Ich würde gerne ein paar Punkte aus dem Thread Jugendspieler diskutiert, tritt nach und stört hier fortsetzen, weil sie aus meiner Sicht mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun haben:
- wo können sich Kinder heute noch "Raufen" ohne das sofort ein Elternteil eingreift?
- wo haben Kinder heute noch die Möglichkeit Verhalten oder Probleme unter sich zu klären?
- musste man früher als 4 oder 5 Jähriger sich seinen Platz in der Familie suchen/erkämpfen, danach vielleicht noch im Kindergarten, sind es heute der Fußball-, Schwimm-, Musikverein usw. - und natürlich alles unter Aufsicht der Eltern bzw. eines Erwachsenen
Ich habe Freunde, die hatten früher fast wöchentlich eine "Rauferei" - heute sind sie treu sorgende Familienväter -> ohne psychologische und pädagogische Hilfen (um nicht zu sagen Eskalationen), die heute angestoßen werden würden. Ich plädiere deshalb zu mehr Vertrauen in die Kinder.
Ein Beispiel: bei mir gab es in der G-Jugend keine Eltern in der Kabine. In der F-Jugend bin ich jetzt nicht einmal mehr selbst in der Kabine (Zettel mit Trikotnummer reicht). Natürlich gibt es da gruppendynamische Prozesse, aber die Kinder bekommen auch die Chance diese zu erleben - ohne das gleich ein Erwachsener einspringt. Wir wollen den Kindern Selbstvertrauen und Selbstverantwortung vermitteln, nehmen ihnen aber jede Chance weg, es zu lernen.
Zum Thema Foulspiel/Gewalt lasse ich im Training mehr zu als im Spiel, um den Kindern eine Chance zu geben diese Situationen zu erleben.
Und ob wir es wollen oder nicht, sind wir Pädagoge, Erzieher, Richter, Integrationsbeauftragter usw. in einer Person. Und das nicht nur im Kinder- und Jugendfußball (ich gebe dem Jugendspieler mal einen Namen: Ribery - wie würdet ihr nun entscheiden?).
