Beiträge von coulibaly

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    Ich habe hier schon mal an anderer Stelle geschrieben, daß es solche Kinder durchaus gibt (Stichwort "üble Grätschen"). Bei meinem Sohn in der Mannschft war mal ein Kind, das die Gegenspieler (auch bei Trainingsspielen, auch in der Halle) gnadenlos umgegrätscht hat. Teilweise so, daß der Betroffene - bis er auf der Nase lag -, den Grätschenden gar nicht wahrgenommen hat (also von hinten, Fouls der Sorte: 5 Spiele Sperre in der Bundeliga). Da gab es Tränen ohne Ende, und manchmal floß auch Blut. Das Merkwürdige war: Der Junge war eigentlich ganz okay und bis auf die eine extreme Auffälligkeit kein bißchen aggresiv. Es gab etliche Gespräche zwischen dem Trainer (der fand das überhaupt nicht gut) und den Eltern. Bis Letztere dann den Jungen zum Kampfsport geschickt haben, ich glaube, das war in der zweiten oder driten Klasse. Da waren auch die meisten Kinder erleichtert, obwohl der Junge keinesfalls unbeliebt war. Wir (also die Eltern) haben uns noch, als er schon längst weg war, ab und zu über diesen Jungen unterhalten und gerätselt, wieso der das nicht in den Griff bekommen hat.

    Hi,


    auch wenn das vielleicht etwas off topic ist, es passt aber vielleicht zu dem einen oder anderen Post.


    Ich habe mir auch viele Jahre in einem ganz anderen Zusammenhang überlegt, wie stark eigentlich mein Anteil an der Entwicklung eines Kindes ist, nämlich weil ich über lange Zeit Klavier unterrichtet habe, oft Kinder von sechs bis zwölf, also in dem Alter, um das es auch hier geht. (Nein, ich habe die Kleinen nicht gequält, wenn ein Kind ganz offensichtlich keine Lust hatte oder völlig unbegabt war, dann habe ich immer mit den Eltern gesprochen.)


    So über den Daumen gepeilt waren von den wirklich interessierten Kindern (etwa 10 bis 14, genau kann ich mich nicht mehr erinnern) im Alter von 12 Jahren auch nur zwei richtig gut, daraus habe ich aber nicht den Schluß gezogen, daß (wegen der restlichen mittelmäßigen) ich an deren Entwicklung kaum Anteil hatte, im Gegenteil: Ich glaube, daß auch diese beiden bei einem schlechten Lehrer (die gibs hier auch) am Ende auch nur mitelmäßig gewesen wären.


    Der Vergleich zum Fußball hinkt zwar sicherlich an vielen Stellen (schon allein, weil es beim Lernen eines Instrumentes von Anfang an Dinge gibt, die man machen muß und die keinen Spaß machen, egal wie geschickt man das als Lehrer auch verpackt). Aber gibt es das beim Fußball nicht auch? Welches Kind spielt schon gern mit dem schwachen Fuß, vom Torschuss ganz zu schweigen. Der F- und E-Jugendtrainer meines Sohnes hat aber die ganze Zeit alle Übungen beidfüßig machen lassen. Am Ende der E waren - nach meiner zugegebenermaßen laienhaften Wahrnehmung - zwei Kinder zu 80% (also alles praktisch gleich gut außer Torabschluß und Flanken, automatisches Verwenden des richtigen Fußes bei Ball- an und mitnahme und beim Passen mit Innenseite etc.) und einer praktisch zu 100% beidfüßig. Das war am Anfang der F definitiv noch nicht ansatzweise so der Fall. Bei den meisten anderen Kindern hatte das jahrelange Training diesbezüglich praktisch keinen Effekt. Kann man daraus wirklich schließen, daß die drei, die es können, es auch so gelernt hätten? Glaube ich nicht, im Gegenteil: Erst seitdem er relativ sicher mit dem linken Fuß ist benutzt zum Beispiel mein Sohn den schwachen Fuß auch auf dem Bolzplatz automatisch. (Da spielen nämlich auch Ältere, und wer blamiert sich schon gern mit verünglückten Torschüssen mit links, ist halt uncool.) Will sagen: Erst das Niveau, daß er durch das Training erziehlt hat, veranlaßt ihn dazu, den schwachen Fuß jetzt "überall" zu verwenden, was die Entwicklung diesbezüglich dann sicher noch verstärkt.

