Beiträge von golfstrom

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    Hoffenheim hat schon vor vielen Jahren einen sehr innovativen Ansatz im Nachwuchs entwickelt, um sich von etablierten Vereinen abzusetzen und ein eigenes Profil vor allem zu bilden.


    Dabei spielten einige sehr starke Persönlichkeiten eine Rolle, die nicht nur in Hoffenheim ihre Spuren hinterlassen haben.

    Dietmar Hopp - als Visionär und Geldgeber war er die entscheidende Figur für diese Entwicklung. Aber er verbrennt eben das Geld nicht in teure Transfers, sondern setzt auf nachhaltige Entwicklung und holt dafür die richtigen Leute ins Boot

    Bernhard Peters - brachte innovative und erfolgreiche Ansätze aus dem Hockeysport, indem Deutschland unter seiner Regie weltweit führend war, nach Hoffenheim und entwickelte im Wesentlichen das Ausbildungskonzept der TSG. Zudem führte er wissenschaftlich getriebene Trainingsmethodiken ein, die mittlerweile überall sich etabliert haben.

    Ralf Rangnick - führte systematische Spielphilosophien und Spielstrukturen ein, von den Nachwuchsteams bis zu den Profis, was den Nachwuchsspielern den Übergang zu den Profis erleichtert und der TSG die Möglichkeit gibt immer wieder hochtalentierte Spieler in die eigene Bundesligamannschaft zu integrieren

    Hoffenheim investiert große Beträge darin, vor allem auf strategisch wichtigen Positionen hochqualifizierte Leute zu haben. Inbesondere die Jugendtrainer und Funktionäre sind hochqualifiziert und folgen klaren Ideen.

    Also im G-, F- und E-Bereich muss die Individualtechnik im Mittelpunkt stehen. Und Spielformen aus möglichst kleinen Feldern mit kleinen Toren und vielen Ballkontakten.

    Übungen aus dem Coervercoaching habe ich bei meinen Teams immer in den ersten 15min eingebaut.

    Das war quasi deren Erwärmung bevor es in die Spielformen hineinging.

    Da konnten sie mit dem Ball bestimmte Übungsformen machen und an ihrer Individualtechnik üben. Das hat viel gebracht.

    Auch verschiedene Dribbelformen, möglichst auf kleinem Raum mit vielen Richtungswechseln machen lassen in diesen 15min.


    Wenn du das bei jedem Training machst und immer mehr steigerst, dann hast du im Idealfall mit Ende der E-Jugend viele technisch starke Fußballer.


    Komme von der Vorstellung ab, dass du aus jedem Fußballer, gerade in kleineren Vereinen und auf dem Land, einen Ronaldo machst.

    Ich habe in über 15 Jahren Nachwuchstrainer gelernt, dass es bestimmte Typen gibt, die einfach kaum Lernfortschritt machen, weil sie entweder vom Kopf zu wenig Antrieb haben oder auch koordinativ beschränkt sind.

    Was ein Quatsch. Wieso sollte der Wechsel in ein Nlz erst ab der D Jugend Sinn machen? Jeder ist unterschiedlich. Für manche macht es früher Sinn, für manche später, für andere nie...

    Wenn ein NLZ direkt vor der Haustür liegt und es keinen Mehraufwand darstellt ob man im NLZ spielt oder im Verein nebenan, dann ist das alles in Ordnung.

    Vollkommener Quatsch ist es aber bereits in dem Jungen Alter Fahrzeiten von einer Stunde oder mehr in Kauf zu nehmen um beim Bundesliga-Verein zu spielen. Bis inkl. U11 sollte sich normalerweise die Ausbildung im NLZ nicht von der in einem vernünftigen Breitensportverein unterscheiden.

    Wenn man vernünftige Basisarbeit verrichten wollte, dann würden sich sämtliche NLZ (wie es mittlerweile ja viele machen) die Mannschaften bis inkl. U11 sparen und die Kapazitäten, die dafür draufgehen lieber in Trainerausbildung bei den Vereinen in ihrem Umfeld stecken bzw. Trainer abstellen, die jeden Tag 1-2 Trainings bei Kleinfeldteams im Umkreis abhalten.

