist es doch was mit der Reform erreicht werden soll... mehr Kinder/Jugendliche/Erwachsene beim Fussball und in der Spitze höheren Niveau.

    Ja, absolut. Ist auch nicht als Kritik gemeint. Auch untalentierte und/oder unerfahrene Spieler sollten nicht vom Sport ausgeschlossen werden, sondern Breitensportvereine sollten sich bemühen diesen Kids eine Plattform aufzubauen. Das ist deren gesellschaftlicher Auftrag!

    Ich frage mich tatsächlich ob ich so ein schlechtes Gedächtnis habe. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an mein F oder E-Jugend Training erinnern. An einzelne Übungen vielleicht, aber ich könnte nicht sagen, wie die Trainingsstruktur damals aussah und wo die Schwerpunkte lagen.

    War damals mehr noch als heute abhängig von den Trainern.


    Wie ich mich erinnern kann waren Spielformen früher deutlich weniger verbreitet.

    Es wurde sehr viel mit Passschleifen, Dribblingsparcours und Passabläufen vor dem Torschuss trainiert.

    Auch 1 gegen 1 wurde früher deutlich weniger trainiert. Sehr viel mehr Zeit wurde für Kondition und Training ohne Ball aufgewendet.

    In den späteren Jugenden kamen noch so Dinge wie Kopfballpendel und Koordinationsleitern hinzu.


    Was früher definitiv stärker verbreitet war, war das Kinder und Jugendliche mit wenig Talent abgeraten wurde mitzutrainieren.

    Die Trainer haben sich da weniger Mühe gegeben ein Training für unterschiedliche Talentgruppen aufzubauen. Da sollten sich untalentierte Kids eben mal nach einer anderen Sportart umschauen.


    Aus meiner Sicht sieht man das auch am Niveau in den unteren Spielklassen. Heute findest du Teams in den unteren Nachwuchskreisspielklassen die auf extrem schwachen Niveau spielen, weil eben dort sich teilweise viele recht untalentierte Kids versammeln oder Trainer am Start sind, die wenig Qualität mitbringen.

    Daran kann ich mich früher nicht erinnern. Früher wurden untalentierte Kids eben nicht trainiert und auch Trainer ohne Kenntnisse schneller abgesägt. Das Niveau in den höheren Nachwuchsligen ist dagegen wieder aus meiner Sicht höher als früher.

    Heute sieht man 10-12jährige Kids teilweise schon auf wirklich hervorragendem Niveau Fußball spielen.

    Hier sehe ich viel Aufholbedarf bei den Vereinen.


    Die allermeisten Vereine sind eigentlich Breitensportvereine und sollten Kinder überhaupt nicht ablehnen, sondern eher intern überlegen wie man Kinder trainiert die erst mit 10-15 Jahren mit Fußball beginnen und noch nicht das Spielniveau haben.


    Häufig treffen aber die Trainer der Teams selber die Entscheidung für sich, weil sie den "Problemfall" nicht trainieren wollen oder das Kind als Störfaktor bezeichnen.


    Um derartige Kinder aufzufangen, bieten sich einige Methoden an:

    Das können eigene Trainingsgruppen sein, welche bspw. Kids zwischen 9 - 15 Jahren trainieren. Da geht es vor allem um Technik bei Pässen, Dribblings und Schüssen. Meine Erfahrung ist, wenn man dies sehr spezifisch monatelang trainiert, dann haben die Kids häufig zumindest ein Grundniveau um mitspielen zu können.
    Es können aber auch eigene Trainingsgruppen innerhalb der Teams sein - dies benötigt aber einen sehr hohen Trainerbedarf innerhalb der Teams.

    Die Idee derartige Kinder in kommerzielle Fussballschulen zu schicken halte ich auch für gut, allerdings gibt es derartige Fussballschulen (noch) nicht in allen Regionen.

    Glaubt mir, unter den Weltklassetrainern ist das Coaching von der Außenlinie ein sehr wichtiger Punkt. Sie sehen sich mit starkem Coaching als "quasi weiteren Spieler ihres Teams".

