Beiträge von golfstrom

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    Absolut, das beobachte ich auch oft. Spieler, die es bei den ambitionierten Breitensport- und Leistungsvereinen nicht schaffen, hören sehr oft komplett mit dem Fußball auf.

    Sie sind sich oft zu schade, wieder zu ihrem Basisverein zurückzukehren oder haben aufgrund des meist sehr stark vorherrschenden Ergebnisdrucks die Lust verloren.

    Ich mache seit 10-15 Jahre regelmäßig Hallenturniere und auch Turniere draußen und nehme immer Startgeld von den Teams.

    Bis vor etwa 5 Jahre waren das meist 20-25€, seit einigen Jahren meist 30/35€ pro Team. Ich hatte es noch nie gehabt, dass sich irgendein Team dafür beschwert hat. Das zahlen doch meist die teilnehmenden Vereine und nicht die Trainer persönlich.


    Unsere Hallenturniere dienen vor allem der Aufbesserung der eigenen Teamkasse.

    Wir haben auch zumeist einen Sponsor, der zudem alle Ausgaben für Pokale, Essen, Schiedsrichter usw bezahlt.

    Nach dem Sponsor ist das Turnier meistens auch benannt.


    Die Durchführung benötigt einen Großteil der Elternschaft und wie schon gesagt, gehen dann die Einnahmen aus Startgeldern, Essenverkäufen direkt in die Teamkasse. Einmal haben wir das Geld auch einer Organisation komplett gespendet.


    Normalerweise nehmen wir um die 1000,- ein für ein Turnier und stecken das meist in die Abschlussfahrten oder Teamevents.

    Als die Kids kleiner waren haben wir davon auch Teamequipment oder Weihnachtsgeschenke gekauft

    Du kannst doch in Spielformen einbauen, dass Tore nur nach vorherigen Übersteigern zählen.

    Klingt vom Ablauf her doof und ist nicht wirklich spielnah und sollte auch nicht zu oft und ständig gemacht werden, würde aber dazu führen, dass sie es zumindest probieren müssen in den Phasen dieser Regulation.


    Ich würde sowieso mehr wert auf das Erlernen von Körper- und Schussfinten legen. Diese bringen meiner Meinung in den Spielen deutlich mehr Effekte als Übersteiger in jeglicher Form.

    Aber Übersteiger können den Kids Spaß machen und deswegen ruhig mal mit einbauen in die Spielformen

    Ich sehe es auch so wie du. Auch im F- bis D-Bereich kann man den Jungs schon sinnhaftes Dribbling beibringen. Ihnen also aufzeigen, dass ein Innenverteidiger vielleicht nicht immer losdribbeln sollte und ein Stürmer/Flügelstürmer oder OM schonmal mehr Dribblings probieren darf. Wichtig ist aber, dass die Spieler dann auch im F- bis D-Bereich rotiert werden. Also nicht immer dieselbe Position einnehmen.

    Ab dem C-Bereich, wo ja dann auch das große Feld bespielt wird, halte ich es schon für wichtig, den Jungs deutlich aufzuzeigen, wo Pässe sinnhafter sind, wie man sich ohne Ball auf den jeweiligen Positionen gut bewegt und auf welchen Positionen und in welchen Räumen Dribblings sinnvoll sein können

    Absolut.


    Das war gestern echt ein Statementsieg!

    Ich habe lange keine solche Spielfreude mehr gesehen wie gestern bei der deutschen Mannschaft.

    Von Anfang an ein sehr hohes Pressing, komplettes Hochschieben und dadurch unfassbarer Druck für die Slowaken, welchen sie nicht lange standhalten konnten.

    Ob das gegen bessere Teams auch so klappt, weiß ich nicht, aber gestern war dies gegen diesen Gegner und zu diesem Zeitpunkt eine perfekte Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft.

    Die Art und Weise des Spielens ist schon sehr ausschlaggebend, um eine Leistung beurteilen zu können. Und da hat die deutsche Nationalmannschaft seit ihrem Nationsleague-Aus gegen Portugal nur noch selten überzeugt.