    Zum einen würde die Qualität, die dann in der U12 ankommt in Spitze und Breite deutlich besser werden und zusätzlich wäre es der einfachste Weg des Scoutings im Grundlagenbereich und damit die beste Möglichkeit zum sinnvollen Start der NLZ-Teams ab U12 mit den richtigen Spielern zu beginnen.

    2/3 der Breitensportvereine machen keine gute Grundlagenausbildung (G-D). Das ist meine Erfahrung und Beobachtung aus 15 Jahren Nachwuchsarbeit.

    Da sind häufig Väter am Start, die logischerweise auch ihre erste Trainerstation dort beginnen und selber erstmal Erfahrung sammeln müssen bzw. Lizenzen etc. machen. Sehr oft sogar Leute, die nie selber gespielt haben.

    Ich nenne das häufig Betreuung statt Training.


    Heraus kommt meist ein sehr heterogener Jahrgang, wo du einzelne Spieler hast, die sich sehr gut entwickeln. Meist sind das die Jungs, die auch viel neben dem normalem Training auf den Bolzplätzen sind und aufgrund ihres Entwicklungsvorsprungs und der Ergebnisfokussierung auch in solchen Breitensportvereinen meist die ganze Spielzeit auf dem Platz stehen. Dementsprechend geht die Schere auch Jahr für Jahr zwischen den guten und sehr guten Spielern weiter auseinander.


    Also wenn ein NLZ oder Bundesligaverein vor der Tür steht, sollte man schon versuchen seinen talentierten Sprössling dort hinein zu bekommen. Er wird dort ein definitiv anderes Training bekommen.

    Hey,

    für mich liest es sich so, dass du vieles richtig machst. Du baust homogene Gruppen auf, coacht nicht übermäßig viel und trainierst nach DFB-Vorgaben.


    Ergebnisse in der G- bis D-Jugend muss man immer richtig einschätzen können.

    Das können die wenigsten Eltern. Ich fahre immer sehr erfolgreich, indem ich sehr transparent gegenüber den Eltern bin. Also schon vor dem Spiel den Plan für das Spiel auch den Eltern kommuniziere (wollen mithalten, wenig Gegentore, viele Chancen, Gegner ist ein Jahr älter, ...).

    Somit gehen die Eltern auch ergebnistechnisch vorbereitet in ein Spiel. Ich gehe dabei immer etwas gedämpfter vor, sodass die Eltern die Ergebnisse eher positiver wahrnehmen.

    Auch nach dem Spiel gibt es eine kleine Auswertung in der Elterngruppe, wobei ich hierbei eher die positiven Dinge anbringe. Die negativen Dinge bespreche ich direkt mit den Kids

    Das passiert deshalb, weil auch die Trainer Erfolgserlebnisse sammeln möchten und diese Starspieler zumeist für diese Erfolgserlebnisse sorgen.

    Wenn alle Breitensportvereine so handeln würden, dann wären die Trainer sicherlich bereit auch diese Empfehlungen auszusprechen. Aber in den unteren Spielklassen ist es doch ebenso der Fall, dass es um Ergebnisse geht, vor allem ab dem Großfeld.


    Und diese Ergebnisse sichern auch in den untersten Spielklassen zumeist Spieler, die eigentlich von der Leistungsstärke her gar nicht in diese Teams gehören.

    Also kämpft jeder Dorfverein um seine 2-3 "Starspieler" wie ein Löwe, und hofft, dass diese nicht abgeworben werden oder mal den Rappel bekommen und zu einem Verein wechseln, wo sie eigentlich hingehören.

    Wenn alle Dorfvereine ihre Starspieler zu Leistungsvereinen empfehlen würden, dann wären die Bedingungen gleich etc.

    Oftmals hast du sogar die Bedingungen, dass zweite Teams von Leistungsvereinen in den untersten Spielklassen mitspielen und des Sieges wegen mit 1-2 Starspielern aus den ersten Teams ergänzt werden.

    Jetzt ist man in den letzten Beiträgen etwas vom eigentlichen Thema abgekommen.


