Beiträge von coulibaly

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    Drei dieser Spieler sehe ich jede Woche spielen (okay einer davon sitzt seit geraumer Zeit meist auf der Bank). Der mit dem größten Potential - aus meiner Sicht von allen Spielern bei 96 - ist sicher W. Anton, der ist mit 12 Jahren zu 96 gewechselt. Karaman ist mit 15 zu Hoffenheim gewechselt, hat aber davor schon beim VfB und den Kickers gespielt (wie lange weiß ich nicht, aber sicher nicht nur ein Jahr). Inwieweit diese beiden Spieler ("Hipster" - was für ein Blödsinn) die verbreitete These stützen, sei mal dahingestellt. Der dritte im Bunde (Albonorz) wurde überhaupt nicht in Deutschland ausgebildet, stützt also überhaupt nichts. Zumal mal er zwar irgendwie (theoretisch) ein sehr guter Spieler ist, und ich war lange Zeit ein Riesenfan von ihm, er aber leider defensiv sehr viele (zum Teil katastrophale) Fehler macht, was der Autor in seinem Geschurbel (anders kann man das nicht nennen) mal so eben verschweigt. Genauso, daß bei Karaman (leider) die Schnelligkeit nicht reicht, um ein guter Stürmer in der 1. Liga sein zu können.

    Hier werden praktisch alle Hallenturniere nach einheitlichen Regeln gespiel (Futsalball, zu 90% Futsalregeln, große Halle, Handballtore). Allerdings gibt es natürlich auch Ausnahmen: Wenn man sich z.B. für ein paar Stunden ein oder zwei Plätze in einem Soccerpark mietet und mit ein paar anderen Vereinen ein Turnier spielt, dann geht das logischerweise (da ist nun mal ne Bande) nicht nach den gleichen Regeln. Oder man fährt in einen anderen Kreis, dito. Ich verstehe auch gar nicht, was daran schlimm sein soll. Mein Großer (ältere E-Jugend) war vor ein paar Wochen mal weiter weg bei einem größeren Turnier (in einer normalen, großen Sporthalle), da gab es plötzlich Vollbande, 5 Meter Tore und einen normalen Ball, keine Einschränkungen für den Torwart etc.. Die Kinder fanden es richtig cool und haben sich auch extrem schnell dran gewöhnt.

    In der Mannschaft meines älteren Sohnes (U11) gibt es vier, fünf Spieler, die beim Passen und Dribbeln völlig selbstverständlich den schwachen Fuß nehmen (wenn es denn angesbracht ist), und ich habe das Gefühl, daß denen das in den meisten Situationen mitlerweile nicht mal mehr bewußt ist, also daß sie das völlig automatisch machen, und nicht mehr das Gefühl haben, daß das was "Besonderes" ist. Zwei haben sogar einen richtig guten Torabschluss mit links (auch aus der Bewegung). Ich kann mir nicht vorstellen, daß das auch so wäre, hätte der Trainer nur spielen und nicht auch (über die letzten vier Jahre) viele (fast alle) Übungen beidfüßig durchführen lassen.

    Ich kenne auch Vereine, die schon bei den Sechs- bis Achtjährigen "Anmeldestopp" haben, eben weil sie schon z.B. vier, fünf F-Jugenden haben (mit 10+ Spielern jeweils) und sie eben nicht nach dem oben geschilderten Prinzip ("ahnungsloser Papa" für die "untalentierten") verfahren (wollen). Und da nun mal die Trainer rar gesäht sind (die guten sowieso), dann bleibt dann oft nichts anderes übrig. Platz und Zeit gibt es außerdem auch nicht unbeschränkt.


