Beiträge von coulibaly

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    Aus Elternsicht kann ich dazu nur sagen: Auch wenn man einen Vereinswechsel nicht wirklich will, bleibt einem manchmal nichts anderes übrig. Einer meiner Söhne hatte mal in der F-Jugend einen Trainer, der so lustige Dinge gemacht hat, wie mit 350 gr Bällen zu trainieren ("bringt mehr Kraft", oder so ähnlich), Runden laufen zu lassen, Kopfbälle zu üben (okay, mit 290 gr, aber trotzdem...), Ballmitnahme war uninteressant, "Stoppen" war angesagt usw.. Den mochten die Kinder auch. Einmal ein Gespräch gesucht (nicht wegen der Trainingsqualität sondern erst mal nur, weil das mit den Kopfbällen mehr als grenzwertig war), war sinnlos, den Jugendleiter darauf hingewiesen, daß das alles nichts mit dem tollen Ausbildungskonzept zu tun hat, war auch sinnlos. (Soweit ich weiß, ist von dieser Mannschaft vier Jahre später kaum noch ein Kind übrig, das aktiv Fußball spielt. Trotz Kumpeltyp als Trainer etc.. Wenn die Qualität zu mies ist, dann bringt das langfristig auch niemanden was, auch wenn sozial alles top ist.)

    Es gibt aber Freds, die, wenn sie nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen, das Training massiv stören/behindern.


    Der letzte Satz bestätigt den Jugendleiter des Exvereins meines Sohnes: "Wir wollen gar nicht, daß die Kids wirklich richtig gut werden, wenn die irgendwann zu gut sind, sind die eh weg, das Schlimmste, was uns passieren kann, ist eine E1 mit vier, fünf "Granaten"." (Ich will mich zwar nicht für jedes Wort verbürgen, aber zu 99% ist das ein Zitat.)


    Mal abgesehen davon, daß ich das vielleicht nicht auf die Homepage schreiben würde... Es kann auch nicht sein, daß man das Training aufs "untere Mittelmaß" ausrichtet, dann braucht man sich nicht zu wundern, daß die Kids dann (noch schneller) weg sind. Und nein, es sind nicht immer nur die Eltern..., spätestens in der Kreisauswahl merkt man auch als neun/zehnjähriger der Unterschied im Training.

    Also so ein NLZ-Team in der unteren F (dass es sowas überhaupt noch gibt?) muss nicht soo extrem stark sein. Ich habe sogar schon U10, U11 Team von Bundesligmannschaften gesehen, die kaum stärker als ein gutes "normales" Team waren, wenn überhaupt. Ein, zwei Jahre später sieht das dann natürlich komplett anders aus.

    Letztendlich ist es aber (zumindest vom Ergebnis her) auch nichts anderes als Abwerben: Ob nun mein Sohn ihm erzählt wie toll das Turnier war und wie gut das Training ist oder das jemand Fremdes macht (z.B ein Trainer), wo ist da der Unterschied? (Gefühlt ist das natürlich auch für mich einer, aber wie groß ist der wirklich?) Oder anders gefragt: Wenn der Junge nicht zufällig mit meinem Sohn befreundet wäre, warum sollte er dann nicht wechseln, wenn er Bock darauf hat, einmal mehr pro Woche zu trainieren und auch mal ein gutes Freundschaftsspiel/Turnier zu haben?

    Hier spielt man inklusive U13 auch nur Punktspiele auf Kreisebene. Allerdings würde ich daraus nicht unbedingt schließen, daß es deshalb egal ist, wo ein Kind spielt. Von der Qualität des Trainings mal abgesehen: Es gibt halt Mannschaften, die an Turnieren teilnehmen, Freundschaftspiele gegen gleichstarke oder stärkere Mannschften (auch außerhalb des Kreises) vereibaren etc.. Und es gibt Mannschaften, die machen ihre 7 Punktspiele im Frühjahr und das wars. Die Mannschaft meines Sohns (U12) ist von der ersten Kategorie: In der Kreisliga zweiter, auch mal hohe Siege (zweistellig ist aber vorbei), aber auch etliche Freunschaftsspiele gegen starke Gegner, die zur Häfte auch verloren wurden. Und jedes Jahr drei, vier große und ein paar kleine Turniere. Sein Kumpel spielt in der Kategorie B, der hat auch Bock auf das Programm, das mein Sohn macht und wird wahrscheinlich im Sommer deshalb zum "ambitionierteren" Verein wechseln. Auch ganz ohne Abwerben oder Einfluss der Eltern.