    Ich finde, dass ihr euch erstmal im Trainerteam einigen müsst, wie ihr das Ganze handhaben wollt und wie ihr mit den Kindern kommunizieren wollt. Ihr seid keine Pädagogen, deswegen kann man von euch nicht erwarten, das ihr es ideal macht.


    Ich finde Authentizität ganz wichtig dabei.


    Ich sehe zwei Wege - entweder teilt ihr das Team nach Leistung und du betreust mit deiner etwas härteren Gangart die Kids, welche leistungsmäßig mehr gefördert werden möchten und dann habt ihr eben deinen Co-Trainer, der mit seiner "lieben" Art eher die Anfänger und weniger starken Kids betreut und ihnen mehr Spaß vermittelt.


    Wenn ihr nicht teilen wollt, solltet ihr eure Kommunikation abstimmen, ansonsten wirst entweder du irgendwann nicht mehr Ernst genommen oder dein Co-Trainer irgendwann nicht mehr Ernst genommen. Es kann dann nicht sein, dass ihr euch in euren Ansprachen widersprecht. Es kann auch sein, dass ihr irgendwann Probleme mit den Eltern bekommt, wenn eure Ansprachen zu unterschiedlich sind und sich inhaltlich und von der Art her komplett unterscheiden.

    Auch in einem Breitensportverein kannst du in den Spielen nur die Kids einsetzen, die in Training und den Spielen selbst motiviert sind. Wer das nicht ist, hat auch nicht das Recht in den Spielen oder Turnieren die gleichen Einsatzzeiten zu bekommen, wie die motivierten Kinder.

    Darüber hast du schon einen großen Hebel in der Hand. Meist löst sich das Problem von selbst und diese Kids hören dann von selbst auf.

    Ich mag deine Argumentationen und bin auch der Meinung, dass der Sport nicht zu verkompliziert werden sollte.


    Im Vergleich zu anderen Sportarten ist der Fußball noch mit am ursprünglichsten meiner Meinung nach, was die Struktur des Spiels und das Regelwerk angeht.

    Da ist in anderen Sportarten deutlich mehr verändert worden über die ganzen Jahrzehnte.

    Eventuell ist genau das auch eines der Erfolgsrezepte des Fußballs weltweit.


    Über Nettospielzeit etc. kann man sicherlich nachdenken, umsetzbar wird es nur im Profisport sein. In der Fläche im Amateurbereich wird das die Schiedsrichter nur noch mehr stressen und zu deutlich mehr Aufwand führen, weil die Nettospielzeit für jeden auch sichtbar und transparent sein müsste.


    Worüber man im Fußball am meisten nachdenken müsste, wäre das Thema Fairness!

    Im Vergleich zu anderen Sportarten ist der Fußball meiner Meinung nach der Sport, bei dem am meisten auch außerhalb des normalen Spiels versucht wird sich Vorteile zu verschaffen.


    Das fängt mit der Beeinflussung von Schiedsrichtern an, bspw. durch Reklamierhände, bis hin zu rudelartigen Anlaufen des Schiedsrichters, bis hin zu Debatten mit Linienrichtern und Schiedsrichtern oder deutlich zu theatralisches Fallen nach Berührungen.

    Die gute Idee, dass nur der Kapitän mit dem Schiedsrichter reden kann, wird viel zu halbherzig umgesetzt.


    Ich wäre für die Einführung einer organgenen Karte, welche ein Spieler für 10min vom Feld nimmt, für ein äußerst unsportliches Verhalten. Bei zwei organgenen Karten gibt es einen Platzverweis.

    Das wäre also noch ein etwas härteres Bestrafen als ein Foul mit Gelbbestrafung.


    Der Fußball muss insgesamt wieder fairer werden!

    Aggressives Kommunizieren und Gestikulieren, Herausschinden von Vorteilen für das eigene Team etc., solche Dinge gehören nicht auf dem Fußballplatz und werden viel zu oft mit "Emotionen gehören halt dazu" abgetan.

    Man kann auch emotional sein, ohne unsportlich zu agieren.