    Ich war Anfang des Jahres noch sehr positiv gestimmt, muss aber aktuell sagen, dass ich kein gutes Gefühl mit Blick auf die WM 2026 mehr habe. Irgendwie werde ich auch den Eindruck nicht los, dass der Abgang von Sandro Wagner damit zu tun haben könnte. Ich fand ihn im Gespann mit Julian Nagelsmann echt klasse und der Fußball wirkte strukturiert, zielstrebig und war auch größtenteils erfolgreich.

    Aktuell habe ich das Gefühl, dass die Nationalmannschaft keine richtige Spielidee hat, die sie mit Überzeugung vorträgt. Ich habe nur in kurzen Sequenzen das Gefühl, dass Energie, Leidenschaft und Zielstrebigkeit dabei ist.


    Mal schauen, wie Julian Nagelsmann das bis zur WM hinbekommt. Schon das Spiel heute Abend wird sehr interessant sein, weil es eine hohe Wichtigkeit hat und der Gegner zwar schlagbar, aber kein Fallobst, ist

    Im Landesspielbetrieb brauchst du bei uns (Brandenburg) eine C-Lizenz in diesen Altersklassen. Im Kreisspielbetrieb ist keine Lizenz meines Wissens nach notwendig in diesen Altersklassen.


    Was ihr im Training macht, ist euch völlig selbst überlassen. Da kann rein formell auch der Platzwart trainieren.

    In guten Vereinen wird im Rahmen eines sportlichen Konzepts zumeist definiert, welche Qualifizierungen ein Trainer in den jeweiligen Altersklassen mitbringen sollte. Zumeist ist das aber "nur" die C-Lizenz.

    Der Status eines Nationalspielers einer der Topnationen im Weltfußball steigert deinen eigenen Marktwert signifikant. Du bist auf dem Fußballmarkt einfach mehr wert, wenn du deutscher oder englischer Nationalspieler bist als türkischer oder algerischer Nationalspieler.

    Die Chance bei besseren Vereinen unterzukommen und bessere Verträge zu erzielen ist dann einfach höher.


    Und nur darum geht es im Wesentlichen dabei. Was bringt deiner Karriere mehr? Da spielen die Berater eine ganz entscheidende Rolle.


    Aber wie schon geschrieben, es gibt Beispiele von Spielern die sich auch für ihr Herz entscheiden, und das hat man auch zu respektieren und nicht zu kritisieren!

    Wir haben bei uns am Platz einfach ein Ausschankverbot von Alkohol bei Kinder- und Jugendspielen, bzw es ist einfach kein Bier da zu den Spielen. Nur das Rauchen kriegen wir nicht in den Griff....

    Bei Kinder- und Jugendspielen gibt es bei uns auch kein Bier. Auch das Rauchen ist nur außerhalb des Geländes erlaubt.

    Dafür wird umso mehr bei den Herrenteams getrunken. Insbesondere bei den Spielen der Herrenmannschaften verdienen wir mit Bier richtig gutes Geld.

    Und auch nach den Trainings unserer Herrenmannschaften ist der Bierkonsum sehr hoch. Da gehen teilweise mehrere Kästen Bier weg

    Ja, Fußball ist definitiv der unfairste Sport und im Umgangston ist Fußball mit Sicherheit in weiten Teilen ganz unten anzusiedeln.


    Auch Alkohol ist im Fußball extrem weit verbreitet. Nicht nur im Zuschauerbereich, sondern auch innerhalb der Teams.

    Interessant finde ich aus meinen Beobachtungen innerhalb der Herrenteams, dass Zusammenkünfte außerhalb des Platzes quasi nur mit Bier stattfinden können. Wenn nach einem Herrentraining kein Kasten Bier da steht, verlassen alle sofort das Gelände ;)

    Das fragt sich jetzt auch der DFB: Der beispielhafte Fall Maza

    Ich glaube, dass durch die Berater sehr häufig abgewogen wird, welche Nationalmannschaft den Wert eines Spielers auch steigern kann.

    Özil, als bestes Beispiel, hat sich mit Sicherheit nicht für Deutschland entschieden, weil sein Herz dies so gesagt hat, sondern weil er talentiert genug war für Deutschland zu spielen und dies seinen eigenen Wert deutlich gesteigert hat und er damit auch überragende Verträge anschließend erreichen konnte.