    Und wenn er mal was vom Bolzplatz erzählt, dann meist sowas, daß er und sein Kumpel jeder 10 Elfer mit links und rechts geschossen haben und wieviel er davon mit links gemacht hat. Sowas würden die Kids nie freiwillig machen, wenn sie es nicht schon ganz gut könnten.


    Auch individualtaktische Dinge (im Falle meines Sohnes z.B. das defensive 1:1, das hat er aus meiner Sicht erst durch das Training in der Kreisauswahl bzw. später dann im Stützpunkt auf ein gutes Niveau heben können, sein Vereintrainer hat die offensichtlichen Fehler da nicht korrigiert) lernt man doch nicht (alle) automatisch. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es da nicht auch im hohen Maße auch vom Training abghängt, wie die Kinder sich entwickeln, auch wenn das vielleicht nicht für alle Kinder gilt. (Das ist in der Schule auch nicht anders: Es gibt Kinder, die begreifen Mathe nie, egal wie gut der Lehrer ist, es gibt aber gute und schlechte Lehrer, was bei einigen Kindern - egal ob sehr begabt oder eher weniger - schon einen riesigen Unterschied machen kann.)

    @hoeness2


    Ich habe in sechs Jahren Kinderußball mit zwei Kindern schon Trainer erlebt (nicht in den Vereinen der Kinder), bei denen ich sagen würde: Lieber die Mannschaft abmelden als kleine Kinder einem solchem Typen anvertrauen. Wenn ich so mit meinen Kindern umgehen würde, hätten die Nachbarn wahrscheinlich schon mehrfach das Jugendamt angerufen. Das sind sicher Ausnahmen, und nach meinem Eindruck sind die Trainer heute im Schnitt deutlich besser (auch vom Verhalten her) als in den Siebzigern, als ich als Knirps gespielt habe. Trotzdem...


    Ich selbst habe im Exverein meines Sohnes einmal das Gespräch mit dem Jugendleiter gesucht. Nicht weil der Trainer sich danebenbenommen hat (netter Kerl), sondern weil das Training und die Spielweise (pauschal mal gesagt: Hinten dicht, viel zuwenig 1:1 und Langholz, im Training: Kopfballübungen mit achtjährigen, Rundendrehen, Training teilweise mit D-Jugendbällen usw.) nicht das Geringste mit dem tollen Jugendkonzept zu tun hatte, das der Verein stolz nach draußen präsentiert. Vorher hatte ich schon den Trainer darauf angesprochen. War beides komplett sinnlos, fühlten sich beide angegriffen, vor allem als ich auf die Widersprüche zum (wahrscheinlich irgendwo abgeschriebenen) Konzept hingewiesen habe. Noch ein halbes Jahr mit angeschaut, dann einzige Möglichkeit: Wechseln (intern gab es keine Möglichkeit), was relativ einfach war, weil er jetzt mit seinem besten Freund zusammenspielt und es auch nicht weiter weg ist.

    Hier ist das anders: Der Verein hat nichts mit dem Stützpunkt zu tun, sondern allein der Wohnort. Mein älterer Sohn (U12) ist in einem anderen Stützpunkt als einer seiner Mannschaftskameraden, schlicht weil wir in der Stadt wohnen und besagter Mitspieler außerhalb und deshalb einem anderen Stützpunkt zugeteilt ist. Meines Wissens gibt es da auch keine Ausnahmen.