    Was die organisatorischen Dinge angeht, können wir dir keine Vorgaben machen. Aber hier ein paar Ideen und Ansätze.


    Idealerweise teilt man die Trainings auf beide Vereine auf.

    Also ein Training bei diesem Verein, ein Training bei dem anderen Verein. So ist jeder Spieler auch mal in seinem "Nest".

    Auf welchem Platz ihr eure Spiele macht, müsst ihr untereinander absprechen.


    Nach Stärke einteilen hängt von der Menge der Spieler ab.

    Wenn du nur 20-25 Spieler insgesamt hast, kannst du nichts nach Stärke einteilen. 20 Mann sollte der Kader immer mindestens haben. Wenn du zwei Teams bildest, würde ich aus meiner Erfahrung heraus immer nach Stärke aufteilen. Das wird einigen Kindern/Jungs/Mädels/Eltern nicht passen, ist aber sportlich absolut sinnvoll und in einer SpG durchaus auch gut umzusetzen.

    Du kannst die Spieler nach ihrer Stärke passend deutlich besser trainieren und sie vielleicht auch in den Spielklassen dort einordnen, wo sie je nach Leistungsstärke idealerweise hinpassen. Viel Spielzeit für alle willigen Kids muss in der C-Jugend auch eines deiner Ziele sein.


    Ansonsten beachten was der Verband auch vorgibt, siehe Antwort von dschibi


    Bei den Trikots empfehle ich ganz klar speziell für die SpG einen Trikotsatz anfertigen zu lassen mit neutraler Farbe und der Betitelung der SpG. So fühlt sich niemand benachteiligt und du kannst den Jungs das Gefühl geben, das hier trotz SpG ein Team auf dem Platz ist.


    Das wird sowieso die große Kunst für euch. Nehmt dieses Jahr nicht als Überbrückung hin. Für euch Trainer ist es vielleicht eine kurze Zeit, "Nur" 1 Jahr. Für die Jungs ist ein wesentlicher Teil ihrer Nachwuchsfußballerlaufbahn.


    Organisiert am besten am Anfang der Saison ein gemeinsames Trainingslager, sodass die Jungs sich kennenlernen können, ein Teamgefühl entsteht und die Jungs lernen, die SpG als ihr Team zu akzeptieren.

    Auch während der Saison ist jedes Teamevent lohnend. Plant eine Weihnachtsfeier, Teamabende und vielleicht auch ein gemeinsames Hallenturnier und eine Abschlussfahrt.


    Haltet in jedem Fall auch fest, dass die Spieler bezüglich Vereinswechsel nicht angesprochen werden dürfen von einem der Vereine. Häufig führen SpG auch dazu, dass die Kids angesprochen werden von einem der Vereine, doch hier rüber zu wechseln. Wenn sie das allein entscheiden ist das okay, wenn sie angesprochen werden von einem der Vereine, kann das zu großen Spannungen zwischen den Vereinen führen.


    Ein Verein muss zudem "federführend" sein in der SpG. Das spiegelt sich dann auch im Namen der SpG wieder und in der Anzeige des Wappens bei bspw. fussball.de.

    Normalerweise ist dies immer der Verein, der die größere Anzahl von Spielern in der SpG stellt. Manchmal ist es auch der Verein, der komplett die Sportanlagen für die SpG stellt. Aber wie geschrieben, normalerweise der Verein, der die größere Anzahl Spieler stellt.


    Ansonsten sind wirklich gute Absprachen wichtig zwischen den Jugendleitern beider Vereine. Idealerweise hält man diese Absprachen auch in einem Schriftstück fest und lässt alle Verantwortlichen dieses auch unterschreiben. Bei Streitigkeiten bildet diese Vereinbarung dann auch die Grundlage.

    In der C-Jugend ist das mitunter wirklich schwer, weil da noch große individuelle und körperliche Unterschiede vorhanden sind.


    Auch hat nicht jeder Spieler schon die Fähigkeiten sich wirklich auf taktische Dinge im Spiel zu konzentrieren. Viele Spieler sind da noch sehr mit den fussballerischen Basics, also sich selbst, beschäftigt.


