Beiträge von golfstrom

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    Wenn die Spielform intensiv ist und auch gecoacht wird, dann kann es durchaus fruchtbar sein, auch wenn mit vernünftigen strukturierten Übungen sicher ein größerer Lernfortschritt erreicht werden kann.


    Ich kenne aber auch Trainer, die sich Übungen aus dem Internet heraussuchen, häufig mit stumpfen Passabläufen, Dribblings oder Torschüssen, diese kaum coachen und wenig Intensivität drin ist, viel Stillstandszeit vorhanden ist und dann denken sie machen hervorragendes Training.


    Da wird die oben genannte Spielform mehr Sinn machen und den Kids mehr bringen.


    Laut deinen Erzählungen wird es aber vermutlich eher Bolzplatzfussball sein. Da würde ich auch über den Jugendwart gehen und fragen, ob das der Sinn und Zweck des Trainings dauerhaft sein soll

    Hallo Coach_T - was du ansprichst sind die ganz typischen Themen in einem Breitensportverein, vermutlich in einer Großstadt oder im Speckgürtel einer Großstadt.

    Zusammengefasst - viele Kinder, großes Leistungsgefälle, wenig Ehrenamtliche und Ergebnisdruck von dir selber oder von den Eltern.


    Also erstmal brauchst du definitiv Hilfe!

    Im Verein nach einem Co-Trainer oder "Spielfeldbegleiter" suchen oder bei den Eltern nochmal nachfragen!

    Du musst klarstellen, dass du so kein qualitativ gutes Training machen kannst und das eher einer Betreuung gleicht und dass du so vor allem ausbrennst, man also mittelfristig auch dich verliert als Trainer so.

    Pro ca.10 Kinder = 1 Trainer, das war immer meine Faustformel.


    Dann empfehle ich immer nach Leistung aufzuteilen in Spielen und Training.

    Ich bin jetzt 15 Jahre als Jugendtrainern in Jahrgängen von der E- bis B-Jugend dabei und habe alle möglichen Aufteilungen bereits ausprobiert und die Aufteilung nach Leistung wird auch Schmerzpunkte hervorbringen, die aber mittelfristig besser zu moderieren sind als umgekehrt.


    Nur so kannst du die leistungsstarken Spieler weiter fördern und bei den leistungsschwachen Spielern einen Fokus auf die Basics legen.

    In den Spielen wirst du mit großen Leistungsunterschieden mittelfristig vor allem bei den Leistungsträgern Unzufriedenheiten wahrnehmen, weil es sie einfach frustriert neben sich keine gleichstarken Mitspieler zu finden.

    Das leistungsschwache Team wird anfangs auch Klatschen einstecken, aber gebe diesen Jungs Zeit sich zu finden, suche Testspielgegner auf deren Niveau. Sie werden lernen Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen und werden sich schneller entwickeln als wenn du sie mit den leistungsstarken Spielern "mitschwimmen" lässt. Zusammen mit den leistungsstarken Spielern werden sie meistens zu Statisten auf dem Feld oder zu Zulieferern. Erobern Bälle und suchen sofort den Leistungsträger, um den Ball dorthin zu geben. Sie übernehmen meist keine Verantwortung dort und haben überhaupt kein Selbstvertrauen in ihrem Handeln, weil sie die "Schlechten" im Team sind und meist Schuld sind, wenn das Team verliert.

    Wir hatten immer bei den klassischen Spielformen ein starkes und ein schwächeres Team. Die Spieler aus dem starken Team haben sich meistens als nächsten Schritt aus dem Verein herausentwickelt und sind zu Leistungsvereinen gewechselt und die besten Spieler aus dem schwächeren Team sind dann nachgerückt ins bessere Team. Die Abgänge im schwächeren Team wurden dann meist durch Neuanfänger aufgefangen. Diese Vorgehensweise war transparent und auch motivierend für alle Beteiligten.