    Ich denke schon, daß es Kinder gibt, die von sich aus den Verein wechseln wollen. Ich kenne einige Fälle von 10-jährigen, die in der Kreisauswahl spielen (gespielt haben), als einzige aus ihrem Verein in dem sie (vermeintlich oder wirklich) die mit Abstand besten Spieler sind und die in der Auswahl das erste Mal in ihrem Leben in einem homogenen Team mit qualitativ hochwertigem Training konfrontiert sind. Mit der Zeit entwicklen sich da auch Freundschaften. Und so passiert es halt (so war es auch bei meinem Sohn), daß die Frage aufkommt, ob man nicht auch im Verein XY spielen könnte, wo auch der A, B und C aus der Auswahl spielen? Das ist doch ne viel bessere und coolere Mannschft, und die spielen auch tolle Turniere gegen Mannschften, die man aus dem Fernsehen kennt (alo die Männerteams von denen)! (Ob dann ein Wechsel sinnvoll ist, ist natürlich eine ganz andere Frage und von Fall zu Fall zu beurteilen: Trainer, Weg allein möglich und wie lange dauert das etc.) Sicher sind irgendwelche überergeizigen Eltern wahrscheinlich in den meisten Fällen diejenigen, die ihr Kind woanders hinschicken, aber solche Fälle gibt es auch.


    Auch gibt es die Fälle, wo man als Kind urplötzlich einen grenzwertigen Typen als Trainer bekommt. Da habe ich es auch schon erlebt, daß Kinder sagen, da gehe ich lieber in einen Nachbarverein, da ist der Trainer nett (und oft spielen da ja auch Kumpels, so ist es zumindest in der Großstadt).

    Das trifft vielleicht nicht 100%-tig das Thema hier, aber ich habe auch schon oft mitbekommen, daß das, was manche Vereine nach außen (also der Öffentlichkeit und den Eltern gegenüber, z.B auch auf der vereinseigenen Internetseite) kommunizieren, kaum was mit der Realität zu tun hat. Das gibt es sich toll lesende Ausbildungskonzepte und andere Aussagen, die irgendwie ein Ideal formulieren; wahrscheinlich wird das gemacht, weil es modern ist. Insbesondere steht da dann auch - um ansatzweise auf das Thema hier zu kommen -: Kinder spielen auf allen Positionen, gleiche Einsatzzeiten usw. Und in Wirklichkeit gehts dann doch immer nur ums Gewinnen: Die Trainer machen, was sie wollen, und die "Theorie" interessiert keine Sau. Wenn man dann als Elternteil mal auf die Diskrepanz hinweist, hat man schnell ganz viele Leute gegen sich, weil es auch den meisten Eltern nur ums Gewinnen geht (ganz wichtig: auch 11:0 ist besser als 6:1!), und sie es ganz toll finden, was die Trainer machen. Das Ganze erinnert mich immer an das, was auch viele Unternehemen "auszeichnet": Nach außen alles 1000%-tig korrekt, Image so modern, so grün usw., wie es geht, aber wenn man dann mal unter die Haube schaut, siehts ganz anders aus.


    (Der Vollständigkeit halber muß ich erwähnen, daß die beiden Vereine, die ich hier vor allem vor Augen habe, keine NLZ sind, sondern "ambitionierte" Amatuervereine mit hoch spielender 1. Männermannschaft.)

    Was heißt ablehnen, ich sehe nicht, was dadurch besser ist, teilweise finde ich es unentspannter, das ist aber natürlich nur meine kleine "Stichprobe". Und klar, kann auch Zufall sein, glaube ich aber nicht.


