Beiträge von let1612

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich würde gerne ein paar Punkte aus dem Thread Jugendspieler diskutiert, tritt nach und stört hier fortsetzen, weil sie aus meiner Sicht mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun haben:

    - wo können sich Kinder heute noch "Raufen" ohne das sofort ein Elternteil eingreift?

    - wo haben Kinder heute noch die Möglichkeit Verhalten oder Probleme unter sich zu klären?

    - musste man früher als 4 oder 5 Jähriger sich seinen Platz in der Familie suchen/erkämpfen, danach vielleicht noch im Kindergarten, sind es heute der Fußball-, Schwimm-, Musikverein usw. - und natürlich alles unter Aufsicht der Eltern bzw. eines Erwachsenen


    Ich habe Freunde, die hatten früher fast wöchentlich eine "Rauferei" - heute sind sie treu sorgende Familienväter -> ohne psychologische und pädagogische Hilfen (um nicht zu sagen Eskalationen), die heute angestoßen werden würden. Ich plädiere deshalb zu mehr Vertrauen in die Kinder.


    Ein Beispiel: bei mir gab es in der G-Jugend keine Eltern in der Kabine. In der F-Jugend bin ich jetzt nicht einmal mehr selbst in der Kabine (Zettel mit Trikotnummer reicht). Natürlich gibt es da gruppendynamische Prozesse, aber die Kinder bekommen auch die Chance diese zu erleben - ohne das gleich ein Erwachsener einspringt. Wir wollen den Kindern Selbstvertrauen und Selbstverantwortung vermitteln, nehmen ihnen aber jede Chance weg, es zu lernen.


    Zum Thema Foulspiel/Gewalt lasse ich im Training mehr zu als im Spiel, um den Kindern eine Chance zu geben diese Situationen zu erleben.


    Und ob wir es wollen oder nicht, sind wir Pädagoge, Erzieher, Richter, Integrationsbeauftragter usw. in einer Person. Und das nicht nur im Kinder- und Jugendfußball (ich gebe dem Jugendspieler mal einen Namen: Ribery - wie würdet ihr nun entscheiden?).

    Mich stimmt auch der #30 von luibo nachdenklich. Dort steht: "Wir sind keine Pädagogen" - dem könnte man hinzufügen: "Wir sind keine Richter", fällen hier aber ein Urteil.

    Es gibt sehr viele Auflagen für Vereine. Warum ist nicht eine Auflage einen Pädagogen zu beschäftigen? Heute werden sogar Sozialpädagogen an Schulen eingesetzt - und dort arbeiten Lehrer, die zumindest einige Stunden Pädagogik belegen mussten. In den Vereinen darf aber jeder mit "sauberem" Führungszeugnis Kinder und Jugendliche trainieren.


    Der Berliner Fußball-Verband hat auf seiner Downloadseite einen Leitfaden zur Gewaltprävention. Dort steht z.B.:

    "Es ist die Aufgabe des Betreuers oder des Trainers, einen Spieler, der anderen mit Gewalt droht, aus dem Spiel zu nehmen.

    Damit wird ein Zeichen gesetzt: Ich, der Trainer, toleriere keine Formen von Gewalt oder Gewaltandrohungen!

    Diese Haltung kann der Trainer aber nicht erst dann zeigen, wenn es akut wird. Er muss sie schon vorher immer wieder zeigen. Im Training, bei Mannschaftsbesprechungen, aber auch außerhalb des Fußballfeldes muss der Trainer diese Haltung vertreten."

    oder

    "Entscheidend ist: Der Spieler muss spüren, dass man sich um ihn kümmert, aber sein negatives Verhalten nicht hinnimmt."


    Auch schön beim Berliner Fußball-Verband: Sicherheits- und Präventionsbeauftragter (da kann man sich die professionelle Hilfe beim Verband holen).