    Hallo zusammen, unser aktueller Trainer in der C-Jugend spielt mit uns im Training immer nur. Wir machen nichts anderes. Und bis jetzt wurden 3 Spieler von ihm aus der Mannschaft geworfen weil sie sich beschwert haben. Was soll man da machen?

    Spielt immer nur ist noch etwas unscharf.

    Wie sind denn die Spielformen? Immer gleich oder variieren diese? Ist Schärfe und Coaching in den Spielformen oder plätschert das so daher und der Trainer steht neben und macht andere Dinge?

    Die Vorgehensweise des kompletten Durchwechselns macht nur Sinn, wenn du das konsequent in allen Wettbewerben durchziehst. Dann wissen deine Eltern Bescheid und gehen diesen Weg mit oder nicht und auch deine Kids wissen Bescheid und halten eventuelle ergebnistechnische Nachteile auch als Normal. Es muss eine klare Prinzipie deiner Handlungsweise sein.


    Wenn du bei bestimmten Spielen davon abweichst, machst du dich angreifbar.

    Und auch nur ein konsequentes Durchziehen dieser Vorgehensweise von Anfang an führt zu einer ausgeglichenen Ausbildung der Jungs.

    Ich sehe es genauso, dass im Nachwuchsbereich ohne Bande gespielt werden sollte.


    Bei uns ist es offt üblich, dass auf einer Seite mit Bande gespielt wird, dass ist dann oft die Wand. "Richtige" umlaufende Banden habe ich tasächlich noch nie live gesehen.


    An den Banden kommt es dann Gelegentlich auch zu gefährlichen Situationen und auch die Zweikämpfe an der Bande sind überhaupt nicht sehenswert. Oft wird die Bande ja damit begründet, dass der Ball im Spiel bleiben soll und es nicht soviele Unterbrechungen gibt. Aber ich kann mich Golfstrom da nur anschließen, die Kids müssen lernen sauber zu spielen und den Ball auch sauber zu verarbeiten. Die Ausline kann da ein gnadenloses Feedback geben, genau wie der Gegenspieler. Aus meiner Sicht sollte man das den Kids so früh wie möglich zutrauen.

    Ja, Rundumbanden sind auch absolut selten und nur im Rahmen von größeren Turnieren zu finden.

    Oft ist es die eine Turnhallenseite gegenüber den Zuschauern, die als Bande genutzt wird.


    Die wenigsten Kids nutzen die Bande aber, um bspw. mit ihr zu passen und an Gegenspieler vorbeizukommen.

    Normalität ist eher, dass größere Spieler ihre körperliche Überlegenheit an der Bande zu wilden Zweikämpfen nutzen und sich dort vorbeischieben und dabei kann es wie Atzeikke schon schrieb auch schnell zu Verletzungen kommen.

    In dem Link ist, zumindest bei mir, nichts mehr zu finden.


    Um zur Überschrift zurückzukehren.

    Im Nachwuchsfußball hat eine Bande nichts zu suchen beim Hallenfußball. Zumindest nicht beim offiziellen Hallenfußball.

    Ich erlebe das jetzt gerade wieder, dass dies häufig dazu führt, das sinnlos dort gegengeschossen wird oder die Spieler wilde Zweikämpfe an den Banden führen.


    Klare Auslinien führen dazu, dass sie gezwungen werden, die Bälle sauber zu verarbeiten, technischeren Fußball zu spielen und alles etwas überlegter stattfinden zu lassen. Für mich im Nachwuchs eine klare Argumentation gegen die Banden.


    Die Tore sollten zu den Torleuten passen! Bei G-D-Jugend sind Handballtore durchaus gut geeignet. Anschließend können die größeren Tore verwendet werden

    Du musst wirklich abwägen, welche Grundkonstellation du vorfindest.


    Bist du im Nachwuchs tätig, dann muss deine Philosophie entscheidend auf Ausbildung ausgerichtet sein und die aktuellen Ergebnisse zeigen nur den Fortschritt deiner Ausbildung an. Deine Ausbildung darf sich nicht an den Ergebnissen orientieren, sondern an dem Können der Kinder/Jugendlichen.