    Ich kann nur aus Elternsicht schreiben: Was ich absolut nicht verstehen kann, ist, wie man seine Kinder solchen Typen anvertrauen kann. Es mag ländliche Gegenden geben mit weit und breit nur ein, zwei Vereinen, wo man, wenn man Pech hat, keine andere Wahl haben mag? (Trotzdem würde ich meine Kinder nicht permanent anschreien lassen, dann lieber eine andere Sportart.) Aber (wie bei mir) in der Großstadt: Da gibt es doch genug Alternativen, also genug Vereine, in denen solche Typen nicht rumlaufen. Bei mir sind im Radius von drei Kilometern sechs, sieben Vereine. Davon "nur" zwei, in denen man Gefahr läuft, mit verhaltensauffälligen Trainern konfrontiert zu werden. Komischerweise haben die aber auch in jedem Jahgang mindestens eine Mannschaft. (Ich meine jetzt nur die Trainer, die wirklich rumbrüllen, nicht die, die - meiner Meinung nach -zuviele Anweisungen von Außen reinrufen, die gibt es natürlich überall, ist aber ein anderes Thema.)

    pd33: Nach meiner Erfahrung ist es aber nicht dasselbe, ob die Typen, die wir alle nicht sehen wollen, 1. die eigenen Kinder anbrüllen (schlimm genug, da kann ich für meine Kinder aber entgegensteuern, indem ich sie in Vereinen, in denen solche Leute agieren, nicht anmelde). Oder ob sie 2. in der FPL zusätzlich(!) eine Rolle ausfüllen müssen, für die sie (auch) nicht geeignet sind! Inkompetenten bzw. ungeeigneten Leuten mehr Verantwortung zu geben (was anderes ist das nicht), macht die Sache irgendwie nicht besser...


    Das heißt natürlich nicht, daß nicht fast alle FPL Spiele in einem angenehemen Rahmen ablaufen; das sind aber genau die Spiele, die bei meinem älterem auch so abliefen. Die, bei denen es unangenehmer wird, empfinde ich jetzt als schlimmer, und nach den Reaktionen meiner Kinder zu urteilen, geht denen das genauso.

    @totog


    Du schreibst:"Aber was ändert für diesen Herren der SR?"


    Ich habe das schon mal an anderer Stelle geschrieben, es gibt meiner Meinung nach schon einen Unterschied. Nicht für die Herren, sondern für die Kinder (und das ist für mich wesentlich). Meinem älterem Sohn (jetzt U12, die ganze Zeit ohne FPL) habe ich immer gesagt (und mache das immernoch): Hör einfach nicht hin, was der gegnerische Trainer ruft, schon gar nicht, wenn er rumbrüllt. Einfach ignorieren! Bei meinem jüngerem (von Anfang an FPL) geht das aber nicht. Denn die Vollidioten mischen sich ins Spiel ein indem sie bei "strittigen" Entscheidungen helfen (ist ja sogar gewollt, wenn auch nicht so oft und nicht auf diese Weise). Das heißt, sie brüllen nicht nur rum, sondern treffen auch Entscheidungen, die auch für mein Kind relevant sind ("Elfer oder nicht"), will sagen, mein Kind ist denen viel mehr ausgesetzt als das mit einem Schiri der Fall ist. Denn nicht unbedingt die (Fehl-) Entscheidungen sind das Problem, sondern die Diskussion davor. Beim älterem heißt es höchstens mal: "Den Typen da von Mannschaft XY will ich aber nicht als Trainer haben", der Kleine redet viel öfter (und emotional betroffen) über die Brüllaffen an der Seitenlinie.


    (PS: Ich muß noch erwähnen, daß es hier - auch im Kinderfußball - außerhalb der FPL ausnahmslos in jedem Spiel neutrale Schiedsrichter gibt.)