    Trainer E : warum wird für die Kids irgendwann ein anderer Wind wehen? Bleiben wir beim Wind: er entsteht durch Hochdruck und Tiefdruck - zwei entgegengesetzte Druckarten. Wo kommt der eine oder andere Druck her? Und warum? Muss das so sein? Aus meiner Sicht nicht: im Fußball gibt es das "Naturgesetz" nicht. Bei uns spielt in der A-Jugend auch der 100kg Mann an dem fast das ganze Spiel vorbei läuft - und das nicht aus Spielermangel. Beim Nachbarverein gibt es bei den Aktiven eine 3. Mannschaft - warum soll da nicht jeder spielen? Habe übrigens selbst mal in einer 3. gespielt - wir hatten sehr viel Spaß (und einige haben später dann Bezirksoberliga gespielt). Das Problem ist man selbst (ich merke es an mir selbst - da spielt der eigene Sohn, man will den Jungs etwas beibringen, ein bisschen Erfolg haben und dann hat man 3-4 drin, an denen verzweifelt man. Da fragt man sich, was macht denen am Fußball Spaß. Aber sie kommen Woche für Woche. Warum sollen die nicht auch in einem Breitensportverein spielen? Auch in der B- oder A-Jugend?).

    Jeder TrainerIn ist für sein Handeln selbst verantwortlich. In keiner Vereinssatzung steht, dass man siegen muss, ab der D-Jugend nur Leistung zählt usw. Es gibt keine Ausreden und Entschuldigungen für das eigene Verhalten. Sorry, dafür seid ihr als TrainerIn selbst verantwortlich.

    Trainer E : ich bin auch kein Basketballtrainer (auch kein Sportlehrer) nur Sportinteressierter. Aus meiner Sicht ist allerdings ein Dribbling in jeder Sportart dasselbe (sonst würde man aus meiner Sicht auch nicht ein Wort dafür benutzen - z.B. im American Football spricht man von einem Run oder Rush und nicht von einem Dribbling)


    Für mich gibt es folgende Stufen des Dribblings:

    1) Fußball: mit einem Bein den Ball führen; Basketball: mit einer Hand den Ball prellen

    2) Fußball: mit beiden Beinen den Ball führen; Basketball: mit beiden Händen den Ball prellen

    3) Fußball: den Ball eng am Fuß führen; Basketball: den Ball mit Ballkontrolle prellen (z.B. Höhe des geprellten Ball)

    4) Fußball: Richtungswechsel; Basketball: Richtungswechsel

    5) Fußball: Finten (z.B. Schere, Zidane usw.); Basketball: Finten (keine Ahnung wie die heißen (z.B. Crossover - gerade bei youtube gefunden): z.B. Drehung mit Körpertäuschung, Wurf- und Passfinten)

    6) Besonderheit Basketball: man darf nur einmal dribbeln (Schrittfehler)

    7) Fußball: Dribbeln mit dem gegnerfernen Fuß; Basketball: Prellen mit der gegnerfernen Hand

    8 ) Fußball: Körper zwischen Ball und Gegner bringen (Fouls bekommen); Basketball: Körper zwischen Ball und Gegner bringen (Fouls bekommen)

    9) Fußball: Laufwege (z.B. Kreuzen); Basketball: Laufwege

    10) Fußball: breit machen (z.B. mit Stellung der Arme); Basketball: breit machen durch Stellung der Arme

    11) Besonderheit Basketball: Blocken (ist aber schon Gruppentaktik)


    Hier mal ein Basketballbild - dribbeln in Vollendung. Ich sah allerdings Kinder, die Stufe 2 noch nicht erreicht hatten und den Arm ausgefahren haben, ohne Gegenspieler (d.h. konnten nur mit einer Hand prellen, Ballkontrolle war nicht vorhanden (prellen bis zum Kopf), keine Richtungswechsel (Dribbling wurde höchstens durch überlaufen gewonnen), keine Finten usw.).


    Und das gleiche erlebe ich auf den Fußballfeldern - hier war auch mal so eine Diskussion um das Abstoßen vom Gegenspieler

    Auftaktbewegung #4

    Am letzten Wochenende schaute ich zum ersten Mal Basketball U10 an.


    Hier die Miniregeln: www.basketball-bund.de und hier der Verstoß dagegen www.basketball-bund.de (Verzicht auf Ergebnisse und Tabellen) ;). In Bezug auf Tabellen und Korbhöhe (Torgröße) ist der Fußball schon weiter bzw. gibt es im Fußball schon länger.


    Regeln:

    - Die Spieleranzahl und die min. Einsatzzeiten sind vorgeschrieben.

    - Manndeckung ist vorgeschrieben. Doppeln und Blocks verboten. Doppelpass und Schneiden ist erlaubt.


    Es war ein Spiel zwischen einem Bundesliganachwuchs und einem Dorfverein. Das Ergebnis war Mitte 80 zu 8 für den Bundesliganachwuchs.