    Bist du im Männerfußball tätig, muss im Breitensportbereich berücksichtigt werden, was die Spieler auch wollen.

    Wollen sie Ergebnisorientierung und bestimmte kurzfristige Erfolge, dann musst du natürlich den Kader und die Fähigkeiten berücksichtigen und schauen, welche Taktik und Spielidee gut zu den Spielern passt und mit welcher Spielidee sich die Spieler auch wiederfinden.

    Wollen Sie Entwicklung haben, da gelten ähnliche Grundsätze wie bei den Kindern und Jugendlichen.

    Im Breitensport ist eher schwer bspw. 30jährige Spieler, die aufgrund von Arbeit und Familie vielleicht nur an 50-60% der Trainings (meist 2x die Woche) teilnehmen können, noch signifikant zu verbessern. Da gilt häufig nur der Blick auf das nächste Spiel und die gemeinsame Diskussion, wie man ein Wunschergebnis am besten erzielen kann.

    Eckball: pro und contra - siehe kicker.de

    Sehr interessante Diskussion!

    Ecken abschaffen oder anpassen oder nicht.


    Ich halte es eher wie der zweite Journalist. Ecken gehören zum Fußball dazu und sind ein wunderbares Instrument auch als technisch und spielerisch unterlegene Mannschaft zu Torchancen oder gar zu Toren zu kommen.


    Sie können strategisch sehr unterschiedlich ausgelegt werden, von kurzen Ecken bis zu Varianten an den Strafraumrand ist vieles schon geboten worden.


    Aber ich halte es auch für richtig, dass genauer hingeschaut werden muss mithilfe der Videowiederholungen.

    Torhüter werden oft hart angegangen oder in ihrem Raum stark eingeschränkt. Das gehört stärker sanktioniert.


    Ich sehe es aber mittlerweile auch immer öfter, dass Torhüter dieses Gerangel ausnutzen und sich bei jeder Berührung fallen lassen, um die Ecke abgepfiffen zu bekommen.

    Der italienische Weltklassekeeper Donnarumma ist hier das Paradeexemplar.

    Beobachtet ihn mal bei Ecken!

    Er sucht regelrecht den Kontakt mit den gegnerischen Spielern und lässt sich dann häufig im richtigen Moment sehr theatralisch fallen und bekommt damit sehr häufig die Ecken weggepfiffen. Sehr clever und ein umgekehrtes Ausnutzen dieser Situation.

    ich bin seit vielen Jahren als Trainer tätig und kann jetzt keine signifikanten Verschlechterungen der allgemeinen Koordinationsfähigkeiten bei den Jungs feststellen. Ich bin jetzt aber auch im Speckgürtel einer Großstadt tätig, wo viele Kinder aus gut behütetem Elternhaus stammen und die Eltern auch auf Bewegung etc. achten.


    Es gab zu meiner Zeit als Fußballer schon koordinativ gute und schlechte Fußballer und auch als ich anfing als Trainer vor ca.15 Jahren gab es koordinativ gute und schlechte Fußballkids.


    Koordinative Übungen und Spielformen gehören ins Training jeder Altersklasse wie der Zucker in den Kuchen.

    Bei den Kleinfeldkids jeder Altersklasse natürlich idealerweise in Spielformen und in Form von Wettkämpfen.

    Auch Stabilisierungsübungen und Übungen mit dem eigenem Körpergewicht sollten ab der D-Jugend schon gut integriert werden ins Training.

    Es geht ja bei dem Training mit Kindern nicht nur darum, den Kindern den Fußball beizubringen, sondern ich sehe in unserer Rolle als Trainer auch ganz klar den Auftrag, den Kindern einen sorgsamen Umgang mit dem eigenen Körper beizubringen und den Kindern beizubringen, wie sie den Körper und damit ihre eigene Leistungsfähigkeit in Form bringen können.