    Den Rest kann ich aus Elternsicht unterschreiben. Meine beiden Söhne haben zwar Trainer, die vieles so machen, wie sich das hier die meisten vorstellen, und das finde ich auch richtig gut (Rotation in jeder Hinsicht, viel 1:1, kein Rumgebrülle etc.), ich muß aber ehrlicherweise sagen, daß da auch meistens gewonnen wird. Was schlicht daran liegt, daß das gute Mannschaften sind mit vielen talentierten Spielern (beim älteren z.B. drei Stützpunktspieler). Wenn die jede Woche ne Klatsche kriegen würden, wäre ich wahrscheinlich nicht so überzeugt von dem Ganzen (auch wenn mir der Verstand, auch auf Grund dessen, was ich hier alles gelesen habe, sagen würde, daß das alles okay ist). Wer sieht schon seine Kinder gern permanent verlieren (oder gar Klatschen kriegen). Und auch Kinder verlieren nicht gern, das konnte ich schon mehrfach bei deutlich unterlegenen Mannschften beobachten, da wurde dann der Ball mit wenig Überzeugung aus dem Tor geholt und nur deshalb weitergespielt, weil es sein mußte, und nicht, weil es Spaß gemacht hat. (Auch wenn selbst hohe Niederlagen nach wenigen Stunden wieder vergessen sind.)

    Das mit dem Runternehmen hätte der andere Trainer sicher auch arrogant empfunden. Mal davon abgesehen hetzen sich die Kinder nach Schule und Hausaufgaben ab, um rechtzeitig zum Spiel zu kommen, dann wollen sie auch spielen, auch wenn es nicht gerade eine Herrausforderung ist. Die beiden Spieler, die im Tor waren (je eine Halbzeit) waren ja quasi schon ohne Beschäftigung. Für mich liegt hier das Problem beim Trainer der anderen Mannschft: Wenn man schon länger Trainer ist, eine E-Jugend hat, wo man gerade so aus beiden Jahrgängen eine Mannschaft zusammenbekommt, die noch dazu mehr oder weniger aus Anfängern besteht, dann sollte man sich schon überlegen, ob die Kreisliga da richtig ist. Da trifft man dann im Herbst halt auf erste Mannschaften, die aus Vereinen kommen, in denen 50 oder mehr Kinder in der E-Jugend spielen, und vielleicht noch der eine oder andere Stützpunktspieler dabei ist. Und da weiß man dann schon vorher, daß solche Spiele relativ sinnlos sind und es selbt mit einem Spieler mehr eine heftige Niederlage gibt.

    Vor kurzen hat die Mannschaft meines älteren ein Spiel 25:0 gewonnen (U11). Unser Trainer hat zwar keinen Spieler runtergenommen aber sonst alles versucht, damit die anderen wenigstens mal mal ein paar Sekunden den Ball halten konnten ("bester Mann" ins Tor, was bedeuted, daß er quasi nicht mitgespielt hat, alle Kinder auf den Positionen, wo sich nicht unbedingt am liebsten spielen, direktes Spiel eingefordert, schwacher Fuß usw.). Hat aber alles nichts genutzt, die andere Mannschaft war so schwach, daß sie praktisch nicht über die Mittellinie gekommen sind. Das Spiel bestand nur aus Toren und der Zeit, bis die armen Jungs - im Laufe des Spiels immer unlustiger und langsamer - den Ball wieder zu Mittellinie gebracht haben. Zum Schluß wurden genau die Anweisungen, mit denen versucht wurde, das Ganze erträglicher zu gestalten, vom gegnerischen Trainer auch noch als Arroganz ausgelegt. Das Ganze hat auch unseren Jungs keinen Spaß gemacht. Da es öfter Mal solche Spiele gibt, frage ich mich immer, warum manche Trainer meinen, ihre Mannschaft in der Kreisliga anmelden zu müssen und sich dann solche Wäschen zu holen, das macht doch überhaupt keinen Sinn? (Hier ist es so, daß normalerweise alle ersten Mannschaften bis zur D-Jugend in der Kreisliga spielen. Da gibt es dann im Herbst sechs, sieben Vorrundenstaffeln und im Frühjahr wird das dann auf der Grundlage des Abschneidens im Herbst neu eingeteilt. Man kann auch eine zweite Mannschaft in der Kreiliga melden, z.B. wenn ein größerer Verein einen brettstarken jüngeren Jahrgang hat, dann ist das durchaus sinnvoll, es verbietet aber niemand das Melden einer 1. Mannschaft in der Kreisklasse, also eine Klasse tiefer, wo normalerweise die zweiten (bis teilweise sechten) Mannschften spielen, nach dem selben Modus wie in der Kreisliga. Warum das Trainer von so schwachen Mannschaften nicht machen, ist mir ein Rätsel. Image?)