    Da geht es also immer auch darum, wie talentiert bin ich, habe ich in den nächsten Jahren Chancen für Deutschland zu spielen.

    Insbesondere Spieler mit Migrationshintergründen aus der Türkei, Tunesien, Algerien etc. sind häufig nicht so sozialisiert in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder anderen westlichen Ländern, dass ihr Herz bedingungslos für das Land ihrer Geburt schlägt.


    Can Uzun und Kenan Yildiz haben sich sogar trotz ihres herausragenden Talents für die Türkei entschieden. Ich denke beide hätten auch der deutschen Nationalmannschaft sehr gut zu Gesicht gestanden und haben das Talent dort auch prägend zu sein.


    Man sollte dies aber nicht zu kritisch sehen. Wenn ich als Sohn deutscher Eltern in Australien geboren bin und aufwachse, werde ich mich vermutlich auch in einem großen Teil als Deutscher sehen.

    Ich kann diese Entscheidungen für das Heimatland der Eltern immer auch nachvollziehen.

    Die Kovac-Brüder bspw. haben auch für Kroatien gespielt und niemand hat es kritisiert.


    Die Diskussion über die Ausbildungsentschädigung halte ich aber definitiv für gerechtfertigt. Der DFB bildet natürlich im Wesentlichen dafür aus, dass die Spieler irgendwann einmal deutsche A-Nationalspieler sind. Genau wie andere Verbände für ihr Land.

    Und da kann ich es schon verstehen, dass diese Investitionen natürlich nicht für die unmittelbare Konkurrenz gemacht werden sollen.


    Ich kann mich noch gut an die WM 2002 in Japan/Südkorea erinnern.

    Dort kam Senegal bis ins Viertelfinale, schaltete vorher den amtierenden Weltmeister Frankreich aus mit einer Mannschaft aus Spielern, die zu 90% in Frankreich ausgebildet wurden und auch einen französischen Trainer hatte. Also sowohl Spieler als auch Trainer wurden von den Franzosen selbst ausgebildet und schalteten ihr Ausbildungsland quasi aus der WM aus.


    Die Türkei kam damals sogar bis ins Halbfinale.

    Mit Spielern wie Bastürk, Havutcu, Davala und Mansiz war sie auch mit einigen Spielern ausgestattet, die in Deutschland geboren wurden und vom DFB ausgebildet wurden.

    Sehe solche Spiele mit deinem Team doch als Herausforderung!

    Meistens weiß man vorher was auf einem zukommt und dann kannst du die Jungs eben auf Gegner vorbereiten, die holzen und lang schlagen. Auch hier sollte dein Team Lösungen erzielen und auch lange Bälle können mal eine Lösung sein.

    Dann passt ihr euer Spiel eben mal für dieses eine Spiel an und übt wie man Zweikämpfe führt, lange Bälle abwehrt und selber vorne verarbeitet, auf zweite Bälle geht, nachrückt vernünftig etc.


    Ich gehe davon aus, dass in eurer höchsten Spielklasse ja solche Gegner eher die Ausnahme sind, weil normalerweise hast du langfristig in höheren Spielklassen damit keinen Erfolg.

    Also mit den Fachfremden als Trainer hat sicherlich mehrere Gründe.


    Zum einen sehen sich viele nicht als Fachfremd, weil sie bspw. häufig Fußball im TV schauen, teilweise auf Freizeitbasis spielen etc.

    Normalerweise steigen diese Leute aber nur dann als Trainer ein, wenn sich niemand anderes findet. Sobald auch nur ein Hauch einer Chance besteht, einen Fußballer als Trainer zu bekommen, steigen die meisten aus.


    Aktive Fußballer als Trainer zu finden ist tatsächlich echt schwierig. Mein Sohn trainiert als aktiver Fußballer seit vielen Jahren auch Kinder und Jugendliche und es gab Jahre, da war er von Montag bis Donnerstag mit eigenem Training und dem Training der Kids beschäftigt.

    Er stand jeden Tag auf dem Trainingsplatz! Dazu die Spiele am Wochenende. Teilweise hatte er keinen Tag, an dem er nicht mit Fußball beschäftigt war.

    Jetzt haben wir es hinbekommen, dass er zumindest an den gleichen Tagen trainiert.