    Das gibt ihnen neben den fußballerischen Fähigkeiten auch Skills mit ins Leben, auf denen sie jederzeit zugreifen können und ihrem Körper Gutes tun können.

    Bei Erwachsenenteams oder Teams der A- und B-Jugend kann man mit dem Team bspw. auch mal eine Session im Fitnessstudio unter Anleitung eines Trainers buchen oder in der Vorbereitung auch körpereigenen Übungen verteilen.

    Ich würde es anders angehen: geh mal ein paar Wochenenden zu den Spielen in deiner Umgebung und der passenden Altersklasse und achte drauf, welcher Trainer/Team dich von der Art her anspricht.

    Den Trainer kannste dann sicher nach dem Spiel freundlich anquatschen. Frag am Besten nach einer Hospitation. Dann ist klar, dass du zwar lernen möchtest aber niemanden aus dem Amt kicken.
    Falls es menschelt, werden sie dich dann schon von sich aus fragen ob du bleiben möchtest.

    Ich sehe es auch wie Goodie

    E-Mails zu schreiben, da wird oft nicht drauf reagiert in Breitensportvereinen.

    Schaue dir Spiele von Vereinen in deiner Umgebung an und beobachte die Trainer.

    Und dann gehe persönlich auf die Trainer zu.

    Auch Trainingseinheiten wirst du dir anschauen können, die Zeiten stehen meist auf den Websites der Vereine.

    In Breitensportvereinen läuft viel über diese persönliche Basis.

    Ich denke deine Situation haben die meisten schon mal durchlebt und insbesondere im F- bis D-Jugendbereich hast du in den Spielklassen in Deutschland leider riesige Leistungsunterschiede.


    Vor allem die jüngeren Jahrgangsteams können in der falschen Staffel in der E- bis D-Jugend schnell mal zu Kanonenfutter werden.


    Ich finde es überhaupt schonmal löblich, dass du den Austausch suchst hier und dich reflektierst. Das machen viele Trainer schon gar nicht.


    Mit den von Dirk Coerverfan genannten Ansätzen wirst du in vielen Bereichen bei konsequenter Umsetzung schon langfristig Erfolge erzielen.

    Und in diesem Satz steckt schon die Hauptproblematik und ich denke wenn ich deine Beiträge richtig gelesen habe, dann könnte hier auch dein Problem liegen.

    Du schriebst in einem deiner Beiträge, dass du viel umschwenkst in den Übungsinhalten.

    Und das könnte eines deiner Hauptprobleme sein!

    Bevor die Kinder, die von dir angefangenen Inhalte überhaupt verarbeiten und damit erlernen können, schwenkst du möglicherweise schon in neue Inhalte.

    Du meinst es gut mit den Jungs und möchtest abwechslungsreiches Training anbieten, es könnte aber sein, dass genau dies dein Hauptproblem für die geringe Lerngeschwindigkeit ist.

    Du gibst den Kids keine Chance bestimmte Inhalte wirklich zu verinnerlichen und zu üben. Du kratzt sie alle kurz an, sie lernen sie kennen und vielleicht erlernen auch einige wenige talentierte Spieler bereits diese Inhalte, aber ein Großteil des Teams wird neue Verhaltensweisen, neue Techniken so nicht anwenden, weil zu wenig geübt.


    Versuche dich mal auf wenige Übungen und Spielformen zu konzentrieren und wiederhole sie immer wieder mit nur sehr wenigen Veränderungen!

    Lege deinen Fokus darauf, dass diese Übungen und Spielformen von Training zu Training besser werden und perfektioniert werden.

    Ja, viele Trainer machen es viel zu kompliziert und suchen sich vor jedem Training neue Übungsformen heraus.

    Definiere für dich 5-6 Übungs- und Spielformen, die deinem gewünschtes Lernziel entsprechen und wende diese über mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate hinweg, nahezu permanent an im Training und beobachte wie sich der Lerninhalt verbessert!