    Ich habe bei meinen beiden Kindern (älterer jetzt U11, jüngerer jetzt U8) in den letzten vier Jahren beides erlebt. Der Ältere hat die gesamte Zeit nicht FPL gespielt, der jüngere das letzte Jahr (sein erstes mit "richtigen" Spielen).


    Im Gegensatz zu dem, was andere berichten, war es meiner Meinung nach beim älteren in der G-Jugend deutlich entspannter. Das hat aus meiner Sicht folgende Gründe:

    • Hier pfeiffen - wie ich schon mal an andere Stelle geschrieben habe - in jedem (nicht FPL-) Spiel neutrale Schiedsrichter: Ich habe in vier Jahren noch kein einziges Spiel erlebt, bei dem das nicht so war. Das sind meist Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die dafür (in der F-Jugend, andere Altersklassen weiß ich jetzt nicht) 11 Euro bekommen, die der gastgebende Verein bezahlen muß. Außerdem kommen sie umsonst zu den Bundesligaspielen rein. Das klappt(e) sehr gut.
    • Die meisten Vereine haben hier (auch ohne FPL-Regeln) Elternzonen eingerichtet. (Es steht doch jedem Verein frei, das zu tun!).
    • Der Hauptgrund, weshalb ich des letztes Jahr in der FPL öfter unschöne Szenen erlebt habe: Die bekloppten Trainer, die die ganze Zeit rumschreien, und die ich bei meinem Älteren einfach kopfschüttelnd ignorieren kann, haben hier plötzlich auch eine gewisse Bedeutung für das Team meines Sohnes, nämlich wenn sie sich (zurecht oder zu unrecht) berufen fühlen etwas zu "schlichten" (das heißt oft: Etwas zu Gunsten ihres Teams auszulegen.) Dabei ist nicht mal unbedingt die Tatsache an sich oder eine eventuelle Fehlentscheidung das Problem, sondern die Art und Weise, wie sie das oft tun. Jeder (und wenn auch noch so schlechte) Schiri ist mir da deutlich lieber.

    Fazit: Das meiste ist so wie vorher, es gibt aber einen gravierenden Nachteil und ich sehe keinen Vorteil (Tabellen gab es vorher übrigens auch nicht). Das sind schlicht meine Beobachtungen. Und nein, das ist keine Ideologie, mir ist es ehrlichgesagt egal, wie die Spiele ablaufen, solange das Ganze entspannt ist. Und wie gesagt...


    Noch zwei Anmerkungen:


    • Ich habe mich doch ziemlich gewundert, als ich hier lesen mußte, daß Kinder in der G/F keine Fouls machen. Ich weiß ja nicht, was hier der eine odere andere unter Foul versteht, aber wenn ich mir allein ein Kind anschaue, das mal bei meinem älteren Sohn in der Mannschaft gespielt hat (und bei dem der Vater nach 1,5 Jahren und vielen mehr als grenzwertigen Situationen eingesehen hat, das Kampfsport für den Kleinen vielleicht besser geeignet ist): Der Junge hat (auch im Training, auch in der Halle!) reihenweise die Gegner von hinten umgegräscht. Auch in Situationen, in denen der Gefoulte ihn gar nicht wahrgenommen hat, das Ganze also völlig unerwartet kam. Da gab es viele Tränen, und es ist auch öfter mal Blut geflossen. (Bei Erwachsenen wären das alles rote Karten mit 5+ Spielen aufwärts Sperre gewesen). Keiner weiß, warum der das gemacht hat, es passierte aber immer wieder, trotz allem Reden mit ihm etc..
    • In bestimmten Konstellationen sind Tabellen für Kinder (ab einem gewissen Alter) von Bedeutung, das hat nichts mit Druck von außen zu tun (und kommt auch nicht von den "Erwachsenen"). Bei meinem Älteren spielen in seiner Schule und seiner Klassenstufe Kinder in mindesten fünf verschiedenen Vereinen. Und natürlich will man da mit seiner Mannschaft weiter oben stehen, als der XY aus der Klase 4b, den man vielleicht nicht leiden kann. Und natürlich vergleicht man sich auch mit dem besten Freund, der wieder in einem anderen Verein spielt, da wird halt mal gefrotzelt. Ich halte das für normal.