    Nach meiner Erfahrung kommt es zu extrem hohen Ergebnissen aber auch oft, weil schwache Mannschaften zu hoch melden. Hier gibt es vier Möglichkeiten seine Mannschaft zu melden, und dann meinen manche Trainer, ein sehr schwache Mannschaft in der zweithöchsten Klasse unterbringen zu müssen, und wundern sich, wenn es jedesmal eine Klatsche gibt. Das ist ärgerlich für alle Beteiligten! Und man weiß es (als eher leistungsstarke Mannschaft) ja auch nicht zwangsläufig vorher, wer da als VereinXY/E2 aufläuft, zumindest in einer Großstadt mit 70 Vereinen, die teilweise fünf und mehrTeams haben, da kennt man ja nicht jeden. Wenn es vorher bekannt ist, daß das z.B. eher Anfänger sind, und man eh immer drei, vier Leute nicht in den Kader nehmen kann, dann läßt man die stärksten zu Hause. Aber wenn nicht: Dann sollen auch die leistungsstarken Spieler die Hälfte der Zeit spielen. Warum sollten die nach fünf Minuten ausgewechselt werden und dann den Rest der Zeit zuschauen. (Das ist für mich genauso wie andersherum: Auch wenn man weiß, daß das Ergebnis "leiden" wird, setzt man gegen starke Mannschaften alle Kinder ein, die im Kader sind.) Und dann gibt es halt auch mal ein 20:0 oder noch höher. Vor allem am Anfang der Saison.(Das heißt jetzt nicht, daß man das als Trainer an der Seite abfeieren sollte. Das finde ich auch daneben.)

    Fantomas, das ist zwar alles richtig, und niemand verlangt von ehrenamtlichen Trainern, die oft genug auch noch überedet werden müssen, den "Job" zu machen, daß sie z.B. qualitativ hochwertiges Training machen. Das ändert aber nichts daran, daß manche Dinge eben nicht gehen: Wie eine Viertelstunde Kopfballübungen für achtjährige oder cholerische Anfälle Kindern gegenüber. (Ich rede hier gar nicht von "Luxusproblemen" wie, daß nicht alle gleiche Spielzeit bekommen und viele Kinder praktisch von Anfang an immer dieselbe Position spielen.) Vor allem wenn der Verein auch noch tolle Konzepte hat, allerdings nur auf dem Papier. Es gibt sicher Eltern, die auch damit kompatibel sind, daß ihre Kinder permanent angeschrieen werden (anders ist es nicht zu erklären, daß manche Trainer überhaupt Kinder in der Mannschaft haben), das ändert aber nichts daran, daß es objektiv falsch ist. Und das würde an anderer Stelle (also außerhalb des Fußballumfelds) auch nicht toleriert werden.