    Meiner Erfahrung nach sollte man auch noch nicht zu viel Inputs dort in das Team bringen. Wenn du da die ganzen Faustregeln schon reinwirfst, darfst du nicht erwarten, dass sie es auch schon umsetzen.

    Ich würde mich erstmal auf das Verschieben und den Abständen zwischen den Verteidigern konzentrieren

    Hey Oesi81


    ich kann dein Problem gut nachvollziehen, weil ich selbst schon mehrfach mit solchen Kindern zu tun hatte.

    Ich habe solche Kids es meist nicht leicht gemacht beim Training. Habe sie relativ harsch, aber sachlich, aufgefordert mehr zu bringen und vor allem Einsatz zu zeigen.

    In den meisten Fällen erkennen Kids und Eltern dies irgendwann. Wenn es Gespräche mit den Eltern gab, habe ich relativ offen dargelegt, dass ich nicht den Eindruck habe, dass ihr Kind Spaß am Fußball hat und sie doch gern mal zuschauen sollen.


    Ab dem Großfeld hat solch schwache Motivation bei immer auch Einfluss auf die Nominierungen und Aufstellungen genommen, sodass die Kids meist selbst dann aufgehört haben. Ab diesem Alter lässt auch der Einfluss der Eltern merklich nach.

    Hey janosch ,


    3x Training in der Woche klingt erstmal nach einem ambitionierten Verein im gehobenen Landesspielbetrieb.

    Du musst dir bewusst sein, dass mit zunehmenden Alter die Spiele deutlich ausgeglichener und enger werden, weil schlecht trainierte Mannschaften und mittelmäßige Fußballer spätestens in der A-Jugend häufig aufhören. Dort findest du also in der Regel fast nur noch Teams, die wirklich kicken können.


    Dein Torverhältnis klingt jetzt nicht danach, dass du Packungen bekommst, sondern es sind eher knappe Niederlagen.


    Aus deinen Aussagen heraus ist es noch schwierig für uns dir Hinweise zu geben, weil du zwar einige Ansätze für die Gegentore genannt hast, diese aber sehr unterschiedlich sind.


    Konteranfälligkeit, schlechtes Verschieben, individuelle Fehler, unterschiedliche Halbzeiten und sinnloses Dribbling.

    Das sind schon sehr unterschiedliche Fehler und Szenarien, wo jedes andere Lösungen erfordert oder die Lösungen zum Teil überschneiden.

    Wir müssten uns auf eine Sache, die am dringlichsten ist, fokussieren. Und dann nach und nach die Themen angehen.


    Konteranfälligkeit - wie Leodegar schon schrieb, eher taktisches Verhalten, Thema Gegenpressing und Umschaltbewegung, aber auch das Thema Spielaufbau und Restabsicherung können hier mit einspielen. Wenn dein Team bspw. schlecht den Ball in den eigenen Reihen halten kann und dazu neigt weit aufzurücken, dann bist du automatisch quasi konteranfällig.

    Da müsste man also konkret wissen, wo die Problemstellung hier liegt.


    Schlechtes Verschieben - hat viel mit Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein zu tun. Jeder muss sich bewusst sein, wie wichtig das ist. Kann man aber gut üben im Training.

    Sinnloses Dibbling - auch hier schrieb Leodegar schon Ideen. Warum dribbeln sie sinnlos? Gibt es keine Anspielstationen? Wie ist die Aufteilung der Jungs auf dem Feld? Wie bewegt sich das Team? Hast du sehr unterschiedlich starke Jungs im Team, dass die starken Dribbler lieber selber es probieren als abzuspielen?

    Unterschiedliche Halbzeiten - welche Halbzeit ist normalerweise besser oder schlechter? Ist die erste Halbzeit normalerweise schlechter? Kann das dann am fehlenden Matchplan liegen? Das die Jungs nicht richtig wissen, was sie tun sollen? Haben sie Angst zu verlieren? Hier kommen viele psychische Punkte mit rein.