    Und erst wenn die Kids die Inhalte gut anwenden können, auch in den Spielen, schwenke auf neue Übungsformen um.

    Hab keine Angst, dass die Kids die Übungs- und Spielformen langweilig finden könnten!

    Das sehe ich absolut genauso. Im Kinderfußball sieht man ja auch relativ schnell, dass die besten Offensivspieler auch die besten Defensivspieler wären, wenn sie hinten eingesetzt werden würden.


    Wenn du offensiv stark bist, kannst du im Erwachsenenfußball normalerweise auch die Defensivaufgaben relativ schnell umsetzen.

    Die taktisch relevanten Punkte kannst du schnell erlernen, das was du fußballerisch benötigst, hast du normalerweise drauf als guter Offensivspieler.

    Mit Bezug auf den Profifussball - setze mal einen Harry Kane in die Viererkette!

    Ich bin überzeugt, er wird diese Rolle nach ein paar Wochen Umgewöhnung herausragend ausüben.

    Jetzt mal umgekehrt - setze mal einen Jürgen Kohler in den Sturm oder als Spielmacher oder Flügelspieler ein. Er wird kaum in der Lage sein, dort Niveau reinzubringen mit seinen Fähigkeiten.


    Mal ganz einfach ausgedrückt - die fußballerisch besten Spieler spielen meistens im offensiven Mittelfeld, im Sturm oder auf den Flügeln. Dort wo du eben deren Fähigkeiten brauchst, um Torchancen zu erspielen.

    Und je früher diese festgelegte Positionierung im Kinderfußball beginnt und je länger sie durchgezogen wird, desto mehr wird die Schere zwischen den guten Spielern und sehr guten Spielern auseinandergehen.

    Deswegen ist das was Dirk Coerverfan als Punkte aufgezählt hat auch so wichtig, weniger Ergebnisorientierung, weniger Tabellen - nimmt den Trainern den Druck Ergebnisse erzielen zu müssen und kann der Fokus auf eine sinnhafte Ausbildung der Kinder gelegt werden.

    Meine Erfahrung ist, dass insbesondere im Breitensportvereinen die meisten Trainer diesen Druck nicht standhalten und teilweise schon früh im F- und E-Bereich knallhart nach Leistung aufstellen und die Kids auf bestimmten Positionen regelrecht "festspielen" und zudem den besseren Kindern deutlich mehr Spielzeit geben, weil sie die Ergebnisse sichern.

    Herauskommt dann in der C- oder B-Jugend ein total unausgewogener Haufen Fußballer, wo 2-4 Spieler ein sehr gutes Niveau haben und dann der ganze Kader extrem stark abfällt nach Stärke. Die schwächsten hören dann häufig schon in der D-Jugend, spätestens C-Jugend auf.

    Dann lamentieren diese Trainer häufig, dass sie ja in ihrem Dorfverein nur wenige starke Spieler haben und sie nichts dafür können, dass der Kader so ist, wie er ist.

    In der Mehrheit hatten sie das aber selber in der Hand in den letzten 10 Jahren der Ausbildung dieser Jahrgänge.


    Ich sage nicht, dass man aus jedem Spieler einen Messi machen kann, ich behaupte aber ziemlich sicher, dass man aus den allermeisten Spielern zumindest für den Kreisbereich und unteren Landesspielbetrieb sehr passable Spieler ausbilden kann, die die Grundlagen beherrschen.

    Sehe ich definitiv genauso, man sollte im Training von G- bis D-Jugend wirklich viel Dribbling auch erlauben und die Übungsformen so gestalten, dass viele 1-1-Situationen vorhanden sind. Dribblings und Finten sind Grundlagen für jeden guten Fußballer, und die meisten Profis, welche ihr im TV bei den Topklubs seht, waren in ihrer Jugend Offensivspieler und sind erst als ältere Jugendspieler bzw. sogar erst im Männerfußball zu Defensivspielern geworden.