    Ich habe vor Jahren mal das Gespräch mit dem Extrainer meines Sohnes gesucht. Und zwar auch deshalb, weil der Kleine (damals acht Jahre alt) manches nicht so gut fand. Ich habe mir dann für das Gespräch erst mal drei Dinge rausgesucht, die auch objektiv gegen das (auf der Vereinshomepage veröffentlichte) Jugendkonzept vertsoßen haben, das sich ganz toll las (aber wahrscheinlich einfach irgendwo abgeschrieben war, weil es heute modern ist, sowas zu haben, aber nicht, weil man sich wirklich daran halten will). Das waren, wenn ich mich richtig erinnere: Kopfball trainieren (in der unteren F!), Runden drehen, Rumschreien während des Spiels inklusive unangemessener Kritik an einigen Kindern. (Letzteres betraf nicht mal meinen Sohn, aber auch der fand es immer schlimm, wie z.B. der Torwart bei Fehlern runtergemacht wurde.) Das Gespräch war komlett sinnlos, er fühlte sich von der ersten Sekunde an angegriffen, obwohl ich zum wahrscheinlich heikelsten Punkt (nämlich sein Verhalten während des Spiels) gar nicht gekommen bin. Jugendleiter konsultiert: "Schau Dir das Training mal an, hat das was mit dem zu tun, was ihr auf Euerer Homepage stehen habt?" War komplett sinnlos. Ein Jahr später das Kind den Verein gewechselt, war die einzig gute Lösung (jetzt ist er 12 und spielt seit drei Jahren im neuen Verein). Und da wundern sich immer manche Leute, warum man vom Heimatverein weggeht. Vor allem, wenn man bedenkt, daß es ohne Zweifel noch viel ungeeignetere Trainer gibt als den, von dem ich oben gesprochen habe. Das habe ich - glaube ich - hier schon mal geschrieben: Wenn ich mich meinen Kindern gegenüber so verhalten würde, wie das (leider viel zuviele) Trainer mit den ihnen anvertrauten Kindern machen, würden die Nachbarn das Jugendamt anrufen. (Okay, das letzte war jetzt etwas off topic, aber das, was ich am Wochenende bei einem Turnier mal wieder erleben mußte, regt mich immernoch auf.)

    Meine beide Söhne spielen nicht im NLZ. Trotzdem ist beim älteren (U12) sowohl im Verein als auch im Stützpunkt Duschen obligatorisch, auch nach dem Training, und ich kenne niemanden, der sich darüber wundert. Und das bei einem Mulitikultiteam. Ausnahmen gibt es höchstens mal bei einem Auswärtsspiel, wenn die hygienischen Bedingungen schlimm sind. Das kommt aber nicht oft vor. Mein jüngerer spielt jetzt F und nach Spielen duschen die auch alle (nach dem Training freiwillig.)


    Ich wundere mich ehrlichgesagt, daß es Leute gibt, die das noch nicht mal in der Pubertät für notwendig halten. Ich hätte jedenfalls keine Lust, nach einem Auswärtsspiel drei ungeduschte Dreizähnjährige im Auto mitzunehmen.

    Karl


    Ich würde das mit den Kindern, die beim Stützpunkt sind, nicht so extrem sehen. 1. ist es sicher nicht überall so, daß das Thema NLZ beim Eintritt in den Stützpunkt überhaupt ein Thema ist; ich z.B. kann mich nicht erinnern, daß es bei meinem Sohn jemals zur Sprache kam. Ob unsere Famile das in zwei Jahren mitmachen würde (z-B. auch Internat), kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht sagen. Das hängt vor allem davon ab, wie das Kind sich bis dahin entwickelt (nicht nur sportlich, sondern schlicht als Mensch und nicht zuletzt in der Schule), das kann man doch heute (mit 11) noch gar nicht wissen. Sicher gibt es Eltern, die würden ihren Sohn um jeden Preis (zur Not auch ans andere Ende der Republik) in ein NLZ schicken. Soll ich nun wirklich meinen Sohn beim Stützpunkt abmelden, nur weil wir uns nicht sicher sind, was wir in zwei Jahren, wenn es denn so kommen sollte, machen werden (vorher auf keinen Fall, es gibt aus unserer Sicht da auch keine Notwendigkeit, weil sowohl das Training im Verein als auch im Stützpunkt super ist)? 2. Gibt es ja nun Stützpunkt und Stützpunkt. Will sagen, es gibt teilweise Stützpunkte mit einem derart geringen Einzugsgebiet, die dann auch Kinder dabei haben, bei denen ich nicht glaube, daß man hier von den Trainern her ernsthaft glaubt, ein größeres Talent zu haben. Ich habe mitlerweile einige Turniere, Leistungsvergleiche etc. gesehen, und das Gefälle ist sehr hoch (ist irgendwie auch logisch, wenn es in Stützpunkt A mehr als fünf mal so viele Spieler im entsprechenden Alter gibt wie in Stützpunkt B). Da sind sicher Kinder dabei, schlicht, weil man 12 braucht, um eine Mannschaft vollzukriegen. Ich finde das auch gar nicht verwerflich: Auch diese Jungs können da eine Menge Spaß haben und was lernen. Auch wenn das NLZ - ob man überhaupt dahin will, oder nicht - praktisch "unerreichbar" ist.