    Jetzt hat er an zwei Tagen die Woche direkt von der Arbeit ab 16:30 bis 21:30 Uhr durchgehend Programm mit Training der Kids und anschließendem eigenen Training.

    Da bleibt null Zeit mehr für andere Dinge.


    Da musst du erstmal Leute finden, die da Bock drauf haben!

    Da kannst du vielleicht versuchen die jungen Leute mit Geld zu locken, aber das ist auch nicht immer einfach.

    Dazu kommt, dass gerade die Moderation der Eltern für junge Menschen nicht immer einfach ist.

    Nicht jeder junge Mensch ist den Erwachsenen rhetorisch gewachsen, um in Diskussionen bei kniffligen Entscheidungen zu gehen.


    Zu den Anforderungen an die Trainer. In den Breitensportvereinen in unserer Gegend läuft es beim Volleyball und beim Handball sehr ähnlich mit den Trainern.

    Da sind ebenso sehr häufig keine aktiven oder ehemaligen Volleyballer oder Handballer als Trainer tätig, weil sich auch dort keine Leute finden lassen.

    Das wird auch sehr häufig von Leuten gemacht, die sich einfach für den Sport etwas interessieren und möchten, dass die Kids betreut werden können.

    Hey, danke für deine Hinweise Alex82


    Teambuildingmaßnahmen machen wir schon. Wir waren im Juli erst ein Wochenende mit allen auf Teamfahrt, waren letzten Freitag nach dem Spiel noch gemeinsam essen und auch eine Weihnachtsfeier mit Indoorfussball und gemeinsamen Essen ist bereits geplant.

    Ebenso veranstalten wir auch ein Hallenturnier.


    Spielformen sind bei uns auch relativ gängig, zwar nicht nur, aber schon in einem hohen Anteil. Verlierer von Wettkampfformen machen bei uns meistens Liegestütze oder müssen schonmal Tore wegschleppen oder Material aufräumen.


    Mit den Eltern pflegen wir seit Jahren einen engen Kontakt. Sie waren bspw. bei dem Turnier unserer Teamfahrt als Zuschauer in großer Anzahl 250km angereist und haben die Jungs unterstützt. Währenddessen gab es auch viele Gespräche. Ebenso werden sie bspw. bei dem eigenen Turnier auch eng eingebunden.


    Es läuft auch nicht grottenschlecht. Letzten Freitag holten wir bspw. im Auswärtsspiel ein 0:2-Rückstand in den letzten 5min auf und spielten noch 2:2. 5min länger und wir hätten das Spiel sogar noch gewonnen. Also die Moral war dort durchaus vorhanden.


    Vielleicht ist auch unser Anspruch zu hoch. Mal schauen, wie sich das entwickelt

    Wir hatten am Wochenende ein Jugendturnier von G- bis D-Jugend. An sich war es ne schöne Sache, die aber durch das Verhalten zweier Trainer von F-Jugendmannschaften getrübt wurde.

    Einer schrie die Kinder bereits beim Aufwärmen an, wenn sie einen Fehler machten und auch während der Spiele brüllten er und sein Co-Trainer den Kindern permanent Anweisungen rein. Ein anderer Trainer kritisierte seine Spieler während der Spiele lautstark, vor allem sein Torwart bekam bei jeder Unsicherheit oder Fehlern was ab. Das "Highlight" war, als der Kleine einen Torschuss im 1 gegen 1 abwehrte und ein Tor verhinderte. Anstatt ihn dafür zu loben, kristisierte der Trainer lautstark, dass er den Ball hätte festhalten sollen.

    Wir waren uns echt als Veranstalter nicht sicher, ob wir die Kollegen mal darauf ansprechen sollten, haben uns aber um des lieben Friedens wegen dagegen entschieden. Ich verstehe nicht, wie Eltern freiwillig ihre Kinder so etwas aussetzen.

    Sowas solltet ihr immer direkt ansprechen.

    Sonst machen diese Trainer beliebig weiter und halten ihre Vorgehensweise für ideal

    Ich habe im Sommer gemerkt, dass ich in den Ferien nix vermisst habe.

    Meine Zeit ist abgelaufen, ich habe einfach keine Lust mehr und möchte meine Zeit lieber in andere Projekte stecken.