    Beobachtet mal vor allem die jungen Weltklassetrainer, die coachen deutlich mehr noch als das vor 20-30 Jahren der Fall war. Ein Nagelsmann, ein Sebastian Hoeneß oder auch ein Edin Terzic sind extrem aktiv an der Seite und das ist nicht nur allein ihrer Impulsität geschuldet, sondern sie nutzen dies als weiteres "Coaching-Tool"


    Die spanischen Weltklassetrainer Alonso, Guardiola oder Arteta sind extrem aktiv an der Seite. Auch dort geht es nicht allein um das Pushen ihres Teams, sondern sie unterstützen ihr Team ganz bewusst und sehen sich als weitere Instanz ihrer Mannschaft und greifen damit aktiv ins Geschehen hinein.


    Natürlich sind das Beispiele aus dem Profifußball und eventuell für den Nachwuchs nicht komplett übertragbar, ich bin aber schon der Meinung, dass man die Lerngeschwindigkeit seines Teams durch intelligentes und aktives Coaching an der Seitenlinie beschleunigen kann durch aktive Coachinghinweise.

    Ich rede hier natürlich nicht von sinnfreien Bemerkungen wie "Konzentriere dich" oder "Was war das denn?", sondern es geht um klare Anreize und Impulse um bestimmte Dinge und Abläufe besser noch zu machen.

    "Trainer nimmt sich so wichtig" klingt immer sehr verallgemeinernd. Der Trainer ist die wichtigste Figur in einer Mannschaft. Das gilt für Erwachsenenteams, wo er für die allgemeine Leistungsatmosphäre, die Aufstellung und Taktik verantwortlich ist, das gilt aber vor allem noch mehr in Nachwuchsteams. Hier dreht sich der Fokus auf die Ausbildung und Entwicklung des Teams und der einzelnen Spieler.


    Ich finde es schade, dass wir gefühlt mittlerweile nicht mehr viele Ansätze akzeptieren. Wir denken es gibt nur einen Ansatz, ein guter Trainer zu sein. Ich habe auch schon hervorragend ausgebildete Teams gesehen, welche einen Trainer hatten der extrem viel gecoacht hatte. Und die Spieler dieses Teams waren rundum gut ausgebildet und kamen auch in anderen Teams gut klar. Sie fanden auch allein Lösungen, das Coaching des Trainers wird mehr als Unterstützung oder Findungsbestätigung wahrgenommen.


    Schauen wir uns Weltklassetrainer an. Ein Guardiola coacht extrem viel, er gibt Weltklasseprofis die Räume vor, gibt ihnen vor wie sie sich zu bewegen haben, wohin die Pässe kommen müssen. Ein Ancellotti dagegen coacht fast gar nicht während des Spiels. Beide Trainer gehören als Beispiel zur absoluten Weltklasse. Ich denke, dass viele Ansätze zum Ziel führen, sowohl beim Nachwuchs als auch bei den Erwachsenen.

    Das würde ich so nicht


    Die Trainingsteilnahme ist in sehr häufigen Fällen auch immer eine Art Feedback des eigenen Trainings. Macht das Training Spaß, ist Abwechslung und eine angemessene Spannung drin und die Teamchemie hoch, hat der Trainer normalerweise auch keine Teilnahmeproblematiken

    Das kann ich so nicht unterschreiben.


    Ich frage das auch durchaus offen, was man anders machen könnte. Aber man muss durchaus auch zur Kenntnis nehmen, das es mit zunehmendem Alter nicht einfach ist, eine Breitensportmannschaft am Leben zu halten. Mit Druck, Ausschlüssen vom Spiel etc. können Leistungsvereine mit viel Zulauf gerne drohen, auch die Jungs-Dorfverein-Breitensport-D-Jugend wird noch mit Einstufungen von 1. bis 3. D Reize setzen können. In der B/A ist das vorbei.

    Hey,

    da hast du natürlich recht, dass es auch Einflüsse gibt, die man nicht oder nur wenig steuern kann. Gerade in Breitensportvereinen auf Kreisebene können auch Schulwechsel, Schulende bei B- oder A-Junioren oder andere Dinge starke Einflüsse haben.


    Ich würde an deiner Stelle mal das Gespräch mit den Mädels suchen und nachfragen warum die Trainingsteilnahme so dermaßen abgenommen hat.