    Ich habe hier schon mal an anderer Stelle geschrieben, daß es solche Kinder durchaus gibt (Stichwort "üble Grätschen"). Bei meinem Sohn in der Mannschft war mal ein Kind, das die Gegenspieler (auch bei Trainingsspielen, auch in der Halle) gnadenlos umgegrätscht hat. Teilweise so, daß der Betroffene - bis er auf der Nase lag -, den Grätschenden gar nicht wahrgenommen hat (also von hinten, Fouls der Sorte: 5 Spiele Sperre in der Bundeliga). Da gab es Tränen ohne Ende, und manchmal floß auch Blut. Das Merkwürdige war: Der Junge war eigentlich ganz okay und bis auf die eine extreme Auffälligkeit kein bißchen aggresiv. Es gab etliche Gespräche zwischen dem Trainer (der fand das überhaupt nicht gut) und den Eltern. Bis Letztere dann den Jungen zum Kampfsport geschickt haben, ich glaube, das war in der zweiten oder driten Klasse. Da waren auch die meisten Kinder erleichtert, obwohl der Junge keinesfalls unbeliebt war. Wir (also die Eltern) haben uns noch, als er schon längst weg war, ab und zu über diesen Jungen unterhalten und gerätselt, wieso der das nicht in den Griff bekommen hat.

    Hi,


    auch wenn das vielleicht etwas off topic ist, es passt aber vielleicht zu dem einen oder anderen Post.


    Ich habe mir auch viele Jahre in einem ganz anderen Zusammenhang überlegt, wie stark eigentlich mein Anteil an der Entwicklung eines Kindes ist, nämlich weil ich über lange Zeit Klavier unterrichtet habe, oft Kinder von sechs bis zwölf, also in dem Alter, um das es auch hier geht. (Nein, ich habe die Kleinen nicht gequält, wenn ein Kind ganz offensichtlich keine Lust hatte oder völlig unbegabt war, dann habe ich immer mit den Eltern gesprochen.)


    So über den Daumen gepeilt waren von den wirklich interessierten Kindern (etwa 10 bis 14, genau kann ich mich nicht mehr erinnern) im Alter von 12 Jahren auch nur zwei richtig gut, daraus habe ich aber nicht den Schluß gezogen, daß (wegen der restlichen mittelmäßigen) ich an deren Entwicklung kaum Anteil hatte, im Gegenteil: Ich glaube, daß auch diese beiden bei einem schlechten Lehrer (die gibs hier auch) am Ende auch nur mitelmäßig gewesen wären.