    Ich mach noch drei Wochen und dann ist Schluss.

    ich bin auch seit über 10 Jahren Jugendtrainer in einem Breitensportverein und trainierte in dieser Zeit von E- bis jetzt B-Jugend alle Altersklassen.

    Ich muss sagen die größte Frustration habe ich derzeit.

    Was mich am meisten stört ist, dass von den Jugendlichen wenig Begeisterung zu erzeugen ist.


    Bei manchen hat man den Eindruck, dass sie Fußball spielen, weil a) die Eltern einen Sport von ihnen verlangen b)sie cool sein wollen und einfach zeigen wollen, dass sie irgendwo mitmachen c)sie nicht dick werden wollen.


    Um Ergebnisse zu erzielen, Meisterschaften zu gewinnen und generell besser zu werden fehlt vielen die Leidenschaft.

    Ebenso habe ich bei vielen Jungs den Eindruck, dass sie sich nicht quälen wollen. Sobald Widerstand da ist oder das Spiel nicht leicht "über die Lippen" läuft, wird teilweise aufgegeben oder es wird dargestellt, dass man verletzt ist und verlässt das Spielfeld.
    Auch die Trainingsbeteiligung lässt bei vielen zu wünschen übrig. Man merkt, dass der Einfluss der Eltern nachlässt und jeder auch nur kleinste Grund gesucht wird um abzusagen.


    Auch Teamfahrten scheinen gar nicht mehr so erwünscht zu sein. Ich habe den Eindruck, dass den Jungs dann gefühlt ein Wochenende geklaut wird, an dem sie relativ frei zocken können. So nehme ich das zumindest aus den Zwischentönen wahr. Obwohl wir eigentlich immer auch attraktive Destinationen für Teamfahrten heraussuchen mit nicht allzu stressigen Abläufen.

    Es scheint, dass viele lieber daheim abhängen, als mit den Jungs zu zocken.


    Ich bin nicht in einem Leistungsverein sondern in einem Breitensportverein und mir ist bewusst, dass die Ansprüche nicht zu hoch aufgehangen werden dürfen, kann mich aber an meine Vergangenheit im Nichtleistungsbereich erinnern und habe den Eindruck, dass diese Dinge deutlich nachgelassen haben.


    Man muss auch sagen, dass ich relativ unterschiedliche Gruppierungen habe innerhalb der Mannschaft. Da sind Jungs aus der örtlichen Gesamtschule, die mich ein wenig an meine eigene Jugend erinnern. Die ein relativ offenes Mundwerk haben, auch mal Blödsinn machen, in der Schule teilweise auch ihre Schwierigkeiten haben.

    Dann ist da die andere Gruppierung aus dem örtlichen Gymnasium. Relativ arrogant und verschlossen. Sehr unter sich und schwierig zu erreichen. Reden wenig, und wenn dann nur unter sich. Beide Gruppen haben relativ talentierte und gute Fußballer, haben aber wenig miteinander zu tun.


    Bei mir zieht das deutlich die Motivation runter und ich bin am Überlegen, wie lange ich mir das noch antue, obwohl ich in den Ferien schon gemerkt habe, dass mir etwas fehlen würde.

    Ich hatte letztes Jahr ein Pokalviertelfinale im Mai mit der C1 unseres Vereins und wir spielten gegen einen Gegner, den wir im Ligabetrieb bereits zweimal geschlagen hatten, zwar knapp aber eben geschlagen. Faktum ist, wir bräuchten dazu unsere Topbesetzung.


    Ja, und dann hatte einer der Jungs an dem Spieltag Geburtstag und lädt zur Feier ein, welche natürlich zur Spielzeit stattfindet. Teilgenommen haben da natürlich weitere 3 Jungs, sodass uns 4 Leistungsträger fehlten und das Team auch aufgrund weiterer Abwesenheiten stark ersatzgeschwächt und gestützt mit Jungs aus unserer C2 auffüllen mussten.


    Wir verloren natürlich dieses Pokalspiel und dies löste in unserem Trainerteam auch starken Frust aus.

    als A-Jugendtrainer im Breitensport gab es diesen Moment mehrmals.

    Mein Highlight, Spiel um Platz 1 und vorletztes Saisonspiel. Der Kader war dünn, mit 20 Spielern in die Saison gestartet und mit 15 Spielern beendet.