    Zweite Halbzeit schlechter? Lässt die Kraft nach? Wird zuviel Aufwand ohne Ertrag betrieben in der 1.Hälfte, sodass die Jungs langsam müde werden? Kannst du mit den Wechseln Impulse setzen oder wird das Team dann nur signifikant schlechter, weil die Jungs draußen deutlich schwächer sind, als die Jungs auf dem Platz - das wäre ein typisches Problem für die Dorfklubs.

    Hast du ein homogenes Team mit vielen etwa gleichstarken Kindern oder so wie es in Vereinen unterhalb der großen Vereine und Leistungsvereine üblich ist ein eher heterogenes Team, also große Leistungsunterschiede bei den Kids.


    Wenn Letzteres der Fall ist, dann wirst du das mit den Provokationsregeln nur im Training hinbekommen. Im Spiel werden die Leistungsträger sehr oft versuchen sich allein an den Gegnern vorbeizudribbeln bevor sie zu dem technisch deutlich schlechteren Nachbarspieler passen.

    Das ist ein ganz typisches Problem

    Hey,


    wie derZUliebeTrainer schon schrieb, eine ganz klassische Situation.


    Aber grundsätzlich finde ich 24 Spieler im Kader für eine D-Jugend schon sehr groß. In dieser Altersklasse sollte man alles unternehmen als Verein, um alle Kinder auch in Spielen einsetzen zu können. Aus 24 Kindern sollte man eigentlich zwei Teams machen können. Dann bekommen alle Jungs auch ihre Einsatzzeiten. Es kann aber sein, dass es dafür keine Trainer gibt. Wenn immer die selben Kinder spielen müssten ja zudem auch mindestens 10 weitere Elternteile eine ähnliche Meinung wie du haben.

    Hier sollte das Gespräch mit dem Trainer und der sportlichen Leitung gesucht werden!


    Dann sehen viele Eltern ihre Kids deutlich anders auf dem Spielfeld als es ihre Trainer sehen. Ich sage immer, dass Eltern ihre Kids durch die "rosarote" Brille häufig sehen, also deutlich stärker wahrnehmen, als das Kind eigentlich ist.

    Das hat damit zu tun, dass der Fokus von Eltern deutlich mehr beim eigenen Kind ist, wenn sie ein Spiel anschauen und die Aktionen deutlich positiver wahrgenommen werden als vom Trainer, der normalerweise das ganze Team beobachtet.


    Aber wenn der Trainer seine Spieler erst 5 Minuten vor Ende einwechselt und zudem immer die gleichen Jungs einsetzt, dann scheint der Trainer einen deutlichen Fokus auf die Ergebnisse zu legen und die Entwicklung aller Spieler scheint eher im Hintergrund zu stehen.

    Auch das ist ein Thema, was mit dem Trainer und der sportlichen Leitung diskutiert werden sollte!

    Ich bin gerade in einer B-Jugend und kann mir nicht vorstellen, dass es gar keine Spieler bei dir im Team gibt, die Verantwortung übernehmen könnten.

    Führungsspieler sind für mich im Nachwuchs Spieler die sportlich und menschlich unumstritten sind im Team und als Vorbilder in beiden Aspekten taugen.

    Menschlich ist mir sehr wichtig, dass der Spieler bei allem anerkannt und relativ beliebt ist, einen Draht zu den Jungs hat und eine gewisse Grunddisziplin und hohe Motivation mitbringt.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es da in deinem Kader niemand gibt.

    Wir hatten früher sehr viele und gute Spezialisten. Weltklassestürmer, Weltklasseverteidiger etc.


    Das liegt an unserer Art der Ausbildung. Wir rotieren viel im Nachwuchs und achten darauf unsere Kicker vollumfänglich alles beizubringen.


    Spezialisten auszubilden würde bedeuten, die Kids früh für bestimmte Positionen herauszusuchen und zu "casten" und dementsprechend dann in die Positionsausbildung zu bringen. Bei der Masse an Kids, die wir im Nachwuchsfußball haben, kann man das sicherlich machen. Die Franzosen könnte man hier mit ihrer Ausbildung als Vorbild nehmen. Wir haben uns aber lange an den Spaniern orientieren, die aber ähnliche Probleme haben wie wir. Auch die Spanier haben seit Jahren keine Weltklassestürmer als Beispiel.