    Das Problem ist aber, daß man in einer Sprache, die man nicht versteht, unter Umständen Anweisungen (oder gar unsportliche Zwischenrufe) und Anfeuerung nicht unterscheiden kann. Siehe mein Beispiel oben.

    Ich bin zwar kein Trainer, aber ich finde, daß es schon grenzwertig ist, wenn da irgendwas reingerufen wird, was (vermeintlich) keiner außer dem Vater und dem Kind auf dem Platz versteht. Selbst schon erlebt, daß ein Vater einer gegnerischen Mannschaft sinngemäß reingerufen hat "halte durch, nur noch 5 m" (die Mannschaft seines Sohnes, der wohl schon ziemlich platt war, hat mit einem Tor Vorsprung geführt). Das finde ich durchaus okay. Eine Minute später, nachdem der Sohn zum x-ten mal einen Zweikampf in der Defensive verloren hatte, wurde daraus "hau den beim nächten mal richtig um". Beides in der selben Stimmlage, nicht aggressiv klingent. Ich bin mir sicher, daß sich der Trainer der anderen Mannschaft den Typen wegen des zweiten Spruches zur Brust genommen hätte, aber so...

    Mein Sohn spielt jetzt in der E-Jugend, hat am Ende der G angefangen, und in der gesamten Zeit gab es noch kein einziges Spiel, bei dem kein externer Schiedsrichter gepfiffen hat. (Soviel ich weiß, gibt es dafür 11 EUR, die der Heimverein bezahlen muß.) Das sind eigentlich immer Jugendliche zwischen 14 und 18; ich habe sogar schon ein paar Mal erlebt, daß ein Schiedsrichterbeobachter (wenn man das hier schon so nennen kann) sich das angeschaut hat. Ich muß sagen, daß ich die Bezahlung für einen 14-jährigen gar nicht so unatraktiv finde (man kann bei 40, 50 min. Spielzeit sicher locker mehre Spiele am Tag machen, wenn man dazu Lust hat, und zu Bundesligaspielen kommt man auch umsonst rein, wenn ich mich nicht irre.)

    Es gibt schon Momente, in denen es grenzwertig ist: Im Spiel meines Sohnes (E-Jugend) am Wochenende gab es folgende Situation. Ein Spieler seiner Mannschaft (sehr schnell) geht mit vollem Speed in Richtung gegnerischen Strafraum, als er gerade drin ist, versucht der letzte verbliebene Abwehrspieler von der Seite zu grätschen, kommt aber für den Ball zu spät, der Stürmer hätte ohne die Grätsche eine 100%-tige Torchance gehabt. Was macht er, er springt geistesgegenwärtig über das Bein des Abwehrspielers, verliert dabei an Tempo, kommt leicht aus dem Tritt, und dadurch ist der Torwart einen Tick eher am Ball und kann ihn wegschlagen. Natürlich gab es keinen Elfmeter, es gab ja nicht mal eine Berührung. Trotzdem wurde durch das Grätschen der Angreifer klar benachteiligt, und daß es in einer solchen Situation Spieler gibt, die das Foul dankend annehmen und nicht drüberspringen, kann ich nachvollziehen. Viele Spieler hätten es in der Situation gar nicht geschafft, dem Abwehrspieler noch auszuweichen, so wurde der Stürmer letztendlich dafür bestaft, daß er - vereinfacht gesagt - für sein Alter außergewöhnlich gut reagiert hat.

    tobn


    Zwei Fragen aus dem Elternscheck finde ich etwas fragwürdig:


    Frage 5): Natürlich sollte man sich nicht über den Fehler eines Kindes aus der anderen Mannschaft um des Fehlers Willen freuen, aber wenn z.B. ein (zu schlapper oder ungenauer) Querpass vor der Abwehr gespielt wird, ein Kind aus der Mannschaft meiners Sohnes (F-Jugend) dazwischenläuft und ein Tor schießt, dann freue ich mich im Normalfall schon darüber, und ich finde daran auch nichts Schlimmes. Zumal bei den Kids ein hoher Prozentsatz der Tore in unmittelbarer Folge auf einen Fehler der gegenerischen Mannschaft fällt. Würde man dieses Kriterium Ernst nehmen, dürfte man bei etlichen Toren keine Freude empfinden.