    Drei dieser Spieler sehe ich jede Woche spielen (okay einer davon sitzt seit geraumer Zeit meist auf der Bank). Der mit dem größten Potential - aus meiner Sicht von allen Spielern bei 96 - ist sicher W. Anton, der ist mit 12 Jahren zu 96 gewechselt. Karaman ist mit 15 zu Hoffenheim gewechselt, hat aber davor schon beim VfB und den Kickers gespielt (wie lange weiß ich nicht, aber sicher nicht nur ein Jahr). Inwieweit diese beiden Spieler ("Hipster" - was für ein Blödsinn) die verbreitete These stützen, sei mal dahingestellt. Der dritte im Bunde (Albonorz) wurde überhaupt nicht in Deutschland ausgebildet, stützt also überhaupt nichts. Zumal mal er zwar irgendwie (theoretisch) ein sehr guter Spieler ist, und ich war lange Zeit ein Riesenfan von ihm, er aber leider defensiv sehr viele (zum Teil katastrophale) Fehler macht, was der Autor in seinem Geschurbel (anders kann man das nicht nennen) mal so eben verschweigt. Genauso, daß bei Karaman (leider) die Schnelligkeit nicht reicht, um ein guter Stürmer in der 1. Liga sein zu können.

    Hier werden praktisch alle Hallenturniere nach einheitlichen Regeln gespiel (Futsalball, zu 90% Futsalregeln, große Halle, Handballtore). Allerdings gibt es natürlich auch Ausnahmen: Wenn man sich z.B. für ein paar Stunden ein oder zwei Plätze in einem Soccerpark mietet und mit ein paar anderen Vereinen ein Turnier spielt, dann geht das logischerweise (da ist nun mal ne Bande) nicht nach den gleichen Regeln. Oder man fährt in einen anderen Kreis, dito. Ich verstehe auch gar nicht, was daran schlimm sein soll. Mein Großer (ältere E-Jugend) war vor ein paar Wochen mal weiter weg bei einem größeren Turnier (in einer normalen, großen Sporthalle), da gab es plötzlich Vollbande, 5 Meter Tore und einen normalen Ball, keine Einschränkungen für den Torwart etc.. Die Kinder fanden es richtig cool und haben sich auch extrem schnell dran gewöhnt.

    In der Mannschaft meines älteren Sohnes (U11) gibt es vier, fünf Spieler, die beim Passen und Dribbeln völlig selbstverständlich den schwachen Fuß nehmen (wenn es denn angesbracht ist), und ich habe das Gefühl, daß denen das in den meisten Situationen mitlerweile nicht mal mehr bewußt ist, also daß sie das völlig automatisch machen, und nicht mehr das Gefühl haben, daß das was "Besonderes" ist. Zwei haben sogar einen richtig guten Torabschluss mit links (auch aus der Bewegung). Ich kann mir nicht vorstellen, daß das auch so wäre, hätte der Trainer nur spielen und nicht auch (über die letzten vier Jahre) viele (fast alle) Übungen beidfüßig durchführen lassen.

    Ich kenne auch Vereine, die schon bei den Sechs- bis Achtjährigen "Anmeldestopp" haben, eben weil sie schon z.B. vier, fünf F-Jugenden haben (mit 10+ Spielern jeweils) und sie eben nicht nach dem oben geschilderten Prinzip ("ahnungsloser Papa" für die "untalentierten") verfahren (wollen). Und da nun mal die Trainer rar gesäht sind (die guten sowieso), dann bleibt dann oft nichts anderes übrig. Platz und Zeit gibt es außerdem auch nicht unbeschränkt.


    Den Rest kann ich aus Elternsicht unterschreiben. Meine beiden Söhne haben zwar Trainer, die vieles so machen, wie sich das hier die meisten vorstellen, und das finde ich auch richtig gut (Rotation in jeder Hinsicht, viel 1:1, kein Rumgebrülle etc.), ich muß aber ehrlicherweise sagen, daß da auch meistens gewonnen wird. Was schlicht daran liegt, daß das gute Mannschaften sind mit vielen talentierten Spielern (beim älteren z.B. drei Stützpunktspieler). Wenn die jede Woche ne Klatsche kriegen würden, wäre ich wahrscheinlich nicht so überzeugt von dem Ganzen (auch wenn mir der Verstand, auch auf Grund dessen, was ich hier alles gelesen habe, sagen würde, daß das alles okay ist). Wer sieht schon seine Kinder gern permanent verlieren (oder gar Klatschen kriegen). Und auch Kinder verlieren nicht gern, das konnte ich schon mehrfach bei deutlich unterlegenen Mannschften beobachten, da wurde dann der Ball mit wenig Überzeugung aus dem Tor geholt und nur deshalb weitergespielt, weil es sein mußte, und nicht, weil es Spaß gemacht hat. (Auch wenn selbst hohe Niederlagen nach wenigen Stunden wieder vergessen sind.)