    Ich trainiere eine B-Jugend und habe seit Jahren eine große Taktiktafel (ich glaube die ist 60cm * 45cm) mit Magneten und Stiften immer dabei. Die Taktiktafel ist in einer Tasche, die ich mir über die Schulter hängen kann.


    Vorteil der Taktiktafel ist, dass sie mobil ist. Ich habe nicht immer die Möglichkeiten, Folien aufzuhängen, bzw. sind potentielle Orte zum Aufhängen von Folien an Stellen, wo man schlecht das Team davor hinstellen/hinsetzen kann.


    Mit der mobilen Taktiktafel bin ich mitten drin bei den Jungs oder kann sie auch mal auf dem Platz mitnehmen. Diese Flexibilität finde ich sehr schön

    Das sind ganz typische Diskussionen, die du auch nie vollumfänglich verhindern kannst.


    Viele, vor allem Väter, versuchen ihre Erfahrungen über dein Training zu packen.

    Wichtig ist aber, dass du deine Philosophie den Eltern in einer Elternversammlung erklärst und dann auch danach handelst.

    Also du musst dich dann nicht nach jedem Training rechtfertigen.


    Diskussionen über Gruppeneinteilungen etc. beantworte ich immer ziemlich kühl damit, dass ich nicht nur auf ein Kind fokussiert bin, wie das naturgemäß bei Eltern nunmal der Fall ist, sondern das große Ganze im Blick haben muss. Also die ganze Gruppe und das mit Blick auf die nächsten Jahre.


    Fussballerische Ausbildung ist immer ein Marathonlauf und kein Sprint. Aktuelle Trainer sollten über informiert sein über aktuelle Trainingsphilosophien, die vom DFB und den Landesverbänden trainiert werden. Dies muss die Grundlage unseres Handelns sein. Ansonsten bräuchte der DFB nicht diese Investitionen tun.

    Das ist vor allem eine Kopfsache.


    Die Kids merken dann, der Gegner ist leicht und wir können ein paar Schritte weniger spielen, können vielleicht weniger sinnhaft spielen und machen bspw. mehr sinnlose Dribblings oder übereifrige und unüberlegte Aktionen.

    Der Gegner ist stark und die Kids wissen, dass sie sich an die Vorgaben des Trainers halten müssen.


    Das ist auch bei vielen Erwachsenenteams ein zu beobachtendes Phänomen.

    Im Erwachsenenfussball kommen noch taktische Aspekte hinzu. Starke Gegner mauern bspw. nicht nur und spielen mehr mit, dadurch gibt es mehr Räume fürs eigene Spiel und das ganze Spiel ist flüssiger und schneller, als wenn nur ein Team aktiv mitspielt und das andere Team bspw. nur mit hohen Bällen spielt.

    Ich sehe es auch so, dass die Körpergröße, wenn sie sich im normalen Rahmen bewegt, nicht so relevant ist und bei den Sichtungen auch nicht das Hauptaugenmerk ist.


    Meine Beobachtung geht einfach in die Richtung, dass die Scouts auf gewisse Grundtugenden achten, auf denen sie dann aufbauen können.

    Wenn Agilität und Schnelligkeit nicht vorhanden sind, sehen sie kaum Möglichkeiten diesen Spieler auf Spitzenniveau zu bringen. Und das ist auch in meiner Beobachtung mit die wichtigste Eigenschaft, die du im normalen Fußball heutzutage benötigst.

    Und sie lässt sich eben kaum signifikant verbessern. Du kannst an Feinheiten arbeiten, aber da gehört viel naturgegebenes Talent einfach dazu.


    Technik muss in den Grundlagen einfach schon ausreichend vorhanden sein, um darauf aufbauend die Spieler weiter verbessern zu können. Wenn die Basics noch nicht ausreichend sitzen, kann ich nicht in die Spitzenförderung gehen.


    Mut und Selbstbewusstsein sind essenziell, wenn du dich im Haifischbecken Leistungsfussball durchsetzen möchtest.