    Wie einige meiner Vorredner bereits erwähnt haben, kann man aber auch einem D-Jugendspieler oder sogar E-Kids bereits erklären wann Dribblings Sinn machen und wann ein Passspiel sinnhaft ist. Das hat etwas mit dem Erlernen von Spielintelligenz zu tun und gehört aus meiner Sicht genauso in die Ausbildung, wie die technischen Themen.


    Man sollte nur bei den kleinsten Kindern noch viel rotieren, sodass alle Kids auch mal in die Positionen kommen, wo Dribblings auch sinnvoll sind.

    5+1 kommt schon äußerst selten vor. Zumeist wird 4+1 gespielt. Und ja, ich hatte auch schon Turniere, wo ich ohne Wechsler durchgekommen bin. Meist die eigenen Turniere, wo ich aus meinem Team 2 Mannschaften mache. Wenn dann einer fehlt oder sich verletzt, dann müssen die anderen Jungs schonmal auf die Zähne beißen.


    Erfahrungsgemäß ist man aber nicht schlechter dadurch, weil ich es so kenne aus den Breitensportvereinen, dass ja kaum ein Team ausgeglichene Kader hat. Und wenige Wechsel lassen das Team einspielen und das kann gegenüber der Konkurrenz sogar ein Vorteil sein.


    Von der Formation her lasse ich defensiv meist ein 2 + 2 spielen, also 2 Spieler sind eher tief und 2 Spieler greifen ab der Mittellinie an.

    Im Offensivspiel formiert sich das Ganze meist zu einem 1 + 3, also ein Spieler sichert hinten noch ab, die restlichen Spieler rotieren vorne und sind in massiver Bewegung. Wenn ich mit mitspielendem Torwart spiele, dann ist die Formation 2 + 3.

    Also grundsätzlich ist ein Verein kein Wirtschaftsunternehmen und es geht in einem Verein ja nicht darum, bestimmte Teams stellen zu müssen etc., sondern normalerweise bildet der Verein aus der Anforderung seiner Mitglieder seine Teams.


    Wenn ihr also weniger Mitglieder aus demografischen Gründen habt, kannst du das schlecht ändern. Du nimmst grundsätzlich ja nur den anderen Vereinen die Kinder ab und dann haben die das Problem.


    Ihr müsst euch zusammentun in eurem Ort und überlegen, wie man GEMEINSAM mit der Situation umgeht!

    Vielleicht orientiert sich ein Verein etwas leistungsorientierter, ein anderer Verein eher etwas breitensportorientierter.


    Mit dem JFV ist doch schonmal ein richtiger Ansatz gestartet worden.

    Und wenn dieser sogar runter geht bis in die E-Jugend, dann kann das doch nur förderlicher sein. Vielleicht sogar runter bis in die G-Jugend, sodass die Vereine gar keine Ausbildung mehr machen und nur noch die Erwachsenenteams betreuen?

    Wenn 5 Leute insgesamt auf dem Feld spielen, würde ich nicht mehr als 3 Wechsler mitnehmen. Also mit 8 Leuten anreisen.


    Das viele Gewechsel macht niemanden glücklich und die Jungs bekommen neben den normalerweise langen Pausen bei Hallenturnieren auch genügend Einsatzzeiten.


    Wie du wechselst hängt extrem stark von deinen Spielerinnen ab.

    Normalerweise hast du immer wenige starke Spieler, die das Spiel tragen. Die solltest du als Säule auch mehr Spielzeit geben, wenn du möchtest, dass dein Team etwas reißen soll beim Turnier.

    Ich mache das auch vom Gegner abhängig.

    ich kenne tatsächlich das Gefühl und habe in meinen 15 Jahren als Nachwuchstrainer auch bereits die sogenannten zweiten Mannschaften trainiert.

    Es wird im Nachwuchsfussball viel zu sehr auf die Ergebnisse geschaut. Diese führen dazu, dass du auch nicht gerecht aufstellst.