    Frage 3): Wenn mein Sohn einen Trainer der Sorte hätte, die ich leider viel zu oft sehe, nämlich die, die ständig rumbrüllen, kaum auswechseln oder anderweitig verhaltensauffällig sind ("haut mal richtig dazwischen und laßt die nicht spielen", habe ich erst am Wochenende wieder gehört), dann wäre ich schon oft anderer Meinung als der Trainer. Und in diesem Fall sicher zurecht. Deshalb ist ein solches Kriterium nur bei guten Trainern ein sinnvolles. Der Trainer meines Sohnes ist Gott sei Dank ein guter.

    Ich habe gerade mal mit meinem Bürokollegen gesprochen (sein Sohn spielt D-Jugend, meiner F): Wir sind uns einig, daß wir unsere Kinder keinem aggresiv-arroganten Besserwisser anvertrauen würden, der aus jedem Problem eine Grundsatzdiskussion macht und auch sonst eher ein unangenehmer Zeitgenosse zu sein scheint.

    Offenbar ist das überall anders. Hier (bei meinem Sohn in der F-Jugend) wird mit Futsalball gespielt, allerdings nicht nach original Futsalregeln (es gibt zwar keine Bande, aber auch keine Zeitdruckregeln, Ball wird eingerollt, Torwart darf angespielt werden, er darf den Ball aber bei Abstoß nicht über die Mittelinie spielen, Grätschen wird nicht zwangsläufig geandet...) Klingt nach einem ziemlichen Durcheinander, ist es aber nicht. Im Gegensatz zu Spielen mit normalen Ball kommt hier wenigsten ein Spiel zustande und es fallen keine (kaum) Glückstore. (Die Jungs waren vor einem Jahr mal in einem anderen Kreis, wo mit Bande und normalem Ball gespielt wurde, das war nur Rumgebolze, Schüsse von der Mittelinie ect., eine einzige Flipperei). Hier hat sich, soweit ich das beurteilen kann, die Meinung durchgesetzt, daß der Futsalball sich auch schon in der F-Jugend bedeutend besser für Spiele in der Halle eignet. Man muß ja nicht (ausschließlich) mit ihm trainieren. Der Trainer meines Sohnes nimmt ihn eigentlich nur fürs Abschlußspiel und ganz selten mal für eine Übung, sonst normaler Ball.

    soccerbook


    Der Trainer ist Anfang/Mitte 20, studiert Sport, ist ein angenehmer Typ, bringt den Kindern viel bei, kann gut mit ihnen umgehen usw... Daß er keinen Bock hätte, auf andere (doppelt so alte Trainer) pädagogisch einzuwirken, wie August das treffend nennt, ist für mich absolut nachvollziehbar. Für unseren Verein ist er trotzdem ein Glücksgriff.

    guenter


    Aber macht die Fair Play Liga wirklich aus solchen Trainern welche, die sich richtig verhalten? Obwohl ich normalerweise Optimist bin, kann ich mir das irgendwie nicht vorstellen. Und ob das Kind Glück oder Pech mit einem Trainer hat (was für micht das Wichtigste ist: Ist er ein freundlicher Mensch, dem ich mein Kind anvertauen will, einer der eine angenehme, druckfreie Atmosphäre beim Training und Spiel schafft), hat doch sicher nichts damit zu tun, nach welchen Regeln im Kreis gespielt wird?


    soccerbook


    Ich kann das alles verstehen, und bin auch absolut nicht gegen eine Fair Play Liga. Der Hauptgrund meines Beitrags war, darzulegen, weshalb auch Trainer eventuell Vorbehalte haben, die eigentlich in jeder Hinsicht dem entsprechen, wie man sich einen Kindertrainer vorstellt (okay: zumindest nach meiner laienhaften Meinung). Und nicht nur die, die alles neue per sse ablhenen, weil sie schon seit 40 Jahren wissen, wie man es richtig macht und daran nichts ändern wollen. Ich kann ihn verstehen: Eine Schiri ist nun mal per se neutral, und da (auch wegen möglicher Konsequenzen) ist die Hemmschwelle auch bei Idioten sicher deutlich höher, als wenn es gegen den Trainer der gegnerischen Mannschaft geht. Und solche Leute sehen eben auch achtjährige Kinder als Gegner, da wird auch eine Fair Play Liga nichts dran ändern.