    Der Vergleich zum Fußball hinkt zwar sicherlich an vielen Stellen (schon allein, weil es beim Lernen eines Instrumentes von Anfang an Dinge gibt, die man machen muß und die keinen Spaß machen, egal wie geschickt man das als Lehrer auch verpackt). Aber gibt es das beim Fußball nicht auch? Welches Kind spielt schon gern mit dem schwachen Fuß, vom Torschuss ganz zu schweigen. Der F- und E-Jugendtrainer meines Sohnes hat aber die ganze Zeit alle Übungen beidfüßig machen lassen. Am Ende der E waren - nach meiner zugegebenermaßen laienhaften Wahrnehmung - zwei Kinder zu 80% (also alles praktisch gleich gut außer Torabschluß und Flanken, automatisches Verwenden des richtigen Fußes bei Ball- an und mitnahme und beim Passen mit Innenseite etc.) und einer praktisch zu 100% beidfüßig. Das war am Anfang der F definitiv noch nicht ansatzweise so der Fall. Bei den meisten anderen Kindern hatte das jahrelange Training diesbezüglich praktisch keinen Effekt. Kann man daraus wirklich schließen, daß die drei, die es können, es auch so gelernt hätten? Glaube ich nicht, im Gegenteil: Erst seitdem er relativ sicher mit dem linken Fuß ist benutzt zum Beispiel mein Sohn den schwachen Fuß auch auf dem Bolzplatz automatisch. (Da spielen nämlich auch Ältere, und wer blamiert sich schon gern mit verünglückten Torschüssen mit links, ist halt uncool.) Will sagen: Erst das Niveau, daß er durch das Training erziehlt hat, veranlaßt ihn dazu, den schwachen Fuß jetzt "überall" zu verwenden, was die Entwicklung diesbezüglich dann sicher noch verstärkt.

    Und wenn er mal was vom Bolzplatz erzählt, dann meist sowas, daß er und sein Kumpel jeder 10 Elfer mit links und rechts geschossen haben und wieviel er davon mit links gemacht hat. Sowas würden die Kids nie freiwillig machen, wenn sie es nicht schon ganz gut könnten.


    Auch individualtaktische Dinge (im Falle meines Sohnes z.B. das defensive 1:1, das hat er aus meiner Sicht erst durch das Training in der Kreisauswahl bzw. später dann im Stützpunkt auf ein gutes Niveau heben können, sein Vereintrainer hat die offensichtlichen Fehler da nicht korrigiert) lernt man doch nicht (alle) automatisch. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es da nicht auch im hohen Maße auch vom Training abghängt, wie die Kinder sich entwickeln, auch wenn das vielleicht nicht für alle Kinder gilt. (Das ist in der Schule auch nicht anders: Es gibt Kinder, die begreifen Mathe nie, egal wie gut der Lehrer ist, es gibt aber gute und schlechte Lehrer, was bei einigen Kindern - egal ob sehr begabt oder eher weniger - schon einen riesigen Unterschied machen kann.)

    @hoeness2


    Ich habe in sechs Jahren Kinderußball mit zwei Kindern schon Trainer erlebt (nicht in den Vereinen der Kinder), bei denen ich sagen würde: Lieber die Mannschaft abmelden als kleine Kinder einem solchem Typen anvertrauen. Wenn ich so mit meinen Kindern umgehen würde, hätten die Nachbarn wahrscheinlich schon mehrfach das Jugendamt angerufen. Das sind sicher Ausnahmen, und nach meinem Eindruck sind die Trainer heute im Schnitt deutlich besser (auch vom Verhalten her) als in den Siebzigern, als ich als Knirps gespielt habe. Trotzdem...


    Ich selbst habe im Exverein meines Sohnes einmal das Gespräch mit dem Jugendleiter gesucht. Nicht weil der Trainer sich danebenbenommen hat (netter Kerl), sondern weil das Training und die Spielweise (pauschal mal gesagt: Hinten dicht, viel zuwenig 1:1 und Langholz, im Training: Kopfballübungen mit achtjährigen, Rundendrehen, Training teilweise mit D-Jugendbällen usw.) nicht das Geringste mit dem tollen Jugendkonzept zu tun hatte, das der Verein stolz nach draußen präsentiert. Vorher hatte ich schon den Trainer darauf angesprochen. War beides komplett sinnlos, fühlten sich beide angegriffen, vor allem als ich auf die Widersprüche zum (wahrscheinlich irgendwo abgeschriebenen) Konzept hingewiesen habe. Noch ein halbes Jahr mit angeschaut, dann einzige Möglichkeit: Wechseln (intern gab es keine Möglichkeit), was relativ einfach war, weil er jetzt mit seinem besten Freund zusammenspielt und es auch nicht weiter weg ist.