    Die in der F- und E-Jugend talentierteren Spieler oder körperlich bereits weiter entwickelten Spieler bekommen dort bereits deutlich mehr Einsatzzeiten als die kleineren und untalentierteren Spieler.


    Dies führt dazu, dass die Schere zwischen diesen Spielern von Jahr zu Jahr weiter auseinandergeht.


    Viele Trainer nutzen die Leitung der Mannschaften natürlich auch dazu sich zu profilieren. Sie geben mit ihren Ergebnissen an, berichten von Siegen in ihrem Status und geben natürlich auch mit ihren Erfolgen an.


    Aber zu deiner Ausgangssituation zurückkommend - ja, du hast es mit Sport zu tun. Da wird sich mit Ergebnissen definiert und die meisten Eltern möchten ihre Kinder natürlich siegen sehen.

    Man merkt häufig, dass erfolgreiche Trainer von den Eltern und auch Vereinsfunktionären regelrecht angehimmelt werden. Es wird kaum hinterfragt, wie sie zu den Erfolgen kommen. Den Eltern der Kids, die nicht oder kaum spielen, wird meist kaum gehört. Der Trainer hat ja recht, er ist erfolgreich und dementsprechend besser als der Trainer des Nachbarorts.

    Häufig führt das dazu, dass diese Kinder dann kündigen und aufhören mit Sport. Die besseren Kinder verlassen dann den Verein zu leistungsorientierten Vereinen und über bleibt meist ein Scherbenhaufen, der dann häufig auch nicht mehr von dem ehemaligen Erfolgstrainer trainiert wird. Da musst du dann ran und den Haufen wieder neu aufbauen.

    Im Kinderfußball hat es oftmals was mit den Zusammenstellungen der Teams zu tun.

    Drauf achten, dass die Teams in den richtigen Staffeln spielen und so zusammengesetzt sind, dass möglichst ausgeglichen gespielt werden kann.

    1:18 oder 0:15 verliert man meist nicht nur wegen dem Kopf, sondern da sind dann meist auch qualitativ große Abstände zum Gegner sichtbar, die die eigenen Kinder dann resignieren lässt.

    Die Kinder sollten möglichst immer das Gefühl haben mithalten zu können. Bei Spielständen mit mehr als 10 Toren Abstand, hat meist nur ein Team am Spiel teilgenommen, das andere Team stand nur vor dem eigenen Tor.


    Dann ganz klar die Eltern auch instruieren, welch Wirkung die "dritten Halbzeiten auf den Rückfahrten" auf die Kinder haben können!

    Wenn der Fußball zu hoch in den Familien aufgehangen wird, dann wird die Wichtigkeit eines Spiels in immense Höhen gehoben. Das baut Druck auf das Kind auf. Manche Kids können damit gut umgehen, andere Kids zerbrechen regelrecht daran.


    Zudem ist das Coaching sehr wichtig.

    Viele Trainer coachen bei einem positiven Spielstand deutlich mehr als bei einem negativen Spielstand. Ich habe Trainer erlebt, die aktiv anfangen zu coachen und mit jedem Gegentor immer ruhiger werden und bei mehr als 5 Toren Abstand resigniert nur noch an der Seite stehen, obwohl die Kids da gerade die Hilfe bräuchten.


    Also, Teams die stark unterlegen sind brauchen auch vom Coaching her viel Hilfe.

    Positives Zureden, setzen von kleineren Zielen (wir versuchen nur 5 Gegentore zu fangen/die zweite Halbzeit zu gewinnen/wenigstens 1-2 Tore zu schießen) und konkrete Hilfestellungen sind gerade bei großen Rückständen sehr wichtig.

    Wenn man mit 5-10 Toren führt braucht man nicht viel coachen. Aber bei großen Rückständen brauchen die Kids eure Hilfe von der Seite, und sei es nur zum Motivieren