    Hallo,


    ich will auch mal als Vater etwas dazu schreiben: Ich finde. man macht es sich zu einfach, wenn man jeden, der Vorbehalte gegen die Fair Play Liga hat, als Ignoranten o.ä. bezeichnet.


    Kurz zu meinem Hintergrund: Ich bin Vater eines 8-jährigen Jungen, der seit zweieinhalb Jahren im Verein Fußball spielt. Auf dieses Forum bin ich damals gestoßen, als ich gegoogelt habe, ob es eigentlich normal ist, daß sechsjährige Kinder mit einem Futsal in der Halle spielen (fand ich damals merkwürdig, ziemlich schnell wurde mir aber klar, daß es absolut sinnvoll ist). Das Forum hier hat mit sehr geholfen, den heutigen Ansatz im Kinderfußball zu verstehen, denn der unterscheidet sich (Gott sei Dank) doch sehr von dem, was ich früher als Kind (z.B. im Training) gemacht habe. Mein Sohn spielt in einem Kreis ohne Fair Play Liga und seit der F-Jugend auch mit Tabelle. Er hat einen Trainer, der dem, was viele hier als ideal bezeichnen würden, ziemlich nahe kommt. Der Spielbetrieb ist im Großen und Ganzen viel entspannter, als ich das vorher befürchtet hatte: Es gibt zwar den einen oder anderen brüllenden und unangenehmen Trainer, aber das ist eher die Aushamme. Und da die meisten Vereine (auch unserer) eine Fanzone haben, die weit genug weg vom Spielfeldrand ist, habe ich auch bzgl. Eltern wenig bis nichts Negatives zu berichten. Was ich festgestellt habe: Die Kinder interessieren sich nicht für Tabellen, sie wissen teilweise nicht mal, ob das Spiel jetzt ein "Punkt"spiel oder ein Freundschaftsspiel war. Es gibt aber eine Ausnahme: Bei Freundschaftsturnieren (wo es ja "offiziell um nichts geht") wollen sie dann plötzlich doch wiissen, ob sie z.B. das letzte Spiel gewinnen müssen, um zweiter zu werden o.ä.. Und die unangenehmsten Erfahrungen mit Trainern, die z.B. ihre Mannschaft extrem anheizen und zu unfairer Spielweise auffordern ("haut mal richtig dazwischen und lasst die nicht spielen") oder cholerischen Eltern hatte ich auch auf solchen Turnieren (vielleicht weil das den halben Tag dauert und nicht nur 40 Minuten?). Was ich damit sagen will: Auch wenn es mit völlig egal ist, ob es eine "Ligabetrieb" mit Tabellen gibt oder nicht, muß ich konstatieren, daß zumindest im Verein meines Sohnes der hier viel beschriebene Druck durch Tabellen nicht existiert und die Kinder aus meiner Sicht keinen Schaden dadurch haben. Die Probleme gab es in anderen Situationen (s.o.)


    Das war jetzt alles mehr oder weniger off topic. Zum Thema Fair Play Liga hatte ich mal mit dem Trainer meines Sohnes gesprochen, der, wie gesagt, ein sehr guter Trainer ist, und sich auch beim Spiel sehr angenehm verhält. Eher ein introvertierter Typ. Sein Argument gegen eine Fairplay Liga ist: Es funktioniert doch sehr gut (z.B. mit den richtigen Schiris, die bei uns eingesetzt werden), und er glaubt, daß mit einem Schiri Konfliktsituationen einfacher zu lösen sind, als wenn er das zusammen mit dem Choleriker X vom Verein Y entscheiden müßte. Ich kann das in gewisser Weise nachvollziehen, und das Argument, daß er sich da aus der Veantwortung stehlen würde und deshalb im Kinderfußball nichts zu suchen hat, geht mit irgendwie zu weit.