    Das mit dem Runternehmen hätte der andere Trainer sicher auch arrogant empfunden. Mal davon abgesehen hetzen sich die Kinder nach Schule und Hausaufgaben ab, um rechtzeitig zum Spiel zu kommen, dann wollen sie auch spielen, auch wenn es nicht gerade eine Herrausforderung ist. Die beiden Spieler, die im Tor waren (je eine Halbzeit) waren ja quasi schon ohne Beschäftigung. Für mich liegt hier das Problem beim Trainer der anderen Mannschft: Wenn man schon länger Trainer ist, eine E-Jugend hat, wo man gerade so aus beiden Jahrgängen eine Mannschaft zusammenbekommt, die noch dazu mehr oder weniger aus Anfängern besteht, dann sollte man sich schon überlegen, ob die Kreisliga da richtig ist. Da trifft man dann im Herbst halt auf erste Mannschaften, die aus Vereinen kommen, in denen 50 oder mehr Kinder in der E-Jugend spielen, und vielleicht noch der eine oder andere Stützpunktspieler dabei ist. Und da weiß man dann schon vorher, daß solche Spiele relativ sinnlos sind und es selbt mit einem Spieler mehr eine heftige Niederlage gibt.

    Vor kurzen hat die Mannschaft meines älteren ein Spiel 25:0 gewonnen (U11). Unser Trainer hat zwar keinen Spieler runtergenommen aber sonst alles versucht, damit die anderen wenigstens mal mal ein paar Sekunden den Ball halten konnten ("bester Mann" ins Tor, was bedeuted, daß er quasi nicht mitgespielt hat, alle Kinder auf den Positionen, wo sich nicht unbedingt am liebsten spielen, direktes Spiel eingefordert, schwacher Fuß usw.). Hat aber alles nichts genutzt, die andere Mannschaft war so schwach, daß sie praktisch nicht über die Mittellinie gekommen sind. Das Spiel bestand nur aus Toren und der Zeit, bis die armen Jungs - im Laufe des Spiels immer unlustiger und langsamer - den Ball wieder zu Mittellinie gebracht haben. Zum Schluß wurden genau die Anweisungen, mit denen versucht wurde, das Ganze erträglicher zu gestalten, vom gegnerischen Trainer auch noch als Arroganz ausgelegt. Das Ganze hat auch unseren Jungs keinen Spaß gemacht. Da es öfter Mal solche Spiele gibt, frage ich mich immer, warum manche Trainer meinen, ihre Mannschaft in der Kreisliga anmelden zu müssen und sich dann solche Wäschen zu holen, das macht doch überhaupt keinen Sinn? (Hier ist es so, daß normalerweise alle ersten Mannschaften bis zur D-Jugend in der Kreisliga spielen. Da gibt es dann im Herbst sechs, sieben Vorrundenstaffeln und im Frühjahr wird das dann auf der Grundlage des Abschneidens im Herbst neu eingeteilt. Man kann auch eine zweite Mannschaft in der Kreiliga melden, z.B. wenn ein größerer Verein einen brettstarken jüngeren Jahrgang hat, dann ist das durchaus sinnvoll, es verbietet aber niemand das Melden einer 1. Mannschaft in der Kreisklasse, also eine Klasse tiefer, wo normalerweise die zweiten (bis teilweise sechten) Mannschften spielen, nach dem selben Modus wie in der Kreisliga. Warum das Trainer von so schwachen Mannschaften nicht machen, ist mir ein Rätsel. Image?)