    Unglücklicherweise war das Spiel Sonntag Vormittag und zeitgleich war ein Feuerwehrfest. Natürlich haben sich nicht alle Spieler für Fußball entschieden und wir sind zu diesem Spiel mit 11 Mann gefahren und haben in der 60. Minute den Torwart gegen einen verletzten Feldspieler getauscht. Da fragt man sich dann schon, für wen mache ich das.

    Das ist schon heftig. Du spielst um den Titel mit und dann hast du soviel Abgänge und Absagen bei einem entscheidenden Spiel?

    Wahnsinn - es gibt doch nichts besseres für die Jungs einen Titel zu gewinnen!


    Ich kenne solche Einstellungen nur, wenn du um die goldene Ananas spielst und die Jungs jetzt das nächste Spiel als nicht so wichtig erachten. Da kann ich das sogar verstehen.

    Ich habe beide Söhne auch trainiert und bin dann aber dabei geblieben als ich ihre Teams abgegeben hatte.

    Ich bin daher kein Vatertrainer, habe aber jahrelange Erfahrung auch als Vatertrainer.


    Meine Erfahrungen sind dazu gespalten.

    Ich glaube, dass in den meisten Breitensportvereinen ohne die Vatertrainer nichts laufen würde. Normalerweise werden sie dort in der G-Jugend und F-Jugend "rekrutiert" und starten dann in ihre Laufbahn als Trainer. Wenn es gut läuft haben sie Erfahrung als Spieler und/oder machen Lizenzen. Mitunter hast du aber komplette Fußballneulinge oder einfach nur Fußballinteressierte, die aber selbst nie gespielt haben.


    Hier kommt es jetzt viel auf den Verein an. Nimmt der Verein die "Neulinge" an die Hand, gibt Konzeptionen vor oder überlässt er den Neutrainern komplett die freie Hand.

    Aus meiner Beobachtung heraus ist eher letzteres der Fall auch aufgrund von einem Mangel an sportlichen Leitern etc..

    Jugendwart und ähnliche Positionen sind häufig eher in formellen Dingen involviert und geben keine Konzeptionen vor oder überwachen die Entwicklung der Jungs. Häufig ist nur wichtig, dass es halbwegs läuft, keine Beschwerden der Elternschaft kommen und die Teams halbwegs mitschwimmen.


    Vorteil der Vätertrainer ist, dass sie eben erstmal grundsätzlich eng verwurzelt sind mit dem Ort und den Kids der Mannschaft. Häufig sind ja auch Freunde des eigenen Kindes im Team. Sie kennen die Kids häufig auch außerhalb des Fußballplatzes und sind auch mit der Elternschaft häufig teilweise befreundet. Zudem sind sie im Idealfall bereit viel Freizeit für das Team zu opfern, an den Wochenenden an diversen Turnieren teilzunehmen, mehrere Fahrten etc zu machen. Sie sind hier ja auch in der Vaterrolle und bei ihrem Kind mit dabei.


    Nachteile sind oftmals die mangelnde Erfahrung als Trainer. Sie starten in den wichtigsten Altersklassen mit ihrem Trainerdasein neu. Das sieht man dann häufig an den Teams, wo mitunter selbst in der D-Jugend die Basics noch nicht sitzen. Die Teams sehr unausgeglichen entwickelt sind und fussballerische Defizite kaum beseitigt werden können.

    Manchmal handeln sie auch willkürlich, bevorteilen oder benachteilen ihr eigenes Kind und bauen Spannungen zu der Elternschaft auf, weil diese das Team nicht fair geführt fühlen.

    Zudem kann es vorkommen, dass sie schlagartig aufhören, wenn ihr eigenes Kind bspw. kein Interesse mehr am Fußball hat oder den Verein wechselt.


    Die Idealvorstellung ist immer ein "Nicht-Vater"-Trainer mit entsprechenden Qualifizierungen und Erfahrungen. Aber dieser Vorstellung können kleinere Vereine kaum nachkommen, weil solche Trainer häufig auch Aufwandspauschalen etc verlangen und sich die Vereine aussuchen können, also begehrt sind als Trainer und dort hingehen, wo die besten Bedingungen angeboten werden können.