    Was fiel mir auf:

    - Manndeckung hat mir nicht gefallen, weil die Kinder oft nichts damit anzufangen wussten und Stereotypen folgten ("zwischen Angreifer und Korb")

    - der Bundesliganachwuchs fing zielstrebig und konsequent an (1 Viertel 32:0). Im weiteren Spielverlauf probierten sie immer mehr aus (Dreierwürfe, Dribbelarten bzw. -finten und Wurftechniken) - fand ich gut, weil ich mich zwischendurch gefragt hatte, wem das Spiel etwas bringt.

    - nicht gefallen hat mir, dass beim Dorfverein die Kinder nicht richtig dribbeln konnten, aber Teile demonstrativ den dribbelfernen Arm zum Abblocken gehoben haben (das erinnerte mich an die Fußballkids denen zuerst die Tricks mit den Armen beigebracht werden anstatt das Dribbling mit den Füßen).

    "Als Hauptursache für diese Störung sehen Forscher eine genetische Veranlagung. Eines der Alternativ-Verfahren, das sich großer Beliebtheit erfreut, ist die aus den USA stammende „Edu-Kinestetik“, auch „BrainGym“ genannt. Ihre Verfechter behaupten, die Ursachen einer LRS lägen in einer mangelnden Koordination zwischen linker und rechter Hirnhälfte, und die meisten Legastheniker hätten in ihrer frühkindlichen Entwicklung das Krabbel-Stadium übersprungen." Quelle: wissenschaft.de


    Milchschnitte : ich kann deine Reaktion nachvollziehen. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es nicht. Aber frage mal nach wie viele Eltern und Lehrer mit dem Placebo-Effekt arbeiten ;)

    Ganz wichtig finde ich auch den Einwand von Trainer E zum Thema Entwicklung. Was ist das beste für das Kind? Verpasst es etwas? Das Kind wird sich weiterentwickeln und warum muss es sich schneller weiter entwickeln? Entwicklung ist auch kein linearer Verlauf. Es wird Schwankungen geben - mal höhere und mal niedrigere. Zur Entwicklung gehört nicht nur die fußballerische Wettkampffähigkeit. Hier sollte auch Selbstständigkeit, soziales Verhalten, Motorik usw. berücksichtigt werden. Teilweise schaden Entwicklungssprünge sogar (z.B. hat ein Kind aus meiner Verwandtschaft die Krabbelphase übersprungen und lief gleich. Folge war, dass er bei b und d sowie p und q beim Lesen Probleme hatte und er mit 10-11 vermehrt Krabbeln durfte um das wieder auszugleichen. Und es war erfolgreich, aber nicht angenehm für das Kind).

    Warum lässt man den Kindern keine Zeit sich zu entwickeln? Warum greift man immer vor (vor allem im Sport)? Warum lässt man sich die Kinder nicht unter weniger Druck sich ausprobieren (v.a. im Fußball)?

    In kaum einer Sportart (Ausnahme Turnen) wird so früh angefangen. In kaum einer Sportart gibt es so professionelle Strukturen. In keiner anderen Sportart gibt es so viele Sporttreibende. Wie schaffen es die anderen Sportarten überhaupt, dass deutsche Teilnehmer international erfolgreich sind? (Hockey, Handball, Biathlon usw.)

    Lasst den Kindern Zeit, sie entwickeln sich von alleine.

    Hier mal 2 Beispiele von mir (Brüder).


    Der größere wurde früher eingeschult und übersprang dann eine Schulklasse. Er spielte mit seinen Kumpels aus der Schule Fußball - also 2 Jahrgänge über seinem eigentlichen. Er nahm dann an einem Ferien Fußballcamp eines NLZ Vereins teil. Die wurden sofort auf ihn aufmerksam und wunderten sich, dass sie ihn mit ihren Scouting Methoden noch nicht entdeckt hatten - er gehörte zwar im Dorfverein zu den besseren 2 Jahre darüber, aber er wurde halt auch immer als einer der 2 Jahre älter ist bewertet. Spielt heute im NLZ in seinem Jahrgang und gehört zu den besseren.