    Ich habe bei meinen beiden Kindern (älterer jetzt U11, jüngerer jetzt U8) in den letzten vier Jahren beides erlebt. Der Ältere hat die gesamte Zeit nicht FPL gespielt, der jüngere das letzte Jahr (sein erstes mit "richtigen" Spielen).


    Im Gegensatz zu dem, was andere berichten, war es meiner Meinung nach beim älteren in der G-Jugend deutlich entspannter. Das hat aus meiner Sicht folgende Gründe:

    • Hier pfeiffen - wie ich schon mal an andere Stelle geschrieben habe - in jedem (nicht FPL-) Spiel neutrale Schiedsrichter: Ich habe in vier Jahren noch kein einziges Spiel erlebt, bei dem das nicht so war. Das sind meist Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die dafür (in der F-Jugend, andere Altersklassen weiß ich jetzt nicht) 11 Euro bekommen, die der gastgebende Verein bezahlen muß. Außerdem kommen sie umsonst zu den Bundesligaspielen rein. Das klappt(e) sehr gut.
    • Die meisten Vereine haben hier (auch ohne FPL-Regeln) Elternzonen eingerichtet. (Es steht doch jedem Verein frei, das zu tun!).
    • Der Hauptgrund, weshalb ich des letztes Jahr in der FPL öfter unschöne Szenen erlebt habe: Die bekloppten Trainer, die die ganze Zeit rumschreien, und die ich bei meinem Älteren einfach kopfschüttelnd ignorieren kann, haben hier plötzlich auch eine gewisse Bedeutung für das Team meines Sohnes, nämlich wenn sie sich (zurecht oder zu unrecht) berufen fühlen etwas zu "schlichten" (das heißt oft: Etwas zu Gunsten ihres Teams auszulegen.) Dabei ist nicht mal unbedingt die Tatsache an sich oder eine eventuelle Fehlentscheidung das Problem, sondern die Art und Weise, wie sie das oft tun. Jeder (und wenn auch noch so schlechte) Schiri ist mir da deutlich lieber.

    Fazit: Das meiste ist so wie vorher, es gibt aber einen gravierenden Nachteil und ich sehe keinen Vorteil (Tabellen gab es vorher übrigens auch nicht). Das sind schlicht meine Beobachtungen. Und nein, das ist keine Ideologie, mir ist es ehrlichgesagt egal, wie die Spiele ablaufen, solange das Ganze entspannt ist. Und wie gesagt...


    Noch zwei Anmerkungen:


    • Ich habe mich doch ziemlich gewundert, als ich hier lesen mußte, daß Kinder in der G/F keine Fouls machen. Ich weiß ja nicht, was hier der eine odere andere unter Foul versteht, aber wenn ich mir allein ein Kind anschaue, das mal bei meinem älteren Sohn in der Mannschaft gespielt hat (und bei dem der Vater nach 1,5 Jahren und vielen mehr als grenzwertigen Situationen eingesehen hat, das Kampfsport für den Kleinen vielleicht besser geeignet ist): Der Junge hat (auch im Training, auch in der Halle!) reihenweise die Gegner von hinten umgegräscht. Auch in Situationen, in denen der Gefoulte ihn gar nicht wahrgenommen hat, das Ganze also völlig unerwartet kam. Da gab es viele Tränen, und es ist auch öfter mal Blut geflossen. (Bei Erwachsenen wären das alles rote Karten mit 5+ Spielen aufwärts Sperre gewesen). Keiner weiß, warum der das gemacht hat, es passierte aber immer wieder, trotz allem Reden mit ihm etc..
    • In bestimmten Konstellationen sind Tabellen für Kinder (ab einem gewissen Alter) von Bedeutung, das hat nichts mit Druck von außen zu tun (und kommt auch nicht von den "Erwachsenen"). Bei meinem Älteren spielen in seiner Schule und seiner Klassenstufe Kinder in mindesten fünf verschiedenen Vereinen. Und natürlich will man da mit seiner Mannschaft weiter oben stehen, als der XY aus der Klase 4b, den man vielleicht nicht leiden kann. Und natürlich vergleicht man sich auch mit dem besten Freund, der wieder in einem anderen Verein spielt, da wird halt mal gefrotzelt. Ich halte das für normal.