    Hier ist das anders: Der Verein hat nichts mit dem Stützpunkt zu tun, sondern allein der Wohnort. Mein älterer Sohn (U12) ist in einem anderen Stützpunkt als einer seiner Mannschaftskameraden, schlicht weil wir in der Stadt wohnen und besagter Mitspieler außerhalb und deshalb einem anderen Stützpunkt zugeteilt ist. Meines Wissens gibt es da auch keine Ausnahmen.

    Ich denke schon, daß es Kinder gibt, die von sich aus den Verein wechseln wollen. Ich kenne einige Fälle von 10-jährigen, die in der Kreisauswahl spielen (gespielt haben), als einzige aus ihrem Verein in dem sie (vermeintlich oder wirklich) die mit Abstand besten Spieler sind und die in der Auswahl das erste Mal in ihrem Leben in einem homogenen Team mit qualitativ hochwertigem Training konfrontiert sind. Mit der Zeit entwicklen sich da auch Freundschaften. Und so passiert es halt (so war es auch bei meinem Sohn), daß die Frage aufkommt, ob man nicht auch im Verein XY spielen könnte, wo auch der A, B und C aus der Auswahl spielen? Das ist doch ne viel bessere und coolere Mannschft, und die spielen auch tolle Turniere gegen Mannschften, die man aus dem Fernsehen kennt (alo die Männerteams von denen)! (Ob dann ein Wechsel sinnvoll ist, ist natürlich eine ganz andere Frage und von Fall zu Fall zu beurteilen: Trainer, Weg allein möglich und wie lange dauert das etc.) Sicher sind irgendwelche überergeizigen Eltern wahrscheinlich in den meisten Fällen diejenigen, die ihr Kind woanders hinschicken, aber solche Fälle gibt es auch.


    Auch gibt es die Fälle, wo man als Kind urplötzlich einen grenzwertigen Typen als Trainer bekommt. Da habe ich es auch schon erlebt, daß Kinder sagen, da gehe ich lieber in einen Nachbarverein, da ist der Trainer nett (und oft spielen da ja auch Kumpels, so ist es zumindest in der Großstadt).

    Das trifft vielleicht nicht 100%-tig das Thema hier, aber ich habe auch schon oft mitbekommen, daß das, was manche Vereine nach außen (also der Öffentlichkeit und den Eltern gegenüber, z.B auch auf der vereinseigenen Internetseite) kommunizieren, kaum was mit der Realität zu tun hat. Das gibt es sich toll lesende Ausbildungskonzepte und andere Aussagen, die irgendwie ein Ideal formulieren; wahrscheinlich wird das gemacht, weil es modern ist. Insbesondere steht da dann auch - um ansatzweise auf das Thema hier zu kommen -: Kinder spielen auf allen Positionen, gleiche Einsatzzeiten usw. Und in Wirklichkeit gehts dann doch immer nur ums Gewinnen: Die Trainer machen, was sie wollen, und die "Theorie" interessiert keine Sau. Wenn man dann als Elternteil mal auf die Diskrepanz hinweist, hat man schnell ganz viele Leute gegen sich, weil es auch den meisten Eltern nur ums Gewinnen geht (ganz wichtig: auch 11:0 ist besser als 6:1!), und sie es ganz toll finden, was die Trainer machen. Das Ganze erinnert mich immer an das, was auch viele Unternehemen "auszeichnet": Nach außen alles 1000%-tig korrekt, Image so modern, so grün usw., wie es geht, aber wenn man dann mal unter die Haube schaut, siehts ganz anders aus.


    (Der Vollständigkeit halber muß ich erwähnen, daß die beiden Vereine, die ich hier vor allem vor Augen habe, keine NLZ sind, sondern "ambitionierte" Amatuervereine mit hoch spielender 1. Männermannschaft.)