    Der kleinere war bei mir in der G-Jugend. In der G-Jugend (1. Jahr) trainierten wir teilweise mit 2-3 Jahrgängen (1 Jahr älter und 1 Jahr jünger). Er war der Beste und seinem Jahrgang weit überlegen und den Älteren ein bisschen. Ich sprach mit seinen Eltern und sagte ihnen, dass ich in diesem Alter noch nie so einen Fußballspieler gesehen hätte (ich habe vor Jahren bei einem heutigen NLZ F-Jugend trainiert und habe schon viele gute Spieler gesehen). Ich sagte zu ihnen, dass er vom fußballerischen Wettkampf mit den Ältern mitgehen müsste, ich ihn aber gerne bei mir behalten würde, um ihn motorisch und sozial sowie fußballerisch individuell weiter bringen zu können. Er blieb dann bei mir und das obwohl wir wenig Trainingsvergleiche und Turniere spielten. Er war natürlich im Verein bekannt und nicht nur die 1. Jahr Älteren, nein auch die 2 Jahr Älteren fragten ihn immer wieder als Aushilfsspieler an (1 Spiel machte er sogar bei 3 Jahr Älteren) - dort war er nicht Mitläufer, sondern ein bestimmendes Element. Deshalb musste ich immer bremsen (die Eltern standen/stehen voll hinter mir). Durch Spiele auf dem Bolzplatz mit seinem Bruder war er es auch gewohnt mit Älteren zu spielen. Das Kind war bereits als 4 Jähriger allein im Dorf unterwegs und kam immer alleine zum Training. Selbstständigkeit war somit auch vorhanden. Durch seinem Bruder war er natürlich im NLZ auch bekannt. Er war dann auch beim Ferien Trainingscamp (von 3 Tagen sagte er an Zweien, dass er nicht mehr hingeht, weil die keine Ahnung hätten) und wurde dann in die U9 aufgenommen (spielte dann bei 1 Jahr älteren). Dort gehört(e) er auch zu den besseren. Das hatte zur Folge, dass er diese Saison mit denen mitgeht.

    2. Bundesliga - Vereine im Süden

    FC Ingolstadt: U19 und U17-U11 (im Konzept steht sogar noch eine U9 und 10); Talenttage und Fußballschule mit Fördertraining von 5-13 Jahre

    SV Sandhausen: Sandhäuser Kids (D, E1, E2, F1, F2) und daneben "Kleine Sandmänner (U9-11) + U12-U17 + U19 und Fußballschule mit Fördertraining 7-13 Jahre

    FC Heidenheim: U12-U17 und U19; Fußballschule (E1, E2, E3, F1, F2, F3, Bambinis) und Feriencamps

    SpVgg Greuther-Fürth: U8-U17 und U19; Fußballschule und Fußballcamps; Sichtungstage und Kooperationsvereine

    Jahn Regensburg: U10-U17 und U19; Fußballschule (Talenttraining 6-14 Jahre)


    Quelle war die Homepage der Vereine - hat mich nach dem Thread

    Fussballschule Zweitligist jetzt doch interessiert ;)

    Eine einfache Torschussübung:

    Die Hälfte steht ca. 5-8m hinter dem Tor und die andere Hälfte steht ca. 30m vor dem Tor. Ein Torwart im Tor.

    Die Spieler hinter dem Tor (Verteidiger) machen einen Torwartabschlag (Spannstoß aus der Luft) über das Tor auf die Spieler vor dem Tor (Stürmer). Verteidiger rennt um das Tor und versucht das Tor des Stürmers zu verhindern.

    Reize: Abschlag muss in einem bestimmten Bereich landen (Punkt für Verteidiger); Stürmer muss in einem bestimmten Bereich den Ball verarbeiten (Punkt für Stürmer); Stürmer muss in einem Tor nahen Raum abschließen


    andere Idee: Fußball-Baseball

    Mit wem spielt er in der Freizeit Fußball? Gleichaltrige oder Ältere? Wie viel älter?

    Wie hoch ist der Aufwand und wie selbstständig ist das Kind? Kann es Schuhe binden?

    Will der Verein einen Kunden oder ein Talent?


    Zum Thema hochziehen wurde kürzlich hier diskutiert:

    Relativer Alterseffekt

    - allerdings finde ich es in diesem Fall ("aber körperlich sind das natürlich Welten" und dem Alter) bisher am Krassesten.


    Ich verstehe weder den Zweitligisten noch deinen Heimatverein - ich kann beides nicht unterstützen.