    Das Problem ist aber, daß man in einer Sprache, die man nicht versteht, unter Umständen Anweisungen (oder gar unsportliche Zwischenrufe) und Anfeuerung nicht unterscheiden kann. Siehe mein Beispiel oben.

    Ich bin zwar kein Trainer, aber ich finde, daß es schon grenzwertig ist, wenn da irgendwas reingerufen wird, was (vermeintlich) keiner außer dem Vater und dem Kind auf dem Platz versteht. Selbst schon erlebt, daß ein Vater einer gegnerischen Mannschaft sinngemäß reingerufen hat "halte durch, nur noch 5 m" (die Mannschaft seines Sohnes, der wohl schon ziemlich platt war, hat mit einem Tor Vorsprung geführt). Das finde ich durchaus okay. Eine Minute später, nachdem der Sohn zum x-ten mal einen Zweikampf in der Defensive verloren hatte, wurde daraus "hau den beim nächten mal richtig um". Beides in der selben Stimmlage, nicht aggressiv klingent. Ich bin mir sicher, daß sich der Trainer der anderen Mannschaft den Typen wegen des zweiten Spruches zur Brust genommen hätte, aber so...

    Mein Sohn spielt jetzt in der E-Jugend, hat am Ende der G angefangen, und in der gesamten Zeit gab es noch kein einziges Spiel, bei dem kein externer Schiedsrichter gepfiffen hat. (Soviel ich weiß, gibt es dafür 11 EUR, die der Heimverein bezahlen muß.) Das sind eigentlich immer Jugendliche zwischen 14 und 18; ich habe sogar schon ein paar Mal erlebt, daß ein Schiedsrichterbeobachter (wenn man das hier schon so nennen kann) sich das angeschaut hat. Ich muß sagen, daß ich die Bezahlung für einen 14-jährigen gar nicht so unatraktiv finde (man kann bei 40, 50 min. Spielzeit sicher locker mehre Spiele am Tag machen, wenn man dazu Lust hat, und zu Bundesligaspielen kommt man auch umsonst rein, wenn ich mich nicht irre.)

    Es gibt schon Momente, in denen es grenzwertig ist: Im Spiel meines Sohnes (E-Jugend) am Wochenende gab es folgende Situation. Ein Spieler seiner Mannschaft (sehr schnell) geht mit vollem Speed in Richtung gegnerischen Strafraum, als er gerade drin ist, versucht der letzte verbliebene Abwehrspieler von der Seite zu grätschen, kommt aber für den Ball zu spät, der Stürmer hätte ohne die Grätsche eine 100%-tige Torchance gehabt. Was macht er, er springt geistesgegenwärtig über das Bein des Abwehrspielers, verliert dabei an Tempo, kommt leicht aus dem Tritt, und dadurch ist der Torwart einen Tick eher am Ball und kann ihn wegschlagen. Natürlich gab es keinen Elfmeter, es gab ja nicht mal eine Berührung. Trotzdem wurde durch das Grätschen der Angreifer klar benachteiligt, und daß es in einer solchen Situation Spieler gibt, die das Foul dankend annehmen und nicht drüberspringen, kann ich nachvollziehen. Viele Spieler hätten es in der Situation gar nicht geschafft, dem Abwehrspieler noch auszuweichen, so wurde der Stürmer letztendlich dafür bestaft, daß er - vereinfacht gesagt - für sein Alter außergewöhnlich gut reagiert hat.