    Was heißt ablehnen, ich sehe nicht, was dadurch besser ist, teilweise finde ich es unentspannter, das ist aber natürlich nur meine kleine "Stichprobe". Und klar, kann auch Zufall sein, glaube ich aber nicht.


    Ich kann nur aus Elternsicht schreiben: Was ich absolut nicht verstehen kann, ist, wie man seine Kinder solchen Typen anvertrauen kann. Es mag ländliche Gegenden geben mit weit und breit nur ein, zwei Vereinen, wo man, wenn man Pech hat, keine andere Wahl haben mag? (Trotzdem würde ich meine Kinder nicht permanent anschreien lassen, dann lieber eine andere Sportart.) Aber (wie bei mir) in der Großstadt: Da gibt es doch genug Alternativen, also genug Vereine, in denen solche Typen nicht rumlaufen. Bei mir sind im Radius von drei Kilometern sechs, sieben Vereine. Davon "nur" zwei, in denen man Gefahr läuft, mit verhaltensauffälligen Trainern konfrontiert zu werden. Komischerweise haben die aber auch in jedem Jahgang mindestens eine Mannschaft. (Ich meine jetzt nur die Trainer, die wirklich rumbrüllen, nicht die, die - meiner Meinung nach -zuviele Anweisungen von Außen reinrufen, die gibt es natürlich überall, ist aber ein anderes Thema.)

    pd33: Nach meiner Erfahrung ist es aber nicht dasselbe, ob die Typen, die wir alle nicht sehen wollen, 1. die eigenen Kinder anbrüllen (schlimm genug, da kann ich für meine Kinder aber entgegensteuern, indem ich sie in Vereinen, in denen solche Leute agieren, nicht anmelde). Oder ob sie 2. in der FPL zusätzlich(!) eine Rolle ausfüllen müssen, für die sie (auch) nicht geeignet sind! Inkompetenten bzw. ungeeigneten Leuten mehr Verantwortung zu geben (was anderes ist das nicht), macht die Sache irgendwie nicht besser...


    Das heißt natürlich nicht, daß nicht fast alle FPL Spiele in einem angenehemen Rahmen ablaufen; das sind aber genau die Spiele, die bei meinem älterem auch so abliefen. Die, bei denen es unangenehmer wird, empfinde ich jetzt als schlimmer, und nach den Reaktionen meiner Kinder zu urteilen, geht denen das genauso.

    @totog


    Du schreibst:"Aber was ändert für diesen Herren der SR?"


    Ich habe das schon mal an anderer Stelle geschrieben, es gibt meiner Meinung nach schon einen Unterschied. Nicht für die Herren, sondern für die Kinder (und das ist für mich wesentlich). Meinem älterem Sohn (jetzt U12, die ganze Zeit ohne FPL) habe ich immer gesagt (und mache das immernoch): Hör einfach nicht hin, was der gegnerische Trainer ruft, schon gar nicht, wenn er rumbrüllt. Einfach ignorieren! Bei meinem jüngerem (von Anfang an FPL) geht das aber nicht. Denn die Vollidioten mischen sich ins Spiel ein indem sie bei "strittigen" Entscheidungen helfen (ist ja sogar gewollt, wenn auch nicht so oft und nicht auf diese Weise). Das heißt, sie brüllen nicht nur rum, sondern treffen auch Entscheidungen, die auch für mein Kind relevant sind ("Elfer oder nicht"), will sagen, mein Kind ist denen viel mehr ausgesetzt als das mit einem Schiri der Fall ist. Denn nicht unbedingt die (Fehl-) Entscheidungen sind das Problem, sondern die Diskussion davor. Beim älterem heißt es höchstens mal: "Den Typen da von Mannschaft XY will ich aber nicht als Trainer haben", der Kleine redet viel öfter (und emotional betroffen) über die Brüllaffen an der Seitenlinie.


    (PS: Ich muß noch erwähnen, daß es hier - auch im Kinderfußball - außerhalb der FPL ausnahmslos in jedem Spiel neutrale Schiedsrichter gibt.)